Posts Tagged ‘Bananen’

Mit jedem Quadratmeter verlorener Lebensgrundlage steigt unsere Gier nach der Lebensgrundlage anderer

18. Februar 2020
Autobahn bei der Autobhnraststätte Heidiland (Turm).

Autobahn bei der Autobhnraststätte Heidiland (Turm).

Heidi hat gerade ein Silva-Buch in der Hand: Hans D. Dossenbach, „Forscher mit der Kamera“, Leben im tropischen Regenwald, veröffentlicht 1990. Das war noch vor dem grossen Palmöl-Boom! Wo damals Regenwald gerodet wurde, wächst heute angeblich „nachhaltiges Palmöl“.

Am Schluss gibt es das Kapitel „Die Zerstörung“. Zwei Zitate daraus:

  • Grosse Lebensmittelkonzerne lassen riesige Urwaldflächen zerstören, um Bananen, Ananas und andere Produkte anzupflanzen. Dass selbstverständlich auch hier die Böden nach wenigen Jahren nichts mehr taugen, kümmert sie wenig: Es gibt ja noch mehr Regenwald. Wenigstens vorläufig.
  • Um Rinder zu züchten, wird beispielsweise in Zentral- und Südamerika jährlich eine Fläche von etwa 25’000 Quadratkilometern abgeholzt. Das Rindfleisch gelangt zum grössten Teil in die Produktionsstätten der Fast-food-Konzerne.
  • Zweifellos würden konsequente Schutzmassnahmen auch von uns gewisse Einschränkungen erfordern. Ohne Tropenholz und ohne „Hamburger“ können wir auskommen – ohne den tropischen Regenwald können wir hingegen nicht überleben.

Heidi meint: „Wir könnten auch ohne Palmöl aus aller Welt leben, wenn …“

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Weltwassertag 2018: Wiederaufforstung, Feuchtgebiete und Grundwasser

22. März 2018
Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis schreibt: "Die letzten Monate habe ich intensiv im Hintergrund für weitere Expeditionen gearbeitet. Es ist mein Bestreben, die Botschaft vom „Blauen Wunder“ hinaus in die Welt zu tragen. Auf diesem Weg durfte ich im Rahmen des World Economic Forum Davos u.a. auch den Nobelpreisträger und Klimaaktivisten Mr. Vice President Al Gore treffen. Copyright: Das Blaue Wunder.

Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis schreibt:
„Die letzten Monate habe ich intensiv im Hintergrund für weitere Expeditionen gearbeitet. Es ist mein Bestreben, die Botschaft vom „Blauen Wunder“ hinaus in die Welt zu tragen. Auf diesem Weg durfte ich im Rahmen des World Economic Forum Davos u.a. auch den Nobelpreisträger und Klimaaktivisten Mr. Vice President Al Gore treffen. Copyright: Das Blaue Wunder.

Im UN-Weltwasserbericht 2018 steht: „3,6 Milliarden Menschen und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung leben in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr von Wassermangel bedroht sind. 2050 werden es vermutlich bis zu 5,7 Milliarden sein.

Der UN-Weltwasserbericht 2018 zeigt: „Naturbasierte Lösungen“ wie Wiederaufforstung, Nutzung von Feuchtgebieten und gezielte Grundwasseranreicherung können eine wichtige Rolle bei der Verbesserung von Wasserversorgung und -qualität spielen. Diese Ansätze wurden bisher weitestgehend ignoriert, so die Autoren. UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay stellte den Weltwasserbericht am 19.3.18 am 8. Weltwasserforum (WWF) in Brasilien vor.“

Wo Urwald für Plantagen gerodet wird, da braucht es auch Strassen.

Wo Urwald für Plantagen gerodet wird, da braucht es auch Strassen.

Das ist schwere Arbeit! Denn es wird abgeholzt wie verrückt, in Südamerika, Afrika, Asien und Australien, sogar UNESCO-Weltnaturerbe-Wald ist kein Tabu. Profiteure dieser Zerstörungen sind wir, die reichen Länder. Ein Ende ist nicht abzusehen, denn Welthandel und Wachstum sind die Leitlinien unserer Politik. Die Rechte der Einheimischen werden missachtet, ihr Trinkwasser oft verschmutzt und das knappe Wasser für die Produktion von Exportlebensmittel gebraucht. Wichtigste Ursachen der Abholzung sind:

  • Brandrodung für Ackerland und Rinderweiden
  • Anlage von Palmölplantagen, Soja, Bananen- oder Kaffeeplantagen
  • Ausbeuten von Bodenschätzen wie Eisenerz, Gold, Öl, Gas
  • Bau von grossen Staudämmen zur Energiegewinnung
  • Holzschlag für Tropenholz oder Papier

Feuchtgebiete werden trockengelegt für die Landwirtschaft und wertvolles Ackerland in rasantem Tempo überbaut oder mit Infrastrukturen belegt.

