Posts Tagged ‘Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen’

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! (2) Neues Wappen Oberuzwil

1. Oktober 2019
Die Gemeinde Oberuzwil schützt "seinen Brändle". Das Naturschutzgebiet Chegelwis in Bichwil ist bereits grösstenteils zerstört. Das kümmert die Gemeindebehörden offenbar nicht. Die Alpakas von Adrian Brändle trampeln weiterhin dort herum, wo der geschützte Lebensraum von Amphibien ist, aber diese kaum eine Überlebenschance haben.

Die Gemeinde Oberuzwil schützt „seinen Brändle“. Das Naturschutzgebiet Chegelwis in Bichwil ist bereits grösstenteils zerstört. Das kümmert die Gemeindebehörden offenbar nicht. Die Alpakas von Adrian Brändle trampeln weiterhin dort herum, wo der geschützte Lebensraum von Amphibien ist, aber diese kaum eine Überlebenschance haben.

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! Heidis Mist vom 26.9.19

1.10.19 HOME

Datenschutzerklärung

Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern

15. Mai 2019

Alpakazucht Bichwil

Dass auf dem Alpakazuchtbetrieb in Bichwil SG vieles nicht ordentlich läuft, sehen wohl alle, die einen kritischen Blick über den Zaun werfen. Was die Tierhaltung anbetrifft, hat die kantonale Behörde viel Aufwand betrieben, Verbesserungen verlangt, die Einhaltung von Gesetzen gefordert und auch geklagt. Doch der Tierhalter war nicht einsichtig, rekurierte. Die Richter des Kreisgerichts Wil in Flawil sprachen Adrian Brändle am 3.4.12 frei. Der Unschuldige darf auch weiterhin Alpakahalter ausbilden. Die kantonale Vollzugsbehörde investierte viel Zeit in diesen Betrieb, erfolglos. Sie hat resigniert. Alles ist rechtens, so das Kreisgericht. Oder etwa nicht?

Welche Gründe führten die Richter für den Freispruch an? Ihre Argumentation möchte Heidi kennen. Im Sinne des Öffentlichkeitsprinzips müsste man eigentlich Einsicht in das Gerichtsurteil erhalten.

Unrat, Kot und Alpaka im Naturschutzgebiet

Unrat, Kot und Alpaka im Naturschutzgebiet

Und wer kümmert sich um das Naturschutzgebiet? Sofortmassnahmen gibt es offensichtlich keine. Lässt man das Gebiet solange zerstören bis es wertlos ist?

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet, Heidis Mist vom 3.5.19

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben! Heidis Mist vom 5.5.19

15.5.19 HOME

Datenschutzerklärung

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben!

8. Mai 2019

Die lokalen und kantonalen Behörden haben im Fall Bichwil versagt. Sie kennen die Missstände seit Jahren, handeln aber nicht. Heidi hat beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) angeklopft.

Darf der Alpakazüchter Adrian Brändle weiterhin Alpakahalter ausbilden?

Antwort BLV: „Der SKN wurde bei uns regelkonform eingereicht und die Anerkennung nach der festgelegten Frist auch erneuert.“

Weiter bat Heidi das BLV, im Fall Brändle zum Rechten zu sehen.

Antwort BLV: „Sie müssen sich direkt an die zuständige kantonale Vollzugsbehörde wenden.

Das kantonale Veterinäramt ist für den Vollzug und somit für die Kontrollen zuständig.

Lassen Sie dem kantonalen Veterinäramt möglichst aussagekräftige Bilder und eine sachliche Beschreibung der Situation zukommen. Falls angezeigt, können die kantonalen Behörden Kontrollen durchführen.

https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/import-export/import/adressliste-kantonalen-veterinaeraemter-db.pdf.download.pdf/Adressliste%20der%20kantonalen%20Veterinaeraemter.pdf

Bezüglich Naturschutzgebiet müssen Sie sich ebenfalls an die zuständige kantonale Stelle wenden.“

Muss Heidi etwas tun? Sie hat dem BLV geschrieben: „Ich bin eine Steuerzahlerin, keine Kontrolleurin, keine Gemeindepräsidentin oder kantonale Beamtin. Ich muss mich also nicht an andere Stellen, etwa kantonale, wenden …

… Einmal mehr stelle ich fest: Es gibt Gesetzte. Die Kantone sind für den Vollzug verantwortlich, nehmen ihn aber nicht wahr. Der Bund will nichts von seiner Oberaufsicht hören. Fazit: Alle sind NICHT verantwortlich.“

Übrigens: Jetzt weiden Alkpakas in einer frisch gemisteten Wiese. Auch das hat Heidi dem BLV gemeidet.

