Posts Tagged ‘Energie’

Spargelflut in den Läden – Heidis erste Spargeln

6. Mai 2022
Bio-Spargeln aus Ungarn zum Schleuderpreis 50%. Copyright: Valentina

Bio-Spargeln aus Ungarn zum Schleuderpreis, 50%. Copyright: Valentina

Zugegeben, Heidis Spargel-Portion auf dem Teller war klein, aber fein und frisch aus dem Garten. Die ersten Spargeln! Gelb neben Rüebli-Schibli und gebratenen Zucchetti-Würfeln vom letzten Gartenjahr mit Safran-Nudeln von Gran Alpin. Übrigens heute hat Heidi den Kuckuck zum ersten Mal gehört.

In den Läden werden Spargeln schon lange angeboten. Am 23.4.22 offerierte Coop Bio-Spargeln aus Ungarn, abgepackt in der Slowakei. Heidis Frage an die Fotografin, ob das wirklich so auf dieser Packung war, beantwortete Valentina mit JA, denn auch sie war erstaunt, hat die Verpackung deshalb fotografiert. Heute hat Luca im Coop weisse Bio-Spargeln aus Deutschland und grüne aus Spanien gesehen.

In jeder der letzten vier Migros-Aktions-Broschüren wurden Spargeln angeboten. Als Herkunft wird einmal Italien, dann Italien/Spanien oder Italien/Spanien/Ungarn angegeben. Camions mit Spargeln kommen also von Osten, Süden und Südwesten angefahren.

Wer solche Importe kauft, hilft mit, im Ausland Produktionskapazitäten aufzubauen, auch an Orten, wo Wassermangel herrscht. Wie lange dieses Umherschieben von Produkten möglich ist, das weiss niemand. Die gegenseitigen Abhängigkeiten sind gross. Wer global saisonal propagiert, ist auf den Holzweg.

Die zunehmenden Transporte für Lebensmittel, die weder saisonal noch regional sind, brauchen nicht nur Energie, sie benötigen und beanspruchen Infrastrukturen, verursachen Umweltschäden und Lärm. Der Strassenverkehr ist die grösste Lärmquelle in der Schweiz. Erst gerade hat der Bundesrat einen Kredit von 52 Millionen Franken bewilligt zur Unterstützung der Kantone für Massnahmen.

Im Winter ist Heidis Eigenversorgung mit Salat zeitweise nicht möglich, also kauft sie zwischendurch z.B. Chicorée. Im VOLG gibt es nur welche aus konventionellem Anbau, deshalb versuchte sie es kürzlich bei Coop. Als sie zuhause die Bio-Zapfen aus dem Plastik nahm, sah sie die Herkunft: Niederlande!

Es braucht schon einen gewissen Aufwand, um einigermassen vernünftig einzukaufen. Oft gibt es sogar mehrere Labels auf derselben Verpackung. Drum, wer kann, baut so viel wie möglich selber an, wo auch immer – auf dem Balkon, im eigenen Garten, auf einem Stück Land bei einem Bauern – oder engagiert sich bei einer Organisation wie Vertragslandwirtschaft.

Schutz vor Strassenlärm: Bundesrat verstärkt Unterstützung für die Kantone. Medienmitteilung des Bundesrats vom 27.4.22.

50% auf Bio-Spargeln aus Ungarn, abgepackt in der Slowakei. Copyright Valentina

50% auf Bio-Spargeln aus Ungarn, abgepackt in der Slowakei. Copyright Valentina

Grüne Bio-Spargeln aus Spanien. Copyright: Luca.

Grüne Bio-Spargeln aus Spanien. Copyright: Luca.

Biospargeln aus Deutschland. Copyright: Luca

Biospargeln aus Deutschland. Copyright: Luca

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Zwei Mails täglich von Heidi sind für Leute, die viele Mails erhalten, etwas viel, also wird Heidi künftig den Ukraine-Beitrag an einen normalen Artikel anhängen. Vielen Dank für das Verständnis jener, die das gerne separat hätten. Hoffentlich geht der Krieg bald zu Ende.

