Posts Tagged ‘Biolandbau’

Migros-Greenwashing: Dem Alpöhi stehen die Haare zu Berge

5. November 2022
Migros: Bio-Trauben aus Südafrika

Migros: Bio-Trauben aus Südafrika

Es hat zum ersten Mal geschneit. Der Alpöhi stapft durch den Schnee, klopft seine Schuhe sauber und tritt in die Küche, wo Heidi gerade Äpfel für das Mus rüstet, denn es gibt endlich wieder einmal Knöpfli mit Emmentaler. Der Teig ist längst gerührt, eigentlich einfach: 300 g Knöpflimehl, 3 dl Wasser, 2 Eier und etwas Salz. Die Hälfte der im Salzwasser gekochten Knöpfli geht dann in den Tiefgefrierer für eine rasche Mahlzeit.

Heidi: „Schade, dass du weg warst, der Geissenpeter war da. Er hat mir auf dem Handy etwas Unglaubliches gezeigt:

Die Migros verkauft aktuell Bio-Trauben aus Südafrika, CHF 6.20 pro kg. Dazu steht: ‚Idealerweise sollten Weintrauben noch am gleichen Tag verzehrt werden. Allerdings halten sie sich sehr gut über 4 Tage in einer Plastiktüte im Gemüsefach des Kühlschranks.‘ Da platzte ich heraus ‚und wir essen seit Wochen Gratistrauben aus dem Garten, die auch geerntet lange haltbar sind. Und wir spritzen ja nie Pestizide. Es sind einfach resistente Sorten. Den anfälligen Riesling Silvaner habe ich schon lange gerodet. Und jetzt kommt noch der Clou: Dieses Signet ist drauf:

Wenn man mit der Maus zum Signet fährt, dann erscheint der folgende Text, von dem man aber keine Bildschirmfoto machen kann, also habe ich (etwas lausig) fotografiert.

Wenn man mit der Maus zum Signet fährt, dann erscheint der folgende Text, von dem man aber keine Bildschirmfoto machen kann, also hat Heidi dies (etwas lausig) mit dem Fotoapparat festgehalten. Aber wenn man auf das Bild klickt, dann wird es grösser und lesbar.

Die Migros will uns weis machen, dass diese Trauben keine Klimawirkung verursachen!!!!!

Die Migros will uns weis machen, dass diese Trauben Null Klimawirkung verursachen!!!!!

Bei den Bio-Heidelbeeren aus Argentinien sieht es ähnlich aus:

Bio-Heidelbeeren aus Argentinien, Verfügbarkeit zur Zeit nicht bekannt.

Bio-Heidelbeeren aus Argentinien, Verfügbarkeit zur Zeit nicht bekannt.

Ein Kommentar von vielen zu den Heidelbeeren:

.Vielen finden sie gut, einzelne matschig. jemand musste sie wegwerfen ...

Viele finden sie gut, einzelne matschig. jemand musste sie wegwerfen …

Alpöhi: „Die spinnen ja total. Da reden sie von Energie-, Ernährungs- und Klimakrise … tun so als ob sie nachhaltig wirtschafteten. Gut kaufst du nicht bei der Migros ein und selten bei COOP.“

Heidi: „Es gibt noch viele weiteren Beispiele. Die Migros macht jetzt offenbar auf Bio. Wahrscheinlich eher wegen der saftigen Margen als der Umwelt wegen. Der Geissenpeter war ziemlich sauer. Er meinte, dass man besser bei uns mehr Tafeltrauben anbauen sollte statt so viel Wein. Überhaupt, wenn man die Tierproduktion reduzieren müsse, dann gäbe es doch viel Platz für mehr Früchte. Trauben wachsen auch in höheren Lagen.

Alpöhi: „Bio war doch früher für ’saisonal regional‘. Haben sie das fallengelassen? Du kannst ja für meinen Geburtstag eine Flasche Heida kaufen. Zwar nicht regional, aber wird in unserer Höhenlage produziert.“

Bio · Trauben · kernlos. Süd-Afrika, Migros Online, abgerufen am 4.11.22

Bio Heidelbeer, Argentinien, Migros Online, abgerufen am 4.11.22

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Verwirrung im Coop: Bio oder konventionell?

31. Mai 2022
Oh Wunder! EINE Orange gleichzeitig angeblich bio und konventionell.

Oh Wunder! EINE Orange gleichzeitig angeblich bio und konventionell, siehe Kleber.

Heidi weiss schon lange, dass Matteo sich furchtbar aufregt über die Anordnung von biologischen und konventionellen Früchten im Coop, denn sie liegen meist direkt nebeneinander. Also z.B. Bio-Orangen direkt neben konventionellen Orangen. Matteo ist dann nicht sicher, dass er Bio erwischt – seine Früchte der Wahl. Reklamieren nützt nichts! Gestern war er besonders verärgert, daher schrieb er Heidi:

„Eine Frage an Heidi, kann sie diese Bilder veröffentlichen? Heute in einem Coop Laden aufgenommen, wie schon oft können bio nicht mit Sicherheit von konventionellen Früchten unterschieden werden. Es ist bekannt, dass auf den Schalen von konventionellen Citrusfrüchten ein ganzer Cocktail von Pestiziden ist. Deshalb empfehlen auch nicht bioafine Kochbücher, Rezepte, beim Verwenden der Schalen Biofrüchte zu verwenden.

Auch von KollegInnen höre ich immer wieder, dass es in ihrem Coop zwischen bio und konventionellen Früchten keine Abstände gibt, und es so ganz einfach zu Verwechslungen kommen kann. Ohne einen Schritt zu machen, können da die Früchte und die Kleber darauf vertauscht werden, absichtlich oder unbeabsichtigt. Das Bild mit beiden Klebern drauf, ein Bio- und ein konventionelles Label, ist nicht gestellt!!!!“

Heidis Empfehlung: „Die Ladenleitung bitten, das zu ändern. Oder, noch besser, schreibt oder telefoniert Coop.“

Coop
Thiersteinerallee 12
Postfach 2550
4002 Basel

Tel. 061 336 66 66

Eine Orange mit konventionellem Kleber liegt in der Bio-Kiste. Sind alle übrigen wirklich Bio?

