Posts Tagged ‘Artenvielfalt’

Warum Umweltverträglichkeitsprüfungen oft scheitern

9. Januar 2022

William F. Laurance, James Cook University in Australien, hat Umweltverträglichkeitsprüfungen unter die Lupe genommen und einen Beitrag für THERYA (2022, Vol. 13(1):67-72) verfasst. Zusammenfassend schlägt er acht Strategien zur Verbesserung der UVPs vor. Bei uns bröckelt der Umwelt- und Landschaftsschutz immer mehr, dies im Zeichen von Energie, Mobilität, Ressourcenknappheit und Wirtschaftswachstum.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist ein nahezu universelles Instrument zur Begrenzung oder zum Ausgleich der Umweltauswirkungen von Entwicklungsprojekten. In seinem Artikel beschreibt Laurance einige der Hauptmängel der UVP in Bezug auf ihre praktische Anwendung, insbesondere in Drittweltländern, in denen ein Grossteil der gefährdeten Artenvielfalt der Welt beheimatet ist. Er kommt zum Schluss, dass erstaunlich viele Umweltverträglichkeitsprüfungen erhebliche Ungenauigkeiten aufweisen, und einige grünes Licht für Projekte geben, die schwerwiegende ökologische und gesellschaftliche Kosten verursachen werden.

Rascher Rückgang von Natur und Artenvielfalt

Zahlreiche Literaturzitate untermauern die folgenden Informationen. In weiten Teilen der Welt schreitet der Rückgang der Natur rasch voran. Viele neue Schutzgebiete wurden im letzten halben Jahrhundert zwar eingerichtet, aber in den meisten anderen Bereichen wird die Natur zurückgedrängt. Zum Beispiel nimmt die Gesamtfläche der Wildnis weltweit rapide ab, 70% der Wälder der Welt sind heute <1 km von einem Waldrand entfernt, die Fragmentierung der tropischen Wälder beschleunigt sich drastisch und die Hälfte der Biodiversitäts-Hotspots der Welt hat nur noch <10% ihres ursprünglichen intakten Lebensraumes. Als Folge einer solchen Umweltzerstörung sind fast hundert Säugetierarten weltweit ausgestorben und ein Viertel sind ernsthaft vom Aussterben bedroht.

Einer der grössten Treiber der Umweltveränderung ist der Tsunami von Entwicklungsprojekten, der unseren Planeten überrollt. Die Welle der Veränderung kommt u.a. in Form von neuen Strassen, Dämmen, Minen, Wohnsiedlungen und Erschliessungen für die Rohstoffindustrie. Die Regierungen und Unternehmen, die diese Projekte ermöglichen, beschwichtigen uns, denn jedes Projekt würde einer strengen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen, um sicherzustellen, dass es der Natur keinen Schaden zufüge.

Zerstörerische Projekte trotz UVP

Die alarmierende Tatsache sei jedoch, dass viele Umweltverträglichkeitsprüfungen von begrenztem Wert seien und einige praktisch nutzlos. In den meisten Ländern ist die UVP in der Regel eine gesetzliche Vorschrift, die einem Projektträger auferlegt, die Auswirkungen der geplanten Entwicklung auf die Natur zu untersuchen. Wenn diese Auswirkungen etwas betreffen, das die Regierung zum Schutz verpflichtet, zum Beispiel eine bedrohte Art oder ein seltenes Ökosystem, dann wird die Entwicklung gestoppt oder umgestaltet, um die Auswirkungen zu vermeiden. Das sei zumindest die Idee.

Leider würden trotz Umweltverträglichkeitsprüfungen viele gefährliche oder anderweitig unvernünftige Projekte nicht gestoppt. Weltweit gebe es eine wachsende Zahl von Fällen, in denen Umweltverträglichkeitsprüfungen grünes Licht für Entwicklungen geben, die niemals stattfinden sollten – Projekte, die unersetzlichen Lebensraum zerstören oder die letzten lebenden Vertreter kritisch bedrohter Arten gefährden. Laurance verweist auf einige solche Projekte.

