Posts Tagged ‘Eva Reinhard’

Der Schmutzli hat heute viel zu tun

6. Dezember 2020
Der geschützte historische Wanderweg beim Zwüschet Mythen SZ wurde massiv verbreitert, Bäume wurden gefällt ... alles illegal! Copyright: Tobeltoni

Der geschützte historische Wanderweg beim Zwüschet Mythen SZ wurde massiv verbreitert, Bäume wurden gefällt … alles illegal! Copyright: Tobeltoni

Copyright: Tobeltoni

Copyright: Tobeltoni

Copyright: Tobeltoni

Copyright: Tobeltoni

Die Tür geht auf, ein kalter Wind zieht durch die Hütte und ein paar Schneeflocken fliegen durch die Luft.

Heidi: „Hoi Peter, mach rasch zu! Mich frierts.“

Mit einem Knall fällt die Tür ins Schloss und schon steht Peter am Ofen und wärmt die Hände.

Geissenpeter: „Heidi, hast du dem Schmutzli die Liste schon geschickt? Der Tobeltoni hat noch etwas.“

Heidi: „Natürlich ist sie schon weg, denn sie ist lang. Unter ‚R‘ habe ich sogar drei Namen drauf. Du kannst leicht erraten, wer sie sind.“

Geissenpeter: „ReRiRö?“

Heidi: „Klar!“

Geissenpeter: „Der Tobeltoni sagt, dass sie beim Zwüschet Mythen den historischen Wanderweg zerstört hätten. Wir waren mit Klara, Herrn Sesemann und Fräulein Rottenmeier dort und kehrten im Bergrestaurant ein. Vermutlich war es der Älpler.

Wanderer aus dem Unterland hatten dem Tobeltoni erzählt, dass jetzt aus dem schönen Wanderweg ein „Dreckweg“ geworden sei. Im Wiesenteil müsse man sogar neben dem Weg, respektive der Strasse, in der noch intakten Wiese gehen. Der Tobeltoni war einige Wochen nicht mehr im Mythengebiet auf Wanderung und hat deshalb die enormen Erd-Stein-Bewegungen mit dem grossen Bagger nicht gesehen. Er wundert sich nun sehr über die breite Strasse und die Beeinträchtigung der historischen Substanz. Und, was er nicht versteht, das ist, dass niemand realisiert hatte, dass da beim Bau der Strasse auch noch Bäume gefällt wurden, und das im ältesten Wildbanngebiet der Schweiz.

Stell dir vor, alles ohne Baubewilligung! Das ist besonders schlimm, da der Weg unter Denkmalschutz steht. Der Tobeltoni meint, man müsse die Strasse rückbauen. Und er bittet dich, das dem Schmutzli zu melden. Er soll sich dafür einsetzen.“

Heidi: „So eine Schweinerei! Ich weiss, das ist ein beliebter Weg. Wie haben wir doch die schöne Aussicht genossen! An jenem Tag waren viele Leute unterwegs. Ich werde das grad dem Schmutzli noch melden. Setz dich hin, bald kommt der Öhi aus dem Stall, dann können wir Nüssli knabbern und Lebkuchen essen. Der Samichlaus hat es gut gemeint mit uns. Auch gibt es noch Grittibänz-Resten vom Morgen. Mandarinen habe ich auch dieses Jahr wieder keine echten Satsuma aus Italien gefunden, Also habe ich nur Äpfel, aber unsere sind einfach gut.“

Geissenpeter: „Haha! Der Tobeltoni hat extra deine Mandarinen gesucht … und gefunden. Er lässt dich herzlich grüssen.“

Peter kramt in seinem Rucksack und legt ein paar schöne reife Mandarinen auf den von Heidi vorbereiteten Samichlaus-Tisch.

Heidi: „So lieb! Grüsse den Toni. Der Öhi wird sich gewaltig freuen. Er vermisst sie Jahr für Jahr.“

P.S.: Wenn nur der Schmutzli auch Heidis Schreibfehler korrigieren würde! Hat sie doch tatsächlich Grittibänz mit „tz“ geschrieben. Nun ja, man braucht das Wort nur einmal im Jahr.

