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Das Gewässerschutzgesetz und die Bauern

9. Dezember 2020
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 So steht es im Gewässerschutzgesetz (GSchG), Art. 6 Grundsatz:

1 Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.

Aus der Tabelle oben (UFA-REVUE 12/2020) liest Heidi, dass Versickernlassen, in diesem Fall Pestizide, weiterhin toloriert wird, und es steht zu Beginn des Artikels folgender Text:

„Ein wesentlicher Teil der Gewässerbelastung durch Pflanzenschutzmittel (PSM) wird durch punktuelle Einträge auf dem Hof verursacht. Bei einem vorschriftsgemässen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und einer gewässerschutzkonformen Infrastruktur lassen sich diese Einträge vollständig eliminieren. Bund und Kantone bieten finanzielle Unterstützung an.“

Das Versickernlassen von Pestiziden ist gemäss Gewässerschutzgesetz klar verboten, trotzdem praktizieren es die Bauern schon lange und dürfen es offensichtlich auch weiterhin, bzw. entsorgen Reinigungswasser & Co. über die Kanalisation (mit oder ohne Anschluss an eine Abwasserreinigungsanlage).

Nun bekommen die Bauern im Rahmen des Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sogar Geld, damit sie die Gewässerschutzgesetzgebung besser einhalten.

Kantone vollziehen GSchG/GSchV nur zögerlich

Heidi meint: Es dürfte noch lange dauern bis alle Spritz-Bauern die nötigen Infrastrukturen gebaut haben. Zwar werden die Schwächen anlässlich einer Betriebskontrolle neu durch 12 Gewässerschutzkontrollpunkte aufgedeckt, aber bis alle Betriebe kontrolliert sind und bis zur Umsetzung ist erfahrungsgemäss ein langer Weg.

Dies umso mehr, als viele Kantone die vorgeschriebene periodische Kontrolle der Anlagen und Einrichtungen gemäss Art. 15 GSchG (seit 30 Jahren) bzw. Art. 28 der Gewässerschutzverordnung (seit 2014) nicht oder nur zögerlich veranlassten.

Umfrage BAFU Kontrolle Hofdüngeranlagen

Eine Umfrage des Bafu zeigte den Stand der Kontrollen 1.1.16. Sie war beschränkt auf die Kontrolle der Dichtheit der Lageranlagen und die Entwässerung des Betriebs. Mit der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz (KVU) wurde vereinbart, dass der Name der Kantone nicht kommuniziert wird.

Abschluss der Kontrollen sind geplant bis 2026:

  • Erst 3 Kantone hatten eine erste Kontrollrunde abgeschlossen.
  • 7 Kantone hatten umfangreiche Kontrollen nach Art. 28 GSchV begonnen, welche sie zwischen 2016 und 2018 abschliessen wollten.
  • 12 weitere Kantone führen/führten gewisse Kontrollen (Stichprobenkontrollen) durch oder planten sie. 1 Kanton plante umfangreiche Kontrollen nach Art. 28 GSchV.

Damit eine gewisse Dynamik in die Kontrollen kommt, wurde 2017 an einem Erfahrungsaustausch mit den Kantonen u.a. entschieden, die Kontrollliste Gewässerschutz gemäss Verordnung über die Koordination der Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben (VKKL) zu erarbeiten. Die Synergien bestehen darin, dass z.B. auf Betrieben, wo die Kontrolleure visuell Mängel in der Aussenwand der Behälter oder in der Entwässerung feststellen, die Kontrollen der Dichtheit und der Entwässerung prioritär durchgeführt werden können. Ebenfalls soll die Kontrolle der Lagerung von Mist auf dem Hof und im Feld anhand der VKKL-Kontrolle Gewässerschutz durchgeführt werden.

Das BAFU unterstützt die Arbeiten in Zusammenhang mit der Grundkontrolle nach VKKL weiterhin, so dass hoffentlich möglichst viele Kantone 2020 mit den ersten Kontrollen beginnen werden, hiess es im August 2019.

Da fragt jemand Heidi: „Ist das alles bloss ein Ablenkmanöver?“

Klarheit bei der Spülung. UFA-REVUE 12/2020

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Vernetzte Landschaften nützen der Landwirtschaft

21. November 2013
Eine Wildbiene fliegt auf eine Kirschblüte zu. Foto Christof Schüepp, Universität Bern

Eine Wildbiene fliegt auf eine Kirschblüte zu. Foto Christof Schüepp, Universität Bern

„Ökosystemdienstleistungen wie Bestäubung und Schädlingskontrolle kommen allen zugute“, sagt Professor Martin Entling. „Sie erhalten die Biodiversität und sichern die Erträge der Landwirtschaft.“ In der Agrarlandschaft ist der Rückgang der Artenvielfalt am grössten. Seit 2007 untersuchen Wissenschaftler der Universität Koblenz-Landau, von Agroscope Reckenholz-Tänikon ART und der Universität Bern im Projekt FRAGMENT die Auswirkungen des Verlusts und der Zerstückelung von Lebensräumen, dies mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds. Im Rahmen des EU-Projekts QUESSA soll der Beitrag naturnaher Lebensräume zur Ertragssteigerung und Kostensenkung quantifiziert werden. An diesem interdisziplinären Projekt arbeiten 14 Institutionen aus 8 europäischen Ländern.