Vorschläge zur Verbesserung von UVPs

Laurance schlägt acht Punkte vor zur Verbesserung von Umweltverträglichkeitsprüfungen:

  1. Bestehen Sie bei den Regierungsbehörden darauf, dass die Umweltverträglichkeitsprüfungen online frei zugänglich gemacht werden und dass jeder dazu Stellung nehmen kann. Regierungen erlauben oft nur Anwohnern, sich zu UVP zu äussern, aber viele Projekte haben regionale oder globale Auswirkungen. Die Einschränkung von Kommentaren schliesst auch führende internationale Experten, z. B. Staudamm- oder Bergbauspezialisten, von der Abgabe kritischer Ratschläge aus.
  2. Bei den meisten Projekten ist mit Bestechung zu rechnen. Passen Sie Ihre Strategien entsprechend an. Viele Projekte, die niemals genehmigt werden sollten, werden durchgeführt, weil wichtige Entscheidungsträger heimlich von den Projektbefürwortern oder Landentwicklern bezahlt wurden. Diese Tatsachen müssen den Interessenvertretern, Journalisten und der allgemeinen Öffentlichkeit mitgeteilt werden, diese sind sich möglicherweise nicht der potenziell schwerwiegenden Auswirkungen von Korruption bei Entwicklungsprojekten bewusst.
  3. Bestehen Sie darauf, dass die Öffentlichkeit bereits in einem frühen Stadium des Genehmigungsverfahrens zu den Projekten Stellung nehmen kann, bevor ein Projekt an Fahrt gewinnt. Viele Entwickler versuchen, Projekte schnell durch das Genehmigungsverfahren zu schleusen. Daher kann es sein, dass zum Zeitpunkt, an dem die Öffentlichkeit Bedenken äussern kann, das Projekt praktisch eine vollendete Tatsache ist.
  4. Sofern finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, sollte darauf gedrängt werden, dass die Umweltverträglichkeitsprüfungen die Finanzierung vorsieht von
    a) detaillierten Erhebungen der Umweltwerte und der biologischen Vielfalt vor Projektbeginn,
    b) langfristiger Überwachung und die Wiederherstellung von Lebensräumen nach Abschluss des Projekts und
    c) Versicherungsschutz für unerwartete Projektkatastrophen.
  5. Seien Sie sich bewusst, dass zu viele Umweltverträglichkeitsprüfungen die Genehmigung von Projekten mit nur geringfügigen „Verbesserungen“ empfehlen. Solche Abhilfemassnahmen oder offset-Massnahmen können das Projekt schmackhaft erscheinen lassen, sind aber oft nur minimal wirksam. Fischtreppen an grossen Staudämmen und Wildtierunterführungen unter Autobahnen sind Beispiele für teure Massnahmen, die für störungsempfindliche Arten nur bescheidene Vorteile haben können. Autobahnunterführungen auf der malaysischen Halbinsel, zum Beispiel, werden von den am meisten gefährdeten Säugetierarten in diesem Gebiet, wie Tigern, Leoparden und Elefanten, weitgehend gemieden.
  6. Wir müssen viel öfter „Nein“ zu Projekten sagen. Viele vorgeschlagene Projekte sind einfach eine schlechte Idee, mit schwerwiegenden ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und Reputationsrisiken, die ihren potenziellen Nutzen übersteigen. Solche Projekte sollten lieber ganz gestrichen werden, als dass man sie trotz ihrer schwerwiegenden Nachteile weiterlaufen lässt.
  7. Beobachten Sie Ihre Regierung genau. Nur weil eine abgeschlossene Umweltverträglichkeitsprüfung bestimmte Abhilfemassnahmen empfiehlt, bedeutet das nicht, dass der Bauherr gezwungen ist, sie durchzuführen. Regierungsbehörden, die die Entwicklung beaufsichtigen, sind in der Regel überlastet und manchmal durch das grosse Geld hinter den Projekten geblendet. Regierungen arbeiten besser, wenn sie genau überwacht und geprüft werden.
  8. Nutzen Sie Ihr Fachwissen, um Umwelt- und Sozialgruppen zu unterstützen, die sich gegen unüberlegte Projekte wehren. Die meisten Umwelt- und Bürgerinitiativen sind überlastet und brauchen dringend finanzielle Hilfe und Freiwillige.