Dear Scientist and Friend in Kyiv. I sometimes imagine what it would be like if every tadpole developed into a frog. I wish you peace. Heidi

Dear Scientist and Friend in Kyiv. I sometimes imagine what it would be like if every tadpole developed into a frog. I wish you peace. Heidi

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Klima-Problem lösen? Jetzt oder nie!

18. April 2022
Städte wachsen, Fruchtfolgeflächen werden überbaut, asphaltiert ...

Städte wachsen, Fruchtfolgeflächen werden überbaut, asphaltiert …

Es wird laufend über die prekäre Klimasituation informiert, aber von Action sieht man wenig: Osterverkehr wie üblich, Mobilität wie üblich, Ausbau der Autobahnen, zunehmender Transport von Gütern, Wachstumsträume, Steigerung Energieproduktion …

So seien denn wieder einmal ein paar Zitate übernommen, die sagen, wie die Lage ist.

Quelle: Dire Climate Warning Issued in New IPCC Report: ‘Now or Never’, Undark 11.4.22, übersetzt von Heidi mithilfe von DeepL.

Die von Paul Maidowski aufgezeigten Widersprüche zwischen wissenschaftlicher Realität und hoffnungsvollen politischen Annahmen werden in dem neuen Bericht deutlich. Einerseits heisst es darin, dass die Treibhausgasemissionen in den nächsten drei Jahren ihren Höhepunkt erreichen müssen, andererseits wird festgestellt, dass die durchschnittlichen jährlichen Treibhausgasemissionen von 2010 bis 2019 höher waren als in jedem Jahrzehnt zuvor.

Zu glauben, dass die Emissionen auf diesem Weg bis 2025 ihren Höhepunkt erreichen können, erfordert einen enormen und unrealistischen Vertrauensvorschuss, und viele Klimawissenschaftler, darunter der NASA-Forscher Peter Kalmus, glauben das nicht.

„Dieser IPCC-Bericht ist absolut erschütternd. Wacht alle auf“, schrieb Kalmus auf Twitter. „Kurze Zusammenfassung des neuen IPCC-Berichts: Wir wissen, was zu tun ist, wir wissen, wie es zu tun ist, es erfordert, den Reichen ihr Spielzeug wegzunehmen, und die Führer der Welt tun es nicht“, fuhr er fort.

Der optimistischste Weg, der in dem neuen Bericht aufgezeigt wird, zeigt, dass es möglich ist, die globale Erwärmung zu begrenzen, aber nur mit tiefgreifenden Emissionssenkungen in allen Wirtschaftssektoren und in allen Teilen der Welt, sagte der Klimawissenschaftler Bill Hare, der jahrzehntelang an den IPCC-Berichten mitgearbeitet hat und jetzt Geschäftsführer von Climate Analytics ist, einer gemeinnützigen internationalen Denkfabrik für Klimafragen.

Lesen Sie den vollständigen Bericht hier: Dire Climate Warning Issued in New IPCC Report: ‘Now or Never’, Undark 11.4.22

Undark ist ein gemeinnütziges, redaktionell unabhängiges digitales Magazin, das die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft erforscht. Es wird mit Unterstützung der John S. and James L. Knight Foundation über ihr Knight Science Journalism Fellowship Program am Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgegeben.

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Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Ernährung der Weltbevölkerung …

28. Juli 2021
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Viel wird geschrieben und spekuliert über die Ernährung der Weltbevölkerung. Wie? Wo? Was? Das sind Fragen, die je nach Interesse sehr unterschiedlich beantwortet werden. Die Vorschläge sind aber keine wirklich nachhaltigen Lösungen, wenn man weitere Entwicklungen berücksichtigt wie Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Klimaveränderung, Bodendegradierung usw.

Urs P. Gasche schrieb am 23.7.21 im INFOsperber unter dem Titel Treiber der Erwärmung: Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum:

«Die Entwicklung der Treibhausgasemissionen muss vor dem Hintergrund der zwei hauptsächlichen Antriebskräfte, dem Bevölkerungswachstum und dem Wirtschaftswachstum betrachtet werden.» Das schreibt Stephan Buhofer in seinem neuen Buch «Treibhausgasemissionen verstehen». Das Buch ist eine Analyse des Klimawandels im Kontext von Wissenschaft und Politik und enthält in kompakter Form die heutigen Erkenntnisse über Ursachen und Auswirkungen.

Erschienen ist das Buch im oekom-Verlag, begleitet von folgender Medieninformation: „Der Bedrohung der Erderwärmung steht das immense Wissen gegenüber, welches die Menschheit darüber besitzt. Ein gutes Verständnis der Zusammenhänge sollte aber nicht nur bei den Experten in Wissenschaft und Politik vorhanden sein – sondern auch bei den einzelnen Menschen als den Verursachern. Denn diese haben einen grossen Spielraum, Treibhausgasemissionen im persönlichen Handlungsbereich zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist eine eigene Überzeugung.

Stephan Buhofer erläutert die klimawissenschaftlichen Grundlagen, analysiert den Ausstoss von Treibhausgasen und untersucht die weltweiten Anstrengungen zu deren Reduktion. Im Sinne eines Leitfadens bietet das Buch einen umfassenden Einblick in die technischen Aspekte des Themas – für alle, die sich eingehend informieren möchten.

„Treibhausgasemissionen verstehen“ ist also ein wichtiges Buch, das wir lesen sollten; es eignet sich auch als Ferienlektüre.

Stephan Buhofer
Treibhausgasemissionen verstehen – Der Klimawandel im Kontext von Wissenschaft und Politik
184 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-96238-311-4, 26,00 € (D). Auch als E-Book erhältlich.

Ernährung der Weltbevölkerung

Umwandlung der Biosphäre über 8000 Jahre. Copyright: United Nations Convention to Combat Desertification (UNCCD)

Wirtschaft und Bevölkerung beanspruchen beide Platz. Mit deren Wachstum vergrössert sich in der Regel auch die beanspruchte Fläche. Dies geht auf Kosten von Natur- und/oder Landwirtschaftsflächen. Vernetztes Denken ist gefragt, um all die ebenfalls wachsenden und miteinander verflochtenen Probleme zu lösen. Noch sind Zauberwörter wie CO2-Zertifikate, globales Einkaufen, Kreislaufwirtschaft beliebt. Wer aber die Abfallberge von nahe betrachtet, sieht rasch, dass der angebliche Kreis nie geschlossen ist, z.T. weit davon entfernt ist. Und das Sammeln, Transportieren und Wiederverwerten braucht auch Energie.

Die Entropie schieben wir nicht einfach mit Worten in den Müll. Sie bleibt. Und wenn wir den Wikipedia-Eintrag zu Entropie anschauen, dann wird klar, dass dies ein komplexes Thema ist, aber berücksichtigt werden muss. Und etwa die zunehmenden Transporte zur Effizienzsteigerung der Produktion, zur global saisonalen Lebensmittelversorgung und zur „ökologischeren“ Produktion am anderen Ende der Welt werden wie viele weitere „Kleinigkeiten“ einfach weggesteckt, oft durch irgendwelche „Ökobilanzen“ gerechtfertigt, die von Interessenvertretern bezahlt wurden.

Wirtschaftswachstum 6%

Der Internationale Währungsfonds IWF prognostiziert auch für 2022 ein starkes Wachstum der Weltwirtschaft. Damit werde sich die Erholung von der Corona-Krise weiter fortsetzen. Laut der Prognose rechnet der IWF für dieses Jahr weiterhin mit einem Wachstum von sechs Prozent, für das kommende Jahr erwartet er ein Wachstum von 4,9 Prozent. Das sind 0,5 Prozent mehr, als noch im April erwartet worden waren.

Bevölkerungswachstum 1,2%

Die Weltbevölkerung hat dieses Jahr bis heute um 55 Millionen Personen auf 7,9 Milliarden zugenommen. Für 2021 wird mit einem Wachstum von 1,2 Prozent gerechnet. Das Bevölkerungswachstum der Schweiz ist Durchschnitt, d.h. wächst ebenso schnell wie die Weltbevölkerung. Jeden Tag leben 277 Personen mehr in unserem Land.

Abnahme landwirtschaftliche Nutzfläche

Etwa 37 Prozent der weltweiten Landfläche werden durch die Landwirtschaft genutzt. Mit dem Bevölkerungswachstum hat die Ackerfläche stark zugenommen, v.a. in den Tropen. Damit verbunden ist ein dramatischer Verlust an Biodiversität und Ökosystemleistungen wie etwa die Speicherung von Wasser oder CO2. Hinzu kommt der Flächenbedarf für Siedlungen, Freizeitanlagen und Infrastrukturen.

So werden auch in der Schweiz die besten Fruchtfolgeflächen zu Industrie- und Wohnzonen sowie Strassen. Jede Sekunde wird fast ein Quadratmeter neu verbaut. Und dies seit Jahrzehnten.

Gemäss dem Global Land Outlook Report 2017 des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (United Nations Convention to Combat Desertification UNCCD) zeigten von 1998 bis 2013 etwa 20 Prozent der bewachsenen Landfläche der Erde einen anhaltenden Trend zur Abnahme der Produktivität. Dieser manifestiert sich bei 20 Prozent der Ackerflächen, 16 Prozent der Waldflächen, 19 Prozent des Graslands und 27 Prozent des Weidelands. Diese Trends sind besonders besorgniserregend in Anbetracht der steigenden Nachfrage nach flächenintensiven Nutzpflanzen und Viehzucht.

Mit Vollgas in die nächste Krise? Oder Denk-Halt?

Treiber der Erwärmung: Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Urs. P. Gasche, INFOsperber vom 23.7.21

Treibhausgasemissionen verstehen – Der Klimawandel im Kontext von Wissenschaft und Politik.  Stephan Buhofer, oekom-Verlag 2021

Reiche Länder erholen sich laut IWF schneller von der Krise. Zeit online vom 27.7.21

countrymeter Weltbevölkerung

28.7.21 HOME

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Grundwasser: Widersprüchliche Politik

19. April 2014

Das meiste Wasser, welches wir trinken oder das unsere Brunnen speist, stammt aus dem Grundwasser.

Das meiste Wasser, welches wir trinken oder das unsere Brunnen speist, stammt aus dem Grundwasser.

Das Grundwasser lebt. Kleinstlebewesen – wie Bakterien und Krebse – bilden Lebensgemeinschaften, welche noch wenig erforscht sind. Ihre Vielfalt ist gross und typisch für einen Standort. Die Tierchen gelangen bei der Entnahme von Grundwasser in die Trinkwasserversorgung. Wer sie kennt, kann aufgrund der Artenzusammensetzung und Dichte auf die Qualität des Trinkwassers schliessen. Die Grundwasser-Lebensgemeinschaften sind auch Frühwarnsysteme für Veränderungen des Wasserhaushalts in Feuchtgebieten, denn wenn man feststellt, dass sich die oberirdischen Lebensgemeinschaften verändert haben, dann sind die Feuchtgebiete bereits nachhaltig geschädigt. Am 22. Mai 2014 findet das Landauer Fachtreffen Tiere im Trinkwasser statt, Universität Koblenz-Landau, Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH; es richtet sich an Vertreter der Wasserwirtschaft, mehr über Grundwasserökologie.

Der Brunnenkrebs „Parabathynella badenwuerttembergensis“ lebt im Grundwasser; ein uraltes Tier aus einer Zeit, die über 200 Millionen Jahre zurückliegt. Foto: PD

Der Brunnenkrebs „Parabathynella badenwuerttembergensis“ lebt im Grundwasser; ein uraltes Tier aus einer Zeit, die über 200 Millionen Jahre zurückliegt. Foto: PD

Es ist daher nicht verwunderlich, dass in der Gewässerschutzverordnung (GSchV SR 814.201) nicht nur Vorschriften zum Schutz des Grundwassers enthalten sind, sondern in Anhang 1 (Art. 2) auch ökologische Ziele für unterirdische Gewässer formuliert wurden: Die Biozönose (der Lebensraum) unterirdischer Gewässer soll naturnah und standortgerecht sein sowie typisch für nicht oder nur schwach belastete Gewässer.

