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Wir sind der Antrieb für Veränderungen

11. Februar 2015
Längst nicht alle Abfälle, welche Gewässer verschmutzen, werden (mühsam) herausgefischt. Leserfoto: China

Längst nicht alle Abfälle, welche Gewässer verschmutzen, werden (mühsam) herausgefischt. Leserfoto: China

Weltweit gelangen jedes Jahr 300’000 Tonnen Plastik ins Meer. Dieser Zivilisationsmüll verschmutzt Küsten, schaukelt auf den Wellen der Weltmeere, wird zerkleinert, von Tieren gefressen, gelangt in die Nahrungskette und tötet. Plastik gibt Zusatzstoffe wie Phthalate und Bisphenol A ab (beide wirken wie Hormone), Brandhemmer usw. Im Meerwasser nimmt Plastik Chemikalien auf, z.B. polychlorierte Biphenyle und Pestizide (DDT).

Grosse Mengen kleiner Plastikfasern aus synthetischen Kleidern werden mit dem Waschwasser in die Flüsse geschwemmt, später ins Meer, denn die Abwasserreinigungsanlagen können sie nicht herausfiltern, desgleichen kleine Plastikkügelchen aus Kosmetika. Illinois hat als erster Staat der Welt diese Kügelchen verboten, welche als häufige Verschmutzung auf dem Wasser der Great Lakes schwimmen, Illinois Bans Cosmetics Containing Microbeads, Time, 26.6.14.

Mikroorganismen besiedeln Plastik, darunter befinden sich auch Krankheitserreger z.B. Vibrionen. Viel mehr weiss man heute nicht. Niemand kennt die langfristigen Auswirkungen. Dawn of the Plasticene, Plastic Age: How it’s reshaping rocks, oceans and life, New Scientist vom 31.1.15. Heidi schickt Ihnen auf Anfrage gerne den vollständigen Artikel: Mail an heidismist at bluewin.ch.

Im Übrigen klappt die Entsorgung von Abfall in der Schweiz allgemein gut, aber Littering ist ein Problem. Auch in unsere Gewässer gelangt Plastik und wird Richtung Meer geschwemmt, Erste Bestandesaufnahme von Mikroplastik in Schweizer Gewässern, Medienmitteilung Bundesamt für Umwelt vom 11.12.14. Ohne es meist zu wissen, tragen SchweizerInnen in den Ferien – je nach gewähltem Ziel – massiv zur Verschmutzung der Meere bei und zur Zerstörung von Paradiesen. Zurück bleibt ein nirgends „verrechneter“ schmutziger Fussabdruck; mehr darüber demnächst auf Heidis Mist.

Beim Zahlen in Apotheken, Warenhäusern und in vielen weiteren Läden hören wir die Standard-Frage: „Möchten Sie einen Plastiksack?“ Heidis Antwort bewirkte da und dort Veränderung: Die Frage wurde abgeschafft, denn es leuchtet ein, dass (zu) gut Verpacktes nicht nochmals verpackt werden muss. Auch Hahnenwasser statt Pet-Flaschen können wir alle fördern bzw. fordern. Und vieles mehr. Denken wir darüber nach!

Wir füllen die Welt mit Müll. Was sind die Konsequenzen? Was können wir dagegen tun? Schon heute?

Nachtrag 13.2.15:  Gemäss Schätzungen des Forscherteam um Jenna Jambeck von der University of Georgia, Athens USA, landen jährlich durchschnittlich 8 Millionen Tonnen Plastikabfälle im Meer, Das Meer ertrinkt im Plastik, SRF 13.2.15.

Jambeck Research Group

Die Explosion der Plastosphäre, FAZ 13.2.15

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Menschenrecht „Freien Zugang zu sauberem Wasser“

28. Juli 2014
Es gibt das Menschenrecht auf sauberes Wasser der Vereinten Nationen.

Es gibt das Menschenrecht auf sauberes Wasser der Vereinten Nationen.

  • Arte TV sendet den Film Bottled Life in der Reihe “Themenabend” am 5.8.14, um 20.15 Uhr und am 16.8.14 umd 10.30 Uhr. Siegfried Gendries von Lebensraum Wasser hat in seinem neuesten Artikel ausführlich darüber berichtet Bottled Life – Nestlé’s Geschäft mit Wasser – Hintergründe und Filmtip. Noch vor zwei Jahren zweifelte der Präsident des Verwaltungsrates der Nestlé (Wikipedia), Peter Brabeck, daran, dass es ein Recht auf Wasser gebe, obwohl die Vereinten Nationen bereits 2002 deutlich machten, dass sauberes Wasser ein Menschenrecht ist, Informationsplattform humanrights.ch. Heidi hat im Artikel Hahnenwasser statt Pet-Flaschen vom 24.1.12 darüber geschrieben. Zweifelt Brabeck noch heute daran?
  • Er schwimmt von der Quelle des Rheins bis zu dessen Mündung in die Nordsee und wirbt dabei für den nachhaltigen Umgang mit dem Lebenselement Wasser und für das Menschenrecht auf freien Zugang zu sauberem Wasser: Ernst Bromeis. Die FAZ hat der Expedition 2014 am Sonntag eine ganze Seite gewidmet, Nichts wie Rhein, Frankfurter Allgemeine vom 27.7.14; auch 10 vor 10, die Nachrichtensendung des Schweizer Fernsehens, hat (neben vielen anderen) darüber ausführlich berichtet, SRF 23.7.14. Das blaue Wunder; Das blaue Wunder, Wikipedia.
  • Detroit, die einst blühende Auto-Stadt, ist arm geworden. Die heruntergewirtschafteten Wasserwerke wurden privatisiert, 90’000 Kunden sind zur Zeit mit der Bezahlung der Wasserrechnung im Rückstand, 4’500 säumigen Kunden wurde bisher das Wasser abgestellt, weiteren 46’000 Kunden droht dasselbe. Bürgerrechtsorganisationen haben kürzlich bei der Uno-Menschenrechtskommission geklagt, weil das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird, Wasser in Detroit abgestellt, NZZ vom 26.6.14.
  • Seit dem 1. April 2012 ist es den BürgerInnen der EU möglich, über eine Europäische Bürgerinitiative die politische Agenda der EU aktiv mitzugestalten. Mit einer der ersten Europäischen Bürgerinitiativen soll die Kommission dazu aufgefordert werden, allen Mitgliedstaaten verbindliche Ziele zu setzen, um die Anerkennung und Umsetzung des universellen Rechts auf Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung in Europa und in der Welt voranzutreiben: Europäische Bürgerinitiative für Wasser als Menschenrecht, WasserAllianz München.

Wo die Politik versagt, müssen wir aktiv werden. Eigentlich erstaunlich, dass sauberes Wasser nicht zuoberst auf der Arbeitsliste unseres Bundesrates steht. Also kämpfen wir weiter für das Menschenrecht auf sauberes Wasser!

Schon unterschrieben? Die Petition von Franziska Herren? Hier ist der Unterschriftenbogen: Gesundes sauberes Wasser für alle. Demnächst kann auch online unterschrieben werden; Danke, Franziska, für die Ergänzung!

28.7.14 HOME


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