Posts Tagged ‘Energie’

Am Sonntag zugeflogen …

28. September 2022
Falter auf Heidis nachhaltigem Abwaschtuch.

Falter auf Heidis nachhaltigem Abwaschtuch.

Eigentlich gehört das ja nicht in diesen Blog … spontane Idee beim Herunterladen von Fotos zwei Tage nach dem Abstimmungssonntag. Ein Falter hatte sich am Sonntag auf dem super nachhaltigen Abtrocknungstüchlein niedergelassen. Als Trost für die Resultate? In der dritten Primarklasse hatten wir Mädchen aus diesem Stoff von Hand mit ganz kleinen Stichen einen Jupe genäht. Damals durften wir nicht nur altersbedingt nicht stimmen, sondern die Mehrzahl der Männer wollte uns das Stimmrecht nicht geben; Erst nach langem Kampf war es soweit, nämlich am 7.2.71. Die Italienerinnen, welche damals als „Fremdarbeiterinnen“ der Schweizer Wirtschaft nützlich waren, hatten das Stimmrecht bereits seit dem 10.3.46. Die Schweizer Frauen „durften“ lange nur Steuern zahlen, nicht aber mitreden!

Die Taschen des Jupes schmückten wir mit farbiger Stickerei. Weil das Kleidungsstück seit Jahrzehnten unnütz im Schrank lag, griff Heidi vor wenigen Jahren zur Schere und fertigte daraus drei Tüchlein zum Abtrocknen des Geschirrs, denn sie hat keine Abwaschmaschine, braucht keine. Zwar wird fälschlicherweise behauptet, dass dies unökologischer sei als mit der Abwaschmaschine, aber der viel zitierte Vergleich des Wasser- und Energieverbrauchs zwischen Abwaschen mit der Maschine und von Hand ist Unsinn, denn es wurde unter laufendem Hahn abgewaschen! Welche Frau käme auf eine so dumme Idee? Zudem wird Heidis Warmwasser durch die Sonne gewärmt. Also weiterhin abwaschen mit Woman Power!

Women belong in all places where decisions are being made. … It shouldn’t be that women are the exception.
Ruth Bader Ginsburg

Gefunden im Plunder: EKZ-Stromsparkalender 1994

18. September 2022
Schon damals!

Schon damals – eigentlich!

Als Heidi einmal alte Kalender zum Altpapier legte, mochte sie den EKZ-Stromsparkalender 1994 (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich) nicht entsorgen, obwohl sie ihn bisher nicht mehr angeschaut hat. Am Samstag guckte er zwischen Papierkram hervor. „Was wohl darin steht?“, fragte sie sich.

Nachfolgend ein paar Zitate pro Monat. Vielleicht haben sich einzelne Zahlen oder Details in der Zwischenzeit geändert, aber grundsätzlich sind die Tipps auch heute gut; geändert hat sich die Schreibweise von „Tipps“, damals „Tips“. Für jeden Monat gibt es einen Cartoon von Igor.

Die Broschüre zum Thema

Das „Energie Sparbüchlein“ enthält zahlreiche Tips und Ratschläge rund um das Energiesparen und vermittelt interessante Zusammenhänge über die verschiedenen Aspekte im Spannungsverhältnis zwischen Energie und Umwelt.

Januar 1994

Winterferien: Fünf Mal mehr Strom als Zuhause

… Doch die Winterferien stellen die Elektrizitätsversorgung auf eine harte Probe: Allein zwischen Weihnachten und Neujahr verdreifacht sich beispielsweise der Stromverbrauch von St. Moritz. Insgesamt verursacht jede Logiernacht in einem klassischen Wintertourismus-Ort indirekt und direkt einen Verbrauch von 50 Kilowattstunden Strom. Das ist rund das Fünffache dessen, was eine ganze Familie zuhause verbrauchen würde. Die EKZ rufen dazu auf, auch hier sinnvoll mit Energie umzugehen.

Februar 1994

Wasser verwenden, nicht verschwenden

… Allein für die Förderung und Verteilung des Trinkwassers in die Haushalte und die Industrie braucht es in der Schweiz zum Pumpen gleichviel Strom, wie die Stadt Zürich benötigt. Wer Wasser spart, spart also auch Elektrizität … Die EKZ geben Tips für den sparsamen Umgang mit Wasser.

März 1994

Mobilität belastet Energiehaushalt enorm

Zusätzlich zu einigen Zahlen und Hinweisen zum Sparen ist ein Vergleich über den Energieverbrauch nach Verkehrsmitteln in Kilowattstunden (kWh) pro Person und Kilometer aufgeführt:

  • PW mit 4 Personen 0,30 kWh
  • Vorortszug 0,10 kWh
  • Elektroauto (4 Personen) 0,06 kWh
  • Tram 0,01 kWh

April 1994

Technischer Fortschritt hilft Strom sparen

Der technische Fortschritt hat auch vor den Haushaltgeräten nicht halt gemacht: So braucht ein moderner Kühlschrank oder ein modernes Tiefkühlgerät heute rund 40 Prozent weniger Strom als noch vor zehn Jahren … Beim Ersatz eines alten durch ein neues Gerät ist allerdings auch die sogenannte „Graue Energie“ in Rechnung zu stellen; jene Energiemenge also, die eingesetzt werden musste, um das Gerät herzustellen…

Mai 1994

1’200 EW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter helfen ihren Kunden

Die Elektrizitätswerke haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten umfassende Beratung im sicheren, sinnvollen und rationellen Umgang mit Elektrizität an. Rund 1’200 haupt- und nebenamtlich beschäftigte Fachleute bei den EW’s sorgen dafür, dass sich die Stromkunden über die wichtigsten Belange der Produktion, Verteilung und ganz besonders der sparsamen Anwendung von Elektrizität informieren können…

Juni 1994

Ausgeschaltet bedeutet nicht, dass kein Strom fliesst

… Experten haben herausgefunden, dass Geräte in vielen Fällen mehr Strom beziehen, als für ihre Betriebsbereitschaft nötig wäre. Helfen Sie also mit, Strom zu sparen: Wer den Hauptschalter betätigt oder den Stecker des Gerätes herauszieht, unterbindet so auch den Standby-Stromverbrauch…

Juli 1994

Auch dem Stromzähler Ferien gönnen

Im Haushalt lohnt es sich, bei längerer Abwesenheit Wärme- und Kältegeräte ganz abzuschalten. Kurz vor Ferienbeginn sollten daher keine grossen Einkäufe mehr getätigt werden, damit der Kühlschrank am Vorabend der Abreise guten Gewissens abgetaut und gereingt werden kann. Auch der Warmwassserboiler muss nicht vergeblich schwitzen: Das Abschalten lohnt sich bei diesem schon bei einer Abwesenheit von wenigen Tagen. Beim Fernsehapparat sollte im Hinblick auf mögliche Gewitter während der Ferienabwesenheit auch der Antennenstecker ausgezogen werden, um bei einem Blitzeinschlag in die Antenne eine Beschädigung oder gar einen Brand des Gerätes zu vermeiden…

August 1994

Saubere, trockene Wäsche trotz Stromsparen

… Und mit den heutigen Waschmitteln kann die Kochwäsche in der Regel mit 60 Grad Celsius gewaschen werden. Damit lassen sich immerhin rund 30 Prozent Strom sparen. Sehr oft kann man zudem auf das Vorwaschen verzichten, was nochmals eine Einsparung um rund einen Viertel gegenüber einem Programm mit Vorwaschen bringt…

September 1994

Früchte und Gemüse zur richtigen Jahreszeit

Wer möchte nicht auch im September Rhabarber oder Rosenkohl essen? Doch im Frühherbst wachsen diese zwei Gemüse nicht im Freien. Wenn sie dennnoch auf unsern Tisch kommen, stammen sie zumeist entweder aus dem Ausland oder aber aus inländischen Treibhäusern. Beide Varianten, uns während des ganzen Jahres mit einem umfassenden Gemüse- und Früchteangebot bei guter Laune zu halten, sind mit grossem Energieaufwand und nicht selten mit dem Einsatz teils umstrittener Stoffe verbunden. Warum nicht den Mittagstisch mit Früchten und Gemüsen aus der eigenen Umgebung gestalten?…

Oktober 1994

Stromsparlampen richtig eingesetzt, sparen Kosten

Die Beleuchtung verbraucht zwar relativ wenig Strom. Doch auch hier lohnt es sich, sparsam zu sein. Das ständige Brennen von Treppen-, Korridor- und Vorplatzbeleuchtungen kann mit selbsttätig abschaltenden Zeitautomaten vermieden werden…

November 1994

Energie schlummert auch in Produkten und Dienstleistungen

… Diese Energie nennt man „Graue Energie“. Sie wird benötigt, um Rohstoffe in Fertigprodukte umzuformen, um sie zu verpacken, zu transportieren oder zu lagern. Und dies betrifft Lebensmittel ebenso wie Konsumgüter, Verkehrsmittel, Dienstleistungen oder unseren Wohnraum: Mit jedem Franken, den wir für Dinge oder Dienstleistungen ausgeben, berappen wir auch einen beträchtlichen Anteil an Energie…

Dezember 1994

Geräte besser direkt ans Netz anschliessen

… Am besten ist es, wenn Geräte direkt ans Netz angeschlossen werden können. Denn bereits die Herstellung einer Batterie benötigt rund 50 mal mehr Energie, als sie im Verlauf ihrer Lebensdauer wieder abgibt…

Aktuelle Informationen der EZK finden Sie hier: Energie und Geld sparen leicht gemacht.

Energie: Bundesrat startet Sparkampagne. Medieninformation des Bundes vom 31.8.22

Wir lieben gesunde saubere Luft, Ruhe und neuerdings sparen wir erst noch Energie – wirklich?

3. September 2022
Inserat Lokalzeitung

Inserat Lokalzeitung

Mitglieder der Arbeitsgruppe Grünraum der Grünen Partei Zürich fordern zusammen mit SP und 13 unterstützenden Organisationen, dass der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern auf die Monate Oktober bis Dezember beschränkt wird – eine entsprechende Motion wurde im Gemeinderat eingereicht. Gleichzeitig informieren sie über die Probleme mit diesen Geräte, die überall zu Spottpreisen angeboten werden.

Forscher warnen vor Gesundheitsgefahren

Heidi hat recherchiert.

  • Lunge Zürich schreibt in einem Merkblatt Laubbläser: „Die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind enorm: Laubbläser emittieren neben viel Lärm auch hohe Schadstoffkonzentrationen und wirbeln Unmengen von Feinstaub auf. Die Zwei- und Viertaktmotoren der Laubbläser emittieren oftmals ein Vielfaches mehr Schadstoffe als Personenfahrzeuge. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn statt Gerätebenzin normales Benzin verwendet wird.“
  • Die Süddeutsche schrieb am 16.11.15 unter dem Titel Laubbläser: Folter im Vorgarten: „Schimmelpilze, Sporen, pulverisierter Hundekot: Laubbläser wirbeln alles auf, sind viel zu laut und bringen mehr Schaden als Nutzen. Trotzdem sind sie der Renner im Baumarkt … Der Allergologe Jeroen Buters von der TU München hat die Feinstaubbelastung der Laubbläser untersucht: Die Geräte wirbelten zehn Mal so viele Partikel auf wie ein Rechen, erklärt der Forscher. In der Umgebungsluft fanden sich Schimmelpilze, Sporen und pulverisierter Hundekot. „Laubbläser pusten alles hoch und man atmet kontaminierten Feinstaub ein“, sagt Buters. Er nennt die Laubbläser ein Infektionsrisiko.
    Bei Luftgeschwindigkeiten von 160 Kilometer pro Stunde wird so ziemlich alles eingesaugt oder weggeweht, was auf dem Boden lebt: Käfer, Asseln, Spinnen, Tausendfüssler, Regenwürmer, Insekten. Igel und Vögel stehen dann ohne schützende Schicht im aufgeräumten Unterholz. Auf lange Sicht schneidet der Gärtner sich damit ins eigene Fleisch. Herbstlaub ist in Beeten und unter Bäumen und Sträuchern ein recht guter Nährstofflieferant fürs nächste Jahr und macht Zusatzdünger meist überflüssig.“
  • Warum Laubbläser so umweltschädlich sind – der WWF Deutschland informierte am 13.11.21: „Laubbläser. Kaum hat der Herbstwind Blätter vom Baum gepustet dröhnen sie wieder. Ihre Motoren sind so laut wie ein Presslufthammer. “Sie sind laut, schmutzig, gefährlich für Tiere und bedenklich für unsere Gesundheit”, schreibt sogar das Umweltbundesamt. Kein Wunder, dass Laubbläser inzwischen regelrecht verhasst sind. Aus guten Gründen.

Offener Brief an die Stadt Zürich und an alle …

Dieser offene Brief wurde initiiert von der AG Grünraum der GRÜNEN Stadt Zürich und wird von folgenden Organisationen unterstützt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
  • Bioterra Zürich und Umgebung
  • Casafair Zürich
  • Förderverein Natur im Siedlungsraum
  • Igelzentrum Zürich
  • Lärmliga Schweiz
  • Natur- und Vogelschutzverein Höngg
  • Pro Vogel
  • Pura Verdura
  • Sensengruppe Zürich
  • Verein Glühwürmchen Projekt
  • Verein Stadtnatur
  • Zürcher Tierschutz

Offener Brief an die Stadt Zürich und an alle….

….. Schützer:innen der Gesundheit und der Umwelt in der Stadt Zürich

….. Hüter:innen der Regeln in Zürich, die uns vor Lärm schützen sollten

Die AG Grünraum der GRÜNEN Stadt Zürich hat im Jahr 2013 eine Petition und eine gleichlautende Motion initiiert, um den Laubbläsergebrauch auf die Laubmonate im Herbst einzudämmen. Gleichzeitig mit dem Einreichen der Motion wurde die Petition «Stopp Laubbläser» mit 4’329 Unterschriften dem Stadtrat übergeben. Die AG Grünraum hat dem zuständigen Departement alle relevanten Argumente gegen den immer exzessiver werdenden Gebrauch der Laubbläser geliefert und diese mit Fachartikeln untermauert.

Mit einem unverbindlichen Merkblatt zum verantwortungsvollen Einsatz der Geräte hat die Stadt Zürich bisher keinen nennenswerten Beitrag zur Lösung des Problems geleistet. Viel Zeit ist seither ungenutzt verstrichen, die unerwünschte Entwicklung schreitet fort. Das Gerät verleitet zu immer mehr unnötigen und schädlichen Arbeiten. Mittlerweilen wird der Laubbläser immer mehr zweckentfremdet und ersetzt nicht nur den Besen, sondern wird z.B. auf Baustellen eingesetzt, um Baugerüste von allerlei abgeschliffenen, giftigen Partikeln zu säubern, die wir nachher einatmen müssen.

Unsere Forderungen bleiben deshalb weiterhin dringend:

  • Der Einsatz der Geräte durch Behörden wie Private ist auf die Laubmonate Oktober bis Dezember zu beschränken, wie dies in anderen Städten bereits praktiziert wird.
  • Es braucht Aufklärungsarbeit, wo der Einsatz der Geräte im Herbst sinnvoll ist und wo er grundsätzlich auch dann nur schädigend ist.
  • Für die extrem lauten und klimaschädigenden Geräte mit Verbrennungsmotoren wird ein Ablaufdatum festgesetzt, danach sind sie verboten.

Begründung:

Die Gefahren und der Schaden für Mensch und Tierwelt sind bekannt und unbestritten:

  • Mit den Geräten werden gesundheitsschädigende Stoffe wie Feinstaub, Umweltgifte von Baustellen, Bakterien, Viren, Pilzsporen und Wurmeier aufgewirbelt und von Kindern und Erwachsenen eingeatmet.
  • Im besonderen Masse sind die Anwender*innen betroffen, die den Auftrag erhalten die Arbeiten mit den Laubbläsern auszuführen.
  • Gesundheitsschädigend ist auch der Lärm (bis zu 115 dB(A), entspricht einem Presslufthammer) sowie die Abgase der Geräte mit Verbrennungsmotor.
  • Die leiseren elektrobetriebenen Geräte verleiten wegen des Irrglaubens, sie seien weniger umweltschädigend, zu allerlei unnötigen Einsätzen.
  • Die starken Luftströme sind zerstörerische Eingriffe in die Welt der Kleinlebewesen: sie werden das ganze Jahr hindurch ihrer Deckung und Rückzugsgebiete beraubt.
  • Die übertriebenen Putzarbeiten im Freien setzen überdies zunehmend falsche Sauberkeitsstandards.
  • Energie wird verschwendet, wo Handarbeit es in derselben Zeit richten könnte, sofern die Arbeit überhaupt notwendig ist.

Wir sehen den Handlungsbedarf nach wie vor als dringend notwendig an und erwarten von der Politik endlich Schritte. Daher wird im Gemeinderat der Stadt Zürich zeitgleich mit diesem offenen Brief eine Motion zur Anpassung der Polizeiverordnung im obigen Sinn eingereicht. Es braucht verbindliche Regeln, um den ungehinderten Gebrauch dieser Geräte sinnvoll einzudämmen.

Für die AG Grünraum:
Christine Dobler Gross (Initiantin), sowie die Co-Leitung Sibylle Kauer und Jürg Rauser (beide für die GRÜNEN im Gemeinderat der Stadt Zürich, siehe:
https://www.gemeinderatzuerich.ch/mitglieder)

Heidi meint: „Eigentlich erstaunlich, dass gesamtschweizerisch keine Vorschriften für diese doch sehr schädlichen Geräte erlassen wurden! Was noch nicht ist, das kann noch werden?! Gibt es keine Bewilligungsbehörden? Darf man alles verkaufen?“

Gerangel um Energie hier, Dürre oder Flut dort

31. August 2022

Wir, hier in der Schweiz, jammern auf sehr hohem Niveau über allfällige Energieknappheit, wo doch viele sehr viel Energie verschwenden. Wir tragen zudem überdurchschnittlich zum Klimawandel bei, müssten daher auch viel Gegensteuer geben, u.a. zum Schutze der landwirtschaftlichen Produktion, die ihrerseits wesentlich zur Klimaveränderung beiträgt.

In China und Pakistan wird der „doppelte Hammer“ durch den Klimawandel verstärkt. Grid zeigt diese Welt in Bildern: Klimawandel bringt extreme Überschwemmungen in Pakistan und Dürre in China zur gleichen Zeit: „Der Klimawandel bringt völlig unterschiedliche Traumata mit sich – manchmal für Menschen in denselben Teilen der Welt.“

Es sei manchmal schwer zu begreifen, wie der Planet Menschen in benachbarten Staaten oder Ländern auf so unterschiedliche Weise bestrafen kann. Manchmal könne auf eine Dürre kurz darauf eine Überschwemmung folgen – und das in derselben Region. Dave Levitan und Lili Pike von Grid berichteten diese Woche über dieses Phänomen: „Was wie ein Paradoxon erscheinen mag, ist, dass diese sehr unterschiedlichen Wetterextreme durch den Klimawandel verstärkt werden … Es wird heisser und trockener, und dann wird es plötzlich viel nasser – ein Klimawandel-Doppelschlag, der immer häufiger auftreten wird und potenzielle Katastrophen mit sich bringt.“

Diese Fotos sind ein globales Beispiel für diesen „doppelten Hammer“ aus zwei asiatischen Ländern: kolossale, tödliche Überschwemmungen in Pakistan – und ein gefährlicher Mangel an Wasser in China.

Lesen Sie den vollständigen Artikel oder betrachten Sie mindestens die eindrücklichen Bilder hier: World In Photos: Climate change brings extreme flooding to Pakistan and drought to China at the same time. 

Warum füttern wir unsere Autos mit Nutzpflanzen, wenn Menschen hungern müssen?

30. Juni 2022

Diese Frage stellt George Monbiot heute (30.6.22) in seiner Kolumne in The Guardian.

Monbiot schreibt:

„Moderne Biokraftstoffe werden als Segen für das Klima angepriesen. In grossem Massstab eingesetzt, sind sie jedoch nicht nachhaltiger als Walöl.

Was kann man über Regierungen sagen, die sich inmitten einer weltweiten Nahrungsmittelkrise dafür entscheiden, stattdessen Maschinen zu füttern? Man könnte sagen, sie seien verrückt, gefühllos oder grausam. Aber diese Worte reichen kaum aus, um die Verbrennung von Nahrungsmitteln zu beschreiben, während Millionen Menschen verhungern.“

Lesen Sie hier weiter: Why are we feeding crops to our cars when people are starving? George Monbiot, The Guardian 30.6.22

Und in der Schweiz?

Wenigstens machen wir das in der Schweiz „nur indirekt“ über Biogas aus Hofdünger der zu zahlreichen Nutztiere und teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfällen aus Industrie, Handel, Haushalt und Gastronomie, zu Deutsch „Food waste“. Die Biomasse stammt teilweise von importierten Futter- und Lebensmitteln aus meist ärmeren, armen oder sehr armen Ländern. Ein Teil der Abfälle könnte gut auch direkt als Dünger aufbereitet werden.

Doch früher träumte man auch hierzulande vom Einsatz von Pflanzen als Rohstoff für Energie. Es wurde gepröbelt etwa mit Chinaschilf und mit Rapsöl. So heisst es im FAT-Bericht Nr. 427 von 1993 der Vorgängerorganisation von Agroscope in Tänikon (TG):

„In der Landwirtschaft sind bei stagnierendem Verbrauch die Erträge so angestiegen, dass in den nächsten Jahren in der Schweiz nach Schätzung der Experten etwa 80’000 Hektaren Produktionsflächen frei werden. Neben der Einführung extensiver Produktionsformen und der Ausscheidung ökologischer Ausgleichsflächen könnten auf einem Teil dieser freiwerdenden Wiesen und Äcker Nachwachsende Rohstoffe produziert werden.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die Erdölvorräte zwar noch riesig, aber doch nicht unerschöpflich sind. Es müssen daher alle Möglichkeiten erneuerbarer Energien untersucht werden.“

Weiter wird der Erfinder des Dieselmotors, Rudolf Diesel, zitiert. Um das Jahr 1900 sei die Verfügbarkeit von fossilem Treibsstoff so schlecht gewesen, dass er für seine Motorenversuche Pflanzenöl benutzt habe.

Die FAT machte Versuche mit Traktoren und Mercedes-Bussen. Im praktischen Einsatz mit Rapsmethylester (RME) waren fünf Busse der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) im normalen Linienverkehr während eines Jahres.

Die Experten haben sich getäuscht. Der Landverschleiss dauert bis heute an, das Wachstum der Bevölkerung, der Fahrzeuggrösse, der Siedlungen und der Infrastrukturen auch. Dass Nachwachsende Rohstoffe Ackerflächen, Wald usw. benötigen ist einigen inzwischen klar geworden!

FAT-Bericht Nr. 427, 1993. Rapsmethylester als Treibstoff für Dieselmotoren

30.6.22 HOME

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Spargelflut in den Läden – Heidis erste Spargeln

6. Mai 2022

Bio-Spargeln aus Ungarn zum Schleuderpreis 50%. Copyright: Valentina

Bio-Spargeln aus Ungarn zum Schleuderpreis, 50%. Copyright: Valentina

Zugegeben, Heidis Spargel-Portion auf dem Teller war klein, aber fein und frisch aus dem Garten. Die ersten Spargeln! Gelb neben Rüebli-Schibli und gebratenen Zucchetti-Würfeln vom letzten Gartenjahr mit Safran-Nudeln von Gran Alpin. Übrigens heute hat Heidi den Kuckuck zum ersten Mal gehört.

In den Läden werden Spargeln schon lange angeboten. Am 23.4.22 offerierte Coop Bio-Spargeln aus Ungarn, abgepackt in der Slowakei. Heidis Frage an die Fotografin, ob das wirklich so auf dieser Packung war, beantwortete Valentina mit JA, denn auch sie war erstaunt, hat die Verpackung deshalb fotografiert. Heute hat Luca im Coop weisse Bio-Spargeln aus Deutschland und grüne aus Spanien gesehen.

In jeder der letzten vier Migros-Aktions-Broschüren wurden Spargeln angeboten. Als Herkunft wird einmal Italien, dann Italien/Spanien oder Italien/Spanien/Ungarn angegeben. Camions mit Spargeln kommen also von Osten, Süden und Südwesten angefahren.

Wer solche Importe kauft, hilft mit, im Ausland Produktionskapazitäten aufzubauen, auch an Orten, wo Wassermangel herrscht. Wie lange dieses Umherschieben von Produkten möglich ist, das weiss niemand. Die gegenseitigen Abhängigkeiten sind gross. Wer global saisonal propagiert, ist auf den Holzweg.

Die zunehmenden Transporte für Lebensmittel, die weder saisonal noch regional sind, brauchen nicht nur Energie, sie benötigen und beanspruchen Infrastrukturen, verursachen Umweltschäden und Lärm. Der Strassenverkehr ist die grösste Lärmquelle in der Schweiz. Erst gerade hat der Bundesrat einen Kredit von 52 Millionen Franken bewilligt zur Unterstützung der Kantone für Massnahmen.

Im Winter ist Heidis Eigenversorgung mit Salat zeitweise nicht möglich, also kauft sie zwischendurch z.B. Chicorée. Im VOLG gibt es nur welche aus konventionellem Anbau, deshalb versuchte sie es kürzlich bei Coop. Als sie zuhause die Bio-Zapfen aus dem Plastik nahm, sah sie die Herkunft: Niederlande!

Es braucht schon einen gewissen Aufwand, um einigermassen vernünftig einzukaufen. Oft gibt es sogar mehrere Labels auf derselben Verpackung. Drum, wer kann, baut so viel wie möglich selber an, wo auch immer – auf dem Balkon, im eigenen Garten, auf einem Stück Land bei einem Bauern – oder engagiert sich bei einer Organisation wie Vertragslandwirtschaft.

