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Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind Futterpflanzen für viele Insekten – Wieso also bekämpfen?

29. Juni 2022
Insekten lieben das Jakobskreuzkraut. Für sie ist es nicht giftig.

Insekten lieben das Jakobskreuzkraut. Für sie ist es nicht giftig.

Walti hat Heidi darauf aufmerksam gemacht, dass die Insekten auf ihren Ringelblumen (siehe Die Ringelblume hat viele Liebhaber) keine Käfer ist, sondern Grüne Distelwanzen. Bei dieser Gelegenheit hat er Heidi ein Foto von einem Jakobskreuzkraut mit Biene und Schmetterling geschickt sowie von einer Weide mit vielen Kreuzkräutern und dem Hinweis: „Alle Jahre wieder, müsste bekämpft werden, die Samen werden mit dem Wind überall hin vertragen!!“

Diese Jakobskreuzkräuter müssten bekämpft werden.

Das Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind in ungepflegten Wiesen und Weiden ein Problem, denn sie sind für die Nutztiere giftig. Zwar meiden die Tiere die Pflanzen weil sie bitter sind, aber im Heu und Silo sind sie immer noch giftig und die Tiere können an Leberkrebs erkranken.

Wenn Bienen fleissig giftige Kreuzkräuter besuchen, gelangen Pyrrolizidinalkaloiden in den Honig. Der Übergang von Pyrrolizidinalkaloiden in den Nektar und mit diesem in Honig wurde nachgewiesen. Untersuchungen ergaben eine geringere Belastung bei deutschen Honigen. In 50% der untersuchten Fälle lag die Belastung jedoch bei 250 µg/kg Honig. Noch kritischer ist dies bei Honigen aus Übersee. Nicht alles Natürliche ist also gesund!

So bekämpfen Sie die Kreuzkräuter nachhaltig

PaturaALPINA ist ein Verbundprojekt zum Thema „Problempflanzen auf Alpen“ zwischen Agridea, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Agroscope und dem Büro Alpe. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) wird das praktische und theoretische Wissen im Umgang mit Problempflanzen im Sömmerungsgebiet aufgearbeitet und digitalisiert. Die Inhalte werden auf der Website, in Kurzfilmen auf youtube und dem Agridea-App verbreitet und aktualisiert.

Was sagt PaturaALPINA über das Alpenkreuzkraut?

Das Alpenkreuzkraut kommt häufig auf nährstoffreichen Viehlägerplätzen oder an feuchten Standorten auf Alpweiden vor. Dort gilt es vor allem wegen seiner „Giftigkeit“ als Problempflanze. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Alpenkreuzkraut auf Alpweiden zu regulieren. Im Video wird anschaulich erklärt wie man das macht.

Video zur Regulierung des Alpenkreuzkrauts

Das sagt Fritz Fässler, Bewirtschafter Alp Hessisbohl Oberloch im Hoch-Ybrig SZ.

Das sagt Fritz Fässler, Bewirtschafter der Alp Hessisbohl Oberloch im Hoch-Ybrig SZ. Bild aus dem Video.

Jakobskreuzkraut, Wikipedia

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpen

Jakobskreuzkraut oder Arnika?

Die Blüten des Jakobskreuzkrautes und der Arnika sind ähnlich, so dass man sie verwechseln könnte. Hingegen sind die Blätter der beiden Pflanzen sehr verschieden und der Wuchs auch. Der drüsenhaarige Stängel der Arnika ist einfach oder höchstens wenigästig verzweigt und besitzt meist ein bis zwei, selten drei gegenständige Paare Laubblätter. Beim Jakobskreuzkraut entwickelt sich im zweiten Jahr eine oft dunkelrot überlaufene, aufrechte Sprossachse (Stängel) mit Blütenständen. Bei den leierförmig fiederteiligen Laubblättern sind die unregelmässigen und stumpf gezähnten Abschnitte zum Ende hin verbreitert; an ihrer Basis weisen sie Öhrchen auf.

Das erste Foto in diesem Beitrag stammt von der gleichen Pflanze wie das folgende Foto von der ganzen Pflanze. Hier sieht man klar, dass es keine Arnika ist. Auf beiden Fotos ist das Jakobskreuzkraut zu sehen.

Alpenkreuzkraut.

Alpenkreuzkraut.

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Wie moderne Lebensmittel ihre Nährstoffe zurückgewinnen können

7. Mai 2022
Heidis Spinat

Heidis Spinat

Rachel Lovell schrieb für BBC einen aufschlussreichen Beitrag über unser Ernährungssystem: How modern food can regain its nutrients. Heidi hat daraus ein paar Abschnitte mithilfe von DeepL übersetzt. Wenn Sie Zeit haben, lesen Sie den ganzen wichtigen Beitrag auf Englisch.

Die Grundnahrungsmittel im Supermarkt sind grösser, saftiger und attraktiver geworden. Aber ihr Nährstoffgehalt hat damit nicht Schritt gehalten. Um die gesündesten Lebensmittel anzubauen, müssen wir erst einmal verstehen, was wir in sie hineinstecken.

Geringerer Nährwert seit 1950

Der Nährwert einiger beliebter Gemüsesorten, von Spargel bis Spinat, ist seit 1950 erheblich gesunken. Eine US-Studie aus dem Jahr 2004 ergab, dass der Gehalt an wichtigen Nährstoffen in einigen Gartenkulturen um bis zu 38% niedriger ist als noch Mitte des 20. Jahrhundert. Im Durchschnitt der 43 untersuchten Gemüsearten sank der Kalziumgehalt um 16%, der Eisengehalt um 15% und der Phosphorgehalt um 9%. Bei den Vitaminen Riboflavin und Ascorbinsäure war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, während der Proteingehalt leicht zurückging. Ähnliche Rückgänge wurden auch bei den Nährstoffen in Weizen beobachtet. Was ist passiert?

