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Verkehrte Prioritäten: Das Importkontingent für Butter wird erneut um 1’000 Tonnen erhöht

29. Juni 2022
Die Schweiz importiert immer mehr Butter trotz steigendem Käseexport! Copyright: Uniterre

Die Schweiz importiert immer mehr Butter trotz steigendem Käseexport! Copyright: Uniterre

Die neueste Medieninformation von Uniterre spricht Heidi aus dem Herzen. Ihre langjährigen LeserInnen wissen es, sie ärgert sich über die hohen Käseexporte (40% der Produktion) und die Exportförderung mit unseren Steuern. Dafür müssen wir Butter und viele pflanzlichen Produkte importieren. Diese Exporte landen auf den Tischen von reichen Leuten. Sie helfen nicht, den Hunger auf dieser Welt zu bekämpfen.

Medieninformation Uniterre vom 29.6.22

Auf der Webseite des BLW* ist am 16. Juni 2022 zu lesen: „Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW erhöht das Zollkontingent Butter für das Jahr 2022 zum dritten Mal.“ (Dies gilt für den Zeitraum vom 1. Juli 2022 bis zum Ende des Jahres.) „Die Branchenorganisation Milch hat dafür einen Antrag eingereicht. Die zusätzliche Importmenge von 1’000 Tonnen ist nötig, um die inländische Nachfrage bis Ende Jahr zu decken. (…) Da ein Grossteil der Schweizer Milch zu Käse verarbeitet wird, bleibt zu wenig für die Butterherstellung übrig.“

Bis heute hat das BLW 4’100 Tonnen Butterimport für 2022 freigegeben.

Ein böser Traum? Leider nein! Das Importkontingent wird erhöht, obwohl die Branchenorganisation Milch (BO Milch) seit 2021 einen neuen „Fond“, die sogenannte MPC-Box, aufgelegte hat, um den Export von hoch verarbeiteten Milcheiweiss-Konzentraten zu unterstützen. Ein wiederkehrendes Problem bei der Butterherstellung ist die Ratlosigkeit, was man denn mit dem anfallenden Protein-Nebenprodukt tun solle. Um sich dieses Problem vom Hals zu schaffen, wurde der MPC-Fond gegründet. Er wird durch den Fond „Regulierung“ finanziert, einer der zwei Fonds, die seit 1. Januar 2019 das Schoggigesetz ersetzen**.

Wie sieht nun die Lage 1 ½ Jahre später aus?
Im Fondsbericht von 2021 räumt die BO Milch ein, dasss die Butterherstellung 2021 trotz der Unterstützung des MPC-Nebenprodukts nicht gestiegen sei. Für Uniterre ist diese Situation inakzeptabel!
Zudem sind in der Zwischenzeit die Exporte von Käse ohne „Wertschöpfung“ noch weiter gestiegen: im Vergleich von 2020 mit 2021 um + 13,6% für „Andere Halbhartkäse“ und um + 2,2% für den „Switzerland Swiss“. Das ist nichts Neues, denn wegen der Zulage für verkäste Milch*** ist es für die VerarbeiterInnen interessanter Käse für den Export zu produzieren, als Butter für den heimischen Markt. Komplett verkehrte Prioritäten!

Die Frage nach der Logik dahinter besteht zurecht. Wann wird endlich die einheimische Produktion durch eine angemessene Planung unterstützt, anstatt um jeden Preis zu exportieren? Denn das wäre tatsächlich Ernährungssouveränität!