Eine Orange mit konventionellem Kleber liegt in der Bio-Kiste. Sind alle übrigen wirklich Bio?

Die Versuchung ist gross zum Auswechseln der Kleber.

Die Versuchung ist gross zum Auswechseln der Kleber.

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Werden neue Gentech-Pflanzen den Pestizideinsatz verringern?

21. Mai 2022
GLOBAL 2000 und Friends of the Earth Europe

GLOBAL 2000 und Friends of the Earth Europe

Zitate aus der Medienmitteilung von GLOBAL 2000 Wien vom 12.5.22:

Die Konsultation zum EU-Gentechnikrecht läuft. In der Befragung schwingt der Wunschtraum der Pestizidreduktion durch Neue Gentechnik (NGT)-Pflanzen in der Landwirtschaft mit. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und Friends of the Earth Europe fassen in einem Report die Belege zusammen: Alte wie neue Gentechnik-Pflanzen werden den Pestizideinsatz nicht verringern.

“Ein Blick nach Südamerika zeigt: Der Herbizideinsatz vervielfachte sich in den letzten 25 Jahren auf den Gentechnik-Feldern und machte mittelfristig mehr und stärkere Pestizide notwendig. Aber auch gegen diese Herbizide entwickeln die ‘Super-Unkräuter’ Resistenzen und verbreiten sich weiter. So nimmt der Gentechnik-Pestizid-Teufelskreis seinen Lauf”, skizziert Brigitte Reisenberger, Gentechniksprecherin von GLOBAL 2000.

Geschäftsmodell: patentiertes Saatgut + Pestizid

Die grossen Biotech-Konzerne und Gentechnik-Lobbyisten geben an, dass sich die neuen gentechnisch veränderten Pflanzen von denen der ersten Generation unterscheiden und sie den Einsatz von Pestiziden verringern werden. Aber auch hier deuten die Belege in eine andere Richtung. Viele Neue Gentechnik-Pflanzen, die sich derzeit in der Entwicklungspipeline befinden, zielen genau wie die alte Gentechnik auf Herbizidtoleranz ab.

Eine Untersuchung des JRC (Joint Research Center) der EU auf Grundlage von Informationen der Gentechnik-EntwicklerInnen ergab: Herbizidtoleranz ist mit 6 von 16 Pflanzen die grösste Merkmalsgruppe Neuer Gentechnik-Pflanzen, die kurz vor der Kommerzialisierung stehen. ”Dies ist nicht überraschend, da das Geschäftsmodell vieler Saatgut- und Chemieunternehmen ist, patentiertes Gentechnik-Saatgut von herbizidtoleranten Pflanzen und die dazugehörigen Pestizide gleich im Doppelpack zu verkaufen. Vor allem grosse Konzerne profitieren davon, wenn LandwirtInnen in diesem Teufelskreis der Pestizide verbleiben – denn Bayer, Corteva, Syngenta und BASF sind nicht nur grosse Gentechnik-Produzenten, sondern beherrschen zugleich auch die globalen Pestizidmärkte“, so Brigitte Reisenberger.

Mangelhafte Konsultation zu EU-Gentechnikrecht

In der öffentlichen Konsultation zum EU-Gentechnikrecht suggeriert die Europäische Kommission, dass Neue Gentechnik-Pflanzen zur Reduktion von Pestiziden beitragen würden. “Belege liefert die Europäische Kommission hierfür nicht, sondern wiederholt im Fragebogen vage Nachhaltigkeitsversprechungen der Biotech-Industrie, ohne diese systematisch zu überprüfen”, kritisiert Brigitte Reisenberger. Die Verfolgung der Gentechnik zur Pestizidreduktion lenkt von zukunftsweisenden umwelt- und biodiversitätsfreundlichen Ansätzen ab. Agrarökologische und biologische Landwirtschaft sind systembasiert, nicht auf isolierte genetische Merkmale ausgerichtet und halten die Bäuerinnen und Bauern nicht in der Abhängigkeit von chemisch-synthetischen Pestiziden.

Entwicklungsstadien Gentechnik-Pflanzen

Heidi hat aus dem Bericht der EU Current and future market applications of new genomic techniques. Joint Research Centre (European Commission) zwei Abbildungen kopiert, um die Bedeutung der Entwicklung und der Techniken zu veranschaulichen sowie die Schlussfolgerungen.

Abbildung 3. NGTs, die in den in der Datenbank identifizierten Pflanzen verwendet werden.

Copyright: Joint Research Centre (European Commission)

Copyright: Joint Research Centre (European Commission)

Abbildung 6. NGT-produzierte Pflanzen in den vier Entwicklungsstadien (kommerziell, vorkommerziell, fortgeschrittene Forschung und Entwicklung und frühe Forschung und Entwicklung), nach Pflanzengruppen.

Copyright: Joint Research Centre (European Commission)

Copyright: Joint Research Centre (European Commission)

Vergleich Kulturen NGT-Forschung / Pestizideinsatz in der Schweizer Landwirtschaft

Im Agrarbericht 2020 werden die in der Schweizer Landwirtschaft eingesetzten Pestizidmengen und Anwendungen pro Kultur 2009-2018 aufgeführt. Ein Vergleich der NGT-Forschung, siehe Figure 6 oben im Bericht des Joint Research Centre (European Commission), und des Pestizideinsatzes pro Kultur in der Schweiz zeigt, dass die aktuelle NGT-Forschung, zumindest im nächsten Jahrzehnt unser Pestizidproblem nicht lösen kann. Weitaus am meisten geforscht wird für neue NGT-Getreidesorten. In der Schweiz ist der Pestizideinsatz in Getreide gering, dies trotz nicht optimalen Klimabedingungen für Getreide. Hingegen kaum NGT-Forschung gibt es für Bäume, wo doch der schweizerische Kernobstbau Spitzenreiter ist im Einsatz von Pestiziden zusammen mit den Reben. Auch im Steinobstanbau wird viel gespritzt.

