Posts Tagged ‘Energie’

Wiesen mit Schneekanonen bewässern?

28. November 2022
Grün sind noch die Wiesen. Der Kunstschnee setzt weisse Akzente; das braucht Strom und Wasser!

Grün sind noch die Wiesen. Der Kunstschnee setzt weisse Akzente; das braucht Strom und Wasser!

Am Sonntag war herrliches Wetter, Temperatur in einem Skigebiet am Mittag um 8°C. Die Schneekanonen liefen bis 9.30 Uhr. Am Abend war der weisse Voradventszauber verschwunden. Was wollten die Betreiber? Die Wiesen wässern, wo doch das Gras noch so schön wächst? Die Anlage ausprobieren, falls es doch noch irgendwann kalt wird? Eine bessere Unterlage für den künftigen Schnee schaffen (eher unrealistisch)?

In der Schweiz werden für die künstliche Beschneiung jährlich um die 60 Gigawattstunden Strom verbraucht, was etwa 0,1 Prozent der in der Schweiz produzierten elektrischen Energie entspricht. Wikipedia informiert ausführlich über die verschiedenen Aspekte der Schneekanonen wie Energie- und Wasserverbrauch, umstrittene Hilfsstoffe sowie Umweltwirkungen: Schneekanonen, Wikipedia.

Freiwillig Strom sparen? Das Geschäft hat höhere Priorität. Viele Empfehlungen des Bundes sind das Minimum, was man sowieso schon immer tun sollte, aber, liebe BeamtInnen, das Vorwärmen des Backofens ist je nach Vorhaben nötig!

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Globale Energiesysteme durch Klimawandel gefährdet

30. Oktober 2022
Zitat aus New Scientist 15.10.22

Zitat aus Bericht 2022 STATE OF CLIMATE SERVICES – ENERGYWorld Meteorological Organization, 2022

Die globalen Energiesysteme sind durch den Klimawandel gefährdet, aber viele Länder nehmen dies nicht ernst.

In einem Jahr, in dem Hurrikane, Hitzewellen und Überschwemmungen weltweit zu Stromausfällen geführt haben, hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) die Länder dringend aufgefordert, ihre Stromnetze besser auf die Auswirkungen extremer Wetterbedingungen vorzubereiten.

„Klimaveränderungen bergen erhebliche Risiken für den Energiesektor, die sich direkt auf die Brennstoffversorgung, die Energieerzeugung, die physische Widerstandsfähigkeit der derzeitigen und künftigen Energieinfrastruktur und die Energienachfrage auswirken“, heisst es in dem am 11. Oktober veröffentlichten jüngsten Bericht über den Stand der Klimadienste.

Petteri Taalas, Generalsekretär, WMO

„Die WMO veröffentlicht seit 2019 jährliche Berichte über den Stand der Klimadienste, um wissenschaftlich fundierte Informationen zur Unterstützung von Klimaanpassung und -abschwächung bereitzustellen.

Die vorliegende Ausgabe 2022 des WMO-Berichts zum Stand der Klimadienste konzentriert sich auf das Thema Energie, ein Thema, das weiterhin die Diskussionen und Debatten beherrscht, da es jede einzelne Gemeinschaft, jedes Unternehmen, jeden Sektor und jeden Wirtschaftszweig in allen Teilen der Welt betrifft.

Energie steht im Mittelpunkt unserer Reaktion auf die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und das Pariser Abkommen zum Klimawandel. Angesichts der Tatsache, dass der Energiesektor rund drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmacht, ist die Umstellung auf saubere Formen der Energieerzeugung, wie Solar, Wind- und Wasserkraft – und die Verbesserung der Energieeffizienz – absolut notwendig, wenn wir im einundzwanzigsten Jahrhundert erfolgreich sein wollen. Netto-Null ist das Ziel. Aber wir werden dieses Ziel nur erreichen, wenn wir das Angebot an emissionsarmer Elektrizität innerhalb der nächsten acht Jahre verdoppeln.

Wie wir in diesem Bericht hervorheben, werden Wetter, Wasser und Klimadienstleistungen immer wichtiger werden, wenn die Welt sich zu Netto-Null verändert. Wie wir – anhand von Daten, Analysen und einer Reihe von Fallstudien – zeigen, können die Länder ihre Energieinfrastruktur, Widerstandsfähigkeit und Sicherheit durch bessere Klimadienstleistungen – unterstützt durch nachhaltige Investitionen – verbessern. Frühzeitige Wetterwarnungen sichern die Energieversorgung in Peking, China. Klimastresstests stellen sicher, dass der Strom in den italienischen Dolomiten angemessen verteilt wird. Warnsysteme in Tadschikistan kündigen Trockenheit im Voraus an für die Planung des Betriebs von Wasserkraftwerken.

Aber es gibt enorme Möglichkeiten, noch weiter und schneller zu gehen: investieren in Klimadienstleistungen, um unsere Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel zu erhöhen, die Erzeugung sauberer Energie zu steigern und eine nachhaltige Zukunft zu sichern.

Die Zeit ist nicht auf unserer Seite, und unser Klima verändert sich vor unseren Augen. Nachhaltige Energiesicherheit und das Erreichen von Netto-Null bis 2050 bedeuten eine vollständige Umgestaltung des globalen Energiesystems – und Wetter-, Wasser- und Klimadienstleistungen werden dabei eine entscheidende Rolle spielen.“

Energiesicherheit muss hohe Priorität haben

Die letzten sieben Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Laut dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) verursacht der vom Menschen verursachte Klimawandel gefährliche und weit verbreitete Störungen in der Natur und beeinträchtigt das Leben von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt.

Es besteht nun ein Konsens darüber, dass ohne sofortige und starke Reduktion der Treibhausgasemissionen (THG) eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2°C unerreichbar ist.