Lesen Sie die Geschichte über das Naturschutzgebiet und die Alpakazucht in der Chegelwis in Bichwil:

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet, Heidis Mist vom 3.5.19

Nachtrag vom 15.5.19: Was die Tierhaltung anbetrifft, hat die kantonale Behörde viel Aufwand für Verbesserungen betrieben, die Einhaltung von Gesetzen gefordert und auch geklagt. Doch der Tierhalter war nicht einsichtig, machte Rekurs. Die Richter des Kreisgerichtes Wil haben ihn am 3.4.12 freigesprochen.

Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern, Heidis Mist vom 15.5.19

Politik und Artenvielfalt

Der Flora und Fauna geht es miserabel. Ein Aufschrei geht gerade um die Welt. Wird dieser von Bundesrat und Parlament gehört? Oder wird er samt Echo an den harten Wänden des Bundeshauses und der Amtsstuben verhallen?

Weltbiodiversitätsrat warnt vor Artensterben

Medieninformation Naturwissenschaften Schweiz: „Das Artensterben beschleunigt sich fortwährend und ist bereits 10- bis 100-mal höher als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre. Insgesamt sind 0,5 bis 1 Million von rund 8 Millionen Arten gefährdet, warnt der Weltbiodiversitätsrat IPBES am Montag im ersten globalen Bericht zum Zustand der Biodiversität und der Ökosystemleistungen. Der dramatische Zustand der Natur hat enorme Konsequenzen für die menschliche Existenz. So sind 14 von 18 Leistungen der Natur wie Bestäubung oder saubere Luft am Schwinden.“

Weltbiodiversitätsrat warnt vor drastisch beschleunigtem Artensterben, Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) vom 6.5.19

7.5.19 HOME

Datenschutzerklärung

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet

4. Mai 2019

Blick in das Naturschutzgebiet, das sich in der Chegelwis in Bichwil befindet. Viel Unrat liegt herum und Alpakas weiden darin, haben freien Zugang. Das Land bis zur Strasse ist für die Tiere eingezäunt. Es gibt keinen öffentlichen Zugang zum Schutzgebiet. Klick für grösseres Bild.

Ein kleines Naturschutzgebiet ist es „nur“, das in der Chegelwi(e)s in Bichwil SG liegt. Doch gerade solche Biotope sind für die Biodiversität und Vernetzung wichtig. Oft genug verschwinden oder degenerieren sie. Viele sind heute bedroht, da kein grosses Auge über ihnen wacht. Die Naturschutzorganisationen haben Arbeit genug mit ihren Gebieten und den allgemeinen Umweltproblemen.

Zwei Enten sind am Weiher interessiert, doch wie geht es der übrigen Flora und Fauna? Kot liegt auf dem Boden.

Das Naturschutzgebiet war einst eine Kiesgrube. Nachdem die Ausbeutung aufgegeben wurde, entwickelte sich ein Biotop. Lehrer besuchten es einst mit Schülern und erklärten ihnen Mölche und Kaulquappen. Die Ökonzept GmbH erarbeitete 2007 für die Chegelwis ein Aufwertungsprojekt. Trotzdem weiden dort seit Jahren Alpakas und allerlei Unrat und Holz lagert im ebenen Teil.

Dort wo heute braune Erde ist, müssten eigentlich Büsche mit Krautsaum und hohem Gras stehen. Bald würden junge Frösche aus dem Teich kommen. Diese brauchen Grünzeug nicht nackte Erde. Wenn es noch Frösche gibt, dann steht Ihnen und den jungen Fröschchen ein kurzes Leben bevor, denn eine Hundertschaft an Alpacas trampeln die kleinen Tiere zu Tode. Ausserhalb des Naturschutzgebietes gedeihen jetzt die Wiesen, das Gras ist fast 50 cm hoch, aber im Schutzgebiet sieht Heidi viel nackte Erde.