Das Spritzproblem im Rebberg haben innovative Weinbauern mit den Piwi-Sorten gelöst. Bundesrat Parmelin und seine MitarbeiterInnen haben denn auch den Betrieb Lenz am 29.3.22 besucht. Offensichtlich interessiert sich zumindest das Bundesamt für Landwirtschaft für diese Rebsorten, die keine Pestizide benötigen. Noch immer werden bei Neupflanzungen anfällige alte Sorten gesetzt, wo man doch im Weinbau den Pestizid-Einsatz auf Null senken könnte. Das Pestizidproblem im Rebbau ist uralt, Piwi-Sorten gibt es schon lange, aber was der Bauer nicht kennt … Schade eigentlich für die Umwelt und unsere Gesundheit!

Für die gesunde Ernährung besonders wichtig sind Früchte und Gemüse; hier wird nur wenig geforscht auf der Ebene der NGTs. Für die grossen Züchter dürften sie nicht interessant sein wegen der Vielfalt. Kommerziell gewinnbringend sind wohl eher die eintönigen riesigen Getreidemonokulturen und Maisfelder.

Agrarbericht 2020, Kapitel Umwelt

Agrarbericht 2020, Kapitel Umwelt

Schlussfolgerungen Joint Research Centre

Die NGT der Gruppe 1, insbesondere die auf CRISPR basierenden, werden in der Agrar- und Ernährungswirtschaft aktiv und zunehmend eingesetzt, Industrie und Medizin bei allen untersuchten Organismen (Pflanzen, Pilze, Tiere, Mikroorganismen und menschliche Zellen). Dank seiner Flexibilität, Erschwinglichkeit und einfachen Anwendung eröffnet CRISPR zahlreiche neue Möglichkeiten in Bezug auf die Organismen, in denen es eingesetzt werden kann, und die Eigenschaften, die damit erzielt werden können, und es erreicht auch viele Akteure weltweit.

Für diese Studie wurde ein umfangreicher Datensatz gesammelt, der einen sehr guten Überblick über die  derzeitige und potenzielle Nutzung von NGTs für kommerzielle Zwecke. Derzeit werden weltweit nur wenige Anwendungen vermarktet (ein Pflanzenprodukt, ein Mikroorganismus für die Freisetzung in die Umwelt und mehrere Mikroorganismen für die geschlossene Produktion kommerzieller Moleküle), aber es gibt etwa 30 identifizierte Anwendungen (bei Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen), die sich in einem vorkommerziellen Stadium befinden und kurzfristig (innerhalb von 5 Jahren) auf den Markt kommen könnten.

Wenn die in dieser Studie identifizierten Anwendungen, die sich in einem fortgeschrittenen FuE-Stadium befinden in einem Jahrzehnt kommerziell werden, könnten bis 2030 über hundert Pflanzen und mehrere Dutzend Tiere und medizinische Anwendungen auf dem Markt sein. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die meisten dieser bis 2030 kommerzialisierten Anwendungen auf Techniken der Gruppe 1 (CRISPR) und einige auf Techniken der Gruppe 2 beruhen. Der Reifegrad von Anwendungen der Gruppen 3 und 4 sind im Hinblick auf die kommerzielle Freigabe weniger ausgereift.

Ein Sektor von besonderem Interesse ist die Nutzung von Mikroorganismen für industrielle Zwecke, wo NGT-Anwendungen nicht ausgesondert werden können (wie bei Pflanzen, Tieren oder klinischen Versuchen), weil die NGTs bereits aufgegriffen werden und in den routinemässigen genetischen Werkzeugkasten zur Stammesverbesserung aufgenommen und eingebettet werden. Es scheint, dass die Verwendung von NGTs bereits in vielen Fällen eine Realität sind, was wahrscheinlich durch die Verwendung von Mikroorganismen in geschlossenen Systemen und die Tatsache erleichtert wird, dass das Endprodukt nicht das Ziel ist. In der Bioökonomie ist es sehr wahrscheinlich, dass sich NGTs schneller durchsetzen werden als Mikroorganismen, die industrielle biobasierte Moleküle (z. B. Biokraftstoffe) produzieren.

Der Bereich der pharmazeutischen und kosmetischen Produkte, die aus Mikroorganismen gewonnen werden, stellt eine Datenlücke in dieser Studie dar, aber wir glauben, dass es sich auch um einen ein sehr wichtiger Anwendungsbereich für NGTs in Produkten handelt, die möglicherweise bereits auf dem Markt sind. Im medizinischen Bereich gibt es vielversprechende Anwendungen von CRISPR-gestützten Techniken und anderen NGTs zur Bekämpfung von Krankheiten zu bekämpfen, und in vielen Fällen haben die Anwendungen bereits Patienten erreicht, in Phase I und Phase I/II der klinischen Versuche. Dank der Flexibilität von CRISPR/Cas, sowohl in Bezug auf die Sequenzspezifität als auch in Bezug auf verschiedene Verwendungszwecke wird es bereits bei der Suche nach Lösungen für den schnellen Nachweis von COVID-19 und auch bei einigen therapeutischen Optionen gegen diese Krankheit eingesetzt.

Unsere Datenbank der NGT-Anwendungen weist auf die Vereinigten Staaten und China als die häufigsten Herkunftsländer, insbesondere in den marktnahen Phasen. Die EU, insbesondere Deutschland und Frankreich, ist ebenfalls aktiv. Dank der Flexibilität und Erschwinglichkeit von NGTs (insbesondere CRISPR) sind auch mehrere Entwicklungsländer in diesem Bereich aktiv, vor allem im Agrarsektor.

