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Bei der Haarpflege ans Wasser denken!

12. Februar 2017

Wenn es um die Reduktion von Gewässerverschmutzungen geht, dann verweisen die angesprochenen Bauern und ihre VertreterInnen gerne auf andere Dreck-Quellen. Erst kürzlich erwähnte ein Branchenvertreter die Haarzunft. Ihm geht der Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln viel zu weit, denn er sieht weder Reduktionsbedarf noch -möglichkeit.

Die Verschmutzungen durch Haarpflegemittel sind zwar wissenschaftlich kaum untersucht, das Ausmass ist jedoch um Grössenordnungen kleiner als jenes der landwirtschaftlichen Verschmutzungen. Aber es gibt problematische Stoffe, welche in Bäche und Flüsse gelangen, weil sie zum Teil in den Abwasserreinigungsanlagen nicht entfernt werden.

Nicht selten enthalten Haarpflegemittel Stoffe, welche auch die Gesundheit der Coiffeure und ihrer KundInnen gefährden, etwa hormonähnliche oder Allergene, siehe BBF – Internationale Bewegung bewusster Friseure gegründet, Heidis Mist 12.3.16.

Was können wir tun?

  • Wir: Das Problem mit unserem Coiffeur oder der Hair Designerin besprechen, unbedenkliche Produkte verlangen, auf den „natur haar Kongress“ in Bern hinweisen.
  • Coiffeur: Produkte kritisch hinterfragen, Mitglied werden bei der Internationale Bewegung bewusster Friseure.
  • Wir: Unsere eigenen Pflegemittel unter die Lupe nehmen und allenfalls auf andere umsteigen.
  • Wir: Bekannte, ArbeitskollegInnen … informieren.
  • JournalistInnen: Schreibt doch wieder einmal darüber, besucht den Kongress in Bern!
  • Bahnreisende, welche am 13. März 2017 in Bern sind: Auf zur Welle 7! Sie befindet sich unmittelbar beim Bahnhof Bern. Es gibt am Kongress z.B. einen Büchertisch für neue Impulse, oder vielleicht ergibt sich ein Gespräch an der Ausstellung.
  • Bundesangestellte: Schaut vorbei und lässt euch vom Enthusiasmus der Natur-Coiffeur-Zunft anstecken, von ihrem Engagement für sich selbst, die Natur und unsere Zukunft. Ohne staatliche „Anreize“! Zum Wohle der Gewässer und der Gesundheit.

Am Kongress teilnehmen wird auch die Naturfriseurin Bèatrice Raas, welche im Herbst 2016 den CULUMNATURA®-Umweltpreis erhielt. Umweltpreis-Verleihung am 1. Internationalen Tag der Naturfriseure, Heidis Mist 14.10.16.

„natur haar Kongress“, 13.3.17 in Bern, Welle 7, Deck 2.

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BBF – Internationale Bewegung bewusster Friseure gegründet

12. März 2016
Schön frisiert vom Naturcoiffeure. Ein Plus für die Gesundheit und Gewässer. Copyright BBF

Schön frisiert vom Naturcoiffeure. Ein Plus für die Gesundheit und Gewässer. Copyright BBF

Am 22.2.16 gründeten Naturfriseure in München die internationale Bewegung bewusster Friseure (BBF): „Es wird Zeit, endlich aufzustehen und Flagge zu zeigen. Den vielen Friseuren ist klar: WEITER WIE BISHER IST KEINE OPTION!“ Zahlreiche Naturfriseure gibt es bereits in Deutschland, Österreich, der Schweiz und im italienischen Südtirol. Besonders freut sich die BBF auf den 1. Tag der Naturfriseure am 9.10.16.

Ziel der BBF ist es, über gesundheits- und umweltbedenkliche Inhalts- und Zusatzstoffe in Haut- und Haarpflegeprodukten zu informieren, die Umwelt zu schonen und neue Wege aufzuzeigen für sich selbst, künftige Generationen, eine bessere Lebensqualität, die Umwelt, berufskranke Friseure usw. Ihr Traumberuf Friseur soll nicht zum Albtraum werden.

