Posts Tagged ‘Bundesamt für Umwelt’

Breaking news: Kantone lassen Grundwasser-Schutz schleifen

1. Juli 2022

Heidi ist begeistert: Endlich kommt Bewegung in den Vollzug – hoffentlich!!!! Fast wagt sie nicht, daran zu glauben! Zahlreiche Medien berichteten gestern über dieses Ereignis. Der Blick schrieb am 30.6.22:

„Eigentlich gäbe es schon seit Jahrzehnten Regeln für den Grundwasserschutz, doch sie werden nicht richtig umgesetzt. Das Parlament fordert den Bundesrat nun auf, den Kantonen besser auf die Finger zu schauen.“ Lesen Sie hier weiter Nun soll der Bundesrat handeln – Kantone lassen Grundwasser-Schutz schleifen.

Grundwasser: Aufsichtskommission kritisiert Vollzug. Aqua & Gas 30.6.22

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Wie viel Chlorothalonil ist im Schweizer Grundwasser?

20. März 2022
Quelle: Bundesamt für Umwelt

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Zum Motto des diesjährigen Weltwassertags vom 22.3.22 «Grundwasser – das Unsichtbare sichtbar machen» passen Pestizid. Sie sind, genauso wie das Grundwasser, unsichtbar.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt: „Metaboliten des Fungizids Chlorothalonil belasten das Grundwasser grossflächig mit mehr als 0.1 Mikrogramm pro Liter. In mehr als der Hälfte aller Kantone treten Metaboliten in diesen Konzentrationen auf. Betroffen ist hauptsächlich das landwirtschaftlich intensiv genutzte Mittelland.*

Es ist klar: Das Grundwasser braucht mehr Schutz vor Verunreinigungen aller Art.

Lesen Sie weiter auf der Seite des BAFU: Chlorothalonil-Metaboliten im Grundwasser

Heidis Artikel über Chlorothalonil

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Quelle: Bundesamt für Umwelt

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Wie steht es mit der künftigen Wasserverfügbarkeit?

15. Februar 2022
Video: Swiss Water Bodies in a Changing Climate - Hydro-CH2018 Hydrological Scenarios

Video: Swiss Water Bodies in a Changing Climate – Hydro-CH2018 Hydrological Scenarios. Klicken Sie auf das Bild!

Schweiz: Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt

Medieninformation des Bundesamts für Umwelt (BAFU) vom 16.03.2021: „Es wird keine generelle Wasserknappheit geben, aber je nach Region und Jahreszeit kann es zu Wasserknappheit kommen – und umgekehrt werden stärkere Regenfälle zu mehr lokalen Überschwemmungen führen. Dies sind die Ergebnisse des heute veröffentlichten Projekts Hydro-CH2018, Hydrologische Grundlagen des Klimawandels. Die umfangreiche Studie wurde unter der Leitung des BAFU in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Klimadienste (NCCS) durchgeführt. Der Klimawandel führt dazu, dass sich unser Umgang mit dem Wasser in Zukunft ändern muss.“

Research shows that climate change is altering the water regime. Medieninformation Bundesamt für Umwelt (BAFU) vom 16.3.21

Video Swiss Water Bodies in a Changing Climate – Hydro-CH2018 Hydrological Scenarios. Bundesamt für Umwelt (BAFU), youtube

Bewässerungspolitik in Bayern: Denn sie wissen nicht was sie tun(?)

Siegfried Gendries schrieb  am 9.11.21 im Wasser-Blog über die Bewässerungspolitik in Bayern:

„Der Klimawandel in Deutschland wird einige Wassernutzer zu Verlierern machen. Allem voran die Landwirte. Dann nämlich, wenn die Trockenperioden zunehmen und der Wasserbedarf für landwirtschaftliche Bewässerungszwecke steigen wird. Da aber Wasserressourcen nicht unendlich sind und die Nutzungskonkurrenzen zunehmen, bedarf es einer soliden Grundlage bei der Wasserverteilung. Doch gibt es diese überhaupt?

