Posts Tagged ‘Die Mischung macht das Gift’

Glyphosat + 2,4-D: Die Mischung macht das Gift!

2. Dezember 2015

„…Bezugnehmend auf Informationen von Dow war die EPA (US-Umweltbehörde) zunächst davon ausgegangen, dass die Kombination von Glyphosat und 2,4-D nicht giftiger ist als beide Bestandteile für sich. Nun seien jedoch Patentunterlagen aufgetaucht, in denen Dow eine Wechselwirkung feststellt. Das Chemikaliengemisch könnte giftiger sein als bisher angenommen…“

Weiterlesen unter USA verbieten Herbizid gegen Glyphosat-Resistenzen, Infosperber vom 2.12.15.

Heidi meint: Wir wissen zu wenig über die Wirkung der Pflanzenschutzmittel auf die Gewässerökosysteme, und wir wissen noch viel weniger bis gar nichts über Wechselwirkungen zwischen den vielen Pflanzenschutzmitteln in unseren Gewässern.

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Verpackungen: Lassen wir uns verführen?

24. April 2015
15 verschiedene Reissorten bietet die traditionelle Kolonialwarenhandlung Schwarzenbach in Zürich auf kleinstem Raum an. Copyright Schwarzenbach.

15 verschiedene Reissorten bietet die traditionelle Kolonialwarenhandlung Schwarzenbach in Zürich auf kleinstem Raum an. Copyright Schwarzenbach.

Eine Papiertüte mit köstlichen Lebensmittel füllen lassen, das kann man seit 1864 bei H. Schwarzenbach im Zürcher Niederdorf an der Münstergasse 19. Ein einst „normales“ Verkaufskonzept wurde im Rahmen des Massenverkaufs bei Grossverteilern aufgegeben; meist lässt man die KundInnen nur noch bei verderblichen Produkten, wie Gemüse und Früchten, im Offenverkauf „selber nehmen“, was Verkaufspersonal spart und den unterschiedlichen Mengenbedürfnissen der Kunden Rechnung trägt. Der Offenverkauf wird von umweltbewussten ZeitgenossInnen wieder aufgenommen, etwa von Patrick Honauer, Bachser Märt, Kalkbreite Zürich, Verpackung? Nein Danke! Schweizer Familie, März 2015.

Der Offenverkauf schafft eine Beziehung zum Lebensmittel. Heute zahlen wir viel Geld für immer mehr Verpackung und Marketing. Man verkauft uns „Marken“, wo wir doch eigentlich tadellose Lebensmittel nachfragen. Doch diese Verführung ist nicht harmlos, denn aus den Verpackungen gelangen oft Schadstoffe in die Lebensmittel, verunreinigen sie. Eigentlich hat man keine Ahnung, welche Zusatzstoffe langfristig gesundheitsschädigend sind. Nicht umsonst bemüht sich die Bio-Branche um möglichst schadstofffreie und umweltschonende Verpackungen, siehe Best Practice, Verpackungsbeispiele für Bio Suisse Produkte, eine Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL).

Wissenschaftler haben zum Studium des Problems der gesundheitsschädigenden Verpackungen das Food Packaging Forum (FPF) mit Sitz in Zürich gegründet. Dem Newsletter vom 23.4.15 hat Heidi einen Link zu einem Film von France 5 entnommen: Emballages: le grand déballage, vom 25.3.15. Das Verpackungsproblem wird aus den verschiedensten Perspektiven gezeigt.

Der Film zeigt auch Lösungen für den lebensmittel- und umweltverschmutzenden Verpackungswahn auf. Jane Muncke, wissenschaftliche Direktorin des FPF, fordert strengere Vorschriften sowie eine Einschränkung auf etwa fünf Plastikmaterialien, die gut untersucht sind und als unbedenklich befunden wurden. Auf die Vielfalt der Stoffe, denen wir über die Verpackungen ausgesetzt sind, macht der Toxikologe Thomas Backhaus, Universität Göteborg, aufmerksam. Wie sagt doch Heidi immer Die Mischung macht das Gift: Pestizide, Verpackungsgifte, Luftschadstoffe … Im Film hat auch Konrad Grob, Kantonales Labor Zürich, einen Auftritt: Migration von Schadstoffen aus Recycling-Karton. Ein aufschlussreicher Film, leider durch zahlreiche Werbeblöcke unterbrochen.