Während die Grüne Revolution dazu beitrug, den Hunger in der Welt zu bekämpfen, haben wir es heute mit einem globalen Lebensmittelsystem zu tun, das in einigen Fällen darauf ausgelegt ist, Kalorien und kosmetische Perfektion zu liefern, aber nicht unbedingt Nährstoffe. Dies trägt zu einem Phänomen bei, das als „versteckter Hunger“ bekannt ist: Die Menschen fühlen sich satt, sind aber möglicherweise nicht gesund, weil ihr Essen viele Kalorien, aber wenig Nährstoffe enthält. Es mag zunächst widersinnig klingen, aber übergewichtige Menschen können einen Nährstoffmangel aufweisen. Kann man also die Nährstoffqualität unserer Lebensmittel wiederherstellen?

Bodengesundheit fördern

Forschungsresultate deuten darauf hin, dass je mehr Pilze und Mikroben im Boden aktiv sind, desto besser können die Nährstoffe in die Pflanzen und in unsere Lebensmittel gelangen. Mit anderen Worten: Ein Boden, in dem es von Pilzen und Bakterien nur so wimmelt, ist besser in der Lage, Nährstoffe in eine Form aufzuspalten, welche die Pflanzen leichter aufnehmen können.

Der Einfluss von Mykorrhizapilzen ist so gross, dass er kommerziell genutzt wird, um die Produktivität von Pflanzen zu verbessern. Wenn dieses kommerziell hergestellte Pulver zur Beschichtung von Wurzeln oder Saatgut verwendet wird, haben die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Ernteerträge einige Landwirte dazu veranlasst, diese bemerkenswerten Pilze künstlichen Agrochemikalien vorzuziehen.

Der US-amerikanische Landwirt Cory Atley bewirtschaftet 8’000 Hektar Mais- und Sojabohnenanbaufläche in Ohio und hat den Einsatz von Inokulanzien getestet: „Wir versuchen wirklich, uns auf die Bodengesundheit zu konzentrieren, und wenn man den Aspekt der Bodengesundheit in den Griff bekommt, wird sich das auf die Pflanzengesundheit auswirken. Wir verwenden immer noch synthetischen Dünger, aber immer weniger, etwa 25% weniger. Wir versuchen, mehr von dem aufzubrechen, was bereits in unserem Boden vorhanden ist, anstatt dem Boden ständig mehr hinzuzufügen.“

Landwirte für Nährstoffertrag bezahlen

Was wir brauchen, ist ein Lebensmittelproduktionssystem, das den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln überwacht und allgemein vergleichbar macht, und ein Handelsmodell, das den Nährstoffgehalt über alles andere stellt. „Die Landwirte müssen für den tatsächlichen Nährstoffertrag bezahlt werden, nicht nur für die Masse der Produkte. Das derzeitige Modell, bei dem pro Tonne Getreide bezahlt wird, ist aus Sicht der menschlichen Gesundheit nicht sinnvoll“, sagt McGrath, Professor für Boden- und Pflanzenwissenschaften bei Rothamsted Research in England.

Der Beitrag schliesst mit dem Hinweis, dass Zusammenhänge zwischen Ernährung und Landwirtschaft komplex sind und vieles noch nicht vollständig verstanden ist. Es brauche noch mehr Forschung. Aber angesichts von mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit, die von Mikronährstoffmangel betroffen sind, könnte die Verfolgung der Spur der Nährstoffe sehr viel Gutes bewirken.

Weitere Verluste in der Lebensmittelindustrie

Heidi meint: „Zusätzlich zu diesem Verlust gehen bei der Herstellung von verarbeiten Lebensmittel weitere Nährstoffe verloren, z.B. Backwaren. Heidi kauft Getreidekörner und mahlt sie unmittelbar vor dem Brotbacken. Solches Brot ist aromatischer und nährstoffreicher. Wenn die nährstoffreichen Keimlinge in einer industriellen Mühle auch vermahlen würden, dann wäre das Mehl nicht lange haltbar.“

Mykorrhiza in der Schweiz

Etwa 80% aller Landpflanzen können mit arbuskulären Mykorrhiza-Pilzen in Symbiose leben und so z.B.  ihre Versorgung mit Phosphor sichern. Das ist besonders wichtig, da weltweit die Phosphorvorräte am Versiegen sind.

Im Schweizer Biolandbau sind Mkorrhiza längst ein Thema, genauso wie die Bodengesundheit. Das ist wichtig, da keine Mineraldünger eingesetzt werden dürfen. Auf der Hilfsmittelliste 2022 für den biologischen Landbau in der Schweiz sind drei Mykorrhiza-Produkte aufgeführt.

Ein Anwendungsbeispiel zeigt das Forschungsinstitut für Biologischen Anbau (FiBL): Vielerorts sind Hochstammobstbäume im besten Ertragsalter mit abgestorbenen Ästen und Trieben, wenig Zuwachs oder abgehende Bäume anzutreffen. Die Ursachen sind vielfältig. Eine oberflächliche Düngung ist für Bäume oft wenig zielführend. 2018 wurden in einem Versuch mit einem Bodenrevitalisierungsgerät spezifische Mykorrhiza-Pilzsporen und Bakterienstämme zugeführt, kombiniert mit einer physikalischen Bodenlockerung durch Einpumpen von Luft in den Wurzelraum der Bäume. Mit der Erhöhung der Artenvielfalt an Mykorrhizen und Bakterien, welche sich gegenseitig positiv beeinflussen, soll die Nährstoffverfügbarkeit erhöht und das Wurzelwachstum verbessert werden.

Andermatt Biocontrol, der Schweizer Pionier im biologischen Pflanzenschutz, schreibt über die Wirkungsweise von Lalrise Max, einem Produkt, das keimfähige Sporen von Arbuskulären Mykorrhiza-Pilzen enthält: Mykorrhiza-Pilze (Glomus intraradices) gehen mit der Pflanzenwurzel eine symbiotische Beziehung ein. Dies ermöglicht eine bessere Erschliessung der Nährstoffe und des Wassers im Boden und beeinflusst die Bodenstruktur. Der positive Einfluss auf das Pflanzenwachstum ist vor allem bei mehrjährigen Kulturen sichtbar. Die stressbedingte Schwächung von Kulturpflanzen an Extremstandorten kann deutlich reduziert werden.