* Zollkontingent Butter wird um 1000 Tonnen erhöht. Bundesamt für Landwirtschaft 16.6.22

** Rechenschaftsbericht 2021, Fonds Rohstoffverbilligung Nahrungsmittelindustrie und
Fonds Regulierung

*** Medienmitteilung: Die Verkäsungszulage soll den Produzent*innen direkt ausbezahlt werden. Uniterre 1.4.20

Das Importkontingent für Butter wird erneut um 1’000 Tonnen erhöht – verkehrte Prioritäten. Medienmitteilung Uniterre 29.6.22

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Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl

22. Januar 2017
Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Alpöhi: „Heidi! Wo bist du? Der Pöstler hat einen Brief aus Indonesien gebracht.“

Heidi: „Hier in der Küche!“

Heidi reisst den Umschlag auf und liest dem Alpöhi vor, was Astrid geschrieben hat:

Den Boden haben sie uns einfach weggenommen, denn wir haben keine verbrieften Landrechte. Nur die Nutz-Bäume, welche wir gepflanzt hatten, wurden mit umgerechnet fünf Franken pro Baum entschädigt. Das Land gehört jetzt offiziell dem Staat. Dieser erteilt „Bewirtschaftungsbewilligungen“. Schon wurden Ölpalmen angepflanzt. Ich schicke dir ein Foto mit Lintang und den neuen Plantagen.

In anderen Gebieten sind die ebenen Flächen bereits mit Ölpalmen bepflanzt. Weil der Anbau auf Torfböden nicht besonders wirtschaftlich ist und man dort v.a. die Bäume herausnehmen wollte, werden jetzt die Hügel mit Bulldozern terrassiert.

Die meisten Nachbarn sind froh, dass sie bald wieder Arbeit und Bargeld haben werden, denn die Preise für Kautschuk und andere Produkte, welche wir früher in Agro-Forstwirtschaft angebaut hatten, waren Jahr für Jahr gesunken.“

Der Alpöhi und Heidi schauen sich wortlos an. Heidi legt den Brief beiseite und knetet energisch den Zopfteig, der auf dem Küchentisch liegt. Mehl und Butter hat der Alpöhi am frühen Morgen im Dorfladen gekauft.

WEF: Schneider-Ammann bespricht Freihandelsabkommen

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kapok" target="_blank">Kapok</a>, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jackfruchtbaum" target="_blank">Jackfruchtbaums</a>, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.<br /> Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit Kapok, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen Jackfruchtbaums, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.
Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Schneider-Ammann nutzte das World Economic Forum (WEF) für Gespräche mit Handelspartner in der Hoffnung auf den Abschluss von Freihandelsabkommen. Er traf sich am Mittwoch mit seinem malaysischen Kollegen. Die NZZ schrieb am 19.1.17: „Der heikelste Punkt bleibt auch nach sieben Verhandlungsrunden das Palmöl – aus ökologischen Gründen, aber auch weil die Schweizer Rapsproduzenten die Konkurrenz fürchten.“ Heidi meint: „Nicht nur aus ökologischen Gründen!“

Seit 1950: le Parfait – Original

Aus der Werbung: "Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?..."

Aus der Werbung: „Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?…“

Heidi hat im Nestlé Shop nachgeschaut. Die Zutaten sind vorbildlich aufgeführt; le Parfait Original enthält auch Palmkernfett (aus zertifiziertem Anbau). War Palmkernfett 1950 schon drin? Oder ist das „Original“ nicht ganz „original“? Heidi hat am 4.1.17 den Nestlé-Mediendienst angefragt, aber bis heute noch keine Antwort erhalten. Geduld!

Nestlé kauft Palm- und Palmkernöl und verkauft den Leuten dort, wo das Wasser durch Anbau und Produktion verschmutzt wird, sauberes Trinkwasser.

Palmöl ist nur ein Beispiel

Palmöl kommt stärker unter Druck, foodaktuell.ch, 16.1.17.

Heidis Artikel über Palmöl

Soap maker finds cleaner way to fight Southeast Asia wildfires, NIKKEI Asan Review, 2.1.17

Wie Palmöl Naturvölker auslöscht, Rezension dieses Thrillers von St. Moonlight/Gedankenteiler: Das Verschwinden der Luft, Christian Kahl, Verlag Divan. Geschichte in Anlehnung an Bruno Manser, bruno manser fonds.

 22.1.17 HOME


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