Zustand des Naturschutzgebietes im August 2017. Damals war kein „Trockensommer“ wie 2018. Man sieht grosse kahle Flecken. Die dunkelgrünen weisen auf Überdüngung hin und allerlei Abgelagertes ist sichtbar. Klicken Sie auf das Bild zur besseren Beurteilung.

Die Gemeinde Oberuzwil kennt die Missstände seit Jahren, sie wurde zudem von Ortsansässigen wiederholt auf den miserablen Zustand des Naturschutzgebietes aufmerksam gemacht, trotzdem hat sie der zerstörerischen Tätigkeit bisher kein Ende gesetzt. Aktuell sucht man offenbar nach „Lösungen“ und revidiert die Schutzverordnung. Die Nutzung der Chegelwis widerspricht krass der Schutzverordnung, in welcher auch der Vollzug geregelt ist, inkl. Ahndung bei Zuwiderhandlungen gemäss Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG). Unter Art. 12 der Schutzverordnung „Biotope und Weiher (BioT)“ ist zu lesen:

  1. Biotope und Weiher sind als naturnahe Flächen zu erhalten. Alle Tätigkeiten und Massnahmen, die eine Gefährdung dieser Gebiete mit sich bringen, sind verboten. Notwendige Pflegemassnahmen haben objektbezogen und fachgerecht zu erfolgen.
  2. Die im Plan bezeichneten Weiher mit ihrer natürlichen Umgebung dürfen in ihrer flächenmässigen Ausdehnung nicht verändert werden.

Auf den angrenzenden Wiesen liegt viel Kot, was von Kontrolleuren beanstandet werden müsste, siehe Tierschutz-Kontrollhandbuch Lamas und Alpakas BLV.

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Offenbar steht ganz neu eine Baumulde beim Alpaka-Hof von Adrian Brändle, dem „Bewirtschafter“ des Hofes und des Naturschutzgebietes. Heidi weiss aber nicht wozu sie dient, denn es gibt dort auch Bauten für die nach den Aussagen eines Beamten, der nicht genannt werden will, wahrscheinlich keine Baubewilligung vorliegt. Zwar hat der Vater von Brändle schon 2013 ein Baugesuch für eine Scheune mit Alpakastall sowie Pferdeboxen und -ausläufe eingereicht, aber, wie es scheint, erfolglos, denn im Mitteilungsblatt der Gemeinde Oberuzwil vom 25. August 2017 hat Heidi Seite 7 ein „nachträgliches Baugesuch“ für „Erstellung Unterstände, Hofplatz und Pferdeausläufe“ auf Grundstück Nr. 751, Chegelwies, gefunden. Der Gesuchsteller ist Adrian Brändle, der Grundeigentümer hingegen Johann Rudolf Brändle, der Vater von Adrian Brändle. Ob inzwischen eine Bewilligung erteilt wurde, das weiss Heidi nicht. Google Street View 2013 zeigt Aufnahmen einzelner Bauten und, aus der Perspektive der Unterdorfstrasse, auch die grosse Bogenhalle. Was tun die Behörden?

Brändle kaufte die Liegenschaft zusammen mit dem Naturschutzgebiet, wusste also von Anfang an, dass sein Sohn dieses nicht nutzen darf. Die Schutzfläche wurde also willentlich massiv geschädigt. Der Stall, welcher vor der Übernahme des Landwirtschaftsbetriebs durch Brändle bestand, enthält Pferdeboxen und ist vermietet.

Der CVP-Politiker, ehemalige Kantonsrat, ehemalige Berufs- und Laufbahnberater des Bezirk Untertoggenburg, ehemalige Bundesdelegierter der CVP des Kantons St. Gallen und erfolgreiche Sportler Johann Rudolf Brändle, Jahrgang 1943, konnte den Landwirtschaftsbetrieb um die Jahrtausendwende kaufen, dies obwohl die Voraussetzungen für den Kauf gemäss Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) nicht gegeben waren, denn er ist nicht Selbstbewirtschafter. Lesen wir doch den Art. 63 des BGBB Verweigerungsgründe: „1 Die Bewilligung zum Erwerb eines landwirtschaftlichen Gewerbes oder Grundstücks wird verweigert, wenn: a. der Erwerber nicht Selbstbewirtschafter ist.“ Das Landwirtschaftsamt SG hatte trotzdem den Segen gegeben.