Facebook-Seite der BBF:
„Liebst du auch das wilde Tosen des Baches, das Plätschern des Sees und das Rauschen des Meeres. Die Vielfalt unter Wasser und am Ufer?
Wir auch.
Doch dieses Paradies ist in Gefahr! Täglich gelangen Tonnen an giftigen Chemikalien in unsere Gewässer. Die Artenvielfalt und unser kostbarstes Gut, das Wasser sind bedroht.
Industrieabfallprodukte, die schleichend in die Gewässer gelangen, Haushaltsreiniger, Kosmetikprodukte für unsere tägliche ,,Körperpflege“, Pestizide oder Düngemittel usw. zerstören unser aller Ökosystem.
Wir handeln.
Bewusste Friseure und Konsumenten verzichten auf all die chemisch-synthetischen Stoffe, die uns der Markt anbietet und lernen wieder die einfache Natürlichkeit zu schätzen.
Es ist so leicht, sich für die Einfachheit zu entscheiden, bewusst wollen wir uns für eine enkeltaugliche Zukunft einsetzen.
Komm mach mit!
Für uns und unsere Kinder und für alle Lebewesen, die Mutter Erde für uns trägt.“

Problematische und explosive Inhaltsstoffe

Eine riesige, unüberschaubare Auswahl an Haarpflegeprodukten lockt zum Kauf. Auch nicht alles, was als „natürlich“ und „unbedenklich“ angepriesen wird, ist es tatsächlich. Deshalb kommt, wer gesundheitsbewusst und umweltschonend leben will, nicht um das Studium der Etiketten und um Internet-Recherchen herum. Wichtig ist es, auf eine Deklaration zu achten, die in der Muttersprache verständlich ist. Löst das von mir verwendete Produkt Allergien aus? Enthält es Stoffe, welche wie Hormone wirken? Gefährdet es das Wasser? …

In der Schweiz gibt es mehrere Firmen, welche natürliche Haarpflegemittel herstellen, und in der schweizerischen Coiffeur-Ausbildung ist heute Umweltschutz ein wichtiges Fach. Wie es in der Praxis aussieht, das weiss Heidi nicht.

Auf dem Markt gibt es Sprays, welche bedenkliche Inhaltsstoffe wie Polyvinylpyrrolidon enthalten. Diese können bei Coiffeuren und AnwenderInnen eine Haarspraylunge verursachen. Zahlreiche Stoffe in Haarpflegemitteln schaden der Gesundheit, dazu gehört auch der natürliche Duftstoff Cumarin in grösseren Mengen.

„Wer Spray benutzt und gleichzeitig raucht, spielt mit dem Feuer. Für diesen jugendlichen Leichtsinn haben zwei Mädchen aus dem oberfränkischen Selb nun teuer bezahlt. In einer öffentlichen Toilette verursachten sie eine verheerende Explosion, bei der beide schwer verletzt wurden…“ Explosion wegen Haarspray und Feuerzeug! Bild 14.1.15. Ähnliche Unfälle kommen immer wieder vor. Auch wer im Sommer Haarspraydosen im Auto mitnimmt, lebt gefährlich.

Es ist wenig über den Anteil der Haarpflegemittel an der Verschmutzung von Gewässern bekannt oder darüber, ob sie in den Abwasserreinigungsanlagen herausgefiltert werden. Problematische Stoffe sind etwa: Silkone, Parabene, Polyethylenglycol, Zink-Pyrithion, Triclosan, Acrylate, PPG, Benzophenon und weitere. In Haarfarben sind es hauptsächlich die aromatischen Amine, p-Phenylendiamin, Rescorcinol usw.

Ziel ist es, in der Friseur- und Kosmetikwelt auf mögliche Gefahren hinzuweisen, Alternativen aufzuzeigen und die EndverbraucherInnen zu sensibilisieren für eine gesunde Haut- und Haarpflege. Es sei wie in der Landwirtschaft mit Bio und Konventionell: „Normale Friseure und Kosmetiker gehen fast an die Decke, wenn jemand ihre Arbeitsweise und Produkte anzweifelt, und die Lobby ist stark!“ Heidi wünscht der BBF viel Erfolg und Freude bei der Arbeit.

Im Moment ist die BBF über Facebook erreichbar, eine Homepage ist in Arbeit.

Alles klar mit Haut und Haar, ein Buch von Susanne Kehrbusch, Coiffeuse und Beraterin

Nachtrag: Eine Leserin verweist auf die Sendung Shampoings: tout ce que vous cache la mousse des Westschweizer Fernsehens vom 8.3.16. Darin wird auf die für Gesundheit und Umwelt schädlichen Stoffe in diesem Wachstumsmarkt hingewiesen. A Bon Entendeur meint, dass einige Substanzen verboten werden sollten, da sie der Gesundheit oder Umwelt schaden.

12.3.16 HOME


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