Blue Community Schweiz

Die Initiative Blue Communities wurde vom Council of Canadians lanciert, einer kanadischen Organisation für soziale und ökologische Gerechtigkeit. Städte, Gemeinden, Hochschulen und andere Institutionen, können eine Blue Community werden. Als Blue Community halten sie sich an vier konkrete Grundsätze:

  • Anerkennung des Wassers als Menschenrecht
  • Wasserdienstleistungen bleiben in der öffentlichen Hand
  • Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser trinken
  • Eine Blue Community pflegt öffentliche Partnerschaften mit internationalen Partnern

Die Blue Community ist am Weltwasserforum in Brasilien zusammen mit anderen Schweizer Organisationen, wie Helvetas, am Stand, welcher von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) organisiert wird. Sie versteht sich als unabhängige Stimme am WWF, das allgemein als Forum der Konzerne gilt. Für diese Teilnahme hat die Blue Community sich folgende Ziele gesetzt:

  1. Anhand zweier konkreter Beispiele wird dargestellt, wie Wasser als Allgemeingut verstanden und verwaltet werden kann.
  2. Schweizer Player in der Entwicklungshilfe sollen motiviert werden, vermehrt auf öffentlich-öffentliche Partnerschaften zu setzen, um den Zugang zu Trinkwasser auszubauen und so das Wasser als öffentliches Gut anzuerkennen.
  3. Das Blue Community Netzwerk zeigt, dass auch Handlungen von lokalen Akteuren zur Erhaltung des Allgemeingutes Wasser beitragen und helfen, die Entwicklungsagenda 2030 der UNO (SDGs) umzusetzen.
  4. Wasser wird immer knapper und wird immer häufiger zur Ware. Es wird diskutiert, warum Wasser gegen Privatisierung geschützt werden muss und welche Rolle dabei zivilgesellschaftliche Organisationen haben können.
    Als Beispiel dienen die Privatisierungsintentionen der brasilianischen Regierung, die in Zusammenarbeit mit internationalen Firmen den Zugang zu Trinkwasser in Brasilien gefährden könnten.

Agrarexporte: Ausverkauf von Wasser

Der hohe Wasserverbrauch für Agrargüter, die Deutschland und die EU (das gilt auch für die Schweiz) importieren, führt zu Armut und Vertreibung in den Ländern des Südens. Darauf macht das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt (Berlin) im Vorfeld des Weltwassertages am 22. März aufmerksam und fordert verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser und einen nachhaltigen Umgang mit den globalen Wasserressourcen.

Die Landwirtschaft ist für 70% der weltweiten Wasserentnahmen verantwortlich. Um die wachsende Weltmarktnachfrage nach Soja für die Fleischindustrie, Zuckerrohr für Biosprit, Baumwolle und Kaffee zu stillen, fliessen enorme Wassermengen auf der Südhalbkugel ganzjährig in künstliche Bewässerung. Der intensive Düngemittel- und Pestizideinsatz belastet zudem die Wasserqualität. Quelle: Weltagrarbericht – Agrarexporte: Verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser gefordert, 19.3.18

Unbezahlbar versus umsonst

Copyright: Das Blaue Wunder

Copyright: Das Blaue Wunder

Veranstaltung mit Ernst Bromeis in Davos:

„Hat die Wirtschaft das letzte Wort, wenn es um die nachhaltige Nutzung der Ressourcen geht? Muss die Welt vermessen und in Wert gesetzt werden, damit sie nicht an die Wand gefahren wird?

Anlässlich des UNO-Weltwassertages 2018 diskutieren Pfarrerin Cornelia Camichel Bromeis und Wasserbotschafter Ernst Bromeis-Camichel mit den Anwesenden über aktuelle ethische und ökonomische Fragen. In einer marktwirtschaftlich konditionierten Welt scheint alles einen Preis haben zu müssen, damit es geschätzt wird. Cornelia Camichel und Ernst Bromeis bringen mit religiösen und philosophischen Impulsen ihre Sichtweisen dar und versuchen eine Brücke zu den grossen Wasserthemen einer globalisierten Welt zu schlagen.

Ausgangspunkt für die gemeinsame Abendveranstaltung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Davos Platz mit dem Blauen Wunder ist die Jahreslosung 2018 der evangelischen Kirchen: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers, umsonst.“ Dieser Vers aus der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, wird auch den blauen Faden bilden für die Diskussion.

Der Eintritt zur Veranstaltung am Donnerstag, 22. März ist frei.
Veranstaltungsort ist die Kirche St. Johann in Davos Platz.
Beginn um 20 Uhr.
Die Kollekte geht an das Hilfswerk Kids of Africa.“

News Trinkwasserinitiative

Am Weltwassertag 2017 wurde die Trinkwasserinitiative lanciert. Bereits im Januar konnte sie mit mehr als nötig Unterschriften eingereicht werden. Bleiben Sie auf dem Laufenden, lesen Sie die News der Trinkwasserinitiative!