Fazit

Laurance schreibt: „Trauen Sie Umweltverträglichkeitsprüfungen nicht. Einige sind relativ stark und andere sind passabel. Aber viel zu viele basieren auf Dokumenten (standardisierter Text, der mit nur geringen Änderungen wiederverwendet wird) oder auf oberflächlichen Berichten, die bei näherer Betrachtung auseinanderfallen. Erwarten Sie, dass viele Umweltverträglichkeitsprüfungen voller Löcher sein werden, und Sie werden nicht erschreckt oder enttäuscht sein.“

Texte von Heidi übersetzt mithilfe von www.DeepL.com/Translator

Why environmental impact assessments often fail (PDF). Why environmental impact assessments often fail. William F. Laurance, Centre for Tropical Environmental and Sustainability Science, College of Science and Engineering, James Cook University, Cairns, Queensland 4878, Australia. THERYA, 2022, Vol. 13(1):67-72 – DOI:10.12933/therya-22-1181 ISSN 2007-3364 (aktuell noch nicht online verfügbar)

Bundesamt für Umwelt: Umweltverträglicheitsprüfungen (UVP)

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Swissmilk und ihre Märchen

14. Dezember 2021
Nicht das erste Mal: Falschinformation von Swissmilk & Co.

Nicht das erste Mal: Falschinformation von Swissmilk & Co.

Wenn es an Argumenten fehlt, dann wird in die Märchen-Trick-Kiste gegriffen oder im Klartext in die Lügen-Kiste. In der Werbung für Milch heisst es dann etwa, dass Milch die Knochen stark macht und gut für die Gelenke ist.

Aus dem Newsletter von Vision Landwirtschaft vom 13.12.21:

„Aktuell ist bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) eine Beschwerde von Pro Natura pendent. Bei Pro Natura ist die neuste Lovely-Kampagne der Schweizer Milchproduzenten mit Botschaften wie «Lovely fördert die Biodiversität» schlecht angekommen. Die Werbung ist irreführend, denn die Milchproduktion auf dem heutigen Produktionsniveau führt nachweislich zu einer grossflächigen Überdüngung von naturnahen Lebensräumen. Da der Schweizer Milchviehbestand schon heute weit mehr Futter braucht, als Wiesen und Weiden hergeben, kann die Werbung für mehr Milch nur das Gegenteil von dem bringen, was sie verspricht: nämlich mehr Kraftfutterproduktion (Futtergetreide) auf den inländischen Äckern, hohe zusätzliche Kraftfutterimporte und damit mehr Gülle und Ammoniak und damit weniger Biodiversität.

Die Schweizer Milchproduzentenorganisation (Swissmilk) hat nun Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Anschliessend ist die SLK am Zug. Der Entscheid der SLK wird für Februar 2022 erwartet. Man lässt sich also viel Zeit, länger als viele Werbekampagnen dauern.

Nach Swissmilk fällt auch Proviande mit irreführender Werbung auf. Dieser Newsletter beleuchtet die rechtliche Situation, die Beschwerdemöglichkeit bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) und die neusten Entscheide der SLK im Zusammenhang mit Landwirtschaftsprodukten. Eine Beschwerde zur Proviande-Werbung soll zeigen, ob auf diesem Weg dem verbreiteten Greenwashing Grenzen gesetzt werden können. Als problematisch stellt sich heraus, dass die SLK für die Beurteilung Monate benötigt – länger als viele Werbekampagnen dauern.“

Lesen Sie hier weiter: Greenwash bei Produzentenorganisationen. Newsletter Vision Landiwrtschaft vom 13.12.21

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Worauf es ankommt: Klimaupdate zur COP26 von Lukas Fierz

8. November 2021
Zunahme der CO2-Konzentratin, Mauna Loa Observatory

Zunahme der CO2-Konzentratin, Mauna Loa Observatory

An Informationen mangelt es nicht. Häppchenweise prasseln sie meist auf uns ein. Vieles ist schon geschrieben, kann einfach weitererzählt werden. Oft fehlt es an einer Einordnung, am Zusammenfügen zu einem grösseren Bild.