Dass überall Futter bereitsteht ist klar, wenn man solche Weiden sieht. Es gilt, die 150, oder bisweilen 250, Alpakas zu ernähren. Das Futter muss in erheblichen Mengen zugekauft werden. Von Biodiversität keine Spur.

Seit 2000 betreibt Brändles Sohn, siehe seine Internetseite, eine PERU Alpakazucht. Er hält nach eigenen Angaben 150 Alpakas. Auch wenige Pferde sind auf dem Hof mit Reitplatz. Der Reitplatz liegt unmittelbar neben dem Naturschutzgebiet; er war aber schon vom früheren Besitzer gebaut worden. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat Brändle als Organisation für die Ausbildung von Lama- und Alpaka-Halter/innen anerkannt. Auf der am 21.8.19 aktualisierten Liste ist erfreulicherweise Brändle nicht mehr aufgeführt.

Blick auf den „Hof“. Zeitweise soll der Mist in der Bogenhalle meterhoch liegen. Der Mist wird mit dem Mistzetter ausgebracht. Schon bald, manchmal schon nach wenigen Tagen, stehen die Alpakas in der Weide. Tiere mögen kein mit Mist „gewürztes“ Futter. Dies ist auch vom hygienischen Standpunkt aus problematisch. Krankheiten und Parasiten können so leicht übertragen werden.

Blick auf Hof, Weiden und Naturschutzgebiet im August 2017. Wer das Bild mit einem Klick vergrössert, sieht die geneigte kahle Fläche im Naturschutzgebiet. Wer die Luftansicht von Google Earth anschaut, stellt grosse kahle Flächen fest; die Aufnahme stammt höchstwahrscheinlich vom 1.8.18, nicht, wie fälschlicherweise von Google deklariert, „2019“.

Heidis Fragen: Gibt es für solche „Landwirtschaft“ Direktzahlungen? Wo ist die Nachhaltigkeit? Was trägt dieser Betrieb zur Ernährungssicherheit bei? Wieso hat die Gemeinde Oberuzwil so lange nichts gegen die illegalen Bauten und die zerstörerische Bewirtschaftung des Naturschutzgebietes unternommen?

Heidi wird das Naturschutzgebiet (ehemalige Kiesgrube) und die Chegelwis, im Auge behalten, denn wo einflussreiche Leute tun und lassen was ihnen gefällt, auch Gesetzeswidriges, und die Behörden wegschauen, da braucht es Öffentlichkeit.

Nachtrag vom 15.5.19: Was die Tierhaltung anbetrifft, hat die kantonale Behörde viel Aufwand für Verbesserungen betrieben, die Einhaltung von Gesetzen gefordert und auch geklagt. Doch der Tierhalter war nicht einsichtig, machte Rekurs. Die Richter des Kreisgerichtes Wil haben ihn am 3.4.12 freigesprochen.

Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern, Heidis Mist vom 15.5.19

Futternapf

Alpakas auf der „Weide“.

Plan Naturschutzgebiet Chegelwis

Plan Schutzwald

Das Naturschutzgebiet befindet sich in der Grünnutzungszone, nicht in der Landwirtschaftszone.

Die Wiesen und das Naturschutzgebiet liegen im Gewässerschutzbereich AU

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben! Heidis Mist vom 7.5.19

Der Spiegel von Behörden und Gesellschaft, Seite 29 und 30

Jetzt geht es den Amriswiler Alpakas an die Wolle, Tagblatt vom 28.6.18

Alpakas grasen auf vielen Märkten, Tagblatt vom 25.7.12

Gemeinde- und Schulrat verkleinern? Tagblatt vom 21.5.10

Athletisch wie seine Vierbeiner, Pferde Woche vom 16.8.11

Alpacastallnet: Forum einer weiteren Internetseite von Adrian Brändle, seit 2008 nicht mehr aktualisiert.