Hier finden Sie die ausführlichen Informationen:

Report analysiert Gentechnik-Pestizid-Teufelskreis in Landwirtschaft – GLOBAL 2000: Neue Gentechnik-Pflanzen werden Pestizideinsatz nicht verringern. GLOBAL 2000 12.5.21

Der Gentechnik-Pestizid-Teufelskreis. Friends of the Earth Europe, GLOBAL 2000, Mai 2022

Neue Gentechnik: Echter Klimaschutz sieht anders aus! GLOBAL 2000, 14.3.22

Neue Gentechnik-Pflanzen in der Entwicklungs-Pipeline. GLOBAL 2000 7.4.22

Current and future market applications of new genomic techniques. Joint Research Centre (European Commission) 19.4.21

Agrarbericht 2020, Umwelt, Pflanzenschutzmittel

Gelassene Stimmung mit Bundesrat Parmelin. Weingut Lenz 29.3.22

Laute Lobby für einen stillen Frühling. Heidis Mist 15.5.22

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Die Welt ernähren, ohne den Planeten zu verschlingen

8. Mai 2022

Eigentlich hat Heidi diesen Artikel für Montag vorgesehen, aber gerade hat ihr jemand den Link zum Blick-Artikel von heute Um drohende weltweite Hungerkrise zu verhindern- Syngenta-Chef Fyrwald fordert Bio-Stopp geschickt. Es gibt viele, die vom Krieg in der Ukraine profitieren wollen. Aber die „Lösung“ des chinesischen Syngenta-Konzerns ist keine Lösung. Vielleicht will Erik Fyrwald gar in der Schweiz das Paraquat einführen, das weltweit noch immer häufig gespritzt wird, v.a. in Drittweltländern, oft ohne Schutzmassnahmen, keine Handschuhe, in Sandalen … Man kann das nicht „Dummheit“ nennen, sondern es geht ums Geld, um viel Geld, denn der Pestizideinsatz steigt weltweit ständig.

Regenesis: Feeding the World Without Devouring the Planet

George Monbiot ist Biologe, Autor und Kolumnist des Guardian. Mit der Landwirtschaft, den verfehlten Subventionen und den Umweltproblemen wie Wassermangel, Pestiziden, Dünger und Klimawandel beschäftigt er sich schon lange. Nun kommt Ende Mai ein neues Buch heraus mit dem Titel: Regenesis: Feeding the World Without Devouring the Planet.

Heidi weiss davon, weil sie seinen langen Artikel The secret world beneath our feet is mind-blowing – and the key to our planet’s future im Guardian von gestern (7.5.22) gelesen hat. Darin sind viele Zahlen, Probleme werden geschildert und er bietet Lösungen an. Am besten lesen Sie den ganzen Artikel hier, falls Sie nicht sattelfest im Englischen sind, dann können sie mit dem Gratis Übersetzungsprogramm DeepL jeweils 5’000 Zeichen auf ein Mal ins Deutsche übertragen.

Zitate aus dem Guardian, Reihenfolge von Heidi gewählt:

„Aktivisten, Köche und Lebensmittelautoren wettern gegen die intensive Landwirtschaft und den Schaden, den sie uns und der Welt zufügt. Aber das Problem ist nicht das Adjektiv: Es ist das Substantiv. Die Zerstörung der Erdsysteme wird nicht durch intensive oder extensive Landwirtschaft verursacht, sondern durch eine katastrophale Kombination von beiden.“

„In einer Studie wurde untersucht, was passieren würde, wenn jeder in den USA dem Rat von Starköchen folgen und von Getreide- auf Weidehaltung umstellen würde. Dabei wurde festgestellt, dass die Zahl der Rinder um 30% steigen müsste, weil sie auf Gras langsamer wachsen, während die zu ihrer Ernährung genutzte Fläche um 270% zunehmen würde. Selbst wenn die USA alle ihre Wälder abholzen, ihre Feuchtgebiete trockenlegen, ihre Wüsten bewässern und ihre Nationalparks auflösen würden, müssten sie immer noch den grössten Teil ihres Rindfleischs importieren.“

Zerstörerische Landwirtschaft

„Wir stehen vor dem vielleicht grössten Dilemma, das die Menschheit je erlebt hat: die Welt zu ernähren, ohne den Planeten zu verschlingen. Schon jetzt ist die Landwirtschaft die weltweit grösste Ursache für die Zerstörung von Lebensräumen, die grösste Ursache für den globalen Verlust an Wildtieren und die grösste Ursache für die globale Ausrottungskrise. Sie ist für etwa 80% der Entwaldung in diesem Jahrhundert verantwortlich. Von den 28’000 Arten, die bekanntermassen unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, sind 24’000 durch die Landwirtschaft gefährdet. Nur 29% des Gewichts der Vögel auf der Erde besteht aus wilden Arten: der Rest ist Geflügel. Nur 4% des Gewichts der Säugetiere auf der Welt sind wildlebende Arten; 36% entfallen auf den Menschen und die restlichen 60% auf Nutztiere.“

Nährstoffreiche Lebensmittel

„Nicht nur die Quantität der Produktion ist in Gefahr, sondern auch ihre Qualität. Eine Kombination aus höheren Temperaturen und höheren CO2-Konzentrationen verringert den Gehalt an Mineralien, Proteinen und B-Vitaminen in den Pflanzen. Schon jetzt leidet allein der Zinkmangel bei mehr als einer Milliarde Menschen. Auch wenn wir nur selten darüber sprechen, werden die sinkenden Nährstoffkonzentrationen in einem Papier als „existenzielle Bedrohung“ bezeichnet.

Technischer Fortschritt

„Was können wir also tun? Ein Teil der Antwort besteht darin, die Lebensmittelproduktion so weit wie möglich aus der Landwirtschaft herauszunehmen. Wie es der Zufall will, ist die entsprechende Technologie genau dann verfügbar, wenn wir sie brauchen. Die Präzisionsfermentation, bei der in Brauereien aus Bodenbakterien, die sich von Wasser, Wasserstoff, CO2 und Mineralien ernähren, Proteine und Fette hergestellt werden, hat das Potenzial, die gesamte Viehzucht, den gesamten Sojaanbau und einen Grossteil der Pflanzenölproduktion zu ersetzen und gleichzeitig die Flächennutzung und andere Umweltauswirkungen massiv zu verringern.“

Lebendige Böden

„Natürlich müssten wir weiterhin Getreide, Wurzeln, Obst und Gemüse produzieren. Wie können wir das also sicher und produktiv tun? Die Antwort könnte in unserem neuen Verständnis des Bodens liegen.“ Monbiot beschreibt am Anfang des Artikels den Boden, die Lebewesen und die Beziehungen zwischen ihnen und den Pflanzen. An einem Beispiel zeigt er ausführlich wie ein an der Landwirtschaft interessierter Mensch nur sehr schlechtes Land pachten konnte und daraus einen produktiven Betrieb machte, ohne Hilfsmittel, ohne Pestizid und Dünger.

