Posts Tagged ‘Artenvielfalt’

Jammern auf Vorrat: Die SVP im Energie-Chabis

21. September 2022
Energie ... energisch ...

Energie … energisch …

NaNa.

Nachdem die SVP (und die FDP) seit Jahrzehnten den masslosen Verbrauch von Oel und Gas propagiert (Autolobby) und alle Energie-Sparmassnahmen (Erneuerbare) verhindert hat: 2021 hat die SVP plötzlich das Thema Energie erfunden!

Die Energiestrategie 2050 ist gescheitert. Referat Pierre-André Page, Nationalrat, Châtonnaye vom 22.11.21:
…Und es gibt Lösungen. Ja, Schweizer Lösungen. SVP-Lösungen, wie nachfolgende Beispiele zeigen:

  • Mit der Hilfe des Bundes, der Kantone und der Gemeinden sind die Gebäudeisolierungen zu verbessern, um Energieverlust zu vermeiden.
  • Die bestmöglichen Technologien zur Speicherung überschüssiger Energie sind zu finden.
  • Alle vorhandenen Wärmequellen sind zu nutzen: Biomasse, Abwasser oder Geothermie.
  • Beim Ersatz fossiler Brennstoffe durch energieintensivere Wärmepumpen ist Vorsicht walten zu lassen.
  • Unsere gesetzlichen Vorschriften sind anzupassen, um zu verhindern, dass die Grünen und Schutzorganisationen Projekte wie die Erhöhung unserer Staudämme verhindern – ein Widerstand, welcher im Namen des Umweltschutzes die Nutzung unserer Umweltressourcen blockiert.

Und 2022 wird gejammert: Frau Sommaruga, die Umweltschutzverbände, die Status S-Flüchtlinge, und uiui die Ernährungssicherheit!

Nein zum Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative – die Fehler der Energiestrategie dürfen sich nicht wiederholen. Medienmitteilung der SVP 3.9.22

Verordnungsentwürfe zu Verboten und Verwendungsbeschränkungen sowie zur Kontingentierung im Bereich Gas. Stellungnahme der SVP zur Vernehmlassung 14.9.22

Alle Anderen sind schuld an eventuellen Knappheiten! Ein Strom-General muss her!

Der Alpöhi meint: „Die SVP müsste Heidis Artikel zu Selbstversorgung, Fleisch, Biodiversität, Nitrat und Pestiziden im Wasser sowie weitere durch die Landwirtschaft verursachte Umweltproblemen usw. lesen … und sich besser über die Realität informieren. Einer Umweltschutzorganisation beitreten, das wäre auch eine gute Möglichkeit, von den SVP-Träumen in die Wirklichkeit zu fallen. Eigentlich erstaunlich, dass die Partei, die vorgibt, die Bauern zu vertreten, so naturfeindlich ist.“

Stickstoff: Globale Überdosis

20. September 2022
Veröffentlichungen: WDR 5 Quarks, Quarks Storys, WDR ZeitZeichen, Deutschlandfunk Nova, Deutschlandfunk.

Veröffentlichungen von Anne Preger bei: WDR 5 Quarks, Quarks Storys, WDR ZeitZeichen, Deutschlandfunk Nova, Deutschlandfunk.

Eine Leserin hat Heidi auf dieses Buch aufmerksam gemacht.

Die Erde leidet an vielen menschlichen Eingriffen. Die Wissenschaftsjournalistin Anne Preger hat in ihrem Buch Globale Überdosis die Rolle des Stickstoffs untersucht. Unter anderem war sie dafür als Journalist in Residence am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) in Berlin. Während ihrer Zeit am MPIWG hat Anne die Geschichte der Stickstoffgewinnung für die Nahrungsmittelproduktion und Kriegsführung erforschen und wie die menschliche Nutzung von Stickstoff die heutige Welt prägt.