3.5.19 HOME

Datenschutzerklärung

Ab 2019 Kontrollpunkte für den Gewässerschutz! Aber …

26. November 2018

Wenn ein Kontrolleur einen landwirtschaftlichen Betrieb unter die Lupe nimmt, muss er viele Punkte „abhaken“. Umso wichtiger ist es, dass auch der Gewässerschutz thematisiert wird. Nicht nur Heidi, auch Vollzugspersonen wünschen sich schon lange Kontrollpunkte für den Schutz der Gewässer. Heidi hat nun aufgrund eines Hinweises einige in Acontrol * gefunden. Sie fragte sich … und dann das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW): „Seit wann gibt es die Rubrik Gewässerschutz?“

Antwort des BLW: „Die Kontrollrubrik 20.01 Gewässerschutz wurde für die Datenerfassung ab 2019 neu in Acontrol eingeführt. Die darin enthaltenen Kontrollpunkte sind im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen und den veterinärrechtlichen Kontrollpunkten unverbindlich. Sie entsprechen einer Empfehlung der KVU (Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz). Derzeit gibt es in Acontrol keine weiteren Kontrollpunkte dieser Art.“

Heidis Freude dauerte somit nicht lange. Die letzte Rubrik von Acontrol, Gewässerschutz, ist also unverbindlich, wird wohl in diversen Kantonen ignoriert werden. Heidi meint: „Ohne verbindliche Kontrollpunkte – keine Kontrolle, ohne Kontrolle – keine Sanktionen, ohne Sanktionen – keine Verbesserung des Gewässerschutzes.“

Hier finden Sie die Tabelle der Gewässerschutz-Kontrollpunkte.

* Acontrol ist ein Informationssystem zur Verwaltung und Erfassung standardisierter Kontrolldaten im Bereich der Primärproduktion und weiterer Kontrolldaten des Veterinärdienstes Schweiz. Es wurde gemeinsam vom Bundesamt für Landwirtschaft BLW und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV aufgebaut und ist Teil des zentralen Informationssystems für die Lebensmittelkette.

Fiktives Beispiel einer Kontrolle

Wie die Kontrolle eines Landwirtschaftsbetriebs aussehen könnte, hat Heidi 2011 im folgenden Beitrag beschrieben. Damals wollte das BLW die neue Kontrollverordnung klammheimlich „durchwinken“, d.h. beschränkte die Zahl der Adressaten. Heidi schrieb: „Im Moment hat das BLW die totale Revision der Inspektionskoordinationsverordnung (VKIL) in die Vernehmlassung geschickt. Die Sonntagszeitung vom 5.6.11 titelt dazu: Trotz EHEC-Seuche: Bund will Kontrollen bei Bauern abbauen.“

Das BLW verteilt jedes Jahr fast 3 Milliarden Franken Steuergelder gutgläubig an die Bauern, Heidis Mist vom 14.6.11

Vom Wert einer guten Gesetzgebung, Heidis Mist vom 7.5.14

26.11.18 HOME

Datenschutzerklärung

Cartoon von NaNa zur Glyphosat-Medieninformation des BLV

11. Mai 2018

Glyphosatrückstände in Lebensmitteln: Kein Gesundheitsrisiko für Konsumenten, Medieninformation des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und
Veterinärwesen (BLV) vom 9.5.18.

11.5.18 HOME

Unser Bundesrat und die „exakte“ Wissenschaft!

11. Mai 2018
Offizielles Bundesratsfoto 2018, selbstaufklärend!

Offizielles Bundesratsfoto 2018, selbstaufklärend!

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) beruhigt das Schweizer Volk in der Medieninformation vom 9.5.18 wie folgt: „… Erst beim täglichen Konsum von beispielsweise 72 kg Teigwaren, 655 kg Brot, 10 kg Kichererbsen oder 1600 Liter Wein pro Kopf wäre mit gesundheitsschädigenden Folgen durch Glyphosatrückstände zu rechnen.

