Posts Tagged ‘Bürgerinitiative’

Von Freiwilligkeit, Eigenkontrolle und einer Bürgerinitiative

12. Mai 2018
Schon seit Jahren warten die 30.000 Bewohnerinnen und Bewohner, darunter auch Selina und ihre Schwester Sophie (siehe Foto), darauf, dass endlich eine Leitung gebaut wird, die sicheresCopyright: foodwatch

Copyright: foodwatch

Viele Massnahmen in der Landwirtschaftspolitik basieren auf Freiwilligkeit und Eigenkontrolle. Allzu oft funktioniert das nicht, wie ein aktuelles Beispiel aus Deutschland zeigt. Der Landkreis Oldenburg müsste mehr als 6’500 Hektar grösser sein, damit die Böden nicht überdüngt werden. Angesichts des seit Jahren bestehenden Problems stellt die Kreisverwaltung fest, dass Freiwilligkeit und Eigenkontrolle der Bauern nicht funktionieren, und fordert mehr staatliche Überwachung ein.

BürgerInnen und foodwatch erfolgreich für sicheres Wasser

Sicheres Wasser, das sollte in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht überall. In Sangerhausen z.B., einer kleinen Stadt im Harz, ist das Trinkwasser stark mit Uran, Nitrat und Sulfat belastet, eine Gefahr vor allem für Säuglinge und Kleinkinder. Schon seit Jahren warten die 30’000 BewohnerInnen, darunter auch Selina und ihre Schwester Sophie (siehe Foto), darauf, dass endlich eine Leitung gebaut wird, die sicheres Trinkwasser aus einem nahegelegenen Stausee pumpt.

Gemeinsam mit einer Initiative von BürgerInnen aus Sangerhausen machte foodwatch Druck beim lokalen Wasserverband. Der Protest hatte Erfolg: Die Bauarbeiten für die Trinkwasserleitung haben begonnen, schon Ende September soll endlich sicheres Wasser fliessen!

Das Beispiel zeigt: Wir BürgerInnen können etwas bewegen, wenn wir uns zusammenschliessen und gemeinsam protestieren.

Zu viel Gülle und Mist auf zu wenig Flächen, kreiszeitung 30.4.18.

Uran im Wasser – das geht gar nicht! foodwatch 11.5.18.

foodwatch fordert sauberes Trinkwasser für Sangerhausen, foodwatch 27.12.16.

12.5.18 HOME

Unser Bundesrat und die „exakte“ Wissenschaft!

11. Mai 2018
Offizielles Bundesratsfoto 2018, selbstaufklärend!

Offizielles Bundesratsfoto 2018, selbstaufklärend!

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) beruhigt das Schweizer Volk in der Medieninformation vom 9.5.18 wie folgt: „… Erst beim täglichen Konsum von beispielsweise 72 kg Teigwaren, 655 kg Brot, 10 kg Kichererbsen oder 1600 Liter Wein pro Kopf wäre mit gesundheitsschädigenden Folgen durch Glyphosatrückstände zu rechnen.

… Der Bundesrat sieht nach der Gesamtbeurteilung durch das BLV aus gesundheitlicher Sicht keinen Handlungsbedarf. „

Ob so viel „wissenschaftlicher Exaktheit“ und sektoriellem Denken bleibt Heidi die Sprache weg. Sie hat noch rasch im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) nachgeschaut, z.B. das Herbizid mit der Handelsbezeichnung „Glyphosat“:

  • H315 Verursacht Hautreizungen.
  • H411 Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
Kurzkennzeichnung - Vorsicht gefährlich Kurzkennzeichnung - Gewässergefährdend

Ein Silberstreifen am Horizont: Zahlreiche Bürgerinitiativen, die Glyphosat-freien Kommunen in Deutschland, Österreich, Portugal, die pestizidfreien Kommunen in Frankreich, Schweiz (60, Initiative von Greenpeace) … die im Dezember 2017 eingereichte Standesinitiative im Kanton Zürich usw.

Glyphosatrückstände in Lebensmitteln: Kein Gesundheitsrisiko für Konsumenten, Medieninformation des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und
Veterinärwesen (BLV) vom 9.5.18.

Standesinitiative zum Verbot der Anwendung des Wirkstoffes Glyphosat, Parlamentarische Initiative dreier Mitglieder des Kantonsrats Zürich, eingereicht am 11.12.17.

11.5.18 HOME

Erfolgreicher Ziegenpeter

20. Februar 2011
Heidi_Brief4

Heidifilm 1952: Ausschnitt aus Postkarte, erhältlich im Heidishop Maienfeld http://www.heidi-swiss.ch

Heidi hat heute einen Brief vom Ziegenpeter erhalten. In seinen Kommentaren zur Diaschau Miststöcke im Schnee und zu Heidi erzählt er von den Missständen vor seiner Haustür und seinen Bemühungen, sie zu beseitigen. Die zuständige Behörde ist gegenüber dem Bauern ziemlich machtlos, weil er sehr gute Beziehungen hat, jedenfalls schauten die Beamten bisher einfach weg. Zu Heidis Miststock-Diaschau meinte der Ziegenpeter: „Mich überrascht eigentlich gar nichts mehr.“ Im Januar handelte er, indem er den Umweltskandal bei der Umweltanwaltschaft anzeigte. Der Umweltanwalt schaute sich die Sauereien an und hat damit angefangen, für Ordnung zu sorgen. Heidi gratuliert dem Ziegenpeter zum Erfolg! Nun, ein Teil des Mists ist jetzt offenbar verschwunden, Heidi hofft, dass bald weitere Ablagerungen entfernt werden, nicht zuletzt all der Schrott, der vor seinem Küchen- und Esszimmerfenster abgestellt ist. Schön wär’s, wenn es in der Schweiz auch einen Umweltanwalt gäbe! Dann wären die Misthaufen im Rheintal längst weg.

In Sondershausen DE, nahe Erfurt, wurde 2007 die Bürgerinitiative Bebratal – Keine Schafhaltung im Erholungsgebiet gegründet. Obwohl der landwirtschaftliche Betrieb eindeutig illegal und ohne Anzeige des Gewerbes bei der Stadt betrieben wird und dort nicht genehmigungsfähig ist, kämpft die Bürgerinitiative heute noch gegen die Missstände.

20.2.11  HOME


%d Bloggern gefällt das: