Posts Tagged ‘Drainage’

Landnutzungswandel führt zu stärkeren Überschwemmungen in Indonesien

29. August 2020
Ein Kleinbauer betrachtet sein überflutetes Feld. Copyright: Jennifer Merten

Ein Kleinbauer betrachtet sein überflutetes Feld. Copyright: Jennifer Merten

Medienmitteilung der Universität Göttingen vom 27.8.20.

Während hohe Treibhausgasemissionen und Biodiversitätsverlust häufig mit dem rapiden Landnutzungswandel in Indonesien in Verbindung gebracht werden, blieben Auswirkungen auf lokale Wasserkreisläufe bisher weitgehend unbeachtet. Dazu veröffentlichten ForscherInnen der Universität Göttingen sowie der IPB University in Bogor und des BMKG in Jakarta nun eine Studie. Sie zeigen, dass die Ausweitung von Monokulturen wie Ölpalm- und Kautschukplantagen zu häufigeren und stärkeren Überschwemmungen führt. Diese erklären das fachübergreifende Autorenteam mit einem komplexen Zusammenspiel aus ökohydrologischen und sozialen Prozessen, zu denen Bodendegradation in Monokulturen, die Ausweitung von Ölpalmplantagen in Feuchtgebiete, aber auch der Bau von Hochwasserschutzdämmen zählen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Ecology & Society erschienen.

Die WissenschaftlerInnen des deutsch-indonesischen Sonderforschungsbereichs „Ökologische und sozioökonomische Funktionen tropischer Tieflandregenwald-Transformationssysteme“ zeigen in ihrer Studie, dass die aktuelle Ausweitung von Ölpalm- und Kautschukplantagen in erheblichem Masse die lokalen Wasserkreisläufe beeinflusst. „Der grossflächige Landnutzungswandel führt zu einer Verdichtung des Bodens, sodass der Regen vom Boden langsamer aufgenommen wird und das Wasser rasch an der Oberfläche abfliesst“, erklärt der Göttinger Ko-Autor Christian Stiegler. „Insbesondere die voranschreitende Zerstörung von Flussauen spielt dabei eine wichtige Rolle.“

Aus Perspektive der Dorfbevölkerung trägt zusätzlich der Bau von Hochwasserdämmen und Entwässerungsgräben zu einem veränderten Überflutungsgeschehen am Ort bei. Da besonders Ölpalmplantagen immer stärker in Feuchtgebieten wie Flussauen oder Mooren angebaut werden, versuchen grössere Plantagenbesitzer, Überschwemmungen auf ihren Flächen durch solche Bauten zu kontrollieren. „Solche Dämme führen aber häufig dazu, dass sich Überschwemmungen auf benachbarten kleinbäuerlichen Plantagen verstärken“, berichtet Jennifer Merten von ihren Erfahrungen am Ort. Dadurch führt die beobachtete Zunahme von Überschwemmungen auch zu neuen sozialen Spannungen und Konflikten.

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Flooding and land use change in Jambi Province, Sumatra: integrating local knowledge and scientific inquiry. Ecology & Society (2020)

Weitere 36 Artikel von Heidi über Palmöl

Nachtrag vom 29.8.20

Auf einer industriellen Ölpalmenplantage befindet sich ein kürzlich errichteter Hochwasserschutzdamm. Copyright: Jennifer Merten. Gemäss einem Leser ist es ein Entwässe

Auf einer industriellen Ölpalmenplantage befindet sich ein kürzlich errichteter Hochwasserschutzdamm. Copyright: Jennifer Merten. Gemäss einem Leser ist es ein Entwässerungsgraben.

Ein Leser schrieb Heidi: „Vielleicht hast du gemerkt, dass auf einem Bild kein Damm abgebildet ist sondern ein Entwässerungsgraben und der Aushub so aufgeschüttet ist, dass es für Laien aussieht wie ein Damm.“ Tatsächlich hat Heidi das zweite Bild der Medieninformation nicht genau angeschaut! Weiter heisst es: „Es zeigt immer wieder dass „Laien“ über etwas schreiben, das sie vor Ort falsch angeschaut haben. Das sind typische Entwässerungsgräben, die überall auf den Palmölpflanzungen ausgehoben werden. Das ist der Hauptgrund, weshalb das Wasser schnell abfliesst und in den tiefer gelegenen Parzellen zu Überschwemmungen führt. Jetzt den grossen Plantagen die alleinige Schuld zu geben, ist falsch. Wenn es ein Damm wäre, dann würden die Einheimischen diesen innert kurzer Zeit mit Hacken öffnen damit das Wasser abfliessen kann.“

Bilder über Drainagen in Palmölplantagen

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Hightech-Holzwolle nicht nur für Gesichtsmasken

13. Mai 2020
Gesichtsmaske mit Holzwolle-Filter von Lindner Suisse in Wattwil SG.

Gesichtsmaske mit Holzwolle-Filter von Lindner Suisse in Wattwil SG.