Frankreich scheint das Problem ernsthafter anzupacken als die Schweiz, z.B. Bisphenol A ist ab Juli 2015 verboten, siehe Lebensmittelverpackungen: Wir müssen handeln!, Heidis Mist vom 11.10.14. Die französische Bio-Branche kämpft aktiv gegen Überverpackung: Biocoop und Satoriz (eine 20-jährige Kette mit 28 Läden).

Zufall oder nicht? Titel einer Sendung von RTS, A bon entendeur vom 27.3.12 Poubelles: le grand déballage! Thema dieses Films ist in erster Linie das Abfall-Mengenproblem.

Was wollen wir essen? Marken oder tadellose Lebensmittel?

Nachtrag 27.4.15: Patrick Honauer meldete heute, dass der Bachser Märt, daran ist, das Konzept weiter zu verfeinern und per Sommer in allen Läden umzusetzen. Und eine Leserin aus der Westschweiz schrieb: „Ahhh ce magasin de la Kalkbreite je le connais:-) Il y avait d’ailleurs des superbes fromages!!!“

24.4.15 HOME

Die Mischung macht das Gift

24. Juli 2014
In der natürlichen Umgebung wirkt ein Umweltgift bereits in Mengen, welche im Laborversuch als unbedenklich erscheinen, weil dort meist weitere  Wirkstoffe vorhanden sind.

In der natürlichen Umgebung wirkt ein Umweltgift bereits in Mengen, welche im Laborversuch als unbedenklich erscheinen, weil in der Natur meist weitere Wirkstoffe vorhanden sind.

Mit Grenzwerten wird die Schädlichkeit von Pestiziden, Schwermetallen usw. bewertet. Die Grenze zwischen unbedenklich und giftig hängt von vielen Faktoren ab. Der Grenzwert ist eine Zahl, welche auf Laborwerten, Annahmen, Erfahrungswerten und auch Politik basiert. Heidi meint, dass Grenzwerte oft als Beruhigungspille vorgeschoben werden, wenn die Behörden handeln müssten.

Die vielen Stoffe, welche die Menschen mit ihrem emsigen Treiben der Umwelt zumuten, wirken zusammen. Sie sind als Mischung schon in Konzentrationen weit unter dem Grenzwert schädlich. Eine von der EU finanzierte Studie bestätigt, dass Stoffe wie Pestizide, Arzneimittel, Phthalate und Schwermetalle als Chemie-Cocktail schon in kleinen Mengen Fische und Frösche schädigen (Quelle: Grünwolf).

„Nach Ansicht der Studienautoren, müsste Europa die Einschätzung von Umweltrisiken durch Cocktaileffekte dringend aktualisieren. Des weiteren sollten Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von Umweltschäden auch dann umgesetzt werden, wenn einzelne „Giftstoffe“ in scheinbar harmlosen Konzentrationen vorlägen.“ aus: Chemie-Cocktail: Schon geringe Dosis schädigt Fische und Frösche, Agrarheute.com vom 21.7.14.

Und – was machen die Schweizer Behörden?

Paracelsus sagte „Allein die Menge macht das Gift“. Dieser Auspruch, häufig missbraucht, stimmt auch heute noch. Doch wenn mehrere Stoffe zusammentreffen kann die Wirkung markant anders sein. So enthält vielerorts selbst das Trinkwasser, mit welchem Medikamente eingenommen werden, Schadstoffe wie Pestizide, Antibiotika … Heidi meint daher, nicht nur die Menge, sondern auch „Die Mischung macht das Gift.“

Neonicotinoide: Wasserlebewesen verhungern

Wie viel Pestizide vertragen unsere Gewässer?

24.7.14 HOME


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