Aus Bergwanderweg beim Zwüschet Mythen wird eine «Autobahn». March Anzeiger vom 22.11.20

Kein Baugesuch – Wanderweg zwischen Mythen unrechtmässig verbreitert. PILATUS TODAY vom 18.11.20

So wird aus einer mageren Alpweide eine Unkrautweide. Heidis Mist vom 17.8.17

6.12.20 HOME

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Das Unterschriftensammeln geht weiter … für die 2. Pestizid-Initiative

14. Januar 2018

Pestizide messen JA – Massnahmen NEIN

Das Pestizidproblem ist schon lange bekannt. Die Gewässerqualität wird fleissig gemessen und es werden Berichte verfasst; relativ häufig übersteigen die Daten für Pestizide den Anforderungswert. Das Gesetz schreibt zwar Gegenmassnahmen vor, doch das kümmert die Zuständigen wenig. Wie es im Boden aussieht, das weiss man kaum. Hingegen ist klar, dass es der Biodiversität schlecht geht.

Aktionsplan

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind stolz auf ihren Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Einen Grund dafür gibt es aber nicht, denn initiiert wurde dieser von Tina Angelina Moser, Grünliberale Partei, mit dem Postulat 12.3299 vom 16.3.12. Sie forderte einen Aktionsplan analog zur EU. Ohne diesen Vorstoss wäre nichts geschehen.

Das Schwergewicht des Aktionsplans liegt bei Anreizen, Forschung, Bildung/Beratung, Information und Monitoring. „Ziel ist es, die schädliche Wirkung auf Natur und Gesundheit um die Hälfte zu reduzieren, bis ins Jahr 2030. «Ob wir das schaffen oder nicht, kann ich nicht garantieren. Aber wir werden ganz bestimmt ein Monitoring auf die Beine stellen, damit wir informieren können, wie weit wir schon sind», so Reinhard“ gegenüber SRF am 4.1.18.

Heidi meint: „Wenn nur schon die Gesetze eingehalten würden, dann wäre das Ziel von BLW und BAFU wahrscheinlich schon jetzt erreicht und nicht erst 2030.“ Mit dem Aktionsplan des Bundes sind der Bauernverband und die Industrie zufrieden, was den Wert des Werks erahnen lässt. Kritik kommt von vielen Seiten; Vision Landwirtschaft hat einen alternativen Aktionsplan ausgearbeitet, der von den Trinkwasserversorgern (SVGW) und einem breiten Bündnis von weiteren Organisationen unterstützt wird.

Sisyphusarbeit für Pestizide

Zwar arbeiten die Ämter wie verrückt an neuen Anforderungswerten, Vorschriften, Monitoring, Analysen, endlosen Dokumenten, Stellungnahmen usw. Heidi ihrerseits berichtet mit viel Aufwand über Verstösse, konsultiert das Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BLW, versucht unsinnige Neuregelungen wie die Messung der Pufferstreifen an Gewässern ab Uferlinie statt (wie international üblich) ab Böschungsoberkante zu verhindern oder das allgemeine Pestizid-Verbot in der Grundwasserschutzzone S2 wieder einzuführen. Opposition gegen die Lockerung von Vorschriften kommt meistens zu spät. Auch zahlreiche NGOs, Bauern und andere Institutionen beteiligen sich am Versuch, bessere Wege aufzuzeigen.

Solange Pestizide Standard sind, gibt es unnötig viel Sisyphusarbeit, Umwelt- und Gesundheitsschäden, Kosten, Streitigkeiten, unbefriedigende Lösungen … ! Und die Probleme bleiben. Die Schäden nehmen zu.

Unterschreiben Sie die zweite Volksinitiative

Mehrere Umweltorganisationen und das Papiliorama unterstützen die Pestizid-Initiativen aktiv. Nachdem die Trinkwasser-Initiative zustande gekommen ist, schreibt der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV): „Wir setzen uns nun verstärkt für die zweite Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ein. An der Messe «Fischen Jagen Schiessen» in Bern vom 15. bis 18. Februar 2018 sammeln wir auch für diese Initiative Unterschriften.“

Heidi bittet Sie, diese Volksinitiative ebenfalls zu unterstützen … bei deren Annahme hätten wir schon fast ein Bioland Schweiz. Die Ernährungssicherheit würde zunehmen – trotz gegenteiliger Behauptungen und Hunger-Angstmache.

Und fragen Sie doch einen Regenwurm:
„Wie geht’s dir?“

Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Manifest Future 3

Kritik am Aktionsplan Risikoreduktion Pflanzenschutzmittel des Bund Heidis Mist vom 2.10.16

Kritik an hohem Pestizideinsatz in der Schweiz, Priscilla Imboden, SRF, 4.1.18

Einsatz von Pestiziden verbieten. Schweizerische Fischereizeitung 1/2018, Seite 49

Copy & Paste aus Heidis Wünsche:

14.1.18 HOME

Pflanzenzüchtung: Dezimieren, dann wiederbeleben

29. Juli 2017
Vor dem Ersten Weltkrieg importierte die Schweiz den grössten Teil des Brotgetreides, was gegen Kriegsende zu einer eigentlichen Lebensmittelnot führte. Demzufolge legten die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten die Prioritäten mehr und mehr auf den Ackerbau, Fragen der Tierhaltung traten in den Hintergrund. Die Züchtung gewann an Bedeutung.

