Posts Tagged ‘Biodiversität’

Naturbasierte Lösungen gleichen Emissionen aus fossilen Brennstoffen nicht aus

13. Oktober 2021
Diese NGOs haben unterschrieben: Open Letter to the COP26 Presidency and Parties to the UNFCCC and CBD on Nature-based Solutions

Diese NGOs haben unterschrieben: Open Letter to the COP26 Presidency and Parties to the UNFCCC and CBD on Nature-based Solutions

Quelle: REDD-Monitor, (reduced emissions from deforestation and forest degradation), Chris Lang, 12.10.21

Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen aus dem Umwelt- und Menschenrechtsbereich hat einen offenen Brief an die britische Präsidentschaft der UN-Klimaverhandlungen (COP26) unterzeichnet, in dem sie davor warnen, dass „naturbasierte Lösungen“ die Öl- und Gasindustrie in die Irre führen könnten.

Der Brief hebt vier ernsthafte Probleme mit naturbasierten Lösungen hervor.

  • Erstens behaupten die Befürworter naturbasierter Lösungen häufig, dass die Natur bis 2030 mindestens ein Drittel des weltweiten Klimaschutzes leisten kann. Diese Behauptung stützt sich auf einer einzigen Studie aus dem Jahr 2017, dessen Hauptautor Bronson Griscom, der damalige Direktor der Forest Carbon Science bei The Nature Conservancy, war. Diese Zahl basiert jedoch auf einer Reihe von Annahmen, von denen einige „auf magisches Denken hinauslaufen“, wie z. B. die Bepflanzung einer Fläche von 800 Millionen Hektar mit Bäumen – eine Fläche von der Grösse Australiens.
  • Zweitens kompensiert der Abbau von Kohlendioxid nicht die Emissionen fossiler Brennstoffe. „Wir sind beunruhigt“, schreiben die NGOs, „dass Öl-, Gas- und andere umweltverschmutzende Unternehmen zunehmend für naturbasierte Lösungen werben, um ihre künftigen Emissionen auszugleichen und ‚Netto-Null‘-Zusagen zu erfüllen, anstatt glaubwürdige Pläne zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen an der Quelle vorzulegen.“
  • Drittens besteht die ernste Gefahr, dass naturbasierte Lösungen die Rechte indigener Völker und Gemeinschaften gefährden. „Die schiere Grösse des Landes, das benötigt wird, um das behauptete Minderungspotenzial zu erreichen, wird wahrscheinlich zu Enteignung, Verarmung und Verletzung von Land- und Ressourcenrechten führen, insbesondere in Ländern, in denen diese nicht anerkannt werden“, schreiben die NGOs.
  • Viertens bergen naturbasierte Lösungen ein hohes Mass an Risiken, darunter die folgenden: Rückgängigmachung der Sequestrierung bei Verschärfung der Klimakrise; das Scheitern schlecht konzipierter und schlecht ausgeführter naturbasierter Lösungsprojekte und -programme; die Anpflanzung riesiger Monokulturen schnell wachsender Baumarten wird die biologische Vielfalt schädigen; fehlerhafte Kohlenstoffbuchhaltung, einschliesslich überhöhter Basiswerte, Doppelzählung, Unbeständigkeit und Verrechnung mit „zukünftigen ‚potenziellen‘ Emissionsreduktionen“.

Das vielleicht grösste und gefährlichste Risiko besteht darin, dass naturbasierte Lösungen von der dringenden Notwendigkeit ablenken, fossile Brennstoffe im Boden zu belassen.

Unter dem folgenden Link finden Sie weitere Informationen und den Link zum offenen Brief in Englisch und Französisch:

NGOs warn of the dangers of Nature-based Solutions: “Carbon dioxide removals do not offset fossil fuel emissions”. Chris Lang, REDD-Monitor 12.10.21

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Gewässerräume: Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes knapp verhindert!