Der Arzt Lukas Fierz hat dies zum Klima bzw. zu COP26 getan, in 14 kurzen prägnanten Kapiteln, mit nur 1’750 Wörtern bzw. 12’839 Zeichen (mit Leerzeichen). Danke – eine hervorragende Zusammenfassung von Wesentlichem!

Hier seien nur die Zwischentitel seines Beitrags aufgeführt:

  • Worauf es ankommt
  • Das Pariser Abkommen
  • Stand heute
  • Artensterben
  • Klimazukunft
  • Alibimassnahmen
  • Folgen
  • Verdrängung des Todes
  • Schuldzuweisung
    … Und so sitzen wir denn wie alle anderen wohlstandsnarkotisiert in unserer Wachstums- und Konsumgesellschaft und wissen so wenig vom nahenden Ende, wie die glücklich wohlgenährten Truthähne und Gänse vor Thanksgiving und Weihnachten. 
  • Politischer Druck
  • Untaugliches Risikomanagment
  • Generationenproblem
  • Die Endlichkeit der Lebensgrundlagen
  • Was getan werden müsste

Liebe Leserin, lieber Leser, das ist ein Beitrag, den Sie lesen sollten, auch wenn Sie schon „alles“ über die Lage, in der wir stecken, wissen.

Worauf es ankommt: Klimaupdate zur COP26. Lukas Fierz, Blog Letting down Humanity 5.11.21

What matters in Climate politics – An update for COP26. Lukas Fierz, Blog Letting down Humanity 5.11.21

The exclusion of climate science from COP meetings. Andrew Glikson, Arctic News 4.11.21

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Morgen auf Zoom, 28.10.21 von 12 bis 13 Uhr: Vortrag Wildbienenförderung

27. Oktober 2021

Sandlinse in Kiesbeet zum Fördern von Wildbienen.

Sandlinse in Kiesbeet zum Fördern von Wildbienen.

Vortrag Wildbienenförderung 28.10.21

Naturnah gestaltete Grünräume im Siedlungsraum können einer beindruckenden Anzahl Wildbienenarten einen Lebensraum bieten. Bereits auf kleinen Flächen lassen sich mit gezielten Massnahmen zur Erhöhung des Blütenangebots und dem Erstellen von Nistgelegenheiten mehrere Dutzend Wildbienenarten fördern. Gleichzeitig sind solche blütenreichen Lebensräume auch für uns Menschen attraktiv anzuschauen.

In diesem Lunch Talk vermittelt Jonas Landolt einen Einblick in die breite Palette an Projekten zur Wildbienenförderung des Vereins «Natur im Siedlungsraum» (NimS). Er stellt verschiedene Wildbienenarten und ihre Lebensraumansprüche im urbanen Raum vor. Sie erhalten Tipps und Ideen zur Wildbienenförderung, die Sie auf dem Balkon, im Garten oder bei der Planung von Grünflächen umsetzen können.