Stickstoff im Überfluss verschmutzt Luft und Wasser, greift die Ozonschicht an, macht Menschen krank und vernichtet Artenvielfalt. Wie es zu der globalen Überdosis gekommen ist, was der 2. Juli 1909 damit zu tun hat und was wir konkret dagegen tun können, erklärt Anne Preger in ihrem Buch.

Buchbeschreibung: „Wir überdüngen den Planeten mit Stickstoff. Eigentlich waren alle biologisch nutzbaren Formen des Elements über Milliarden von Jahren eine heiss umkämpfte Mangelware. Um an sie heranzukommen, haben sich Pflanzen und andere Organismen einige Tricks einfallen lassen. Doch vor allem eine Erfindung aus Deutschland hat die Lage seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts drastisch verändert, und inzwischen herrscht statt Mangel ein fataler Überfluss! Zum Glück gibt es nachhaltige Lösungsansätze – und das Beste daran: Wer dieses Problem angeht, schützt nicht nur die Biodiversität und das Klima, sondern gleichzeitig auch die menschliche Gesundheit und hat die Chance, sogar den Welthunger zu besiegen.“

Globale Überdosis. Quadriga Verlag

Anne Preger, RiffReporter, die Genossenschaft für freien Journalismus eG

Globale Überdosis. Stickstoff – die unterschätzte Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Hörwelten

Vater Muggli inspiziert die Alp Gummen

19. September 2022
Von Alpschweinen geschälte Wurzel im Wald.

Von Alpschweinen geschälte Wurzel im Wald.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Beitrag von Heidi Vater Muggli und die Sechstel-Alpschweine oder Alpschweine erobern den Grillplatz… Kürzlich kam Vater Muggli erneut auf der Alp Gummen vorbei und schickte Heidi Fotos.

Liebe Heidi

Heute wanderte ich wieder einmal über die Haggenegg und schaute mir die von den Schweinen geschälten Tannen im Wald an. Erstaunlich, alle Bäume leben noch. Die Schweine waren diesen Sommer nicht mehr im Wald. Schweine hat’s und zugeführtes Getreide hat’s immer noch viel.

Beste Grüsse aus den Bergen

Vater Muggli

Am Waldrand und in der angrenzenden Weide wühlten die Schweine, gruben Steine aus. An intensive Bewirtschaftung ist nicht mehr zu denken. Doch für die Artenvielfalt könnte die steinige Fläche gut sein.

Am Waldrand und in der angrenzenden Weide wühlten die Schweine, gruben Steine aus. Seit die Schweine nicht mehr Zugang zu diesen Flächen haben, sind zwischen den Steinen Pflanzen gewachsen. Der Boden ist nicht mehr kahl. An intensive Bewirtschaftung ist jedoch nicht mehr zu denken. Doch für die Artenvielfalt könnte die steinige Fläche gut sein.

Alpkäse, Alpschwein, Mythen Cordon bleu, Alpgottesdienst … Blackenweiden! Heidis Mist vom 21.7.21

Vater Muggli und die Sechstel-Alpschweine. Heidis Mist vom 6.9.20

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ (3). Heidis Mist vom 24.8.20

Alpschweine erobern den Grillplatz. Heidis Mist vom 8.6.20

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ (2) Heidis Mist vom 31.5.20

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ Heidis Mist vom 28.4.20

Motten sind wichtiger für die Bestäubung als bisher angenommen

28. August 2022

Die Rolle von Motten bei der Bestäubung wurde bisher übersehen. Die meisten Studien, die sich mit Pflanzen und Insektenbestäubern befassten, konzentrierten sich auf eine kleine Anzahl von Bienenarten, was bedeutet, dass die Beobachtungen fast ausschliesslich tagsüber stattfanden.