Mehrjährige Pflanzen

„Wenn wir einjährige Pflanzen anbauen, müssen wir den Boden in einem katastrophalen Zustand halten. Würden wir mehrjährige Getreidepflanzen anbauen, wären wir weniger darauf angewiesen, lebende Systeme zu zerstören, um unsere Nahrung zu produzieren. Seit 40 Jahren sucht das Land Institute weltweit nach mehrjährigen Reissorten, welche die von uns angebauten einjährigen Sorten ersetzen könnten. In Zusammenarbeit mit Fengyi Hu (Video) und seinem Team an der Universität Yunnan in China hat es bereits eine mehrjährige Reissorte entwickelt, deren Erträge denen moderner einjähriger Sorten entsprechen und in einigen Fällen sogar übertreffen. Die Landwirte stehen für das Saatgut Schlange.“

Heidi meint: „Das meiste Saatgut wird von Weltkonzernen produziert. Diese haben kein Interesse an solchen Änderungen, denn dann könnten sie nicht Jahr für Jahr Saatgut verkaufen, wenn möglich zusammen mit Pestiziden.“

Zusammenfassung

George Monbiot zeigt uns in seinem neuesten Buch wie auf der Grundlage erstaunlicher Fortschritte in der Bodenökologie neue Erkenntnisse über die Welt unter unseren Füssen es uns ermöglichen könnten, mehr Lebensmittel mit weniger Landwirtschaft anzubauen und unsere Beziehung zum lebenden Planeten zu verändern. Er trifft die Menschen, die diese Methoden entwickeln, vom Obst- und Gemüsebauern, der unser Verständnis von Fruchtbarkeit revolutioniert, über die Züchter von mehrjährigem Getreide, die das Land von Pflügen und Giften befreien, bis hin zu den Wissenschaftlern, die neue Wege zum Anbau von Proteinen und Fetten beschreiten.

Gemeinsam zeigen sie, wie die kleinsten Lebensformen uns helfen könnten, unser grösstes Dilemma zu lösen: die Welt zu ernähren, ohne den Planeten zu verschlingen. Georges Monbiot präsentiert eine aufregende Vision von reichlich vorhandener, billiger und gesunder Nahrung, die einen ebenso tiefgreifenden Wandel auslösen könnte wie die Erfindung der Landwirtschaft. Hier ist eine neue Küche, die es uns ermöglichen würde, Frieden mit dem Planeten zu schliessen, seine lebenden Systeme wiederherzustellen und das Zeitalter des Aussterbens durch ein Zeitalter der Regeneration zu ersetzen.

Heidi hat das Buch bereits bestellt! Der Weg muss in der Schweiz Richtung Bio gehen und dann noch weiter. Eine wirkliche Erneuerung der Landwirtschaft muss kommen, welche auch die gesunde Ernährung integriert.

The secret world beneath our feet is mind-blowing – and the key to our planet’s future. George Monbiot, The Guardian 7.5.22

Regenesis: Feeding the World Without Devouring the Planet.

Autor:
EAN: 9780241563458
ISBN: 978-0-241-56345-8
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Penguin Books UK
Veröffentlichung: 26.05.2022
Anzahl Seiten: 352

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Kennen Sie F.A.M.E.?

22. Februar 2022
Organisation von F.A.M.E.

Organisation von F.A.M.E.

Am 19.2.21 traf ein Brief einer Bekannten ein mit dem Betreff F.A.M.E. Der erste Gedanke war: „Wieso schickt sie mir einen Link zu diesem Film? Bald wurde aber klar, dass der Filmtitel keine Punkte nach den einzelnen Buchstaben hat und F.A.M.E. die Abkürzung ist für Formation Autogérée en Maraîchage Ecologique. Heidi entnimmt der Homepage:

„Wir sind über 20 Menschen aus der ganzen Schweiz mit der gemeinsamen Vision, eine neuartige Ausbildung für Gemüsegärtner*innen im ökologischen Anbau zu erschaffen. Zu diesem Zweck haben wir unseren Verein gegründet. Das Vereinsziel ist eine Ausbildung im Gemüsebau zu etablieren, die zu einer neuen und zukunftsfähigen Landwirtschaft beiträgt, welche soziale und ökologische Aspekte vereint und diese ins Zentrum stellt. Die Idee einer solchen Ausbildung ist aus einem Zusammenschluss kollektiver und solidarischer Gemüsebau- und Landwirtschaftsbetriebe hervorgegangen.“

Warum braucht es F.A.M.E

Weiter liest Heidi: „In der Schweiz entstehen immer mehr vielfältige Kleinbetriebe und Landwirtschaftsprojekte, die nach Lösungen für eine nachhaltige und solidarische Landwirtschaft suchen, sogenannte Solawi-Projekte. Diese Initiativen beschreiten oftmals einen steinigen Weg. Sie müssen sich gegen die herrschenden Agrarstrukturen behaupten, welche für Grossbetriebe ausgelegt sind. Das Bestehen dieser Projekte ist daher oft nur mit sehr viel Aufwand zu gewährleisten. Gerade im Gemüsebau gibt es zurzeit keine adäquate Ausbildung, in welcher die Wichtigkeit einer ökologischen, vielfältigen und kleinstrukturierten Landwirtschaft vermittelt wird. Daraus folgt ein Fachkräftemangel, der den entstehenden Projekten zu schaffen macht. So haben auch bereits bestehende Projekte Mühe, gut ausgebildete Gemüsegärtner*innen mit entsprechender Erfahrung zu finden. Der Bedarf, der sich daraus ergibt wollen wir angehen und unsere Ausbildung darauf zuschneiden.“

Unterstützen Sie F.A.M.E.!

Ziel des Projektes: Wissensaustausch und Vernetzung innerhalb des solidarischen und regenerativen Gemüsebaus stärken und damit zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft beitragen.

F.A.M.E.: „In der Schweiz gibt es derzeit keine Ausbildung im biologischen Gemüsebau, während es innerhalb der Tierhaltung und des Ackerbaus biologische Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Deshalb gibt es einen Mangel an Fachkräften im kleinstrukturierten und vielfältigen Gemüsebau.

