Posts Tagged ‘Biodiversität’

In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella

7. Oktober 2020
Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Bella ist eine Bio-Milchkuh. Den grössten Teil des Jahres lebt sie im Tal in einem Bio-Knospe-Betrieb. Weil es nur wenige Bio-zertifizierte Alpen gibt, verbringt sie den Sommer auf einer Alp zusammen mit Stella, ihrer Freundin aus einem konventionellen Betrieb.

Aus der Milch von Bella, Stella und ihren KollegInnen aus verschiedenartigen Betrieben bereiten die ÄlplerInnen konventionellen Alpkäse. Wenn Stella zurück auf dem Heimbetrieb ist, gibt sie weiterhin konventionelle Milch, nicht so Bella: Ab dem ersten Tag ist ihre Milch „Bio“. Oh Wunder!

Max und Moritz, zwei Söhne von Bella, grasten im Sommer ebenfalls auf einer konventionellen Alp. Moritz, der Ungeschickte, verletzte sich eine Woche vor Alpabfahrt am Klauen. Weil Moritz gesund und sowieso praktisch schlachtreif war, stellte der Tierarzt ein Zeugnis aus, womit Moritz in den nächsten Schlachthof gebracht werden konnte. Der Bio-Bauer Meier erhielt aber für das Fleisch nur den tieferen Preis für „konventionelles“ Fleisch ausbezahlt.

Zwei Tage nach Alpabfahrt führte Meier den schlachtreifen Max zum Viehanhänger und fuhr mit ihm zum Metzger. Sonderegger zahlte ihm den höheren Preis für Bio-Fleisch und freute sich auf die entsprechend höhere Marge, die er beim Bio-Fleisch erwirtschaftet. Seine umweltbewusste Kundschaft bevorzugt das Bio-Fleisch.

Gemäss Bio-Verordnung Art. 15b behalten Bio-Tiere ihren Status, wenn die Sömmerung auf Betrieben erfolgt, welche die Anforderungen nach den Artikeln 26 bis 34 der Direktzahlungsverordnung einhalten.

Es gibt weder beim Bundesamt für Landwirtschaft, noch bei Bio Suisse und bio.inspecta eine Liste der Bio-Alpen. Daher kann es aufwändig sein herauszufinden, ob ein Alpkäse, der als „Bio“ angeboten wird, auch tatsächlich „Bio“ ist.

Alpbewirtschaftung gemäss Direktzahlungsverordnung:
„sachgerecht und umweltschonend“

So steht es in der Direktzahlungsverordnung:

Art. 26 Grundsatz

Die Sömmerungs- und Gemeinschaftsweidebetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden.

Heidi hat schon mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass „umweltschonend“ beim Bundesamt für Landwirtschaft heisst: Es darf nach Art. 30 gedüngt und gemäss Art. 31 Futter zugeführt werden. Auch sind Pestizide erlaubt; Herbizide werden oft eingesetzt, da die Unkräuter für den abzugsfreien Bezug der neuen Sömmerungsbeiträge bekämpft werden müssen, die Vorgaben sind in Art. 32 zu finden.

Wesentlich strengere Richtlinien in der EU

VERORDNUNG (EG) Nr. 889/2008 DER KOMMISSION vom 5. September 2008
mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle

Artikel 17
Gleichzeitige Haltung ökologischer/biologischer und nichtökologischer/nichtbiologischer Tiere

(3) Ökologische/biologische Tiere können auf Gemeinschaftsflächen gehalten werden, sofern

a) die Flächen zumindest in den letzten drei Jahren nicht mit Erzeugnissen behandelt wurden, die für die ökologische/biologische Produktion nicht zugelassen sind;

b) nichtökologische/nichtbiologische Tiere, die die betreffenden Flächen nutzen, aus einem Haltungssystem stammen, das den Systemen gemäß Artikel 36 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 oder Artikel 22 der Verordnung (EG) Nr. 1257/1999 gleichwertig ist;

c) die Erzeugnisse der ökologischen/biologischen Tiere nicht als ökologische/biologische Erzeugnisse angesehen werden, solange die betreffenden Tiere auf diesen Flächen gehalten werden, es sei denn, es kann eine adäquate Trennung dieser Tiere von den nichtökologischen/nichtbiologischen Tieren nachgewiesen werden.