Im Jahr 2020 hingen 87% der weltweiten Stromerzeugung aus thermischen, Kern- und Wasserkraftanlagen direkt von der Verfügbarkeit von Wasser ab. Inzwischen befinden sich 33% der Wärmekraftwerke, die für die Kühlung auf Süsswasser angewiesen sind, in Gebieten mit hohem Wasserstress. Dies gilt auch für 15% der bestehenden Kernkraftwerke, ein Anteil, der in den nächsten 20 Jahren auf 25% steigen wird. Elf Prozent der Wasserkraftkapazität befinden sich ebenfalls in Gebieten mit hohem Wasserstress. Und etwa 26% der bestehenden und 23% der geplanten Wasserkraftwerke befinden sich in Flusseinzugsgebieten, die derzeit ein mittleres bis sehr hohes Risiko der Wasserknappheit aufweisen.

Die meisten Länder werden wahrscheinlich von häufigeren und intensiveren Wetter-, Wasser- und Klimaextremen betroffen sein. Dies betrifft auch Kernkraftwerke, die nicht nur zur Kühlung auf Wasser angewiesen sind, sondern sich auch oft in Küstengebieten befinden und daher gefährdet sind durch den Anstieg des Meeresspiegels und wetterbedingte Überschwemmungen. Zum Beispiel das Kernkraftwerk Turkey Point in Florida (Vereinigte Staaten von Amerika), das direkt am Meeresspiegel liegt, wird in den kommenden Jahrzehnten bedroht. Im Januar 2022 kam es zu massiven Stromausfällen aufgrund einer historischen Hitzewelle in Buenos Aires, Argentinien, rund 700’000 Menschen waren betroffen. Im November 2020 überzog gefrierender Regen Stromleitungen im Fernen Osten der Russischen Föderation, Hunderttausende Haushalte waren mehrere Tage lang ohne Strom.

Trotz dieser Risiken hat die Energiesicherheit bei der Anpassung an den Klimawandel nur geringe Priorität. Nur 40% der national festgelegten Beiträge (NDCs), die von den Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) vorgelegt wurden, räumen der Anpassung im Energiesektor Priorität ein. Die mangelnde Anerkennung der Bedeutung von Klimadienstleistungen hat zu einem Mangel an Nachfrage und Finanzierung geführt. Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel im Energiesektor sind nach wie vor sehr gering und belaufen sich auf etwas mehr als 300 Millionen US-Dollar pro Jahr im Zeitraum 2019-2020.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: 2022 STATE OF CLIMATE SERVICES – ENERGY. World Meteorological Organization.

Extreme weather threat to energy security is as serious as Ukraine war. New Scientist 15.10.22

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Der Kongo – ein Klima-Lösungsland?

17. Oktober 2022
Bericht von sieben Umweltorganisationen

Bericht von sieben Umweltorganisationen

Sieben Organisationen haben im September 2022 einen Bericht über die Energie-/Klima-Lage im Kongo veröffentlicht. Heidi hat die Einleitung und die Forderungen übersetzt mithilfe von DeepLWe’ll keep our forests, you keep your dollars!” Local voices against Congo’s oil auction.

Die Demokratische Republik Kongo (DRK) hat sich selbst vermarktet als Klima-„Lösungsland“, und zwar schon lange vor COP26 in Glasgow 2021.

Die DRC repräsentiert 60 Prozent des Kongobeckens und ist damit das zweitwichtigste Land in den Tropen für Torfgebiete und Torf-Kohlenstoffvorräte. Die Demokratische Republik Kongo beherbergt auch den zweitgrössten Tropenwald der Welt, der 10% der weltweiten Tropenwälder ausmacht. Insgesamt enthalten die Wälder der DRK eine Menge von 23,3 Gigatonnen Kohlenstoff (GtCO2e). Darüber hinaus bis zu 29 Gigatonnen Kohlenstoff (GtCO2e) in Torfmooren in der Region Cuvette Centrale, die zwischen der DRK und der Republik Kongo geteilt wird. Das entspricht den globalen Emissionen von drei Jahren aus fossilen Brennstoffen. Zwei Drittel dieses Kohlenstoffs, 19,6 Milliarden Tonnen, befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo.

Schon heute verliert Afrika 5 bis 15% seines Pro-Kopf-Wirtschaftswachstums durch die Auswirkungen des Klimawandels und das Geld fehlt für die Klimafinanzierung. Die DRK gehört zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel gefährdet sind. Das Land ist anfällig für „Überschwemmungen, schwere Regenfälle und Erdrutsche und weniger vorbereitet auf katastrophenbedingte Klimaschocks“.

Im Juli 2022 hat die Regierung jedoch eine gigantische Versteigerung von 30 Öl- und Gas Blöcke veranstaltet. Drei der Ölblöcke befinden sich im Cuvette Centrale Torfland – eine Kohlenstoffbombe mit dem Äquivalent von drei Jahren globaler Emissionen. Mindestens 13 der Blöcke überschneiden sich mit Schutzgebieten, darunter der Virunga-Nationalpark, ein UNESCO-Welterbe.

Zwei Monate zuvor, am 18. Mai 2022, hatte Kohlenwasserstoff-Minister Didier Budimbu insistiert, dass „keiner“ der angebotenen Blöcke Schutzgebiete überschneide. Auf Nachfrage von Greenpeace Afrika machte Budimbu einen Rückzieher und gab zu, dass „ein vernachlässigbarer Anteil bestimmter Schutzgebiete von einigen Ölblöcken überlappt“ würden.

Der Klimaplan der DRK (2022-26) enthält spezifische Ziele auf sektoraler Ebene für Anpassung und Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel, die auch durch die derzeitige Versteigerung und die Entwicklung von Öl- und Gasbohrplänen untergraben werden. Am 18. Juli 2022 – 10 Tage vor dem Start der Auktion – gab Kohlenwasserstoffminister Budimbu bekannt, dass die Zahl der angebotenen Blöcke von den im April angekündigten 16 auf 30 erhöht wurden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt bleibt unklar, welcher regulatorische Prozess und rechtliche Rahmen es dem Ministerium ermöglichten, die Auktion zu erweitern.

Von Greenpeace Afrika zu diesem Thema kontaktiert, erklärte Budimbu, dass es „ein Versehen“ war dass der Ministerrat nur über 16 statt über 30 Öl- und Gasblöcke diskutiert hat.

Die Internationale Energieagentur (IEA) behauptet, dass für das Ziel Netto-Null-Emissionen bis 2050 keine Investitionen in neue Projekte zur Versorgung mit fossilen Brennstoffen getätigt werden können. Der UN-Generalsekretär bezeichnet die Art von Investitionen, die die DRC versteigert, als eine Form des „kollektiven Selbstmords“. Dennoch haben das UN-Umweltprogramm (UNEP) und die UN Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) bisher keine Stellung zur Auktion bezogen, obwohl Greenpeace Afrika beide angeschrieben hat.

Die derzeitige Versteigerung birgt nicht nur die Gefahr einer Destabilisierung des Weltklimas, Schäden an Gesundheit und der biologischen Vielfalt, sondern verursacht auch Verschmutzung, wie sie die kongolesische Zivilgesellschaft im einzigen aktiven Ölblock des Landes erlitten hat, der dem anglo-französischen Unternehmen Perenco gehört. Es gibt gewichtige Gründe für Bedenken hinsichtlich der Rechtmässigkeit der Öl- und Gasauktion, und die Erfahrungen in der DRK und anderswo mit dem „Ressourcen-Fluch“ machen es sehr wahrscheinlich, dass er Korruption und Konflikte fördern wird.

Forderungen der Organisationen

  • Sofortige Annullierung der Öl- und Gasauktion. Kein neues Öl und Gas in der DRK.
  • Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien als Lösung für die Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Öl und Gas sind nicht erneuerbare Energiequellen, was sie unzuverlässig macht, und sie sind eine mögliche Bedrohung für die Energiesicherheit. Dies bedeutet, dass dem Zugang der kongolesischen Bevölkerung zu Energie Vorrang eingeräumt wird vor dem Export fossiler Brennstoffe und andere Wege zu einer umweltfreundlichen wirtschaftlichen Entwicklung anzustreben sind. Investitionen in Öl und Gas verzögern langfristig den Übergang zu sauberer Energie und führen zu einer fortdauernden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
  • Sicherung der Landrechte lokaler Gemeinschaften und indigener Völker, unter anderem durch Waldbewirtschaftungsrechte der Gemeinden und das neue Gesetz der DRK über indigene Völker, damit sie ihre eigene Entwicklung kontrollieren können.
  • Internationale Unternehmen und Geldgeber, die sich beteiligen an der Entwicklung und Finanzierung der versteigerten Öl- und Gasblöcke, müssen darauf aufmerksam gemacht werden, dass nicht einmal die grundlegenden Elemente der wichtigsten Finanzstandards, einschliesslich die minimal respektierten Leistungsstandards der Weltbank/IFC, die Äquatorprinzipien und andere befolgt werden, einschliesslich solcher Schlüsselanforderungen wie z.B. die freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) oder eine umfassendere Verpflichtung zu den Menschenrechten.

Bundesverfassung ade?

9. Oktober 2022

Die Sicherung der Stromversorgung verlange rasche Massnahmen, findet die Bundesversammlung. Diese widersprächen der Verfassung, sagt der Zürcher Staatsrechtsprofessor Alain Griffel. Er befürchtet einen Schaden für die demokratische Kultur weit über die aktuelle Vorlage hinaus.

Staatsrecht: «Das ist eine Destabilisierung. Interview von Bettina Dyttrich mit Alain Griffel, Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich. WOZ, Die Wochenzeitung Nr. 40 vom 6.10.22

Und das Schweizer Volk? Trippelt hinter den Politikern her wie eine Herde Schafe oder wie die Lemminge.

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Art. 2 4 Sie setzt sich ein für die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und für eine friedliche und gerechte internationale Ordnung.

Heidi ist besorgt: „Wer ergreift das Referendum gegen den Angriff auf die Verfassung bzw. das Umweltrecht? Wird man demnächst auch die Gewässerschutzgesetzgebung mit fadenscheinigen Argumenten aufhebeln?“

Fossils, Fertilizers, and False Solutions

7. Oktober 2022
Lesen Sie den Bericht bzw. mindestens die Zusammenfassung und schauen Sie sich das Video an mit Klick auf das Bild.

Lesen Sie den Bericht bzw. mindestens die Zusammenfassung und schauen Sie sich das kurze Video 1:58 an mit Klick auf das Bild.

Wie die fossile Düngemittelindustrie auf Scheinlösungen setzt und damit Klima und Menschenrechte in Gefahr bringt.

Die Zusammenfassung des am 6.10.22 veröffentlichten Berichts des Center for International Environmental Law (CIEL) endet wie folgt:

„… Angesichts der starken Abhängigkeit des globalen Nahrungsmittelsystems von chemischen Inputs, der weit verbreiteten Übernutzung und ungerechten Verteilung dieser Inputs sowie der Unterbrechung der Getreide- und Düngemittelausfuhren durch die russische Invasion in der Ukraine besteht Grund zur Sorge, dass eine weitere Verschlechterung des Zugangs zu Düngemitteln die durch die Invasion selbst verursachten kurzfristigen Bedrohungen der Ernährungssicherheit noch verstärken wird. Die Wurzeln des Problems liegen jedoch in den systemischen Fehlern der industriellen Nahrungsmittelproduktion und nicht in der Verknappung eines Produkts, das in Wirklichkeit nicht die Ernährungssicherheit fördert, sondern die Ernährungssouveränität untergräbt. Wie dieser Bericht im Einzelnen darlegt, gab es noch nie einen besseren Zeitpunkt und eine dringendere Notwendigkeit, das derzeitige System zu überdenken, insbesondere die Rolle von fossilem Dünger.

Da die Welt dringend von der fossilen Wirtschaft wegkommen muss, muss sie auch das derzeitige, auf fossilen Brennstoffen basierende Modell der intensiven, industriellen Landwirtschaft angehen und aufgeben, mit dem Ziel, widerstandsfähige, regenerative Modelle zu entwickeln, die die Nahrungsmittel- und Energiesouveränität verbessern, im Interesse der Ökosysteme und Menschen, die von ihnen abhängen. Ein solcher Übergang kann nur erreicht werden, wenn wir das mit fossilen Brennstoffen betriebene System, das die Erde und ihre Bewohner:innen über kritische planetarische Grenzen hinaus treibt, in den Blick nehmen. Vor dem aktuellen Hintergrund der multiplen Krisen war die Notwendigkeit für ein Umsteuern noch nie so klar wie heute.

Weil der Bericht so wichtig ist, kopiert Heidi die auch in Deutsch verfügbare Zusammenfassung vollständig:

In den letzten sechs Jahrzehnten hat sich die weltweite Produktion und Verwendung von Stickstoffdüngern verneunfacht: von 12,9 Millionen Tonnen im Jahr 1961 auf über 123 Millionen Tonnen im Jahr 2020. Länder mit hohem Einkommen wie Japan, die Vereinigten Staaten und Teile Westeuropas verbrauchen 85-135 Kilogramm (kg) Stickstoffdünger pro Kopf, während sich die Industrie darauf konzentriert, den Düngemitteleinsatz im globalen Süden drastisch zu erhöhen. Die Produktion und der Einsatz von Pestiziden haben sich ähnlich entwickelt, wobei sich der anfänglich dramatische Anstieg des Pestizideinsatzes in Nordamerika und Europa in den letzten Jahrzehnten zu einer starken Konzentration auf den Export von Pestiziden in den globalen Süden verschoben hat, da Verbraucher:innen und Regulierungsbehörden im globalen Norden sicherere Alternativen fordern. Seit 1960 ist der Wert der weltweiten Pestizidexporte um 15.000 Prozent gestiegen und wird im Jahr 2020 41 Milliarden US-Dollar erreichen.

Überwältigende wissenschaftliche Beweise zeigen, dass der jahrzehntelange übermäßige Einsatz von synthetischen Düngemitteln und Pestiziden – zusammenfassend als Agrochemikalien bezeichnet – und die allgegenwärtige Ausbreitung einer industriellen Landwirtschaft, die auf diesen Agrochemikalien basiert, zu einem katastrophalen Zusammenbruch der biologischen Vielfalt und einer Verschmutzung mit toxischen Chemikalien beiträgt, die Erde über kritische planetarische Grenzen hinaus belastet und zu weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen führt, insbesondere im globalen Süden. Diese übermäßige Nutzung hat auch Auswirkungen auf die Menschen, die direkt neben den Produktionsstandorten der Petrochemie leben – sowohl im globalen Norden als auch im Süden. Diese negativen Auswirkungen werden durch die bedeutende, aber oft übersehene, Rolle von Düngemitteln und Pestiziden bei der sich beschleunigenden Klimakrise noch verstärkt.

Die Landwirtschaft ist für etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, und fossiler Dünger – also chemische Düngemittel, die aus fossilen Rohstoffen gewonnen werden – tragen maßgeblich, jedoch unbeachteterweise, zu dieser Zahl bei. Eine im August 2022 veröffentlichte wissenschaftliche Studie ergab, dass allein die globalen Klimaauswirkungen von Stickstoffdünger die des kommerziellen Luftverkehrs übersteigen und etwa 2 Prozent aller globalen Treibhausgasemissionen ausmachen. Diese Emissionen entstehen sowohl durch die emissionsintensive Düngemittelproduktion als auch durch die anhaltenden und vielfältigen Klimaauswirkungen, wenn Stickstoffdünger auf landwirtschaftliche Böden ausgebracht wird.

So werden beispielsweise bei der Herstellung des Ammoniaks (NH₃), auf dem Stickstoffdünger basiert, schätzungsweise 450 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr freigesetzt – das entspricht den gesamten Emissionen des Energiesystems Südafrikas. Ebenso ist die Landwirtschaft für etwa zwei Drittel der weltweiten Lachgasemissionen (N2O) verantwortlich, ein Treibhausgas, das 265 Mal stärker wirkt als Kohlendioxid.

Landwirtschaftliche Böden, die mit Stickstoffdünger behandelt werden, sind eine der Hauptquellen dieser Emissionen. Jüngste Studien belegen, dass die beobachteten Lachgaskonzentrationen in der Atmosphäre selbst die pessimistischsten Klimamodelle des Weltklimarats (IPCC) der Vereinten Nationen zu übertreffen
beginnen.

Darüber hinaus könnte der anhaltende übermäßige Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln die Fähigkeit des Bodens, Kohlenstoff zu absorbieren und zu binden, beeinträchtigen. Trotz dieser Risiken geht die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) alarmierenderweise davon aus, dass der Einsatz von Stickstoffdüngern bis 2050 um weitere 50 Prozent steigen könnte.

Sowohl die agrochemische Industrie als auch die fossile Industrie werden davon profitieren. Schon jetzt verbraucht die Synthese von Ammoniak für Stickstoffdünger schätzungsweise 3 bis 5 Prozent des weltweiten fossilen Gases.

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass die Petrochemie bis 2026 für mehr als zwei Drittel des weltweiten Ölnachfrageanstiegs und bis 2050 für mehr als die Hälfte (55 Prozent) des gesamten Erdölverbrauchs verantwortlich sein wird. Plastik und Düngemittel, die zusammen fast drei Viertel (74 Prozent) aller produzierten Petrochemikalien ausmachen, sind die Haupttreiber dieses Wachstums. Der IEA zufolge stellen Düngemittel den größten kurzfristigen Wachstumssektor für den Einsatz von Erdölrohstoffen dar, wobei für die Düngemittelproduktion im Jahr 2025 ein Bedarf von mehr als 100 Milliarden Kubikmetern (bcm) Erdgas prognostiziert wird und für die weltweite Ammoniakproduktion ein Anstieg bis 2050 um bis zu 30 Prozent.

Diese Interessenkonvergenz der fossilen und Agrarindustrie spiegelt sich in den tiefgreifenden und weitreichenden Verflechtungen zwischen den Konzernen selbst wider. Während die weitreichende Rolle der Öl- und Gasunternehmen beim Ausbau der Petrochemie und der anhaltenden Plastikkrise gut dokumentiert ist, haben die Verbindungen zwischen der fossilen Brennstoff- und der Agrochemieindustrie weit weniger Aufmerksamkeit erhalten. Von acht führenden Düngemittelunternehmen, die für diesen Bericht untersucht wurden, wiesen sieben in der Vergangenheit oder gegenwärtig weitreichende Verbindungen zur fossilen Industrie auf, und zwar durch Verflechtungen in den Aufsichtsräten, durch die Eigentumsstruktur des Unternehmens oder durch direkte Beteiligung an der Produktion fossiler Brennstoffe. Dies gilt zusätzlich zu den bekannten historischen Verbindungen zu fossilen Brennstoffen bei langjährigen Marktführern der Agrochemie wie DuPont und Dow.