Mit der Unterstützung dieses Projekts ermöglichen Sie die Ausbildung von Fachkräften im ökologischen Gemüsebau und tragen so zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft bei.“

Bisher haben 88 Unterstützer*innen 50 Prozent der Finanzierungsschwelle von 30’000 Franken einbezahlt. Ziel ist es, 80’000 Franken zu erreichen. Sind Sie dabei?

Wie wird das Geld eingesetzt?

F.A.M.E.: „Verläuft die Finanzierung erfolgreich, können wir die weiteren Seminare (insgesamt zehn Wochen) wie geplant durchführen. Um eine qualitativ hochstehende Ausbildung zu gewährleisten, wird die Theorie in Zusammenarbeit mit Fachpersonen erarbeitet. Der grösste Teil vom Geld wird in die faire Entlohnung unserer externen Referent*innen, in die Unterrichtsunterlagen und auch in die Räumlichkeiten und Infrastruktur vor Ort fliessen. Neben dem ermöglicht uns dies auch die Durchführung von spannenden Betriebsbesichtigungen und Exkursionen.“

Heidi meint: „Eine gute Sache, die Unterstützung verdient.“

F.A.M.E.

Crowdfunding

Kooperationsstelle für solidarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft Gesucht: Nachhaltiges Bauern, das zum Leben reicht. Dani Heusser, SRF

Faire und innovative Landwirtschaft – Konsumierende packen für ihr Essen mit an | Doku | SRF Dok, youtube

Regional und saisonal – Selbst Gemüse anbauen: Solidarische Landwirtschaft und Urban Gardening | Quarks, youtube

Solidarische Landwirtschaft SOLAWI Vertragslandwirtschaft am Beispiel Selbsterntegarten «Mis Gmues». FiBL, youtube

Solidarische Landwirtschaft. Umweltberatung Luzern

Solidarische Landwirtschaft Solawi, Deutschland

Mitbauern gesucht – Solidarische Landwirtschaft in Deutschland. NABU

Solidarische Landwirtschaft – nah, fair und frisch. Umweltberatung Österreich

22.2.22 HOME

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Für unsere Zukunft: Solidarökonomie und ökologischer Landbau

21. Februar 2022
Folie aus einem Vortrag von Bettina Scharrer, Universität Bern, CDE

Folie aus dem Vortrag von Bettina Scharrer, Projektleiterin, CDE, Universität Bern, Schlusstagung Projekt «Die Bedeutung der Solidarökonomie für die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Europa früher und heute»

In einem Projekt des schweizerischen Kompetenzzentrums für Nachhaltige Entwicklung (CDE) der Universität Bern wurde «Die Bedeutung der Solidarökonomie für die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Europa früher und heute» thematisiert. Untersucht wurde die Verbindung zwischen Biolandbau und Solidarökonomie als progressives Modell, um es so der systematischen Förderung zugänglich zu machen. Das Projekt wurde von der Stiftung Merkator Schweiz mit 555‘000 Franken unterstützt. Es dauerte von 2016 bis 2020.

Der ökologische Landbau gilt als Alternative für die notwendige Ökologisierung der nicht nachhaltigen Ernährungssysteme. Doch die reale Bedeutung des Ökolandbaus liege noch weit hinter seinen Potenzialen zurück. Die Verbindung von Solidarökonomie mit Biolandbau sei eine mögliche Strategie, um dies zu ändern.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine transnationale Netzwerkplattform gebildet, an der Akteure im Bereich Solidarökonomie und Biolandbau aus Praxis, Politik und Forschung aus fünf europäischen Ländern teilnahmen.

Prinzipien der Solidarökonomie

Solidarökonomie ist ein Konzept, welches innerhalb des bestehenden kapitalistischen Systems alternative ökonomische Strukturen und Praktiken aufzubauen sucht. Die vordergründigen Ziele der Solidarökonomie bei der Reproduktion von Gütern und Bereitstellung von Dienstleistungen gelten nicht der grösstmöglichsten Gewinnmaximierung und Kapitalakkumulation, sondern der Umsetzung einer sozialökologisch verträglichen, bedürfnisorientierten nachhaltigen Entwicklung für das Gemeinwohl.

Produzenten und Konsumenten, welche solidarökonomischer Konzepte in der Landwirtschaft umsetzen, wollen dadurch wieder mehr Mitbestimmung und Einfluss auf die Produktions- und Konsumprozesse im Ernährungssektor gewinnen und den gesamten Sektor nachhaltiger gestalten.

Neue Formen der Solidarökonomie in der Landwirtschaft

Solidarökonomische landwirtschaftliche Initiativen, welche besonders in den letzten zwei Jahrzehnten entstanden sind, wie z.B. die «regionale Vertragslandwirtschaft» in der Schweiz, die «solidarischen Landwirtschaft» in Deutschland, die «Associations pour le maintien d’une agriculture paysanne» in Frankreich oder viele Foodcoops, streben eine Demokratisierung der Lebensmittelversorgung an. Die Beteiligten solcher solidarökonomischen Initiativen wollen die Produktion, Verarbeitung und den Vertrieb von Nahrungsmitteln selbstbestimmt regeln und nicht durch immer grösser werdende Nahrungsmittelkonzerne und staatliche Vorgaben bestimmen lassen.

Voraussetzung für die Verwirklichung dieses Zieles ist die Herstellung eines auf Vertrauen basierenden partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Produzenten und Konsumenten und somit die Bereitschaft aller Beteiligten, die der landwirtschaftlichen Produktion innewohnenden Risiken und Kosten gemeinsam zu tragen.

Umgesetzt wird dies u.a., indem die jährlich budgetierten Gesamtbetriebs- und Produktionskosten die direkte Bezugsbasis für die Preisbildung der produzierten Nahrungsmittel darstellen. Weiter haben die Konsumenten Verständnis für die Saisonabhängigkeit und Heterogenität der landwirtschaftlichen Produkte und akzeptieren natürliche Reproduktionsschwankungen, welche sich auch in den wöchentlichen Liefermengen – und Zusammensetzungen bei gleichbleibender Kostenbeteiligung niederschlagen können.

