Posts Tagged ‘Franziska Herren’

Der Präsident des Bauernverbands und seine Kleider

16. Juli 2019
NaNa: "Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht ....."

NaNa: „Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht …..“

Heidi hat diese Sendung auch gesehen. Gefunden hat sie den Link zu Talk täglich mit Franziska Herren, Initiantin Trinkwasserinitiative, und Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, bei der Initiative für sauberes Trinkwasser unter News -> Nachrichten. Dort gibt es immer wieder Interessantes.

Aufgefallen ist Heidi einmal mehr wie Markus Ritter oft nur die halbe Wahrheit sagt, etwa dass an 98% der Grundwasserfassstellen der Anforderungswert für Pestizide eingehalten wird, kein Wort von den elf Abbauprodukten, welche an 20% der Messstellen in Konzentrationen über dem Anforderungswert von 0,1 µg/l nachgewiesen werden. Heidi meint: „Pestizide gehören nicht ins Grundwasser, auch nicht in Konzentrationen unter dem Grenzwert!“

Oder die Lüge, dass heute schon der prophylaktische Einsatz von Antibiotika verboten sei. Richtig ist, dass die Bauern Antibiotika für den prophylaktischen Einsatz und kritische Antibiotika nicht mehr einfach im Schrank haben dürfen, alle übrigen schon. Das ist fragwürdig!

Leserbrief von Heiri: Die Karikatur von NaNa über den Präsidenten ist sehr gut gelungen, er präsentiert sich wirklich genau so. Seine Aussagen werden immer mehr zu einem Image Problem für die Biobauern, er ist Biobauer und sagt das auch immer wieder.

Vielleicht kann Heidi noch etwas präzisieren betreffend Antibiotika auf Biobetrieben:

Trinkwasser-Initiative. TELEZÜRI vom 1.7.19

Die Bauern haben Angst … SBV-Nebelpetarde Grundwasser, Heidis Mist vom 6.6.19

Die täglichen Lügen: prophylaktischer Antibiotikaeinsatz beim Tier, Heidis Mist vom 7.2.18

Sachgemässer Antibiotikaeinsatz, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen 23.4.19

16.7.19 HOME

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Chlorothalonil: Behörden erwachen

27. Juni 2019
<a href="https://www.psm.admin.ch/de/produkte/4366" target="_blank" rel="noopener">Gefahrenkennzeichnung von Chlorothalonil</a> im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft. H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen. Glyphosat ist bei weitem nicht das einzige Pestizid, das "vermutlich Krebs erzeugen kann"! Heidi kann beim besten Willen nicht begreifen, dass so schädliche Pestizide überhaupt zugelassen werden.

Gefahrenkennzeichnung von Chlorothalonil im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft. H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen. Glyphosat ist bei weitem nicht das einzige Pestizid, das „vermutlich Krebs erzeugen kann“! Heidi kann beim besten Willen nicht begreifen, dass so schädliche Pestizide überhaupt zugelassen werden.

Das Problem der Grundwassersverschmutzung mit Chlorothalonil ist nicht neu, neu ist einzig, dass jetzt endlich reagiert wird. Zum Beispiel im Kanton Freiburg hat die Gemeinde Domdidier die mit diesem Fungizid verschmutzten Wasserfassungen geschlossen. Chlorothalonil verwenden die Bauern in zahlreichen Kulturen wie Gemüse, Getreide, Reben.

Die Bevölkerung wird bereits seit einem Monat mit Wasser aus anderen Kreisläufen versorgt, informiert wurde sie aber erst gestern durch einen Artikel in «La Liberté». Betroffen sind noch weitere Gemeinden im Kreis Broye.

Danke, Franziska Herren, dank deinem Tweet habe ich diese Information gefunden!

Krebserregendes Pestizid im Schweizer Trinkwasser: Chlorothalonil wird hierzulande eingesetzt, obwohl in der EU die Zulassung entzogen wurde. Das soll sich nun ändern. SRF, Angelique Beldner, vom 20.6.19

Canton de Fribourg: L’eau polluée par un fongicide à Domdidier. La commune de Domdidier a fermé les captages contaminés au chlorothalonil, un fongicide utilisé dans les cultures.

27.6.19 HOME

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6. März 2019: 1. Informationsveranstaltung von Delinat für die Trinkwasserinitiative

27. Februar 2019
Vielfalt statt Einfalt. Delinat verbindet landwirtschaftliche Produktion mit Biodiversität. Copyright: Delinat.

Vielfalt statt Einfalt. Delinat verbindet landwirtschaftliche Produktion mit Biodiversität. Copyright: Delinat.

Delinat ist ein besonderes „Weinhaus“. Es verbindet Weinproduktion und Biodiversität und betreibt Forschung. Auf der Homepage ist zu lesen, dass ihre Richtlinien die strengsten Bio-Richtlinien Europas seien. Eckpfeiler der Richtlinien sind:

  • biologische Bewirtschaftung der gesamten Rebfläche
  • sparsame Düngung im geschlossenen Kreislauf
  • durchgehende Begrünung (Ausnahme Trockenzonen)
  • keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel (Förderung von Nützlingen)
  • schonende Weinbereitung, Hilfsmittel streng limitiert

Delinat organisiert eine Reihe von Informationsveranstaltungen für die Trinkwasserinitiative:

Aus dem Newsletter der Trinkwasserinitiative: „Erfahren Sie aus erster Hand, warum unsere Anliegen so wichtig sind und es diese Initiative braucht. Zusammen mit Bio-Bauern und -Winzern sowie teilweise auch mit Wasserexperten und Tierärzten, informiert Franziska Herren vom Initiativ-Komitee Sie über den Inhalt der Initiative und wie Sie die Initiative unterstützen können.