Schweizerischen Sammlung von Mykorrhizapilzen

Das Interesse an diesen Pilzen hat von Seiten der Forschung sowie der Industrie und der Öffentlichkeit in den letzten Jahren stark zugenommen. Aus diesem Grund ist die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope am Aufbau einer schweizerischen Sammlung von Mykorrhizapilzen, um Anwender, Produzenten und Forscher mit verschiedensten Mykorrhizapilzen bedienen zu können.

Das Agroscope-Service-Center für Mykorrhizapilze bietet eine Reihe von Dienstleistungen an:

  1. Bestimmung der Mykorrhiza-Arten und der Sporendichten
  2. Qualitätskontrolle von kommerziellem Mykorrhiza-Inokulum
  3. Bestimmung des Wurzelbesiedlungsgrads und des Infektionspotentials der Kulturpflanzen mit Mykorrhizapilzen.
  4. Verkauf von Mykorrhizainokulur

Die landwirtschaftliche Beratungszentrale Agridea hat ein Merkblatt über Mykorrhiza herausgegeben: Bauer sucht Pilz – Eine fruchtbare Beziehung. Die Bedeutung der Mykorrhizapilze für die Landwirtschaft verstehen – Massnahmen zur Förderung kennenlernen.

HobbygärtnerInnen setzen ebenfalls Mykorrhiza-Pilze ein.

Mykorrhiza in Deutschland und Österreich

Auch in Deutschland und Österreich werden Mykorrhizapilze erforscht. Die Resultate sind erfolgversprechend. Ein Beispiel: 2014 konnten Wissenschaftler der Universität für Bodenkunde Wien (BOKU) eher per Zufall einen Zusammenhang zwischen dem Befall von Blattläusen und dem Vorhandensein von Regenwürmern nachweisen. Blattläuse stehen demnach in funktioneller Beziehung zu Regenwürmern im Boden. Die Forscher sehen dabei auch einen Zusammenhang mit den Mykorrhizapilzen, wobei die Pflanze als eine Art Vermittler zwischen der Ober- und Unterwelt fungiert.

How modern food can regain its nutrients. Rachel Lovell, BBC

Die Geschichte vom aromatischen Brot. Heidis Mist 26.5.21

Landwirtschaft mit der Natur. Regenerative Landwirtschaft Diese Bauern produzieren ohne Pestizide. Netz Natur vom 10.12.20

Baumrevitalisierung mit Mykorrhizapilzen und Bakterien. BIOaktuell 24.6.19

Soziales Netzwerk im Boden. Medienmitteilung Agroscope 3.12.9

Schweizerische Sammlung für Arbuskuläre Mykorrhizapilze (SAF). Agroscope

Faszination Regenwurm. Bodenfruchtbarkeitsfonds

Symbiose sorgt für Phosphor – Ein Pilz wirft pflanzliche Protonenpumpe an. Pflanzenforschung.de 4.6.14

Frühling ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ?

Dear Scientist and Friend in Kyiv. While the war continues in your country, the first daffodils are blooming in some places here. There are meadows full of gentian and daffodils. I wish you peace. Heidi

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Witz der Woche: Coop will Schweizer Bio-Zucker fördern

11. November 2021
Titelbild New Scientist vom 30.10.21

Titelbild New Scientist vom 30.10.21

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst hat es schon am 9.11.21 gemeldet: „Coop unterstützt zusammen mit Bio Suisse und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) den Anbau von Bio-Zuckerrüben in der Schweiz. Der gesamte Zucker wird für Joghurt sowie vegane Alternativen verwendet.

Ziel des Projekts ist es, die Ertragsmenge von Bio-Zuckerrüben bis 2023 auf rund 12’000 Tonnen zu erhöhen und den Bio-Ackerbau zu diversifizieren, schreibt Coop in einer Medienmitteilung. In Naturaplan-Joghurt und veganen Alternativen ersetzt der Zucker aus dem Projekt nun den Bio-Rohrzucker. Coop bietet als einziger Detailhändler Produkte aus Schweizer Bio-Rübenzucker an.“

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass in verarbeiteten Lebensmitteln, besonders in der Schweiz, zu viel Zucker drin ist. Das ist ungesund! Hingegen werden viele gesunde Lebensmittel nicht in der Schweiz produziert, da die landwirtschaftliche Nutzfläche zu klein ist und auch laufend abnimmt. Aber eben: Die Bios tanzen nach der Pfeife der Grossverteiler. Das Wort „Gesundheit“ existiert in der Schweizer Agrarpolitik sowieso nicht.

Veganismus wird in der Regel mit gesunder Ernährung gleichgesetzt, aber die heutigen fabrikmässig hergestellten Speck-, Wurst- und Burgerimitate könnten den Heiligenschein einer pflanzlichen Ernährung trüben. New Scientist ging der Frage nach, siehe Link. Auch stecken in vielen Produkten grosse Zuckermengen.

Coop will Schweizer Bio-Zucker fördern. LID vom 9.11.21

Are vegan meat alternatives putting our health on the line? New Scientist 27.10.21 Auf Wunsch verschickt Heidi diesen aufschlussreichen Artikel als PDF.

11.11.21 HOME

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Kennen Sie die IG Bio?

11. April 2021
Das sind die Mitglieder der IG BIO. Noch nicht aufgeführt auf der Mitgliederliste sind neue: Schweizer Zucker AG, Spécial T. by Nestlé, Chocolat Schönenberger AG

Das sind die Mitglieder der IG BIO. Noch nicht aufgeführt auf der Mitgliederliste sind neue: Schweizer Zucker AG, Spécial T. by Nestlé, Chocolat Schönenberger AG

Die IG Bio beschreibt auf ihrer Homepage ihre Aufgabe wie folgt: „Die IG BIO repräsentiert und vertritt branchenübergreifend die Interessen der Unternehmer in der Schweizer BIO-Wertschöpfungskette – ab der Primärproduktion bis zur Herstellung und Abgabe des BIO-Lebensmittel.