Anmeldung für Zoom-Vortrag vom 18.10.21, 12 bis 13 Uhr

Newsletter NimS

Liebe Leserin, lieber Leser, abonnieren Sie doch gleich den Newsletter von NimS. Im neuesten sind zahlreiche interessante Informationen, so auch Tipps für den Garten:

  • Wiesen mähen
    Um im Frühling eine blütenreiche Wiese zu haben, sollte diese kurz in den Winter gehen und im Herbst ein zweites Mal geschnitten werden (Emdschnitt). 10-20% kann man als Rückzugsstreifen stehen lassen. Mähen natürlich nicht mit dem Fadenmäher (Video zu den Gefahren für Igel), sondern mit der Sense!
  • Stauden stehen lassen
    Vor allem samentragende Stauden wie Karden, Disteln und Königskerzen sollten stehen gelassen werden. Sie werden im Winter gerne von Distelfinken besucht und sind Überwinterungsorte für Insekten beziehungsweise deren Eier und Larven.
  • Hecken zurückschneiden und Asthaufen erstellen
    Wenn das Laub heruntergefallen ist, können die Sträucher zurückgeschnitten und mit dem Schnittgut ein Versteck für Igel gebaut werden. Auch das Laub lässt sich gleich verwenden.

Wildbienen-Kartenserie

Wildbienenkartenset: 1 von 5 Sujets

Wildbienenkartenset: 1 von 5 Sujets

Mit 5 ausgewählten Wildbienenfotos hat der Verein NimS eine Kartenserie kreiert.

Hier gehts zu weiteren Informationen und zum Bestellformular.

«Natur im Siedlungsraum» (NimS)

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Jane Fonda über den Kampf gegen den Klimawandel

24. Oktober 2021
Auswirkungen, z.B. wird das Wetter unberechenbarer. Einmal zu viel Schnee - einmal zu wenig.

Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen, z.B. wird das Wetter unberechenbarer. Einmal zu viel Schnee – einmal zu wenig.

Jane Fonda: „Denken Sie daran: Das Heilmittel gegen Verzweiflung sind Taten. Und wenn Sie selbst etwas riskieren, wer weiss, wen Sie dann noch inspirieren können?“ Eine noch nie dagewesene Anzahl von uns müsse sich erheben und unerbittlichen Druck auf die Staats- und Regierungschefs ausüben, die nächsten Monat am Cop26-Gipfel in Glasgow teilnehmen werden. Wir seien die letzte Generation, die noch die Chance habe, einen Kurswechsel zu erzwingen, der Leben und Arten in grossem Umfang retten könne.

Jane Fonda on the climate fight: ‘The cure for despair is action’. The Guardian 23.10.21

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Gewässerräume: Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes knapp verhindert!

4. Oktober 2021

Landwirtschaftsvertreter versuchen immer wieder, den Kompromiss zur zurückgezogenen Volksinitiative der Fischer "Lebendiges Wasser" weiter zu verwässern.

Landwirtschaftsvertreter versuchen immer wieder, den Kompromiss zur zurückgezogenen Volksinitiative der Fischer „Lebendiges Wasser“ weiter zu verwässern.

Nationalrat Werner Hösli SVP hatte am 27.9.19 die Motion 19.4374 eingereicht: Gewässerräume. Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen:

Der Bundesrat ist angehalten, das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer wie folgt anzupassen: In nicht kantonal oder national geschützten Gebieten und Landschaften ausserhalb der Bauzone kann die Grösse des Gewässerraumes verkleinert werden, wenn:

  1. die geografischen und topografischen Verhältnisse dermassen sind, dass der Landwirtschaft resp. dem einzelnen Landwirtschaftsbetrieb ein übermässiger Anteil der ertragreichen Futtergrundlage entzogen wird,
  2. die Düngung im reduzierten Gewässerraum nur mit festem natürlichem Dünger erfolgt und auf die Ausbringung von Gülle und künstlichem Dünger sowie auf den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden verzichtet wird.

Voilà! Einmal mehr sollte der Gewässerschutz geschwächt werden bzw. der Kompromiss zur zurückgezogene Volksinitiative Lebendiges Wasser verwässert werden. Beachten Sie dazu die am Schluss des Beitrags verlinkten Artikel von Heidi.