Mit 15 Zeitrafferkameras haben Jamie Alison von der Universität Aarhus in Dänemark und seine Kollegen einen ganzen Sommer lang 24 Stunden am Tag aufgezeichnet, was auf einer Wiese in den Schweizer Alpen passiert. Das Team hat herausgefunden, dass 34 Prozent der Besuche beim Rotklee (Trifolium pratense) auf Motten zurückzuführen sind. Solche Pflanzen produzierten zudem mehr Samen. Der Grosse Gelbe Feuerfalter (Noctua pronuba) war der Nachtfalter, der hauptsächlich für die Blütenbesuche verantwortlich war.

In mehr als einem Jahrhundert Forschung über die Bestäubung von Rotklee wurde dieser Beitrag jedoch bisher nicht erwähnt.

Alison sagt: „Dies ist nur eine einzige Pflanzenart, aber sie war bereits Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Wir glauben, dass wir die ersten sind, die den nächtlichen Besuch von Rotklee sorgfältig aufzeichnen, und wir sehen den Besuch von Motten. Ich würde wetten, dass die Motten Hunderte von weniger bekannten Blumenarten in ganz Europa bestäuben.“

Moths complement bumblebee pollination of red clover: a case for day-and-night insect surveillance. Jamie Alison et al. Biology Letters, DOI: 10.1098/rsbl.2022.0187

Bestäubung von Rotklee in Städten besser

Blütenpflanzen werden in Städten besser bestäubt als im Umland. Das haben Untersuchungen von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Halle-Wittenberg und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) mit Rotklee-Topfpflanzen gezeigt. Der Schweizer Bauer berichtete am 6.2.20 darüber. Der letzte Absatz lautet:

Vermutlich kämen die Bienen aber auch mit den gesamten Lebensbedingungen dort besser zurecht als andere Insektengruppen. „Ich war wirklich erschüttert, wie durchgehend schlecht die Bestäubungsleistung im Agrarland war“, erklärte Studienleiter Prof. Robert Paxton. Aus anderen Studien sei bekannt, dass gerade Wildbienen besonders anfällig für Pflanzenschutzmittel seien. Das könnte nach Ansicht des Wissenschaftlers auch erklären, weshalb deren Vielfalt auf dem Land geringer sei als in der Stadt, wo Insektizide kaum eine Rolle spielten.

Kunstlicht: Gefahr für Nachtbestäuber

Heidi berichtete am 23.11.17 über Auswirkungen von Kunstlicht: Gefahr für Nachtbestäuber, Gesundheit, Vegetation, Zugvögel … Mangelnde Bestäubung und entsprechend geringere Erträge haben viele Ursachen. Pestizide sind eine, aber auch Lichtsmog kann sich negativ auswirken. Zwischen 2012 und 2016 nahm der beleuchtete Aussenraum um 2% pro Jahr zu. Wissenschaftler sagen, dass der Verlust an Nacht in vielen Ländern negative Konsequenzen für Flora, Fauna und das Wohlbefinden der Menschen habe.

Eine in Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass Kunstlicht die Bestäubung durch nachtaktive Insekten reduziert.
Artificial light at night as a new threat to pollination, Nature, 10.8.17.

Das Honigbienen-Dilemma

17. August 2022
Diese Erdbiene hatte Heidis Kakteentopf als Wohnstädte ausgesucht, schleppt fleissig ausgeschnittene Teile von Rosenblättern in die Höhle.

Diese Blattschneiderbiene hatte Heidis Kakteentopf als Wohnstädte ausgesucht, schleppte fleissig ausgeschnittene Teile von Rosenblättern in die Höhle.

Heidi hat im Beitrag Es summen die Bienen … geschrieben, dass man die kleine Inlandproduktion von Honig erhöhen könnte, denn sie beträgt nur ein Drittel des Bedarfs. Dies muss aber sorgfältig geplant sein, wenn man den weiteren 570 Bienenarten, die in der Schweiz leben, nicht schaden will.

