Posts Tagged ‘Dünger’

Studie zu Landwirtschaft und Umwelt in den Kantonen

23. Mai 2021

.Es wird gemunkelt …

Taktik!

Taktik

Vision Landwirtschaft hat am 16.5.21 eine Publikation Landwirtschaft und Umwelt in den Kantonen veröffentlicht. Hier ein kleiner Auszug aus der 24-seitigen Studie:

Gut ein Drittel der Schweizer Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Ohne das  Sömmerungsgebiet (Alpweiden) entspricht die Fläche ziemlich genau ein Viertel der Landesfläche – 1 Million Hektaren. Wie diese Flächen genutzt werden, hat grosse Auswirkungen auf die Umwelt – die Luft, die Oberflächengewässer, das Grundwasser, die Landschaft und die Biodiversität – auch weit über die Landwirtschaftsflächen hinaus.

Dadurch bestimmt die Landwirtschaft die Umwelt von uns allen. Wir können im Laden zwar zwischen Bio- oder anderen Produkt-Segmenten wählen, aber die von der Landwirtschaft geprägte Umwelt konsumieren wir gemeinsam. Niemand kann sich ihr entziehen, und sie ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden wichtig.

Bestehende Publikationen des Bundes befassen sich vor allem mit Umweltauswirkungen der Landwirtschaft auf nationaler Ebene. Wie aber sehen die Auswirkungen auf regionaler Ebene aus? – Der vorliegende Bericht wirft einen Blick auf den Zustand der durch die Landwirtschaft geprägten Umwelt in den Kantonen.

Wie die Kantone bei den Umweltkennzahlen abschneiden, liegt aber nicht nur an Produktionsweisen, sondern auch an den natürlichen Voraussetzungen, welche die Ausrichtung der Landwirtschaft auf Ackerbau, Milchwirtschaft, Rebbau, usw. bestimmen. Zudem entscheiden nicht – oder nicht hauptsächlich – die Kantone, welche Produktionsweisen wie unterstützt werden, sondern der Bund. Der Spielraum der Kantone ist begrenzt. Dies ist bei der Interpretation der Zahlen zu berücksichtigen.

Diese Zusammenstellung von Umweltdaten hat nicht die Absicht, den Ursachen der Umweltauswirkungen nachzugehen. Für weitere Informationen dazu verweisen wir auf bereichsspezifische Studien. Einige sind im Kapitel „Erläuterungen zu den Daten“ aufgeführt.

Der vorliegende Bericht gibt einen Überblick über die Landwirtschaft in den Kantonen und es werden Kennzahlen zu den Umweltauswirkungen der Landwirtschaft – von den Umweltbelastungen durch Nährstoffe und Pestizide in Gewässern, naturnahen Flächen und im Grundwasser bis hin zu Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Landschaft aufgezeigt.

5 Stickstoffeintrag aus der Luft

Der übermässige Eintrag von Stickstoffverbindungen (Nitrit, Nitrat, Ammoniak, Ammonium) führt zur Eutrophierung (Überdüngung) von sensitiven Ökosystemen, trägt zur Bodenversauerung bei und kann zu einer erhöhten Nitratauswaschung und einer damit einhergehenden Auswaschung von Nährstoffen im Boden führen. Zusätzlich wird in den Böden die Produktion von Lachgas (Klimagas) erhöht.

Rund 70 Prozent der stickstoffhaltigen Luftschadstoffe stammen aus der Landwirtschaft (BAFU & BLW 2016). Zwei Drittel der stickstoffhaltigen Luftschadstoffe sind Ammoniakemissionen, zu denen die Landwirtschaft über 90 Prozent beiträgt. Davon wiederum werden 78 Prozent von Rindvieh, 15 Prozent von Schweinen und 4 Prozent von Geflügel verursacht. Die Ammoniak-Emissionen entstehen vorwiegend beim Ausbringen von Gülle und Mist (43%), in Stall und Laufhof (37%) und beim Lagern von Dünger (17%). Die weit über den Grenzwerten liegenden Immissionen (Stickstoff-Eintrag) sind zu einem grossen Teil auf die importierten Futtermittel zurückzuführen (s. Anhang B).