4. Oktober 2021
Landwirtschaftsvertreter versuchen immer wieder, den Kompromiss zur zurückgezogenen Volksinitiative der Fischer "Lebendiges Wasser" weiter zu verwässern.

Landwirtschaftsvertreter versuchen immer wieder, den Kompromiss zur zurückgezogenen Volksinitiative der Fischer „Lebendiges Wasser“ weiter zu verwässern.

Nationalrat Werner Hösli SVP hatte am 27.9.19 die Motion 19.4374 eingereicht: Gewässerräume. Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen:

Der Bundesrat ist angehalten, das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer wie folgt anzupassen: In nicht kantonal oder national geschützten Gebieten und Landschaften ausserhalb der Bauzone kann die Grösse des Gewässerraumes verkleinert werden, wenn:

  1. die geografischen und topografischen Verhältnisse dermassen sind, dass der Landwirtschaft resp. dem einzelnen Landwirtschaftsbetrieb ein übermässiger Anteil der ertragreichen Futtergrundlage entzogen wird,
  2. die Düngung im reduzierten Gewässerraum nur mit festem natürlichem Dünger erfolgt und auf die Ausbringung von Gülle und künstlichem Dünger sowie auf den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden verzichtet wird.

Voilà! Einmal mehr sollte der Gewässerschutz geschwächt werden bzw. der Kompromiss zur zurückgezogene Volksinitiative Lebendiges Wasser verwässert werden. Beachten Sie dazu die am Schluss des Beitrags verlinkten Artikel von Heidi.

  • Bundesrat
    Der Bundesrat beantragte am 22.11.19 die Ablehnung der Motion.
  • Änderung Motion
    Ziffer 2 der Motion wurde am 14. Januar 2021 von Ständerat Stark zurückgezogen.
  • Ständerat
    Der Ständerat nahm die Motion am 9.3.21 mit 26 : 18 Stimmen an.
    Roberto Zanetti, Ständerat SP Solothurn: „Ich finde, ehrlich gesagt, wenn wir jetzt mitten im Spiel die Spielregeln änderten, dann wäre das gegenüber den Kantonen relativ unfair. Dann würden alle Eigentümer, die vielleicht unzufrieden sind, neue Hoffnung schöpfen. Das würde eine Lawine von Verfahren nach sich ziehen. Das würde die ganze Sache einmal mehr blockieren, weil sich jeder Vorteile verspricht, und das würde insbesondere das seinerzeitige Ehrenwort gegenüber den Initiantinnen und Initianten der Volksinitiative „Lebendiges Wasser“ kompromittieren.“
  • Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie
    Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie vom 24. August 2021 beantragt die Annahme von Ziffer 1 mit 13 : 12 Stimmen
  • Nationalrat
    Am 30.9.21 hat der Nationalrat die Motion mit 84 : 100 Stimmen und 1 Enthaltung versenkt.
    Martina Munz, Nationalrätin S Schaffhausen: „Die Revision des Gewässerschutzgesetzes geht auf die Volksinitiative „Lebendiges Wasser“ von 2007 zurück. Aufgrund der Einführung der Gewässerräume wurde die Initiative zurückgezogen. Seither wurde das Gewässerschutzgesetz bereits zweimal abgeschwächt und flexibilisiert, um den Bedürfnissen der Landwirtschaft entgegenzukommen. Gemäss Aussage der Kantone ist das Gesetz jetzt gut anwendbar.“
    Simonetta Sommaruga, Bundesrätin:Alle reden von Biodiversität, doch mit dieser Motion machen Sie gerade das Gegenteil von Biodiversität. Die Motion läuft den Anstrengungen von Bund und Kantonen bezüglich der Förderung der Biodiversität, aber auch der Förderung der Wasserqualität und eines nachhaltigen Hochwasserschutzes zuwider. Sie geht in die andere Richtung. Ich bitte Sie deshalb, diese Motion abzulehnen.“

Eine erneute Beschneidung des minimalen Gewässerraums ist damit vom Tisch. Für einmal konnte sich die Bauernlobby nicht behaupten.