Schutz vor Strassenlärm: Bundesrat verstärkt Unterstützung für die Kantone. Medienmitteilung des Bundesrats vom 27.4.22.

50% auf Bio-Spargeln aus Ungarn, abgepackt in der Slowakei. Copyright Valentina

50% auf Bio-Spargeln aus Ungarn, abgepackt in der Slowakei. Copyright Valentina

Grüne Bio-Spargeln aus Spanien. Copyright: Luca.

Grüne Bio-Spargeln aus Spanien. Copyright: Luca.

Biospargeln aus Deutschland. Copyright: Luca

Biospargeln aus Deutschland. Copyright: Luca

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Zwei Mails täglich von Heidi sind für Leute, die viele Mails erhalten, etwas viel, also wird Heidi künftig den Ukraine-Beitrag an einen normalen Artikel anhängen. Vielen Dank für das Verständnis jener, die das gerne separat hätten. Hoffentlich geht der Krieg bald zu Ende.

Dear Scientist and Friend in Kyiv. I sometimes imagine what it would be like if every tadpole developed into a frog. I wish you peace. Heidi

Dear Scientist and Friend in Kyiv. I sometimes imagine what it would be like if every tadpole developed into a frog. I wish you peace. Heidi

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Klima-Problem lösen? Jetzt oder nie!

18. April 2022

Städte wachsen, Fruchtfolgeflächen werden überbaut, asphaltiert ...

Städte wachsen, Fruchtfolgeflächen werden überbaut, asphaltiert …

Es wird laufend über die prekäre Klimasituation informiert, aber von Action sieht man wenig: Osterverkehr wie üblich, Mobilität wie üblich, Ausbau der Autobahnen, zunehmender Transport von Gütern, Wachstumsträume, Steigerung Energieproduktion …

So seien denn wieder einmal ein paar Zitate übernommen, die sagen, wie die Lage ist.

Quelle: Dire Climate Warning Issued in New IPCC Report: ‘Now or Never’, Undark 11.4.22, übersetzt von Heidi mithilfe von DeepL.

Die von Paul Maidowski aufgezeigten Widersprüche zwischen wissenschaftlicher Realität und hoffnungsvollen politischen Annahmen werden in dem neuen Bericht deutlich. Einerseits heisst es darin, dass die Treibhausgasemissionen in den nächsten drei Jahren ihren Höhepunkt erreichen müssen, andererseits wird festgestellt, dass die durchschnittlichen jährlichen Treibhausgasemissionen von 2010 bis 2019 höher waren als in jedem Jahrzehnt zuvor.

Zu glauben, dass die Emissionen auf diesem Weg bis 2025 ihren Höhepunkt erreichen können, erfordert einen enormen und unrealistischen Vertrauensvorschuss, und viele Klimawissenschaftler, darunter der NASA-Forscher Peter Kalmus, glauben das nicht.

„Dieser IPCC-Bericht ist absolut erschütternd. Wacht alle auf“, schrieb Kalmus auf Twitter. „Kurze Zusammenfassung des neuen IPCC-Berichts: Wir wissen, was zu tun ist, wir wissen, wie es zu tun ist, es erfordert, den Reichen ihr Spielzeug wegzunehmen, und die Führer der Welt tun es nicht“, fuhr er fort.

Der optimistischste Weg, der in dem neuen Bericht aufgezeigt wird, zeigt, dass es möglich ist, die globale Erwärmung zu begrenzen, aber nur mit tiefgreifenden Emissionssenkungen in allen Wirtschaftssektoren und in allen Teilen der Welt, sagte der Klimawissenschaftler Bill Hare, der jahrzehntelang an den IPCC-Berichten mitgearbeitet hat und jetzt Geschäftsführer von Climate Analytics ist, einer gemeinnützigen internationalen Denkfabrik für Klimafragen.

Lesen Sie den vollständigen Bericht hier: Dire Climate Warning Issued in New IPCC Report: ‘Now or Never’, Undark 11.4.22

Undark ist ein gemeinnütziges, redaktionell unabhängiges digitales Magazin, das die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft erforscht. Es wird mit Unterstützung der John S. and James L. Knight Foundation über ihr Knight Science Journalism Fellowship Program am Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgegeben.

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Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Ernährung der Weltbevölkerung …

28. Juli 2021
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Viel wird geschrieben und spekuliert über die Ernährung der Weltbevölkerung. Wie? Wo? Was? Das sind Fragen, die je nach Interesse sehr unterschiedlich beantwortet werden. Die Vorschläge sind aber keine wirklich nachhaltigen Lösungen, wenn man weitere Entwicklungen berücksichtigt wie Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Klimaveränderung, Bodendegradierung usw.

Urs P. Gasche schrieb am 23.7.21 im INFOsperber unter dem Titel Treiber der Erwärmung: Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum:

«Die Entwicklung der Treibhausgasemissionen muss vor dem Hintergrund der zwei hauptsächlichen Antriebskräfte, dem Bevölkerungswachstum und dem Wirtschaftswachstum betrachtet werden.» Das schreibt Stephan Buhofer in seinem neuen Buch «Treibhausgasemissionen verstehen». Das Buch ist eine Analyse des Klimawandels im Kontext von Wissenschaft und Politik und enthält in kompakter Form die heutigen Erkenntnisse über Ursachen und Auswirkungen.

Erschienen ist das Buch im oekom-Verlag, begleitet von folgender Medieninformation: „Der Bedrohung der Erderwärmung steht das immense Wissen gegenüber, welches die Menschheit darüber besitzt. Ein gutes Verständnis der Zusammenhänge sollte aber nicht nur bei den Experten in Wissenschaft und Politik vorhanden sein – sondern auch bei den einzelnen Menschen als den Verursachern. Denn diese haben einen grossen Spielraum, Treibhausgasemissionen im persönlichen Handlungsbereich zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist eine eigene Überzeugung.

Stephan Buhofer erläutert die klimawissenschaftlichen Grundlagen, analysiert den Ausstoss von Treibhausgasen und untersucht die weltweiten Anstrengungen zu deren Reduktion. Im Sinne eines Leitfadens bietet das Buch einen umfassenden Einblick in die technischen Aspekte des Themas – für alle, die sich eingehend informieren möchten.

„Treibhausgasemissionen verstehen“ ist also ein wichtiges Buch, das wir lesen sollten; es eignet sich auch als Ferienlektüre.