5.2 Naturnahe Lebensräume mit zu hohen Stickstoffeinträgen

Anteil der naturnahen Lebensräume (wie Moore, Wälder, Trockenwiesen), in denen die Grenzwerte (Critical Loads of
Nitrogen) überschritten werden (in Prozent).
In den meisten Kantonen ist der Stickstoffeintrag aus der Luft fast flächendeckend zu hoch.

Seite 13. Copyright: Vision Landwirtschaft

Seite 13. Copyright: Vision Landwirtschaft

6 Pestizide

Pestizide oder Pflanzenschutzmittel, die auf Landwirtschaftsflächen ausgebracht werden, töten aber nicht nur Tiere und Pflanzen ab, die der Landwirtschaft schaden, sondern auch zahlreiche andere wildlebende Organismen. Betroffen sind ganze Nahrungsketten (Pflanzen > Pflanzenfresser und Bestäuber; Insekten > Vögel > Greifvögel; Wasserinsekten > Fische > Raubfische). Darüber hinaus belasten Pestizide Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird. Werden problematische Wirkstoffe aus dem Verkehr gezogen, so belasten die Stoffe und ihre Abbauprodukte das Grundwasser teilweise noch über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinaus.

Anzahl Applikationen, Wirkstoffmengen und Einzelstoff-Konzentrationen im Grundwasser sind nur begrenzt aussagekräftig. Bewertungen der Toxizität sind anhand der verfügbaren Daten nur sehr begrenzt möglich.

6.4 Pestizide im Grundwasser

Pestizid-Metaboliten: Anteil der Messstellen mit maximalen Einzelstoff-Konzentrationen > 0.1 Mikrogramm (µg) pro Liter (in Prozent)
Pestizid-Metabolen sind (organische) Abbauprodukte von Pestizid-Wirkstoffen.

Seite 15. Copyright: Vision Landwirtschaft

Seite 15. Copyright: Vision Landwirtschaft

Lesen Sie den ganzen Bericht, den Sie hier finden: Landwirtschaft und Umwelt in den Kantonen. Vision Landwirtschaft 2021

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Bedrohung durch Unkraut heute grösser als je zuvor in der Geschichte der Menschheit

21. Mai 2021
Copyright: Rothamsted Research

Copyright: Rothamsted Research

Ein Langzeitexperiment von Rothamsted Research zeigt, dass Klima, Pflanzenhöhe, Düngemittel und Herbizidresistenz Schuld sind am grössten Unkrautproblem, das die Menschen je hatte.

Rothamsted Research ist ein weltweit führendes, gemeinnütziges Forschungszentrum, das sich auf strategische Agrarwissenschaft zum Nutzen von Landwirten und der Gesellschaft weltweit konzentriert.

Nutzpflanzen sind heute anfälliger für Unkräuter als vor der Einführung von Herbiziden. Eine neue Studie zeigt, dass dies eine noch nie dagewesene Bedrohung für unsere Ernährungssicherheit darstellen.

Anhand von Daten aus dem weltweit am längsten laufenden Versuch, dem Rothamsted Broadbalk Weizenversuch (seit 1843) in Hertfordshire, fanden die Forscher heraus, dass auf Parzellen, auf denen noch nie Herbizide eingesetzt wurden, die Ertragsverluste durch Unkräuter seit den 1960er Jahren kontinuierlich zugenommen haben. In den ersten zehn Jahren des Datensatzes ging weniger als ein Drittel der Ernte durch Unkräuter verloren, doch zwischen 2005 und 2014 stieg dieser Anteil auf mehr als die Hälfte.

Das Team von Rothamsted Research, das die Studie durchgeführt hat, führt dies darauf zurück, dass Unkräuter in einem sich erwärmenden Klima besser gedeihen als Nutzpflanzen, gepaart mit einer Verschiebung hin zu kürzeren Nutzpflanzensorten, die von den höheren Unkräutern beschattet werden.