  • Bundesrat
    Der Bundesrat beantragte am 22.11.19 die Ablehnung der Motion.
  • Änderung Motion
    Ziffer 2 der Motion wurde am 14. Januar 2021 von Ständerat Stark zurückgezogen.
  • Ständerat
    Der Ständerat nahm die Motion am 9.3.21 mit 26 : 18 Stimmen an.
    Roberto Zanetti, Ständerat SP Solothurn: „Ich finde, ehrlich gesagt, wenn wir jetzt mitten im Spiel die Spielregeln änderten, dann wäre das gegenüber den Kantonen relativ unfair. Dann würden alle Eigentümer, die vielleicht unzufrieden sind, neue Hoffnung schöpfen. Das würde eine Lawine von Verfahren nach sich ziehen. Das würde die ganze Sache einmal mehr blockieren, weil sich jeder Vorteile verspricht, und das würde insbesondere das seinerzeitige Ehrenwort gegenüber den Initiantinnen und Initianten der Volksinitiative „Lebendiges Wasser“ kompromittieren.“
  • Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie
    Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie vom 24. August 2021 beantragt die Annahme von Ziffer 1 mit 13 : 12 Stimmen
  • Nationalrat
    Am 30.9.21 hat der Nationalrat die Motion mit 84 : 100 Stimmen und 1 Enthaltung versenkt.
    Martina Munz, Nationalrätin S Schaffhausen: „Die Revision des Gewässerschutzgesetzes geht auf die Volksinitiative „Lebendiges Wasser“ von 2007 zurück. Aufgrund der Einführung der Gewässerräume wurde die Initiative zurückgezogen. Seither wurde das Gewässerschutzgesetz bereits zweimal abgeschwächt und flexibilisiert, um den Bedürfnissen der Landwirtschaft entgegenzukommen. Gemäss Aussage der Kantone ist das Gesetz jetzt gut anwendbar.“
    Simonetta Sommaruga, Bundesrätin:Alle reden von Biodiversität, doch mit dieser Motion machen Sie gerade das Gegenteil von Biodiversität. Die Motion läuft den Anstrengungen von Bund und Kantonen bezüglich der Förderung der Biodiversität, aber auch der Förderung der Wasserqualität und eines nachhaltigen Hochwasserschutzes zuwider. Sie geht in die andere Richtung. Ich bitte Sie deshalb, diese Motion abzulehnen.“

Eine erneute Beschneidung des minimalen Gewässerraums ist damit vom Tisch. Für einmal konnte sich die Bauernlobby nicht behaupten.

19.4374 Motion vom 27.9.19: Gewässerräume. Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen. Werner Hösli, Nationalrat SVP

Debatte Ständerat vom 9.3.21: 19.4374 Motion Hösli Werner. Gewässerräume. Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen

24.08.2021 – Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (pdf)

Debatte Nationalrat vom 30.9.21: 19.4374 Motion Hösli Werner. Gewässerräume.  Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen

Das grosse Puff mit den Pufferstreifen am Wasser: Kein Ende in Sicht. Heidis Mist vom 7.1.21

Gewässerschutzverordnung Art. 41a Abs. 5 Bst. d: Es kam wie es kommen musste! Heidis Mist vom 25.11.20

Bauern fordern: Kein Gewässerraum für 80% der Bäche. Heidis Mist vom 19.8.16

Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes verhindern! Heidis Mist 27.7.16

Der Acker rückt näher an den Bach, Heidis Mist 29.5.13

Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse!, Heidis Mist 11.6.13

„Harmonisierte“ Pufferstreifen an Gewässern, Heidis Mist 25.5.14

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Auenwälder, wo sind sie geblieben?