19.4374 Motion vom 27.9.19: Gewässerräume. Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen. Werner Hösli, Nationalrat SVP

Debatte Ständerat vom 9.3.21: 19.4374 Motion Hösli Werner. Gewässerräume. Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen

24.08.2021 – Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (pdf)

Debatte Nationalrat vom 30.9.21: 19.4374 Motion Hösli Werner. Gewässerräume.  Geografische und topografische Verhältnisse besser berücksichtigen

Das grosse Puff mit den Pufferstreifen am Wasser: Kein Ende in Sicht. Heidis Mist vom 7.1.21

Gewässerschutzverordnung Art. 41a Abs. 5 Bst. d: Es kam wie es kommen musste! Heidis Mist vom 25.11.20

Bauern fordern: Kein Gewässerraum für 80% der Bäche. Heidis Mist vom 19.8.16

Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes verhindern! Heidis Mist 27.7.16

Der Acker rückt näher an den Bach, Heidis Mist 29.5.13

Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse!, Heidis Mist 11.6.13

„Harmonisierte“ Pufferstreifen an Gewässern, Heidis Mist 25.5.14

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UNO-Weltdatenforum: 5 Persönlichkeiten setzen sich per Videobotschaft für Nachhaltigkeit ein

30. September 2021
UN-Nachhaltigkeitsziel 6: Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Video mit Ernst Bromeis, Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer

UN-Nachhaltigkeitsziel 6: Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Video mit Ernst Bromeis, Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer

Vom 3. bis 6. Oktober 2021 findet in Bern das dritte UNO-Weltdatenforum 2021 (UNWDF) statt, das von der Schweizer Eidgenossenschaft zusammen mit den Vereinten Nationen organisiert wird. Diese in hybrider Form durchgeführte internationale Konferenz mit rund 700 Teilnehmenden aus 110 Ländern in der Schweizer Bundesstadt ist im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wegweisend, da diese nur mit qualitativ hochstehenden, zugänglichen, aktuellen und zuverlässigen Daten umgesetzt werden kann. Voraussichtlich werden UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und der Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern Alain Berset das Forum eröffnen.

Im Rahmen des UNWDF, lassen das Bundesamt für Statistik (BFS) und das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) fünf Schweizer Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Hintergründen und aus allen Sprachregionen zu Wort kommen. Diese engagieren sich für nachhaltige Entwicklung und haben jeweils ein Ziel der Agenda 2030 ausgewählt, um die Bevölkerung für eine nachhaltigere Zukunft in der Schweiz zu sensibilisieren.

Die fünf kurzen Videos enthalten Botschaften folgender Persönlichkeiten:

  • Der Politiker und Landwirt Fernand Cuche erzählt, wie die Nachkriegszeit zu einem grossen Biodiversitätsverlust beigetragen hat. Seine Karriere und seine Leidenschaft für die Wälder haben ihn gelehrt, dass wir am Beispiel der Forstwirtschaft produzieren müssen, ohne zu zerstören.
  • Anna Giacometti, Nationalrätin und ehemalige Gemeindepräsidentin von Bregaglia, hat aus ihren Erfahrungen gelernt, dass jede Anstrengung zählt. Seit dem Erdrutsch am Pizzo Cengalo im Jahr 2017 hat sie die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur und die Bevölkerung aus nächster Nähe miterlebt.
  • Der Architekt Mario Botta hält fest, dass sich der Wandel beschleunigt hat und die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt in den vergangenen Jahren komplexer geworden ist. Aus seiner Sicht braucht es ein neues Verantwortungsbewusstsein.
  • Laut der Orientierungsläuferin Simone Niggli müssen rasch Massnahmen ergriffen werden, um unsere Lebensräume zu schützen. Der Wald ist das Stadion ihrer Sportart und sie durfte in ihrer Karriere durch die verschiedensten Ökosysteme laufen. Sie hofft, dass die zukünftigen Generationen dies weiterhin tun können.
  • Ernst Bromeis, Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer, hält fest, dass die Schweiz zwar in Bezug aufs Wasser zu den privilegierten Ländern der Welt gehört, vor Verschmutzung jedoch nicht verschont wird. Er findet, dass wir unser Verhältnis zum Wasser überdenken müssen, denn indem wir Wasser sparen, sparen wir auch Energie.

