Posts Tagged ‘Enzyklika LAUDATO SI‘’

Oh du süsse Weihnachtszeit!

12. Dezember 2017
Heidis Butterzopf, garantiert ohne Palmöl. Wer Wertschöpfung im Hause behält, dem werden nicht all die unerwünschten (auch schädlichen) "Zutaten" in die Produkte reingemischt. Mindestens in Deutschland gibt es auch Zopf mit Palmöl. <a href="http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Hefezopf-im-Test-Was-steckt-drin,hefezopf132.html" target="_blank" rel="noopener">Hefezopf im Test: Was steckt drin?</a> NDR vom 10.4.17. Studieren Sie die Etiketten vor dem Kauf und fragen sie nach! Die verlorene Vorfreude: Einst waren Süssigkeiten wie Schokolade, Guetzli & Co. für festliche Anlässe und Geschenke reserviert. Heute sind sie Alltag und Frust-Killer - mit vielen Konsequenzen.

Heidis Butterzopf, garantiert ohne Palmöl. Wer Wertschöpfung im Hause behält, dem werden nicht all die unerwünschten (auch schädlichen) „Zutaten“ in die Produkte reingemischt. Mindestens in Deutschland gibt es auch Zopf mit Palmöl. Hefezopf im Test: Was steckt drin? NDR vom 10.4.17. Studieren Sie die Etiketten vor dem Kauf und fragen sie nach! Die verlorene Vorfreude: Einst waren Süssigkeiten wie Schokolade, Guetzli & Co. für festliche Anlässe und Geschenke reserviert. Heute sind sie Alltag und Frust-Killer – mit vielen Konsequenzen.

Seit Oktober hämmert uns die Werbung – noch aggressiver als üblich – ein, dass wir essen, schenken und konsumieren müssen, denn ohne unsere Überfluss-Käufe funktionieren Geldmaschine und Wachstum nicht. Und es wird weltweit geplündert! An vielen Dingen klebt Sklaven- und Kinderarbeit, Umweltzerstörung, Landraub und auch Blut. Wir wissen es!

Es braucht eine Aufklärung 2.0

Heidis Buchempfehlung: Wir sind dran vom Club of Rome. Darin wird aufgezeigt was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Aufklärung für eine volle Welt.

Der Club of Rome will diejenigen ansprechen, die eine neue Aufklärung suchen, die sich von Fortschritt und guten Visionen ermuntert fühlen und die einen Humanismus vertreten, der nicht nur anthropozentrisch ist, sondern auch die natürliche Mitwelt einschliesst, und die sich trauen, langfristig zu denken. Das Buch greift viele Ansätze auf – etwa die Enzyklika Laudato Sí von Papst Franziskus, oder auch östliche Religionen und fordert eine neue Aufklärung. Es brauche eine Philosophie der Balance, nicht des Ausschlusses.

Wir sind dran. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Anders Wijkman. Club of Rome: Der grosse Bericht. Verlagsgruppe Random House, ISBN: 978-3-579-08693-4

Quelle: Wir sind dran. Adventskalender Nachhaltige Entwicklung 2017, 11.12.17.

Bilder zu Palmöl/Indonesien. Ist dies der „Fortschritt“, den wir wollen? Und wann endet er? Traurige Bilder und Videos sagen mehr als Worte.

Pünktlich zu Halloween: Nestlé & Co brechen Palmöl Versprechen, CleanEnergy Project 2017, 31.10.17.

Palmöl-Vorwürfe treffen auch Nestlé, Handelszeitung, 30.11.16

Wie Brasilien den Tod seiner Ureinwohner in Kauf nimmt. Welt, 26.10.17

Sambia: Landraub als Entwicklungshilfe. Infosperber, 6.11.17.

Greenpeace warnt vor Gesundheitsgefahr durch Palmöl in Lebensmitteln. Der Standard, 27.9.17.