Und genau wie unsere Nutzpflanzen haben auch viele Unkrautarten in diesem Zeitraum vom erhöhten Einsatz von Stickstoffdünger profitiert.

Darüber hinaus hat mehr als ein halbes Jahrhundert konsequenter chemischer Spritzungen zum Aufkommen von herbizidresistenten Unkräutern geführt, was unsere Fähigkeit bedroht, die seit den 1960er Jahren erzielten Produktivitätsgewinne bei den Nutzpflanzen zu halten.

Herbizide haben Unkrautproblem vergrössert

Der Hauptautor, Jonathan Storkey, sagte: „Die Verringerung der Ertragsverluste durch Unkräuter wird aufgrund der Entwicklung von Herbizidresistenzen immer schwieriger, und wir können uns nicht mehr allein auf Herbizide verlassen, um der zunehmenden Bedrohung durch Unkräuter zu begegnen. Wenn wir die durch Unkräuter verlorenen Erträge in den ersten zehn Jahren des Datensatzes vergleichen, ‚raubten‘ Unkräuter im Durchschnitt 32 Prozent des Ertrags, verglichen mit 54 Prozent in den letzten zehn Jahren der Daten.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass Unkräuter heute eine grössere inhärente Bedrohung für die Pflanzenproduktion darstellen als vor dem Aufkommen von Herbiziden und dass integrierte, nachhaltige Lösungen für das Unkrautmanagement dringend erforderlich sind, um das hohe Ertragspotenzial moderner Pflanzensorten zu halten.“

Moderne Sorten und Stickstoff

Neben den immer grösser werdenden Verlusten durch Unkräuter zeigte die Analyse der Daten, dass Unkräuter auch die Weizenerträge auf Parzellen mit höheren Stickstoffdüngergaben proportional stärker reduzierten. Auf vergleichbaren Parzellen, auf denen Unkräuter mit Chemikalien bekämpft wurden, wurden höhere Weizenerträge erzielt, wenn mehr Stickstoffdünger zugeführt wurde – was bedeutet, dass Herbizide auf den ertragreichsten Weizenfeldern am vorteilhaftesten sind.

Moderne Sorten mit hohem Düngemitteleinsatz sind daher anfälliger für höhere Ertragsverluste, wenn Herbizidresistenzen zu einem grösseren Problem werden.

Erfahrungen seit 1843 …

Die Broadbalk-Winterweizenversuche wurden 1843 angelegt, um verschiedene Mengen und Kombinationen von anorganischen Düngemitteln im Vergleich zu Hofdünger auf die Weizenerträge zu vergleichen.

Seit Mitte der 1960er Jahre wurden in einigen Parzellen Herbizide eingesetzt, in anderen nicht. Das Team untersuchte Daten ab 1969 – etwa zu Beginn der so genannten „Grünen Revolution“, als ertragreichere Weizensorten und ein erhöhter Einsatz von Stickstoffdünger weltweit zur Norm wurden. Wie ihre Daten jedoch deutlich zeigen, wurden diese globalen Ertragssteigerungen nur durch einen gleichzeitigen Anstieg des Einsatzes von Pestiziden möglich gemacht.

In den Parzellen wurden insgesamt 41 Unkrautarten festgestellt, wobei die Haupt-„Rache“ der Landwirte, das Schwarze Rispengras, allgegenwärtig war – und besonders häufig auf Parzellen mit hohen Düngergaben auftrat.

Neben der zunehmenden Herbizidresistenz hat auch die Einführung kürzerer Pflanzensorten – die mehr Nährstoffe in das Korn und nicht in den Stängel bringen – zu erhöhten Ertragseinbussen geführt, da die zierlichen Pflanzen oft von viel grösseren Unkräutern verdrängt werden.

Infolgedessen, so Jonathan Storkey, „ist es wahrscheinlich, dass Pflanzenzüchter in Zukunft sowohl Eigenschaften berücksichtigen müssen, die Ertragsverluste durch Unkraut reduzieren, als auch solche, die das Ertragspotenzial optimieren“.

Klimawandel begünstigt Unkräuter

Der letzte Faktor, der für die Zunahme des Unkrautdrucks verantwortlich ist, ist der Klimawandel. Zwischen 1969 und 2014 sind die durchschnittlichen Lufttemperaturen, die am meteorologischen Standort in der Nähe des Broadbalk-Experiments gemessen wurden, kontinuierlich gestiegen. Über die Hauptwachstumszeit für Unkräuter in Grossbritannien gerechnet, sind die Durchschnittstemperaturen stetig gestiegen und liegen jetzt etwa 2°C höher als 1969. Da das Wachstum der Unkräuter stärker auf wärmere Temperaturen reagiert als das der Pflanzen, hat dies den Unkräutern einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Jonathan Storkey sagte: „Management und Klimawandel haben in den letzten 45 Jahren zusammen die Bedrohung durch Unkräuter erhöht. Wenn wir uns nicht mehr auf Herbizide verlassen können, könnte man argumentieren, dass die Situation in Bezug auf den Unkrautdruck heute schlimmer ist als vor ihrer weit verbreiteten Einführung in den 1960er Jahren. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Unkrautbekämpfungsstrategien zu diversifizieren, indem Herbizide durch nicht-chemische Optionen ergänzt werden, einschliesslich der Erhöhung der Pflanzenkonkurrenz und der Unterbrechung der Lebenszyklen von Unkräutern durch Brachen oder vielfältigere Anbaufolgen.“

INCREASING WEED THREAT NOW GREATER THAN ANY POINT IN HUMAN HISTORY. Rothamsted Research, 23.3.21

Agricultural intensification and climate change have increased the threat from weeds. Global Change Biology, 23.3.21. https://doi.org/10.1111/gcb.15585

Quelle: Johann G. Zaller, Twitter

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Cancan mit Syngenta, Agroscope und Fenaco

12. Mai 2021

Unsere verführerische Landwirtschaftslobby

Im 2/4-Takt verführen Syngenta, Agroscope und Fenaco die Bauern.

Cancan entstand 1830 in Paris. Die berühmteste Musik zum Tanz schuf Jacques Offenbach in seiner Operette Orpheus in der Unterwelt, die 1858 Premiere hatte. Im Moulin Rouge gehört der Cancan bis heute zu den Attraktionen. Quelle: Wikipedia.

(GHT): Orpheus in der Unterwelt. Gerhard-Hauptmann-Theater

Bei den Abstimmungen zu Pestizid- und Trinkwasser-Initiative geht es nicht allein darum, ob wir unsere Umwelt und unsere Gesundheit besser schützen wollen. Beide Vorlagen sind eine Kampfansage an das mächtigste Kartell des Landes, den «agro-industriellen Komplex».

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4aqua: Was kostet unser sauberes Wasser?

6. Mai 2021

Copyright: 4aqua.ch

Vieles ist schon geschrieben, verfilmt und daher kann Heidi einfach verlinken! Ein weiterer guter Kurzfilm von 4aqua, der Stimme des Wassers, entworfen von Wasserfachleuten ist:

Was kostet unser sauberes Wasser? Video 4aqua 1:04

Die Arena des Schweizer Fernsehens von morgen Freitag, 7.5.21, ist der Trinkwasserinitiatve gewidmet.

Als Gegner der Vorlage begrüsst Sandro Brotz in der «Arena»:
– Guy Parmelin, Bundespräsident und Vorsteher Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)

Für die Vorlage treten an:
– Franziska Herren, Initiantin Trinkwasser-Initiative;
– Tiana Angelina Moser, Fraktionspräsidentin GLP;
– Roland Lenz, Bio-Weinbauer; und
– Roman Wiget, Interessensgemeinschaft «4aqua».

Weitere Gegnerinnen und Gegner der Vorlage sind:
– Markus Ritter, Präsident Schweizer Bauernverband;
– Gabi Schürch, Vizepräsidentin Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV; und
– Babette Sigg Frank, Präsidentin Schweizerisches Konsumentenforum KF.

«Abstimmungs-Arena» zur Trinkwasser-Initiative. Schweizer Fernsehen SRF

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Schweizer Landwirte ohne Saat- und Pflanzgut, ohne Pestizide und Dünger?

30. Dezember 2020

Schweizer Landwirtschaft ohne Saatgut und Pestizide? Heidis Mist vom 29.12.20

Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide? Heidis Mist vom 28.12.20

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Schweizer Landwirtschaft ohne Saatgut und Pestizide?

29. Dezember 2020
Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Wenn es um Saatgut geht, dann dominieren die gleichen Firmen wie bei den Pestiziden: Syngenta (China) und Bayer (Deutschland), hinzu kommt CORTEVA (USA). CORTEVA agriscience entstand im Frühling 2019 durch Abspaltung des Bereichs Landwirtschaft von DowDupont. Der Name leitet sich ab von „Herz“ und „Natur“ (kohr-‚teh-vah), wie CORTEVA in der Medieninformation vom 6.3.19 erklärt.

Betrachtet man die „Zutaten“ bzw. die Basis, die es braucht, um Schweizer Landwirtschaft zu betreiben, dann ist der Selbstversorgungsgrad der Schweiz fast vernachlässigbar klein. Zur Saatgut-Abhängigkeit von den Weltfirmen kommt das aus den Niederlanden oder Nordafrika importierte Pflanzgut hinzu. Auch ein wesentlicher Teil der Pestizide und Dünger werden importiert, nicht zu reden vom Auslaufmodell-Phosphor!

Über diese Abhängigkeiten wurde seit Jahren informiert, nur hört es niemand und ein wesentlicher Teil der Landwirtschaft, Industrie und Politik versteckt sich aktuell hinter der Mär der nötigen Pestizide statt sich um die wirklichen Probleme zu kümmern wie Auslandabhängigkeit, Umweltverschmutzung, Biodiversitätsverlust, Gesundheit …

Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide? Heidis Mist vom 28.12.20

Die Schweiz ist den Saatgut-Konzernen ausgeliefert. Kurt Marti, Infosperber vom 1.8.18.

Die Saatgut-Konzerne diktieren unsern Speisezettel. Kurt Marti, Infosperber vom 20.9.18.

CONCENTRATION OF MARKET POWER IN THE EU SEED MARKET. IVAN MAMMANA, STUDY COMMISSIONED BY THE GREENS/EFA GROUP IN THE EUROPEAN PARLIAMENT. Januar 2014

Corteva™ Separates from DowDuPont to Form Leading Pure-Play Agriculture Company. Medieninformation CORTEVA vom 6.3.19

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In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella

7. Oktober 2020
Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Bella ist eine Bio-Milchkuh. Den grössten Teil des Jahres lebt sie im Tal in einem Bio-Knospe-Betrieb. Weil es nur wenige Bio-zertifizierte Alpen gibt, verbringt sie den Sommer auf einer Alp zusammen mit Stella, ihrer Freundin aus einem konventionellen Betrieb.

Aus der Milch von Bella, Stella und ihren KollegInnen aus verschiedenartigen Betrieben bereiten die ÄlplerInnen konventionellen Alpkäse. Wenn Stella zurück auf dem Heimbetrieb ist, gibt sie weiterhin konventionelle Milch, nicht so Bella: Ab dem ersten Tag ist ihre Milch „Bio“. Oh Wunder!

Max und Moritz, zwei Söhne von Bella, grasten im Sommer ebenfalls auf einer konventionellen Alp. Moritz, der Ungeschickte, verletzte sich eine Woche vor Alpabfahrt am Klauen. Weil Moritz gesund und sowieso praktisch schlachtreif war, stellte der Tierarzt ein Zeugnis aus, womit Moritz in den nächsten Schlachthof gebracht werden konnte. Der Bio-Bauer Meier erhielt aber für das Fleisch nur den tieferen Preis für „konventionelles“ Fleisch ausbezahlt.

Zwei Tage nach Alpabfahrt führte Meier den schlachtreifen Max zum Viehanhänger und fuhr mit ihm zum Metzger. Sonderegger zahlte ihm den höheren Preis für Bio-Fleisch und freute sich auf die entsprechend höhere Marge, die er beim Bio-Fleisch erwirtschaftet. Seine umweltbewusste Kundschaft bevorzugt das Bio-Fleisch.

Gemäss Bio-Verordnung Art. 15b behalten Bio-Tiere ihren Status, wenn die Sömmerung auf Betrieben erfolgt, welche die Anforderungen nach den Artikeln 26 bis 34 der Direktzahlungsverordnung einhalten.

Es gibt weder beim Bundesamt für Landwirtschaft, noch bei Bio Suisse und bio.inspecta eine Liste der Bio-Alpen. Daher kann es aufwändig sein herauszufinden, ob ein Alpkäse, der als „Bio“ angeboten wird, auch tatsächlich „Bio“ ist.

Alpbewirtschaftung gemäss Direktzahlungsverordnung:
„sachgerecht und umweltschonend“

So steht es in der Direktzahlungsverordnung:

Art. 26 Grundsatz

Die Sömmerungs- und Gemeinschaftsweidebetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden.

Heidi hat schon mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass „umweltschonend“ beim Bundesamt für Landwirtschaft heisst: Es darf nach Art. 30 gedüngt und gemäss Art. 31 Futter zugeführt werden. Auch sind Pestizide erlaubt; Herbizide werden oft eingesetzt, da die Unkräuter für den abzugsfreien Bezug der neuen Sömmerungsbeiträge bekämpft werden müssen, die Vorgaben sind in Art. 32 zu finden.

Wesentlich strengere Richtlinien in der EU

VERORDNUNG (EG) Nr. 889/2008 DER KOMMISSION vom 5. September 2008
mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle

Artikel 17
Gleichzeitige Haltung ökologischer/biologischer und nichtökologischer/nichtbiologischer Tiere

(3) Ökologische/biologische Tiere können auf Gemeinschaftsflächen gehalten werden, sofern

a) die Flächen zumindest in den letzten drei Jahren nicht mit Erzeugnissen behandelt wurden, die für die ökologische/biologische Produktion nicht zugelassen sind;

b) nichtökologische/nichtbiologische Tiere, die die betreffenden Flächen nutzen, aus einem Haltungssystem stammen, das den Systemen gemäß Artikel 36 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 oder Artikel 22 der Verordnung (EG) Nr. 1257/1999 gleichwertig ist;

c) die Erzeugnisse der ökologischen/biologischen Tiere nicht als ökologische/biologische Erzeugnisse angesehen werden, solange die betreffenden Tiere auf diesen Flächen gehalten werden, es sei denn, es kann eine adäquate Trennung dieser Tiere von den nichtökologischen/nichtbiologischen Tieren nachgewiesen werden.

(5) Unternehmer führen Buch über die Anwendung der
Vorschriften dieses Artikels.

Almbewirtschaftung in Österreich

„Die Almbewirtschaftung erfolgt über weite Bereiche ökologisch, die Richtlinien sind sehr streng. Die Futterbasis muss aus Gräsern und Kräutern der Almweiden bestehen. Getreide und almfremdes Heu darf nur in geringem Masse verfüttert werden. Auch dürfen auf Almen in Österreich generell keine Herbizide oder Insektizide ausgebracht, keine Gülle oder Jauche vom Tal auf die Alm gebracht werden. Auch Kunstdünger ist auf der Alm verboten, hier gilt die Bio-Richtlinie.“ Quelle: Vielfalt in absoluten Höhenlagen, Kurier vom 21.9.15.

Heidi meint: „Der Vergleich mit der EU zeigt, dass in der EU eine Übergangsfrist von konventioneller zu ökologischer/biologischer Produktion für Gemeinschaftsflächen von drei Jahren gefordert wird – in der Schweiz hingegen beträgt sie NULL.

Es wäre wohl an der Zeit, die Alpen wirklich umweltschonend und naturnah zu bewirtschaften! Biodiversität ist in aller Munde, aber es fehlen griffige Massnahmen.