Die IG BIO wurde am 19. Mai 2015 gegründet. Die Gründung erfolgte auf Aufruf der schweizerischen Zertifizierungsstellen, von Vertretern des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und des Lebensmittelvollzugs sowie der BIO-Labelgeber.

Das erste, kurzfristige Arbeitsziel der IG BIO ist die Erarbeitung einer rechtssicheren und pragmatischen Lösung in Bezug auf Rückstandsfunde in BIO-Lebensmitteln, insbesondere durch die Ausarbeitung einer Leitlinie zur guten Verfahrenspraxis.“

Kurz zusammengefasst: Ursprung der Gründung der IG Bio sind die Pestizid-Abdrift-Problematik und Phosphin* bei der Lagerung.

*Weitere Informationen siehe Kontamination von Biogetreide
mit Phosphin,  Schlussbericht Sarah Bögli, Regula Bickel, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) vom 26.10.18.

Anlässlich der Generalversammlung vom 30.8.20 feierte die IG Bio ihr 5-Jahr-Jubiläum und diskutierte mit Urs Niggli, ex-Direktor Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) „Vision Bioland Schweiz 2030″. Im Bericht heisst es: „Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Anteil von Bio von derzeit 10% noch gehörig gesteigert werden kann. Dies wäre für eine nachhaltige und gesunde Ernährung der Schweizer Bevölkerung auch dringend erforderlich, aber nur dann umsetzbar, wenn Behörden, Produzenten, Verarbeiter und Handel dieses Ziel vordringlich und gemeinsam verfolgen. Dafür wird die IG BIO sich auch in Zukunft einsetzen.“

Folgen den Worten auch Taten? Nein! Sowohl der Vorstand von Bio Suisse, der an der GV der IG Bio mit Urs Brändli vertreten war, wie auch die IG Bio lehnen die Trinkwasserinitiative ab, die IG Bio sagt gar 2x NEIN zu den Pestizidinitiativen. Die Delegierten von Bio Suisse haben bereits in der letzten Delegiertenversammlung JA zur Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide gesagt, am 14.4.21 werden sie entscheiden, ob sie dem NEIN ihres Vorstands zur Trinkwasserinitiative folgen sollen oder sich doch lieber für mehr Ökologie im Biolandbau einsetzen wollen mit einem zweiten JA. Es ist zu hoffen!

IG Bio ist nicht allein an der Effingerstrasse 6a

Weitere Organisationen an der gleichen Adresse, eine Häufung also von Inderessenvertretern:

Umwelt- und gesundheitsschonende Produktion nicht erwünscht

Wenn man die Liste der Mitglieder der IG BIO und der an der gleichen Adresse zu findenden Organisation studiert, erstaunt es nicht, dass diese Käufer und Verarbeiter von Bioprodukten gegen die beiden Volksinitiativen sind. Sie wollen ihre Privilegien behalten mit folgenden Auswirkungen:

  • Weiterhin hohe Tierbestände: lieber tierische Produkte wie Käse, antibiotikafreie Bio-Milch usw. in alle Welt exportieren und dafür Bio-Gemüse, -Früchte usw. billiger importieren als nachhaltig in der Schweiz produzieren.
  • Weiterhin Menschen, Meere, Tierwelt und Ökosysteme durch lange Transportwege schädigen statt Pflanzenproduktion in der Region und saisonalen Konsum fördern und verkaufen ohne riesige Umwege von „regionalen Produkten“ über Zentralen.
  • Weiterhin Moore, Wälder, Schutzwälder, Naturschutzgebiete, vielfältige Wiesen und unsere Gesundheit mit Ammoniak-Emissionen schädigen.
  • Weiterhin Klimaerwärmung fördern.
  • Weiterhin das Grundwasser mit Nitrat füttern.
  • Weiterhin Gülle- und Misttransporte über lange Strecken, auch ins Ausland mit Subventionen stützen oder gar zahlen (Sempachersee & Co.).
  • Weiterhin den prophylaktischer Antibiotikaeinsatz bei Nutztiere mit dem Rezept des Tierarztes, der daran gut verdient, zulassen und dadurch die Resistenzbildung auch von Reserveantibiotika fördern.
  • Weiterhin viele langlebige antibiotikaresistenten Keime über die Gülle auf Wiesen und Felder bringen.
  • Weiterhin Neonicotinoide in Gewächshäusern spritzen lassen.
  • Weiterhin Rückstände von Pestiziden im Wasser, im Boden, natürlichen Ökosystemen, in Esswaren tolerieren.
  • Weiterhin Pestizide verspritzen ohne Kontrolle.
  • Weiterhin in vielen Bächen und Bächlein Pestizidkonzentrationen weit über dem Höchstwert messen – wir zahlen!
  • Weiterhin töten oder schädigen von Lebewesen, von Nützlingen, nicht nur von Schädlingen.
  • Weiterhin Gefährdung unserer Gesundheit durch toxische Stoffe.
  • In Zukunft zahlen wir SteuerzahlerInnen für teure Trinkwasseraufbereitungsanlagen – wir!
  • Weiterhin …
  • Weiterhin (fast) wie bisher!

Heidi meint: „Meine Herren und Damen, so darf es nicht weitergehen! Wo die Politik versagt, da müssen WIR handeln: 2x JA!

11.4.21 HOME

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Vortrag 15.10.20 in Chur: „Eine Schweiz ohne synthetische Pestizide – Vision oder Fiktion?

13. Oktober 2020

Im Rahmen der Vortragsreihe Synthetische Pestizid – Fluch oder Segen?  findet am Donnerstag, 15. Oktober 2020, in Chur im Forum Würth die Veranstaltung „Eine Schweiz ohne synthetische Pestizide – Vision oder Fiktion?“ statt.