22. September 2021
Der Leipziger Auwald - ein Nachruf? Video 1:34:19 NuKLA e.V. 13.1.2

Der Leipziger Auwald – ein Nachruf? Video 1:34:19 NuKLA e.V. 13.1.21

Gerade eingetroffen ist der folgende Brief. Was sich darin auf Deutschland bezieht, gilt auch für die Schweiz:

Liebe Freundinnen und Freunde der lebendigen Bäche und kleinen Flüsse (diesmal bis hin zu den grossen)

Wer sich auf Google Earth z.B. durch Deutschland bewegt, erkennt das Ausmass menschlicher Eingriffe und erschrickt. Gewässerbegleitende Bäume fehlen weitgehend, ganz zu schweigen von früher vorhanden gewesenen Auwäldern. Hinsichtlich Erosionsminderung, Biodiversitätswiedergewinnen bis zum Abwenden von Klima-bezogenen Schäden bleibt viel zu tun – oft genug muss überhaupt erst damit gestartet werden.

Da ist es interessant, „von der anderen Seite“ zu kommen, aus Bereichen, in denen Auwald (noch) vorhanden ist. Eine solche Stelle ist der Leipziger Auwald, ebenfalls durch Wasserbau stark beeinflusst, aber verbesserungsfähig.

So leite ich die Einladung zum diesjährigen Auensymposium des Vereins NuKLA, Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald, weiter – s. unten.

Wer vom 6. bis 9. Oktober nicht nach Leipzig reisen kann, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung per Livestream zu verfolgen, Link dazu ebenfalls unten.

Herzlich grüsst

Ludwig Tent, Wedel
[Mein Blog, gelegentlich kleine Neuigkeiten]
http://osmerus.wordpress.com

[Gewässerschutz für Bäche und kleine Flüsse]
www.salmonidenfreund.de

Das Symposium

Heidi ist sicher, dass auch SchweizerInnen aus dem Reichtum von gesammeltem Wissen lernen können.

Das Symposium vom 6. bis 8.10.21 findet nicht nur in Präsenz sondern auch zusätzlich als live-Stream statt: über den Youtube Kanal der Organisatoren NuKLA kann alles live verfolgt werden!

Dafür reicht es aus, den NuKLA Youtube-Kanal zu abonnieren (oder einfach hineinzuschauen):

https://www.youtube.com/channel/UCExdVCs2g4CiyLRLG22JMdw .

Mit dieser Registrierung bekommt man, unabhängig vom Symposium, immer dann ein Signal, sobald auf unserem Kanal etwas Neues erscheint.

Hier geht es zum Programm des Symposiums: https://www.nukla.de/programm-2021/
und hier zu den Dokumentation früherer Symposien: https://www.nukla.de/auenoekologiesymposium/

Wer ist NuKLA?

NuKLA e.V. und das Aueninstitut Lebendige Flüsse formulieren Forderungen für den Schutz und die Entwicklung des Flora-Fauna-Habitat-(FFH)Gebiets “Leipziger Auensystem”

Natur ist komplex. Und oftmals ist es schwer, die komplexen Vorgänge in der Natur mit wenigen Worten zu beschreiben. Aber auch menschliche Gesellschaften sind nicht einfach. Im Naturschutz kommen beide Themen zusammen und so wird es noch schwieriger.

Dennoch haben wir, NuKLA e.V. und das Aueninstitut Lebendige Flüsse, uns der Aufgabe gestellt, unsere Forderungen betreffs des FFH-Gebietes “Leipziger Auensystem” für unsere Mitglieder, Förderer, Freunde, Partner, aber auch sonstige Interessierte sowie für Menschen, die sich mit dem Leipziger Auensystem beruflich befassen, zusammenzutragen.

Mögen unsere Forderungen dazu beitragen, dass der Schutz des FFH-Gebietes “Leipziger Auensystem” in Zukunft noch verbessert werden wird.

Lesen Sie hier weiter: Wir fordern für den Schutz und die künftige Entwicklung des FFH-Gebiets „Leipziger Auensystem“

22.9.21 HOME

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Ferien?

14. August 2021
Beobachten und entdecken ...

Beobachten und entdecken …

Arbeiten, ernten, essen, konservieren ...