Heidis 33 Artikel über Herbizide auf Alpen

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„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“

28. April 2020
Alpschweineauslauf am 27.4.20. Copyright: Tobeltoni

Alpschweineauslauf am 27.4.20. Copyright: Tobeltoni

Ausser Atem stürmt der Geissenpeter in die Hütte, wo Heidi gerade Kräuter für den Kartoffelauflauf hackt.

Heidi: „Setz dich und trink ein Glas Wasser, du bist ja ganz verschwitzt!“

Eine Weile ist es ruhig drinnen, bis der Alpöhi eintritt und frägt:

Alpöhi: „Was ist denn los? Du bist aber früh heute, Geissenpeter!“

Geissenpeter: „Ich bin wütend, komme gerade von einer Alp im Kanton Schwyz. Der Tobeltoni hat mich mitgenommen und gesagt, ich müsse mir das einmal ansehen. Du kannst es kaum glauben. Eine Wiese, ein Wald: Alles umgepflügt. Da braucht es kein Glyphosat mehr. Toni sagt: „Sie halten viele Schweine, holen sehr wahrscheinlich vom Tal Kraftfutter für die Milchkühe und die Schweine.“ Du kannst dir denken wie überdüngt jetzt alles ist … und dann jammern sie über das Unkraut! Und was das Schlimme ist, es gibt viele solche Alpen, genau weiss er es nicht, aber es sind viele: Vom Genfersee bis zum St. Galler Rheintal. Das Fleisch ist bei COOP, Migros und einigen grossen Metzgereien erhältlich oder wird im Hofladen verkauft. Das Fleisch ist teurer als das normale Schweinefleisch und somit auch der Gewinn höher.“

Alpöhi: „Ich war früher einen Sommer lang auf einer Glarner Milchviehalp. Wir stellten Käse her und verfütterten die Schotte den Schweinen. Allerdings hielten wir nur drei Schweine. Diese frassen Schotte und Gras. Kraftfutter hatten wir auch: EINEN Sack. Diesen trugen wir auf dem Fussweg auf die Alp, Strassen gab es damals noch keine.“

Geissenpeter: „Der Toni ist ja auch kein Heiliger, aber er sagte: „Geissenpeter, melde das bitte Heidi, sie muss etwas dagegen machen!“ Die Schweine waren auch im Wald, zerstörten die Wurzeln und somit die Bäume. Das ist kriminell! Es wird nicht mehr lange gehen, dann fallen die Bäume um, einer nach dem andern und der Wald ist weg!“

Alpöhi: „Ich verstehe das nicht. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass heute auf vielen Alpen Banausen am Werk sind. Sogar Dünger wird hinaufgekarrt … und dafür erhalten sie noch Steuergelder, sogar besonders viele, für die Alpbewirtschaftung … damit die Biodiversität erhalten bleibt! So ein Witz!“

Heidi: „Gerade habe ich eine Studie gelesen. Offenbar gibt es im Kanton Zürich immer weniger Futterpflanzen für Insekten. Dieser Rückgang erschwert Schmetterlingen, Bienen und Fliegen die Nahrungssuche. Diese traurige Erkenntnis sei auf ganz Mitteleuropa übertragbar. Ich meine, dass dies auch für unsere Alpen gilt. Man sieht ja bis weit oben fast nur noch Löwenzahn & Co.“

Alpöhi: „Es hat Jahrtausende gedauert bis da oben Boden entstand und Pflanzen wurzeln konnten. Und innert eines Sommers ist alles zerstört. Ich verstehe die Welt nicht mehr.“

Heidi: „Weisst du, Öhi, heute ist die Zerstörung nebensächlich. Es zählt, was Geld bringt.“

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Foto Oktober 2019. Copyright: Tobeltoni

Artensterben in Zürich – Insekten finden immer weniger Nahrung. SRF vom 27.4.20

Auf grünen Fettwiesen verhungern Insekten, Eva Caflisch, Seniorenweb vom 28.4.20

28.4.20 HOME

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A Tale of Two Chickens

16. März 2020
Mit einem Klick zum Video "A tale of two chickens" gelangen! Copyright: Sustainable Food Trust.

Mit einem Klick zum Video „A tale of two chickens“ gelangen! Copyright: Sustainable Food Trust.

