Posts Tagged ‘Erdbeeren’

Verschmähte Erdbeeren!

20. Februar 2020
400 g Erdbeeren mit viel Plastik und - so vermutet Heidi - wenig Geschmack. Typisch für solche Ware ist das Weiss beim Stiel; die Früchte wurden unreif geerntet. Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht nach, da nützen auch die grünen Blätter nichts. Sogar mit 50% Rabatt kein Schnäppchen! Copyright: Maria R.

400 g Erdbeeren mit viel Plastik und – so vermutet Heidi – wenig Geschmack. Typisch für solche Ware ist das Weiss beim Stiel; die Früchte wurden unreif geerntet. Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht nach, da nützen auch die grünen Blätter nichts. Sogar mit 50% Rabatt kein Schnäppchen! Copyright: Maria R.

Heidi freut sich jedes Jahr auf die ersten Erdbeeren. Bis sie blühen und reif sind, dauert es noch lange. Auch wenn dieses Jahr jetzt schon Frühlingsgefühle aufkommen, die Schneeglöcklein blühen und die Temperaturen konstant auf Rekordniveau sind, Erdbeeren sind in der Schweiz und Umgebung noch lange nicht reif.

Auch wenn in Verpflegungsstätten und Confiserien das ganze Jahr Erdbeertörtchen angeboten werden, viele KonsumentInnen scheinen langsam zu wissen, dass die roten Früchte, welche jetzt im Laden angeboten werden, von weit her kommen und dieses Angebot – allen Verkaufargumenten zum Trotz – bedenklich ist. Da macht Bio nur einen kleinen Unterschied. Die Erdbeeren kommen in der Regel aus Gebieten mit Wassermangel, schlechten Arbeitsbedingungen bis hin zur Sklaverei und schwer durchschaubaren Produktionsweisen. Hinzu kommt die aufwändige Verpackung für den langen Transport, welcher Lärm und Verschmutzung verursacht.

Warten wir doch geduldig auf das der Jahreszeit entsprechende Erdbeerangebot. Die Grossverteilen reden viel von saisonal, aber Worte sind Worte! Wo bleiben die Taten?

Bienen lieben Erdbeerblüten

Übrigens: Bienen lieben Erdbeerblüten sehr, das zeigt die Studie eines Forschungsteams der Georg-August-Universität Göttingen und der Universitäten von Sussex und Würzburg. Sie fanden heraus, dass Honigbienen Erdbeerfelder bevorzugen, auch wenn direkt in der Nähe der Raps blühte. Nur bei starker Rapsblüte waren weniger Honigbienen im Erdbeerfeld zu beobachten. Wildbienen wählten hingegen konstant das Erdbeerfeld.

Ihr Tanz verrät: Honigbienen fliegen auf Erdbeeren. Medieninformation Georg-August-Universität Göttingen 23.1.20

Erdbeergenuss bedroht Weltnaturerbe. Heidis Mist 25.3.12

19.2.20 HOME

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Auch die Landi kauft gerne ennet der Grenze ein!

23. Juni 2017
Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Bauern beklagen sich über KonsumentInnen, welche Fleisch, Milchprodukte … ennet der Grenze billig einkaufen und auch über das Wachstum der Waldfläche (an dem sie massgeblich beteiligt sind). Doch ihre Organisation, die Landi, kauft z.B. billige Holzwolle in Deutschland ein. Weil Heidi dringend Unterlagsmaterial für die Erdbeeren benötigte, kaufte sie das Produkt trotzdem. Die negative Überraschung war aber gross.

Die Holzwolle hat keinen „Griff“, das war der erste Eindruck. Eine Internet-Recherche ergab, dass die altbewährte Wolle, welche früher in der Landi erhältlich war, von Jumbo und weiteren Geschäften angeboten wird. Heidi kaufte bei Jumbo ein Paket Schweizer Holzwolle der Firma Lindner Suisse in Wattwil und verglich sie mit der Landi-Holzwolle der deutschen Firma Heumüller in Geiselwind.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Miserable Qualität der Importware

Beim Unterlegen von Erdbeeren, Zucchetti usw. ist es wichtig, dass die Früchte gut gestützt werden, Abstand vom Boden haben und schnell abtrocknen nach einem Regen, damit sie gesund bleiben. Volumen, Fadenlänge und Stabilität der Holzwolle sind daher wichtige Qualitätskriterien.