(5) Unternehmer führen Buch über die Anwendung der
Vorschriften dieses Artikels.

Almbewirtschaftung in Österreich

„Die Almbewirtschaftung erfolgt über weite Bereiche ökologisch, die Richtlinien sind sehr streng. Die Futterbasis muss aus Gräsern und Kräutern der Almweiden bestehen. Getreide und almfremdes Heu darf nur in geringem Masse verfüttert werden. Auch dürfen auf Almen in Österreich generell keine Herbizide oder Insektizide ausgebracht, keine Gülle oder Jauche vom Tal auf die Alm gebracht werden. Auch Kunstdünger ist auf der Alm verboten, hier gilt die Bio-Richtlinie.“ Quelle: Vielfalt in absoluten Höhenlagen, Kurier vom 21.9.15.

Heidi meint: „Der Vergleich mit der EU zeigt, dass in der EU eine Übergangsfrist von konventioneller zu ökologischer/biologischer Produktion für Gemeinschaftsflächen von drei Jahren gefordert wird – in der Schweiz hingegen beträgt sie NULL.

Es wäre wohl an der Zeit, die Alpen wirklich umweltschonend und naturnah zu bewirtschaften! Biodiversität ist in aller Munde, aber es fehlen griffige Massnahmen.

Heidis 33 Artikel über Herbizide auf Alpen

7.10.20 HOME

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Ein Marienkäfer schläft noch!

1. September 2020
Während Heidi nach Schnecken sucht, welche die Sonnenblumen zu Fall bringen könnten, schläft ein Marienkäfer auf einer sich entwickelnden Blüte.

Während Heidi nach Schnecken sucht, welche die Sonnenblumen zu Fall bringen könnten, schläft ein Marienkäfer auf einer sich entwickelnden Blüte.

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Viele Subventionen schädigen die Biodiversität

26. August 2020

NaNa: Biodiversitätsschädigende Subventionen in der Schweiz – Studie der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)

Unter dem Strich gehen die Autorinnen der Studie davon aus, dass 40 Milliarden Franken Subventionen pro Jahr der Artenvielfalt schaden. Das sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch wenig sinnvoll, betont Hauptautorin Lena Gubler. «Kosten fallen erstens bei der öffentlichen Hand an, weil diese Geld für die biodiversitätsschädigenden Subventionen sprechen muss. Zweitens entstehen ihr Kosten, weil sie auch Geld sprechen muss für Subventionen, die die Biodiversität fördern. Drittens fallen Kosten an, wenn Schäden behoben werden müssen.»

Allein die Reparaturkosten steigen stark an. Europäische Studien gehen davon aus, dass diese bis 2050 rund vier Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen könnten. Die öffentliche Hand könnte demnach viel Geld sparen, das sie heute zur Förderung der Biodiversität ausgibt, wenn sie weniger Zuschüsse mit schädigenden Auswirkungen sprechen würde.“

Studie zu Biodiversität Subventionen: Killer der Artenvielfalt? SRF vom 24.8.20

„Der Bund, die Kantone und Gemeinden finanzieren seit vielen Jahren Massnahmen zur Förderung der Biodiversität in der Schweiz. Trotzdem ist der Zustand der Biodiversität kritisch. Ein wichtiger Grund dafür ist die Vielzahl von Subventionen und finanziellen Fehlanreizen der öffentlichen Hand, die Aktivitäten fördern, die die Biodiversität teilweise stark schädigen. Die Strategie Biodiversität Schweiz des Bundesrates hat zum Ziel, die negativen Auswirkungen solcher Förderungen zu identifizieren und die schädigenden Subventionen abzuschaffen, abzubauen oder umzugestalten. Die hier präsentierte Studie identifiziert 162 biodiversitätsschädigende Subventionen und gibt Empfehlungen, wie sie abgeschafft oder umgestaltet werden können.“

Biodiversitätsschädigende Subventionen in der Schweiz, Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT)

Biodiversitätsschädigende Subventionen in der Schweiz, Grundlagenbericht WSL

26.8.20 HOME

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Kanton St. Gallen: Die Gewässerqualität ist häufig ungenügend

18. August 2020
Gewässerprobe: Von 119 untersuchten Spurenstoffen wurden in den vier Bächen insgesamt 72 Stoffe nachgewiesen. Pestizide machten dabei die grösste Gefahr aus. Copyright: AWE

Gewässerprobe, siehe Video Kanton St. Gallen: Von 119 untersuchten Spurenstoffen wurden in den vier Bächen insgesamt 72 Stoffe nachgewiesen. Pestizide machten dabei die grösste Gefahr aus. Copyright: AWE

Medienmitteilung Kanton St. Gallen vom 18.8.20.