… Der Bundesrat sieht nach der Gesamtbeurteilung durch das BLV aus gesundheitlicher Sicht keinen Handlungsbedarf. „

Ob so viel „wissenschaftlicher Exaktheit“ und sektoriellem Denken bleibt Heidi die Sprache weg. Sie hat noch rasch im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) nachgeschaut, z.B. das Herbizid mit der Handelsbezeichnung „Glyphosat“:

  • H315 Verursacht Hautreizungen.
  • H411 Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
Kurzkennzeichnung - Vorsicht gefährlich Kurzkennzeichnung - Gewässergefährdend

Ein Silberstreifen am Horizont: Zahlreiche Bürgerinitiativen, die Glyphosat-freien Kommunen in Deutschland, Österreich, Portugal, die pestizidfreien Kommunen in Frankreich, Schweiz (60, Initiative von Greenpeace) … die im Dezember 2017 eingereichte Standesinitiative im Kanton Zürich usw.

Glyphosatrückstände in Lebensmitteln: Kein Gesundheitsrisiko für Konsumenten, Medieninformation des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und
Veterinärwesen (BLV) vom 9.5.18.

Standesinitiative zum Verbot der Anwendung des Wirkstoffes Glyphosat, Parlamentarische Initiative dreier Mitglieder des Kantonsrats Zürich, eingereicht am 11.12.17.

11.5.18 HOME

Die täglichen Lügen: prophylaktischer Antibiotikaeinsatz beim Tier

8. Februar 2018
Quelle: Sachgemässer Antibiotikaeinsatz, Massnahmen im Bereich Tier, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Quelle: Sachgemässer Antibiotikaeinsatz, Massnahmen im Bereich Tier, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Bauern und Vertreter der chemischen Industrie behaupten immer wieder, dass der prophylaktische Antibiotikaeinsatz verboten sei. Das stimmt nicht, er wurde nur eingeschränkt, d.h. keine Abgabe auf Vorrat für den prophylaktischen Einsatz!

Die Bauern dürfen auch weiterhin für die Behandlung von Tieren einen Vorrat an Antibiotika im Schränkchen haben. Für Reserve-Antibiotika gelten lediglich Einschränkungen.

Verordnung über die Tierarzneimittel (Tierarzneimittelverordnung, TAMV),
Anhang 5, Abs. 2, a bis c. Antimikrobielle Wirkstoffe, die nicht auf Vorrat abgegeben werden dürfen:

TAMV, Art. 11; Menge der verschriebenen oder abgegebenen Tierarzneimittel

Zitat aus Bemerkungen zur Checkliste Betriebsbesuch gemäss Anhang 1 TAMV, BLV: „Hingegen müssen Restmengen kritischer Antibiotika zur Entsorgung an den Tierarzt zurückgegeben werden, falls sie nicht für eine aktuelle Indikation verschrieben werden, da sie nicht auf Vorrat gelagert werden dürfen. Ebenso dürfen keine Antibiotika zur Prophylaxe im Vorrat sein.“

Heidi meint: „Das Finden der verschiedenen Vorschriften und Dokumente ist relativ mühsam und es gibt wie üblich zahlreiche Ausnahmen. Wie funktioniert der Vollzug?“


Sachgemässer Antibiotikaeinsatz, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).

Verschreibung, Abgabe und Anwendung, BLV

Antibiotika, BLV

Fachgerechter Umgang mit Tierarzneimitteln, BLV

Antibiotika-Resistenz-Problem: Taten sind gefragt! Heidis Mist vom 7.2.18

UNSERE GELIEBTE HEILIGE KUH, Heidis Mist vom 6.2.18

7.2.18 HOME

Heidi Band 3: Heidi will es wissen

6. Januar 2018

Abstand zu Wohnzonen: Heidis vergebliche Suche nach der Helikopter-Pestizid-Sprühliste, Heidis Mist vom 3.1.18

Insektensterben: Das Dornröschen schläft, Heidis Mist vom 11.11.17

Heidi Band 1: Heidis Lehr- und Wanderjahre, 1880

Heidi Band 2: Heidi kann brauchen, was es gelernt hat

Heidi Band 3: Heidi will es wissen, in Arbeit!