Im Anschluss freuen wir uns, den Abend mit Ihnen bei einem Apéro mit Bioweinen aus der Schweiz ausklingen zu lassen und weitere Fragen zu beantworten.“

Die 1. Infoveranstaltung findet wie folgt in Bern statt:

Wann:             Mittwoch, 6. März von 19:00 bis 21:00 Uhr
Ort:                 Delinat-Weindepot Bern, Könizstrasse 161, 3097 Bern

Hier können Sie sich für die Veranstaltungen anmelden.

Weitere Delinat-Informationsveranstaltungen

  • St. Gallen: 12. März 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
  • Winterthur: 13. März 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
  • Zürich: 22. März 2019, 17.30 bis 20.00 Uhr
  • Olten: 3. April 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
  • Basel: 17. April 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
  • Uesslingen: 25. April 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
  • Bern: 14. Mai 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
  • Basel: 15. Mai 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr
  • Zürich: 22. Mai 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr

Die genauen Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie unter Info-Veranstaltungen.

25.2.19 HOME

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Ernst Bromeis am WEF: Mehr Wasserbotschafter für die Welt!

22. Januar 2019
Alois Zwinggi, Managing Director, World Economic Forum, eröffnet das Open Forum Davos 2019.

Alois Zwinggi, Managing Director, World Economic Forum, eröffnet das Open Forum Davos 2019.

Das Open Forum im Rahmen des World Economic Forum (WEF) wurde am 22.1.19 in der Aula der Alpinen Mittelschule Davos (SAMD) eröffnet. 200 Interessierte und zahlreiche Medienschaffende aus aller Welt kamen zum Anlass Water for life: THE BLUE MIRACLE. Alois Zwinggi, Managing Director, war unglaublich erfreut und stolz, dass er das Forum mit einem Davoser starten konnte, dem Wasserbotschafter Ernst Bromeis.

Ernst Bromeis: "Wir müssen berührt sein, um zu handeln."

Ernst Bromeis: „Wir müssen berührt sein, um zu handeln.“

Ernst Bromeis erzählte von seiner Beziehung zum Wasser und seinen Expeditionen mit Filmausschnitten. In seiner ersten durchschwamm er alle 200 Seen des Kantons Graubünden; er wollte sie kennenlernen. Bromeis glaubt, dass es falsch ist, wenn wir sagen: „Der Kanton Graubünden, die Alpen sind ein Wasserschloss“. Bromeis: „Wir haben das nicht gebaut. Es ist nur ein Geschenk, das aus dem Berg fliesst und wir haben das Privileg, dies hier nutzen zu dürfen.“

Expedition Baikalsee

Ernst Bromeis im Oktober 2018 am Baikalsee. Copyright: Maurice Haas.

Ernst Bromeis im Oktober 2018 am Baikalsee. Copyright: Maurice Haas.

Ernst Bromeis stellte sein neues Projekt vor. Er will den Baikalsee in Sibirien in seiner Länge von 800 Kilometern durchschwimmen. Mit seiner Expedition Baikal will er weltweit Wasserbotschafter gewinnen, die sich für das kostbarste Gut des Planeten Erde einsetzen.

Bromeis: „Die Welt braucht viele Wasserbotschafter, denn Wasser ist ihr wichtigstes Überlebens-Mittel. Ich gehe mit sehr grossem Respekt an meine Aufgabe. Die Expedition durch dieses Binnenmeer ist mit nichts Bisherigem zu vergleichen.“ Bromeis wird ohne Begleitboot schwimmen und am Land von einem Team aus nur drei bis vier Personen begleitet. „Auch kulturell habe ich vor dem Baikalsee grossen Respekt. Er ist die grösste Trinkwasserreserve der Welt. Die Anwohner nennen ihn Das heilige Meer – er ist ein Weltwasserwunder.“

Mehr Wasserbotschafter für die Welt

Bromeis stellte am Open Forum Davos seine neue Kampagne Wasser berührt uns alle – werde Wasserbotschafter! vor. Er hat sich zum Ziel gesetzt, eine weltweite Bewegung von Wasserbotschaftern zu begründen. „Wasserbotschafter kann jeder Mensch werden, unabhängig von Herkunft, Bildung oder Reichtum“, sagt Bromeis. „Wasser berührt uns alle und es geht uns alle an.“

Forschungspartner in der Expedition Baikal sind die ETH Zürich und die Universität Basel. Die internationale Wassertechnologie-Gruppe BWT unterstützt seine Kampagne und Expedition nicht nur als Presenting Partner, sondern auch mit ihrem weltweiten Netzwerk. Bromeis kann auf weitere Sponsoren zählen. Am Ort in Sibirien wird die Expedition durch Aktivisten der global tätigen Umweltinitiative Living Lakes unterstützt.

Susan Goldberg, Editiorial Director, National Geographic, stellt Ernst Bromeis Fragen und lädt ihn ein, doch nach der Expedition Baikal die Grossen Seen der USA zu durchschwimmen.

Susan Goldberg, Editiorial Director, National Geographic, stellt Ernst Bromeis Fragen und lädt ihn ein, doch nach der Expedition Baikal die Grossen Seen der USA zu durchschwimmen.