  • Auf den ersten Blick abschreckend: Preis der Schweizer Holzwolle pro Kilogramm 2,5-mal so hoch wie jener der Import-Ware;
  • aber das Volumen der Holzwolle aus dem Toggenburg ist pro Kilogramm doppelt so gross, d.h. sie ist eigentlich nur unwesentlich teurer.
  • Die Heumüller-Holzwolle besteht zu 80 Prozent aus kurzen bis sehr kurzen Fäden, während der Anteil an kurzen Fäden bei der Lindner-Holzwolle nur knapp 10 Prozent beträgt, zudem sind die langen Fäden wesentlich länger.
  • Die Schweizer Holzwolle leistet Widerstand gegen Druck (hat Griff), die ausländische fühlt sich lumpig bzw. weich an.
  • Heidi sah mehrmals Schnecken über die Heumüller-Holzwolle kriechen, nicht aber über jene von Lindner, wobei die Stichprobe zu klein ist für eine sichere Aussage.
  • Die Transportdistanz der importierten Holzwolle (Luftlinie) beträgt das Sechsfache jener der Schweizer Ware, entsprechend grösser ist auch die Umweltbelastung.

Heidis Fazit: Die billige von der Landi importierte Ware schützt die Früchte nicht ausreichend. Es lohnt sich auf jeden Fall, die – bezogen auf das Volumen – nur leicht teurere Schweizer Holzwolle zu kaufen.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

Wie wird die Lindner-Holzwolle hergestellt?

Die Firma Lindner Suisse stellt die Holzwolle aus verschiedenen ausgewählten Holzarten her. Das Holz ist zu 100 Prozent gesundes Schweizer Durchforstungsholz. Eine spezielle Messerstellung an der Schnittmaschine sorgt dafür, dass die Holzwolle scharfe Kanten hat, denn das mögen die Schnecken nicht. Die Rezeptur ist seit Jahrzehnten dieselbe. Die Kunden – auch Heidi – sind zufrieden.

Holzwolle – ein vielseitiger und natürlicher Holzwerkstoff: „Lose, ungebundene Holzwolle ist ein vielseitig einsetzbarer, hochwertiger Holzwerkstoff. Lange vernachlässigt, findet er heute wieder auf den Markt zurück. Ein Schweizer Unternehmen produziert rund 180 verschiedene Sorten und entwickelt neue Anwendungen – auch für Buchenholz interessant.“, Waldwissen 19.6.14, in Zusammenarbeit mit Wald und Holz.

Holzwolle aus der Manufaktur: „Im Plastic-Zeitalter sind viele Anwendungen von Holzwolle vergessen gegangen. Beim letzten Produzenten der gekräuselten Holzspäne werden sie wiederentdeckt: für den Stall, den Steilhang, den Weinberg. Mit viel Handarbeit entsteht im Toggenburg ein Qualitätsprodukt, das immer noch Zukunft hat.“ SRF, Einstein, 14.11.13.

 

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

23.6.17 HOME

Pestizid-Cartoon mit Franziska

21. Juni 2017

Pestizide sind im Moment ein Dauer-Thema in den Medien. Neue Forschungsergebnisse bestätigen die beunruhigende Verschmutzung der Gewässer und des Grundwassers, den Rückgang der Artenvielfalt. Und die zwei Volksinitiativen, welche den Pestizid-Einsatz einschränken sollen, verunsichern. Am liebsten redet man gar nicht darüber oder repetiert unermüdlich die eigenen Wünsche: „Sie haben keine Chance beim Volk.“

Doch ganz totschweigen kann man die Pestizide nicht, denn sie sind allgegenwärtig, z.B. in köstlichen Erdbeeren (Erdbeeren: Ein Pestizid kommt selten allein, saldo 20.6.17), im Trinkwasser (Achtung, Pestizide im Schweizer Trinkwasser, NZZ am Sonntag 17.6.17) usw.

Der Wanderweg auf den Alpen Novai, Garfiun und Pardenn war mit Glyphosat behandelt worden. Gemäss Auskunft der Verantwortlichen der Gemeinde Klosters kennt man den Namen des Mittels nicht. Man beziehe es jeweils von der Gärtnerei, chemisch dürfe man ja nicht mehr. Heidi hat nachgefragt. Die Gemeinde bezieht NUR Glyphosat von besagter Gärtnerei. Glyphosat auf einem Wanderweg in einer Weide mit Kühen, gespritzt von der für den Vollzug verantwortlichen Behörde!!! (Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail, Heidis Mist 11.6.17).