Der Druck auf das Grundwasser ist heute gross. Weil die Lebewesen im Grundwasser rasch auf Veränderungen ihres Lebensraums reagieren, stellt sich die Frage nach der Erreichbarkeit der Ziele bzw. der künftigen Qualität unseres Trinkwassers.

Die Politik fördert Wasserkraftwerke ... längst nicht alle Projekte sind sinnvoll. Historisches Wasserrad beim Rheinfall

Die Politik fördert Wasserkraftwerke … längst nicht alle Projekte sind sinnvoll. Historisches Wasserrad beim Rheinfall.

Zum Beispiel: Damit die wachsende Nachfrage nach Energie befriedigt werden kann (Wirtschaftswachstum und Energiewende!), wird der Ausbau der Wasserkraftwerke gefördert. Wenn Wasser in Druckstollen, statt in Gewässern fliesst, dann sickert auch weniger Wasser in den betreffenden Grundwasserstrom; das Niveau sinkt. Dies wiederum bewirkt weniger Wasser im Boden und, je nach Standort, leiden die darauf wachsenden Pflanzen an Wassermangel, d.h. landwirtschaftliche Kulturen oder Golfrasen … müssen (mit Grundwasser) bewässert werden, was die Kosten und den Wasserverbrauch erhöht sowie den Grundwasserspiegel weiter senkt. Der Klimaerwärmung wegen (Vermindern der Emission von Treibhausgasen) fördert die Politik den Stromverbrauch, z.B. durch Elektroautos. Auch Energieministerin Doris Leuthard, ist elektromobil. Und: Kommt das Fracking, eine weitere Gefahr für das Grundwasser? Schiefergas – Wissenswertes zum Hydraulic Fracturing (Fracking), EAWAG, April 2013. Am 22.11.13 wurde die Initiative „Keine Vergiftung unserer Böden durch Erdgasförderung“ lanciert: Stopp Fracking.

Mehr Einwohner - mehr Bauten. Höhere Ansprüche - grössere Wohn- und versiegelte Aussenflächen. Zunehmender Grundwasserverbrauch.

Mehr Einwohner – mehr Bauten. Höhere Ansprüche – grössere Wohn- und versiegelte Aussenflächen. Zunehmender Grundwasserverbrauch.

Weitere Beispiele der Veränderung des Grundwassers durch die Politik: Der Wasserverbrauch und somit das Heraufpumpen von Grundwasser nimmt mit dem Bevölkerungswachstum zu, auch mit der intensiven Tourismusförderung durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und die Kantone. Durch den grassierenden Bau von Häusern und Strassen (4,20 m breite Kantonsstrassen in die entlegendsten Berggebiete) fliesst mehr Niederschlagswasser direkt in Fliessgewässer statt über den Boden ins Grundwasser (wenn Land für den Gewässerraum benötigt wird, dann schreien die Bauern Zeter und Mordio, wenn es um Verbreiterung der Strassen für den Transport von Baumaterial, Futter, Vieh und Touristen geht, dann herrscht Stille; eine Stille wie man sie sonst kaum mehr in der Schweiz erleben kann). Allgemein sind Massnahmen gegen die Klimaerwärmung stark auf grünes Wirtschaftswachstum (Fotovoltaik, Gebäudeisolation, Energieeffizienz, Biogas usw.) und Freiwilligkeit ausgerichtet; Aufrufe zum Sparen bringen kaum Wählerstimmen.