Ernst Bromeis: "Das WEF macht es hier schon ganz hervorragend. Wir trinken jetzt nur noch Hahnenwasser, Davoser Quellwasser. Weshalb sollen wir Wasser von französischen oder amerikanischen Mineralwasserherstellern trinken? Das ist Lifestyle. Wir brauchen diese Art von Lifestyle nicht. Das ist Leben, das ist Life. Wir brauchen nicht Lifestyle. Versuchen Sie einmal, Wasser vom Wasserhahn zu trinken!"

Ernst Bromeis: „Das WEF macht es hier schon ganz hervorragend. Wir trinken jetzt nur noch Hahnenwasser, Davoser Quellwasser. Weshalb sollen wir Wasser von französischen oder amerikanischen Mineralwasserherstellern trinken? Das ist Lifestyle. Wir brauchen diese Art von Lifestyle nicht. Das ist Leben, das ist Life. Wir brauchen nicht Lifestyle. Versuchen Sie einmal, Wasser vom Wasserhahn zu trinken!“

Nach dem Vortrag Water for Life diskutieren Ernst Bromeis und Franziska Herren, Initiantin der Trinkwasser-Initiative, über allerlei Aktuelles. Und es entsteht ein kleiner Werbespot Pro Initiative.

Ernst Bromeis erklärt wieso er für die Trinkwasser-Initiative ist. Das bei strahlender Sonne gefilmte Statement war schon bald danach auf Facebook Trinkwasser-Initiative.

Ernst Bromeis erklärt wieso er für die Trinkwasser-Initiative ist. Das bei strahlender Sonne gefilmte Statement war schon bald danach auf Facebook Trinkwasser-Initiative.

Initiative für sauberes Trinkwasser ist mit Das Blaue Wunder by Ernst Bromeis in Davos, Facebook Trinkwasser-Initiative: Extrem-Schwimmer und Wasser-Botschafter Ernst Bromeis nach seiner Präsentation am WEF im Interview mit Franziska Herren.

Franziska Herren mit Mitarbeitenden am Open Forum in Davos.

Franziska Herren mit Mitarbeitenden am Open Forum in Davos.

Water for Life, Eröffnung des Open Forums durch Ernst Bromeis, Video 57:59

Expedition Lake Baikal 2019 – Protecting the blue of our planet, BWT

Das Blaue Wunder

Bilder aus der Erkundung 2018 am Baikalsee und aus früheren Expeditionen, Download kostenlos.

Ernst Bromeis: Wasserbotschafter und Alpinist des Wassers, Buchbesprechung Jeder Tropfen zählt – Schwimmen für das Recht auf Wasser von Ernst Bromeis. Heidis Mist vom 1.12.16

Weltwassertag 2018: Wiederaufforstung, Feuchtgebiete und Grundwasser, Heidis Mist vom 22.3.18

Bündner Wasserbotschafter: Wasserprobleme heute lösen! Heidis Mist vom 28.8.15

«Nichts verbindet uns mehr als das Wasser», Heidis mist vom 18.3.15

Wasserdegustation mit Wasserbotschafter Ernst Bromeis, Heidis Mist vom 22.9.14

Wasserbotschafter Ernst Bromeis zu Fuss an der Loreley vorbei, Heidis Mist vom 9.8.14

Wasserbotschafter Bromeis zügig unterwegs, Heidis Mist vom 21.7.14

Wasserbotschafter Ernst Bromeis startet zur «Expedition 2014», Heidis Mist vom 7.7.14

Wasser: Trage ich eine individuelle Verantwortung? Heidis Mist vom 16.3.14

22.1.19 HOME

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Beatrice Raas: „Nein, ich geb‘ nicht auf!“

12. Juni 2018
Die Geschichte des pestizidfreien Dorfes Mals im Südtirol begann im Coiffeur-Salon von Beatrice Raas. Copyright: Ralph Weihermann, Alexander Schiebel

Die Geschichte des pestizidfreien Dorfes Mals im Südtirol begann im Coiffeur-Salon von Beatrice Raas. Copyright: Ralph Weihermann, Alexander Schiebel

Im alten Südtiroler Dorf Mals hat Beatrice Raas zusammen mit Freundinnen den Stein für eine pestizidfreie Landwirtschaft ins Rollen gebracht. Viele unterstützen sie, u.a. auch der Apotheker Johannes Fragner-Unterpertinger. In einer Volksabstimmung stimmten 76% der Bevölkerung diesem Ziele zu.

Was bewegte die Malser, sich gegen Pestizide zu wehren? Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit, dies im folgenden Film zu erfahren: Leben ohne Ackergift – Das unbeugsame Dorf im Vinschgau. Ralph Weihermann, Alexander Schiebel, WDR 3.4.18

Es scheint, dass das Problem der Verschmutzung von Luft, Boden, Wasser und Lebensmitteln mit Pestiziden und Düngern immer häufiger diskutiert wird. Nachdenken und nach Lösungen suchen ist für unsere Zukunft wichtig. Geschrieben und geredet wird viel. Werden die Behörden und PolitikerInnen auch handeln?

SVGW fordert konkrete Massnahmen für Trinkwasserschutz

Franziska Herren hat mit der Trinkwasser-Initiative viel Bewegung in den Gewässerschutz gebracht. Sehr salopp ist man bisher mit der Ressource Wasser umgegangen, höchste Zeit, dass sich dies ändert. Copyright: SVGW.

Franziska Herren hat mit der Trinkwasser-Initiative viel Bewegung in den Gewässerschutz gebracht. Sehr salopp ist man bisher mit der Ressource Wasser umgegangen, höchste Zeit, dass sich dies ändert. Copyright: SVGW.

Analysen zum Thema «Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022» standen im Mittelpunkt der Vortrags- und Podiumsveranstaltung des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfachs (SVGW) vom 7.6.18 in Solothurn. Teilnehmende waren VertreterInnen von Bundesämtern und kantonalen Institutionen, Gemeinden, Wasserversorger, Verbänden sowie Vertreter von Forschung und Wirtschaft. Im Zentrum des politischen Interesses stand der politische Umgang mit der Trinkwasser-Initiative, über die derzeit in Bundesbern beraten wird.

Lesen Sie weiter!

SVGW fordert konkrete Massnahmen für Trinkwasserschutz, Aqua & Gas, 8.6.18.

SVGW am Infoanlass zur «Trinkwasserinitiative» in Bern. Landwirtschaftlicher Klub der Bundesversammlung. Aqua & Gas, 31.5.18.

«Es braucht einen intelligenten indirekten Gegenvorschlag». Markus Küng (IWB) und Andreas Hirt (ESB), beide Mitglieder des SVGW-Vorstands, erläutern im Interview die Haltung des SVGW zur Trinkwasser-Initiative. Obwohl der SVGW die Ziele der Initiative gutheisst, schlägt er eine andere Vorgehensweise vor. Dabei wird er von den Kantonen unterstützt, wie Kurt Seiler, Amtsleiter des Interkantonalen Labors, im Interview ausführt.

Pflanzen schlauer schützen

«Rückstandfreies» Obst und Gemüse (zéro résidu de pesticides) aus Frankreich: Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird immer mehr zum Marketingargument.

«Rückstandfreies» Obst und Gemüse (zéro résidu de pesticides) aus Frankreich: Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird immer mehr zum Marketingargument.

„Wir müssen die Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Pflanzenschutzmitteln senken. Totalverbote sind aber das falsche Mittel“, meint Robert Finger. Er plädiert für intelligenten Pflanzenschutz.

„Glyphosat, Neonikotinoide und Trinkwasserinitiative – über den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird derzeit intensiv diskutiert. Obwohl: Ohne Pflanzenschutz kommt unser Ernährungssystem nicht aus. Andererseits bergen gerade Pflanzenschutzmittel unbestrittene Risiken für Mensch und Umwelt.“

Diesen lesenswerten Artikel finden Sie hier: Pflanzen schlauer schützen, Robert Finger, Professor für Agrarökonomie und Agrarpolitik, ETH Zürich, Agrarökonomische Kommentare zur Schweizerischen Agrarpolitik.

12.6.18 HOME

Trinkwasserschutz: Der SVGW wurde bei Bundesrätin Doris Leuthard vorstellig

21. März 2018
Damit in Zukunft aus jedem Brunnen sauberes Wasser fliesst, braucht es neue Regelungen.

Damit in Zukunft aus jedem Brunnen sauberes Wasser fliesst, braucht es neue Regelungen.

Eine Delegation des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat das Gespräch mit der Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), Bundesrätin Doris Leuthard gesucht und am Dienstag, 20.3.18, die SVGW-Position und -Stossrichtung zum nachhaltigen Trinkwasserschutz vorgelegt.

Kernpunkte waren eine Stärkung des planerischen Trinkwasserschutzes und eine Reduktion von Fremdstoffen in Trinkwasserressourcen, v.a. von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln. Der SVGW hat sich als verlässlicher Partner empfohlen, bei einem indirekten Gegenvorschlag zur Trinkwasserinitiative mitzuarbeiten, der auch die Interessen des Trinkwasserschutzes umsetzen soll.

Seit Anfang März ist es definitiv. Das Volksbegehren gegen Pestizid- und Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft («Trinkwasserinitiative») ist zustande gekommen. Von den 114’322 eingereichten Unterschriften sind 113’979 gültig, wie die Bundeskanzlei kürzlich mitteilte. Eine weitere Pestizidinitiative steht kurz vor Sammelende. Der Handlungsdruck zugunsten des Trinkwasserschutzes ist dadurch stark gestiegen.

SVGW-Vorschläge für Doris Leuthard

Der SVGW hat bereits im letzten Jahr die «Trinkwasserinitiative» intensiv diskutiert. Die Ziele der Initianten geniessen Sympathien, doch will der SVGW als Fachorganisation die Ziele des Trinkwasserschutzes auf pragmatischen und zielgerichteten Wegen erreichen. Auch will er den Landwirten nicht vorschreiben, wie sie zu produzieren haben.

Konkret präsentierte die SVGW-Delegation mit Markus Küng (Vorstandsmitglied, IWB), Martin Sager (Direktor SVGW), André Olschewski (Bereichsleiter Wasser) und Kurt Seiler (Amtsleiter Interkantonales Labor Schaffhausen) Bundesrätin Leuthard Vorschläge, wie der Trinkwasserschutz als Teil eines indirekten Gegenvorschlags künftig sichergestellt werden soll. Die vorgeschlagene Stossrichtung ist in einem Positionspapier zusammengefasst und basieren auf der SVGW-Position «Keine Fremdstoffe im Trinkwasser» und der Stellungnahme zur Revision der Gewässerschutzgesetzgebung.