Zahlreiche kleine Fliessgewässer im Kanton St.Gallen sind in einem schlechten Zustand. Besonders betroffen sind stark verbaute Bäche sowie Bäche deren Einzugsgebiet in einem intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet liegt oder durch Industrie, Siedlungs-, und Verkehrsflächen beeinflusst wird. Die aktuellen Untersuchungen des kantonalen Amtes für Wasser und Energie (AWE) zeigen, dass die Belastung vor allem bei Pestiziden über den Grenzwerten liegt.

Kleine Bäche, die den Kanton durchziehen, machen einen Grossteil des feinverästelten Fliessgewässernetzes aus. Sie erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Viele kleine Bäche liegen in Gebieten, die zum Teil stark genutzt werden. Das wirkt sich negativ auf die Gewässerqualität aus. Für funktionierende Ökosysteme und den Erhalt der Biodiversität ist der Schutz der Bäche zentral.

Das Amt für Wasser und Energie (AWE) untersuchte deshalb 2019 in einer Messkampagne Bäche detailliert auf Mikroverunreinigungen. Bereits in sehr tiefen Konzentrationen können sie die Gewässerlebewesen schädigen. Mikroverunreinigungen stammen aus Rückständen von unter anderem Pestiziden, Medikamenten oder Industriechemikalien. Bei Regen werden sie direkt in die Bäche eingeschwemmt oder gelangen über die Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in die Gewässer. Bisher sind erst wenige ARA dafür ausgerüstet, Mikroverunreinigungen zu eliminieren. Deshalb gelangen mit dem gereinigten Abwasser, das in die Flüsse eingeleitet wird, auch problematische Rückstände in die Gewässer.

Rückstände überschreiten Grenzwerte

In der Messkampagne 2019 wurden vier Bäche untersucht: der Albertswilerbach (Gossau), der Kirchtobelbach (Waldkirch), die Länderenaach (Widnau) und der Loobach (Niederbüren). Die Fachleute des AWE wählten diese Bäche aus, da bei ihnen aufgrund von Voruntersuchungen eine erhöhte Belastung vermutet wird. In allen Bächen zeigte sich ein erhöhtes oder gar ein sehr hohes chronisches Risiko für die Gewässerorganismen. Bei drei von vier Bächen hielt diese Situation während mehr als 40 Prozent der gesamten Beobachtungszeit an, die von April bis Oktober dauerte. Von 119 untersuchten Spurenstoffen wurden in den vier Bächen insgesamt 72 Stoffe nachgewiesen. Pestizide machten dabei die grösste Gefahr aus. Von zehn Stoffen, die die ökotoxikologisch basierten Grenzwerte überschritten, waren neun Pestizide und einer die Industriechemikalie PFOS. Diese Ergebnisse bestätigen eine Untersuchung, die 2018 in fünf anderen kleinen Fliessgewässern im Kanton durchgeführt wurde. Im laufenden Jahr wird eine weitere Messkampagne mit dem Schwerpunkt auf Mikroverunreinigungen durchgeführt.

In die Bäche wird kein Abwasser eingeleitet, aber ihre Einzugsgebiete sind von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt. Die Analysen zeigten zum Teil schwerwiegende ökologische Defizite. Die Untersuchungen sollen dazu beitragen, im Dialog mit den Landwirten die Situation zu verbessern. Das AWE will die Landwirte mithilfe dieser Messkampagnen für einen sehr sorgsamen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sensibilisieren. Der Handlungsbedarf ist gross. Dank der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zeichneten sich erste Erfolge ab.