Auch Coca Cola hat das Geschäft mit dem Leitungswasser entdeckt: Wasserdispenser und Cola-Kapseln.http://lebensraumwasser.com/2014/02/11/coca-cola-plant-den-vertrieb-von-wasserspendern/

Auch Coca Cola hat das Geschäft mit dem Leitungswasser entdeckt: Wasserdispenser und Cola-Kapseln. http://lebensraumwasser.com/2014/02/11/coca-cola-plant-den-vertrieb-von-wasserspendern/

Klimaerwärmung und Grundwasser? Wenn Gletscher schmelzen, die Schneefallgrenze in höhere Lagen klettert, weniger Schnee und Regen fällt, mehr Wasser verdunstet, mehr Wasser für Bewässerung, zum Durstlöschen, für wohltuendes Duschen … gebraucht wird, dann sinkt der Grundwasserspiegel und, nicht zu vergessen, auch das Grundwasser wird wärmer. Gelangt weiterhin die gleiche Menge an Schadstoffen ins Grundwasser, so nimmt ihre Konzentration zu, d.h. dort, wo die Verschmutzung heute schon hoch ist, müssen Trinkwasserfassungen geschlossen werden oder zumindest fallen hohe Aufbereitungskosten an.

Auch die Agrarpolitik hilft fleissig beim Anheizen des Klimas, indem sie einseitig die Tierproduktion mit den entsprechenden Treibhausgasen fördert; daran ändert auch die Abschaffung der Tierhalterbeiträge wenig. Gegen verbesserten Schutz des Trinkwassers vor Pestiziden haben sich die Bauern 1999 erfolgreich gewehrt, und beim Bundesamt für Landwirtschaft ist niemand bereit, dieses heisse Eisen aufzunehmen. So dürfen in der Grundwasserschutzzone S2, welche fast bis zur Entnahmestelle für Trinkwasser reicht, weiterhin Pestizide ausgebracht werden, obwohl der Bundesrat einmal die gute Absicht hatte, dies zu verbieten, siehe Bundesrat gewichtet Freiheit der Bauern höher als Trinkwasserqualität, Heidis Mist, 6.2.13. Brachliegende Felder im Winter bergen weitere Gefahren sowie Ausbringen von Düngern und Pflanzenschutzmitteln, vor allem wenn die Menge hoch ist oder der Zeitpunkt schlecht gewählt (z.B. im Kanton Graubünden werden regelmässig abgeerntete Felder, etwa Maisfelder, im Herbst mit Mist und/oder Gülle gedüngt, obwohl keine Pflanzen den Dünger aufnehmen können und der Mais erst im darauffolgenden Sommer die Nährstoffe aufnehmen könnte, ja könnte, denn dann ist ein grosser Teil ausgewaschen). Die Berglandwirtschaft wird noch stärker als bisher gefördert, obwohl die Energieffizienz sehr schlecht ist.

Gefahr der Grundwasserverschmutzung durch monatelange Lagerung von ungedecktem Mist im Feld in Graubünden, und zwar durch die Behörden offiziell toleriert!

Gefahr der Grundwasserverschmutzung durch monatelange Lagerung von ungedecktem Mist im Feld in Graubünden, und zwar durch die Behörden offiziell toleriert!

Weitere Gefahren sind Verkehr, Industrie, alte Deponien, Schadstoffe aus der Luft, welche durch den Boden sickern, Abwasser aus lecken Leitungen oder ungenügender Abwasserreinigung, undichten Güllegruben und nicht ordnungsgemäss gelagerter Mist (z.B. in den Kantonen Graubünden und Tessin werden die Hofdüngeranlagen auch heute noch nicht von Amtes wegen kontrolliert, obwohl das Gesetz dies schon lange vorschreibt), Abbau von Kies und Sand, unsachgemässe Tiefenbohrungen usw.

Gewisse Behörden sind – trotz der allgegenwärtigen Gefahren für das Grundwasser – offensichtlich nicht bereit, im Interesse der Bevölkerung und der Grundwasserlebewesen die Probleme zu lösen. Gesetze sind zum Teil vorhanden, doch der Vollzug funktioniert oft nicht. So gaukeln uns die Regierenden und ihre VerwalterInnen vor, dass sie den Durchblick hätten und uns vor Gefahren schützen wollten, doch in Tat und Wahrheit ziehen sie an jenen Fäden unseres vernetzten Systems besonders stark, die den Faktor Geld näher bringen, ohne allzu viele Gedanken an die allfälligen Folgen ihres Tuns zu verschwenden. Völlig überrascht stehen sie dann vor der Kamera, wenn „unerwartete“ Nebeneffekte „zuschlagen“, selbst dann, wenn vorausschauende Geister in den Ämtern davor gewarnt hatten. Was, wenn es ihnen mit dem herbeigewünschten Geld so erginge wie Midas mit dem Gold? Alles, was sie berühren wird zu Geld, auch das Essen …