Martin Ott

Martin Ott

„Was für Produzenten und Agroindustrie gut ist, ist schlecht für KonsumentInnen und Umwelt: Synthetische Pestizide. Sie werden entwickelt und angewendet, um die Natur zu beherrschen und unerwünschte Lebewesen zu bekämpfen und sind auf Sieg und Vernichtung angelegt. Martin Ott fragt nach der Berechtigung des Menschen, kriegerisch in der Natur wirksam zu sein, und betont die Bedeutsamkeit der anstehenden Abstimmungen. Die Schweiz hat als einziges Land der Welt die Möglichkeit, über den Umgang mit der Natur abzustimmen. Der Gewinn der Abstimmung würde darum eine viel grössere Wirkung auf die Weltgemeinschaft haben als nur das Verbot von synthetischen Pestiziden in der Schweiz.“

Referent: Martin Ott, Stiftungsratspräsident Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL)

Podiumsgast: Christof Dietler, Dipl. Ing. agr. ETH, Geschäftsführer IG Agrarstandort Schweiz (IGAS), Agrarpolitiker

Moderation: Mathias Forster, Geschäftsführer und Stiftungsrat Bio-Stiftung Schweiz

Adresse
Forum Würth
Aspermontstrasse 1
7000 Chur

downloadAnfahrtsbeschreibung PDF >

Synthetische Pestizide: 7 Veranstaltungen und 1 Buch, Heidis Mist vom 28.8.20

13.10.20 HOME

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Unverantwortlich: Lernende spritzt Duplosan KV-Combi ohne Schutzhandschuhe und -brille

19. Juni 2020

In der Rubrik "Was die Lernende diese Woche erlebt hat" schildert Mirjam Schnider in der Bauernzeitung vom 19.6.20 wie sie auf einer Alp Blacken und Germer mit Duplosan KV-Combi bekämpft hat. Walter K. hat Heidi diesen Artikel zugestellt.

In der Rubrik „Was die Lernende diese Woche erlebt hat“ schildert Mirjam Schnider in der Bauernzeitung vom 19.6.20 wie sie auf einer Alp Blacken und Germer mit Duplosan KV-Combi bekämpft hat. Walter K. hat Heidi diesen Artikel zugestellt.

Diplosan KV-Combi ist für die Bekämpfung von Disteln, giftigen Kreuzkräutern und Germer zugelassen und hat eine Teilwirkung gegen Blacken (Rumex-Arten). Für die Einzelstockbekämpfung mit einer 1%-igen Lösung wie sie Mirjam Schnider betrieben hat, bestehen folgende Gefahrenkennzeichnungen:

  1. Nachfolgearbeiten in behandelten Kulturen: bis 48 Stunden nach Ausbringung des Mittels Schutzhandschuhe + Schutzanzug tragen.
  2. Beweidung oder Schnitt (Grünfutter oder Konservierung) frühestens 3 Wochen nach der Behandlung. Ausnahme: Für nicht laktierende Tiere beträgt die Wartefrist 2 Wochen.
  3. Ansetzen des Mittels: Schutzhandschuhe + Schutzanzug + Schutzbrille oder Visier tragen. Ausbringen des Mittels: Schutzhandschuhe + Schutzbrille oder Visier tragen.

Schnider beschrieb nicht wie sie das Mittel angesetzt hatte, ob mit oder ohne die erforderlichen Schutzmassnahmen wie Schutzanzug. Das Foto zeigt, auch wenn es etwas unscharf ist (siehe Nachtrag vom 20.6.20), dass sie beim Spritzen keine Schutzhandschuhe und -brille trug. Es ist die Aufgabe des Lehrmeisters, die Lernende zu instruieren, sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen und die Massnahmen zu ihrem Schutze zu treffen. Die Gesundheit von Mirjam Schnider wird bei dieser Herbizid-Spritzaktion fahrlässig aufs Spiel gesetzt.

Weidetiere (und Wildtiere!) meiden zwar giftige Pflanzen wie den Germer, aber wenn diese welken, dann erkennen sie die Giftpflanzen nicht mehr. So schreibt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vor, dass die Flächen nach Herbizidbehandlung erst nach vollständigem Absterben und Verfaulen der Pflanzen beweidet werden dürfen.

Duplosan KV-Combi, Pflanzenschutzmittelverzeichnis Bundesamt für Landwirtschaft, Stand 19.6.20. Der "Name des sensibilisierenden Stoffes" ist nicht vermerkt. "Wieso?", frägt sich Heidi.

Duplosan KV-Combi, Pflanzenschutzmittelverzeichnis Bundesamt für Landwirtschaft, Stand 19.6.20. Der „Name des sensibilisierenden Stoffes“ ist nicht vermerkt. „Wieso?“, frägt sich Heidi.

Man verweist auf Gesetze, Vorschriften, Kontrollen … doch in der Praxis sieht vieles anders aus.

Wann kommt das Herbizid-Verbot für Alpen?

Heidis Frage: „Ist dieser Lehrmeister ausreichend ausgebildet für die Ausbildung von Lernenden? Überhaupt, wäre es nicht endlich an der Zeit, die Herbizidspritzerei auf Alpen zu verbieten, zum Schutze der Wildtiere, des Bergwassers, der Umwelt, der Spritzenden? Denn es geht auch ohne!“

„Ein Kurs des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL) zeigte auf, wie Problempflanzen auf Alpen bekämpft werden können. Natürlich ohne Gift. Denn die immer öfter angewandte Chemiekeule ist weder von dauerhafter Wirkung, noch passt sie zur Naturvielfalt der Alpweiden.“

Problempflanzen auf Alpen

PaturaALPINA informiert über die Bekämpfung von Problempflanzen. So ist etwa zu lesen: „Da ein Germeraufkommen hauptsächlich aufgrund von Unternutzung, zu später Nutzung und / oder unregelmässiger Nutzung auftritt, ist eine rein chemische Regulierung ohne Bewirtschaftungsanpassungen nicht empfehlenswert. Um das Problem der Germerausbreitung an der Wurzel anzupacken, ist eine chemische Regulierung nur in Kombination mit Bewirtschaftungsanpassungen zu empfehlen.“

DigiPlanAlp ist ein Verbundprojekt zum Thema „Problempflanzen auf Alpen“ zwischen Agridea, FiBL, Agroscope und dem Büro Alpe. Im Auftrag des BLW’s wird das bestehende praktische und theoretische Wissen im Umgang mit Problempflanzen im Sömmerungsgebiet aufgearbeitet und digitalisiert. Die Inhalte werden auf dieser Website, in Kurzfilmen auf youtube und dem Agridea-App verbreitet und aktualisiert.