Gewässer zeigen biologische Defizite

Das AWE richtet sein Augenmerk seit 2011 verstärkt auf die kleinen Fliessgewässer. Bei den regelmässigen Untersuchungen kommen auch biologische Methoden zum Einsatz. Der Zustand der Gewässer lässt sich unter anderem am Vorkommen von wirbellosen Tieren in den Bächen messen. Manche dieser wirbellosen Tiere reagieren besonders empfindlich auf Belastungen des Wassers und sind eine wichtige Lebensgrundlage für viele Fische. Rund 60 Prozent der bisher über 70 biologisch beurteilten Bäche befanden sich nicht in einem guten Zustand. Sie erfüllten die ökologischen Anforderungen der Gewässerschutzverordnung nicht.

Belastung durch Nährstoffe hat abgenommen

Positiv entwickelt hat sich der Zustand der grösseren Flüsse. Dank des kontinuierlichen Ausbaus der Kläranlagen sank der Eintrag von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor deutlich. 2002 waren die Phosphatkonzentrationen an den 14 langfristig beobachteten Gewässern noch in 28 Prozent der Messungen zu hoch. 2019 wurden sie nur noch bei acht Prozent überschritten. Auch die Nitratkonzentration in den grossen Flüssen hat in den letzten Jahren abgenommen. «Unsere Sorgenkinder», erklärt Vera Leib, «sind derzeit die kleinen Fliessgewässer. Die Belastung mit Mikroverunreinigungen macht ihnen zu schaffen. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen sind ernst und erfordern Massnahmen.»

Gewässerqualität ist häufig ungenügend. Video auf youtube, Kanton St. Gallen

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Auch Nicht-Bauern könn(t)en Biodiversität fördern!

6. August 2020
Schmetterlinge und Bienen lieben Origano.

Schmetterlinge und Bienen lieben Origano.

Im kleinsten Garten, auf dem kleinesten Balkon haben solche Insektenparadiese Platz. Origano ist auch ein feines Gewürz.

Im kleinsten Garten, auf dem kleinesten Balkon haben solche Insektenparadiese Platz. Origano ist auch ein feines Gewürz.

Heidi liebt Steine, etwa Geröllhalden, aber pflegeleichte Steingarten-Einöden sind ihr ein Gräuel.

Heidi liebt Steine, etwa Geröllhalden, aber pflegeleichte Steingarten-Einöden sind ihr ein Gräuel.

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Alpidylle? Herbizide auf Steinhaufen!

19. Mai 2020
Abgestorbenes Moos auf einem Steinhaufen, welcher 2019 mit Herbizid behandelt wurde. Copyright: Simon F.

Abgestorbenes Moos auf einem Steinhaufen, welcher 2019 mit Herbizid behandelt wurde. Copyright: Simon F.

Guten Tag Heidi

Letzten Sommer haben die Älpler Steinhaufen mit Herbizid bespritzt. Wie du auf dem Foto siehst, ist nur das Moos abgestorben, alles andere wächst fröhlich weiter. Ich vermute, dass sie diesen Sommer wieder spitzen werden.

Weisst du, was mich besonders stört? Nicht weit davon säumt eine Steinmauer den Weg. Für deren Erhalt kassieren die Älpler Geld. Ist das nicht widersinnig?

Du kannst das Foto veröffentlichen, wenn du willst. Das würde mich freuen. Man soll sehen, was so alles in der Abgeschiedenheit der Berge geschieht.

Freundliche Grüsse

Simon

Lieber Simon

Gegen solche Spritzerei ist kein Kraut gewachsen, denn das ist erlaubt, obwohl gerade Steinhaufen vielen Tierchen Unterschlupf bieten. Das ist „Einzelstockbekämpfung“. Darunter fällt alles, was man mit der Rückenspritze machen kann, und das ist nicht wenig. Die neuen Sömmerungsbeiträge verpflichten sogar die Bewirtschafter zur Unkrautbekämpfung, denn sonst gibt es Abzüge. Ein Vorstoss der Nationalrätin Maya Graf für ein Verbot von Herbiziden auf Alpen wurde abgelehnt.