Die regelmässigen LeserInnen von Heidis Mist wissen, dass Heidi Erdbeeren, Zucchetti usw. mit Schweizer Holzwolle unterlegt, dies zum Schutz vor Fäulnis und Schmutz. Es gibt nur noch eine Firma, welche dieses Produkt in der Schweiz herstellt und erst noch in hoher Qualität, die Lindner Suisse in Wattwil. Das neueste Produkt: waschbare Gesichtsmasken mit austauschbarer antiseptischer Spezial-Holzwolle, also keine Abfallberge!

Thomas Wildberger, Geschäftsführer der Lindner Suisse, präsentiert mit seiner Familie verschiedene Gesichtsmasken-Modelle.

Thomas Wildberger, Geschäftsführer und Besitzer der Lindner Suisse, präsentiert mit seiner Familie verschiedene Gesichtsmasken-Modelle. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Gesichtsmasken.

Es gibt gegen 200 Verwendungszwecke für Holzwolle. Gefüllt mit Holzwolle aus dem Toggenburg sind z.B. die Steiff-Teddybären und der Sechseläuten-Böögg. Holzwolle dient etwa als Füllmaterial für den Versand von Gütern, als Polster-, Dämm-, Isolations- und Filtermaterial in zahlreichen Branchen für anspruchsvolle Produkte. Immer beliebter ist die Holzwolle Spediline food, geeignet für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln, so auch für die Lagerung, Logistik und Präsentation von Produkten, z.B. in Hofläden und im Direktverkauf.

Thomas Wildberger legt grossen Wert auf Ökologie und Nachhaltigkeit. Er kauft das 100% Schweizer Holz so nahe wie möglich ein, um Transportwege kurz zu halten. Die Bäume stammen aus Waldstücken, die durchforstet werden, nicht aus Kahlschlägen.

2020 hätte die Lindner Suisse ihr 100-Jahr-Holzwolle-Jubiläum gefeiert, wenn nicht Corona dazwischen gekommen wäre. Nun musste die Feier auf 12. Juni 2021 verschoben werden.

2020 hätte die Lindner Suisse ihr 100-Jahr-Holzwolle-Jubiläum gefeiert, wenn nicht Corona dazwischen gekommen wäre. Nun musste die Feier auf 12. Juni 2021 verschoben werden.

Am 25.4.20 traf die letzte Ladung Holz für die Produktion 2021/22 ein. Die Bäume für Lindner Suisse werden ausschliesslich im Winter geschlagen.

Am 25.4.20 traf die letzte Ladung Holz für die Produktion 2021/22 ein. Die Bäume für Lindner Suisse werden ausschliesslich im Winter geschlagen.

18 Monate lang lagern und trocknen die Baumstämme vor der Verarbeitung. Nur Holz der höchsten Qualitätsklasse wird zu Holzwolle verarbeitet. Dies ist ein Teil der konsequenten Qualitätsstrategie.

18 Monate lang lagern und trocknen die Baumstämme vor der Verarbeitung. Nur Holz der höchsten Qualitätsklasse wird zu Holzwolle verarbeitet. Dies ist ein Teil der konsequenten Qualitätsstrategie.

Die Holzwolle setzt sich je nach Verwendungszweck aus mehreren Laub- und Nadelhölzern zusammen. Sie ist naturbelassen, d.h. frei von chemischen Stoffen und kann in vielen Bereichen Plastik ersetzen. Es erstaunt daher nicht, dass sie gefragter ist denn je und aktuell in 20 Länder exportiert wird, Tendenz steigend.

Die einzelnen Holzwollefäden sind bis 50 cm lang, gleichmässig geschnitten, fein, elastisch, holzsplitter- und praktisch staubfrei.