Vor dem Ersten Weltkrieg importierte die Schweiz den grössten Teil des Brotgetreides, was gegen Kriegsende zu einer eigentlichen Lebensmittelnot führte. Demzufolge legten die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten die Prioritäten mehr und mehr auf den Ackerbau, Fragen der Tierhaltung traten in den Hintergrund. Die Züchtung gewann an Bedeutung.

Von den zahlreichen Restrukturierungen der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten war die Pflanzenzüchtung besonders stark betroffen, obwohl resistente Sorten Voraussetzung für einen umweltschonenden Anbau sind. Es fehlte den Entscheidungsträgern an Weitsicht. Nun soll die Züchtung „revitalisiert“ werden: Wer essen will, muss züchten, Interview des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes mit Eva Reinhard, stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Landwirtschaft vom 27.7.17. Bezahlt werden solche Fehlplanungen durch die Steuerzahlenden.

Zitat aus „Schweizer Qualitätskorn fürs tägliche Brot“, AGRARForschung 10 (8): 334, 2003:
„Der Ertrag war in der Schweiz immer nur ein zweitrangiges Züchtungsziel. Auch heute noch haben Schweizer Weizensorten im internationalen Vergleich eine besonders gute Krankheitsresistenz bei gleichzeitiger besonders hoher Backqualität … Mit der Überproduktion und der zunehmenden Ökologisierung des Ackerbaus zeigen auch die benachbarten Länder ein verstärktes Interesse an den Schweizer Sorten.“

Den Sparmassnahmen war das Dinkel-Zuchtprogramm geopfert worden. Die Getreidezüchtung wurde massiv geschwächt. Wissen und internationale Beziehungen gingen dabei verloren.

Heidi hofft, dass das geplante Swiss Plant Breeding Center SPBC mit mehr Weitsicht betrieben wird als die Restrukturierungen.

29.7.17 HOME

 

Fluopyram: sicher keine Gefahr für Mensch und Umwelt?

21. Oktober 2015
Strukturformel von Fluopyram, Wikipedia.

Strukturformel von Fluopyram, Wikipedia.

Im Eschelisbach bei Güttingen (TG) war die Vielfalt und Konzentration von Pestiziden Ende Juli 2015 hoch, z.B. überschritt die Konzentration des Fungizids Fluopyram den Grenzwert um das 94fache! Für die stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Landwirtschaft, Eva Reinhard, ist dies „sicher kein Risiko für Mensch und Umwelt“, Bericht der Rundschau Pestizid-Cocktail im Bach, 14.10.15, SRF.

Reinhard ist Chefin der Pflanzenschutzmittel(PSM)-Zulassungsstelle und Leiterin der Arbeitsgruppe Aktionsplan PSM-Risiko-Reduktion. Das PSM-Verzeichnis dürfte für sie ein vertrautes Nachschlagwerk sein. Heidi hat darin geblättert und einige Daten zu einem Fluopyram-haltigen PSM kopiert; PSM-Verzeichnis Stand 21.10.15. Basiert die Stellungnahme von Reinhard auf Fakten oder dient sie vielmehr dazu, dem „Volk“ Sand in die Augen zu streuen?

Gefahrenkennzeichnungen:

  • Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten.
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
  • R 51/53 Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
  • S 02 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
  • S 35 Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden.
  • S 36 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung tragen.
  • S 46 Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett vorzeigen.
  • S 57 Zur Vermeidung einer Kontamination der Umwelt geeigneten Behälter verwenden.
  • SP 1 Mittel und/oder dessen Behälter nicht in Gewässer gelangen lassen.

 

Hier noch ein Auszug aus der Pestizid-Datenbank der University of Hertfordshire, Pesticide Properties DataBase:

Health issues:

Carcino-
gen
Muta-
gen
Endocrine disrupter Repro-
duction / develop-
ment
effects
Cholin-
esterase inhibitor
Neuro-
toxicant
Respira-
tory
tract
irri-
tant
Skin irri-
tant
Eye
irri-
tant

General human health issues Possible liver, thyroid and blood toxicant

: Yes, known to cause a problem
: No, known not to cause a problem
: Possibly, status not identified
– : No data

Es gibt also durchaus Risiken, und zwar für die Menschen und die Umwelt. Zudem sind zahlreiche Fragen zur Toxizität von Fluopyram ungeklärt. Vorsorgen wäre besser als heilen!