Wenn ich „unwissenden“ Leuten von den Herbiziden auf Alpen erzähle, dann sind sie allesamt entsetzt, nicht so unsere PolitikerInnen … die Zeit ist offenbar noch nicht reif für ein Verbot. Die Leute essen Alpkäse oder -fleisch in der Meinung das sei Natur pur. Ein Stück weit schon, aber mit ein paar „Tolggen“.

Ich wünsche dir trotzdem schöne Wanderungen in der nicht ganz heilen Bergwelt.

Grüsse aus Maienfeld

Heidi

Postulat 17.3703 Prüfung eines Pestizid-Verbots im Sömmerungsgebiet, Maya Graf, Nationalrätin, 21.9.17.

Herbizide auf Alpen: Heidis 28 Artikel zum Thema

17.5.20 HOME

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Bergwanderin fotografiert Löwenzahnwiese

30. April 2020
Löwenzahnwiese auf der Haggenegg SZ. Copyright: Henriett V.

Löwenzahnwiese auf der Haggenegg SZ. Copyright: Henriett V.

Ausflüge in die Berge sind im Moment besonders beliebt, denn Abstandhalten ist hier einfacher als in der Stadt. Henriette war gestern mit ihrem Freund und Hund Rocky auf der Haggenegg, 1450 m ü.M. Extra für Heidi hat sie diese beiden Fotos gemacht und geschrieben: „Man sieht gut die Grenze zwischen intensiv bewirtschafteten Flächen und der übrigen Alp“.

Herzlichen Dank, Henriett!

Löwenzahnwiese auf der Haggenegg SZ. Copyright: Henriett V.

Löwenzahnwiese auf der Haggenegg SZ. Copyright: Henriett V.

Artensterben in Zürich – Insekten finden immer weniger Nahrung. SRF vom 27.4.20

Auf grünen Fettwiesen verhungern Insekten, Eva Caflisch, Seniorenweb vom 28.4.20

30.4.20 HOME

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Fortschritt Mähtechnik: Von der Effizienz des Tötens von Kleinlebewesen

5. August 2019
Im Gegensatz zum Mähen mit Fadenmähern und Tellersensen überleben beim Mähen mit der Sense sehr viel mehr Kleintiere diesen Eingriff, und auch die Pflanzen werden schonend geschnitten und nicht abgerissen. Foto: Heidi, Text: WWF, Naturschonende Umgebungspflege mit der Sense.

Im Gegensatz zum Mähen mit Fadenmähern und Tellersensen überleben beim Mähen mit der Sense sehr viel mehr Kleintiere diesen Eingriff, und auch die Pflanzen werden schonend geschnitten und nicht abgerissen. Foto: Heidi, Text: WWF, Naturschonende Umgebungspflege mit der Sense.

Leserbrief: Vor zwei Tagen musste ich weinend nach Hause; zu dritt in einem Monstertempo haben die Bauern gemäht; auf der heissen Strasse noch ein einzelner Heugümper, der sich gerettet hatte. Was nützt mir die Biodiversität auf dem Balkon, wenn  „meine“ Insekten unten auf den Wiesen zu Tode gemäht werden? Gemäht wird häufig mit Monster-/Turbo-Mähmaschinen: bei Bauern alle 4 Wochen, bei Liegenschaftsverwaltungen alle 2 Wochen.

Einfluss der Mähtechnik auf die Artenvielfalt

Wenn es um den Verlust an Biodiversität in der Landwirtschaft geht, dann werden meist nur die Pestizide und der Stickstoffeintrag aufgeführt. In Wiesen hat die Mähtechnik einen wesentlichen Einfluss auf das Überleben der Fauna. Im Siedlungsgebiet wird v.a. über Lärm und Rasenroboter diskutiert.

Zitat aus der Homepage der „Sensengruppe“: „Früher wurden die Wiesen mit der Sense gemäht, um Futter für die Tiere zu gewinnen. Dann wurde der Balkenmäher entwickelt, damit konnte ein Einzelner in kurzer Zeit eine grosse Fläche mähen. Für die Biodiversität der Wiese war diese Entwicklung keine grosse Beeinträchtigung, das Schnittgut liess man trocknen, die verschiedenen Gräser und Kräuter konnten sich versamen und die meisten Insekten und Kleintiere überlebten.