Erosionsschutz mit Holzwollevlies

Neu für die Schweiz sind die Produkte für Erosionsschutz. Hingegen schon in den 1960er Jahren waren Geonetze aus Holzwolle in den USA weit verbreitet. Ein besonderer Vorteil im Vergleich mit den von weit her importierten Netzen aus Jute, Kokos usw. ist das bessere Wasserrückhalte- und -speichervermögen. Das fördert eine rasche Begrünung, denn die Keimlinge sind besser vor Temperaturschwankungen und Trockenphasen geschützt. Ein weiterer Nachteil der Jute- und Kokosnetze ist, dass sie oft Pestizide enthalten und Samen und Tiere aus fremden Ländern mit den Geweben eingeschleppt werden. Daneben werden immer noch grosse Mengen Kunststoffprodukte eingesetzt, was zur Verschmutzung von Böden, Wasser und Luft mit Mikroplastik beiträgt.

In Wattwil ist die Umfahrungsstrasse im Bau: Einheimisches Holzwolle-Vlies wird für die Hangsicherung eingesetzt statt von weit her transportierte Jute- oder Kokosnetze mit Kunststoffträgerfasern, welche oft Pestizide enthalten. Gerne wird mit solchen Produkten auch Samen und Tiere aus fremden Landen eingeschleppt.

In Wattwil ist die Umfahrungsstrasse im Bau, geplant ist die Fertigstellung im Herbst 2022: Einheimisches Holzwollevlies wird für die Hangsicherung eingesetzt.

Wellen geworfen hatten im Herbst 2019 die Resultate eines mehrjährigen Innosuisse-Forschungsprojektes der Fachhochschule Graubünden in Zusammenarbeit mit dem Instituto Scienze della Terra SUPSI und verschiedenen Partnern. Untersucht wurde die Eignung von Schweizer Holzwollevlies für den Schutz vor Erosion in Kombination mit einer biodiversitätsfördernden Begrünung aus lokalem Saatgut der Marke HoloSem, welches im Umkreis von maximal 15 Kilometern um den Anpflanzstandort in artenreichen Naturwiesen gewonnen wird. Die 14 Versuchsflächen sind in der ganzen Schweiz verteilt.

Der Schlussbericht zeigt, dass der Erosinonsschutz mittels Vlies aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz in Kombination mit der Saat von lokalem Saatgut „nachhaltig, zukunftsweisend und technisch überzeugen ist“. Die eingesetzten Baumarten wurden gezielt ausgewählt und technisch optimal verarbeitet. Es ist also höchste Zeit, dass die öffentliche Hand, Forschung und Lehre, Firmen, Bauherren und Private diese einheimische Alternative zu importierten Erosionsschutznetzen aus Jute- oder Kokosfaser kennenlernen und in ihren Projekten einsetzen.

Durch den Klimawandel begünstigte Trockenperioden zusammen mit zunehmenden Starkniederschlägen fördern Erosion, und Rutschhänge müssen befestigt und begrünt werden. Beim Strassenbau entstehen neue Steilhänge, welche rasch mit Bewuchs zu sichern sind. Für den Einsatz in solchen Sanierungs- und Bauprojekten ist Holzwolle ideal.

Verschiedene weitere Studien belegen, dass der Erosionsschutz mit Holzwollevlies funktioniert. Zum Beispiel hat das Landwirtschaftsamt des Kantons St. Gallen solche Vlies 2012 im Toggenburg getestet. Auch eine Studie des Bundesamtes für Umwelt kam vor fünf Jahren zu positiven Resultaten.

Nachhaltiger Erosionsschutz mit Holzwolle und naturgemässer Begrünung, Schlussbericht einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur mit mehreren Partnern.

Jahr für Jahr werden abertausende Holzhaften aus Schweizer HSH/PEFC/FSC® Buchenholz, für die Befestigung der Howolis Erosionsschutzvliese auf verschiedenen Untergründen, in Schweizer Betrieben hergestellt, in denen Menschen mit kognitiven, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen arbeiten, leben und wohnen. Verpackt, gewogen und palettisiert werden auch Flamtastic Anzündhilfen Sticks in diesen Schweizer Betrieben. So können alternierend bis zu 20 Personen das Jahr hindurch beschäftig werden.

Jahr für Jahr werden abertausende Holzhaften aus Schweizer HSH/PEFC/FSC® Buchenholz, für die Befestigung der Howolis Erosionsschutzvliese auf verschiedenen Untergründen, in Schweizer Betrieben hergestellt, in denen Menschen mit kognitiven, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen arbeiten, leben und wohnen. Verpackt, gewogen und palettisiert werden auch Flamtastic Anzündhilfen Sticks in diesen Schweizer Betrieben. So können alternierend bis zu 20 Personen das Jahr hindurch beschäftig werden.

Herstellung von Holzhaften.

Herstellung von Holzhaften.