Honigbienen gelten als Botschafterin einer intakten Land(-wirt)schaft und werden als Bestäuberin in Wert gesetzt. Sie sind Generalistinnen. Dies im Gegensatz zu den Wildbienen, welche im Extremfall auf eine einzige Pflanze als Pollenlieferantin angewiesen sind. So braucht zum Beispiel eine sich selbst erhaltende Population der Knautien-Sandbiene mit 50 Weibchen für sich alleine knapp 1’000 Pflanzen der Feld-Witwenblume. Und wo in unseren eintönig grünen Wiesen findet man noch so viele Witwenblumen? Je nach wissenschaftlicher Studie und Gegend der Untersuchung sind die Wildbienen für die Bestäubung landwirtschaftlicher Kulturen sogar wichtiger als die Honigbienen.

Boomende Stadtimkerei

Die Präsidentin des Vereins Natur im Siedlungsgebiet (NimS), Christine Dobler Gross hat in ihrem Kommentar zu Heidis Bienenbericht von gestern auf eine Seite der Bienenfachstelle des Kantons Zürich verwiesen, wo zu lesen ist, dass Städte artenreichen Wildbienengemeinschaften einen Rückzugsraum bieten und ein enormes Potenzial für die Wildbienenförderung bergen. Mit dem Trend zur Stadtimkerei werden seit gut zehn Jahren immer mehr Honigbienen in Siedlunsgebieten gehalten. Eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt, dass die aktuelle Honigbienenpopulation das begrenzte Blütenangebot in der Stadt Zürich schon jetzt stark übernutzt und dadurch die Wildbienen konkurrenziert.

Die Biodiversitätskrise

Die Artenvielfalt ist weiterhin im Sinkflug. Nicht allein, aber massgeblich daran schuld ist unsere intensive Landwirtschaft. Die blumenreichen Wiesen sind längst verschwunden, Landschaften ausgeräumt, Pestizide allgegenwärtig, selbst auf Alpen werden Herbizide zur Bekämpfung von „Unkräutern“ wie Farnen und Brennnessel gespritzt.

Konkurrenz zwischen Honig- und Wildbienen vermeiden

Der Verein IG Wilde Biene in Zürich verweist auf Die 12 wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zur Konkurrenz-Situation zwischen Honigbienen und Wildbienen. Heidi zitiert aus einer in Science veröffentlichten Studie von Jonas Geldmann and Juan P. González-VaroScience, beide University of Cambridge, übersetzt und zusammengefasst von IG Wilde Biene:

„Die Autoren betrachten die Schädigung der Wildbienen durch Wirtschaftsvölker der Honigbiene als erwiesen. Sie sprechen von der Verbreitung von Erregern durch Honigbienen sowie von der Nahrungs-Konkurrenz, insbesondere nach der Blüte der Nutzpflanzen im industrialisierten Agrarraum (Trachtlücken). Sie verweisen ausserdem auf den falschen Kontext, der – auch von mangelhaft informierten NGOs – zwischen dem Honigbienen-Sterben und ökologischen Aspekten hergestellt wird: Für Geldmann & Gonzáles-Varo handelt es sich dabei nicht um Fragen umweltpolitischer sondern ausschliesslich landwirtschaftlicher Bedeutung. Sie verlangen, dass die Bienenzucht als landwirtschaftliche Errungenschaft wahrgenommen und nicht mit dem Erhalt von Wildtieren vermischt wird.

Die Autoren anerkennen die Bedeutung der Honigbiene im Agrarraum, aber sie fordern, dass auch dort die Konkurrenz mit Wildbienen berücksichtigt wird. Dies, so die Autoren, müsse über differenzierte Einschätzungen erfolgen, wo und in welcher Dichte Honigbienen die benötigte Bestäubungsleistung an Massenkulturen erbringen können, ohne Wildpflanzen sowie Wildbestäuber zu schädigen. Ausdrücklich zu berücksichtigen sei bei diesen Bewertungen die natürlich bestehende Bestäubungsleistung durch anwesende Wildbestäuber.