Nachtrag: Über die Schäden im Weinbau und die Zahlungen von Bayer an die Schweizer Winzer siehe Kommentar zu diesem Artikel.

Nachtrag 21.6.16: Das BLW hat sein Pflanzenschutzmittelverzeichnis aktualisiert. Die Links zu den Mitteln wurden geändert. Die alten Links führen leider nicht ins Leere, sondern zu einem ganz anderen PSM, was natürlich ärgerlich ist. Die Daten stimmen nicht mit den hier kopierten überein. Dummerweise hat Heidi vergessen, im Artikel den Namen des entsprechenden PSM zu vermerken! Daher hier ein im Moment gültiger Link zu einem im Obst-, Reb- und Gemüsebau verwendeten (auch Luftapplikation zugelassen): Moon Experience. Dieses enthält zusätzlich zu Fluorpyram auch Tebuconazole, welches umwelt- und gesundheitsschädlich ist. Ein direkter Vergleich zu den von Heidi kopierten Daten ist leider nicht mehr möglich. Moon Privilege, welches nur Fluopyram enthält wird vom BLW als „Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung“ eingestuft, also eine harmlosere Beurteilung als jene der Pestizid-Datenbank der University of Hertfordshire.

21.10.15 HOME

Pestizide: Wissenschaftler warnen, Behörden verharmlosen!

16. Oktober 2015
Besonders in den Monaten Juni und Juli ist die Konzentration von Pflanzenschutzmitteln in viele kleinen Gewässer hoch.

Besonders in den Monaten Juni und Juli ist die Konzentration von Pflanzenschutzmitteln in viele kleinen Gewässer hoch.

Es läuft immer nach dem gleichen Schema: Wissenschaftler warnen vor schädlichen Substanzen, die Behörden verharmlosen im Stil: „Gift? Ich merk‘ nix!“ Ein bisschen Grenzwertüberschreitung, aber sonst ist die Welt in Ordnung. Systematisch schützen sie die Hersteller statt die Umwelt. Ist doch gut, sichert Arbeitsplätze, fördert das Wirtschaftswachstum! Cocktails? Aber bitte keine Pestizid-Cocktails!

Wird die zweite Stellungnahme der Endokrinen Gesellschaft vom 28.9.15 ernst genommen oder mit fadenscheinigen Argumenten beiseite geschoben? Jedenfalls sind die wissenschaftlichen Fakten für Gesundheitsschäden durch endokrine Disruptoren stark: Übergewicht und Diabetes, Beeinträchtigung der Fortpflanzung, Hormon-empfindliche Krebsarten bei Frauen, Prostatakrebs, Schilddrüse, Störungen der Hirnentwicklung und des neuroendokrinen Systems. Besonders gefährdet sind Fötus und Kleinkind.

Pflanzenschutzmittel mit endokrinen Disruptoren als Wirkstoff (hormonähnlichen Substanzen) sind Hauptverursacher für die durch Endokrine Disruptoren verursachten Gesundheitskosten in der EU von über 150 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Endokrine Gesellschaft ist keine Stammtischrunde, sondern eine Organisation, welcher 18’000 WissenschaftlerInnen aus 100 Ländern angehören.

Executive Summary to EDC-2: The Endocrine Society’s Second Scientific Statement on Endocrine-Disrupting Chemicals, 28.9.15, Quelle Newsletter October 2015, Food Packaging Forum

Estimated Costs of Endocrine-Disrupting Chemical Exposure Exceed €150 Billion Annually in EU, 5.3.15

Hormonaktive Stoffe: 150 Milliarden Folgekosten, Kurt Marti, Infosperber vom 15.3.15, mit Informationen aus der Schweiz. Interessant ist die abwiegelnde Stellungnahme des Bundesamts für Gesundheit.

„21 Spritzmittel hat die «Rundschau» in einem Bach im Kanton Thurgau gemessen. Drei Giftstoffe liegen ein Mehrfaches über dem Grenzwert der Gewässerschutz-Verordnung.“ Was sagt die stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Landwirtschaft, Eva Reinhard, dazu? «Von den gemessenen Konzentrationen geht sicher kein Risiko für Mensch und Umwelt aus.» Woher nimmt sie dieses sichere „Wissen“? Heidi meint: Dieses „Wissen“ gibt es nicht, das ist eine unhaltbare Behauptung. Pestizid-Cocktail im Bach, Rundschau vom 14.10.15, SRF.