Anfang April verlegte die Parpan Bau AG auf der Lenzerheide Howolis-Vlies, Typ 10. Sie schickte davon Fotos an Lindner Suisse und schrieb: "Super geklappt, tolles System!!" Copyright: Parpan Bau AG.

Anfang April verlegte die Parpan Bau AG auf der Lenzerheide Howolis-Vlies, Typ 10. Sie schickte davon Fotos an Lindner Suisse und schrieb: „Super geklappt, tolles System!!“ Copyright: Parpan Bau AG.

Holzwolle-Faschinen stabilisieren das Ufer von Bächen

Faschinen aus Holzwolle werden in den USA, dem Mutterland der Holzwolle, seit Jahren erfolgreich verwendet. Seit Kurzem stellt auch Lindner Suisse in der Schweiz Vegetationsfaschinen mit Holzwolle zur Böschungsstabilisierung, als ingenieurbiologische Ufersicherung im Wasserbau und für viele weitere Einsatzbereiche her.

Holzwolle-Faschine zum Stabiliseren von Bachufern.

Holzwolle-Faschine zum Stabiliseren von Bachufern.

So wird die Holzwolle eingebaut.

So wird die Holzwolle eingebaut.

Pflanzen (auch aus Samen) durchwurzeln nun den so stabilisierten Hang.

Pflanzen (auch aus Samen) durchwurzeln nun den so stabilisierten Hang.

Bei der Renaturierung des Riethofbaches beim Schloss Pfläffikon SZ wurden Holzwolle-Faschinen von Lindner Suisse eingesetzt. <a href="https://heidismist.files.wordpress.com/2020/05/201708_lindner_suisse_howolis_q-faschine_renaturierung_wasserbau_petriheil.pdf" target="_blank" rel="noopener">Weitere Informationen finden Sie hier.</a> .

Bei der Renaturierung des Riethofbaches beim Schloss Pfläffikon SZ wurden Holzwolle-Faschinen von Lindner Suisse eingesetzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Holzwolle für Drainagen

Lose Holzwolle für Drainagen.

Lose Holzwolle für Drainagen.

Als Weiterentwicklung der losen Holzwolle für Drainagen bietet Lindner ein fertiges Drainage-Element an, Howolis Drenoroll, welches ein Drainage-Rohr SN-8 mit einer speziellen Filter-Holzwolle ummantelt. Die vorgefertigten Drainagesegmente bestehen aus einem gelochten SN-8-Drainage-/Sickerrohr mit glatter Innenwand, umgeben von zertifizierter Holzwolle, mit einseitiger Steckmuffe.

Die Vorteile der Drenoroll sind: anpassungsfähig, geringes Gewicht, schnell verlegt, gute Filtereigenschaft und langlebig, ohne Kies. Sie sind einsetzbar für die Entwässerung von Liegenschaften, Versickerungsanlagen, Sportplätze, Landschaftsbau, Landwirtschaft, Gartenbau, Kanalisation, Metoerwasser usw.

Drainage-Rohr SN-8 mit einer speziellen Filter-Holzwolle ummantelt.

Drainage-Rohr SN-8 mit einer speziellen Filter-Holzwolle ummantelt.

Seit 67 Jahren Holzwolle für die Euterreinigung

Lindner agroclean® Euterholzwolle wird seit 1953 erfolgreich verkauft und heute in 20 Ländern exportiert. Ihre Vorteile: splitterfrei, staubarm, trocken, wirtschaftlich und kommt ganz ohne Chemie aus. Sie reinigt schonend die Euter von Kühen, Schafen, Ziegen und Kamelen und stimuliert den Milchfluss.

Vergleich von Papier und Holzwolle zur Euterreinigung. Studie der Vetsuisse-Fakultät/Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftliche Schule des Kanton Zürich, Strickhof Lindau, Eschikon.

Quality control of wood wool (Excelsior) in udder hygiene, Master’s thesis University of Zurich, Vetsuisse Faculty, cand. med. vet. Roman Ruf

Anzündhilfe aus Holzwolle

Flamtastic aus Holzwolle hilft beim Anzünden. Ob Grill, Kamin-, Kachelofen oder Lagerfeuer, diese Anzündhilfe brennt lange und ohne zu qualmen. Mit individueller Gestaltung der Verpackung eignet sich Flamtastic auch als Werbegeschenk.

Flamtastic aus Holzwolle hilft beim Anzünden. Ob Grill, Kamin-, Kachelofen oder Lagerfeuer, diese Anzündhilfe brennt lange und ohne zu qualmen. Mit individueller Gestaltung der Verpackung eignet sich Flamtastic on demand auch als Werbegeschenk.