In Bayern hat die Fraktion BÜNDNIS90/Die Grünen mit der Anfrage „Bewässerung in Bayern“ an die Landesregierung zu ergründen versucht, welche Datenbasis den künftigen Entscheidungen der Landespolitik zugrunde liegen kann. Dabei ist viel Unwissenheit zu Tage getreten. Das ist nicht weiter überraschend. Denn schon im April 2021 räumte der Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Bayerischem Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, Prof. Dr. Martin G. Grambow, beim DVGW-Webinar zum Thema „Klimawandel“ eine insgesamt unzureichende Erfassung der Wasserentnahmen in Bayern einräumen: „(…) festgestellt, dass die tatsächlichen Bewässerungsanlagen um den Faktor 5 bis 7 höher liegen als die genehmigten Anlagen. Also da ist etwas passiert unter unseren Augen, was keiner so richtig bemerkt hatte.“ Wow! Und niemand hat aufgeschrien! Dabei geht es auch um die Priorisierung konkurrierender Wassernutzungen, wenn die Ressourcen knapp werden.“

Lesen Sie hier weiter: Bewässerungspolitik in Bayern: Denn sie wissen nicht was sie tun(?). Siegfried Gendries, Lebensraum Wasser/Der Wasser-Blog 9.11.21.

Kampagne „Water of the Future“

Am 14.2.22 veröffentlichte der Wasser-Blog einen Gastbeitrag mit dem Titel Water of the Future – wie eine europaweite Kampagne für das Thema Wasser sensibilisiert:

„Wasser ist eine der wertvollsten Ressourcen unserer Zeit. Und doch verbrauchen wir weit mehr davon, als uns zur Verfügung steht – unbewusst und ungesehen. Ungesehen ist vor allem „virtuelles Wasser“, also Wasser, das für den Anbau, die Produktion und den Transport von Gütern verwendet wird. Virtuelles Wasser steckt in fast allem, was wir täglich nutzen. Neben dem durchschnittlichen Wasserverbrauch von etwa 120 Litern pro Person pro Tag sind auch unglaubliche 3’900 Liter Wasser in Produkten versteckt, die wir täglich nutzen.

Dieses Wasser wird in anderen Teilen der Welt für unsere Produkte entnommen. Deutschland hat seinen Wasserverbrauch also zu einem grossen Teil ausgelagert – häufig in Länder, in denen Wasserknappheit herrscht. Mit der Kampagne „Water of the Future“ machen gemeinnützige Organisationen und Städte aus acht europäischen Ländern auf die Themen virtuelles Wasser und Wasserfussabdruck im Zusammenhang mit der Klimakrise aufmerksam. Carolin Harscher von finep – forum für internationale entwicklung + planung – beschreibt in ihrem Gastbeitrag die Inhalte und wie sich die Bürgerschaft an der Kampagne beteiligen kann.“

Lesen Sie hier weiter: Water of the Future – wie eine europaweite Kampagne für das Thema Wasser sensibilisiert (Gastbeitrag). Lebensraum Wasser/Der Wasser-Blog

15.2.22 HOME

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Suisse-Bilanz: Es war einmal ein 10%-Fehlerbereich …

28. Januar 2022

In der Schweiz sind Hofdünger im Überschuss vorhanden! Übrigens: In der EU muss die Gülle auf unbestelltem Ackerland innerhalb von 4 Stunden eingearbeitet werden, nicht so in der Schweiz.

In der Schweiz sind Hofdünger im Überschuss vorhanden! Übrigens: In der EU muss die Gülle auf unbestelltem Ackerland innerhalb von 4 Stunden eingearbeitet werden, nicht so in der Schweiz.

Einst wurde der Ökologische Leistungsausweis (ÖLN) geschaffen. Dieser sollte sicherstellen, dass die Schweizer Bauern ökologisch wirtschaften; er ist Voraussetzung für den Bezug von Direktzahlungen. Wer immer Kritik an den tatsächlichen Verhältnissen äussert, der/die hält zur Antwort: Die meisten Bauern erfüllen den ÖLN und halten sich an die Gesetze. Nur hapert es schon bei den Gesetzen und erst recht bei deren Vollzug durch die Kantone. Wir wissen es längst: Die landwirtschaftlichen Umweltziele werden nicht erreicht.

Löchrige Suisse-Bilanz

Seit die Suisse-Bilanz geschaffen wurde, weiss man, dass sie einem Emmentaler gleicht, viele Löcher hat. Kontrolleure wissen z.B., dass Futter oder Mineraldünger zugekauft werden, ohne dass Bauern diese deklarieren, aber sie haben keine Möglichkeit, dies zu beweisen. Und wenn zweimal monatlich der Futtermittellieferant zum Bergbauern hochfährt, dann ist vermutlich mehr Futter – sprich Dünger – auf dem Betrieb, als die Umwelt erträgt.