Es überrascht daher vielleicht nicht, dass agrochemische Unternehmen immer stärker die Lobbystrategien der fossilen Industrie nachahmen und argumentieren, dass sie die massiven Auswirkungen der Düngemittelproduktion auf das Klima durch den weit verbreiteten Einsatz von Kohlenstoffabscheidung und –speicherung (CCS) und andere Scheinlösungen zum Verschwinden bringen können.

Noch beunruhigender – und von den Medien und der Zivilgesellschaft weitgehend unbemerkt – ist die Tatsache, dass Öl-, Gas- und Agrochemieunternehmen Partnerschaften für eine Vielzahl an neuen Projekte eingehen, bei denen CCS und verwandte Technologien eingesetzt werden, um sogenannten „blauen“ Ammoniak (und seinen Vorläufer „blauen“ Wasserstoff) auf der Basis von fossilem Gas nicht nur als wichtigen Düngemittelbestandteil, sondern auch als Energieträger und als brennbaren Kraftstoff für Transport und Energie zu produzieren.

Unternehmen aus dem Bereich Düngemittel und fossile Brennstoffe betreiben, entwickeln oder erforschen aktiv Dutzende solcher Projekte in mindestens neun Ländern weltweit. Dieser Bericht hebt insbesondere die Ausbaupläne in den USA hervor, wo Projekte in acht Bundesstaaten geplant oder unterwegs sind. Es überrascht nicht, dass dieselben Staaten und Gemeinden, die bereits mit den negativen Auswirkungen der petrochemischen und CCS-Produktion konfrontiert sind, auch die Hauptziele für die Expansion der fossilen Düngemittelindustrie in Richtung blauer Wasserstoff und blaues Ammoniak sind.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eindeutig, dass solche Kraftstoffe nicht nur technisch und wirtschaftlich für die meisten Verwendungszwecke unbrauchbar sind, sondern dass sie für das Klima genauso schlecht oder noch schlechter sind als die direkte Verbrennung von fossilem Gas. Indem sie dieses fossile Gas mit CCS-abgeleitetem Ammoniak als saubere Energiequelle positionieren, nutzen beide Industrien nicht nur das Vermarktungspotenzial vermeintlich „sauberer“ und nachhaltiger Kraftstoffe, sondern auch massive staatliche Subventionen für Infrastrukturinvestitionen im Namen des Klimaschutzes. Vereinfacht ausgedrückt, arbeiten die Düngemittelindustrie und die Industrie für fossile Brennstoffe zunehmend zusammen, um fossile Brennstoffe – insbesondere Erdgas – als eine ständig wachsende Quelle sowohl für „saubere“ Energie als auch für „saubere“ Agrochemikalien zu vermarkten. Doch wirklich sauber, grün oder nachhaltig ist keines von beidem. Die Beschleunigung dieser Vorschläge und die ihnen zugrundeliegenden Narrative drohen jedoch, die globale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und industrieller Landwirtschaft auszuweiten und zu vertiefen, während weltweit die Erkenntnis wächst, dass beides dringend reduziert werden muss. Abgesehen von den Gefahren für die biologische Vielfalt, die menschliche Gesundheit und das globale Klima stellt die tiefe Verflechtung von fossilen Brennstoffen und industriellen Agrochemikalien eine tiefgreifende Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit dar – wie die Marktschocks von 2022 bei den Lebensmittel-, Kraftstoff- und Düngemittelpreisen eindrucksvoll zeigen. Bei Redaktionsschluss dieses Berichts Mitte September 2022 haben akute Benzinknappheit und massive kurzfristige Preisspitzen führende Düngemittelhersteller dazu veranlasst, kurzfristige Produktionskürzungen anzukündigen, während gleichzeitig langfristige Investitionspläne ausgeweitet werden

Der letzte Absatz steht am Anfang!

Lesen Sie den Bericht report.

Schauen Sie das kurze Video an: explanatory video.

Fossils, Fertilizers, and False Solutions: How Laundering Fossil Fuels in Agrochemicals Puts the Climate and the Planet at Risk (October 2022). Center for International Environmental Law (CIEL) 6.10.22

Energie: Heidis Alp-Orakel

4. Oktober 2022
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Am Sonntag zugeflogen …

28. September 2022
Falter auf Heidis nachhaltigem Abwaschtuch.

Falter auf Heidis nachhaltigem Abwaschtuch.

Eigentlich gehört das ja nicht in diesen Blog … spontane Idee beim Herunterladen von Fotos zwei Tage nach dem Abstimmungssonntag. Ein Falter hatte sich am Sonntag auf dem super nachhaltigen Abtrocknungstüchlein niedergelassen. Als Trost für die Resultate? In der dritten Primarklasse hatten wir Mädchen aus diesem Stoff von Hand mit ganz kleinen Stichen einen Jupe genäht. Damals durften wir nicht nur altersbedingt nicht stimmen, sondern die Mehrzahl der Männer wollte uns das Stimmrecht nicht geben; Erst nach langem Kampf war es soweit, nämlich am 7.2.71. Die Italienerinnen, welche damals als „Fremdarbeiterinnen“ der Schweizer Wirtschaft nützlich waren, hatten das Stimmrecht bereits seit dem 10.3.46. Die Schweizer Frauen „durften“ lange nur Steuern zahlen, nicht aber mitreden!

Die Taschen des Jupes schmückten wir mit farbiger Stickerei. Weil das Kleidungsstück seit Jahrzehnten unnütz im Schrank lag, griff Heidi vor wenigen Jahren zur Schere und fertigte daraus drei Tüchlein zum Abtrocknen des Geschirrs, denn sie hat keine Abwaschmaschine, braucht keine. Zwar wird fälschlicherweise behauptet, dass dies unökologischer sei als mit der Abwaschmaschine, aber der viel zitierte Vergleich des Wasser- und Energieverbrauchs zwischen Abwaschen mit der Maschine und von Hand ist Unsinn, denn es wurde unter laufendem Hahn abgewaschen! Welche Frau käme auf eine so dumme Idee? Zudem wird Heidis Warmwasser durch die Sonne gewärmt. Also weiterhin abwaschen mit Woman Power!