Regionale Wirtschaftskreisläufe und standortgrechte Produktion

Solidarökonomische Landwirtschaft produziert lokal, will regionale Wirtschaftskreisläufe ankurbeln und verfolgt das Ziel, die Ernährungssouveränität für die Beteiligten der Initiativen, aber auch für die Region zurückzugewinnen. Zu ihren Prinzipien gehören weiter eine standortgerechte ökologische Produktion, welche auf einer nachhaltigen, die Biodiversität fördernden Nutzung von Boden, Pflanzen und Tieren basiert.

Abschlusstagung Projekt

Am 17.September 2021 fand die Abschlusstagung des Forschungsprojekts «Solidarökonomie zur Förderung des ökologischen Landbaus in Europa» statt. Als Highlight der Tagung wurde die Vorpremière des projektbasierten Films «Solidarökonomie – eine andere Wirtschaftsform für ein nachhaltiges Ernährungssystem» gezeigt, der demnächst für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Nachfolgend drei Folien aus dem Referat der Projektleiterin Bettina Scharrer, CDE, Universität Bern. Folie aus dem Vortrag von Bettina Scharrer, Universität Bern

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Folie aus dem Vortrag von Bettina Scharrer, Universität Bern

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Folie aus dem Vortrag von Bettina Scharrer, Universität Bern

Folie aus dem Vortrag von Bettina Scharrer, CDE, Universität Bern

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Synthetische Pestizide: Vortrag von Johann G. Zaller, Universtität für Bodenkultur Wien

25. Mai 2021
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Klicken Sie auf das Bild für Vergrösserung! Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Dass synthetische Pestizide wirken, bezweifelt niemand. Was an der einen Stelle zum gewünschten Erfolg führt, bringt an der anderen Stelle jedoch unerwünschte Nebenwirkungen. «Es ist heutzutage praktisch unmöglich, nicht mit den Rückständen von Pestiziden in Berührung zu kommen», sagt Professor Zaller von der Wiener Universität für Bodenkultur. Darüber, dass synthetische Pestizide nicht so gut getestet sind, wie immer vorgegeben wird, und von deren Wirkung auf Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere, Menschen, Umwelt und Klima spricht Prof. Dr. Johann Zaller in seinem Vortrag.

Synthetische Pestizide – Fluch oder Segen? Prof. Dr. Johann G. Zaller, Universtität für Bodenkultur. Video 1:12:29. Bio-Stiftung Schweiz

Heidi hat ein paar Vortrags-Folien kopiert. Die Reihenfolge entspricht nicht jener im Vortrag. Klicken Sie auf die Darstellungen für Vergrösserung.

Copyright: Augler et al. 2018, Universität Augsburg

Copyright: Augler et al. 2018, Universität Augsburg

Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

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Rote Balken = normale Dosierung. Von Links nach rechts: Fungizid Headline (Pyraclostrobin), Fungizid BAS 500 18 F (Pyraclostrobin), Herbizid Curol B (Bromoxyniloctanoate), Fungizid Captan Omya (Captan), Herbizid Dicomil (Fenoxaprop-P-ethyl, Fungizid Prosper (Spiroxamine), Insektizid Roxion (Dimethoate). Brühl et al. 2013. Sci Rep. Terrestrial pesticide exposure of amphibians: An underestimated cause of global decline? https://www.nature.com/articles/srep01135

Copyright: Gaupp-Berghausen et al. 2015, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26243044/

Copyright: Gaupp-Berghausen et al. 2015, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26243044/

Copyright: Katzmann & Schrom 1986

Copyright: Katzmann & Schrom 1986

Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

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Arch. Toxicol.

Mostafalou & Abdullahi 2017. Arch Toxicol. https://link.springer.com/article/10.1007/s00204-016-1849-x

agrarheute

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Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Copyright: Klaus Staeck 1983

Copyright: Klaus Staeck 1983

Synthetische Pestizide – Fluch oder Segen? Prof. Dr. Johann G. Zaller, Universtität für Bodenkultur. Video 1:12:29. Bio-Stiftung Schweiz

Unser täglich Gift. Johann G. Zaller

Daily Poison- Pesticides an Underestimated Danger, erweiterte Ausgabe von „Unser täglich Gift“. Johann G. Zaller

Johann G. Zaller auf Twitter: Laufend interessante Meldungen aus der Wissenschaft.

Weitere Webseiten der Bio-Stiftung Schweiz:

Bodenfruchtbarkeitsfonds 

Pestizidmythen 

Das Gift und wir

25.5.21 HOME

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Leserbrief: Wenn ich JA-Werbung machen müsste …

6. Mai 2021

Liebe Heidi

Die vielen NEIN-Plakate auf meinem frühmorgendlichen Rundgang – vorbei auch an zwei neuen, riesigen Geflügelmasthallen – haben mich überzeugt. Ich werde nun NEIN stimmen.

Nein, Spass beiseite. Wenn ich JA-Werbung machen müsste, würde ich schreiben, dass ich nach dem NEIN der Bio-Leute nun ausländische BIO-Produkte kaufen werde, und dies sehr lustvoll.

Freundliche Grüsse

Fritz H.

6.5.21 HOME

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Landwirtschaftliche Ausbildung – wohin?

5. Mai 2021
Empfehlenswerte Seite im strickhof-Angebot!

Empfehlenswerte Seite im strickhof-Angebot!

Heidi wird immer wieder gefragt, ob denn in der landwirtschaftlichen Ausbildung dem Umweltschutz gebührend Platz eingeräumt werde, denn auch LeserInnen sehen immer wieder Missstände. Das dürfte von Ausbildungszentrum zu Ausbildungszentrum unterschiedlich sein.

Über den Strickhof staunte im Januar 2012 selbst die Spitze des Zürcher Bauernverbands, denn rund um das kantonale Ausbildungszentrum für Landwirte lag grosszügig Mist auf den Feldern. In der Sonntagszeitung vom 12.2.12 stand: „… Oberster Chef ist der SVP-Regierungsrat Markus Kägi. Wie er seinen bodenständigen Parteikollegen das schlechte Vorbild erklärt hat, ist nicht überliefert.“

Nun meldet sich der Direktor des Strickhofs, Ueli Voegeli, zu folgendem Beitrag der Bio-Stiftung Schweiz auf Linkedin zu Wort.