Umweltgifte: Little Things Matter, Video von Bruce Lanphear, Professor, Faculty of Health Sciences, Simon Fraser University, Canada, Heidis Mist vom 15.3.15

Schon extrem kleine Giftmengen können die Entwicklung des Gehirns schädigen, dies mit dauerhaften Folgen.

16.10.15 HOME

Pestizide: Aktionsplan dringend nötig

22. Januar 2014
Pestizide schaden den Lebewesen, u.a. den Kaulquappen und nicht zuletzt uns.

Pestizide schaden den Lebewesen, u.a. den Kaulquappen und nicht zuletzt uns.

Unübersehbar ist die Post, die Heidi zum Thema Pestizid-Schäden und -Verschmutzungen erhält. Hier wieder einmal ein paar Hinweise. Anlässlich der Internationalen Grünen Woche fordert ein Bündnis aus Imkern, Umweltverbänden und Wasserwirtschaft, dass die Deutsche Bundesregierung Defizite beim Pestizid-Aktionsplan zügig ausräumt, denn der Nationale Pestizid-Aktionsplan setze bislang nicht die richtigen Prioritäten, siehe Presseinformation Bündnis vom 21.1.14. Danke Grünwolf für den Hinweis.

Und wie sieht es in der Schweiz aus? Von einem Aktionsplan keine Spur. Greenpeace, Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und WWF fordern vom Bund eine drastische Pestizidreduktion. Und zwar jetzt! Siehe Forderungen für einen erfolgreichen Schweizer Pestizidreduktionsplan.

Seit einem Jahr gibt es PAN Swiss mit Sitz in Lausanne. Pan Swiss ist Teil eines Netzes von über 600 Nichtregierungsorganisationen, Institutionen und Einzelpersonen aus mehr als 90 Ländern, die dafür eintreten, dass gefährliche Pestizide durch unschädliche Alternativen ersetzt werden. Auch PAN Swiss ist besorgt über die zahlreichen schädlichen Wirkungen von synthetisch organischen Pestiziden: „… Jedes Jahr werden wir abhängiger von ihnen, und jedes Jahr wird der Schaden grösser … PESTIZIDE TÖTEN“

PAN Swiss arbeitet mit Nice Future zusammen, ebenfalls mit Sitz in Lausanne. Das Ziel von Nice Future ist es, leicht verständliche Informationen für ein umweltschonendes Leben verfügbar zu machen, denn umweltbewusste KonsumentInnen hätten es heute schwer, die Fakten zu finden, die bisweilen auch widersprüchlich und zu theoretisch seien. Es sei nicht erstaunlich, dass die meisten sich für den einfacheren Weg entschlössen. Nice Future bietet auf seiner Internetplattform Informationen zum (umweltschonenden) täglichen Leben an. Interessant ist z.B. die Bücherecke „Lectures“. Nice Future? Umweltschutz einfach und spielerisch!

Nachtrag 22.1.14, 21 Uhr. Ein Leser machte Heidi auf einen Beitrag des Schweizer Fernsehens aufmerksam: Weniger spritzen bei gleicher Ernte – geht das? SRF vom 22.1.14, 14.28 Uhr. Darin wird die Vizedirektorin Eva Reinhard vom Bundesamt für Landwirtschaft zitiert: „… Ohne Pflanzenschutzmittel hätten wir im Schnitt mindestens 30 Prozent weniger Ertrag.“ Es sei aber wichtig, dass die Bauern gleichviel Nahrungsmittel produzieren könnten wie bisher. Man müsse behutsam vorgehen … es gebe viele Ideen. Wie soll also die Rechnung aufgehen, frägt sich Heidi. Soll alles beim Alten bleiben? Markus Ritter, Präsident des Bauernverbandes und Bio-Bauer, ist skeptisch und stellt die gleichermassen beliebte wie unsinnige Forderung nach hieb- und stichfesten Beweisen betreffend Schädlichkeit der Pestizide bevor die Bauern deren Einsatz reduzieren müssten. Es gebe nur „Vermutungen“. Ritter möchte aber klar wissen, welches Mittel genau welche Schädigungen bei welchen Kleinlebewesen wie etwa den Bienen hervorrufen. Bei solchen Forderungen bleibt Heidi der Mund offen…

Übrigens mit dem Ausarbeiten eines Aktionsplans soll im April begonnen werden.

22.1.14 HOME


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