Women belong in all places where decisions are being made. … It shouldn’t be that women are the exception.
Ruth Bader Ginsburg

Gefunden im Plunder: EKZ-Stromsparkalender 1994

18. September 2022
Schon damals!

Schon damals – eigentlich!

Als Heidi einmal alte Kalender zum Altpapier legte, mochte sie den EKZ-Stromsparkalender 1994 (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich) nicht entsorgen, obwohl sie ihn bisher nicht mehr angeschaut hat. Am Samstag guckte er zwischen Papierkram hervor. „Was wohl darin steht?“, fragte sie sich.

Nachfolgend ein paar Zitate pro Monat. Vielleicht haben sich einzelne Zahlen oder Details in der Zwischenzeit geändert, aber grundsätzlich sind die Tipps auch heute gut; geändert hat sich die Schreibweise von „Tipps“, damals „Tips“. Für jeden Monat gibt es einen Cartoon von Igor.

Die Broschüre zum Thema

Das „Energie Sparbüchlein“ enthält zahlreiche Tips und Ratschläge rund um das Energiesparen und vermittelt interessante Zusammenhänge über die verschiedenen Aspekte im Spannungsverhältnis zwischen Energie und Umwelt.

Januar 1994

Winterferien: Fünf Mal mehr Strom als Zuhause

… Doch die Winterferien stellen die Elektrizitätsversorgung auf eine harte Probe: Allein zwischen Weihnachten und Neujahr verdreifacht sich beispielsweise der Stromverbrauch von St. Moritz. Insgesamt verursacht jede Logiernacht in einem klassischen Wintertourismus-Ort indirekt und direkt einen Verbrauch von 50 Kilowattstunden Strom. Das ist rund das Fünffache dessen, was eine ganze Familie zuhause verbrauchen würde. Die EKZ rufen dazu auf, auch hier sinnvoll mit Energie umzugehen.

Februar 1994

Wasser verwenden, nicht verschwenden

… Allein für die Förderung und Verteilung des Trinkwassers in die Haushalte und die Industrie braucht es in der Schweiz zum Pumpen gleichviel Strom, wie die Stadt Zürich benötigt. Wer Wasser spart, spart also auch Elektrizität … Die EKZ geben Tips für den sparsamen Umgang mit Wasser.

März 1994

Mobilität belastet Energiehaushalt enorm

Zusätzlich zu einigen Zahlen und Hinweisen zum Sparen ist ein Vergleich über den Energieverbrauch nach Verkehrsmitteln in Kilowattstunden (kWh) pro Person und Kilometer aufgeführt:

  • PW mit 4 Personen 0,30 kWh
  • Vorortszug 0,10 kWh
  • Elektroauto (4 Personen) 0,06 kWh
  • Tram 0,01 kWh

April 1994

Technischer Fortschritt hilft Strom sparen

Der technische Fortschritt hat auch vor den Haushaltgeräten nicht halt gemacht: So braucht ein moderner Kühlschrank oder ein modernes Tiefkühlgerät heute rund 40 Prozent weniger Strom als noch vor zehn Jahren … Beim Ersatz eines alten durch ein neues Gerät ist allerdings auch die sogenannte „Graue Energie“ in Rechnung zu stellen; jene Energiemenge also, die eingesetzt werden musste, um das Gerät herzustellen…

Mai 1994

1’200 EW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter helfen ihren Kunden

Die Elektrizitätswerke haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten umfassende Beratung im sicheren, sinnvollen und rationellen Umgang mit Elektrizität an. Rund 1’200 haupt- und nebenamtlich beschäftigte Fachleute bei den EW’s sorgen dafür, dass sich die Stromkunden über die wichtigsten Belange der Produktion, Verteilung und ganz besonders der sparsamen Anwendung von Elektrizität informieren können…

Juni 1994

Ausgeschaltet bedeutet nicht, dass kein Strom fliesst

… Experten haben herausgefunden, dass Geräte in vielen Fällen mehr Strom beziehen, als für ihre Betriebsbereitschaft nötig wäre. Helfen Sie also mit, Strom zu sparen: Wer den Hauptschalter betätigt oder den Stecker des Gerätes herauszieht, unterbindet so auch den Standby-Stromverbrauch…

Juli 1994

Auch dem Stromzähler Ferien gönnen

Im Haushalt lohnt es sich, bei längerer Abwesenheit Wärme- und Kältegeräte ganz abzuschalten. Kurz vor Ferienbeginn sollten daher keine grossen Einkäufe mehr getätigt werden, damit der Kühlschrank am Vorabend der Abreise guten Gewissens abgetaut und gereingt werden kann. Auch der Warmwassserboiler muss nicht vergeblich schwitzen: Das Abschalten lohnt sich bei diesem schon bei einer Abwesenheit von wenigen Tagen. Beim Fernsehapparat sollte im Hinblick auf mögliche Gewitter während der Ferienabwesenheit auch der Antennenstecker ausgezogen werden, um bei einem Blitzeinschlag in die Antenne eine Beschädigung oder gar einen Brand des Gerätes zu vermeiden…

August 1994

Saubere, trockene Wäsche trotz Stromsparen

… Und mit den heutigen Waschmitteln kann die Kochwäsche in der Regel mit 60 Grad Celsius gewaschen werden. Damit lassen sich immerhin rund 30 Prozent Strom sparen. Sehr oft kann man zudem auf das Vorwaschen verzichten, was nochmals eine Einsparung um rund einen Viertel gegenüber einem Programm mit Vorwaschen bringt…