Wenn es um Pestizid-Informationen geht, dann ist der Tresor der Bewilligungsbehörde des Bundesamts für Landwirtschaft verriegelt. Darf das sein? Oder ist diese Behörde wegen Interessenkonflikte am falschen Ort angesiedelt? „JA, sie ist“, meint Heidi.

Machen Sie’s doch wie die Fischer, unterschreiben Sie beide Volksinitiativen! Die Links finden Sie auf Heidis Mist in der rechten Spalte unter „Aktuell“.

Pestizide im Wasser: Behörden nehmen hohes Risiko in Kauf, SRF Kassensturz 13.6.17.

Pestizide: Kassensturz schweigt Initiative tot, Tobias Tscherrig, Infosperber 18.6.17.

21.6.17 HOME

4 Jahre Heidis Mist

14. Mai 2014
Heidibrunnen oberhalb Maienfeld

Heidibrunnen oberhalb Maienfeld

Zufällig ist der Jubiläumsartikel der 300. Beitrag. Ein kleiner Rückblick mit ausgewählten Bildern!

Heidis Lieblingsartikel

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Zweimal täglich Milchzimmerabwasser im Bächlein.

Meistgelesene Beiträge

 

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ausgewaschener „alter Mist“, neuer dunkler Mist

Höchste Zahl der Seitenaufrufe pro Tag immer noch 333

Mitte November 2010 stiegen die Seitenaufrufe rasant an. Ein Kommentar vom 30.11.10 zur Diaschau Misthaufen im Feld 2010/11 liess dann erahnen was los war: „Ich glaube Sie haben effektiv zu langweilig. Suchen Sie sich eine richtige Arbeit und hängen Sie nicht an öffentlichen Geldern! Was Sie hier veröffentlichen und erzählen ist wirklich reiner Mist! Mich interessiert auf welchem Misthaufen Ihre Dummheit entstanden ist?!“ Jemand hatte eine passende e-Mail-Adresse eingerichtet: misthock@… Das Ziel ist klar: Einschüchterung und Verwerfen der Informationen als „falsch“. Hinzuzufügen sei noch, dass Heidis Mist nur Kosten verursacht.

Am 1.12.10 erreichten die Seitenaufrufe das Maximum von 333. Viele Leute schauten sich die Misthaufen-Diaschaus an, lasen Heidis Gülle- und Mist-Artikel sowie Winteranfang in den Bergen. Offensichtlich war Unruhe in der Bauernschaft. Wohin mit Gülle und Mist? fragte sich auch das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation und schrieb einen Artikel für den Bündner Bauern mit eben diesem Titel.

Loewenzahn_Klosters

Löwenzahn-Bergwiesen in Klosters mit Sunnibergbrücke von Christian Menn

In welchen Ländern wird Heidis Mist gelesen?

67%  Schweiz
22%  Deutschland
5%  Österreich
2%  USA
4%  übrige

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Viel zu schmaler Pufferstreifen zwischen Maisfeld und Bach, „Kleines Seezli“ zwischen Flums und Walenstadt.

Grosse Zunahme der Abonnements

Besonders freut sich Heidi über die zweistellige Abo-Zuwachsrate; im letzten Jahr betrug sie 27%. AbonnentInnen erhalten jeden neuen Artikel gratis per e-Mail ins Haus geliefert. Herzlichen Dank liebe Abonnentinnen und Abonnenten in nah und fern (Indien, Kanada …) für die Treue.

Heidi im Wallis oder Tessin?

Ein Leser möchte, dass Heidi ins Wallis zieht, denn – so argumentiert er – dort sei alles noch viel schlimmer. Diesen Wunsch kann Heidi leider nicht erfüllen. Auch im Tessin ist sie gefragt: Eine Leserin hat Heidi Fotos versprochen, zum Publizieren natürlich! So ist es denn immerhin beruhigend zu wissen, dass auch andere Leute die Augen offen haben.

Gerade richtig zum Jubiläum traf folgender Brief ein: „Ich wünsche Heidi weiterhin viel Energie – und eine grosse Leserschaft.“

Das Interesse an Heidis Mist ist ungebrochen.