Wikipedia: In nur wenigen Jahren nach der Erstpublikation wurden die Heidi-Bücher zu einem Welterfolg. Bis heute wurden sie in über 50 Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt. Nachdem die Urheberrechte abgelaufen sind, erscheinen immer mehr Heidi-Bücher und -Geschichten, die jedoch mit Spyris Heidi teilweise nicht mehr viel gemeinsam haben, die Spanne reicht von sprachlichen Modernisierungen bis hin zu Fortsetzungen oder Übertragungen in die heutige Zeit.

6.1.18 HOME

Abstand zu Wohnzonen: Heidis vergebliche Suche nach der Helikopter-Pestizid-Sprühliste

3. Januar 2018
Zum Thema passend nochmals der Cartoon von NaNa.

Zum Thema passend nochmals der Cartoon von NaNa.

Im Rahmen einer Vernehmlassung im Frühling 2016 lockerte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Abstandsvorschriften für Pflanzenschutzmittel-Sprühflüge massiv, z.B. für Gebäude, öffentliche Areale und private Wohnzonen erstellte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine nicht abschliessende Liste der für 30 m bzw. 60 m zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Früher galt allgemein ein Abstand von 60 m, theoretisch wenigstens!

Mangelnder Vollzug –

Das Schweizer Fernsehen berichtet am 6.6.17 über die Walliser Helikoptersprühflüge wie folgt: „Ein Bericht der Denkwerkstatt Vision Landwirtschaft (VL) belegt Brisantes: Der Mindestabstand von 20 Metern zu Wäldern und Bächen werde systematisch missachtet. Und zwar seit Jahren.“

Hoher Pestizideinsatz und Gesundheitsrisiko

Auf 41 Seiten zeigt der Bericht von VL die Missstände auf. Zitat aus dem Bericht, Seite 19, Fungizideinsatz: „… Da ein Grossteil der Wirkstoffe nicht dorthin gelangt, wo sie sollen, nämlich auf die Blätter und in die Traubenzone der Reben, braucht es deutlich grössere Ausbringmengen, gemäss vorliegenden Untersuchungen im Durchschnitt mehr als das Doppelte an synthetischen Wirkstoffen, um dieselbe Wirkung zu erzielen wie beim professionellen Spritzen vom Boden aus. Dadurch gelangt ein Vielfaches der Giftstoffe in die Umwelt im Vergleich mit der professionellen Bodenapplikation. Zudem werden Resistenzen stärker gefördert und die Abdrift stellt auch ein direktes gesundheitliches Risiko für die in den Rebgebieten wohnende Bevölkerung dar. Kommt als gravierender Faktor dazu, dass sogenannte beitragende Flächen, also Stellen, von denen die Pestizide besonders leicht ins Oberflächen- und Grundwasser ausgewaschen werden, bei einer Applikation vom Helikopter nur sehr begrenzt ausgespart werden können und im Sinne einer Ausnahmeregelung auch nicht ausgespart werden müssen…“

Wo sind die aktuellen Abstandsvorgaben für Wohnzonen?

Am 13.9.16 veröffentlichte das BAFU die Vollzugshilfe Ausbringen aus der Luft von Pflanzenschutzmitteln, Biozidprodukten und Düngern. Darin steht Seite 20/21: „Der Sicherheitsabstand für private und öffentliche Gebäude und Zonen kann auf 30 m reduziert werden, falls ausschliesslich Produkte verwendet werden, die vom BLV im Rahmen des normalen Zulassungsverfahrens evaluiert und für diese Distanz bewilligt werden.“ Abtrift ist gemäss Vollzugshilfe akzeptabel, „wenn sich ausserhalb des Perimeters pro Flächeneinheit weniger als 10 Prozent des Volumens der Spritzbrühe, das auf der gleich grossen Fläche innerhalb des behandelten Perimeters verteilt wird, ablagern“. Dies entspricht einer Abdrift von 20% im Vergleich mit Bodenapplikation (doppelte Spritzmittelmenge).

Heidi hat im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) nachgeschaut. Für das 30-m-Abstands-Mittel Amarel-Folpet DF ist nur vermerkt „1. Auch für die Luftapplikation“ (zur Zeit ist dieses Mittel unter dem folgenden Link zu finden: Amarel-Folpet DF, das BLW ändert bei jeder Revision den Speicherort, ärgerlicherweise!).