Pete Seeger, Folksänger und Aktivist sang an seinem letzten Auftritt im vergangenen Herbst 2013 beim Farm Aid Festival zugunsten der amerikanischen bäuerlichen Familienbetriebe zusammen mit Wille Nelson und Neil Young das Lied von Woody Guthrie  This Land is Your Land; am Schluss des Lieds (2:25) sang er eine neue Strophe gegen die Fracking-Vorhaben im Bundesstaat New York:
New York is my home,
New York is your home
From the upstate highway to the ocean foam
With all kinds of people
Yes, we’re polychrome
New York was meant to be frack free.

Was Switzerland meant to be frack free?

Seien wir wachsam und aktiv, denn auf jene, die wir dafür bezahlen, dass sie uns schützen, ist kein Verlass! Heidi jedenfalls wird sich weiterhin für die Lebewesen im Grundwasser einsetzen.

Schema Grundwasserbildung, aus Wegleitung Grundwasserschutz BAFU

Schema Grundwasserbildung, aus Wegleitung Grundwasserschutz BAFU

Grundwasserschutz, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Gefahren für das Grundwasser, BAFU

Wegleitung Grundwasserschutz

19.4.14 HOME

Colorado River Delta zu neuem Leben erweckt

23. März 2014

Der Colorado River hat die Canyons (Grand Canyon) geformt und früher die reiche Flora und Fauna des Deltas mit Wasser versorgt. Heute ist das Delta eine Wüste. Doch das soll sich ändern.

Der Colorado River hat die Canyons (Grand Canyon) geformt und früher die reiche Flora und Fauna des Deltas mit Wasser versorgt. Heute ist das Delta eine Wüste. Doch das soll sich ändern.

Noch vor einem halben Jahrhundert war das Colorado River Delta voller Leben. Seit den 1960er Jahren fliesst kaum mehr Wasser und mehr als 90% dieses Reichtums sind verschwunden. Dämme sammeln das Wasser für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen, zur Produktion von Energie und für Trinkwasser.

Heute (23.3.14), am Tag nach dem Weltwassertag 2014, beginnt ein Experiment. Die Schleusen des Morelos Damms werden geöffnet, und während acht Wochen fliesst reichlich Wasser durch das Flussbett zum Delta beim Golf von Kalifornien, eine Schneeschmelze simulierend. Anschliessend wird während dreier Jahre immer eine bestimmte Menge Wasser zum Delta fliessen. Dies ist zwar ein Rinnsal, verglichen mit dem früheren Fluss, doch die Forscher hoffen, dass 1000 Hektaren Delta-Wüste zum Leben erweckt werden.

Jahrelange Verhandlungen zwischen den USA, Mexiko und Nichtregierungsorganisationen haben zum Abkommen Minute 319 geführt, Historic Colorado River Water Agreement, U.S. Department of the Interior. Es ist das erste Mal, dass Wasser für Umweltzwecke über die Grenze zwischen den USA und Mexiko fliesst.

Eine der grössten Errungenschaften dieses Projekts ist zu zeigen dass binationale Kooperation möglich ist, denn der Colorado ist nicht der einzige grosse Fluss, der vom Meer abgeschnitten wurde. Ähnlich verhält es sich mit dem Indus, dem Gelben Fluss, dem Murray

Nachtrag: Video, erste Bilder vom Wasser im Colorado, in 10 bis 12 Tagen wird es das Meer erreichen, Colorado River Series: Return to Sea, The Weather Channel. Weitere Videos „Colorado River Series“ von Alexandra Cousteau:
Dry Seas, El Golfo de Santa Clara, Sonora, Mexiko
Agriculture, YUMA Arizona
Las Vegas Hotels
City Water Usage