Die Videos werden am Stand der Schweiz am UNO-Weltdatenforum präsentiert, d.h. von Sonntag, 3. bis Mittwoch, 6. Oktober 2021, in Bern.

Das UNO-Weltdatenforum in Bern unterstützt die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Medieninformation Bundesamt für Statistik (BFS) vom 28.9.21

THE 17 GOALS. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Sustainable Development

Das United Nations World Data Forum 2021.

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Auenwälder, wo sind sie geblieben?

22. September 2021
Der Leipziger Auwald - ein Nachruf? Video 1:34:19 NuKLA e.V. 13.1.2

Der Leipziger Auwald – ein Nachruf? Video 1:34:19 NuKLA e.V. 13.1.21

Gerade eingetroffen ist der folgende Brief. Was sich darin auf Deutschland bezieht, gilt auch für die Schweiz:

Liebe Freundinnen und Freunde der lebendigen Bäche und kleinen Flüsse (diesmal bis hin zu den grossen)

Wer sich auf Google Earth z.B. durch Deutschland bewegt, erkennt das Ausmass menschlicher Eingriffe und erschrickt. Gewässerbegleitende Bäume fehlen weitgehend, ganz zu schweigen von früher vorhanden gewesenen Auwäldern. Hinsichtlich Erosionsminderung, Biodiversitätswiedergewinnen bis zum Abwenden von Klima-bezogenen Schäden bleibt viel zu tun – oft genug muss überhaupt erst damit gestartet werden.

Da ist es interessant, „von der anderen Seite“ zu kommen, aus Bereichen, in denen Auwald (noch) vorhanden ist. Eine solche Stelle ist der Leipziger Auwald, ebenfalls durch Wasserbau stark beeinflusst, aber verbesserungsfähig.

So leite ich die Einladung zum diesjährigen Auensymposium des Vereins NuKLA, Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald, weiter – s. unten.

Wer vom 6. bis 9. Oktober nicht nach Leipzig reisen kann, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung per Livestream zu verfolgen, Link dazu ebenfalls unten.

Herzlich grüsst

Ludwig Tent, Wedel
[Mein Blog, gelegentlich kleine Neuigkeiten]
http://osmerus.wordpress.com

[Gewässerschutz für Bäche und kleine Flüsse]
www.salmonidenfreund.de

Das Symposium

Heidi ist sicher, dass auch SchweizerInnen aus dem Reichtum von gesammeltem Wissen lernen können.

Das Symposium vom 6. bis 8.10.21 findet nicht nur in Präsenz sondern auch zusätzlich als live-Stream statt: über den Youtube Kanal der Organisatoren NuKLA kann alles live verfolgt werden!

Dafür reicht es aus, den NuKLA Youtube-Kanal zu abonnieren (oder einfach hineinzuschauen):

https://www.youtube.com/channel/UCExdVCs2g4CiyLRLG22JMdw .

Mit dieser Registrierung bekommt man, unabhängig vom Symposium, immer dann ein Signal, sobald auf unserem Kanal etwas Neues erscheint.

Hier geht es zum Programm des Symposiums: https://www.nukla.de/programm-2021/
und hier zu den Dokumentation früherer Symposien: https://www.nukla.de/auenoekologiesymposium/

Wer ist NuKLA?

NuKLA e.V. und das Aueninstitut Lebendige Flüsse formulieren Forderungen für den Schutz und die Entwicklung des Flora-Fauna-Habitat-(FFH)Gebiets “Leipziger Auensystem”

Natur ist komplex. Und oftmals ist es schwer, die komplexen Vorgänge in der Natur mit wenigen Worten zu beschreiben. Aber auch menschliche Gesellschaften sind nicht einfach. Im Naturschutz kommen beide Themen zusammen und so wird es noch schwieriger.

