Posts Tagged ‘Demokratische Republik Kongo’

Hoffnung für den Regenwald im Kongo?

12. November 2021
Kontrolle eines geschlagenen Baums.

Kontrolle eines geschlagenen Baums.

Quelle: Weltspiegel

Dörfer im Regenwald der Demokratischen Republik Kongo kämpfen gegen die illegale Abholzung. WaldbeobachterInnen schützen die Wälder. Ausgestattet mit Smartphones kontrollieren sie rund um ihre Dörfer, ob illegal gerodet wird.

Der zweitgrösste Regenwald der Welt ist bei Holzkonzernen beliebt, weil sich hier viel Geld verdienen lässt. Nun bemühen sich Dörfer um Lizenzen und übernehmen selber die Kontrolle über den Wald, bewirtschaften ihn nachhaltig, so dass auch ihre Kinder davon leben können.

Einen ersten Prozess wegen illegaler Abholzung durch Chinesen haben sie zwar verloren, denn Politik spielt hinein. Aber es gibt Ihnen Hoffnung für die Zukunft.

Der Film von Weltbild (11:43) gibt Einblick in das Vorgehen der Dorfbewohner und ihr Leben im Urwald.

Wem gehört der Wald? Kongo: Wie Dörfer gegen die Holzindustrie kämpfen. Weltbild 9.11.21

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E-Auto … Kobalt … COP26 … Glencore … Sklaven …

10. November 2021
Autobahnraststätte Heidiland, Maienfeld GR

Autobahnraststätte Heidiland, Maienfeld GR

Wir wissen es: Die Politik kurbelt die E-* an wie wild. Wie wenn wir genügend Strom hätten für all die Autos, die Geräte, die Maschinen, die Lichtinstallationen …! Gerade hat man gemerkt, dass die Versorgung langfristig unter Umständen nicht sichergestellt ist, denn nicht nur die Schweiz will unendlich viel Strom, wo doch sonst alles mehr oder weniger beim Alten bleiben soll nach dem Motto „Wir müssen uns nicht einschränken!“

Quelle: The Guardian 8.11.21

Ein paar Zitate aus dem Artikel (Battery life Africa) ‘Like slave and master’: DRC miners toil for 30p an hour to fuel electric cars.

Die Namen Tesla, Renault und Volvo sagen Pierre* nichts. Er hat noch nie etwas von einem Elektroauto gehört. Aber wenn er sich jeden Morgen in der geschäftigen, staubigen Stadt Fungurume im südlichen Bergbaugürtel der Demokratischen Republik Kongo auf den Weg zur Arbeit macht, ist er das erste Glied in einer Lieferkette, die die Revolution der Elektrofahrzeuge und ihr Versprechen einer kohlenstofffreien Zukunft vorantreibt.

Pierre baut Kobalt ab, eines der begehrtesten Mineralien der Welt und ein Hauptbestandteil der Batterien, welche die meisten Elektrofahrzeuge antreiben.

Er sagt, sein Grundlohn betrage umgerechnet 2,60 £ (3,50 $) pro Tag, aber wenn er die Mittagspause durcharbeitet und Überstunden macht, kann er bis zu 3,70 £ verdienen. Das Warten auf das Mittagessen lohnt sich nicht: Er sagt, er bekomme nur zwei kleine Brötchen und einen Karton Saft.

„Der Lohn ist sehr, sehr gering. Das bereitet mir Kopfschmerzen … In der Mine wird so viel verdient und wir verdienen so wenig“, sagt er.

Schlechte Behandlung in Chinesischen Unternehmen

… Er ist über einen Subunternehmer in der Tenke Fungurume Mine (TFM) beschäftigt, einer der grössten Industrieminen des Landes, die zu 80% dem chinesischen Unternehmen China Molybdenum (CMOC) gehört.

… In einer Reihe von Minen, die von chinesischen Unternehmen betrieben werden, erhoben Arbeiter Vorwürfe der Diskriminierung und des Rassismus, die an die Kolonialzeit erinnerten.

… The Guardian hat die Kobalt-Lieferkette von TFM und anderen industriellen Minen über eine Reihe von Raffinerien und Batterieherstellern bis hin zu einigen der weltweit führenden Elektroautohersteller, darunter Tesla, VW, Volvo, Renault und Mercedes-Benz, verfolgt.

… Obwohl einige Batterie- und Automobilhersteller den Kobaltanteil in ihren Batterien reduziert haben, wird das Verkaufsvolumen von Kobalt in diesem Sektor in den kommenden zehn Jahren um das Vier- bis Fünffache steigen.

… Im Laufe der Untersuchung sagten die vom Guardian befragten Arbeitnehmer, dass sie die Art und Weise, wie sie behandelt werden, zutiefst verärgert, sich aber machtlos fühlen, dagegen zu protestieren. „Es ist eine schockierende Situation, aber ich kann den Job nicht aufgeben, weil ich keine andere Wahl habe“, sagt einer. „Wo kann ich einen anderen Job finden?“

Subunternehmen

… In einigen Bergwerken wird jedoch die Mehrheit der Arbeiter – beispielsweise fast 70% bei TFM – über Subunternehmer angestellt. Der Einsatz von Subunternehmern kann dazu führen, dass sich die Arbeitnehmer in einer äusserst prekären Lage befinden: Sie werden häufig mit Kurzzeitverträgen oder gar ohne Vertrag eingestellt, haben nur begrenzte Sozialleistungen, niedrige Löhne und müssen ständig mit einer Kündigung rechnen.