Griffige Massnahmen gefordert

André Olschewski: «Ein substantieller indirekter Gegenvorschlag kann den Trinkwasserschutz zielgenauer und effektiver umsetzen, als ein Verfassungsartikel». Für den SVGW ist auch klar, dass ein indirekter Gegenvorschlag ein Gesamtpaket umfassen muss, da bestehende Ansätze wie der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutzmittel (NAP) zu wenig weit greifen. Jetzt ist der Zeitpunkt eine pragmatische, zielführende Alternative zu entwerfen.  «Ohne griffigen indirekten Gegenvorschlag mit konkreten Massnahmen müsste sich der SVGW ernsthaft überlegen, die Trinkwasserinitiative im Abstimmungskampf zu unterstützen, obwohl sie weit über die Trinkwasserthematik herausgeht», sagt denn auch Vizepräsident Markus Küng.

Doch der SVGW will sich als verlässlicher Partner in Position bringen und bietet Hand für die Erarbeitung eines substantiellen indirekten Gegenvorschlags. Dass er von Bundesrätin Doris Leuthard persönlich angehört wurde, darf als positives Zeichen gewertet werden.

Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022

Als einen weiteren nächsten Schritt zur Stärkung des Trinkwasserschutzes in der Debatte führt der SVGW am 7.6.18 in Solothurn einen nationalen Fachaustausch zum Thema «Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022» durch.

Streitgespräch zwischen Franziska Herren und Markus Ritter. «Wenn alles so gut ist, wieso braucht es dann noch einen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel?» Gas & Wasser 19.3.18.

21.3.18 HOME

Antibiotika-Resistenz-Problem: Taten sind gefragt!

7. Februar 2018
Wenn die Kälber auf dem Geburtshof bleiben dürfen und Auslauf ins Freie haben, dann sind sie weniger krankheitsanfällig und brauchen kaum Antibiotika.

Wenn die Kälber auf dem Geburtshof bleiben dürfen und Auslauf ins Freie haben, dann sind sie weniger krankheitsanfällig und brauchen kaum Antibiotika.

Das Antibiotika-Problem ist schon lange bekannt. Zum Beispiel das Nationale Forschungsprogramm «Antibiotika-Resistenz» (NFP 49) wurde nach fünf Jahren im Juni 2006 abgeschlossen mit u.a. folgenden Schlussfolgerungen:

“…Ergebnisse zeigten, dass in der Tiermast eingesetzte Sulphonamide (SA) durch das Ausbringen der Gülle in vergleichbar hoher Konzentration wie Herbizide ins Erdreich gelangen und dort mehrere Wochen oder Monate persistieren. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass das Erdreich ein beträchtliches Reservoir für Resistenzgene darstellt…

…Antibiotikaresistenz ist in ständiger Evolution und muss mit einer Vielzahl von multidisziplinär entwickelten Strategien bekämpft werden…”

Franziska Herren, Initiantin der Trinkwasser-Initiative, macht seit fünf Jahren auf das die Probleme mit Antibiotika aufmerksam und Heidi schrieb am 23.3.12 den Artikel Kreislauf der Krankheitskeime mit Verweis auf eine Eawag-Studie Genfersee (Abwasser) sowie einen Science-Beitrag über den Austausch von Resistenzen mit Bodenorganismen.

Es scheint Heidi, dass sich die Bevölkerung Sorgen macht, die zuständigen Ämter aber wenig unternehmen.

Ein paar neuere Links:

Folgenden Link hat Heidi von „w p“ erhalten, siehe auch Kommentar zu UNSERE GELIEBTE HEILIGE KUH… –  A game of chicken: how Indian poultry farming is creating global superbugs. The Bureau of Investigative Journalism, 30.1.18.

Aus Deutschland eingetroffen:
Wie gefährlich sind resistente Keime? Tageschau vom 6.2.18

Gefährliche Keime in Gewässern entdeckt. Tagesschau vom 6.2.18

und aus der Schweiz:
Auf der Spur der Superkeime, NDR vom 6.2.18

ANTIBIOTIKARESISTENZEN IM TRINKWASSER? Helmut Bürgmann, Eawag, Abteilung Oberflächengewässer und Stefanie Imminger, Universität Wien, Departement für Mikrobiologie und Ökosystemforschung, Division Mikrobielle Ökologie. Aqua & Gas Nr. 10, 2017

Gewässerschutz versagt. Multiresistente Keime in Bächen, aber GroKo will Verbraucher zahlen lassen. Lebensraum Wasser/Der Wasser-Blog, Siegfried Gendries, 7.2.18

Heidis Artikel mit Verweis auf Antibiotika

7.2.18 HOME

Trinkwasser-Initiative: Treffpunkt Bundesplatz 18.1.18 um 14 Uhr

17. Januar 2018
Unser Trinkwasser wird durch viele Stoffe verschmutzt ... handeln wir bevor es zu spät ist, sichern wir sauberes Trinkwasser auch für künftige Generationen. Der Brunnenkrebs freut sich.

Unser Trinkwasser wird durch viele Stoffe verschmutzt … handeln wir bevor es zu spät ist, sichern wir sauberes Trinkwasser auch für künftige Generationen. Der Brunnenkrebs freut sich.

Franziska Herren wird morgen zusammen mit ihren MitstreiterInnen die 40 Schachtel mit Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative der Bundeskanzlei übergeben. Seien Sie dabei! Verpassen Sie diesen historischen Augenblick nicht!

Auf dem Bundesplatz werden Sie auch Daniel Hartmann treffen – den pensionierten und letzten obersten Schweizer Grundwasserschützer – mit seinem Wassermobil. Er hat es extra für diesen Anlass geputzt, ausschliesslich mit Wasser, wie er in seiner Meldung betonte.