Noch lange ist nicht alles erzählt, was Holzwolle kann, aber Heidi hört hier auf, lässt Sie selber weitersuchen oder überlegen. Mit dem Duft von Harz in der Nase beschliesst Heidi die Rundschau mit Produkten aus dem Schweizer Wald. Wenn Sie jetzt schon lange am Computer sitzen – man sollte mindestens alle 45 Minuten einmal aufstehen und die Füsse vertreten, Treppen hoch und runter – dann stehen Sie doch auf, bewegen Sie sich und träumen Sie von einem Waldspaziergang!

Hochwertige Gesichtsmaske mit Holzwolle-Filter. Zum Bedecken von Nase, Mund und Kinn – Für den mehrmaligen Gebrauch. Lindner Suisse, Wattwil

Gesichtsmaske mit Holzwolle-Filter. Schweizer Bauer vom 1.5.20

Lindner Suisse, Wattwil

Heidis Holzwolle aus dem Toggenburg. Heidis Mist vom 3.4.20

Auch die Landi kauft gerne ennet der Grenze ein! Heidis Mist vom 23.6.17

Holzwolle aus der Manufaktur. Einstein, SRF vom 14.11.13

12.5.20 HOME

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Biodiversität: Setzen wir auf das falsche Pferd?

19. Juli 2013
Bläuling auf Teufelsabbiss in einem Moor, fotografiert von einer Heidis-Mist-Leserin

Bläuling auf Teufelsabbiss in einem Moor, fotografiert von einer Heidis-Mist-Leserin

20’000 Hektaren Moorland wurden im Kanton Zürich trockengelegt. Jetzt möchte man 3 Hektaren wiederherstellen. Wie kam es zu diesem Projekt? Der Acker ist häufig vernässt, erneute Drainage und Erdaufschüttung wären nötig. Weil das Land in einer Waldlichtung liegt und kein Wasser aus landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen zufliesst, ist es hervorragend dazu geeignet, in ein artenreiches Moor zurückverwandelt zu werden. Die Fachstelle für Naturschutz nahm diese seltene Gelegenheit wahr und schlug vor, die Ackererde abzutragen und damit ein gleich grosses Stück minderwertiges Kulturland zur Fruchtfolgefläche aufzuwerten. Der Bauer willigte gegen Entschädigung in den Handel ein, nicht gerne zwar, aber immerhin. Doch dem Zürcher Bauernverband gefiel das gar nicht, er mobilisierte Bauern gegen das Vorhaben: Mit Mistgabeln und Traktoren gegen die Baudirektion, Tagesanzeiger vom 16.7.13.

Wir wissen es, die Biodiversität nimmt in erschreckendem Mass ab: Biodiversität in der Abwärtsspirale, NZZ vom 15.5.13. Internationale Gremien schlagen eine neue Strategie vor: Rote Biotop-Liste statt Rote Arten-Liste. Solche Projekte haben also höchste Priorität. Fachleute warnten vor Jahrzehnten, dass das Ausschütten von Ökobeiträgen im Giesskannenprinzip den Artenschwund nicht aufhalten könne, man müsse gezielt dort Artenschutz betreiben, wo es sich lohne, und für Qualität zahlen, nicht für irgendwelche Flächen, denn das nütze wenig. Mit der neuen Agrarpolitik wird ein bisschen geschräubelt, aber nicht wirklich auf die Probleme eingegangen. Klar, die Bauern wehren sich, und wie! Häufig mit Erfolg im Parlament. Nicht ganz alle.

Zum Beispiel Thomas schwärmt von „seinen“ Schmetterlingen, richtet Nistgelegenheiten für Vögel ein und lässt die Blumenwiese mit Orchideen am Waldrand 5 m breit stehen. Er studiert zusammen mit Anna die neuesten Entwicklungen im ökologischen Landbau und optimiert die Produktion. Solche Bauern sollte man fördern und endlich mit dem Verschwenden von Steuergeldern für unwirksame Massnahmen aufhören.

Was man auch weiss: In den letzten zehn Jahren wurden im Kanton Zürich 1500 Hektaren neu überbaut. Die VertreterInnen des ZBVs im Kantonsrat stimmen regelmässig für die Bauvorhaben in der freien Landschaft (die Bauern profitieren vom Landverkauf). Sie beklagen den Verlust von Fruchtfolgefläche, leisten aber dem Landverschleiss Vorschub.

19.7.13 HOME


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