Stephan Buhofer
Treibhausgasemissionen verstehen – Der Klimawandel im Kontext von Wissenschaft und Politik
184 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-96238-311-4, 26,00 € (D). Auch als E-Book erhältlich.

Ernährung der Weltbevölkerung

Umwandlung der Biosphäre über 8000 Jahre. Copyright: United Nations Convention to Combat Desertification (UNCCD)

Wirtschaft und Bevölkerung beanspruchen beide Platz. Mit deren Wachstum vergrössert sich in der Regel auch die beanspruchte Fläche. Dies geht auf Kosten von Natur- und/oder Landwirtschaftsflächen. Vernetztes Denken ist gefragt, um all die ebenfalls wachsenden und miteinander verflochtenen Probleme zu lösen. Noch sind Zauberwörter wie CO2-Zertifikate, globales Einkaufen, Kreislaufwirtschaft beliebt. Wer aber die Abfallberge von nahe betrachtet, sieht rasch, dass der angebliche Kreis nie geschlossen ist, z.T. weit davon entfernt ist. Und das Sammeln, Transportieren und Wiederverwerten braucht auch Energie.

Die Entropie schieben wir nicht einfach mit Worten in den Müll. Sie bleibt. Und wenn wir den Wikipedia-Eintrag zu Entropie anschauen, dann wird klar, dass dies ein komplexes Thema ist, aber berücksichtigt werden muss. Und etwa die zunehmenden Transporte zur Effizienzsteigerung der Produktion, zur global saisonalen Lebensmittelversorgung und zur „ökologischeren“ Produktion am anderen Ende der Welt werden wie viele weitere „Kleinigkeiten“ einfach weggesteckt, oft durch irgendwelche „Ökobilanzen“ gerechtfertigt, die von Interessenvertretern bezahlt wurden.

Wirtschaftswachstum 6%

Der Internationale Währungsfonds IWF prognostiziert auch für 2022 ein starkes Wachstum der Weltwirtschaft. Damit werde sich die Erholung von der Corona-Krise weiter fortsetzen. Laut der Prognose rechnet der IWF für dieses Jahr weiterhin mit einem Wachstum von sechs Prozent, für das kommende Jahr erwartet er ein Wachstum von 4,9 Prozent. Das sind 0,5 Prozent mehr, als noch im April erwartet worden waren.

Bevölkerungswachstum 1,2%

Die Weltbevölkerung hat dieses Jahr bis heute um 55 Millionen Personen auf 7,9 Milliarden zugenommen. Für 2021 wird mit einem Wachstum von 1,2 Prozent gerechnet. Das Bevölkerungswachstum der Schweiz ist Durchschnitt, d.h. wächst ebenso schnell wie die Weltbevölkerung. Jeden Tag leben 277 Personen mehr in unserem Land.

Abnahme landwirtschaftliche Nutzfläche

Etwa 37 Prozent der weltweiten Landfläche werden durch die Landwirtschaft genutzt. Mit dem Bevölkerungswachstum hat die Ackerfläche stark zugenommen, v.a. in den Tropen. Damit verbunden ist ein dramatischer Verlust an Biodiversität und Ökosystemleistungen wie etwa die Speicherung von Wasser oder CO2. Hinzu kommt der Flächenbedarf für Siedlungen, Freizeitanlagen und Infrastrukturen.

So werden auch in der Schweiz die besten Fruchtfolgeflächen zu Industrie- und Wohnzonen sowie Strassen. Jede Sekunde wird fast ein Quadratmeter neu verbaut. Und dies seit Jahrzehnten.

Gemäss dem Global Land Outlook Report 2017 des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (United Nations Convention to Combat Desertification UNCCD) zeigten von 1998 bis 2013 etwa 20 Prozent der bewachsenen Landfläche der Erde einen anhaltenden Trend zur Abnahme der Produktivität. Dieser manifestiert sich bei 20 Prozent der Ackerflächen, 16 Prozent der Waldflächen, 19 Prozent des Graslands und 27 Prozent des Weidelands. Diese Trends sind besonders besorgniserregend in Anbetracht der steigenden Nachfrage nach flächenintensiven Nutzpflanzen und Viehzucht.

Mit Vollgas in die nächste Krise? Oder Denk-Halt?

Treiber der Erwärmung: Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Urs. P. Gasche, INFOsperber vom 23.7.21

Treibhausgasemissionen verstehen – Der Klimawandel im Kontext von Wissenschaft und Politik.  Stephan Buhofer, oekom-Verlag 2021

Reiche Länder erholen sich laut IWF schneller von der Krise. Zeit online vom 27.7.21

countrymeter Weltbevölkerung

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Grundwasser: Widersprüchliche Politik

19. April 2014

Das meiste Wasser, welches wir trinken oder das unsere Brunnen speist, stammt aus dem Grundwasser.

Das meiste Wasser, welches wir trinken oder das unsere Brunnen speist, stammt aus dem Grundwasser.

Das Grundwasser lebt. Kleinstlebewesen – wie Bakterien und Krebse – bilden Lebensgemeinschaften, welche noch wenig erforscht sind. Ihre Vielfalt ist gross und typisch für einen Standort. Die Tierchen gelangen bei der Entnahme von Grundwasser in die Trinkwasserversorgung. Wer sie kennt, kann aufgrund der Artenzusammensetzung und Dichte auf die Qualität des Trinkwassers schliessen. Die Grundwasser-Lebensgemeinschaften sind auch Frühwarnsysteme für Veränderungen des Wasserhaushalts in Feuchtgebieten, denn wenn man feststellt, dass sich die oberirdischen Lebensgemeinschaften verändert haben, dann sind die Feuchtgebiete bereits nachhaltig geschädigt. Am 22. Mai 2014 findet das Landauer Fachtreffen Tiere im Trinkwasser statt, Universität Koblenz-Landau, Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH; es richtet sich an Vertreter der Wasserwirtschaft, mehr über Grundwasserökologie.

Der Brunnenkrebs „Parabathynella badenwuerttembergensis“ lebt im Grundwasser; ein uraltes Tier aus einer Zeit, die über 200 Millionen Jahre zurückliegt. Foto: PD

Der Brunnenkrebs „Parabathynella badenwuerttembergensis“ lebt im Grundwasser; ein uraltes Tier aus einer Zeit, die über 200 Millionen Jahre zurückliegt. Foto: PD

Es ist daher nicht verwunderlich, dass in der Gewässerschutzverordnung (GSchV SR 814.201) nicht nur Vorschriften zum Schutz des Grundwassers enthalten sind, sondern in Anhang 1 (Art. 2) auch ökologische Ziele für unterirdische Gewässer formuliert wurden: Die Biozönose (der Lebensraum) unterirdischer Gewässer soll naturnah und standortgerecht sein sowie typisch für nicht oder nur schwach belastete Gewässer.