BAFU > BLV, BAFU > BAZL > Agroscope

Eine aktuelle Abstandsliste fand Heidi nicht. Daher fragte sie bei der Sektion Boden des BAFU an, welche die Vernehmlassung geleitet hatte. Keine Antwort! Neun Monate später, am 9.6.17, schrieb Heidi erneut und bekam prompt Antwort: Man habe die Anfrage an das BLV weitergeleitet. Nach zwei Monaten ohne Antwort meldete sich Heidi beim BLV. Weitere zwei Wochen verstrichen ohne Antwort. Heidi fand, dass die Vernehmlassungsinstanz beim BAFU Bescheid wissen sollte und fragte dort nochmals an. Die prompte Antwort: Der Bundesrat habe 2015 beschlossen, die Federführung für das Dossier dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zu übergeben. Heidi solle dort nachfragen.

Also schrieb Heidi am 3.9.17 der Medienverantwortlichen des BAZL. Diese antwortete schnell, verwies Heidi auf die Vollzugshilfe und schrieb „Agroscope erstellt zudem jährlich eine Liste der Produkte mit den dazugehörigen Vorgaben. Diese sind jeweils für ein Jahr gültig und gelten nur für die Helikoptersprühflüge.“ Dem Schreiben lag die Agroscope-Liste für den Weinbau bei, nicht aber die vollständige BLV-Liste.

Also stellte Heidi am 15.9.17 folgende Fragen an die Medienstelle von Agroscope: „Wo finde ich die vollständige Liste? Wo wird die Liste für Reben veröffentlicht? Nach welchen Kriterien werden die PSM für die reduzierte Distanz von 30 m ausgewählt?“ Bisher … keine Antwort. Das ist insofern verständlich, als immer weniger Geld für die Forschung zur Verfügung steht, obwohl es eigentlich mehr brauchen würde, besonders für einen ökologischen Pflanzenschutz. Bei den Bauern hingegen wird nicht gespart!

Zurzeit ist die aktuelle Liste der für 30 m bzw. 60 m zugelassenen Pflanzenschutzmittel nicht öffentlich zugänglich – sofern es eine solche überhaupt gibt – auch die Liste für Luftapplikation im Weinbau nicht.

Forschung für „Zukunft“ nötig

Sie sehen, liebe Leserin, lieber Leser, Heidi hat auch 2018 viel zu tun. Wie viel einfacher, billiger, gesünder und lebenswerter für Flora und Faune (inkl. Mensch) wäre es doch, wenn es all die Pestizide nicht gäbe! Dann hätte die Forschung viele Pflanzenschutzprobleme schon heute mit umweltverträglichen Mitteln gelöst.

Hier finden Sie die Helikopter-Pestizid-Sprühliste für den Weinbau exklusiv auf Heidis Mist sowie weitere Links:

A1. LISTE DES FONGICIDES HOMOLOGUES EN VITICULTURE POUR LES APPLICATIONS PAR VOIE AERIENNE (2017)

Im Rahmen der Vernehmlassung publizierte Liste der für 30 m bzw. 60 m zugelassenen Pflanzenschutzmittel

Pestizideinsatz im Walliser Weinbau. Praxis, Gesetzgebung und Vollzug. Bericht zuhanden Vision Landwirtschaft, September 2013

Heidis 8 Artikel über Helikoptersprühflüge

Für eine pestizidfbefreite Landwirtschaft, Vision Landwirtschaft

Illegaler Pestizideinsatz. Winzer sprühen Gift – die Behörden schauen weg. Daniel Mennig und Flurin Maissen, SRF 6.6.17.

Pestizide im Wasser: Behörden nehmen hohes Risiko in Kauf, Daniel Mennig und Flurin Maissen, SRF 13.6.17

So verseuchen wir die Schweiz. Tonnenweise Pestizide kommen in der Schweizer Landwirtschaft zum Einsatz. Im Wallis werden geltende Vorschriften zum Pestizideinsatz einfach ignoriert. Blick 2.6.17

Missachten Walliser «Gift-Helis» die Vorschriften? 1815.ch vom 4.6.17

3.1.18 HOME


%d Bloggern gefällt das: