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5.3.20: Veranstaltung über Pestizide und Gesundheit im Zentrum Paul Klee

19. Februar 2020
Im Hintergrund: Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Im Hintergrund: Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Das Zentrum Paul Klee (ZPK) ist ein besonderes Museum. Es ist nicht umgeben von Asphalt oder Rasen, sondern vom Fruchtland. FRUCHTLAND verbindet NATUR, KULTUR und AGRIKULTUR.

Ein Rundgang bietet Gelegenheit zum Nachdenken über unsere Landwirtschaft und darüber, wie unsere Nahrungsmittel in Zukunft umweltschonend produziert werden könnten. Im ZPK wird die ökologische Stabilität durch einheimische Sträucher und Bäume, Bienen- und Schmetterlingsweiden sowie ausgewählte Wirtspflanzen für Schädlingsfeinde unterstützt.

Zu den Fördern von Fruchtland gehört u.a. Hans Rudolf Herren, Biovision, welcher auch die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide unterstützt. Diese Bürgerstiftung (Future 3 – LebenStattGift) organisiert ein Public Hearing im ZPK.

Public Hearing synthetische Pestizide und Gesundheit

Donnerstag, 5. März 2020

Verschoben auf Donnerstag, 11. Juni 2020

13.30 Uhr  Eintreffen der Gäste zu Kaffee und Kuchen

14.00 Uhr  Begrüssung und Referate von

Prof. Dr. Charles Sultan, Université de Montpellier (F):
Pestizidbelastung – gesundheitliche, wirtschaftliche und ethische Aspekte

Dr. Laurence Huc, Institut national de la recherche agronomique et environnement de Toulouse (F):
Pestizide und Krebserkrankungen

Dr. Anton Safer, Universität Heidelberg (D):
Pestizide und neurologische Erkrankungen

15.00 Uhr  Pause

16.00 Uhr  Diskussionsrunde unter ExpertInnen und Fragen aus dem Publikum

17.30 Uhr  Ende der Veranstaltung

Das Public Hearing wird zweisprachig – Deutsch und Französisch – geführt. Eine Simultanübersetzung wird angeboten.
Moderiert wird die Veranstaltung von Marina Villa (marinavillakommunikation).

Ort: Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3, 3006 Bern

Hier finden Sie Informationen zur Anreise

Prof. Dr. Charles Sultan

Université de Montpellier (F)

Charles Sultan ist emeritierter Professor für pädiatrische Endokrinologie an der Universität Montpellier. Er ist Experte für Umweltgesundheit und Mitglied der Task Force Pestizide/Public Health. Er engagiert sich als Präsident der französischen Vereinigung für die Expertise von Agent Orange und endokrinen Disruptoren und ist Co-Direktor des interuniversitären Diploms Umwelt/Gesundheit.

 

Dr. Laurence Huc

Institut national de la recherche agronomique et environnement de Toulouse (F)

Laurence Huc ist Forscherin in der Lebensmitteltoxikologie bei Toxalim, wo sie das COMICS-Team (Contaminants & Cellular Stress) leitet, das sich mit den toxischen karzinogenen Prozessen von Schadstoffen (Kohlenwasserstoffe, Dioxine, Pestizide) befasst. Sie koordiniert ein multidisziplinäres Netzwerk von WissenschaftlerInnen, das sich mit der Verwendung von Pestiziden, ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, die biologische Vielfalt und die Kluft zwischen Krebsbiologie und regulatorischer Toxikologie beschäftigt.

Dr_Safer

Dr. Anton Safer

Universität Heidelberg (D)

1947 in Wien geboren, hat Anton Safer an der Universität Stuttgart-Hohenheim Agrarwissenschaften studiert und nach einer Weiterbildung an der Medizinischen Hochschule Hannover in Humanbiologie promoviert. Seit 2009 hat er an der Universität Heidelberg (Institute of Public Health) auf dem Gebiet der Neuroepidemiologe (Schlaganfall und ALS-Erkrankung) geforscht. Durch seine 36-jährige Tätigkeit als Biometriker in der Pharmaindustrie hat er sich intensiv mit Physiologie, Human-Pharmakologie, Toxikologie und der Bewertung, Dosierung und Sicherheit von Wirkstoffen beschäftigt. Das führte in den letzten zehn Jahren zu einer intensiven wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Pestiziden.

Interview DE – Hans Rudolf Herren, LebenStattGift, youtube

Hans Rudolf Herren: Genügend und gesunde Nahrung für alle, Heidis Mist 21.12.16

Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität …, Heidis Mist 10.7.16

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Rapsöl oder Palmöl?

13. September 2018

Am kommenden Samstag, 15. September 2018, findet im Zentrum Paul Klee in Bern ein Agri-Kultur-Tag zur Frage „Rapsöl oder Palmöl?“ statt. Der Anlass dauert von 14.00 bis 16.30 Uhr.

Die Veranstalter schreiben: „Kaltgepresstes Rapsöl gilt als äusserst gesund und ideal für die kalte Küche. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren und weist zudem ein besonders günstiges Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren auf. Neue sogenannte HOLL-Rapssorten eignen sich zum Braten und Frittieren.

Wie unterscheiden sich Raps- und Palmöl in der Qualität und in der Nachhaltigkeit? Solche Fragen diskutieren wir mit Ernährungs- und Landwirtschaftsfachleuten.

Speziellen Einblick erhalten wir in die sozialen und ökologischen Folgen des Palmölanbaus. Zudem ergründen wir wie nachhaltig die Produktion von Schweizer Rapsöl im Vergleich zum umstrittenen Palmöl ist und ob Rapsöl oder andere Öle das Palmöl ersetzen können.

Mit:
Dominik Imhof, Leiter Kunstvermittlung ZPK
Katrin Kopf, Lebensmittelwissenschafterin, Berner Fachhochschule, HAFL
Sabine Lerch, Biologin, Biovision
Harald Menzi, Agrarökologe und FRUCHTLAND-Berater ZPK

Ausstellungseintritt.

Hier finden Sie Fruchtland.

Flyer zum Ausdrucken: Agri-Kultur-Tag, Samstag 15. September 2018

Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität…, Heidis Mist vom 10.7.16

Heidis 22 Artikel über Palmöl

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Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität…

10. Juli 2016
Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Die Natur war zentral im Leben von Paul Klee. Monument im Fruchtland heisst ein Aquarell, das er 1929 malte und so heisst auch die Umgebung des Zentrums Paul Klee (ZPK). Sie ist kein Park, sondern u.a. 2,5 Hektaren Ackerfläche. ZPK: „Wie die Künste, so trägt auch die Landwirtschaft eine Verantwortung. Als Eigentümer von fruchtbarem Boden wollen wir uns der Verantwortung stellen, diesen Boden nach nachhaltig-ökologischen Prinzipien zu bewirtschaften. Und v.a. wollen wir darüber sprechen, wie dies geschehen kann und mit welchen Problemen dies verbunden ist.“

FRUCHTLAND verbindet Kultur mit aktuellen Zeitfragen bis hin zu Lösungen zur Überwindung von Hunger und Umweltbedrohungen. ZPK: „Viele Beispiele und Studien zeigen, dass eine nachhaltige und damit auch ökologische Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren kann … Der grosse Kurswechsel hat jedoch noch nicht stattgefunden. Ein Umdenken ist notwendig, aber es muss auch entsprechend gehandelt werden, in Landwirtschaft und Gesellschaft. Der Schwerpunkt FRUCHTLAND bietet die Gelegenheit, solch wichtige Themen aufzugreifen.“

Ein Weg führt durch die beschilderte Anlage, welche unentgeltlich auch ausserhalb der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden kann. Aufgrund der feuchten Wetterbedingungen ist nicht alles nach Plan gewachsen, aber es ist einiges zu sehen.

Vom Hauptbahnhof Bern ist das ZPK bequem mit Bus 12 erreichbar oder zu Fuss via Altstadt und Bärengraben. Produkte der Agrikultur werden im Museums-Shop und im Restaurant Schöngrün verkauft: Honig, Sonnenblumenöl, Vieille Prune, Apfelschnaps, Gerstenflocken und Linsen.

Beta-Gerste speziell für die menschliche Ernährung

Blütenreiche Wiesenstreifen, vielfältige Trockenwiesen und 32 verschiedene einheimische Straucharten umgeben den grosse Acker hinter dem wellenförmigen Museumsgebäuden des Architekten Renzo Piano.

Blütenreiche Wiesenstreifen, vielfältige Trockenwiesen und 32 verschiedene einheimische Straucharten umgeben den grosse Acker hinter dem wellenförmigen Museumsgebäuden des Architekten Renzo Piano.

Auf dem Acker wächst dieses Jahr Beta-Gerste. Die Dieckmann Seeds in Deutschland hat diese Gerstensorte speziell für die menschliche Ernährung gezüchtet. Die Körner enthalten viel Beta-Glucan. Weil diese löslichen Nahrungsfasern das „schlechte“ Cholesterin (LDL) abfangen und es aus dem Körper transportieren, sinkt das Risiko für koronale Herzerkrankungen.