Arbeiten, ernten, essen, konservieren …

Ferien? Nein! Aber Gartenarbeit, konservieren, beobachten und lesen, z.B.: Flora, Fauna, und … Funga? Der Fall für ein drittes ‚F.‘. Pilze sind für reiche und nachhaltige Ökosysteme von grundlegender Bedeutung. Aber sie sind immer noch nicht ausdrücklich gesetzlich geschützt.

Chile ist einzigartig in seinem rechtlichen Engagement für diese sporenproduzierenden Organismen. Als taxonomische Gruppe sind Pilze sowohl allgegenwärtig als auch vielfältig und umfassen Schimmelpilze, Hefen, Pilze und eine Vielzahl anderer Organismen. Ausserdem werden sie bei den weltweiten Schutzbemühungen weitgehend vernachlässigt. Von den schätzungsweise 2,2 bis 3,8 Millionen Pilzarten auf der Erde wurden etwa 450 von der International Union for Conservation of Nature (Internationale Naturschutzunion) für die Aufnahme in die Rote Liste der bedrohten Arten bewertet, ein gross angelegter Versuch, den Erhaltungszustand von Arten auf der ganzen Welt zu erfassen. Gruppen wie Säugetiere, Vögel und Amphibien sind vollständig oder fast vollständig bewertet worden, während Pilze weniger als ein Prozent aller bisherigen Bewertungen ausmachen.

Lesen Sie weiter: Flora, Fauna, and … Funga? The Case for a Third ‘F.’ Jonathan Moens, Undark vom 9.8.21

14.8.21 HOME

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Raubtiere im Garten … (2)

6. August 2021

Katze zwischen zwei Kartoffelfurchen auf dem Weg zum gestrigen Scheissplatz. Unter einem wuchernde Brombeertrieb durch.

Katze heute um halb fünf Uhr zwischen zwei Kartoffelfurchen auf dem Weg zum gestrigen Scheissplatz. Unter einem wuchernde Brombeertrieb durch.

Die beiden bereits vorgestellten Raubtiere in Heidis Garten sind unschuldig, was die hinterlassene Scheisse der Nacht vom 5. auf den 6.8.21 betrifft. Hier im Bild eine Schwester oder ein Bruder der Katze mit viel Weiss.

Per Mail eingetroffen ist folgender Link mit der Bemerkung: “ 1,6 Mio Katzen, eine halbe Mio Hunde. Eine typische Wohlstandsverirrung. Die Menge Abfall. Und das ganze Geschäft der Züchtung, ganz schlimm.

Jährlich geben wir 1,5 Milliarden Franken für Haustiere aus

So viel sind uns Katzen und Hunde wert.

Was wäre ein grosser Haustier-Report, ohne die Kosten für unsere Vierbeiner unter die Lupe zu nehmen. Im Gegensatz zu anderen Branchen kennt der Haustierbedarf keine Krise. Blick vom 19.10.20

Raubtiere im Garten …

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Gestern auf der Alp …

13. Juli 2021

Diese Woche eine kleine Bergwanderung? Die Wettervorhersage zeigte Montag (12.7.21) als einzigen Tag ohne Regen. Also los – auf die Alp Novai bei Klosters.

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Kühe auf dem 2013 fahrtauglich gemachten weiteren Weg zur Alphütte Novai

Strukturverbesserung ...

Strukturverbesserung … Wie wird die Weide künftig aussehen?

Vorne bestehende Weide, hinten strukturverbessert.

Vorne bestehende Weide, hinten strukturverbessert.

Oberhalb der Alp Novai in einer kleinen Waldlichtung am Steilhang Blumen- und Insektenpracht.

Ein Gelber Vierfleckbock verpflegt sich auf einer Blütendolde.

Ein Gelber Vierfleckbock verpflegt sich auf einer Blütendolde.

Hier und dort sonnt sich ein Heugümper.

Hier und dort sonnt sich ein Heugümper.

Schmetterling auf schon zerfressener Storchenschnabelblüte

Schmetterling landet auf zerfressener Storchenschnabelblüte

Biodiversität: Natur-Wunder und -Wunden. Heidis Mist vom 31.8.13

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