Posts Tagged ‘Fungizid’

Sulfurylfluorid: Dieses Klimagift muss verboten werden

5. April 2023
Quelle: Umweltinstitut München, Facebook.

Quelle: Umweltinstitut München, Facebook.

So wie der Frühling jetzt in der Luft liegt … übrigens flog der Turmfalke gestern vor Heidis Fenster … so scheint das Sulfurylfluorid aktuell zu sein. Heidi ist am Recherchieren für einen dritten Artikel zum Thema. Dabei ist sie auf den obigen Facebook-Eintrag des Umweltinstituts München gestossen. Sie sagen es klar: „Dieses Klimagift muss verboten werden und der richtige Zeitpunkt, um aktiv zu werden, ist genau jetzt!“ Sulfurylfluorid ist giftig und schädigt das Klima – also darf es nicht weiter die Umwelt verschmutzen.

Wie das Umweltinstitut in seinem Newsletter schrieb, läuft die Zulassung der EU am 31. Oktober diesen Jahres aus. Das bietet die Möglichkeit, den Klimakiller Sulfurylfluorid vom Markt zu bekommen. Mit einer Mitmach-Aktion wollen die Münchner Druck auf die Bundesregierung machen, gegen die Verlängerung der Zulassung zu stimmen und sich für schonende Alternativen einzusetzen.

Der Spiegel schrieb am 31.3.23: „Allein im Hamburger Hafen wurden 2019 rund 200 Tonnen eingesetzt, im vergangenen Jahr waren es schon 230 – das entspricht, was die klimaschädigende Wirkung angeht, umgerechnet allein für 2020 fast einer Million Tonnen CO₂. Zusammen mit den Emissionen aus anderen Häfen wie Bremerhaven entspricht die schädliche Gesamtmenge ungefähr den jährlichen Kohlendioxid-Emissionen des innerdeutschen Flugverkehrs. Im grössten europäischen Hafen Rotterdam, wo ein Grossteil der deutschen Holzexporte abgewickelt wird, wird noch viel mehr Sulfurylfluorid eingesetzt…

… Viele Waldbesitzer müssen geschädigte und kranke Bäume nach mittlerweile drei trockenen Jahren loswerden. Da der deutsche Markt längst gesättigt ist, verkaufen viele ihr Holz zu niedrigen Preisen ins Ausland.“

Umweltinstitut München e.V. Facebook vor 4 Tagen. Spiegel 31.3.23

Sulfurylfluorid: Der Stoff, aus dem Albträume sind. Global 3.4.23

3. Die zur Behandlung von Holz eingesetzte Chemikalie Sulfurylfluorid hat als Klimakiller eine ähnlich schädliche Wirkung wie der gesamte innerdeutsche Flugverkehr. Spiegel

Sulfurylfluorid ist Ersatzgift für den Ozonkiller Methylbromid. Heidis Mist 4.4.23

Sulfurylfluorid: starkes Treibhausgas und giftiger Luftschadstoff. Heidis Mist 2.4.23

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Was ist auf Schalen von konventionellen Zitronen?

20. März 2023
Copyright: Annette F.

Copyright: Annette F.

Wer die Schalen von Zitronen für Gerichte oder Gebäcke verwenden will, muss zwingend Bio-Zitronen kaufen. Ob das Berühren der Schalen behandelter Zitronen harmlos ist oder nicht, das weiss wohl niemand so genau und beim Auspressen könnten Stoffe in den Saft gelangen. Jedenfalls sollte man konventionelle Zitronen ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weil bei Coop im Laden konventionelle und biologisch angebaute Zitronen direkt nebeneinander liegen, wissen die KundInnen oft nicht sicher, ob sie behandelte oder nicht behandelte Zitronen kaufen. Klar konventionell sind diejenigen im Netzli, die Annette für Heidi fotografiert hat.