Nestlé: Ab 2025 keine Käfigeier mehr, Schweizer Bauer, 8.11.17. Auch „gute“ Nachrichten können schlechte sein. Unglaublich, dass Nestlé noch immer Käfigeier verarbeitet! Und dies noch weitere sieben düstere Jahre lang. Heidi besichtigte eine Käfighaltung, damals als diese Haltungsform in der Schweiz den Bauern empfohlen wurde. Nur ein Wort zur Stimmung im düsteren Raum: Schrecklich! KAGfreiland erreichte bereits 1992 ein Verbot der Käfighaltung von Legehennen in der Schweiz.

Übrigens hat Heidi bis heute keine Antwort von Nestlé auf ihre Anfrage betr. Le Parfait – Original, seit 1950, erhalten, das Palmkernfett enthält: Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl, Heidis Mist, 22.1.17

Heidi bleibt dran!

12.12.17 HOME

 

Papst Franziskus engagiert sich für die Umwelt: Biodiversität

22. Oktober 2017
Genau vor 7 Monaten, am 22. März 2017, dem Weltwassertag 2017, begann der Verein „Sauberes Wasser für alle“ Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative zu sammeln. Bis heute sind 102'415 Unterschriften eingegangen. Die Initianten fordern unter anderem, dass Subventionen denjenigen Betrieben vorbehalten sind, welche die Biodiversität erhalten.

Genau vor 7 Monaten, am 22. März 2017, dem Weltwassertag 2017, begann der Verein „Sauberes Wasser für alle“ Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative zu sammeln. Bis heute sind 102’415 Unterschriften eingegangen. Die Initianten fordern unter anderem, dass Subventionen denjenigen Betrieben vorbehalten sind, welche die Biodiversität erhalten.

Enzyklika LAUDATO SI‘ von Papst Franziskus

Über die Sorge für das gemeinsame Haus

III. DER VERLUST DER BIOLOGISCHEN VIELFALT

32. Die Ressourcen der Erde werden auch geplündert durch ein Verständnis der Wirtschaft und der kommerziellen und produktiven Tätigkeit, das ausschliesslich das unmittelbare Ergebnis im Auge hat. Der Verlust von Wildnissen und Wäldern bringt zugleich den Verlust von Arten mit sich, die in Zukunft äusserst wichtige Ressourcen darstellen könnten, nicht nur für die Ernährung, sondern auch für die Heilung von Krankheiten und für vielfältige Dienste. Die verschiedenen Arten enthalten Gene, die Ressourcen mit einer Schlüsselfunktion sein können, um in der Zukunft irgendeinem menschlichen Bedürfnis abzuhelfen oder um irgendein Umweltproblem zu lösen.

33. Doch es genügt nicht, an die verschiedenen Arten nur als eventuelle nutzbare „Ressourcen“ zu denken und zu vergessen, dass sie einen Eigenwert besitzen. Jedes Jahr verschwinden Tausende Pflanzen- und Tierarten, die wir nicht mehr kennen können, die unsere Kinder nicht mehr sehen können, verloren für immer. Die weitaus grösste Mehrheit stirbt aus Gründen aus, die mit irgendeinem menschlichen Tun zusammenhängen. Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.

34. Möglicherweise beunruhigt es uns, vom Aussterben eines Säugetiers oder eines Vogels zu erfahren, weil sie uns mehr vor Augen sind. Doch für das gute Funktionieren des Ökosystems sind auch die Pilze, die Algen, die Würmer, die Insekten, die Reptilien und die unzählige Vielfalt von Mikroorganismen notwendig. Einige zahlenmässig geringe Arten, die gewöhnlich unbemerkt bleiben, spielen eine grundlegend entscheidende Rolle, um das Gleichgewicht eines Ortes zu stabilisieren. Es stimmt, dass der Mensch eingreifen muss, wenn ein Geosystem in ein kritisches Stadium gerät, doch heute hat das menschliche Eingreifen in eine so komplexe Wirklichkeit wie die Natur ein solches Mass erreicht, dass die ständigen vom Menschen verursachten Katastrophen sein erneutes Eingreifen herausfordern, so dass das menschliche Handeln allgegenwärtig wird, mit allen Risiken, die das in sich birgt. Gewöhnlich entsteht ein Teufelskreis, wo das Eingreifen des Menschen, um eine Schwierigkeit zu lösen, häufig die Situation weiter verschlimmert. So sind zum Beispiel viele Vögel und Insekten, die aufgrund der von der Technologie geschaffenen und in der Landwirtschaft verwendeten Agrotoxide aussterben, für ebendiese Landwirtschaft nützlich, und ihr Verschwinden muss durch ein weiteres technologisches Eingreifen ersetzt werden, das möglicherweise neue schädliche Auswirkungen hat. Lobenswert und manchmal bewundernswert sind die Anstrengungen der Wissenschaftler und Techniker, die versuchen, Lösungen für die vom Menschen verursachten Probleme zu schaffen. Wenn wir jedoch die Welt betrachten, stellen wir fest, dass dieses Ausmass menschlichen Eingreifens, das häufig im Dienst der Finanzen und des Konsumismus steht, dazu führt, dass die Erde, auf der wir leben, in Wirklichkeit weniger reich und schön wird, immer begrenzter und trüber, während gleichzeitig die Entwicklung der Technologie und des Konsumangebots grenzenlos weiter fortschreitet. So hat es den Anschein, dass wir bestrebt sind, auf diese Weise eine unersetzliche und unwiederbringliche Schönheit auszutauschen gegen eine andere, die von uns geschaffen wurde.