Nachtrag vom 20.6.20: Walter K. hat Heidi auf Anfrage eine besseres Foto geschickt. Darauf ist klar erkenntlich, dass Mirjam Schnider keine Handschuhe trägt, auch keine durchsichtigen.

PaturaALPINA

Bekämpfung des Weissen Germers, Bioaktuell vom 15.4.20

Empfehlungen zum Pflanzenbau und Pflanzenschutz, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, 23.3.20

Heidis 28 Artikel über Herbizide auf Alpen

19.6.20 HOME

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Herbizide: Buntes Treiben auf der Alp

25. April 2020

Herbizideinsatz am 24.4.20 auf einer Alp. Copyright: Mario Z.

Herbizideinsatz am 24.4.20 auf einer Alp. Copyright: Mario Z.

Das schöne Wetter lockt nicht nur die Städter aufs Land, sondern auch die Älpler auf die Alp. Los geht’s mit der Spritze von einem Kraut zum andern, oft genug nicht sachgemäss. Die Ursache von Problemunkräutern sind in der Regel mangelnde Weidepflege und nicht standortgerechte Bewirtschaftung.

DigiPlanAlp: Hilfe von Fachleuten

DigiPlanAlp ist ein Verbundprojekt zum Thema „Problempflanzen auf Alpen“ von Agridea, Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL), Agroscope und dem Büro Alpe. Im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft wird das bestehende praktische und theoretische Wissen im Umgang mit Problempflanzen im Sömmerungsgebiet aufgearbeitet und digitalisiert. Partner ist auch die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF).

Die Inhalte werden auf DigiPlanAlp, in Kurzfilmen auf youtube und dem Agridea-App verbreitet und aktualisiert.

Copyright: Mario Z.

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DigiPlanAlp

Futterflächen sind keine Freizeitpärke. LID vom 20.4.20

25.4.20 HOME

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Heidis Kabinett der Absurditäten – Kuh-Kolostrum gegen Corona?

31. März 2020

Kuh-Collostrum von SwissBioColostrum AG im chinesischen JD-Onlineshop.

Kuh-Collostrum von SwissBioColostrum AG im chinesischen JD-Onlineshop.

Mehr als zwei Jahre sind es her seit Heidi ihr Kabinett der Absurditäten gründete. Vieles hätte darin Platz. Vorgesehen war damals u.a. Kuh-, Ziegen- und Schaf-Kolostrum, welche von Alpin Cabin in einem Onlineshop für den chinesischen Markt angeboten werden. Heute sind Schweizer Produkte von Alpine Cabin auf verschiedenen chinesischen Plattformen zu finden. Die Vernehmlassung der Gewässerschutzverordnung mit den damals vorgeschlagenen hohen Anforderungswerten für Pestizide in Oberflächengewässern kam dazwischen und absorbierte viel Zeit. Danach ging das Kabinett in Vergessenheit

Die Kolostrum-Produkte werden von der SwissBioColostrum AG in Cham produziert und sind Bio Knospe zertifiziert. Im Jahre 2014 erhielt die Firma den Grand Prix Bio Suisse 2014, Preisgeld 10‘000 Franken, „als Anerkennung für die Förderung eines vergessenen Naturheilmittels“. Kolostrum wird gerne als gesunde Nahrungsergänzung für Menschen angepriesen, jedoch sind aus gutem Grund Werbeaussagen zur besonderen Wirkung von Kolostrum in der Europäischen Union nicht statthaft (Wikipedia).

Verkauf in China boomt dank Corona-Virus

Die Alpine Cabin Trading AG schreibt auf linkedin: „Unerwartet für Alpine Cabin hat die Epidemie zu einem starken Anstieg der Nachfrage nach unseren Quradea-Colostrum-Produkten geführt. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des letzten Jahres stieg der Umsatz um das Vierfache! Und es wären noch mehr Einheiten verkauft worden, aber leider hat die enorme Nachfrage unser Lager geleert … Lieferungen aus der Schweiz sind derzeit nicht möglich.“

Kolostrum gehört dem Kalb!

Die SwissBioColostrum AG schrieb 2018 auf der Homepage: „… Trinkt ein Kalb nach der Geburt 2-3 Liter Colostrum, so können noch immer 5-8 Liter der ersten zwei Melkungen mit bestem Gewissen für weiteren Gebrauch abgezweigt werden.“ Diese Aussage bestätigte die SwissBioColostrum AG in ihrem Mail vom 8.1.18 und sie ist auch in der Dokumentation Colostrum – Einsatz und Wirkung der SwissBioColostrum AG zu finden (heruntergeladen am 30.3.20)

Der Tierarzt Christoph Notz vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL schrieb im Artikel Kälberdurchfall: Früh erkennen und sofort handeln, Bioaktuell 9/2015: «Je mehr (Kolostrum), desto besser.» Genauso lauten alle übrigen Empfehlungen, die Heidi im In- und Ausland gefunden hat. Als untere Grenze wird meist 4,5 Liter angegeben. Die UFA-Beratung schreibt: „Empfohlen werden mindestens 10% des Körpergewichtes innert der ersten zwölf Lebensstunden. Bei 45 kg Lebendgewicht sind dies schon 4,5 l. Mit einem Kolostrometer kann die Biestmilch auf den Abwehrstoffgehalt überprüft werden. Stimmt die Qualität bei einem Tier nicht, sollte das betroffene Kalb mit eingefrorenem Kolostrum von einer anderen Kuh mit genügend Abwehrstoffen getränkt werden.“

Vorbeugen ist besser als heilen!

Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG), Factsheet Antibiotikaresistenzen

Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG), Factsheet Antibiotikaresistenzen

Wenn ein Kalb zu wenig Kolostrum erhält, besteht die Gefahr, dass es krank wird und Antibiotika eingesetzt werden müssen, was Resistenzen fördert. Die Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) des Bundes hat zum Ziel, die Wirksamkeit von Antibiotika für Mensch und Tier langfristig zu erhalten. Ein zentraler Ansatz dazu ist, Vorkehrungen zu treffen, um Krankheiten zu verhindern.

Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin ist zwar rückläufig, aber es werden immer noch Reserveantibiotika eingesetzt, die gemäss Experten der Humanmedizin vorbehalten werden sollten – als letzte Hoffnung zum Retten von Menschenleben. Und Antibiotika dürfen immer noch prophylaktisch eingesetzt werden, ausser im Biolandbau; es braucht lediglich die Unterschrift des Tierarztes!

Antibiotikaresistenzen entstehen in der Veterinär- und Humanmedizin. Sie verlängern die Behandlung von bakteriellen Infektionen oder verunmöglichen sie sogar. 2015 erkrankten in der Schweiz über 7’000 Personen an resistenten Keimen, 276 Person starben und die mit der Krankheit gelebte und durch vorzeitigen Tod verlorene Lebenszeit (disability-adjusted life years/DALY) betrug über 7’000 Jahre.

Für den Menschen besteht kein wissenschaftlich nachgewiesener Nutzen von Kolostrum. Glauben macht seelig, kann tödlich sein und wirkt manchmal durch den Placebo-Effekt!

Kuh-Colostrum im JD-Onlineshop: Schauen Sie sich auch das Video an!

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Onlineshop „Alpine Cabin“ mit weiteren Schweizer Markenprodukten

Alpine Cabin

Strategie Antibiotikaresistenzen im Veterinärbereich (StAR)

ZOBA – Zentrum für Zoonosen, bakterielle Tierkrankheiten und Antibiotikaresistenz

Schweizerische Zentrum für Antibiotikaresistenzen (Anresis)

Attributable deaths and disability-adjusted life-years caused by infections with antibiotic-resistant bacteria in Switzerland. The Lancet, Januar 2019

Federal Office of Public Health and Federal Food Safety and Veterinary Office. Swiss Antibiotic Resistance Report 2018. Usage of Antibiotics and Occurrence of Antibiotic Resistance in Bacteria from Humans and Animals in Switzerland. November 2018. FOPH publication number: 2018-OEG-87.

Heidis Kabinett der Absurditäten – Welthandel tötet Palmen an der Côte d’Azur. Heidis Mist vom 27.1.18

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Sonderpublikation zu synthetischen Pestiziden

12. Dezember 2019

Magazin 2/2019 Bodenfruchtbarkeitsfonds, Seite 22. Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Magazin 2/2019 Bodenfruchtbarkeitsfonds, Seite 22. Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Magazin Bodenfruchtbarkeitsfonds 2/2019: „Niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte wurden todbringende Substanzen in solchen Mengen weltweit auf den Böden verteilt. Die Folgen sind schwer bis überhaupt nicht abzuschätzen. Der Einsatz von synthetischen Pestiziden ist ein Thema mit vielen Unbekannten, erheblichen existenzgefährdenden Risiken und einer Menge ungeklärter Verantwortungs- und Haftungsfragen.“

Anfang 2020 wird die Bio-Stiftung Schweiz eine Sonderpublikation zu diesem Thema herausgeben. Sie möchte damit zur Bewusstseinsbildung beitragen. Dabei ist für sie wichtig, dass sehr viele Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben werden, damit ein möglichst umfassender Überblick möglich wird.

In etwa dreissig Beiträgen kommen ExpertenInnen zu Wort. Sie berichten von ihren Forschungsergebnissen, von ihren Zukunftsvisionen und die Praktiker von ihren Erfahrungen mit einer landwirtschaftlichen Produktion, die ohne synthetische Pestizide auskommt.

In ihrem neuesten Magazin veröffentlichte die Stiftung vorab Auszüge aus den Beiträgen von Prof. Johann Zaller (Universität für Bodenkultur Wien), Urs Brändli (Präsident Bio Suisse), Roland Lenz (Bio-Winzer der Jahre 2015 und 2018) und Claudia Daniel (Forschungsinstitut für Biologischen Landbau FiBL Schweiz). Damit möchte die Stiftung das Interesse der LeserInnen wecken, diese aber auch dazu motivieren, die Sonderpublikation im Voraus zu bestellen.

Fazit von Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

„Zaghaft werden mittlerweile auch von der Politik die negativen Auswirkungen des Pestizideinsatzes erkannt. In zahlreichen Ländern, so auch der Schweiz, wurden Aktionspläne zur Verringerung von Pestizidrisiken verabschiedet.

Ein beliebtes Motto von Landwirtschaft und Agrochemieindustrie ist dabei immer, dass ohnehin nur «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» an Pestiziden eingesetzt werden. Ganz ernst gemeint scheint das aber nicht zu sein, da Herbizide in der konventionellen Landwirtschaft noch immer eingesetzt werden, obwohl die biologische Landwirtschaft erfolgreich zeigt, dass es sehr wohl ohne Herbizide geht.

Fest steht, dass insgesamt noch zu wenig zum Schutz unserer Umwelt und Gesundheit vor Pestiziden getan wird. Letztendlich braucht es den politischen Willen und Mut, die Interessen und Machtbeziehungen, die die pestizidintensive Landwirtschaft fördern, kritisch zu hinterfragen …“

Unterstützen Sie die Bio-Stiftung Schweiz!