Die E. Zwicky AG schält die Beta-Gerste und stellt Flocken her, z.B. für Vitaglucan-Müesli. Aus dem Mehl bäckt die Firma Hiestand Cuorgusto-Gerstenbrot.

Demo-Feld mit der in Afrika erfolgreichen Push-Pull-Methode

Eine kleine Parzelle zeigt die Funktionsweise von Push-Pull. Diese raffinierte Anbaumethode war Gegenstand zahlreicher Berichte in den Medien. Im ZPK kann man sie live besichtigen. Entwickelt wurde sie am Internationalen Insektenforschungsinstitut icipe in Nairobi, Biovision hat sie mitfinanziert. Die Erträge steigen (bis zu 300%), denn mit dieser Methode wird die Kultur vor Schädlingen und Trockenheit geschützt und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessert. Projekte laufen in Kenia, Tansanien, Uganda und Äthiopien. Über 100’000 Bäuerinnen und Bauern wenden Push-Pull an, bis Ende 2017 sollen es 180’000 sein.

Demo-Feld zum UNO-Jahr der Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte sind weltweit eine wichtige Nahrungsquelle für pflanzliches Eiweiss, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und zudem in Lateinamerika, Afrika und Asien ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Auch bei uns wächst ihre Bedeutung mit steigender Nachfrage nach vegetarischer Nahrung.

Die UNO hat 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Sie betont dadurch die wichtige Rolle von Bohnen, Soja, Linsen, Kichererbsen … für die Ernährungssicherheit und gesunde Ernährung. Aus diesem Grunde baut das ZPK verschiedene Hülsenfrüchte an, allein und in Mischung mit anderen Kulturen.

Demo-Feld Getreide und Pseudogetreide

Ein weiteres Feld zeigt alte Getreidesorten wie Urdinkel und Khorasanweizen sowie alte Spezialitäten aus der Schweiz, z.B. Obersaxen-Zwergweizen. Auch Pseudogetreide ist zu sehen: Quinoa, Amaranth, Chia und Buchweizen. Sie enthalten wie Getreide viel Stärke, aber keine Gluten, weshalb sie zum Backen von Brot ungeeignet sind, aber für Menschen mit Intoleranz gegen Gluten (Zöliakie) sehr bekömmlich. Diese alte Kulturpflanzen enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsfasern und teilweise viel Eiweiss.

Hohe Nachhaltigkeitsziele

Informationstafel beim Eingang zum ZPK. Eine Broschüre gibt ausführlich Auskunft über FRUCHTLAND. Das ZPK bietet auch Führungen an und organisiert Agri-Kultur-Tage, etwa am 25.7.16 Honigschleudern.

Informationstafel beim Eingang zum ZPK. Eine Broschüre gibt ausführlich Auskunft über FRUCHTLAND. Das ZPK bietet auch Führungen an und organisiert Agri-Kultur-Tage, etwa am 25.7.16 Honigschleudern.

Nachhaltigkeit ist ein abgegriffenes Wort, aber in diesem Fall angebracht. Dafür sprechen allein schon die Projektpartner: Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), Stiftung Biovision, IP-Suisse. Der Präsident der Stiftung Biovision, Hans Rudolf Herren, erhielt 1995 als erster Schweizer den Welternährungspreis. Soeben, d.h. am 7.7.16, verlieh ihm der deutsche Bio-Getränkehersteller Lammsbräu den Ehrenpreis für Nachhaltigkeit: „Sein unermüdlicher Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung weltweit überzeugte die Jury“. Agrarökologischer Berater des ZPK ist Fritz Häni, ehemals Professor für Pflanzenschutz und Agrarökologie an der HAFL.

Als Vorbild für FRUCHTLAND dienen Biolandbau, bestimmte Methoden der integrierten Produktion und andere nachhaltige Systeme. Gerne probieren die Verantwortlichen etwas Neues aus. Besonders wichtig ist eine gesunde Fruchtfolge. Mit der Vielfalt der Arten rund um die Ackerfläche sowie mit Ast- und Steinhaufen fördert das ZPK die Nützlinge. Die elf einheimischen Wildrosenarten sind attraktiv für Insekten. Wenn die Rosen im Frühjahr voller Blattläuse sind, dann ist dies kein Grund zur Panik, sondern ein Zeichen dafür, dass Nützlinge Nahrung finden und sich so schnell vermehren können, z.B. die Marienkäfer.

FRUCHTLAND verbindet NATUR, KULTUR und AGRIKULTUR. Ein Rundgang bietet Gelegenheit zum Nachdenken über unsere Landwirtschaft und darüber, wie unsere Nahrungsmittel in Zukunft umweltschonend produziert werden könnten.

10.7.16 HOME


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