35. Wenn die Umweltverträglichkeit irgendeines Unternehmens geprüft wird, achtet man gewöhnlich auf die Auswirkungen auf den Boden, das Wasser und die Luft, doch nicht immer wird eine sorgfältige Untersuchung über die Wirkung auf die biologische Vielfalt eingeschlossen, als sei der Verlust einiger Arten oder Gruppen von Tieren oder Pflanzen etwas von geringer Bedeutung. Schnellstrassen, Neukultivierungen, Drahtzäune, Talsperren und andere Konstruktionen ergreifen Besitz von den Lebensräumen, und manchmal zersplittern sie diese derart, dass die Tierpopulationen nicht mehr wandern, noch frei pendeln können, so dass einige Arten vom Aussterben bedroht sind. Es gibt Alternativen – wie die Schaffung von biologischen Korridoren –, welche die Wirkung dieser Bauten zumindest abschwächen, doch eine solche Umsicht und Vorsorge ist nur in wenigen Ländern zu bemerken. Wenn einige Arten kommerziell genutzt werden, erforscht man nicht immer die Weise ihres Wachstums, um ihre übermässige Reduzierung und das daraus resultierende Ungleichgewicht des Ökosystems  zu vermeiden.

36. Die Pflege der Ökosysteme setzt einen Blick voraus, der über das Unmittelbare hinausgeht, denn wenn man nur nach einem schnellen und einfachen wirtschaftlichen Ertrag sucht, ist niemand wirklich an ihrem Schutz interessiert. Doch der Preis für die Schäden, die durch die egoistische Fahrlässigkeit verursacht werden, ist sehr viel höher als der wirtschaftliche Vorteil, den man erzielen kann. Im Fall des Verlustes oder des schweren Schadens an einigen Arten ist von Werten die Rede, die jedes Kalkül überschreiten. Darum können wir stumme Zeugen schwerster Ungerechtigkeiten werden, wenn der Anspruch erhoben wird, bedeutende Vorteile zu erzielen, indem man den Rest der Menschheit von heute und morgen die äusserst hohen Kosten der Umweltzerstörung bezahlen lässt.

37. Einige Länder haben Fortschritte gemacht im wirksamen Schutz gewisser Orte und Zonen – auf der Erde und in den Ozeanen –, wo jedes menschliche Eingreifen verboten ist, das ihre Physiognomie verändern oder ihre ursprüngliche Gegebenheit verfälschen kann. Bei der Pflege der biologischen Vielfalt beharren die Fachleute auf der Notwendigkeit, den artenreichsten Zonen mit heimischen, seltenen oder weniger wirksam geschützten Arten besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Es gibt Orte, die einer speziellen Sorgfalt bedürfen wegen ihrer enormen Bedeutung für das weltweite Ökosystem oder weil sie wichtige Wasserreserven darstellen und so eine Gewähr für andere Formen des Lebens sind.