Der Druck auf das Grundwasser ist heute gross. Weil die Lebewesen im Grundwasser rasch auf Veränderungen ihres Lebensraums reagieren, stellt sich die Frage nach der Erreichbarkeit der Ziele bzw. der künftigen Qualität unseres Trinkwassers.

Die Politik fördert Wasserkraftwerke ... längst nicht alle Projekte sind sinnvoll. Historisches Wasserrad beim Rheinfall

Die Politik fördert Wasserkraftwerke … längst nicht alle Projekte sind sinnvoll. Historisches Wasserrad beim Rheinfall.

Zum Beispiel: Damit die wachsende Nachfrage nach Energie befriedigt werden kann (Wirtschaftswachstum und Energiewende!), wird der Ausbau der Wasserkraftwerke gefördert. Wenn Wasser in Druckstollen, statt in Gewässern fliesst, dann sickert auch weniger Wasser in den betreffenden Grundwasserstrom; das Niveau sinkt. Dies wiederum bewirkt weniger Wasser im Boden und, je nach Standort, leiden die darauf wachsenden Pflanzen an Wassermangel, d.h. landwirtschaftliche Kulturen oder Golfrasen … müssen (mit Grundwasser) bewässert werden, was die Kosten und den Wasserverbrauch erhöht sowie den Grundwasserspiegel weiter senkt. Der Klimaerwärmung wegen (Vermindern der Emission von Treibhausgasen) fördert die Politik den Stromverbrauch, z.B. durch Elektroautos. Auch Energieministerin Doris Leuthard, ist elektromobil. Und: Kommt das Fracking, eine weitere Gefahr für das Grundwasser? Schiefergas – Wissenswertes zum Hydraulic Fracturing (Fracking), EAWAG, April 2013. Am 22.11.13 wurde die Initiative „Keine Vergiftung unserer Böden durch Erdgasförderung“ lanciert: Stopp Fracking.

Mehr Einwohner - mehr Bauten. Höhere Ansprüche - grössere Wohn- und versiegelte Aussenflächen. Zunehmender Grundwasserverbrauch.

Mehr Einwohner – mehr Bauten. Höhere Ansprüche – grössere Wohn- und versiegelte Aussenflächen. Zunehmender Grundwasserverbrauch.

Weitere Beispiele der Veränderung des Grundwassers durch die Politik: Der Wasserverbrauch und somit das Heraufpumpen von Grundwasser nimmt mit dem Bevölkerungswachstum zu, auch mit der intensiven Tourismusförderung durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und die Kantone. Durch den grassierenden Bau von Häusern und Strassen (4,20 m breite Kantonsstrassen in die entlegendsten Berggebiete) fliesst mehr Niederschlagswasser direkt in Fliessgewässer statt über den Boden ins Grundwasser (wenn Land für den Gewässerraum benötigt wird, dann schreien die Bauern Zeter und Mordio, wenn es um Verbreiterung der Strassen für den Transport von Baumaterial, Futter, Vieh und Touristen geht, dann herrscht Stille; eine Stille wie man sie sonst kaum mehr in der Schweiz erleben kann). Allgemein sind Massnahmen gegen die Klimaerwärmung stark auf grünes Wirtschaftswachstum (Fotovoltaik, Gebäudeisolation, Energieeffizienz, Biogas usw.) und Freiwilligkeit ausgerichtet; Aufrufe zum Sparen bringen kaum Wählerstimmen.

Auch Coca Cola hat das Geschäft mit dem Leitungswasser entdeckt: Wasserdispenser und Cola-Kapseln.http://lebensraumwasser.com/2014/02/11/coca-cola-plant-den-vertrieb-von-wasserspendern/

Auch Coca Cola hat das Geschäft mit dem Leitungswasser entdeckt: Wasserdispenser und Cola-Kapseln. http://lebensraumwasser.com/2014/02/11/coca-cola-plant-den-vertrieb-von-wasserspendern/

Klimaerwärmung und Grundwasser? Wenn Gletscher schmelzen, die Schneefallgrenze in höhere Lagen klettert, weniger Schnee und Regen fällt, mehr Wasser verdunstet, mehr Wasser für Bewässerung, zum Durstlöschen, für wohltuendes Duschen … gebraucht wird, dann sinkt der Grundwasserspiegel und, nicht zu vergessen, auch das Grundwasser wird wärmer. Gelangt weiterhin die gleiche Menge an Schadstoffen ins Grundwasser, so nimmt ihre Konzentration zu, d.h. dort, wo die Verschmutzung heute schon hoch ist, müssen Trinkwasserfassungen geschlossen werden oder zumindest fallen hohe Aufbereitungskosten an.

Auch die Agrarpolitik hilft fleissig beim Anheizen des Klimas, indem sie einseitig die Tierproduktion mit den entsprechenden Treibhausgasen fördert; daran ändert auch die Abschaffung der Tierhalterbeiträge wenig. Gegen verbesserten Schutz des Trinkwassers vor Pestiziden haben sich die Bauern 1999 erfolgreich gewehrt, und beim Bundesamt für Landwirtschaft ist niemand bereit, dieses heisse Eisen aufzunehmen. So dürfen in der Grundwasserschutzzone S2, welche fast bis zur Entnahmestelle für Trinkwasser reicht, weiterhin Pestizide ausgebracht werden, obwohl der Bundesrat einmal die gute Absicht hatte, dies zu verbieten, siehe Bundesrat gewichtet Freiheit der Bauern höher als Trinkwasserqualität, Heidis Mist, 6.2.13. Brachliegende Felder im Winter bergen weitere Gefahren sowie Ausbringen von Düngern und Pflanzenschutzmitteln, vor allem wenn die Menge hoch ist oder der Zeitpunkt schlecht gewählt (z.B. im Kanton Graubünden werden regelmässig abgeerntete Felder, etwa Maisfelder, im Herbst mit Mist und/oder Gülle gedüngt, obwohl keine Pflanzen den Dünger aufnehmen können und der Mais erst im darauffolgenden Sommer die Nährstoffe aufnehmen könnte, ja könnte, denn dann ist ein grosser Teil ausgewaschen). Die Berglandwirtschaft wird noch stärker als bisher gefördert, obwohl die Energieffizienz sehr schlecht ist.

Gefahr der Grundwasserverschmutzung durch monatelange Lagerung von ungedecktem Mist im Feld in Graubünden, und zwar durch die Behörden offiziell toleriert!