Auf der Etikette der behandelten Zitronen sind die Stoffe aufgeführt mit welchen die reifen Früchte behandelt wurden. Eigentlich wäre es interessant, von allen Früchten und Gemüsen zu wissen, womit sie behandelt worden waren. Das dürfte aber etwas kompliziert sein, da es nicht selten viele Stoffe sind. Auf der Etikette von Annettes Zitronen sind sie für die Schale aufgeführt:

  • E 904: das ist Schellack:
    Verwendung als Überzugsmittel von Süsswaren, Obst, Nüssen, Kaffeebohnen und Snacks. Bestandteil von Kaugummi. Zitrusfrüchte glänzen dadurch schöner, fühlen sich in der Hand angenehmer an und trocknen langsamer aus.
    Bewertung: Der Lausextrakt gilt aufgrund seiner langen Tradition als harmlos, einmal abgesehen von ein paar Allergien, auch wenn eine differenzierte toxikologische Bewertung noch aussteht.
  • E 914: Polyethylenwachsoxidate:
    Polyethylen (Kunststoff), das in geschmolzenem Zustand mit Luft oxidiert wurde. Polyethylenwachsoxidate lassen sich gut emulgieren und zeichnen sich durch grosse Härte aus. Verwendung als Überzugsmittel für Orangen, Melonen, Mangos, Papayas, Avocados und Ananas – gewöhnlich in Kombination mit Netzmitteln und Schimmelschutz.
    Bewertung: Eine Einschätzung ist mangels toxikologischer Daten nicht möglich.
  • Imazalil: Fungizid Diabolo
    In der Schweiz ist der Wirkstoff Imazalil z.B. als Saatbeizmittel für Kartoffeln zugelassen. Folgende H-Gefahrenkennzeichnungen sind für das Produkt Diabolo aufgeführt:
    • H318Verursacht schwere Augenschäden.
    • H411Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
  • Imazalil: Fungizid Diabolo Plus
    Interessant ist das Produkt Diabolo Plus. Es enthält Imazalil und Flutolanil. Das Mittel ist zugelassen für die Rhizoctonia-solani-Krankheit sowie Silberschorf. Während für das Fungizid mit dem Wirkstoff Flutolanil allein folgende Gefahrenkennzeichnungen aufgeführt sind H317Kann allergische Hautreaktionen verursachen und H411Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung, scheint die Kombination von Imazalil und Flutolanil schädlicher zu sein, denn die Gefahrenkennzeichnungen lauten (Cocktaileffekt?):
    • H318Verursacht schwere Augenschäden.
    • H351Kann vermutlich Krebs erzeugen.
    • H410Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
  • Imazalil: Für Fische ist Imazalil giftig, die LC50 für Forellen liegt bei 2,5 mg/L. Die Halbwertszeit für den Abbau im Boden beträgt etwa ein halbes Jahr. Imazalil verbleibt im Boden und wird nicht ausgewaschen.

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Syngenta-Getreide-Fungizid Elatus Era kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen

12. März 2023
Quelle: Pflanzenschutzverzeichnis des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, abgerufen am 12.3.23

Quelle: Gefahrenkennzeichnung Fungizid Elatus Era von Syngenta im Pflanzenschutzverzeichnis des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, abgerufen am 12.3.23.

Heute ein Mail von Fabian, ein kurzes!

Liebe Heidi, in der Bauernzeitung ein Inserat
Gruss
Fabian

Syngenta preist das Fungizid Elatus Era als das innovativste Fungizid an und das Nr. 1 Getreidefungizid der Schweiz. Es enthält die Wirkstoffe Benzovindiflupyr und Prothioconazole  und soll gegen viele Getreidekrankheiten wirken:

  • Gerste: Echter Mehltau, Netzfleckenkrankheit, Rhynchosporium-Blattfleckenkrankheit, Sporenkelnekrosen (PLS+RCC), Zwergrost
  • Korn (Dinkel): Ährenfusariosen, Braunrost, Echter Mehltau, Gelbrost, Septoria-Blattdürre (S. tritici oder S. nodorum), Septoria-Spelzenbräune (S. nodorum)
  • Triticale: Braunrost, Echter Mehltau, Gelbrost, Rhynchosporium-Blattfleckenkrankheit, Septoria-Blattdürre (S. tritici oder S. nodorum)
  • Weizen: Braunrost, Echter Mehltau, Gelbrost, Septoria-Blattdürre (S. tritici oder S. nodorum), Septoria-Spelzenbräune (S. nodorum)

Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln untersuchen die Hersteller nur die negativen Wirkungen auf ein paar wenige Organismen. Oft sind die Mittel sehr schädlich für Wasserorganismen. Auch Gesundheitsrisiken für die Menschen sind zum Teil erschreckend. Allergien, Haut- und Augenreizungen werden genannt und immer wieder findet man „Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen“.

Die Gefahren werden gekennzeichnet, nicht aber die logischen Konsequenzen aus solch möglichen „Nebenwirkungen“ gezogen: keine Zulassung oder Zulassung entziehen. Nein, man lässt die Bauern spritzen und hofft, dass nichts passiert und niemand etwas beweisen kann.

Zumindest müssten Schwangere gewarnt werden: „Esst keine konventionellen Lebensmittel!“

Syngenta-Werbung für das Fungizid Elatus Era in der Bauernzeitung

Syngenta-Werbung für das Fungizid Elatus Era in der Bauernzeitung

 

 

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Pestizidreduktion in Apfelplantagen und Einfluss des Klimawandels

5. März 2023

Quelle: Johann G. Zaller et al., Science of the Total Environment.

Johann G. Zaller et al., Science of the Total Environment.

Quelle: Potential to reduce pesticides in intensive apple production through management practices could be challenged by climatic extremes. Johann G. Zaller et al., Science of the Environmental

Johann G. Zaller und weitere Wissenschaftler der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien, des Umweltforschungsinstituts von Global2000/Friends of the Earth Österreich sowie der Universidad de Extremadura, Badajoz, Spanien, haben den Pestizideinsatz und die Anbaumethoden auf 2’549 kommerziellen Apfelplantagen analysiert. Eine wichtige Schlussfolgerung ist: Das Potenzial zur Verringerung von Pestiziden im intensiven Apfelanbau durch Bewirtschaftungspraktiken könnte durch klimatische Extreme in Frage gestellt werden.

Zusammenhänge erkennen

Äpfel sind das am dritthäufigsten produzierte Obst der Welt, aber ihre Produktion ist oft pestizidintensiv. Das Ziel der Wissenschaftler war es, anhand der Aufzeichnungen von Landwirten in Österreich zwischen 2010 und 2016 Möglichkeiten zur Pestizidreduktion zu identifizieren. Sie untersuchten wie der Pestizideinsatz mit der Betriebsführung, den Apfelsorten und den meteorologischen Parametern zusammenhing und wie er sich auf die Erträge und die Toxizität für Honigbienen auswirkte.

Eingesetzte Pestizide

Auf den Apfelfeldern wurden pro Saison 29,5 Pestizidanwendungen mit einer Aufwandmenge von 56,7 kg pro Hektar durchgeführt, die insgesamt 228 Pestizidprodukte mit 80 Wirkstoffen umfassten. Im Laufe der Jahre entfielen 71% der ausgebrachten Pestizidmengen auf Fungizide, 15% auf Insektizide und 8% auf Herbizide. Die am häufigsten verwendeten Fungizide waren Schwefel (52%), gefolgt von Captan (16%) und Dithianon (11%). Von den Insektiziden wurden Paraffinöl (75%) und Chlorpyrifos/Chlorpyrifos-Methyl (6% zusammen) am häufigsten eingesetzt, bei den Herbiziden Glyphosat (54%), CPA (20%) und Pendimethalin (12%).

Was beeinflusste den Pestizideinsatz?

Der Pestizideinsatz stieg mit zunehmender Häufigkeit der Bodenbearbeitung und Düngung, zunehmender Feldgrösse, steigenden Temperaturen im Frühjahr und trockeneren Sommerbedingungen. Der Pestizideinsatz nahm mit zunehmender Anzahl der Sommertage mit Höchsttemperaturen über 30°C und der Anzahl der warmen, feuchten Tage ab. Die Apfelerträge standen in einem signifikant positiven Zusammenhang mit der Anzahl der Hitzetage, der feuchtwarmen Nächte und der Häufigkeit der Pestizidbehandlungen, wurden aber nicht von der Häufigkeit der Düngung und der Bodenbearbeitung beeinflusst.

Die Toxizität für Honigbienen stand nicht im Zusammenhang mit dem Einsatz von Insektiziden. Pestizideinsatz und Ertrag standen in signifikantem Zusammenhang mit den Apfelsorten.

Die Analyse der Wissenschaftler zeigt, dass der Pestizideinsatz in den untersuchten Apfelbetrieben durch weniger Düngung und Bodenbearbeitung reduziert werden kann, auch weil die Erträge um mehr als 50% über dem europäischen Durchschnitt lagen. Wetterextreme im Zusammenhang mit dem Klimawandel, wie z. B. trockenere Sommer, könnten jedoch Pläne zur Verringerung des Pestizideinsatzes in Frage stellen.

Was ist für die Pestizidreduktion wichtig?

Insgesamt ergab diese Analyse eines der umfassendsten Datensätze kommerzieller Apfelbetriebe mehrere wichtige Erkenntnisse, die für die Reduzierung des Pestizideinsatzes von Bedeutung sind.

  • Erstens hatten die Häufigkeit der Bodenbearbeitung und Düngung sowie die angebauten Apfelsorten einen erheblichen Einfluss auf die Intensität des Pestizideinsatzes.
  • Zweitens unterschieden sich die Apfelbetriebe erheblich in ihrer Pestizidintensität, selbst wenn sie in derselben Region lagen, was darauf hindeutet, dass Pläne zur Verringerung des Pestizideinsatzes auch Verhaltensaspekte berücksichtigen müssen.
  • Drittens wurden meteorologische Parameter, die mit dem Klimawandel zusammenhängen, mit der Pestizidintensität in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass regionalisierte Klimawandelmodelle in Verbindung mit einfachen Mengen- und Risikominderungszielen einbezogen werden sollten.

Pestizid-Aufzeichnungen sollten veröffentlicht werden

Analysen wie die hier gezeigten können nur mit qualitativ hochwertigen Daten zum Pestizideinsatz durchgeführt werden, die derzeit in Europa, anders als beispielsweise in Kalifornien, nicht veröffentlicht werden. Da alle Apfelbauern verpflichtet sind, Aufzeichnungen über die auf dem Feld ausgebrachten Pestizide zu führen, wäre es wichtig und relativ einfach, diese Daten zu sammeln, um den Ursprung der Umweltverschmutzung wissenschaftlich zu untersuchen und die Reduktionsziele zu validieren. Solche Analysen und Erfahrungen könnten dann auf andere pestizidintensive Apfelanbaugebiete in der Welt übertragen werden, wo die Datenlage noch schlechter ist.

Risiko für Umwelt und Menschen senken

Die Etablierung eines systematischen und standardisierten Pestizidmonitorings würde es ermöglichen, Zusammenhänge mit der Wirksamkeit von Minderungsmassnahmen zu erkennen und würde das europäische Green-Deal-Ziel erleichtern, den Pestizideinsatz und die Risiken bis 2030 um 50% und den Düngereinsatz um 20% zu reduzieren. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl die Reduzierung des Düngemittel- als auch des Pestizideinsatzes unter Beibehaltung der durchschnittlichen Apfelerträge machbar erscheint.

Inwieweit und wo Aspekte des Klimawandels eingreifen, muss weiter untersucht werden. Darüber hinaus würde eine Reduzierung des Pestizideinsatzes nicht nur das Risiko für die Umwelt, sondern auch für die Menschen in Regionen mit intensivem Apfelanbau auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft und einem nachhaltigeren Lebensmittelsystem verringern.

Potential to reduce pesticides in intensive apple production through management practices could be challenged by climatic extremes. Johann G. Zaller et al., Science of the Environmental

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Abkochen und Blumenschmuck nützen nichts gegen Pestizide im Trinkwasser

8. August 2022

Brunnen gibt es in den Schweizer Dörfern viele, nur ist das Wasser, das aus ihren Röhren fliesst, längst nicht mehr überall sauber.

Brunnen gibt es in den Schweizer Dörfern viele, nur ist das Wasser, das aus ihren Röhren fliesst, längst nicht mehr überall sauber.

Wir wissen es: In intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten ist das Trinkwasser nicht sauber. Besonders Nitrat, Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte bereiten den Trinkwasserversorgern Sorge. Metaboliten des Fungizids Chlorothalonil belasten das Grundwasser grossflächig mit mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter. In mehr als der Hälfte aller Kantone treten Metaboliten in diesen Konzentrationen auf. Das Bundesamt für Umwelt schreibt auf seiner Homepage: „Da sich Grundwasser relativ langsam erneuert und die Metaboliten von Chlorothalonil ausgesprochen langlebig sind, ist davon auszugehen, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch während Jahren in grösserem Ausmass beeinträchtigen werden.“

Was tun die Trinkwasserversorger? Viele warten. Worauf? Auf den Gerichtsentscheid. Wie es halt so läuft, die Verursacherin des Übels, die Syngenta, klagte gegen das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Die Richter brüten noch über dem Aktenberg, werden darüber entscheiden, ob die Metaboliten von Chlorothalonil „relevant“ sind oder nicht. Je nach dem ist ein Höchstwert einzuhalten oder nicht. Ein Entscheid wird im Herbst oder spätestens Ende 2022 erwartet. Und die Bauern? Sie pochen darauf, dass sie das heute verbotene Chlorothalonil korrekt gespritzt hatten.

Die Seeländische Wasserversorgung (SWG) in Worben hat eine Pilotanlage zur Umkehrosmose installiert und beabsichtigt, eine 1,7 Mio. Franken teure Anlage zur Filtrierung des Trinkwassers in der Fassung Worben zu installieren. Die Konzentrationen der Chlorthalonil-Metaboliten nach der Filtrierung sind alle unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Ein Pestizid löst das andere ab in der Geschichte der Pestizide. Überraschungen folgen mit Verzug.

Chlorothalonil-Metaboliten im Grundwasser. Bundesamt für Umwelt (BAFU)

21.4324 Interpellation, Nadine Masshardt: Gelten für Chlorothalonil-Metaboliten keine Höchstwerte mehr?

Chlorothalonil, Wikipedia

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Pestizide in der Luft: potentielle Gefahr für die Artenvielfalt und den Menschen

21. Juni 2022

bb. 4. Prozentualer Beitrag zur humantoxikologischen Einstufung von Fungiziden (30 Wirkstoffe), Herbiziden (24 a.i.) und Insektiziden (13 a.i.), die mit Passivsammlern (nur PUF) nachgewiesen wurden. Es wurden nur eindeutige Klassifizierungen berücksichtigt. Die Interpretation der Gefahren für die menschliche Gesundheit basiert auf der Pesticide Properties Database (Lewis et al., 2016) und der EU-Pestiziddatenbank (EC, 2021a).

https://heidismist.files.wordpress.com/2022/06/pestizide_luft_mensch.jpg Abb. 4. Prozentualer Beitrag zur humantoxikologischen Einstufung von Fungiziden (30 Wirkstoffe), Herbiziden (24 a.i.) und Insektiziden (13 a.i.), die mit Passivsammlern (nur PUF) nachgewiesen wurden. Es wurden nur eindeutige Klassifizierungen berücksichtigt. Die Interpretation der Gefahren für die menschliche Gesundheit basiert auf der Pesticide Properties Database (Lewis et al., 2016) und der EU-Pestiziddatenbank (EC, 2021a).

Quelle: Pesticides in ambient air, influenced by surrounding land use and weather, pose a potential threat to biodiversity and humans. Science of The Total Environment.

Ein Forschungsteam um Johann G. Zaller der Universität für Bodenkultur Wien hat zusammen mit Wissenschaftlern von TIEM Integrierte Umweltüberwachung und der Medizinischen Universität Wien das Vorkommen von Pestiziden in der Luft untersucht. Sie stellten eine weit verbreitete Luftverschmutzung durch Pestizide fest, was darauf hindeutet, dass die derzeitigen Umweltverträglichkeitsprüfungen, Feldanwendungstechniken, Schutzmassnahmen und Vorschriften nicht ausreichen, um die Umwelt und den Menschen vor einer potenziell schädlichen Exposition zu schützen.

Analyse von Zusammenhängen

Es ist nur wenig darüber bekannt, wie Anzahl und Konzentration von Pestizidrückständen in der Luft durch die Landnutzung, Wechselwirkungen mit meteorologischen Parametern oder durch substanzspezifische chemisch-physikalische Eigenschaften beeinflusst werden und welche potenziellen toxikologischen Gefahren dies für Nichtzielorganismen, einschliesslich des Menschen, mit sich bringen könnte.

Die Wissenschaftler installierten passive Luftsammler (Polyurethan-PUF- und Polyester-PEF-Filtermatrizen) in 15 Regionen mit unterschiedlicher Landnutzung in Ostösterreich für bis zu 8 Monate. Die Proben wurden mittels Gaschromatographie/Massenspektrometrie auf 566 Substanzen untersucht. Es wurden Zusammenhänge zwischen Häufigkeit und Konzentrationen von Pestiziden, Landnutzung, meteorologischen Parametern, Stoffeigenschaften und Jahreszeit analysiert.

67 Wirkstoffe gefunden

Gefunden wurden insgesamt 67 Pestizidwirkstoffe (24 Herbizide, 30 Fungizide, 13 Insektizide) mit 10 bis 53 Pestiziden pro Standort. Die Herbizide Metolachlor, Pendimethalin, Prosulfocarb, Terbuthylazin und das Fungizid HCB wurden in allen PUF-Probenehmern gefunden, Glyphosat in allen PEF-Probenehmern; Chlorpyrifos-ethyl war das am häufigsten vorkommende Insektizid, das in 93% der Probenehmer gefunden wurde. Die höchsten Konzentrationen wiesen das Herbizid Prosulfocarb (725 ± 1218 ng Probe−1), das Fungizid Folpet (412 ± 465 ng Probe−1) und das Insektizid Chlorpyrifos-ethyl (110 ± 98 ng Probe−1) auf.

Pestizide auch in Nationalparks und Stadtzentrum

Anzahl und Konzentration der Pestizide nahmen mit zunehmendem Anteil an Ackerland in der Umgebung zu. Pestizide wurden jedoch auch in zwei Nationalparks (10 und 33 Pestizide) oder einem Stadtzentrum (17 Pestizide) gefunden. Die Anzahl und Konzentration der Pestizide änderte sich zwischen den Jahreszeiten und korrelierte mit der Landnutzung, der Temperatur, der Strahlung und dem Wind, wurde aber nicht von der Flüchtigkeit der Substanzen beeinflusst.

Hohes Toxizitätspotential für Menschen

Die potenzielle ökotoxikologische Belastung von Säugetieren, Vögeln, Regenwürmern, Fischen und Honigbienen stieg mit zunehmender Pestizidzahl und -konzentration. Das Humantoxizitätspotenzial der nachgewiesenen Pestizide war hoch, wobei durchschnittlich 54% akut toxisch, 39% reproduktionstoxisch, 24% kanzerogen und 10% endokrinschädigend waren.

Mehrere dieser Pestizide stellen möglicherweise ein toxikologisches Risiko für Organismen, einschliessich des Menschen, dar, aber die Auswirkungen einer solchen Kontamination sind nicht gut bekannt. Ein Aspekt, der in der wissenschaftlichen und öffentlichen Debatte selten angesprochen wird, ist die Tatsache, dass die in Luftproben gefundenen Pestizide auch in privaten Gärten, Naturschutzgebieten oder auf Feldern von Biobetrieben abgelagert sein können.

Schutz ungenügend

Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass die regulatorischen Leitlinien zur Exposition von Anwendern, Arbeitnehmern, Anwohnern und Umstehenden (EFSA, 2014) unzureichend sind. Daher empfehlen die ForscherInnen eine allgemeine Verringerung der Pestizidexposition, wie sie in der europäischen „Form-to-Fork“-Strategie für nachhaltige Landwirtschaft vorgesehen ist.

Ausbringpraxis muss verbessert werden

Eine Voraussetzung für weitere Forschung wäre die systematische Überwachung von Pestiziden in der Luft und anderen Medien, wie sie bereits für die Pestizidüberwachung von Lebensmitteln besteht (EPRS, 2018). Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Ausbringungspraxis von Pestiziden als Vorsichtsmassnahme verbessert werden sollte, um die Gesundheit von Mensch und Umwelt vor unkontrollierter Pestizidexposition zu schützen.

Pestizide in der Luft, die von der Landnutzung und dem Wetter in der Umgebung beeinflusst werden, sind eine potenzielle Gefahr für die biologische Vielfalt und den Menschen.