38. Nennen wir zum Beispiel jene an biologischer Vielfalt überreichen Lungen des Planeten, die das Amazonasgebiet und das Kongobecken darstellen, oder die grossen Grundwasservorkommen und die Gletscher. Wir wissen um die Bedeutung dieser Orte für die Gesamtheit des Planeten und für die Zukunft der Menschheit ist nicht unbekannt. Die Ökosysteme der tropischen Urwälder enthalten eine biologische Vielfalt von einer enormen Komplexität, die ganz zu kennen beinahe unmöglich ist, doch wenn diese Wildnisse niedergebrannt oder eingeebnet werden, um Bodenbewirtschaftung zu entwickeln, gehen in wenigen Jahren unzählige Arten verloren, wenn die Gebiete sich nicht sogar in trockene Wüsten verwandeln. Dennoch sieht man sich, sobald man über diese Orte spricht, zu einem heiklen Balanceakt gezwungen, denn man darf auch nicht die enormen internationalen wirtschaftlichen Interessen ausser Acht lassen, die unter dem Vorwand, für diese Orte zu sorgen, gegen die Souveränität der betroffenen Nationen verstossen können. Tatsächlich existieren „Ideen […] das Amazonasgebiet zu internationalisieren: Solche Ideen nützen einzig und allein den ökonomischen Interessen der transnationalen Unternehmen“.[24] V. Generalversammlung des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik, Dokument von Aparecida (29. Juni 2007), 86. Anerkennenswert ist die Aufgabenstellung von internationalen Organisationen und Vereinigungen der Zivilgesellschaft, welche die Bevölkerungen sensibilisieren und kritisch mitwirken – auch unter Einsatz legitimer Druckmittel –, damit jede Regierung ihre eigene und nicht delegierbare Pflicht erfüllt, die Umwelt und die natürlichen Ressourcen ihres Landes zu bewahren, ohne sich an unehrliche lokale oder internationale Interessen zu verkaufen.

39. Der Ersatz der wilden Flora durch Flächen, die mit Bäumen aufgeforstet werden und im allgemeinen Monokulturen sind, ist gewöhnlich auch nicht Gegenstand einer angemessenen Analyse. Denn das kann einer biologischen Vielfalt, die von den neu angepflanzten Arten nicht angenommen wird, schwer schaden. Auch die Feuchtgebiete, die in Kulturland verwandelt werden,  verlieren die enorme biologische Vielfalt, die sie beherbergen. In einigen Küstenzonen ist das Verschwinden der durch Mangrovensümpfe gebildeten Ökosysteme besorgniserregend.

40. Die Ozeane enthalten nicht nur den grössten Teil des Wassers des Planeten, sondern auch den grössten Teil der umfassenden Vielfalt an Lebewesen, von denen viele uns noch unbekannt und aus verschiedenen Gründen bedroht sind. Andererseits wird das Leben in den Flüssen, Seen, Meeren und Ozeanen, das einen grossen Teil der Weltbevölkerung ernährt, durch die unkontrollierte Ausbeutung des Fischbestands geschädigt, die den drastischen Rückgang einiger Arten verursacht. Dennoch entwickeln sich weiter Formen selektiven Fischfangs, die einen grossen Teil der eingeholten Arten vergeuden. Besonders bedroht sind Meeresorganismen, an die wir gar nicht denken, wie bestimmte Formen von Plankton, die eine sehr wichtige Komponente in der marinen Nahrungskette bilden und von denen letztlich Arten abhängen, die uns zur Nahrung dienen.

41. Wenn wir in die tropischen und subtropischen Meere eindringen, begegnen wir den Korallenbänken, denen die gleiche Bedeutung der Urwälder der Erde zukommt, denn sie beherbergen etwa eine Million Arten, darunter Fische, Krabben, Mollusken, Schwämme, Algen und andere. Viele der Korallenbänke der Welt sind heute schon steril oder befinden sich in einem fortwährenden Stadium des Niedergangs: „Wer hat die wunderbare Meereswelt in leb- und farblose Unterwasser-Friedhöfe verwandelt?“[25] Konferenz der Katholischen Bischöfe der Philippinen, Hirtenbrief What is Happening to our Beautiful Land? (29. Januar 1988). Dieses Phänomen ist grossenteils auf die Verschmutzung zurückzuführen, die ins Meer gelangt als Ergebnis der Entwaldung, der landwirtschaftlichen Monokulturen, der Industrieabfälle und der destruktiven Methoden des Fischfangs, besonders derer, die Zyanid und Dynamit benutzen. Es verschärft sich durch den Temperaturanstieg der Ozeane. All das hilft uns zu bemerken, in welcher Weise jeder beliebige Eingriff in die Natur Folgen haben kann, die wir auf den ersten Blick nicht wahrnehmen, und dass gewisse Formen der Ressourcennutzung auf Kosten einer Zerstörung geschehen, die schliesslich sogar den Grund der Ozeane erreicht.