Gefahr der Grundwasserverschmutzung durch monatelange Lagerung von ungedecktem Mist im Feld in Graubünden, und zwar durch die Behörden offiziell toleriert!

Weitere Gefahren sind Verkehr, Industrie, alte Deponien, Schadstoffe aus der Luft, welche durch den Boden sickern, Abwasser aus lecken Leitungen oder ungenügender Abwasserreinigung, undichten Güllegruben und nicht ordnungsgemäss gelagerter Mist (z.B. in den Kantonen Graubünden und Tessin werden die Hofdüngeranlagen auch heute noch nicht von Amtes wegen kontrolliert, obwohl das Gesetz dies schon lange vorschreibt), Abbau von Kies und Sand, unsachgemässe Tiefenbohrungen usw.

Gewisse Behörden sind – trotz der allgegenwärtigen Gefahren für das Grundwasser – offensichtlich nicht bereit, im Interesse der Bevölkerung und der Grundwasserlebewesen die Probleme zu lösen. Gesetze sind zum Teil vorhanden, doch der Vollzug funktioniert oft nicht. So gaukeln uns die Regierenden und ihre VerwalterInnen vor, dass sie den Durchblick hätten und uns vor Gefahren schützen wollten, doch in Tat und Wahrheit ziehen sie an jenen Fäden unseres vernetzten Systems besonders stark, die den Faktor Geld näher bringen, ohne allzu viele Gedanken an die allfälligen Folgen ihres Tuns zu verschwenden. Völlig überrascht stehen sie dann vor der Kamera, wenn „unerwartete“ Nebeneffekte „zuschlagen“, selbst dann, wenn vorausschauende Geister in den Ämtern davor gewarnt hatten. Was, wenn es ihnen mit dem herbeigewünschten Geld so erginge wie Midas mit dem Gold? Alles, was sie berühren wird zu Geld, auch das Essen …

Pete Seeger, Folksänger und Aktivist sang an seinem letzten Auftritt im vergangenen Herbst 2013 beim Farm Aid Festival zugunsten der amerikanischen bäuerlichen Familienbetriebe zusammen mit Wille Nelson und Neil Young das Lied von Woody Guthrie  This Land is Your Land; am Schluss des Lieds (2:25) sang er eine neue Strophe gegen die Fracking-Vorhaben im Bundesstaat New York:
New York is my home,
New York is your home
From the upstate highway to the ocean foam
With all kinds of people
Yes, we’re polychrome
New York was meant to be frack free.

Was Switzerland meant to be frack free?

Seien wir wachsam und aktiv, denn auf jene, die wir dafür bezahlen, dass sie uns schützen, ist kein Verlass! Heidi jedenfalls wird sich weiterhin für die Lebewesen im Grundwasser einsetzen.

Schema Grundwasserbildung, aus Wegleitung Grundwasserschutz BAFU

Schema Grundwasserbildung, aus Wegleitung Grundwasserschutz BAFU

Grundwasserschutz, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Gefahren für das Grundwasser, BAFU

Wegleitung Grundwasserschutz

19.4.14 HOME

Colorado River Delta zu neuem Leben erweckt

23. März 2014

Der Colorado River hat die Canyons (Grand Canyon) geformt und früher die reiche Flora und Fauna des Deltas mit Wasser versorgt. Heute ist das Delta eine Wüste. Doch das soll sich ändern.

Der Colorado River hat die Canyons (Grand Canyon) geformt und früher die reiche Flora und Fauna des Deltas mit Wasser versorgt. Heute ist das Delta eine Wüste. Doch das soll sich ändern.

Noch vor einem halben Jahrhundert war das Colorado River Delta voller Leben. Seit den 1960er Jahren fliesst kaum mehr Wasser und mehr als 90% dieses Reichtums sind verschwunden. Dämme sammeln das Wasser für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen, zur Produktion von Energie und für Trinkwasser.

Heute (23.3.14), am Tag nach dem Weltwassertag 2014, beginnt ein Experiment. Die Schleusen des Morelos Damms werden geöffnet, und während acht Wochen fliesst reichlich Wasser durch das Flussbett zum Delta beim Golf von Kalifornien, eine Schneeschmelze simulierend. Anschliessend wird während dreier Jahre immer eine bestimmte Menge Wasser zum Delta fliessen. Dies ist zwar ein Rinnsal, verglichen mit dem früheren Fluss, doch die Forscher hoffen, dass 1000 Hektaren Delta-Wüste zum Leben erweckt werden.

Jahrelange Verhandlungen zwischen den USA, Mexiko und Nichtregierungsorganisationen haben zum Abkommen Minute 319 geführt, Historic Colorado River Water Agreement, U.S. Department of the Interior. Es ist das erste Mal, dass Wasser für Umweltzwecke über die Grenze zwischen den USA und Mexiko fliesst.

Eine der grössten Errungenschaften dieses Projekts ist zu zeigen dass binationale Kooperation möglich ist, denn der Colorado ist nicht der einzige grosse Fluss, der vom Meer abgeschnitten wurde. Ähnlich verhält es sich mit dem Indus, dem Gelben Fluss, dem Murray

Nachtrag: Video, erste Bilder vom Wasser im Colorado, in 10 bis 12 Tagen wird es das Meer erreichen, Colorado River Series: Return to Sea, The Weather Channel. Weitere Videos „Colorado River Series“ von Alexandra Cousteau:
Dry Seas, El Golfo de Santa Clara, Sonora, Mexiko
Agriculture, YUMA Arizona
Las Vegas Hotels
City Water Usage

Colorado river back from the dead, New Scientist, 15.3.14

Death of a River – The Colorado River Delta, Video Alexandra Cousteau’s Expedition Blue Planet

Colorado River Pulse Flow: Restoring Life in the Delta, Blue Legacy,

Colorado River Delta Restoration, Sonoran Institute

This World Water Day, Something Big to Celebrate, National Geographic, 21.3.14

Historic „Pulse Flow“ Brings Water to Parched Colorado River Delta, National Geographic, 22.3.14

Restoring a Pulse to the Lower Colorado, NASA, Visible Earth (Landsat 8)

„When the river disappeared, our whole life disappeared“ sagt Inocencia Gonzalez (74), eine der letzten Cucapa Indians im Colorado Delta, Informationen und fantastische Fotos über die verschiedenen Abschnitte des Colorado Rivers von der Quelle zum Meer, Colorado – Disputed Waters

You wild Colorado, Johnny Cash, Youtube

You wild Colorado, Johnny Cash, Text

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