Geldmann & Gonzáles-Varo setzen voraus, dass Europa dem amerikanischen Beispiel angepasster imkerlicher Praxis während der Blühlücken im Agrarraum wird folgen müssen, da Honigbienen während solcher Phasen am intensivsten mit den Wildbestäubern konkurrieren. Bienenstände müssen von blütenarmen in blütenreichere Räume bewegt und Bienenvölker (bspw. durch frühzeitige Entnahme des Honigs) erkleinert werden.“

Auf der Basis solcher Studien sollte eine allfällige Förderung der Honigbiene stattfinden.

Direktzahlungsverordnung Art. 14a

Der Bund will die Biodiversität im Ackerbaugebiet fördern. Besonders hier sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Arten ausgestorben oder heute vom Aussterben bedroht. Dazu hat er den „Art. 14a Anteil an Biodiversitätsförderflächen auf Ackerfläche“ in die Direktzahlungsverordnung aufgenommen. Betriebe mit mehr als 3 Hektaren offener Ackerfläche in der Tal- und Hügelzone müssen zur Erfüllung des erforderlichen Anteils an Biodiversitätsförderflächen mindestens 3,5 Prozent der Ackerfläche in diesen Zonen als Biodiversitätsförderflächen ausweisen. Die Inkraftsetzung dieses Artikels wird wegen des Ukraine-Kriegs um ein Jahr auf 2024 verschoben.

Die Artenvielfalt im verarmten Ackerbaugebiet sollte künftig also zunehmen, vielleicht so viel, dass die Honigbienenhaltung verstärkt werden kann.

Eisiger Wind bläst …

Es gibt „Volksvertreter“, welche offenbar die Artenvielfalt als überflüssig erachten. Einer davon ist der Bergbauer, Präsident des Kälberzüchter-Verbands und SVP-Nationalrat Marcel Dettling. Er ist überzeugt, dass „Die Zeit des Schmetterling-Zählens“ vorbei ist. Seine Haltung ist nicht neu, aber der Ukraine-Krieg hat den eifrigen Politiker beflügelt. Er will zusammen mit SVP-Nationalrätin Esther Friedli mit einer neuen Initiative Gegensteuer geben. Der Selbstversorgungsgrad soll auf mindestens 60 Prozent steigen. Und die Viehwirtschaft soll gestärkt werden. Dies berichtete der Blick am 15.8.22.

Eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrades wäre problemlos möglich, wenn die KonsumentInnen endlich auf die Wissenschaft und Gesundheitsempfehlungen hörten und nur noch einen Drittel des heute konsumierten Fleisches essen würden, dafür mehr pflanzliches Eiweiss konsumierten. Hoffen auf die vernünftigen Bauern? Tierbestände gehen nur ganz leicht zurück, steigen etwa beim Huhn, das mit viel importiertem Futter ernährt wird. Die Schweineproduzenten (ebenfalls viel importiertes Futter, das direkt vom Menschen gegessen werden könnte) klagen einmal mehr (Schweinezyklus) über tiefe Preise.

Die Umweltbelastung aus der Tierhaltung (Ammoniaemissionen, Nitrat im Grundwasser, überdüngte Gewässer, Wälder, Naturschutzgebiete) ist hoch. Die Tierproduktion belegt zudem ausgedehnte ackerfähige Böden für die Futterproduktion. Beim Getreide sieht man den Zweck der Äcker nicht, aber die Maisäcker sind grösstenteils NICHT für Polenta und Mais-Chips. Und massenhaft weiden Rindviecher auf Wiesen, die volkswirtschaftlich sinnvoller als Äcker genutzt würden.