Freipass für regelmässige Überschüsse

Hinzu kommt, dass die Suisse-Bilanz den Bauern einen Fehlerbereich von 10% zugesteht. Wenn die Bilanz einmal um 10% überzogen wird, dann wird dies toleriert, denn im nächsten Jahr liegt die Bilanz vielleicht 10% unter dem Soll, durchschnittlich aber bei 100%. Ein Fehlerbereich ist eigentlich: plus oder minus 10%. So mindestens hatten die Fachleute diese Regelung ursprünglich gedacht.

In Wirklichkeit sind viele Böden überdüngt, Bäche, Flüsse und Grundwasser leiden unter den Nährstofflasten, welche man nicht wegreden kann. Und man weiss, dass beschissen wird, massiv beschissen wird!

Das BLW will es wissen

Die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) hat im Jahr 2020 im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) die einzelbetriebliche Methodik der Suisse-Bilanz verwendet, um eine nationale Nährstoffbilanz für den gesamten Schweizer Landwirtschaftssektor zu berechnen. Damit wurde geprüft, ob die Stickstoff- und Phosphorbilanzen aus gesamtsektoraler Sicht eingehalten werden. Die Ergebnisse zeigen, dass der nationale Stickstoffsaldo die erlaubte Grenze von 110% des Pflanzenbedarfs bei fast allen berechneten Szenarien überschreitet. Dies ist ein Indiz dafür, dass in der Praxis nicht alle Nährstoffmengen korrekt deklariert werden.

Abschaffung 10%-Fehlerbereich

Das BLW möchte den 10%-Fehlerbereich, der von den Bauern als Freipass zu Überschüssen missbraucht wird, schon seit Jahren abschaffen. Im Agrarbericht 2021 schreibt es:

„Die Projektergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit einer zukünftig griffigen Mitteilungspflicht beim Einsatz von Mineraldünger und Kraftfutter, aber auch bei der Zu- und Wegfuhr von Grundfutter. Diese Pflicht würde dazu beitragen, dass die effektiven Nährstoffmengen präzise erfasst werden und Saldo-Werte von über 110 % nicht mehr auftreten.

Die Studie zeigt weiter, dass mit einer zusätzlichen Reduktion des Spielraums bei den «ausgewählten Suisse Bilanz-Parametern» und/oder einer «Streichung der 10%-Toleranz» ein zusätzlicher, grosser Beitrag zur Reduktion der N- und P-Düngung und damit auch der Nährstoffüberschüsse geleistet werden kann. Die damit einhergehende Verknappung des Nährstoffangebots würde u.a. auch eine Substitution von importiertem Mineraldünger mit einheimischen Hofdünger bewirken und folglich zu einem effizienteren Umgang mit den Nährstoffen führen.“

Den vollständigen Bericht finden Sie hier:Stickstoffsaldo einer sektoralen Suisse Bilanz, Agrarbericht 2021

Heidis Frage: „Kommen wir mit Selbstdeklaration ans Ziel?“

Parlamentarische Initiative. BLW

19.4480 Interpellatio: Wie ambitioniert ist der bundesrätliche Stickstoff-Absenkpfad tatsächlich? Kathrin Bärtschy

Stickstoff in der Schweizer Landwirtschaft – Ziele und Massnahmen nicht umweltrechtskonform. Vision Landwirtschaft. Vision Landwirtschaft

Der ÖLN ist eine durchzogene Erfolgsgeschichte. Vision Landwirtschaft

Absenkpfade Nährstoff- und Pestizidemissionen. Agrarallianz

Fach-, Umwelt- und Konsumentenorganisationen begrüssen konkrete Zielvorgabe der Pestizid- und Nährstoffreduktion, Pro Natura 18.8.21

28.1.22 HOME

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COP26, Luftverschmutzung … Mottfeuer im Berner Jura

13. November 2021

Abendstimmung am 12.11.21: Mottfeuer brennt stundenlang.