42. Es ist notwendig, viel mehr in die Forschung zu investieren, um das Verhalten der Ökosysteme besser zu verstehen und die verschiedenen Variablen der Auswirkung jeder beliebigen wichtigen Veränderung der Umwelt zu analysieren. Da alle Geschöpfe miteinander verbunden sind, muss jedes mit Liebe und Bewunderung gewürdigt werden, und alle sind wir aufeinander angewiesen. Jedes Hoheitsgebiet trägt eine Verantwortung für die Pflege dieser Familie. Es müsste für sie eine sorgfältige Bestandsaufnahme der Arten erstellen, die es beherbergt, um Programme und Strategien für den Schutz zu entwickeln, und dabei mit besonderer Sorge auf die Arten zu achten, die im Aussterben begriffen sind.

ENZYKLIKA, LAUDATO SI’ von Papst Franziskus

Unsere „Umweltbundesrätin“, Doris Leuthard, hat die Enzyklika «Laudato si’» von Papst Franziskus am 6.5.17 in einer Privataudienz erhalten. Heidi empfiehlt ihr, dieses Dokument aufmerksam zu lesen und danach zu handeln, denn bis heute ist wenig davon zu spüren.

Unterschriftenbogen Trinkwasser-Initiative

Das Naturwiesland der Schweiz und Mitteleuropas, Andreas Bosshard, Verlag Haupt

Papst Franziskus engagiert sich für die Umwelt: Wasser, Heidis Mist 1.10.17

22.10.17 HOME

Papst Franziskus engagiert sich für die Umwelt: Wasser

1. Oktober 2017
Schwemmgut in Zürich.

Schwemmgut in Zürich.

Viele machen sich Sorgen um die Zukunft. Die Plünderung der Erde, Umweltzerstörung und -verschmutzung und gedankenloser Konsum haben eine besorgniserregende Dimension erreicht. Und es geht weiter so! Nehmen wir uns daher ein paar Minuten Zeit und lesen wir, was Papst Franziskus zur Wasserfrage sagt.

Enzyklika LAUDATO SI‘ von Papst Franziskus

Über die Sorge für das gemeinsame Haus

II. DIE WASSERFRAGE

27. Andere Anzeichen der aktuellen Situation stehen im Zusammenhang mit der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen. Wir wissen sehr wohl, dass es unmöglich ist, das gegenwärtige Konsumniveau der am meisten entwickelten Länder und der reichsten Gesellschaftsschichten aufrechtzuerhalten, wo die Gewohnheit, zu verbrauchen und wegzuwerfen, eine nie dagewesene Stufe erreicht hat. Es sind bereits gewisse Höchstgrenzen der Ausbeutung des Planeten überschritten worden, ohne dass wir das Problem der Armut gelöst haben.

28. Sauberes Trinkwasser ist eine Frage von vorrangiger Bedeutung, denn es ist unentbehrlich für das menschliche Leben und zur Erhaltung der Ökosysteme von Erde und Wasser. Die Süsswasserquellen versorgen die Bereiche von Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Industrie. Über lange Zeit blieb der Wasservorrat relativ konstant, jetzt aber übersteigt an vielen Orten die Nachfrage das nachhaltige Angebot, mit schweren kurz- und langfristigen Folgen. Grosse Städte, die von einem bedeutenden Volumen der Wasserspeicherung abhängig sind, erleiden zeitweise einen Ressourcenrückgang, der in kritischen Momenten nicht immer mit einer angemessenen Steuerung und mit Unparteilichkeit verwaltet wird. Die Knappheit an Gemeinschaftswasser besteht besonders in Afrika, wo grosse Teile der Bevölkerung keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben oder unter Dürreperioden leiden, die die Produktion von Nahrungsmitteln erschweren. In einigen Ländern gibt es wasserreiche Regionen und zugleich andere, die unter schwerem Wassermangel leiden.