Heute bewegen sich riesenhafte Maschinen über monotone Futtergraswiesen – in wenigen Jahren vermutlich GPS-gesteuert und selbstfahrend – und spucken hinten weiss verpackte Siloballen aus mit allem drin, was vorher noch auf der Wiese herumhüpfte. Den ökonomischen Gewinn bezahlt die ursprüngliche Biodiversität.“

Schutz der Bienen

Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt in Tänikon (TG) untersuchte schon in den 1990er Jahren den Einfluss des Mähens auf das Überleben der Bienen und formulierte Empfehlungen für die Praxis. Den grössten Einfluss auf die Bienenverluste hat der Aufbereiter. Rotationsmähwerke ohne integrierten Aufbereiter verursachen praktisch keine Verluste an toten und verletzten Bienen. Die Autoren der Studie beurteilen die von ihnen formulierten Empfehlungen zur Vermeidung von Schäden in grösserem Ausmass an Bienen als zumutbare Einschränkung für die Bauern.

Merkblatt agridea: Erntetechnik und Artenvielfalt in Wiesen

Agridea hat in Zusamenarbeit mit den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten 2011 ein Merkblatt verfasst mit dem Ziel, die Schäden durch die Ernte zu senken. Zitat: „Die Schlagkraft der heutigen Mechanisierung ist hoch. Mit Rotationsmähwerken und Mähaufbereitern können grosse Flächen innert kurzer Zeit geschnitten werden. Kreiselmäher mit Aufbereiter kommen vermehrt auch im Berggebiet zum Einsatz. Nachfolgende Ernteschritte, wie z. B. zetten, schwaden, aufladen oder ballen, werden ebenfalls mit grossen schweren Geräten durchgeführt. Nun liegen neue Erkenntnisse zu den direkten Auswirkungen der modernen Erntetechnik vor.“ Diese werden dazu verwendet, Empfehlungen zur Schonung von Kleintieren abzugeben.

Besonders schädlich sind die Schlegelmulchgeräte, die in im Obst- und Weinbau, in Wiesen und bei der „Pflege“ von Strassenrändern, Böschungen usw. eingesetzt werden. Es werden vor allem Tiere in der Krautschicht, aber auch Tiere in Bodennähe angesaugt. Werden sie von Schlegelmulchgeräten erfasst, haben sie keine Chance zu überleben. Die Verluste betragen 35 bis 100 %. Auch Rotationsmähwerke mit Aufbereiten töten viele Kleinlebewesen.

Wiesenpflege im Siedlungsraum mit der Sense

Die perfektionierte Mechanisierung, die in der Intensivlandwirtschaft ökonomisch notwendig zu sein scheint, muss auf den Grünflächen im Siedlungsraum nicht zwingend, in kleinerem Massstab, ihre Fortsetzung finden. Die „Sensengruppe“ findet, dass im Siedlungsraum Unterhaltsarbeiten mit der Sense einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität leisten können.

Die Sensengruppe wurde anlässlich eines Sensenkurses vom 1.7.13 auf dem Quartierhof Wynegg in Zürich gegründet. Ihre aktuellen Einsatzgebiete sind im Menu der Homepage „Sensengruppe“ unter Projekte beschrieben. Eine Ausweitung der Tätigkeit auf weitere Gebiete ist vorderhand aufgrund der Kapazität der Mitglieder nur beschränkt möglich. Dies ist aber erwünscht und kann schrittweise mit zunehmender Mitgliederzahl erfolgen.

Petition «Naturschutz statt Naturputz»

Am 4.2.19 wurde der Gemeinde Horgen die Petition «Naturschutz statt Naturputz» übergeben. Die Petition bezweckt die Förderung der Artenvielfalt in Horgen-Hirzel.

  • Die Gemeinde muss Vorbild sein. Sie trägt die Verantwortung für eine naturnahe Pflege der gemeindeeigenen Grünflächen.
  • Wir fordern naturnahe Pflegemassnahmen zur richtigen Zeit nach einem Pflegeplan.
  • Die mit der Pflege betrauten Personen müssen für den naturnahem Unterhalt ausgebildet sein.

Immer wieder werden Wiesenflächen, Krautsäume an Wegrändern, Bachgehölze und Hecken vom Strasseninspektorat oder von beauftragten Gartenbaufirmen zum falschen Zeitpunkt gemäht oder massiv zurückgestutzt. Für die Erhaltung der Artenvielfalt ist es wichtig, dass diese Flächen in den Sommermonaten als Rückzugsorte und Nahrungsgrundlage für verschiedene Tiere stehengelassen werden.

Von Sensen, Dengelhämmern und Arbeitsgesängen

Hansjörg von Känel redet von der Ruhe des Mähens mit der Sense.

Hansjörg von Känel redet von der Ruhe des Mähens mit der Sense.

Er prägt die Schweizer Wildheuwirtschaft ebenso wie den Schwendfeldbau im östlichen Himalaya: Der Steilhang. Der Arbeit im abschüssigen Gelände widmet sich eine Ausstellung im Völkerkundemuseum der Universität Zürich (bis 19.1.20). Präsentiert werden Geräte und Klanglandschaften, die von einer gefährlichen, anspruchsvollen und zugleich faszinierenden Lebenswelt erzählen.

An der Veranstaltung vom 21.7.19 ZuHören im Steilhang und Mähen mit Sense erklärte Hansjörg von Känel aus Gunzwil (LU) alles rund ums Mähen mit der Sense. Das gleichmässige Mähen mit einer gutgeschliffenen Sense sei leicht und beruhigend, so dass diese Tätigkeit auch bei gestressten Leuten oder solchen mit Burnout gefragt sei, erzählte Hansjörg.

Artenvielfalt fördern

Im Zeitalter von Effizienz, Geldhunger und Wachstum werden v.a. die kleinen Lebewesen „übersehen“. Kaum ein Heugümper flieht mehr vor dem Schuh mit dem wir eine Wiese betreten. So muss es nicht sein! Mit einigen Massnahmen kann das Massentöten wenigstens reduziert werden.

Der technische Fortschritt ist ein Biodiversitäts-Rückschritt.

Mähtechnik und Artenvielfalt, Merkblatt agridea

Bienenverluste beim Mähen mit Rotationsmähwerken, Agrarforschung 8 (5): 196-201, 2001

„Sensengruppe“

Naturschonende Umgebungspflege mit der Sense, Dokumentation WWF

Lebensraum Burghölzli, WWF-Projekt

Biodiversität: Das Wichtigste in Kürze, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Von Sensen, Dengelhämmern und Arbeitsgesängen, Ausstellung im Völkerkundmuseum Zürich

5.8.19 HOME

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Fridays for Future – kühlen wir endlich unsere aufgeheizte Landschaft.

26. Mai 2019

Ob auf der Alp, im Tiefland, ob im Norden oder Süden: Es wird geredet, geschrieben, geforscht, aber die Politik handelt nicht. Wieviel Druck braucht es noch? Unterstützen wir die Jungen! Sehen wir uns das Video von Rezo an, denn das gilt übertragen auch für die Schweiz:

Die Zerstörung der CDU

Heidi empfiehlt ihren LeserInnen auch den nachfolgenden Blog-Beitrag von Osmerus, Lebendige Bäche und Flüsse:

Osmerus' Blog

Rekordbeteiligung bei „Fridays for Future“„- gut so!

Handeln ist lange angesagt – Reden dominiert leider weiter das Geschehen.

Lange ist bekannt, wo das Problem steckt, nicht nur in nicht mehr angebrachten Techniken, sondern auch im Fehlverhalten in unserer täglichen Umgebung, in der Landschaft.

Sehen kann man das quasi beim Spazierengehen. Hier ein Beispiel von der Moorbek, Einzugsgebiet Pinnau, Elbe-Einzugsgebiet.

Irgendwie komisch, im Zeichen des Klimawandels werden gerade streckenweise und massenhaft Bach-begleitende Baumsäume in einem Maß runtergeschnitten, als stünde ein Pellet-Hersteller dahinter. (Oder ist das womöglich wirklich so?)

Auf den Stock gesetzte Schwarz-Erle. Immerhin ist ein Stamm stehen geblieben.

Das ganze ist EIN Baum – wie alt der wohl insgesamt inzwischen geworden ist ? !