Trotz Klimaerwärmung und Luftverschmuitzung brennen im Berner Jura stundenlang Mottfeuer. Wytweiden haben Tradition und werden daher mit Geldern der Öffentlichkeit unterstützt. Aber heute geht der Giftzwerg um, bekämpft die Brombeerstauden, und der Feuerteufel zündet regelmässig Mottfeuer an, die dann stundenlang brennen, so wieder am 10. und 12.11.21. Sensibilisierung der Bauern nützt nichts, Bussen werden keine verhängt.

Man darf gespannt sein, was die hängige Aufsichsbeschwerde ans Bundesamt für Umwelt (BAFU) gegen die Untätigkeit der Berner Behörden bewirken wird. Nichts?

Mottfeuer im Berner Jura vom 10.11.21 brennt stundenlang.

Mottfeuer im Berner Jura vom 10.11.21 brennt stundenlang.

Heidis weitere 15 Artikel über Mottfeuer

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Mottfeuer im Berner Jura: Heidi ist wütend, sehr wütend!

26. August 2021
Es gibt praktisch täglich Feuer und Rauch!

Es gibt fast täglich Feuer und Rauch!

Wie viele Briefe hat Heidi schon den Ämtern geschickt, den kantonalen, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), sogar einmal dem zuständigen BAFU-Vize-Direktor. Die Berner Behörden versichern, dass sie „sensibilisieren“. Wenn einmal ein mutiger Polizist eine Anzeige erstattet, dann wird sie schubladisiert, da zu ungenau …

Doch …. fast täglich brennt irgendwo ein Feuer und verursacht massive Rauchentwicklung. Manchmal sieht es aus wie Waldbrand.

Mottfeuer gefährden die Gesundheit der Menschen und Tiere, sind schlecht fürs Klima und daher verboten. Für die Wyt-Weiden zahlen wir zusätzlich zu den normalen Direktzahlungen Beiträge für deren Erhaltung. In Wyt-Weiden des Berner Juras brennen aber regelmässig Mottfeuer mit starker Rauchentwicklung und Brombeeren werden grossflächig mit Herbizid bekämpft. Sind diese Weiden so wirklich erhaltenswert?

Die Gemeinde Tramelan hat eine Studie zur Bewirtschaftung der Wyt-Weiden bei einem Ökobüro in Auftrag gegeben: 2 bis 3 Jahre Forschung!!!!! Lieber forschen statt handeln!

Die Mottfeuer könnten aber sofort abgestellt werden, wenn die Gesetze vollzogen würden. Aber die Behörden machen nichts, nichts, nichts … ausser ein paar schöne Worte. Da soll man doch die Gesetze abschaffen und zugeben, dass deren Vollzug weder wünschenswert noch möglich ist.

Heidi ist wütend. Diese Schlamperei betrifft nicht nur die Mottfeuer!

Bauer im Berner Jura straflos trotz wiederholter Gesetzesverstösse. Heidis Mist vom 15.7.21

Heidis 9 Artikel zu Mottfeuer

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Damals am 9.3.12: Wasserfachtagung!

12. Mai 2021

Folie, die Daniel Hartmann, letzter oberster Grundwasserschützer der Schweiz, an der Wasserfachtagung vom 9.3.12 gezeigt hatte. Anlässlich seiner Pensionierung wurde die Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), die er leitete, aufgelöst.

Folie, die Daniel Hartmann, letzter oberster Grundwasserschützer der Schweiz, an der Wasserfachtagung vom 9.3.12 gezeigt hatte. Anlässlich seiner Pensionierung wurde die Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), die er leitete, aufgelöst.

Am 9.3.12 fand eine Wasserfachtagung über den Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser statt. Vertreter der Wasserversorgung kritisierten die vom BAG festgesetzten sehr hohen Grenzwerte für bisher „nicht geregelte Fremdstoffe“ und befürchteten, dass dem intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Tür und Tor geöffnet werden könnte. Sie forderten die betroffenen Bundesämter auf, sich klar zum Vorsorgeprinzip zu bekennen. Und die Kantone sollen die Gewässerschutzgesetzgebung konsequent umsetzen und bei Überschreiten der Grenzwerte griffige Massnahmen ergreifen. „Auch wenn einige Pestizide und Herbizide keine direkte Gesundheitsgefährdung darstellen, sie gehören definitiv nicht ins Trinkwasser“, so die Meinung des Fachverband für Wasser-, Gas- und Fernwärmeversorger (SVGW).

Seither ist viel schmutziges Wasser in den Schweizer Bächen und ins Grundwasser geflossen und die Einsicht, dass das Wasser konsequent geschützt werden muss, ist noch nicht in Bern angelangt. Daran müssen wir alle arbeiten, denn von nichts kommt nichts!

Die Folie ist aktueller denn je: Chlorothalonil wird nicht mehr akzeptiert. Monique Ryser, Infosperber vom 10.5.20

Grundwasser: Gefährden neue Grenzwerte das Vorsorgeprinzip? Heidis Mist vom 10.3.13

12.5.21 HOME

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Das Gewässerschutzgesetz und die Bauern

9. Dezember 2020

Klicken Sie auf das Bild zum Vergrössern!

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 So steht es im Gewässerschutzgesetz (GSchG), Art. 6 Grundsatz:

1 Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.

Aus der Tabelle oben (UFA-REVUE 12/2020) liest Heidi, dass Versickernlassen, in diesem Fall Pestizide, weiterhin toloriert wird, und es steht zu Beginn des Artikels folgender Text:

„Ein wesentlicher Teil der Gewässerbelastung durch Pflanzenschutzmittel (PSM) wird durch punktuelle Einträge auf dem Hof verursacht. Bei einem vorschriftsgemässen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und einer gewässerschutzkonformen Infrastruktur lassen sich diese Einträge vollständig eliminieren. Bund und Kantone bieten finanzielle Unterstützung an.“

Das Versickernlassen von Pestiziden ist gemäss Gewässerschutzgesetz klar verboten, trotzdem praktizieren es die Bauern schon lange und dürfen es offensichtlich auch weiterhin, bzw. entsorgen Reinigungswasser & Co. über die Kanalisation (mit oder ohne Anschluss an eine Abwasserreinigungsanlage).

Nun bekommen die Bauern im Rahmen des Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sogar Geld, damit sie die Gewässerschutzgesetzgebung besser einhalten.

Kantone vollziehen GSchG/GSchV nur zögerlich

Heidi meint: Es dürfte noch lange dauern bis alle Spritz-Bauern die nötigen Infrastrukturen gebaut haben. Zwar werden die Schwächen anlässlich einer Betriebskontrolle neu durch 12 Gewässerschutzkontrollpunkte aufgedeckt, aber bis alle Betriebe kontrolliert sind und bis zur Umsetzung ist erfahrungsgemäss ein langer Weg.

Dies umso mehr, als viele Kantone die vorgeschriebene periodische Kontrolle der Anlagen und Einrichtungen gemäss Art. 15 GSchG (seit 30 Jahren) bzw. Art. 28 der Gewässerschutzverordnung (seit 2014) nicht oder nur zögerlich veranlassten.

Umfrage BAFU Kontrolle Hofdüngeranlagen

Eine Umfrage des Bafu zeigte den Stand der Kontrollen 1.1.16. Sie war beschränkt auf die Kontrolle der Dichtheit der Lageranlagen und die Entwässerung des Betriebs. Mit der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz (KVU) wurde vereinbart, dass der Name der Kantone nicht kommuniziert wird.

Abschluss der Kontrollen sind geplant bis 2026:

  • Erst 3 Kantone hatten eine erste Kontrollrunde abgeschlossen.
  • 7 Kantone hatten umfangreiche Kontrollen nach Art. 28 GSchV begonnen, welche sie zwischen 2016 und 2018 abschliessen wollten.
  • 12 weitere Kantone führen/führten gewisse Kontrollen (Stichprobenkontrollen) durch oder planten sie. 1 Kanton plante umfangreiche Kontrollen nach Art. 28 GSchV.

Damit eine gewisse Dynamik in die Kontrollen kommt, wurde 2017 an einem Erfahrungsaustausch mit den Kantonen u.a. entschieden, die Kontrollliste Gewässerschutz gemäss Verordnung über die Koordination der Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben (VKKL) zu erarbeiten. Die Synergien bestehen darin, dass z.B. auf Betrieben, wo die Kontrolleure visuell Mängel in der Aussenwand der Behälter oder in der Entwässerung feststellen, die Kontrollen der Dichtheit und der Entwässerung prioritär durchgeführt werden können. Ebenfalls soll die Kontrolle der Lagerung von Mist auf dem Hof und im Feld anhand der VKKL-Kontrolle Gewässerschutz durchgeführt werden.

