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Wer kennt Henri Pittier, den Schweizer Naturforscher?

29. Januar 2020
Trailer des Films La Gyranthera von Mürra Zabel. Copyright Mürra Zabel.

Trailer des Films La Gyranthera von Mürra Zabel. Copyright Mürra Zabel.

Heidi fragte den Alpöhi, ob er Henri Pittier kenne. Pittier soll einer der bedeutendsten Naturforscher der Schweiz gewesen sein, Visionär und Wegbereiter der Ökologie: „Nein“, war seine Antwort. Wahrscheinlich hängt das damit zusammen, dass er weit weg von Maienfeld forschte, nämlich im alpinen Waadtland, im tropischen Costa Rica, am Panama-Kanal und in Venezuela, seiner letzten Heimat.

Mitteilung des Schweizer Klubs für Wissenschaftsjournalismus (SKWJ):

„1887 geht der Waadtländer Henri Pittier in Costa Rica an Land. Er ist 30 Jahre alt und hat nur eine grosse Sehnsucht: die tropische Natur zu erforschen. Mit ihm reisen seine junge Frau und drei kleine Kinder. Als er 1950 im Alter von 93 Jahren stirbt, gilt er weltweit als einer der grossen Naturforscher. In der Schweiz, seinem Heimatland, ist er völlig vergessen.

Indigene retteten SKWJ-Mitglieder und Henri Pittier

1992 reisen einige Mitglieder des Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus (SKWJ) durch Kolumbien. Dass sie von dieser Reise überhaupt zurückkehren, verdanken sie einem im Urwald des Rio Atras lebenden Indigenen, der sie nach einem Bootsunfall rettet.

Mürra Zabel, ein Mitglied des SKWJ, stösst zehn Jahre später zufällig auf den Namen Henri Pittier. Bei ihren Recherchen realisiert sie, dass der Schweizer Forscher ebenfalls von Indigenen gerettet worden war, 90 Jahre früher, nur wenige Kilometer vom Rio Atras entfernt. Damit beginnt eine Spurensuche, die sie von der Schweiz durch Costa Rica, Panama, USA und Venezuela führt. Ihr Film ist eine Entdeckungsreise auf den Spuren des Entdeckers Henri Pittier, einem Visionär und Wegbereiter der Ökologie.

Avant-Premiere am 1. Februar 2020 in Lausanne

Am Samstag 1.2.20 findet um 19:30 Uhr die Avant-Premiere im Palais de Rumine, Place de la Riponne 6, in Lausanne statt, im Rahmen von Ciné au Palais 2020.

Der Film wird von Mürra Zabel, Regisseurin, präsentiert in Anwesenheit des Produktionsteams und Joëlle Magnin Gonze, Konservatorin Musée et Jardins botaniques cantonaux.

Der SKWJ unterstützte das Filmprojekt von Mürra Zabel mit einem Beitrag aus dem SKWJ-Recherchierfonds.“

Nachtrag 31.1.20: Ein Leser meldet, dass es ein Buch von Beatrice Häsler und Thomas W. Baumann über Pittier gibt: Henri Pittier (1857-1950), erhältlich bei Orell Füssli und ex libris.

Trailer – La Gyranghera – Trace de Henri Pittier, youtube

La Gyranthera – Traces de Henri Pittier, Ciné au Palais 2020

LA GYRANTHERA – Traces de Henri Pittier explorateur, Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus (SKWJ) 29.1.20

Henri Pittier, Wikipedia

29.1.20 HOME

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Wenn Pestizide das Trinkwasser der „anderen“ vergiften…

17. März 2013
Ananas werden meist in Monokulturen angebaut. Ananas-spezifische Schädlinge und Unkräuter vermehren sich stark und müssen mit grossen Mengen Pestiziden bekämpft werden.

Ananas werden meist in Monokulturen angebaut. Ananas-spezifische Schädlinge und Unkräuter vermehren sich stark und müssen mit grossen Mengen Pestiziden bekämpft werden.

Was kümmert es uns, wenn ein Chemiker der Nationaluniversität Costa Ricas im Trinkwasser 25 bis 67 Mal soviel Bromacil misst wie bei uns erlaubt ist? Costa Rica hat keine Grenzwerte! Seit 1992 wird in der Schweiz Bromacil, ein extrem stabiles Unkrautbekämpfungsmittel, nicht mehr eingesetzt, doch aus dem Grundwasser ist es noch nicht ganz verschwunden, was u.a. auf den grossflächigen Einsatz auf den Gleisanlagen der Bahnen zurückzuführen ist. In der Antwort auf eine Anfrage an den Deutschen Bundestag heisst es: Bromacil wurde 1990 verboten, der Stoff war aber noch 1995 in grossen Mengen im Grundwasser, erst ab 2005 ging die Konzentration auf ein „akzeptables“ Mass zurück, also 15 Jahre nach dem Verbot.

Einzelne Ananas-Farmen in Costa Rica haben 2008 aufgehört Bromacil zu benutzen, andere nicht. Das staatliche Wasserwerk baut jetzt für El Cairo, wo sich die grösste Plantage befindet, und weitere Gemeinden ein neues Leitungsnetz mit sauberer Quelle; das Projekt wird von der deutschen Entwicklungsbank KfW mit einem günstigen Kredit unterstützt. Das Gesundheitsministerium warnte die Bewohner der Orte Milano, Cairo, Francia und Lousiana mit Flugblättern „kein Wasser aus der Wasserleitung zu trinken, da es kontaminiert ist..“ Für Trinkwasser sorgt schon seit 2007 ein Tankwagen, der die Menschen zweimal pro Woche mit Trinkwasser beliefert. Das Problem des verunreinigten Trinkwassers ist aber schon seit 2003 bekannt.

Der Ananasanbau boomt, die Preise fallen, die Versuchung ist gross, solche billigen „süssen“ Früchte zu kaufen. Die Schweiz importiert jährlich 25’000 Tonnen, 13,4 Prozent sind Fairtrade-zertifiziert. Mehr dazu in der Produktinformation der Max Havelaar-Stiftung. Umweltschonender Anbau, ein Mindestpreis für die Bauern, ein höherer Preis für die Schweizer KonsumentInnen. Also Hände weg von den schädlichen Verlockungen des Detailhandels, z.B. VOLG-Aktion Ananas aus Costa Rica für 2 Franken 95 Rappen! Das ist eine Schande, meint Heidi, wo wir doch locker einen Franken mehr ausgeben für eine einzige Tasse Kaffee oder ein Bier.

Die Folgen der Agrarindustrie: Wie die Ananas Costa Rica ruiniert, TAZ vom 16.3.13. Danke Grünwolf für das Zuspielen des Artikels.

Ananas: Südfrucht mit Nebenwirkungen, WDR, 12.11.12.

17.3.13 HOME


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