Fredy Hiestand, der Gipfelikönig, aktiv für die Trinkwasser-Initiative

Copyright: FREDY'S

Copyright: FREDY’S

Gipfelikönig wird politisch: Hiestand will für Trinkwasser-Initiative kämpfen, dieser Titel war in der Aargauer Zeitung zu lesen. Im Brief an das Initiativkomitee schrieb Hiestand u.a.:

WIR SUBVENTIONIEREN UNSERE EIGENE UMWELTVERSCHMUTZUNG
«Von der Landwirtschaft wünsche ich mir mehr Innovation, von den Konsumenten ein klares JA für eine Schweiz ohne Pestizide»

«Glauben wir an den Erfolg und an das Umdenken bei den Menschen. Glauben wir an das Handeln zum Guten für unsere einzige und einzigartige Lebensgrundlage. Denn Grenzen bestehen nur in unseren Köpfen». Überwinden wir sie!

Gipfelikönig wird politisch: Hiestand will für Trinkwasser-Initiative kämpfen, Aargauer Zeitung vom 15.1.18

Angst ums Wasser, Tagesanzeiger vom 14.1.18

FREDY’S, Hompage der Bäckerei Fredy Hiestand

17.1.18 HOME

Trinkwasser-Initiative: Treffpunkt Bundesplatz 18.1.18

10. Januar 2018

Die InitiantInnen der Trinkwasser-Initiative fordern Selbstverständliches: Subventionen sollen nur noch in Landwirtschaftsbetriebe fliessen, die für uns sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung produzieren! Entsprechend schnell waren die erforderlichen Unterschriften gesammelt.

Einladung

Die letzten Unterschriftenbogen wurden am 29.12.17 zur Beglaubigung verschickt.

Die letzten Unterschriftenbogen wurden am 29.12.17 zur Beglaubigung verschickt.

Der Verein Sauberes Wasser für alle lädt ein zur Übergabe der etwa 40 Schachteln voller Unterschriftenbogen an die Bundeskanzlei mit musikalischer Begleitung. Lassen Sie sich überraschen!

Donnerstag, 18.1.18 um 14:00 Uhr
Treffpunkt auf dem Bundesplatz Bern
.

Heidi wünscht Franziska Herren und Ihren MitstreiterInnen schönes Wetter und viele TeilnehmerInnen.

Die Trinkwasser-Initiative wird am 18. Januar 2018 eingereicht, Medienmitteilung Verein Sauberes Wasser für alle vom 28.12.17

11.1.18 HOME

Papst Franziskus engagiert sich für die Umwelt: Biodiversität

22. Oktober 2017
Genau vor 7 Monaten, am 22. März 2017, dem Weltwassertag 2017, begann der Verein „Sauberes Wasser für alle“ Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative zu sammeln. Bis heute sind 102'415 Unterschriften eingegangen. Die Initianten fordern unter anderem, dass Subventionen denjenigen Betrieben vorbehalten sind, welche die Biodiversität erhalten.

Genau vor 7 Monaten, am 22. März 2017, dem Weltwassertag 2017, begann der Verein „Sauberes Wasser für alle“ Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative zu sammeln. Bis heute sind 102’415 Unterschriften eingegangen. Die Initianten fordern unter anderem, dass Subventionen denjenigen Betrieben vorbehalten sind, welche die Biodiversität erhalten.

Enzyklika LAUDATO SI‘ von Papst Franziskus

Über die Sorge für das gemeinsame Haus

III. DER VERLUST DER BIOLOGISCHEN VIELFALT

32. Die Ressourcen der Erde werden auch geplündert durch ein Verständnis der Wirtschaft und der kommerziellen und produktiven Tätigkeit, das ausschliesslich das unmittelbare Ergebnis im Auge hat. Der Verlust von Wildnissen und Wäldern bringt zugleich den Verlust von Arten mit sich, die in Zukunft äusserst wichtige Ressourcen darstellen könnten, nicht nur für die Ernährung, sondern auch für die Heilung von Krankheiten und für vielfältige Dienste. Die verschiedenen Arten enthalten Gene, die Ressourcen mit einer Schlüsselfunktion sein können, um in der Zukunft irgendeinem menschlichen Bedürfnis abzuhelfen oder um irgendein Umweltproblem zu lösen.

33. Doch es genügt nicht, an die verschiedenen Arten nur als eventuelle nutzbare „Ressourcen“ zu denken und zu vergessen, dass sie einen Eigenwert besitzen. Jedes Jahr verschwinden Tausende Pflanzen- und Tierarten, die wir nicht mehr kennen können, die unsere Kinder nicht mehr sehen können, verloren für immer. Die weitaus grösste Mehrheit stirbt aus Gründen aus, die mit irgendeinem menschlichen Tun zusammenhängen. Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.