Das BAFU unterstützt die Arbeiten in Zusammenhang mit der Grundkontrolle nach VKKL weiterhin, so dass hoffentlich möglichst viele Kantone 2020 mit den ersten Kontrollen beginnen werden, hiess es im August 2019.

Da fragt jemand Heidi: „Ist das alles bloss ein Ablenkmanöver?“

Klarheit bei der Spülung. UFA-REVUE 12/2020

9.12.20 HOME

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Gewässerschutzverordnung Art. 41a Abs. 5 Bst. d: Es kam wie es kommen musste!

25. November 2020

Am 27.7.16 rief Heidi um Hilfe: Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes verhindern! Worum ging es? Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hatte im Mai einen Vorschlag zur Änderung der Gewässerschutzverordnung (GSchV) in die Vernehmlassung geschickt:

Die Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 wird unter anderem wie folgt geändert, Entwurf vom 23.5.16:

Art. 41a Abs. 5 Bst. d
5
Soweit keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann auf die Festlegung des Gewässerraums verzichtet werden, wenn das Gewässer:
d. sehr klein ist.

Was sind „sehr kleine Gewässer“? Heidi fand dies sehr unpräzis, dehnbar und klassierte diese Schreibweise daher als Juristenfutter. Sie machte eine Umfrage bei ein paar Bekannten. Resultat: Sehr kleine Bäche sind für den einen der Oberlauf direkt unter dem Quellbereich, für andere sind es etwas grössere Bächlein und für den Zentralschweizer Bauernbund sind es Gewässer mit einer Gerinnesohlenbreite von unter 2 m. Der damals zuständige (längst pensionierte) BAFU-Beamte schrieb Heidi: „80% der CH-Gewässer sind kleiner als 2 m, also sie fordern die Abschaffung des Gewässerraums!“

Es kam wie es kommen musste

In einer Mitteilung, die heute bei Heidi eingetroffen ist, schreibt das BAFU:  „Gewässerraum: Weshalb die Gewässer mehr Platz benötigen: … Die von Behörden festgelegten Räume wurden dennoch schon mehrfach vor Gericht angefochten, insbesondere wenn es um sehr kleine Gewässer geht. Dabei stellt sich auch die Frage, ab welcher Grösse ein Gewässer überhaupt als solches gilt. «Bis zu einem gewissen Grad liegt das im Ermessen des Kantons», sagt Lukas Berger. Das Bundesgericht, so der BAFU-Jurist, habe noch keine abschliessenden Kriterien festgelegt, was unter einem sehr kleinen Gewässer zu verstehen sei.“

Was schrieb das BAFU damals?

Auszug aus dem erläuternden Bericht: „Der Verzicht der Ausscheidung des Gewässerraumes bei sehr kleinen Gewässern zu Gunsten der Landwirtschaft geht zu Lasten der Umwelt. Der Schutz dieser Gewässer ist zwar wie bisher über die Chemikalien-Risiko-Reduktions-Verordnung (ChemRRV) und die Direktzahlungsverordnung (DZV) geregelt. Aufgrund der neuen Messweise ab Uferlinie statt wie bisher ab Böschungsoberkante sind die Gewässer jedoch künftig schlechter geschützt.

Heidis Frage: „Wie lange wird es noch gehen, bis die JuristInnen über das Wohl der Wasserlebewesen in sehr kleinen Gewässern entscheiden? Und wie werden sie gewichten? Zugunsten der Bauern oder der Wasser-Flora und -Fauna?“

Gewässerraum: Weshalb die Gewässer mehr Platz benötigen. Bundesamt für Umwelt, BAFU vom 25.11.20

Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes verhindern! Heidis Mist vom 27.7.16

25.11.20 HOME

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BAFU-Maulkorb: Lange Arme!

28. Oktober 2020

BAFU-Maulkorb für Wasserschützer. Heidis Mist vom 27.10.20

Petition: Keine Zensur der Eawag durch den Bundesrat. Heidis Mist vom 14.11.19

Von Forschungsfreiheit und Forschungszwängen. Heidis Mist vom 12.11.19

Roman Wiget: Fristlose Kündigung, weil er sich für sauberes Wasser einsetzte. Heidis Mist vom 12.10.20

28.10.20 HOME

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