Posts Tagged ‘Forschung’

Umweltschutz-Ausrede: Es braucht noch Forschung!

18. März 2019

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Wasser-Wissen nutzen!

29. Oktober 2017
Friedhof neben dem Haus der Familie Brontë in Haworth, West Yorkshire. Copyright: The Great British Channel.

Friedhof neben dem Haus der Familie Brontë in Haworth, West Yorkshire. Copyright: The Great British Channel.

Das Leben der Familie Brontë wird immer wieder beschrieben und verfilmt und die Bücher der drei Schwestern neu aufgelegt. So stammt etwa die letzte Verfilmung des Romans Jane Eyre von Charlotte Brontë aus dem Jahre 2011.

Der Film Brontë Country: The Story of Emily, Charlotte & Anne Brontë passt zu diesem düsteren Sonntag. Er wurde von The Great British Channel gedreht und unter „Bildung“ klassiert. Der Text wird langsam und deutlich gesprochen und ist daher leicht verständlich.

Das grosse Sterben

Für Heidi waren die Minuten 15:07 bis 18:25 besonders interessant. In Haworth, West Yorkshire, nahm die Bevölkerung während der Industriellen Revolution stark zu. Nicht nur die Angst vor Arbeitslosigkeit bedrückte die Menschen, sondern auch das grassierende Sterben von Tausenden von Menschen. 41 Prozent der Kinder starben vor dem 6. Altersjahr.

Das Problem wurde untersucht. 1850 fand man den Grund. Das Trinkwasser kam vom Hügel herunter und durchquerte den Friedhof. Mit steigender Zahl der Toten wurden diese raumsparender gelagert; man legte eine Leiche über die andere, obenauf kamen flache Grabsteine. Dadurch wurde die Verschmutzung des Trinkwassers noch verstärkt, denn das Regenwasser floss über die flachen Grabsteine weg, versickerte und nahm im Boden „Fäulnis“ und Krankheiten mit. Wer das Wasser nutzte, war den Krankheitserregern ausgesetzt. Besonders die Cholera breitete sich epidemisch aus.

Wissen füllt Bibliotheken und Server – Was nun?

Heute wissen wir viel mehr. Es ist so viel Wissen vorhanden, dass wir oft Mühe haben, Fakten zu finden oder zielführend einzusetzen. Wichtige Errungenschaften drohen uns zu entgleiten, wie die Antibiotika.

Wissenschaftler veröffentlichen Ihre Arbeiten bevorzugt in international renommierten Journals. Wie aber soll die Politik handeln? Dazu schweigen sich die Forschenden allzu oft aus oder präsentieren die Fakten ohne klar und deutlich darzulegen, was zu tun ist. Sie überlassen das Einschätzen der Lage den Unwissenden, welche die Zusammenhänge schwer durchschauen können und andere Interessen verfolgen.

Also weiter wursteln wie bisher? Oder mit Lösungen in die Zukunft blicken? Es kann eine Entscheidung über Leben und Tod sein, über Menschen, welche heute noch nicht geboren sind.

Was gelangt heute über Luft und Boden ins Trinkwasser?

Zum Beispiel ist es erlaubt, Pestizide in unmittelbarer Nähe von Trinkwasserfassungen (Grundwasserschutzzone S2) auf den Acker zu sprühen. Es gibt zwar eine kleine Liste mit dort verbotenen Pestiziden, aber diese Ausnahmen werden nicht kontrolliert. Und wer erstellt diese Liste? Das Bundesamt für Landwirtschaft!

Brontë Country: The Story of Emily, Charlotte & Anne Brontë, The Great British Channel, youtube 21.1.14

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29.10.17 HOME

Weltwassertag: Start der „Trinkwasser-Initiative“

22. März 2017

Am Weltwassertag 2017 startet die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz».