Dennoch haben wir, NuKLA e.V. und das Aueninstitut Lebendige Flüsse, uns der Aufgabe gestellt, unsere Forderungen betreffs des FFH-Gebietes “Leipziger Auensystem” für unsere Mitglieder, Förderer, Freunde, Partner, aber auch sonstige Interessierte sowie für Menschen, die sich mit dem Leipziger Auensystem beruflich befassen, zusammenzutragen.

Mögen unsere Forderungen dazu beitragen, dass der Schutz des FFH-Gebietes “Leipziger Auensystem” in Zukunft noch verbessert werden wird.

Lesen Sie hier weiter: Wir fordern für den Schutz und die künftige Entwicklung des FFH-Gebiets „Leipziger Auensystem“

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Ferien?

14. August 2021
Beobachten und entdecken ...

Beobachten und entdecken …

Arbeiten, ernten, essen, konservieren ...

Arbeiten, ernten, essen, konservieren …

Ferien? Nein! Aber Gartenarbeit, konservieren, beobachten und lesen, z.B.: Flora, Fauna, und … Funga? Der Fall für ein drittes ‚F.‘. Pilze sind für reiche und nachhaltige Ökosysteme von grundlegender Bedeutung. Aber sie sind immer noch nicht ausdrücklich gesetzlich geschützt.

Chile ist einzigartig in seinem rechtlichen Engagement für diese sporenproduzierenden Organismen. Als taxonomische Gruppe sind Pilze sowohl allgegenwärtig als auch vielfältig und umfassen Schimmelpilze, Hefen, Pilze und eine Vielzahl anderer Organismen. Ausserdem werden sie bei den weltweiten Schutzbemühungen weitgehend vernachlässigt. Von den schätzungsweise 2,2 bis 3,8 Millionen Pilzarten auf der Erde wurden etwa 450 von der International Union for Conservation of Nature (Internationale Naturschutzunion) für die Aufnahme in die Rote Liste der bedrohten Arten bewertet, ein gross angelegter Versuch, den Erhaltungszustand von Arten auf der ganzen Welt zu erfassen. Gruppen wie Säugetiere, Vögel und Amphibien sind vollständig oder fast vollständig bewertet worden, während Pilze weniger als ein Prozent aller bisherigen Bewertungen ausmachen.

Lesen Sie weiter: Flora, Fauna, and … Funga? The Case for a Third ‘F.’ Jonathan Moens, Undark vom 9.8.21

14.8.21 HOME

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Raubtiere im Garten … (2)

6. August 2021

Katze zwischen zwei Kartoffelfurchen auf dem Weg zum gestrigen Scheissplatz. Unter einem wuchernde Brombeertrieb durch.

Katze heute um halb fünf Uhr zwischen zwei Kartoffelfurchen auf dem Weg zum gestrigen Scheissplatz. Unter einem wuchernde Brombeertrieb durch.

Die beiden bereits vorgestellten Raubtiere in Heidis Garten sind unschuldig, was die hinterlassene Scheisse der Nacht vom 5. auf den 6.8.21 betrifft. Hier im Bild eine Schwester oder ein Bruder der Katze mit viel Weiss.

Per Mail eingetroffen ist folgender Link mit der Bemerkung: “ 1,6 Mio Katzen, eine halbe Mio Hunde. Eine typische Wohlstandsverirrung. Die Menge Abfall. Und das ganze Geschäft der Züchtung, ganz schlimm.

Jährlich geben wir 1,5 Milliarden Franken für Haustiere aus

So viel sind uns Katzen und Hunde wert.

Was wäre ein grosser Haustier-Report, ohne die Kosten für unsere Vierbeiner unter die Lupe zu nehmen. Im Gegensatz zu anderen Branchen kennt der Haustierbedarf keine Krise. Blick vom 19.10.20

Raubtiere im Garten …

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Die 3 grossen Krisen der Erde: Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung

29. Juli 2021

Aus dem Video zum UNEP synthesis report Making Peace With Nature.