Links

Alternatives Weltwasserforum 2018, Vorbereitung in Deutschland, Brot für die Welt und Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW)

Wem gehört das Wasser? Domradio.de vom 20.3.18

Indonesia women face daily swim for clean water, The express Tribune 22.3.18

Brasilien: Weltwasserforum und Privatisierung in Kritik, Brasilien Portal vom 12.3.18

Weltwasserforum in Brasilien gestartet, ZDF vom 18.3.18

Weltwasserforum in Brasilien – Hier fehlt etwas. Die Konferenz berät über den Wassermangel. In Südafrika und Spanien hat die Dürre bedrohliche Ausmaße. taz vom 16.3.18

World Bank Group – Water

Heidis Artikel zu Palmöl

22.3.18 HOME

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl

22. Januar 2017
Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Alpöhi: „Heidi! Wo bist du? Der Pöstler hat einen Brief aus Indonesien gebracht.“

Heidi: „Hier in der Küche!“

Heidi reisst den Umschlag auf und liest dem Alpöhi vor, was Astrid geschrieben hat:

Den Boden haben sie uns einfach weggenommen, denn wir haben keine verbrieften Landrechte. Nur die Nutz-Bäume, welche wir gepflanzt hatten, wurden mit umgerechnet fünf Franken pro Baum entschädigt. Das Land gehört jetzt offiziell dem Staat. Dieser erteilt „Bewirtschaftungsbewilligungen“. Schon wurden Ölpalmen angepflanzt. Ich schicke dir ein Foto mit Lintang und den neuen Plantagen.

In anderen Gebieten sind die ebenen Flächen bereits mit Ölpalmen bepflanzt. Weil der Anbau auf Torfböden nicht besonders wirtschaftlich ist und man dort v.a. die Bäume herausnehmen wollte, werden jetzt die Hügel mit Bulldozern terrassiert.

Die meisten Nachbarn sind froh, dass sie bald wieder Arbeit und Bargeld haben werden, denn die Preise für Kautschuk und andere Produkte, welche wir früher in Agro-Forstwirtschaft angebaut hatten, waren Jahr für Jahr gesunken.“

Der Alpöhi und Heidi schauen sich wortlos an. Heidi legt den Brief beiseite und knetet energisch den Zopfteig, der auf dem Küchentisch liegt. Mehl und Butter hat der Alpöhi am frühen Morgen im Dorfladen gekauft.

WEF: Schneider-Ammann bespricht Freihandelsabkommen

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kapok" target="_blank">Kapok</a>, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jackfruchtbaum" target="_blank">Jackfruchtbaums</a>, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.<br /> Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit Kapok, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen Jackfruchtbaums, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.
Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Schneider-Ammann nutzte das World Economic Forum (WEF) für Gespräche mit Handelspartner in der Hoffnung auf den Abschluss von Freihandelsabkommen. Er traf sich am Mittwoch mit seinem malaysischen Kollegen. Die NZZ schrieb am 19.1.17: „Der heikelste Punkt bleibt auch nach sieben Verhandlungsrunden das Palmöl – aus ökologischen Gründen, aber auch weil die Schweizer Rapsproduzenten die Konkurrenz fürchten.“ Heidi meint: „Nicht nur aus ökologischen Gründen!“

Seit 1950: le Parfait – Original

Aus der Werbung: "Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?..."

Aus der Werbung: „Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?…“

Heidi hat im Nestlé Shop nachgeschaut. Die Zutaten sind vorbildlich aufgeführt; le Parfait Original enthält auch Palmkernfett (aus zertifiziertem Anbau). War Palmkernfett 1950 schon drin? Oder ist das „Original“ nicht ganz „original“? Heidi hat am 4.1.17 den Nestlé-Mediendienst angefragt, aber bis heute noch keine Antwort erhalten. Geduld!

Nestlé kauft Palm- und Palmkernöl und verkauft den Leuten dort, wo das Wasser durch Anbau und Produktion verschmutzt wird, sauberes Trinkwasser.

Palmöl ist nur ein Beispiel

Palmöl kommt stärker unter Druck, foodaktuell.ch, 16.1.17.

Heidis Artikel über Palmöl

Soap maker finds cleaner way to fight Southeast Asia wildfires, NIKKEI Asan Review, 2.1.17

Wie Palmöl Naturvölker auslöscht, Rezension dieses Thrillers von St. Moonlight/Gedankenteiler: Das Verschwinden der Luft, Christian Kahl, Verlag Divan. Geschichte in Anlehnung an Bruno Manser, bruno manser fonds.

 22.1.17 HOME


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