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Ausländerin erntet Erdbeeren im Churer Rheintal

Ausgewählte Kommentare von LeserInnen

  • Gemeinsam sind wir stark…
  • It’s quite astonishing what has been happening to the bees. Let’s hope some common sense in government prevails. This is a lovely post, Heidi.
  • Was in der Schweiz gilt, trifft leider auch für die gesamte EU zu. Trefflich verstehen die Agrarfunktionäre, Subventionen zu sichern, teils mit so interessanten Bezeichnungen wie “Ausgleichszahlungen”.
    Der Sektor Agrarwirtschaft muss schlicht wie Kommunen, Gewerbe und Industrie seinen Beitrag zur Minderung von Nährstoffaustrag in die Welt (Wasser, Boden, Luft !) mindern.
    Wie Heidi leider zutreffend schreibt, ändert sich das bisherige, ungesunde System aber offenbar erst, wenn der Zahler erwacht. Politik scheint allzu verflochten. Das wiederum kann der Wähler beeinflussen. – Wunsch für 2014: Wähler/(Steuer)Zahler erwache!
  • Ich kenne das Problem gut. Wenn die Behörden nicht energisch einschreiten, dann glauben die Bauern, dass sie im Recht sind und wehren sich gegen Sanierungsmassahmen. Mich ärgert das nicht nur weil ich mir Mühe gebe, korrekt zu wirtschaften, sondern weil die Umwelt darunter leidet und mit ihr wir alle.
  • Schönes Bild, dem kalbert sogar der Miststock… Schon krass, wie amateurhaft da vielerorts gewirtschaftet wird. Danke für Deine offenen Augen, Heidi, das Grundwasser wirds Dir danken, die Blacken-Community weniger. Herzlicher Gruss aus dem Unterland.
  • Mich überrascht eigentlich gar nichts mehr, wir in unserer kleinen Ortschaft haben das gleiche Problem, Verursacher ist ein “Einmann-Betrieb”, gefördert von der EU, der wahrscheinlich gar nicht weiss, wieso er gefördert wird, dem Typen müsste seitens der Behörde genauer auf die Finger geschaut werden, doch die zuständige Behörde ist gegen diesen Typen ziemlich machtlos, weil er sehr gute Verbindungen hat …
Glückwunsch zum Geburtstag!

14.5.14 HOME

Kinder allein zu Hause

17. Februar 2013
Andrea Diefenbach: Land ohne Eltern, Kehrer Verlag, Heidelberg 2012

Andrea Diefenbach: Land ohne Eltern, Kehrer Verlag, Heidelberg 2012

„Andrea Diefenbach fotografiert zerrissene Familien. Kinder, die in Moldawien zurückbleiben, und deren Eltern, die in Italien – mühsam und teils illegal – ihr Geld verdienen. ‚Land ohne Eltern‘ öffnet den Blick für schwer vorstellbare Zustände… Putzfrauen, Altenpfleger, Arbeiter. Irgendwo in Italien, doch es könnte auch in Deutschland sein.“ Die Süddeutsche berichtete am 26. November 2012 ausführlich über den eindrücklichen Fotoband, unter dem Titel Wenn Eltern und Kinder in Fernbeziehung leben.

Auch bei uns sind sie, die Mütter oder Väter von zurückgelassenen Kindern aus Rumänien, Polen usw. Sie putzen Büros und Wohnungen oder arbeiten auf den Feldern, während die Kinder allein sind oder von Grosseltern und Verwandten betreut werden. Sie pflücken Erdbeeren auf Spaniens Feldern, damit unser reichliches Essen billig ist und die Grossverteiler satte Gewinne erzielen. Billig muss alles sein, die Milch, das Fleisch, die Kleider. Und die Mieten, die Landpreise, Versicherungen, die Gewinne? Sie dürfen unentwegt steigen. Wir zahlen die falschen Leute! Wirtschaftsflüchtlinge hier, Wanderarbeiter dort: Sie schuften für die Privilegierten dieser Welt. Menschen, Tiere und Natur leiden für den „Fortschritt“. Werden wir immer zu den Privilegierten gehören?

Uns beschäftigt Fertig-Lasagna, umhergeschobenes verarbeitetes Pferdefleisch. Wissen wir noch nicht, dass man uns so allerlei Unerwünschtes einmischen kann? Neueste Meldung von Grünwolf:
An deutschen Döner-Ständen wird Schweinefleisch in die Döner gemischt – vor allem für gläubige Muslime eine echte Provokation, Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 18.2.13.