September 1994

Früchte und Gemüse zur richtigen Jahreszeit

Wer möchte nicht auch im September Rhabarber oder Rosenkohl essen? Doch im Frühherbst wachsen diese zwei Gemüse nicht im Freien. Wenn sie dennnoch auf unsern Tisch kommen, stammen sie zumeist entweder aus dem Ausland oder aber aus inländischen Treibhäusern. Beide Varianten, uns während des ganzen Jahres mit einem umfassenden Gemüse- und Früchteangebot bei guter Laune zu halten, sind mit grossem Energieaufwand und nicht selten mit dem Einsatz teils umstrittener Stoffe verbunden. Warum nicht den Mittagstisch mit Früchten und Gemüsen aus der eigenen Umgebung gestalten?…

Oktober 1994

Stromsparlampen richtig eingesetzt, sparen Kosten

Die Beleuchtung verbraucht zwar relativ wenig Strom. Doch auch hier lohnt es sich, sparsam zu sein. Das ständige Brennen von Treppen-, Korridor- und Vorplatzbeleuchtungen kann mit selbsttätig abschaltenden Zeitautomaten vermieden werden…

November 1994

Energie schlummert auch in Produkten und Dienstleistungen

… Diese Energie nennt man „Graue Energie“. Sie wird benötigt, um Rohstoffe in Fertigprodukte umzuformen, um sie zu verpacken, zu transportieren oder zu lagern. Und dies betrifft Lebensmittel ebenso wie Konsumgüter, Verkehrsmittel, Dienstleistungen oder unseren Wohnraum: Mit jedem Franken, den wir für Dinge oder Dienstleistungen ausgeben, berappen wir auch einen beträchtlichen Anteil an Energie…

Dezember 1994

Geräte besser direkt ans Netz anschliessen

… Am besten ist es, wenn Geräte direkt ans Netz angeschlossen werden können. Denn bereits die Herstellung einer Batterie benötigt rund 50 mal mehr Energie, als sie im Verlauf ihrer Lebensdauer wieder abgibt…

Aktuelle Informationen der EZK finden Sie hier: Energie und Geld sparen leicht gemacht.

Energie: Bundesrat startet Sparkampagne. Medieninformation des Bundes vom 31.8.22

Wir lieben gesunde saubere Luft, Ruhe und neuerdings sparen wir erst noch Energie – wirklich?

3. September 2022
Inserat Lokalzeitung

Inserat Lokalzeitung

Mitglieder der Arbeitsgruppe Grünraum der Grünen Partei Zürich fordern zusammen mit SP und 13 unterstützenden Organisationen, dass der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern auf die Monate Oktober bis Dezember beschränkt wird – eine entsprechende Motion wurde im Gemeinderat eingereicht. Gleichzeitig informieren sie über die Probleme mit diesen Geräte, die überall zu Spottpreisen angeboten werden.

Forscher warnen vor Gesundheitsgefahren

Heidi hat recherchiert.

  • Lunge Zürich schreibt in einem Merkblatt Laubbläser: „Die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind enorm: Laubbläser emittieren neben viel Lärm auch hohe Schadstoffkonzentrationen und wirbeln Unmengen von Feinstaub auf. Die Zwei- und Viertaktmotoren der Laubbläser emittieren oftmals ein Vielfaches mehr Schadstoffe als Personenfahrzeuge. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn statt Gerätebenzin normales Benzin verwendet wird.“
  • Die Süddeutsche schrieb am 16.11.15 unter dem Titel Laubbläser: Folter im Vorgarten: „Schimmelpilze, Sporen, pulverisierter Hundekot: Laubbläser wirbeln alles auf, sind viel zu laut und bringen mehr Schaden als Nutzen. Trotzdem sind sie der Renner im Baumarkt … Der Allergologe Jeroen Buters von der TU München hat die Feinstaubbelastung der Laubbläser untersucht: Die Geräte wirbelten zehn Mal so viele Partikel auf wie ein Rechen, erklärt der Forscher. In der Umgebungsluft fanden sich Schimmelpilze, Sporen und pulverisierter Hundekot. „Laubbläser pusten alles hoch und man atmet kontaminierten Feinstaub ein“, sagt Buters. Er nennt die Laubbläser ein Infektionsrisiko.
    Bei Luftgeschwindigkeiten von 160 Kilometer pro Stunde wird so ziemlich alles eingesaugt oder weggeweht, was auf dem Boden lebt: Käfer, Asseln, Spinnen, Tausendfüssler, Regenwürmer, Insekten. Igel und Vögel stehen dann ohne schützende Schicht im aufgeräumten Unterholz. Auf lange Sicht schneidet der Gärtner sich damit ins eigene Fleisch. Herbstlaub ist in Beeten und unter Bäumen und Sträuchern ein recht guter Nährstofflieferant fürs nächste Jahr und macht Zusatzdünger meist überflüssig.“
  • Warum Laubbläser so umweltschädlich sind – der WWF Deutschland informierte am 13.11.21: „Laubbläser. Kaum hat der Herbstwind Blätter vom Baum gepustet dröhnen sie wieder. Ihre Motoren sind so laut wie ein Presslufthammer. “Sie sind laut, schmutzig, gefährlich für Tiere und bedenklich für unsere Gesundheit”, schreibt sogar das Umweltbundesamt. Kein Wunder, dass Laubbläser inzwischen regelrecht verhasst sind. Aus guten Gründen.

Offener Brief an die Stadt Zürich und an alle …

Dieser offene Brief wurde initiiert von der AG Grünraum der GRÜNEN Stadt Zürich und wird von folgenden Organisationen unterstützt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
  • Bioterra Zürich und Umgebung
  • Casafair Zürich
  • Förderverein Natur im Siedlungsraum
  • Igelzentrum Zürich
  • Lärmliga Schweiz
  • Natur- und Vogelschutzverein Höngg
  • Pro Vogel
  • Pura Verdura
  • Sensengruppe Zürich
  • Verein Glühwürmchen Projekt
  • Verein Stadtnatur
  • Zürcher Tierschutz

Offener Brief an die Stadt Zürich und an alle….