Aus dem Video zum UNEP synthesis report Making Peace With Nature.

Quelle: Special Report Chemical Planet. The world’s forgotten environmental crisis, and how to tackel it. New Scientist 24.7.21.

In letzter Zeit haben der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt die Umweltdiskussionen dominiert, aber Anfang dieses Jahres hat die UNO die Umweltverschmutzung wieder an die Spitze der Tagesordnung gesetzt. Sie veröffentlichte einen grossen Bericht mit dem Titel Making Peace with Nature, in dem sie die Umweltverschmutzung zur dritten grossen planetarischen Notlage erklärte.

Tausende von synthetischen Substanzen sind überall in die Ökosysteme eingedrungen, und wir beginnen gerade erst, die verheerenden Folgen zu erkennen. Wir finden giftige Metalle auf dem Himalaya und Plastikfasern in den tiefsten Tiefen der Ozeane. Die Luftverschmutzung tötet mehr Menschen als die derzeitige Pandemie. Das Ausmass dieses Problems ist riesig.

Auf dem Erdgipfel 2002 in Südafrika einigten sich die Staats- und Regierungschefs darauf, die Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen der chemischen Verschmutzung zu minimieren. Sie setzten eine Frist bis 2020. Die Frist ist abgelaufen!

Wir kennen nicht einmal die Zahl der synthetischen Chemikalien, die auf dem Markt sind oder waren, obwohl es mindestens mehrere Zehntausend sind. Chemikalien, die vor langer Zeit aus dem Verkehr gezogen wurden, können noch jahrelang in der Umwelt verbleiben, was die Sache noch komplizierter macht. Sehr persistente Chemikalien bleiben Hunderte oder Tausende von Jahren in der Umwelt.

Sobald die Chemikalien in die Umwelt gelangen, können sie mit anderen Verbindungen reagieren und von lebenden Organismen umgewandelt werden, wobei Mischungen und Abbauprodukte entstehen, die unterschiedliche Auswirkungen haben können. Wenn man solche Faktoren berücksichtigt, gibt es „Grössenordnungen“ mehr Chemikalien, über die man sich Sorgen machen muss,. Über die meisten von ihnen wissen wir nichts. Wir kenne somit auch nicht das Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

Das derzeitige System zur Bewertung der Toxizität von Chemikalien ist dieser Aufgabe keineswegs gewachsen. In der Regel wird eine einzelne Chemikalie genommen und ihre Auswirkungen auf zwei oder drei Organismen untersucht. Es ist unmöglich, dies für jede einzelne bekannte synthetische Chemikalie zu tun, geschweige denn für Abbauprodukte und Mischungen von Chemikalien. „Die Sonne würde untergehen, bevor wir so weit sind“, sagt Guy Woodward vom Imperial College London. Ein weiteres Problem ist, dass toxikologische Labortests nicht sehr aussagekräftig darüber sind, wie sich eine Chemikalie in einer komplexen realen Umgebung verhält, sagt er.

Inger Andersen, die geschäftsführende Direktorin des UN-Umweltprogramms (UNEP) warnt: „Wenn wir diese Probleme nicht mit echter Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit angehen, können wir nicht einmal an eine Zukunft denken.“

Das unmittelbare Ziel der Vereinten Nationen in Bezug auf die chemische Verschmutzung sind deutliche Fortschritte auf dem Weg zu einem verschmutzungsfreien Planeten bis 2030. Das ultimative Ziel mag unmöglich klingen, aber das hat

vom Imperial College London und ihre Kollegen nicht davon abgehalten, ein Projekt namens Transition to Zero Pollution ins Leben zu rufen.