Heidi meint: „Wir müssen uns vehement für eine umweltschonende Landwirtschaft einsetzen und den engstirnigen Politikern die Stirn bieten, denn es ist unsere Lebensgrundlage, die wir verteidigen.“

Nahrungskonkurrenz zwischen Honig- und Wildbienen. Bienenfachstelle Kanton Zürich

Konkurrenz zwischen Honigbienen und Wildbienen – Die 12 wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zur Konkurrenz-Situation zwischen Honigbienen und Wildbienen. IG Wilde Biene

Conserving honey bees does not help wildlife – High densities of managed honey bees can harm populations of wild pollinators. Jonas Geldmann and Juan P. González-Varo, Science (6374), 392-393.359 26.1.18, DOI: 10.112

Mehr Nahrungsmittel – weniger ökologisch: SVP lanciert neue Bauern-Initiative. Blick 15.8.22

Es summen die Bienen … Heidis Mist 16.8.22

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FiBL-Alpvisite 2022 im Muotathal

11. August 2022

Heute in einer Woche, am Donnerstag, 18. August 2022, 9.00 bis 16.00 Uhr, findet auf der Alp Wasserberg im Muotathal SZ die FiBL-Alpvisite 2022 statt. Sie gibt Einblick in den Umgang mit Problempflanzen auf dem Alpbetrieb mit vier Stafeln, Sömmerung von Milchkühen, Kühen mit Käserei und Jungvieh auf den abgelegenen Weiden und den Arbeitsaufwand für den Unterhalt der Alp. Problempflanzen sind der Schwerpunkt; Biodiversität, Flora und Fauna werden einbezogen.

Kursleiter ist der erfahrene Fachmann Franz Josef Steiner vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL).

Im Trailer zum künftigen Film äussert sich die Älplerin klipp und klar zum Herbizideinsatz auf Alpen: „Für mich got eifach nöd zäme, wenn du wotsch Alpchäs mache und dä för so guet und gsund apriesisch und denn gosch go sprütze. Das got für mich überhaupt nöd zäme und das wär jetzt öb biologisch oder nöd…“

Trailer Alpvisite, sehr eindrücklich!

Hier finden Sie alle Informationen zum Anlass, inkl. Link zum Anmeldeformular FiBL- Alpvisite 2022 im Muotathal

Das Programm ist vielversprechend!

Das Programm ist vielversprechend!

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Biodiversität: Vielfalt schmeckt, Vielfalt schützt

10. August 2022
verschiedenen Rassen wird in Myrte eingewickelt, was ihm einen besonderen Geschmack gibt. Früher dienten die Myrtenzweige als Verpackung für den Transport.

Der Mozzarella aus Milch von verschiedenen Rassen wird in Myrte eingewickelt, was ihm einen besonderen Geschmack gibt. Früher dienten die Myrtenzweige als Verpackung für den Transport.

Eine Bekannte schrieb Heidi, dass sie regelmässig Filme auf ARTE schaue. Nun ja, besonders im Sommer bleibt für solche Vergnügen wenig Zeit, aber gestern kam Heidi kaum noch vom Bildschirm weg, denn die Beiträge in der Serie „Roots“ zeigten unglaublich viel wunderbare Landwirtschaft. Also blieben die geernteten Tomaten in der Küche liegen; das Saucekochen wurde vertagt.

Heute schaute sich Heidi den Film Biodiversität: Vielfalt schmeckt, Vielfalt schützt an. Diesen will sie Ihnen heute vorstellen, weil er besonders faszinierend ist. Für eilige LeserInnen sei der Programmtext angefügt.

Artensterben betrifft nicht nur Tiere. Im 20. Jahrhundert sind auch drei Viertel der Nutzpflanzen verschwunden. Das macht die Landwirtschaft noch anfälliger für Klimaveränderungen – und damit für Missernten. „Roots“ trifft den Winzer Mathieu Deiss im Elsass und Mario Di Bartolomeo in Süditalien. Für Mario sind wilde Tier- und Pflanzenarten keine Konkurrenz auf dem Feld …

Artensterben betrifft nicht nur Tiere. Im Laufe des 20. Jahrhunderts sind auch drei Viertel aller Nutzpflanzen verschwunden. Unsere Nahrung wird immer einseitiger und die Landwirtschaft noch anfälliger für Klimaveränderungen, Krankheiten und Schädlinge. In dieser Folge von „Roots“ trifft Wissenschaftsjournalist Pierre Girard Mathieu Deiss im Elsass und Mario Di Bartolomeo in Süditalien.