Halbschatten-Flora am anderen Ufer. Möge sie dem nun erzeugten, übermäßigen Belichtungsdruck gewachsen sein!

So führt tagtägliches Handeln die Themen Nachhaltigkeit, Biodiversität, Klimaschutz „ad absurdum“.

Dabei hat das waldärmste Bundesland Schleswig-Holstein diverse, fachlich…

Ursprünglichen Post anzeigen 48 weitere Wörter

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben!

8. Mai 2019

Die lokalen und kantonalen Behörden haben im Fall Bichwil versagt. Sie kennen die Missstände seit Jahren, handeln aber nicht. Heidi hat beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) angeklopft.

Darf der Alpakazüchter Adrian Brändle weiterhin Alpakahalter ausbilden?

Antwort BLV: „Der SKN wurde bei uns regelkonform eingereicht und die Anerkennung nach der festgelegten Frist auch erneuert.“

Weiter bat Heidi das BLV, im Fall Brändle zum Rechten zu sehen.

Antwort BLV: „Sie müssen sich direkt an die zuständige kantonale Vollzugsbehörde wenden.

Das kantonale Veterinäramt ist für den Vollzug und somit für die Kontrollen zuständig.

Lassen Sie dem kantonalen Veterinäramt möglichst aussagekräftige Bilder und eine sachliche Beschreibung der Situation zukommen. Falls angezeigt, können die kantonalen Behörden Kontrollen durchführen.

https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/import-export/import/adressliste-kantonalen-veterinaeraemter-db.pdf.download.pdf/Adressliste%20der%20kantonalen%20Veterinaeraemter.pdf

Bezüglich Naturschutzgebiet müssen Sie sich ebenfalls an die zuständige kantonale Stelle wenden.“

Muss Heidi etwas tun? Sie hat dem BLV geschrieben: „Ich bin eine Steuerzahlerin, keine Kontrolleurin, keine Gemeindepräsidentin oder kantonale Beamtin. Ich muss mich also nicht an andere Stellen, etwa kantonale, wenden …

… Einmal mehr stelle ich fest: Es gibt Gesetzte. Die Kantone sind für den Vollzug verantwortlich, nehmen ihn aber nicht wahr. Der Bund will nichts von seiner Oberaufsicht hören. Fazit: Alle sind NICHT verantwortlich.“

Übrigens: Jetzt weiden Alkpakas in einer frisch gemisteten Wiese. Auch das hat Heidi dem BLV gemeidet.

Lesen Sie die Geschichte über das Naturschutzgebiet und die Alpakazucht in der Chegelwis in Bichwil:

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet, Heidis Mist vom 3.5.19

Nachtrag vom 15.5.19: Was die Tierhaltung anbetrifft, hat die kantonale Behörde viel Aufwand für Verbesserungen betrieben, die Einhaltung von Gesetzen gefordert und auch geklagt. Doch der Tierhalter war nicht einsichtig, machte Rekurs. Die Richter des Kreisgerichtes Wil haben ihn am 3.4.12 freigesprochen.

Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern, Heidis Mist vom 15.5.19

Politik und Artenvielfalt

Der Flora und Fauna geht es miserabel. Ein Aufschrei geht gerade um die Welt. Wird dieser von Bundesrat und Parlament gehört? Oder wird er samt Echo an den harten Wänden des Bundeshauses und der Amtsstuben verhallen?

Weltbiodiversitätsrat warnt vor Artensterben

Medieninformation Naturwissenschaften Schweiz: „Das Artensterben beschleunigt sich fortwährend und ist bereits 10- bis 100-mal höher als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre. Insgesamt sind 0,5 bis 1 Million von rund 8 Millionen Arten gefährdet, warnt der Weltbiodiversitätsrat IPBES am Montag im ersten globalen Bericht zum Zustand der Biodiversität und der Ökosystemleistungen. Der dramatische Zustand der Natur hat enorme Konsequenzen für die menschliche Existenz. So sind 14 von 18 Leistungen der Natur wie Bestäubung oder saubere Luft am Schwinden.“

Weltbiodiversitätsrat warnt vor drastisch beschleunigtem Artensterben, Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) vom 6.5.19

7.5.19 HOME

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