Folgende ReferentInnen sprachen an der Medienkonferenz vom 22.3.17, 10 Uhr, in Bern:

  • Franziska Herren, Mutter von 2 Kindern, Initiantin der Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung, Referat lesen …
  • Madeleine Vakkuri-Gutknecht, Initiantin, ehemalige Lektorin Haaga-Helia der Fachhochschule Wirtschaftliche Fakultät, Helsinki (Rede auf Französisch), Referat lesen …

Medienmitteilung des Vereins Sauberes Wasser für alle vom 22.3.17:

Ist die Bevölkerung der Schweiz weiterhin bereit, Milliarden an Steuergeldern in eine Landwirtschaft zu investieren, die unser Trinkwasser verschmutzt und unsere Lebensgrundlagen aufs Spiel setzt? Wir glauben nicht und lancieren eine Volksinitiative.

Die Schweiz hat zwar gute Gesetze und hehre Ziele, was den Schutz von Mensch, Tier, Gewässer und Umwelt angeht. Doch bei der Landwirtschaft wird seit Jahrzehnten weggeschaut. Selbst der Bundesrat musste vor kurzem in einem viel beachteten Bericht zugeben: Kein einziges Umweltziel hat die Landwirtschaft in den letzten 20 Jahren erreicht. Umweltziele sind nichts anderes als die Einhaltung der Gesetze.

Mit anderen Worten: Im Bereich Umwelt und Gesundheit foutiert sich die Schweizer Agrarpolitik selbst um die Einhaltung der Gesetze. Trotzdem wird der Bevölkerung seit Jahrzehnten vorgegaukelt, die Schweizer Landwirtschaft brauche jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern, damit sie nachhaltig gesunde Nahrungsmittel produzieren könne.

So kann es nicht weitergehen. Mit unserer Initiative fordern wir, dass nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Steuergeldern unterstützt werden, welche die Umwelt, das Trinkwasser und die Gesundheit von Mensch und Tier respektieren und nicht gefährden. Eigentlich die logischste Sache der Welt.

Wir wollen dies mit drei einfachen Anforderungen erreichen, die leicht und ohne bürokratischen Aufwand umgesetzt und kontrolliert werden können:

Staatliche Unterstützung sind denjenigen Betrieben vorbehalten,

  • welche pestizidfrei produzieren,
  • welche nur so viele Tiere halten, wie sie aus ihrem eigenen Boden ernähren können
  • welche in ihrer Tierhaltung Antibiotika nicht prophylaktisch einsetzen. *

Zudem verlangt die Initiative, dass die landwirtschaftlichen Forschungs- und Beratungsgelder gezielt auf eine Nahrungsmittelproduktion ausgerichtet werden, die ohne Pestizide und prophylaktischen Antibiotikaeinsatz auskommt und effizient und nachhaltig aus den eigenen Ressourcen produziert. Heute wird der grösste Teil dieser Gelder dafür verwendet, die Schäden zu untersuchen oder zu reduzieren, die durch die zu intensive Lebensmittelproduktion entstanden sind.

Die Förderungsmassnahmen sind in die unzähligen vorbildlichen Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz zu investieren, die bereits heute erfolgreich nach diesen Grundsätzen Nahrungsmittel produzieren. Diese Betriebe sollen gefördert und die übrigen zur Umstellung auf eine ebenso nachhaltige Produktion motiviert werden.

Die Schweizer Landwirtschaft leidet heute an tiefen Preisen, weil sie vor allem Massenware produziert, die sich bezüglich Qualität und Umweltstandards nicht von den meisten Importen unterscheiden. Die Initiative verhilft der einheimischen Produktion zu einem Qualitätssprung und fördert einen Zukunftsmarkt, der von umweltbewussten Konsumentinnen und Konsumenten bestimmt wird. Die Nachfrage nach pestizid- und antibiotikafrei produzierten Lebensmitteln steigt bereits heute entsprechend rasant!

* Zum Verständnis: Pestizide und viel zu hohe, durch riesige Futtermittelimporte gemästete Tierbestände verursachen die grössten Umweltprobleme in der Schweizer Landwirtschaft. Antibiotikaresistente Bakterien wurden von der Eidgenössischen Fachkommission für biologische Sicherheit zur „grössten Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz“ erklärt. Sie entstehen massgeblich durch den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion.

Informationen und Kontakt:
Verein Sauberes Wasser für alle
c/o Franziska Herren Oeleweg 8
4537 Wiedlisbach
T 032 636 14 16 – N 079 829 09 19
info@sauberes-wasser-fuer-alle.ch

Alle Informationen zur Initiative finden Sie auf der Webseite www.initiative-für-sauberes-trinkwasser.ch.

Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»,  Schweizerische Bundeskanzlei, 7.3.17.

Keine Finanzspritze für die, die spritzen, Berner Landbote 21.3.17

Heidi wird über die Medienkonferenz berichten.

22.3.17 HOME

Professor Andreas Fath: Wie ein Fisch im Rhein unterwegs

14. August 2014
Der schwimmende Chemieprofessor zeigt die Probenmembran, welche er am Fuss mitführt und dann der Eawag zur Analyse übergibt. Copyright Braxart Fotografie

Der schwimmende Chemieprofessor zeigt die Probenmembran, welche er am Fuss mitführt und dann der Eawag zur Analyse übergibt. Copyright Braxart Fotografie

Ein Jahr lang bereitete sich der Chemieprofessor und Langstreckenschwimmer Andreas Fath von der Hochschule Furtwangen im Schwarzwald darauf vor, den Rhein von der Quelle bis zur Mündung ins Meer zu durchschwimmen. Der Rhein hat zwei Quellen. Ernst Bromeis, der Bündner Wasserbotschafter, begann seine Reise an der Quelle des Hinterrheins. Fath hingegen startete am Tomasee, der Quelle des Vorderrheins. Sein Ziel ist: Das Bewusstsein für die Kostbarkeit der Ressource Wasser und für einen effektiven Gewässerschutz zu stärken, Forschungsergebnisse zu erhalten und Sponsoren zu finden.

Täglich nimmt das Team klassische Wasserproben. Hinzu kommt erstmals eine Probensammel-Methode zum Einsatz, welche die Zellmembran oder Haut von Wasserorganismen imitiert. An seinem Fuss trägt Fath eine Binde mit einer Kunststoffmembran, welche Stoffe aus dem Wasser aufnimmt. Zum Beispiel Pestizide aus Landwirtschaft und Gärten, Pharmazeutika und Süssstoffe, welche in den unzähligen Kläranlagen des Einzugsgebiets des Rheins nicht oder nur teilweise zurückgehalten werden oder Drogen, Industriechemikalien und viele weitere Chemikalien des Alltags. Die Membran wird periodisch gewechselt. Dieser passive Probestrategie – so hoffen die Forscher – soll Einblick in die Lebensbedingungen der Wasserorganismen im Rhein geben.

Der Professor ist also wie ein Fisch im Wasser, jedoch nur kurze Zeit und mit einem wesentlichen Unterschied: Die Wasserlebewesen nehmen Schadstoffe auf und lagern sie in Organe oder z.B. ins Fettgewebe ein, Fath hingegen liefert seine Membran periodisch der Eawag ab, dem Wasserforschungsinstitut der ETH, wo sich Matthias Ruff um die Analysen kümmert.

Fest für den revitalisierten „Eawag-Bach“

18. Mai 2014
EAWAG-Leute zeigen den Kindern wie man Proben nimmt und sie unter der Lupe anschaut.

EAWAG-Leute zeigen den Kindern wie man Proben nimmt und erklären ihnen, was man unter der Lupe so alles an kleinen Lebewesen sieht.

Der Chriesbach floss als Kanal zwischen dem alten und dem neuen Gebäude der Eawag, einem weltweit führenden Wasserforschungsinstitut in Dübendorf bei Zürich. Weil dort auch das Revitalisieren von Bächen und Flüssen untersucht wird, sagte man sich: „Schön wär’s, wenn wir den Chriesbach natürlicher gestalten könnten. Und ein Freiluft-Labor vor der Haustür? Das ist unser Traum!“

Mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere, weniger Hochwasser und ein schönes Naherholungsgebiet, für diese Ziele liessen sich auch die Beamten von Stadt und Kanton begeistern. Jetzt ist der Chriesbach hergerichtet, und am 17.5.14 wurde gefeiert und informiert. Zwar sind die Ufer noch ein wenig kahl, denn die Natur braucht Zeit und zu Beginn etwas Pflege, damit sie sich wieder entfalten kann.

Kabel wurden verlegt, Messstellen installiert und ein Aquarium eingerichtet. Erste Resultate, z.B. über das Grundwasser, sind interessant und ermutigend. Heidi wird demnächst darüber berichten.