29.  Ein besonders ernstes Problem, das täglich viele Todesopfer fordert, ist die Qualität des Wassers, das den Armen zur Verfügung steht. Unter den Armen sind Krankheiten im Zusammenhang mit dem Wasser häufig, einschliesslich derer, die durch Mikroorganismen und chemische Substanzen verursacht werden. Diarrhoe und Cholera, die mit unangemessenen hygienischen Einrichtungen und mit einem ungeeigneten Wasservorrat zusammenhängen, sind ein bedeutender Faktor für das Leiden von Kindern und für die Kindersterblichkeit. Das Grundwasser ist an vielen Orten durch die Verschmutzung bedroht, die von einigen Formen der Rohstoffgewinnung, von landwirtschaftlichen und von industriellen Betrieben  verursacht wird, vor allem in Ländern, in denen es keine Regelung und keine ausreichenden Kontrollen gibt. Denken wir nicht nur an die Abfälle der Fabriken. Die Waschmittel und die chemischen Produkte, welche die Bevölkerung vielerorts in der Welt verwendet, sickern fortlaufend in Flüsse, Seen und Meere.

30. Während die Qualität des verfügbaren Wassers ständig schlechter wird, nimmt an einigen Orten die Tendenz zu, diese knappe Ressource zu privatisieren; so wird sie in Ware verwandelt und den Gesetzen des Marktes unterworfen. In Wirklichkeit ist der Zugang zu sicherem Trinkwasser ein grundlegendes, fundamentales und allgemeines Menschenrecht, weil es für das Überleben der Menschen ausschlaggebend und daher die Bedingung für die Ausübung der anderen Menschenrechte ist. Diese Welt lädt eine schwere soziale Schuld gegenüber den Armen auf sich, die keinen Zugang zum Trinkwasser haben, denn das bedeutet, ihnen das Recht auf Leben zu verweigern, das in ihrer unveräusserlichen Würde verankert ist. Diese Schuld wird zum Teil beglichen durch mehr wirtschaftliche Beiträge zur Versorgung der ärmsten Bevölkerung mit klarem Wasser und Hygiene. Es ist jedoch eine Wasserverschwendung nicht nur in den Industrieländern zu beobachten, sondern auch in den weniger entwickelten Ländern, die grosse Wasserreserven besitzen. Das zeigt, dass das Wasserproblem zum Teil eine Frage der Erziehung und ein kulturelles Problem ist, denn es fehlt das Bewusstsein der Schwere dieses Verhaltens in einem Kontext grosser Ungleichheit.

31. Ein grösserer Wassermangel wird einen Anstieg der Nahrungsmittelpreise und  der Kosten bestimmter Produkte verursachen, die vom Wasserverbrauch abhängen. Einige Forscher haben vor der Möglichkeit eines akuten Wassermangels innerhalb weniger Jahrzehnte gewarnt, wenn nicht schnell gehandelt wird. Die Umweltbelastungen könnten Milliarden von Menschen schaden, doch es ist absehbar, dass sich die Kontrolle des Wassers durch grosse weltweite Unternehmen in eine der hauptsächlichen Konfliktquellen dieses Jahrhunderts verwandelt. Vgl. Grußwort an das Personal der FAO (20. November 2014): AAS 106 (2014), S. 985.

ENZYKLIKA, LAUDATO SI’ von Papst Franziskus

Papst-Geschenk an Doris Leuthard

Unsere „Umweltbundesrätin“, Doris Leuthard, hat die Enzyklika «Laudato si’» von Papst Franziskus am 6.5.17 in einer Privataudienz erhalten; dies anlässlich der Vereidigung der Päpstlichen Schweizergarde. Hat sie das Dokument gelesen? Herzlicher Empfang für Doris Leuthard, SRF Tagesschau 6.5.17

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