Entgegen den Vorgaben des Winzerverbands baut Mathieu verschiedene Rebsorten gemischt an. Diese uralte Technik der sogenannten Complantation steigert Artenvielfalt und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Sie schützen sich gegenseitig, sagt er, und ersetzen so Dünger und Pestizide. Entscheidend für die Aromen ist dabei nicht die Rebsorte, sondern die Beschaffenheit des Bodens, was man in Frankreich „Terroir“ nennt. Kann er andere auch andere Winzer davon überzeugen?

Mario setzt in seinem Betrieb auf Slow Food. Dabei lässt es sich von der Natur inspirieren. Für ihn sind wilde Tier- und Pflanzenarten keine Konkurrenz auf dem Feld, sondern im Gegenteil Verbündete im Kampf für die Vielfalt auf unserem Teller. Und das, so sagt er, schmeckt man auch in seinem Mozzarella. Welche Rolle spielt Biodiversität für die Böden – und für unsere Nahrung?

Roots. Biodiversität: Artenvielfalt schmeckt, Artenvielfalt schützt. ARTE, verfügbar bis 7.8.23

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Es gibt Bauern, die steigen vom Traktor und schauen den Schmetterlingen zu

7. August 2022

Die Blüten des Origanos bieten Schmetterlingen, Bienen, Hummeln, Schwebfliegen ... Nahrung.

Die Blüten des Origanos bieten Schmetterlingen, Bienen, Hummeln, Schwebfliegen … Nahrung.

Robert ist ein gut informierter und erfolgreicher Bauer. Ich weiss nicht mehr, ob er biologisch oder konventionell wirtschaftet, aber er bestellt seine Felder sorgfältig und freut sich über all die Pflanzen und Tieren, welche im und um den Tümpel leben, den er vor vielen Jahren ausgehoben hatte. Er kennt zahlreiche Vögel und Insekten, die in seinen Hecken, Pufferstreifen und sonstigen extensiven Flächen Unterkunft und Futter finden. Zahlreich sind die Insekten, welche seine Kulturen bestäuben und ihm einen hohen Ertrag sichern.

Stolz zeigte er mir einmal sein Heft mit all den Naturschönheiten, auch den Pflanzen, denen er Raum bietet. Besonders wertvoll sind ihm jene Kräuter, welche die Gesundheit seiner Tiere fördern. Auch wenn an einem schönen Tag viel Arbeit ansteht, kommt es vor, dass Robert vom Traktor steigt, um dem Geschwirr von Insekten zuzuschauen, ihr Summen und den Gesang der Vögel zu hören. Wenn er dann noch einer Raupe die sichere Querung des Wegs ermöglichen kann, dann sind das für ihn glückliche Momente, die er nicht missen möchte.

Es ist wohl höchste Zeit, Robert wieder einmal zu besuchen.

Die Stimme eines „anderen“ Bauern: Was lassen wir uns noch alles bieten? Gastautor Sepp Sennhauser, Co-Präsident Bio Ostschweiz und St. Galler CVP-Kantonsrat, Bauernzeitung 4.8.22

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Industrie und Bauern im Einklang gegen die Natur

11. Juli 2022

Regenwurm am frühen Morgen.
Regenwurm am frühen Morgen in einem pestizidfreien Garten.