Heidi meint: „Wichtig ist auch, dass die Pufferstreifen an Hecken, Wandränder usw. eingehalten werden!“

Nützlinge nutzen Vernetzung: Versuch mit Kirschbäumen auf dreissig Betrieben, Medieninformation Agroscope Reckenholz-Tänikon, 13.11.13

Vernetzte Landschaften nützen Natur und Landwirtschaft, Medieninformation der Universität Koblenz-Landau, 20.11.13

Wildbienen sind die fleissigen Überfliegerinnen, Uniaktuell, Universität Bern, 1.3.13

Disentangling multiple drivers of pollination in a landscape-scale experiment, Universität Bern, Agroscope Rechenholz-Tänikon, Universität Koblenz-Landau, Proceedings of the Royal Society, Biological Sciences

21.11.13 HOME

Man soll die Kuh nicht zur Sau machen

13. April 2011
Getreide

Getreide für den Menschen, Gras für die Kuh

Die Kuh verarbeitet in ihren drei Mägen Gras und Heu mit einer Effizienz von gegen 50 Prozent zu Milch. Die Sau hat einen einfachen Magen, sie braucht daher Kraftfutter, zum Beispiel Getreide, das auch dem Menschen direkt als Nahrung dienen könnte. Im Schweinemagen wird das Futter mit einer Effizienz von knapp 20 Prozent in Fleisch umgewandelt. Neben Getreide wird auch immer mehr Silomais verfüttert, damit die Kühe die grossen Leistungen, die vielerorts von ihnen verlangt werden, erbringen.

„Nun kann man eine Kuh aber nicht ungestraft zur Sau machen, indem man ihr nur leicht verfügbare Energie wie Stärke vorsetzt. Sie ist eben ein Wiederkäuer, also ein Spezialist für die Erschließung derjenigen Energie, die in Form von Fasern gebunden ist. Eine Kuh verträgt nicht mehr als 20 bis 25 Prozent Stärkeanteil in der Trockenmasse ihres Futters.“ Dies schrieb die Saaten-Union, ein Verbund von Pflanzenzüchtern, kürzlich unter dem Titel Innere Werte sind brandaktuell. Vor 20 Jahren schon verfasste Herbert Cerutti für die NZZ eine Reportage über die Schweizer Futterbauforschung von Agroscope Reckenholz-Tänikon ART mit dem Titel Man soll die Kuh nicht zur Sau machen. Ein Nebeneinander von intensiv und weniger intensiv bewirtschafteten Wiesen wurde und wird immer noch propagiert. Die nährstoffreichen Wiesen für das Milchvieh, die „Blüemli-Wiesen“ für Galtkühe (Kühe, die vor dem Kalben keine Milch mehr geben), Pferde, Schafe usw.  und nur wenig Kraftfutter in der Ration.

Die Schweizer Bauern haben in den letzten Jahren immer mehr Kraftfutter importiert. Wenn vielleicht bald schon zusätzliche Bundesgelder für den Anbau von Futtergetreide im Inland gesprochen werden, dann ist dies nicht der Weisheit letzter Schluss. Zitat aus der Bio-Verordnung des Bundes SR 910.18, Art. 16b „Wiederkäuer müssen mindestens 60 Prozent der Futter-Trockensubstanz in Form von frischem, getrocknetem oder siliertem Raufutter erhalten.“ Viel restriktiver ist Bio Suisse: Der Kraftfuttereinsatz der Knospen-Betriebe ist auf 10 Prozent limitiert. Noch weiter gehen die Fachleute am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit dem Projekt «Feed no Food», welches die Milchproduzenten dazu motivieren will, weitgehend auf den Kraftfuttereinsatz in der Wiederkäuerfütterung zu verzichten. Und der Schweizer Durchschnitt? Seit Jahrzehnten spricht man von einem Kraftfutteranteil von 30 Prozent. Hat jemand diese Zahl einmal neu berechnet?

Grasgrüne Milch, Unterrichtunterlagen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF)

13.4.11  HOME


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