17.2.13 HOME

Erdbeergenuss bedroht Weltnaturerbe

25. April 2012
DSC01985Erdbeerfeld110531

Schweizer Erdbeeren-Ernte durch AusländerInnen, 31.5.11

Wer über Google Coto de Doñana sucht, erhält vor allem Links zu Unterkunfts- und Reiseangeboten. Das riesige Sumpfgebiet und Unesco-Weltnaturerbe ist ein Winterquartier für viele Zugvögel und ein beliebtes Ferienziel für Touristen. Aber unsere Grossverteiler sind mit Hilfe unvernünftiger KonsumentInnen daran, dieses einmalige Naturschutzgebiet zu entwässern. Womit? Zum Beispiel mit Erdbeeren aus der südspanischen Provinz Huelva. Dort zapfen die Erdbeer-EsserInnen, ohne es zu wissen, illegale Brunnen in der Coto de Doñana (Wikipedia) an. Mit jeder Schale Erdbeeren entziehen sie dem Sumpf 276 Liter Wasser. Bei den riesigen Mengen, welche die Grossverteiler den spanischen Produzenten abkaufen und schon im Winter zu Spottpreisen anbieten, wirkt sich dies massiv auf den Wasserhaushalt des Weltnaturerbes aus. Es lohnt sich, den Kassensturzfilm des Schweizer Fernsehens vom 24. April 2012 anzuschauen, aus dem diese Informationen stammen: Erdbeergenuss gefährdet Naturschutzgebiet. Und wie steht es mit den Pflanzenschutzmitteln?

Nichts Neues, schon lange kennt man die Probleme, getan wird nichts oder nur wenig. Die Besänftigungsversuche der Grossverteiler überzeugen nicht. Doch auch der im Kassensturz-Film auftretende Schweizer Erdbeerproduzent verschweigt einiges. Die kostspieligen Bewässerungsanlagen werden nicht nur für Extremjahre wie 2003 erstellt. Weil Erdbeeren Wassermangel nicht ertragen, wird vorsichtshalber bei kritischen Bedingungen bewässert und bei Bedarf bedüngt. Dann darf man das Problem der Pflanzenschutzmittel-Rückstände nicht vergessen. Zahlreich sind die Krankheitserreger und Schädlinge, welche die Erdbeerkulturen bedrohen, entsprechend ausgeklügelt muss der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) sein, besonders bei den Frühkulturen unter Plastik; auch das ökotoxikologisch bedenkliche Kupfer wird da und dort eingesetzt. Erdbeeren gehören daher zu den Obstarten mit den höchsten PSM-Rückständen. Spanien ist bekannt für einen „grosszügigen“ Einsatz von PSMs. Dann gibt es noch das Problem mit den Arbeitskräften, worüber Adi in Adi’s Agro Blog im neuesten Artikel geschrieben hat: Der freizügige Schnitt ins eigene Fleisch.

Heidis frühere Artikel zum Thema:
Jetzt Himbeeren kaufen?
SUISSE GARANTIE ohne Ausländer?

25.3.12 HOME

SUISSE GARANTIE ohne Ausländer?

17. Juli 2011
DSC01986_Erdbeerernte_klein

Ausländerin erntet Erdbeeren im Churer Rheintal, im Hintergrund Schweizer Einfamilienhäuser und Blautanne

Als Heidi im Artikel Eine gute Kuh frisst alles! schrieb, dass grösstenteils ausländisches Personal auf den Bündner Alpen die Tiere betreut und den „Bündner“ Bergkäse herstellt, da protestierte ein Heimweh Bündner. Nun berichtete 10 vor 10 am 14.7.11, dass jeder dritte Senn in den Bündner Alpen aus Deutschland kommt, siehe Deutsche machen Schweizer Käse. Viele Schweizer Produkte – SUISSE GARANTIE – wären ohne ausländisches Personal nicht denkbar, etwa die Erdbeeren im Verkaufsregal. Auf Gemüsefeldern, in Beerenkulturen und sonst in der Landwirtschaft erledigen AusländerInnen Schwerarbeit zu tiefen Löhnen (oft Mindestlohn von 3100 Franken), weil sie in ihrem Heimatland arbeitslos oder noch schlechter bezahlt wären. Die Personenfreizügigkeit erleichtert die Rekrutierung. So nützt die Personenfreizügigkeit der Wirtschaft und Landwirtschaft gleichermassen, nicht aber der Landschaft!

Und wieso bietet der kleine Volg-Laden jetzt zwei Sorten Birnen an, beide aus Südafrika? „Die Nähe des Volg zu den Schweizer Bauern spiegelt sich in jedem Volg-Laden wider: Sie sind wichtige Vermarkter von Erzeugnissen aus heimischer Scholle, www.fenaco.com“ heisst es auf der Internetseite des Volg!

Ohne ausländische Mitarbeiter wäre es schwierig, 26.5.11, Tages-Anzeiger

17.7.11 HOME


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