  • Investigate Europe 24.6.22: Wie Lobbys und rechte Politiker die Reduktion von Pestiziden behindern. Glyphosat und Co. bedrohen die Artenvielfalt und die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft. Deshalb will die EU ihren Einsatz bis 2030 halbieren. Doch dagegen formiert sich Widerstand – der auch den Ukraine-Krieg als Vorwand nennt.
  • Tages-Anzeiger 8.7.22: Strengere Vorschriften zum Schutze der Umwelt: Streit um Stickstoff – Woher kommt die Wut der niederländischen Bauern?  Die Regierung in Den Haag versucht, die hohe Stickstoffbelastung zu reduzieren, und stösst bei den Landwirten auf massive Gegenwehr. Ein Ausweg aus der Konfrontation ist nicht in Sicht.
  • Tages-Anzeiger, Das Magazin 9.7.22: Die Schweiz ist Mist. Prächtig grüne Wiesen zeugen von der Naturverbundenheit der Schweiz? Falsch! Was die Landwirtschaft hier unseren Böden antut, ist eine Katastrophe. (Wer kein Abonnement des Tages-Anzeigers hat, kann sich gratis für zwei Wochen registrieren und so den Artikel lesen. Es lohnt sich.)
  • usw.

Besonders beeindruckt hat Heidi der Beitrag von Claudia Keller, Universität Zürich, mit dem Titel „Die Schweiz ist Mist“. Sie nimmt Bezug auf Dürrenmatts Bücher „Der Besuch der alten Dame“  sowie „Herkules und der Stall des Augias“.

Wie bei Dürrenmatt so zieht heute weiterhin das Argument, dass der wirtschaftliche Verlust uns teurer zu stehen komme als die ganze „Ausmisterei“ und Vorschläge an den Mühlen der Bürokratie scheitern nach dem Motto „Nie zu spät, stets zu früh“. Auch wenn man einzelne Details diskutieren möchte, der Beitrag schildert die heutige Situation treffen.

Jemand sagte Heidi einmal: „Den illegal gelagerten Mist hast du grösstenteils zum Verschwinden gebracht, nun kannst du deinen Blog umtaufen!“ Dies möchte Heidi aber nicht tun, denn es gibt noch viel auszumisten, auch im übertragenen Sinne.

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Kleine Garten-Safari (2)

9. Juli 2022

Wer möchte immer schlechte Nachrichten lesen? Es gibt auch Schönes, etwa einen Rundgang durch einen Garten!

Angefangen hat alles mit diesem grossen Heugümper - Kamera holen!

Angefangen hat alles mit diesem grossen Heugümper – Kamera holen!

Neben den Kartoffeln ein Stein mit allerlei Blühendem, umschwärmt von Bienen.

Neben den Kartoffeln ein Stein mit allerlei Blühendem, umschwärmt von Bienen.

Da sitzt eine Fliege auf einem Süssmaisblatt.

Da sitzt eine kleine Fliege auf einem Süssmaisblatt.

Eine Biene bestäubt eine Brombeerblüte.

Eine Biene bestäubt eine Brombeerblüte.

Die Himbeeren sind schon reif.

Die Himbeeren sind längst bestäubt und nun schon reif. Die Blüten der Himbeere sind zur Selbstbestäubung fähig, allerdings sind dann die Beeren kleiner. Die spätere Grösse der Himbeere und aus wie vielen Perlen (Früchten) sie bestehen wird, hängt davon ab, wie oft die Blüte von den Bienen besucht wurde.

Liebstöckel (Maggikraut) zieht viele Insekten an.

Liebstöckel (Maggikraut) zieht viele Insekten an.

Das Johanniskraut ist bei Schwebfliegen beliebt.

Das Johanniskraut ist bei Schwebfliegen beliebt.

uf dem Lavendel wimmelt es nur so: verschiedene Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, das Taubenschwänzchen ...

Auf dem Lavendel wimmelt es nur so: verschiedene Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, das Taubenschwänzchen … Eigentlich müsste man ein Video aufnehmen, aber das kann ich auf meinem Blog nicht aufladen.

Himbeeren im Porträt: über Anbau, reiche Ernte und verblüffende Fakten. Botanik Guide

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