Schweizer Konzern wäscht grün

… In einigen Bergwerken wird jedoch die Mehrheit der Arbeiter – beispielsweise fast 70% bei TFM – über Subunternehmer angestellt. In seinem kleinen Büro in Kolwezi zeigt Kashal dem Guardian eine Liste von angeblich mehr als 50 Subunternehmern, die von der Kamoto Copper Company (KCC) Mine, die dem Schweizer Rohstoff- und Bergbaugiganten Glencore gehört, eingesetzt wurden.

„Glencore setzt viele Subunternehmer ein, so dass die Beschäftigten vom Subunternehmer und nicht von Glencore abhängig sind. Auf diese Weise tragen sie keine Verantwortung und können einen Vertrag jederzeit beenden“, sagt Kashal.

Lesen Sie hier weiter:

‘Like slave and master’: DRC miners toil for 30p an hour to fuel electric cars. Pete Pattisson, The Guardian 8.11.21

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Demokratische Republik Kongo vergibt illegal Abholzungskonzessionen und plant Aufhebung des Abholzungsmoratoriums

17. Juli 2021
Dieser Cartoon von NaNa passt gut zum Thema und zur Schweizer Klimapolitik, daher zeigt Heidi ihn hier zum zweiten Mal!

Dieser Cartoon von NaNa passt gut zum Thema und zur Schweizer Klimapolitik, daher zeigt Heidi ihn hier zum zweiten Mal! Diese Strategie kann uns jedoch langfristig teuer zu stehen kommen.

Letzte Woche kündigte Eve Bazaïba, die Vize-Premierministerin und Umweltministerin der Demokratischen Republik Kongo (DRC), Pläne an, ein seit 2002 bestehendes Verbot neuer industrieller Abholzungskonzessionen aufzuheben.

Ein „zynischer Plan“

In einer Presseerklärung sagte Irène Wabiwa Betoko, Leiterin der Waldkampagne von Greenpeace Afrika im Kongobecken:

„Der Versuch der Ministerin, die Aufhebung des Verbots als eine Massnahme der ‚guten Regierungsführung‘ zu verkleiden, täuscht niemanden. Es ist ein zynischer Plan, der einfach noch mehr Gebiete der DRC an ausländische Firmen übergibt, die den Regenwald abholzen wollen und damit eine neue lukrative Strasse für Holzfäller öffnen.

Angesichts des anhaltenden Chaos im Forstsektor und der fehlenden Landnutzungsplanung ist diese Massnahme eine Bedrohung für Mensch und Natur. Anstatt neue Wege der Zerstörung freizugeben, braucht die Demokratische Republik Kongo einen Plan für den dauerhaften Schutz des Waldes, einschliesslich der Bewirtschaftung durch die Gemeinden, die in ihm leben und von ihm abhängen.“

Joe Eisen, Exekutivdirektor der Rainforest Foundation UK, wies darauf hin:

„Angesichts des wachsenden Klimanotstands und der chronischen Probleme mit den bestehenden Abholzungstiteln in der DRC ist diese Ankündigung einfach unvereinbar mit den internationalen Verpflichtungen zum Schutz dieser lebenswichtigen Ressource für zukünftige Generationen. Der Fokus muss darauf liegen, die Industrie zurückzudrängen, nicht sie auszuweiten.“

Illegale Abholzungskonzessionen

In den letzten Jahren haben die Umweltminister des Landes trotz des Abholzungsmoratoriums mehrere Abholzungskonzessionen vergeben.

  • Im Jahr 2018 hat die damalige Umweltministerin Amy Ambatobe drei illegale Abholzungskonzessionen an zwei in chinesischem Besitz befindliche Abholzungsunternehmen neu vergeben. Die Konzessionen umfassten insgesamt 650’000 Hektaren.
  • Im Jahr 2020 vergab der damalige Umweltminister Claude Nyamugabo Abholzungskonzessionen über fast drei Millionen Hektaren an zwei chinesische Firmen und ein kongolesisches Unternehmen.
  • Im Juni 2020 vergab Nywamugabo vier Abholzungskonzessionen an ein kongolesisches Unternehmen namens Groupe Services. Drei der vier Konzessionen liegen in der Provinz Mai Ndombe.

Die Weltbank verhandelt seit Jahren über ein REDD-Abkommen für die gesamte Provinz Mai Ndombe im Rahmen der Forest Carbon Partnership Facility der Bank. World Bank: Purchase / Sale of Emission Reductions (ER) to be generated under the Mai Ndombe ER Program (P160320). Bank Approval Date: 13-Sep-2018.

Im Juni 2021 reichte eine Gruppe von NGOs in der DRC beim Kabinett von Vize-Premierministerin Bazaïba eine Verwaltungsklage ein, um sechs der an ein Unternehmen namens Tradelink SARL vergebenen Konzessionen zu annullieren.

Im Juli 2021 bestätigte das kongolesische Institut für Naturschutz (ICCN), dass die Konzessionen illegal waren. Doch das Kabinett von Bazaïba schweigt zu den Konzessionen, trotz wiederholter Versuche von Greenpeace Afrika, das Kabinett zu kontaktieren.

„Was das Umweltministerium angeht, so spielt es Vogel Strauss“, kommentierte Wabiwa von Greenpeace Afrika.

Quelle: Democratic Republic of Congo plans to lift logging moratorium. Chris Lang, REDD-Monitor, 15.7.21

World Bank: Purchase / Sale of Emission Reductions (ER) to be generated under the Mai Ndombe ER Program (P160320). Bank Approval Date: 13-Sep-2018

REDD-Minus: New report reveals the reality of REDD in Mai Ndombe, Democratic Republic of Congo. Chris Lang, REDD-Monitor, 3.3.21

Bilaterale Klimaschutzabkommen Sommaruga treibt Klimaprojekte in Afrika unbeirrt voran. SRF vom 11.7.21

17.7.21 HOME

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