34. Möglicherweise beunruhigt es uns, vom Aussterben eines Säugetiers oder eines Vogels zu erfahren, weil sie uns mehr vor Augen sind. Doch für das gute Funktionieren des Ökosystems sind auch die Pilze, die Algen, die Würmer, die Insekten, die Reptilien und die unzählige Vielfalt von Mikroorganismen notwendig. Einige zahlenmässig geringe Arten, die gewöhnlich unbemerkt bleiben, spielen eine grundlegend entscheidende Rolle, um das Gleichgewicht eines Ortes zu stabilisieren. Es stimmt, dass der Mensch eingreifen muss, wenn ein Geosystem in ein kritisches Stadium gerät, doch heute hat das menschliche Eingreifen in eine so komplexe Wirklichkeit wie die Natur ein solches Mass erreicht, dass die ständigen vom Menschen verursachten Katastrophen sein erneutes Eingreifen herausfordern, so dass das menschliche Handeln allgegenwärtig wird, mit allen Risiken, die das in sich birgt. Gewöhnlich entsteht ein Teufelskreis, wo das Eingreifen des Menschen, um eine Schwierigkeit zu lösen, häufig die Situation weiter verschlimmert. So sind zum Beispiel viele Vögel und Insekten, die aufgrund der von der Technologie geschaffenen und in der Landwirtschaft verwendeten Agrotoxide aussterben, für ebendiese Landwirtschaft nützlich, und ihr Verschwinden muss durch ein weiteres technologisches Eingreifen ersetzt werden, das möglicherweise neue schädliche Auswirkungen hat. Lobenswert und manchmal bewundernswert sind die Anstrengungen der Wissenschaftler und Techniker, die versuchen, Lösungen für die vom Menschen verursachten Probleme zu schaffen. Wenn wir jedoch die Welt betrachten, stellen wir fest, dass dieses Ausmass menschlichen Eingreifens, das häufig im Dienst der Finanzen und des Konsumismus steht, dazu führt, dass die Erde, auf der wir leben, in Wirklichkeit weniger reich und schön wird, immer begrenzter und trüber, während gleichzeitig die Entwicklung der Technologie und des Konsumangebots grenzenlos weiter fortschreitet. So hat es den Anschein, dass wir bestrebt sind, auf diese Weise eine unersetzliche und unwiederbringliche Schönheit auszutauschen gegen eine andere, die von uns geschaffen wurde.

35. Wenn die Umweltverträglichkeit irgendeines Unternehmens geprüft wird, achtet man gewöhnlich auf die Auswirkungen auf den Boden, das Wasser und die Luft, doch nicht immer wird eine sorgfältige Untersuchung über die Wirkung auf die biologische Vielfalt eingeschlossen, als sei der Verlust einiger Arten oder Gruppen von Tieren oder Pflanzen etwas von geringer Bedeutung. Schnellstrassen, Neukultivierungen, Drahtzäune, Talsperren und andere Konstruktionen ergreifen Besitz von den Lebensräumen, und manchmal zersplittern sie diese derart, dass die Tierpopulationen nicht mehr wandern, noch frei pendeln können, so dass einige Arten vom Aussterben bedroht sind. Es gibt Alternativen – wie die Schaffung von biologischen Korridoren –, welche die Wirkung dieser Bauten zumindest abschwächen, doch eine solche Umsicht und Vorsorge ist nur in wenigen Ländern zu bemerken. Wenn einige Arten kommerziell genutzt werden, erforscht man nicht immer die Weise ihres Wachstums, um ihre übermässige Reduzierung und das daraus resultierende Ungleichgewicht des Ökosystems  zu vermeiden.

36. Die Pflege der Ökosysteme setzt einen Blick voraus, der über das Unmittelbare hinausgeht, denn wenn man nur nach einem schnellen und einfachen wirtschaftlichen Ertrag sucht, ist niemand wirklich an ihrem Schutz interessiert. Doch der Preis für die Schäden, die durch die egoistische Fahrlässigkeit verursacht werden, ist sehr viel höher als der wirtschaftliche Vorteil, den man erzielen kann. Im Fall des Verlustes oder des schweren Schadens an einigen Arten ist von Werten die Rede, die jedes Kalkül überschreiten. Darum können wir stumme Zeugen schwerster Ungerechtigkeiten werden, wenn der Anspruch erhoben wird, bedeutende Vorteile zu erzielen, indem man den Rest der Menschheit von heute und morgen die äusserst hohen Kosten der Umweltzerstörung bezahlen lässt.

37. Einige Länder haben Fortschritte gemacht im wirksamen Schutz gewisser Orte und Zonen – auf der Erde und in den Ozeanen –, wo jedes menschliche Eingreifen verboten ist, das ihre Physiognomie verändern oder ihre ursprüngliche Gegebenheit verfälschen kann. Bei der Pflege der biologischen Vielfalt beharren die Fachleute auf der Notwendigkeit, den artenreichsten Zonen mit heimischen, seltenen oder weniger wirksam geschützten Arten besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Es gibt Orte, die einer speziellen Sorgfalt bedürfen wegen ihrer enormen Bedeutung für das weltweite Ökosystem oder weil sie wichtige Wasserreserven darstellen und so eine Gewähr für andere Formen des Lebens sind.