Und Nullverschmutzung bedeutet absolut Null, sagt sie. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir eine chemische Kreislaufwirtschaft schaffen, in der alles, was wir verwenden, entweder harmlos, recycelbar oder handhabbar ist. Sie macht sich keine Illusionen darüber, wie lange es dauern wird und wie schwierig das sein wird. „Wir brauchen einen radikalen Wandel in unseren Wirtschaftssystemen, unseren Industriesystemen und unseren Geschäftsmodellen.

KNOWN NASTY: Hochgefährliche Pestizide

Zu den bekannten Problemstoffen gehören Asbest, Schwermetalle, CFCs, endokrine Disruptoren, persistente Arzneimittel und hochgefährliche Pestizide.

1962 lenkte Rachel Carson in ihrem Buch Silent Spring die Aufmerksamkeit der Welt auf die Giftigkeit von Pestiziden. Damals schätzte die Weltgesundheitsorganisation, dass jährlich etwa eine Million Tonnen Pestizide verwendet wurden; heute ist diese Zahl sechsmal höher.

Verbindungen, die unerwünschte Organismen töten oder unschädlich machen sollen, haben sich oft als weitaus giftiger erwiesen als vermutet. Das globale Pestizid-Aktionsnetzwerk führt eine Liste von mehr als 300 „hochgefährlichen Pestiziden“. Anfang dieses Jahres forderte es den dringenden Ausstieg aus der Verwendung dieser Chemikalien bis 2030.

Why chemical pollution is turning into a third great planetary crisis. Graham Lawton, New Scientist 24.7.21

Making Peace With Nature

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Gestern auf der Alp …

13. Juli 2021

Diese Woche eine kleine Bergwanderung? Die Wettervorhersage zeigte Montag (12.7.21) als einzigen Tag ohne Regen. Also los – auf die Alp Novai bei Klosters.

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Kühe auf dem 2013 fahrtauglich gemachten weiteren Weg zur Alphütte Novai

Strukturverbesserung ...

Strukturverbesserung … Wie wird die Weide künftig aussehen?

Vorne bestehende Weide, hinten strukturverbessert.

Vorne bestehende Weide, hinten strukturverbessert.

Oberhalb der Alp Novai in einer kleinen Waldlichtung am Steilhang Blumen- und Insektenpracht.

Ein Gelber Vierfleckbock verpflegt sich auf einer Blütendolde.

Ein Gelber Vierfleckbock verpflegt sich auf einer Blütendolde.

Hier und dort sonnt sich ein Heugümper.

Hier und dort sonnt sich ein Heugümper.

Schmetterling auf schon zerfressener Storchenschnabelblüte

Schmetterling landet auf zerfressener Storchenschnabelblüte

Biodiversität: Natur-Wunder und -Wunden. Heidis Mist vom 31.8.13

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Roman Hüppi: Selbstversorgungsgrad neu denken!

8. Juli 2021
Copyright: Roman Hüppi

Copyright: Roman Hüppi

Der Selbstversorgungsgrad, wie er heute verstanden wird, ist ein gern zitiertes Relikt aus früheren Zeiten und wird politisch missbraucht. Eigentlich keine ernst zu nehmende Zahl, meint Heidi. Zudem gehen die Bauern von der irrigen Meinung aus, dass sie agrarpolitisch im Zentrum sind; sie haben heute auch weitgehend das Sagen WAS WIE produziert wird. Die Bauern sind zwar wichtig, aber übergeordnet sind die Ernährung der in der Schweiz lebenden Bevölkerung und die Umwelt. Wir haben ein Bundesamt für Landwirtschaft statt ein Bundesamt für Ernährung.

Es ist höchste Zeit, das wenig aussagekräftige Mass „Selbstversorgungsgrad“ zu überdenken. Genau dies hat Roman Hüppi von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ), Nachhaltige Agrarökosysteme, getan. Er sagt: „Der Selbstversorgungsgrad beurteilt die Leistung des Agrarsektors im Licht der Ernährungssicherheit. Den aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft wird er aber nicht gerecht.“

Ein Update für den Selbstversorgungsgrad

Roman Hüppi: „… Ernährungssicherheit ist in der Schweiz seit jeher ein wichtiges Ziel. Für aktuelle Krisen ist der klassische Selbstversorgungsgrad meiner Ansicht nach aber eine zweifelhafte Referenz: Im Kontext von Klimawandel, Artensterben und ernährungsbedingten Volkskrankheiten ist seine Aussagekraft beschränkt. Für die anstehende Debatte schlage ich vor, diesen wichtigen Gradmesser der Landwirtschaft an heutige Herausforderungen anzupassen.