Der Sustainable Food Trust erzählt im Video eine Geschichte von zwei Hühnern. Der Kurzfilm A Tale of Two Chickens wurde am 24.4.16 an der Konferenz „The True Cost of American Food“ in San Francisco uraufgeführt, ist aber immer noch so aktuell wie damals. Er veranschaulicht, dass ein Teil der Kosten nicht im Preis inbegriffen ist, sondern versteckt anfällt, und wir im Grunde genommen einen hohen Preis für Lebensmittel zahlen. Der Film zeigt auch warum wir eine echte Kostenrechnung in unseren Lebensmittel- und Landwirtschaftssystemen brauchen.

Der Preis pro Gewichtseinheit ist für intensiv produzierte Hühner in den USA billiger als jener für Brot. Bei uns ist das Verhältnis zwar weniger extrem, aber entspricht bei weitem nicht jenem einer Gesamtkostenrechnung. Die versteckten Kosten sind nicht eingerechnet. Der Film veranschaulicht das Problem der externen Auswirkungen des Lebensmittelsystems, indem er die Geschichte zweier Hühner aus zwei verschiedenen Produktionssystemen erzählt.

Ein Huhn, das auf der Weide und mit biologisch angebauten Futtermitteln aufgezogen wird, hat nur minimale externe Auswirkungen. Während das andere Huhn, das in einer Massentierhaltung produziert wird, mit vielen negativen Auswirkungen verbunden ist, welche versteckte Kosten verursachen, wie z.B. die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, schlechte Arbeitsbedingungen für das Personal und die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser.

Aber diese versteckten Kosten werden nicht vom Produzenten bezahlt, sondern vom Steuerzahler und der Gesellschaft als Ganzes. Wenn wir ein billiges Huhn kaufen, bezahlen wir es eigentlich zweimal, einmal an der Kasse und noch einmal durch Steuern, die später als Umwelt- und Gesundheitskosten anfallen. Wenn man all diese versteckten Kosten zusammenzählt, ist ein billiges Huhn gar nicht so billig.

Eine gute Frage! Copyright: Sustainable Food Trust.

Eine gute Frage! Copyright: Sustainable Food Trust.

Aber was können wir tun? Der Film zeigt sechs Dinge auf, die man tun kann, um dieses zerstörerische System zu ändern.

  • Nachhaltig produzierte Lebensmittel kaufen
  • Sicherstellen, dass es Zugang zu guter Nahrung für alle gibt
  • Dünger und Pestizide besteuern, um deren übermässigen Einsatz zu verhindern
  • Anreize für eine bessere Ernährung schaffen
  • Unterstützung lokaler Unternehmen
  • Arbeitnehmer fair behandeln

Mit der Forderung nach diesen Veränderungen hofft der Sustainable Food Trust auf eine Verlagerung hin zur Schaffung eines Ernährungssystems, das für die Menschen und den Planeten besser ist.

Sustainable Food Trust: „Die Botschaft von den versteckten Lebensmittelkosten gilt für fast alle Lebensmittel und muss verbreitet werden, also erzählen Sie bitte mit uns gemeinsam die Geschichte von zwei Hühnern.“

Copyright: Sustainable Food Trust.

Copyright: Sustainable Food Trust.

A Tale of Two Chickens

Poulet-Preis Grossverteiler Schweiz.

Poulet-Preis Grossverteiler Schweiz.

Bei Lidl beträgt der Preis pro Kilogramm „Poulet ganz“ CHF 7.49, Bio CHF 14.90 das Ruchbrot pro Kilogramm CHF 2.20.

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Caseus alpinus officinalis – der beliebte Alpkäse

26. September 2019

Viele Düngersäcke auf drei Alpen, Heidis Mist vom 25.9.19

26.9.19 HOME

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