….. Schützer:innen der Gesundheit und der Umwelt in der Stadt Zürich

….. Hüter:innen der Regeln in Zürich, die uns vor Lärm schützen sollten

Die AG Grünraum der GRÜNEN Stadt Zürich hat im Jahr 2013 eine Petition und eine gleichlautende Motion initiiert, um den Laubbläsergebrauch auf die Laubmonate im Herbst einzudämmen. Gleichzeitig mit dem Einreichen der Motion wurde die Petition «Stopp Laubbläser» mit 4’329 Unterschriften dem Stadtrat übergeben. Die AG Grünraum hat dem zuständigen Departement alle relevanten Argumente gegen den immer exzessiver werdenden Gebrauch der Laubbläser geliefert und diese mit Fachartikeln untermauert.

Mit einem unverbindlichen Merkblatt zum verantwortungsvollen Einsatz der Geräte hat die Stadt Zürich bisher keinen nennenswerten Beitrag zur Lösung des Problems geleistet. Viel Zeit ist seither ungenutzt verstrichen, die unerwünschte Entwicklung schreitet fort. Das Gerät verleitet zu immer mehr unnötigen und schädlichen Arbeiten. Mittlerweilen wird der Laubbläser immer mehr zweckentfremdet und ersetzt nicht nur den Besen, sondern wird z.B. auf Baustellen eingesetzt, um Baugerüste von allerlei abgeschliffenen, giftigen Partikeln zu säubern, die wir nachher einatmen müssen.

Unsere Forderungen bleiben deshalb weiterhin dringend:

  • Der Einsatz der Geräte durch Behörden wie Private ist auf die Laubmonate Oktober bis Dezember zu beschränken, wie dies in anderen Städten bereits praktiziert wird.
  • Es braucht Aufklärungsarbeit, wo der Einsatz der Geräte im Herbst sinnvoll ist und wo er grundsätzlich auch dann nur schädigend ist.
  • Für die extrem lauten und klimaschädigenden Geräte mit Verbrennungsmotoren wird ein Ablaufdatum festgesetzt, danach sind sie verboten.

Begründung:

Die Gefahren und der Schaden für Mensch und Tierwelt sind bekannt und unbestritten:

  • Mit den Geräten werden gesundheitsschädigende Stoffe wie Feinstaub, Umweltgifte von Baustellen, Bakterien, Viren, Pilzsporen und Wurmeier aufgewirbelt und von Kindern und Erwachsenen eingeatmet.
  • Im besonderen Masse sind die Anwender*innen betroffen, die den Auftrag erhalten die Arbeiten mit den Laubbläsern auszuführen.
  • Gesundheitsschädigend ist auch der Lärm (bis zu 115 dB(A), entspricht einem Presslufthammer) sowie die Abgase der Geräte mit Verbrennungsmotor.
  • Die leiseren elektrobetriebenen Geräte verleiten wegen des Irrglaubens, sie seien weniger umweltschädigend, zu allerlei unnötigen Einsätzen.
  • Die starken Luftströme sind zerstörerische Eingriffe in die Welt der Kleinlebewesen: sie werden das ganze Jahr hindurch ihrer Deckung und Rückzugsgebiete beraubt.
  • Die übertriebenen Putzarbeiten im Freien setzen überdies zunehmend falsche Sauberkeitsstandards.
  • Energie wird verschwendet, wo Handarbeit es in derselben Zeit richten könnte, sofern die Arbeit überhaupt notwendig ist.

Wir sehen den Handlungsbedarf nach wie vor als dringend notwendig an und erwarten von der Politik endlich Schritte. Daher wird im Gemeinderat der Stadt Zürich zeitgleich mit diesem offenen Brief eine Motion zur Anpassung der Polizeiverordnung im obigen Sinn eingereicht. Es braucht verbindliche Regeln, um den ungehinderten Gebrauch dieser Geräte sinnvoll einzudämmen.

Für die AG Grünraum:
Christine Dobler Gross (Initiantin), sowie die Co-Leitung Sibylle Kauer und Jürg Rauser (beide für die GRÜNEN im Gemeinderat der Stadt Zürich, siehe:
https://www.gemeinderatzuerich.ch/mitglieder)

Heidi meint: „Eigentlich erstaunlich, dass gesamtschweizerisch keine Vorschriften für diese doch sehr schädlichen Geräte erlassen wurden! Was noch nicht ist, das kann noch werden?! Gibt es keine Bewilligungsbehörden? Darf man alles verkaufen?“

Gerangel um Energie hier, Dürre oder Flut dort

31. August 2022

Wir, hier in der Schweiz, jammern auf sehr hohem Niveau über allfällige Energieknappheit, wo doch viele sehr viel Energie verschwenden. Wir tragen zudem überdurchschnittlich zum Klimawandel bei, müssten daher auch viel Gegensteuer geben, u.a. zum Schutze der landwirtschaftlichen Produktion, die ihrerseits wesentlich zur Klimaveränderung beiträgt.

In China und Pakistan wird der „doppelte Hammer“ durch den Klimawandel verstärkt. Grid zeigt diese Welt in Bildern: Klimawandel bringt extreme Überschwemmungen in Pakistan und Dürre in China zur gleichen Zeit: „Der Klimawandel bringt völlig unterschiedliche Traumata mit sich – manchmal für Menschen in denselben Teilen der Welt.“

Es sei manchmal schwer zu begreifen, wie der Planet Menschen in benachbarten Staaten oder Ländern auf so unterschiedliche Weise bestrafen kann. Manchmal könne auf eine Dürre kurz darauf eine Überschwemmung folgen – und das in derselben Region. Dave Levitan und Lili Pike von Grid berichteten diese Woche über dieses Phänomen: „Was wie ein Paradoxon erscheinen mag, ist, dass diese sehr unterschiedlichen Wetterextreme durch den Klimawandel verstärkt werden … Es wird heisser und trockener, und dann wird es plötzlich viel nasser – ein Klimawandel-Doppelschlag, der immer häufiger auftreten wird und potenzielle Katastrophen mit sich bringt.“

Diese Fotos sind ein globales Beispiel für diesen „doppelten Hammer“ aus zwei asiatischen Ländern: kolossale, tödliche Überschwemmungen in Pakistan – und ein gefährlicher Mangel an Wasser in China.

Lesen Sie den vollständigen Artikel oder betrachten Sie mindestens die eindrücklichen Bilder hier: World In Photos: Climate change brings extreme flooding to Pakistan and drought to China at the same time. 


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