Bio-Stiftung Schweiz: „Hilfreich wäre auch, wenn Sie gleich mehrere Ausgaben bestellen und sie später an Freunde, Bekannte, Kunden oder Mitarbeiter verschenken würden. Denn dadurch können Sie das Projekt unterstützen, mit ermöglichen und zu seiner Finanzierung und Verbreitung beitragen. Auch Spenden, Schenkungen und Legate für unsere Aktivitäten für fruchtbare Böden und eine pestizidfreie Welt sind herzlich willkommen, darauf sind wir als operative Initiativstiftung angewiesen, da wir nicht mit einem grösseren Vermögen ausgestattet sind. Die Transformation der weltweiten Ernährungssysteme hin zu einer Ökologischen Landwirtschaft lässt sich nur mit vereinten Kräften schaffen.“

Bestellung ab Dezember 2019 an info@bio-stiftung.ch.

Johann G. Zaller ist Professor für Ökologie an der Universität für Bodenkultur Wien und Verfasser des Buches Unser täglich Gift.

Magazin 2/2019, Bodenfruchtbarkeitsfonds c/o Bio-Stiftung Schweiz

Bodenfruchtbarkeitsfonds

Bio-Stiftung Schweiz

Hamburger Hafen: Drehscheibe für gefälschte Pestizide, Heidis Mist 5.9.18

Wasserschutzbrot für sauberes Trinkwasser im bayrischen Unterfranken

12. Mai 2019

Dieses Wasserschutzbrot überzeugt nicht nur durch das Aussehen, sondern auch durch Qualität und „Wasserfreundlichkeit“. Copyright: Siegfried Gendries.

Heidis Sonntagslektüre auf dem Informationsportal für Wasserwissen von Siegfried Gendries: „Kann man mit seinem Frühstücksbrot das Wasser schützen, mit dem man seinen Kaffee kocht? Klingt komisch, ist aber im bayerischen Unterfranken bereits ein Erfolgsmodell. Wasserschutzbrot, mit diesem etwas sperrig erscheinenden Begriff wird ein regionales Brot bezeichnet, bei dem Landwirt, Mühle, Bäcker und die Wasserwirtschaft Hand in Hand arbeiten. Ziel dieser regionalen Zusammenarbeit ist weniger Düngung durch den Landwirt und mehr Transparenz für die Verbraucher …“

Unterfranken kämpft für geringere Düngung der Weizenfelder

Die Region Unterfranken bezieht ihr Trinkwasser aus Quellschüttungen und nicht aus Tiefengrundwasser. Alles was in den Boden gelangt ist rasch auch im Grundwasser zu finden. Landwirte sind es gewohnt, den Weizen vor der Ernte im Sommer noch einmal mit Stickstoff zu düngen. Diese landläufige Praxis soll den Eiweissgehalt auf 13 Prozent anheben und damit die Verarbeitung in der Bäckerei erleichtern. Aber genau da liegt das Problem: Nur die Hälfte des Stickstoffs geht ins Getreide, also was gut ist für das Backen, schadet dem Grundwasser.

In Unterfranken hat die Landesregierung gemeinsam mit Wasserversorgern und unterstützt durch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) daraus ein Projekt gemacht, das Wasserschutzbrot. Diese Kampagne ist unlängst mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreises des Bundesforschungsministerium (BMBF) ausgezeichnet worden. Am 8.5.19 wurde sie auf der „49. Führungskräftetagung Wasserwirtschaft“ des Bayerischen Gemeindetages vorgestellt.

Letzte Düngung in der Schweiz

Die Praxis der letzten Düngung wurde in der Schweiz vom Forum Ackerbau zusammen mit der Mühlebach AG in Würenlingen untersucht und mit der Bäckerei JOWA AG der Migros diskutiert. An vielen Verkaufsstellen werden heute während des ganzen Tages frisch gebackenes Brot und Backwaren angeboten. Dies stellt zusätzliche Anforderungen an die Qualität des Weizens bzw. des Mehls.

Die Resultate des vierjährigen Düngungsversuchs zeigen, dass die Wahl der Sorte der wichtigste Qualitätsfaktor ist. Der Effekt einer späten Düngung hängt sehr stark von der Witterung ab. IP Suisse sieht eine letzte Düngung kurz vor dem Ährenschieben vor, der Biolandbau wesentlich früher, nämlich zu Beginn des Schossens (siehe Entwicklungsstadien Getreide)

Wasserschutzbrot auch in der Schweiz?

In der Schweiz ist das Grundwasser in den Ackerbaugebieten mit Nitrat belastet, also wäre auch bei uns ein Wasserschutzbrot eine gute Sache. Und natürlich würde die Annahme der Trinkwasserinitiative (TWI) ebenfalls einen Beitrag zur Entschärfung der Nährstoffproblematik beitragen, d.h. den Import von Futter in landwirtschaftliche Betriebe senken und dadurch die Überdüngung, welche unser Trinkwasser gefährdet.

Indikator Nitrat, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
unbefriedigend unbefriedigend

Wie wir mit unserem Frühstücksbrot unsere Gewässer schützen können, Siegfried Gendries, Informationsportal für Wasserwissen vom 8.5.19

Website Wasserschutzbrot mit vielen Informationen für Nachahmer

WASSERSCHUTZBROT: INNOVATIVER WASSERSCHUTZ ALS GEMEINSCHAFTSAUFGABE, Das Wasserschutzbrot gehört zu den Top 3, Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung 2018 des Bundesforschungsministeriums.

3sat Fernsehbeitrag zum Wasserschutzbrot

Weizen: Düngung und Qualität (Abschlussbericht), Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg AG

Winterweizen: Düngung und Qualität bei Brotweizen, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg AG

Stickstoffdüngungsempfehlungen für Brotweizen im Detail, IP-Suisse

Biogetreide, Merkblatt Nr. 1011, Ausgabe Schweiz 2018, FiBL

12.5.19 HOME

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