Colorado river back from the dead, New Scientist, 15.3.14

Death of a River – The Colorado River Delta, Video Alexandra Cousteau’s Expedition Blue Planet

Colorado River Pulse Flow: Restoring Life in the Delta, Blue Legacy,

Colorado River Delta Restoration, Sonoran Institute

This World Water Day, Something Big to Celebrate, National Geographic, 21.3.14

Historic „Pulse Flow“ Brings Water to Parched Colorado River Delta, National Geographic, 22.3.14

Restoring a Pulse to the Lower Colorado, NASA, Visible Earth (Landsat 8)

„When the river disappeared, our whole life disappeared“ sagt Inocencia Gonzalez (74), eine der letzten Cucapa Indians im Colorado Delta, Informationen und fantastische Fotos über die verschiedenen Abschnitte des Colorado Rivers von der Quelle zum Meer, Colorado – Disputed Waters

You wild Colorado, Johnny Cash, Youtube

You wild Colorado, Johnny Cash, Text

23.3.14 HOME

Heidi zum Weltwassertag 2013

22. März 2013

Wir verlagern die Produktion von Lebensmitteln und Gütern in Länder mit weniger strikten Gesetzen und verschmutzen dort die Gewässer.

Wir verlagern die Produktion von Lebensmitteln und Gütern in Länder mit weniger strikten Gesetzen und verschmutzen dort die Gewässer. Leserfoto aus China.

Der Tag des Wassers, so meint Heidi, soll zum Nachdenken anregen. Wie verschmutzen wir das Wasser? Zum Beispiel Reinigungsmittel, Körperpflege, Auswahl der Nahrungsmittel? Wieviel Wasser importieren wir in Form von Gütern? Welche exportierten Abfälle verschmutzen wo das Wasser? Jedes Jahr gelangen weltweit mehr als 6 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Er gefährdet Seevögel, Fische und Meeressäuger: Ostsee-Fischer beklagen Müll im Meer, Proplanta 20.3.13 via Grünwolf. Welchen Einfluss auf unseren Lebensraum hat unser Energiehunger, etwa im Rahmen der gelockerten Umweltvorgaben für die Wasserkraftnutzung? Moorlandschaft darf überflutet werden, unter diesem Titel berichtete die NZZ über den Entscheid des Ständerats vom 19.3.13.

Karen McRae, eine kanadische Fotografin und Künstlerin, befasst sich in ihrem WordPress-Blog fast ausschliesslich mit Wasser. Sie hat zum Weltwassertag auf das Buch Ocean of Life von Callum Roberts, Professor an der University of York, aufmerksam gemacht. The New York Times schrieb darüber: „A Silent Spring for oceans, written by ‚the Rachel Carson of the fisch word‘.“, siehe World Water Day.

Der 22. März ist seit 1993 der Weltwassertag. Er wurde in der Agenda 21 der Vereinigten Nationen (UNO) vorgeschlagen. Die Generalversammlung der UNO hat das Jahr 2013 zum Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser erklärt.

Am 20. Juni 2008 wurde in der Schweiz der Verein Wasser-Agenda 21 gegründet, ein Netz der Schweizer Wasserwirtschaft. Fachleute aus verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichen Interessen diskutieren über wichtige Wasser-Themen, suchen Lösungen für Probleme und machen sich Gedanken über die Zukunft der Wasserwirtschaft. Zum Tag des Wassers 2013 hat die Wasser-Agenda 21 zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Bern eine Fachtagung organisiert: Wasser überwindet Grenzen – Beispiele und Chancen der Zusammenarbeit in der Schweiz. Vorgestellt werden gute Beispiele aus der Schweiz und aus der Entwicklungszusammenarbeit (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA).

Internationales Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser, Schweizer Internetauftritt

Die Schweiz engagiert sich im UNO-Jahr der Zusammenarbeit im Wasserbereich, Medieninformation BAFU

Blick in die Zukunft mit einem Hauch von Nostalgie: schöne Landschaften, sauberes Wasser.

Blick in die Zukunft mit einem Hauch von Nostalgie: schöne Landschaften, sauberes Wasser.

22.3.13 HOME


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