Es geht auch ohne diese #Pestizide – Ruedi Vögele, #Bauer und #Gemeindepräsident von #Neunkirch.
Link zum Statement: https://lnkd.in/d9_vUQd
#diezukunftistpestizidfrei #lebenstattgift #gesundheit #biolandwirtschaft #dasgiftundwir

Vertiefende Informationen auf www.dasgiftundwir.ch oder www.pestizidmythen.ch

Dieses Video (0:26) ist auch auf youtube abrufbar:

Statement 12, Ruedi Vögele, Bauer, Gemeindepräsident Neunkirch

Ueli Voegeli, schrieb dazu folgenden Kommentar:

„Natürlich geht es auch ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz. Auf Ruedi Vögele’s Betrieb und auf vielen anderen tüchtigen und innovativen Bio- und IP-Betrieben. Aber trotzdem sind die aktuellen Agrarinitiativen – und mögen sie aus rein ökologischer Sicht noch so verheissungsvoll klingen – der falsche Weg, um die Herausforderungen unserer einheimischen Landwirtschaft für eine ressourcenschonende, marktorientierte und echt nachhaltige Nahrungsmittelproduktion in einer intakten Umwelt (auch in einem globalen Ernährungssicherungskontext) bewältigen zu können. Mit einseitigen Hauruckmassnahmen, disruptiven Radikallösungen, technophoben Grundhaltungen und ideologisierten, öko-sozialen Wunschvorstellungen kommen wir in unserer hochkomplexen Land- und Ernährungswirtschaft nicht weiter und erzielen auch keine Fortschritte bei der Biodiversität und dem Klimaschutz.“

Antwort der Bio-Stiftung:

„Sehr geehrter Herr Ueli Voegeli, Sie sagen, dass es auch tüchtige Bauern gibt, die es schaffen, ohne synthetische Pestizide zu bewirtschaften. Was ist denn mit den übrigen? Sind sie nicht tüchtig? Es sei nicht der richtige Weg, aber Sie zeigen keinen anderen auf. Bis heute haben Politik und SBV keinen ressourcenschonenden, marktorientierten und echt nachhaltigen Weg skizziert. Ein solcher ist ohne Schutz von Boden, Wasser, Luft und unserer Gesundheit nicht machbar! Hauruck ist es nicht, denn lange Übergangsfristen sind vorgesehen. Seit mehr als 30 Jahren ist das Grundwasser in den Ackerbaugebieten mit Nitrat belastet, hinzu kommen Pestizide. Es wird immer schwieriger und kostspieliger sauberes Trinkwasser zu finden. Sollen wir noch weitere 30 Jahre nicht handeln? Heute ist die Schweizer Landwirtschaft stark abhängig von importierten Produktionsmitteln wie Futter, Dünger, Maschinen usw. Glauben Sie, dass dies langfristig mit Blick auf die Weltlage funktioniert? Sie liefern zwar viele Schlagwörter, aber keine Lösungen.

Ein „hochkomplexes System“ ist eine Ausrede für „weiter wie bisher“. Dass mit den Initiativen keine Fortschritte in Biodiversität und Klimaschutz erzielt würden, entbehrt einer wissenschaftlichen Basis. So sind Pestizide da, um zu töten. Sie töten aber nicht nur die Zielorganismen, sondern viele andere auch; besonders Wasserorganismen in Bächen leiden stark, desgleichen Insekten und mit ihnen die Vögel. Und die europaweiten Spitzenwerte bei den Ammoniakemissionen schaden nicht nur Wäldern, Mooren und Naturschutzgebieten, sondern auch unserer Gesundheit. Wenn die Schweizer Landwirtschaft uns auch künftig ernähren soll, dann braucht es grosse Veränderungen hin zu Nachhaltigkeit. Der Wille scheint in der Politik nicht vorhanden zu sein, also müssen wir den Ball ins Rollen bringen.“

Heidi meint: „Eine Reform der landwirtschaftlichen Ausbildung ist dringend nötig.“

5.5.21 HOME

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Zur Stellungnahme der IG Bio – Die Macht der Mainstream-Allianz

12. April 2021

Liebe Heidi

Vielen Dank für den Beitrag. Ja, es fragt sich, ob «IG Bio» und ähnliche Gremien wirklich die Interessen der Bio Branche vertreten oder vielmehr die Interessen (Lobby) von Industrie, Handel, Behörden und Vertretern der Grossbauern (SBV und andere).

Alles weist darauf hin, dass in der Tat die mächtige Allianz kurzfristige Interessen von Lebensmittelindustrie und -handel vertritt und die langfristigen Auswirkungen des jetzigen Produktions- und Verteilungssystem verschleiern will. In diesem Prozess ist die Integration der Bio Suisse ein Schlüsselelement: Bio Suisse wurde vor rund 40 Jahren als Motor für Fortschritt, Nachhaltigkeit und Innovation gegründet, sie wird aber jetzt benutzt, um Bio in die «Mainstream» Strömung zu integrieren. Im Auftrag von «Mainstream» werden einzelne Massnahmen vorgeschlagen und teilweise durchgeführt («Absenkpfad Pestizid», «mehr Bio», usw.), aber das echte Ziel ist, das gegenwärtige System und die Privilegien der Systemteilnehmer aufrechtzuerhalten.

KonsumentInnen müssen erkennen wie diejenigen, welche ständig «Nachhaltigkeit» ins Maul nehmen, in der Tat nur einzelne Massnahmen vorschlagen – aber ihnen geht es darum, das jetzige System der Nahrungsmittelproduktion vor den nötigen Veränderungen zu schützen.

Dieses System ist überholt und führt zur ökologischen und sozialen Katastrophe. Angesagt ist «System Change».

Robin Desbois

Lieber Robin

Du schilderst sehr schön wie es aktuell läuft. Die beiden Volksinitiativen sind ein Schritt in die Zukunft, aber es braucht noch mehr!

Danke und Gruss

Heidi

12.4.21 HOME

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