38. Nennen wir zum Beispiel jene an biologischer Vielfalt überreichen Lungen des Planeten, die das Amazonasgebiet und das Kongobecken darstellen, oder die grossen Grundwasservorkommen und die Gletscher. Wir wissen um die Bedeutung dieser Orte für die Gesamtheit des Planeten und für die Zukunft der Menschheit ist nicht unbekannt. Die Ökosysteme der tropischen Urwälder enthalten eine biologische Vielfalt von einer enormen Komplexität, die ganz zu kennen beinahe unmöglich ist, doch wenn diese Wildnisse niedergebrannt oder eingeebnet werden, um Bodenbewirtschaftung zu entwickeln, gehen in wenigen Jahren unzählige Arten verloren, wenn die Gebiete sich nicht sogar in trockene Wüsten verwandeln. Dennoch sieht man sich, sobald man über diese Orte spricht, zu einem heiklen Balanceakt gezwungen, denn man darf auch nicht die enormen internationalen wirtschaftlichen Interessen ausser Acht lassen, die unter dem Vorwand, für diese Orte zu sorgen, gegen die Souveränität der betroffenen Nationen verstossen können. Tatsächlich existieren „Ideen […] das Amazonasgebiet zu internationalisieren: Solche Ideen nützen einzig und allein den ökonomischen Interessen der transnationalen Unternehmen“.[24] V. Generalversammlung des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik, Dokument von Aparecida (29. Juni 2007), 86. Anerkennenswert ist die Aufgabenstellung von internationalen Organisationen und Vereinigungen der Zivilgesellschaft, welche die Bevölkerungen sensibilisieren und kritisch mitwirken – auch unter Einsatz legitimer Druckmittel –, damit jede Regierung ihre eigene und nicht delegierbare Pflicht erfüllt, die Umwelt und die natürlichen Ressourcen ihres Landes zu bewahren, ohne sich an unehrliche lokale oder internationale Interessen zu verkaufen.

39. Der Ersatz der wilden Flora durch Flächen, die mit Bäumen aufgeforstet werden und im allgemeinen Monokulturen sind, ist gewöhnlich auch nicht Gegenstand einer angemessenen Analyse. Denn das kann einer biologischen Vielfalt, die von den neu angepflanzten Arten nicht angenommen wird, schwer schaden. Auch die Feuchtgebiete, die in Kulturland verwandelt werden,  verlieren die enorme biologische Vielfalt, die sie beherbergen. In einigen Küstenzonen ist das Verschwinden der durch Mangrovensümpfe gebildeten Ökosysteme besorgniserregend.

40. Die Ozeane enthalten nicht nur den grössten Teil des Wassers des Planeten, sondern auch den grössten Teil der umfassenden Vielfalt an Lebewesen, von denen viele uns noch unbekannt und aus verschiedenen Gründen bedroht sind. Andererseits wird das Leben in den Flüssen, Seen, Meeren und Ozeanen, das einen grossen Teil der Weltbevölkerung ernährt, durch die unkontrollierte Ausbeutung des Fischbestands geschädigt, die den drastischen Rückgang einiger Arten verursacht. Dennoch entwickeln sich weiter Formen selektiven Fischfangs, die einen grossen Teil der eingeholten Arten vergeuden. Besonders bedroht sind Meeresorganismen, an die wir gar nicht denken, wie bestimmte Formen von Plankton, die eine sehr wichtige Komponente in der marinen Nahrungskette bilden und von denen letztlich Arten abhängen, die uns zur Nahrung dienen.

41. Wenn wir in die tropischen und subtropischen Meere eindringen, begegnen wir den Korallenbänken, denen die gleiche Bedeutung der Urwälder der Erde zukommt, denn sie beherbergen etwa eine Million Arten, darunter Fische, Krabben, Mollusken, Schwämme, Algen und andere. Viele der Korallenbänke der Welt sind heute schon steril oder befinden sich in einem fortwährenden Stadium des Niedergangs: „Wer hat die wunderbare Meereswelt in leb- und farblose Unterwasser-Friedhöfe verwandelt?“[25] Konferenz der Katholischen Bischöfe der Philippinen, Hirtenbrief What is Happening to our Beautiful Land? (29. Januar 1988). Dieses Phänomen ist grossenteils auf die Verschmutzung zurückzuführen, die ins Meer gelangt als Ergebnis der Entwaldung, der landwirtschaftlichen Monokulturen, der Industrieabfälle und der destruktiven Methoden des Fischfangs, besonders derer, die Zyanid und Dynamit benutzen. Es verschärft sich durch den Temperaturanstieg der Ozeane. All das hilft uns zu bemerken, in welcher Weise jeder beliebige Eingriff in die Natur Folgen haben kann, die wir auf den ersten Blick nicht wahrnehmen, und dass gewisse Formen der Ressourcennutzung auf Kosten einer Zerstörung geschehen, die schliesslich sogar den Grund der Ozeane erreicht.

42. Es ist notwendig, viel mehr in die Forschung zu investieren, um das Verhalten der Ökosysteme besser zu verstehen und die verschiedenen Variablen der Auswirkung jeder beliebigen wichtigen Veränderung der Umwelt zu analysieren. Da alle Geschöpfe miteinander verbunden sind, muss jedes mit Liebe und Bewunderung gewürdigt werden, und alle sind wir aufeinander angewiesen. Jedes Hoheitsgebiet trägt eine Verantwortung für die Pflege dieser Familie. Es müsste für sie eine sorgfältige Bestandsaufnahme der Arten erstellen, die es beherbergt, um Programme und Strategien für den Schutz zu entwickeln, und dabei mit besonderer Sorge auf die Arten zu achten, die im Aussterben begriffen sind.

ENZYKLIKA, LAUDATO SI’ von Papst Franziskus

Unsere „Umweltbundesrätin“, Doris Leuthard, hat die Enzyklika «Laudato si’» von Papst Franziskus am 6.5.17 in einer Privataudienz erhalten. Heidi empfiehlt ihr, dieses Dokument aufmerksam zu lesen und danach zu handeln, denn bis heute ist wenig davon zu spüren.

Unterschriftenbogen Trinkwasser-Initiative

Das Naturwiesland der Schweiz und Mitteleuropas, Andreas Bosshard, Verlag Haupt

Papst Franziskus engagiert sich für die Umwelt: Wasser, Heidis Mist 1.10.17

22.10.17 HOME


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