Gemäss Bund beträgt der Schweizer Brutto-​Selbstversorgungsgrad der letzten Jahre etwa 60 Prozent.1 Berücksichtigt man, dass rund ein Viertel der Tierproduktion auf importierten Futtermitteln (jährlich 1.4 Millionen Tonnen) beruht, sinkt der Netto-​Wert auf 50 Prozent. Die andere Hälfte importieren wir. Hoch selbstversorgend sind wir bei tierischen Nahrungsmitteln (Milchprodukte 115 %, Fleisch 80 %). Bei pflanzlichen Produkten ist die Schweiz mit 40 Prozent hingegen eher selbst-​unterversorgt. Gerechnet wird in Nahrungsenergie.

Diese Metrik entstand in der Not der Weltkriege und ist eindimensional auf die Produktion von Kalorien getrimmt. Aus Sicht der Versorgung macht es Sinn, möglichst viele Nahrungsmittel im Inland zu produzieren. Bis heute lässt sich jede weitere Intensivierung der Landwirtschaft mit dem steigenden Selbstversorgungsgrad legitimieren.“

Weitere Informationen und die folgenden Kapitel finden Sie im Zukunftsblog der ETH:

  • Auf Kalorienproduktion getrimmt
  • Selbstversorgend – dank importierter Energie
  • Wir ernähren uns nicht nur von Kalorien

Im Folgenden noch das letzte Kapitel:

Welche Landwirtschaft wollen wir?

„Für mich ist klar: Die Landwirtschaft von morgen muss nachhaltig sein und mehrere Funktionen erfüllen. Sie muss die Menschen sicher mit gesunden Nahrungsmitteln versorgen, das Klima und das Kulturland schützen und die Biodiversität bewahren.

Wir sollten den Selbstversorgungsgrad für diese multifunktionale Landwirtschaft neu denken. Damit wäre diese zentrale Kennzahl auch für heutige Krisen relevant. Und könnte helfen, produktive und ökologische Interessen in der Agrarpolitik zu vereinen.“

Referenzen

1 Agrarbericht 2020: Selbstversorgungsgrad https://www.agrarbericht.ch/de/markt/marktentwicklungen/selbstversorgungsgrad

2 Vision Landwirtschaft: Faktenblatt Nr. 5 (2015): Multifunktionale Landwirtschaft.

3 Guggenbühl 2017: https://www.infosperber.ch/wirtschaft/landwirtschaft/die-​minus-kalorien-der-schweizer-landwirtschaft/

Ein Update für den Selbstversorgungsgrad. Roman Hüppi, Zukunftsblog ETHZ vom 16.6.21

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Neue Schweizer Heilige: Das Schizovreneli

5. Juli 2021
Heidi: "Oh, Heiliges Schizovreneli, willst du nicht auswandern?"

Heidi: „Oh, Heiliges Schizovreneli, willst du nicht auswandern?“

Es ist wohl an der Zeit, dass Heidi unter der Rubrik „Schwerpunkt“ einen neuen Punkt anfügt mit Links zu allen neuen Schweizer Heiligen von NaNa, denn es sind schon einige. Als Heidi über die „Heiligen Kühe“ schrieb, da hatte NaNa Heidis Mist noch nicht entdeckt. Die Möglichkeiten, Heilige zu ernennen, sind in der Schweizer Landwirtschaft vielfältiger als der Wille, nachhaltig zu werden.

Artenschutz ist eine Schwäche der Schweiz. Heidis Mist vom 4.7.21

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