Chriesbach Dübendorf: Aufwertung für Natur und Erholung, Medieninformation Kanton Zürich vom 11.3.13

Revitalisierung von Gewässern, Bundesamt für Umwelt

Gewässer-Revitalisierungen im Kanton Graubünden

Viele Kabel und viele Messgeräte!

Viele Kabel und viele Messgeräte!

Dem Projektleiter, Thomas Lichtensteiger,  Geologe und Leiter Stab Eawag, sieht man die Begeisterung für den umgestalteten Chriesbach an.

Dem Projektleiter, Thomas Lichtensteiger, Geologe und
Leiter Stab Eawag, sieht man die Begeisterung für den umgestalteten Chriesbach an.

Im oberen Teil war der Raum für die Revitalisierung eng ...

Im oberen Teil war der Raum für die Revitalisierung eng …

... im unteren Teil darf der Bach wieder freier fliessen, ist aber kein schlängelnder Fluss mehr wie vor der Kanalisierung.

… im unteren Teil darf der Bach wieder freier fliessen, ist aber kein schlängelnder Fluss mehr wie vor der Kanalisierung.

18.5.14 HOME

 

Stickstoff in Landwirtschaft und Umwelt: Eine Herausforderung

12. Januar 2011
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Ein Misthaufen von vielen, die jetzt im Bündnerland im Feld liegen, und zwar im Gewässerschutzbereich, dieser Mist wurde am 20.12.10 hieher transportiert.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat am 11.1.11 eine Medieninformation herausgegeben mit dem Titel „Stickstoff in der Landwirtschaft und Umwelt: Eine Herausforderung„. Zwei Studien weisen auf den Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen hin: „Stickstoff-Flüsse der schweizerischen Landwirtschaft, Evaluation von Wissenslücken in der Forschung“ und „Stickstoff 2020 – Möglichkeiten und Einschränkungen zur Vermeidung landwirtschaftlicher Stickstoffemissionen in der Schweiz“, beide sind auf der Seite der Medieninformation abrufbar.

Dass es bei den Stickstoff-Emissionen Handlungsbedarf gibt, weiss man schon lange, z.B. Evaluation der Ökomassnahmen Bereich Stickstoff und Phosphor, Schriftenreihe der FAL 57, 2005. In der Zusammenfassung heisst es:“…Zwischen 1980 und 2002 hat der Überschuss um 38’000 t N abgenommen, was insbesondere auf die geringeren Futtermittelimporte, die Abnahme bei der atmosphärischen N-Deposition sowie den verminderten Mineraldüngereinsatz zurückzuführen ist. Seit 1997 konnte jedoch keine Abnahme mehr verzeichnet werden. Daher dürfte das Ziel einer Verminderung des N-Überschusses um 43’000 t N zwischen 1990-92 und 2005 kaum erreicht werden; die Reduktion beträgt bis 2004 lediglich etwa 16’000 t N…“. Seither hat der Import von Futtermitteln kräftig zugelegt, siehe Agrarbericht 2010, Seite 69. Heidi hat im Artikel Das Nullsummenspiel geschrieben, dass es mit dem Stickstoff- und Phosphor-Austrag aus der Landwirtschaft nicht zum Besten steht und hingewiesen auf den Bericht „Ökologie und Landwirtschaft vom 08.08.2008“, Zustand wichtiger Umweltbereiche und Weiterentwicklung der agrarpolitischen Massnahmen, mit Anhang, der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz, Arbeitsgruppe Ökologie und Landwirtschaft.

Heidis treue Leserinnen und Leser erinnern sich an Jubiläum Rheinschutz: Feiern! Umsetzen? Dort hat sie am Schluss geschrieben: „…So gibt es denn viele Ämter, viele Gesetzte, viele Vorschriften, viele Organisationen, viele Pläne, viele Reden, viele Feiern … aber an der Umsetzung hapert es oft!“ Wer Heidis Blog liest, weiss wovon sie spricht. Siehe auch Grundwasser: wichtigste Trinkwasserquelle, Ammoniak-Emissionen reduzieren und Gewässerschutz: Gesetz ohne Zähne?

12.1.11    HOME


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