Pesticides in ambient air, influenced by surrounding land use and weather, pose a potential threat to biodiversity and humans. Johann G.Zallera,, MarenKruse-Plaßb, UlrichSchlechtriemenc, EdithGrubera, MariaPeera, ImranNadeemd, HerbertFormayerd, Hans-PeterHuttere, LukasLandlera. Science of The Total Environment, Volume 838, Part 2, 10 September 2022, 156012

Pestizide in der Schweizer Luft

Greenpeace hat von Mai bis November 2019 an vier Standorten Pestizid-Untersuchung mit Passivsammlern gemacht.

Insgesamt wurden pro Standort und Messzeitraum 213 Pestizidwirkstoffe und Metaboliten analysiert. Als Standorte wurden biologisch bewirtschaftete Betriebe in unterschiedlichen Schweizer Gegenden ausgewählt. An Standort A im Wallis wird Obst- und Weinbau betrieben, an Standort B in der Nordwestschweiz Ackerbau, an Standort C im Mittelland ebenfalls Ackerbau und an Standort D in der Ostschweiz Obstbau. An allen Standorten war sowohl im Sommer als auch im Herbst eine mehrfache Belastung mit Pestiziden festzustellen. Dabei war Standort A der am stärksten belastete und Standort B der am wenigsten belastete.

Insgesamt konnten 25 verschiedene Pestizidwirkstoffe bzw. Metaboliten nachgewiesen werden. Am häufigsten wurden die Fungizide Folpet, Captan, Chlorothalonil und Cyprodinil, die Herbizide Terbuthylazin, Metolachlor und Pendimethalin sowie das Insektizid Chlorpyrifos nachgewiesen.

Auch längst verbotene Pestizide

Es wurden 13 unterschiedliche Fungizid-Wirkstoffe nachgewiesen, sieben Herbizid-Wirkstoffe sowie drei verschiedene Insektizide bzw. Akarizide, darunter der Wirkstoff Brompropylat, der seit 2010 nicht mehr zugelassen ist. Ausserdem wurden zwei Metaboliten gefunden: AMPA, ein Abbauprodukt von Glyphosat, sowie 4,4′-DDE, ein Abbauprodukt des längst nicht mehr zugelassenen DDT, das aber so persistent ist, dass es in der Umwelt nach wie vor präsent und sehr weit verbreitet ist.

Diese explorative Untersuchung zeigt, dass es in der Schweiz – wie in anderen Ländern auch – ein Problem mit der Verfrachtung von Pestiziden gibt. Eine grösser angelegte Untersuchung mit mehreren Standorten und häufigeren Probenentnahmen über die gesamte Spritzsaison hinweg scheint angebracht, um die Belastung im Zeitverlauf feststellen zu können.

Abdrift-Massnahmen ungenügend

Dass Pestizide nicht auf der Fläche bleiben, auf der sie ausgebracht wurden, ist ein bekanntes Problem. In der Schweiz gibt es deshalb auch Massnahmen, die die Abdrift von Pestiziden verringern sollen. Diese sind in den «Weisungen betreffend die Massnahmen zur Reduktion der Risiken bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln» festgehalten (BLW 2020). Allerdings gelten die Weisungen nur für bestimmte Pestizide. Die vorliegende explorative Untersuchung gibt deutliche Hinweise darauf, dass die darin festgehaltenen Massnahmen nicht ausreichend sind, um die Verfrachtung von Pestiziden durch die Luft zu vermeiden.

Diese Untersuchung zeigt, dass es auch in der Schweiz ein Problem mit der Verfrachtung von Pestiziden gibt. Eine grösser angelegte Untersuchung mit noch mehr Standorten, einer grösseren Anzahl an Wirkstoffen und häufigeren Probenentnahmen über die gesamte Spritzsaison hinweg, würde eine Feststellung der Belastung über einen Zeitverlauf ermöglichen und erscheint sinnvoll. Bisher gibt es in der Schweiz keine systematische Untersuchung der Verfrachtung von Pestiziden durch die Luft.

Pestizide in der Schweizer Luft. Greenpeace 11.11.20

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Alle Jahre wieder: Beginn Kraut- und Knollenfäule-Epidemie in Frühkartoffeln!

29. Mai 2021
Die Sorte Osira, Sortenblatt Agroscope, Swisssem uns Swisspatat.

Die Sorte Osira, Sortenblatt Agroscope, Swisssem und Swisspatat, 2018.

Vor mehr als 30 Jahren wurde an der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz (heute Agroscope) das Warn- und Prognosemodell PhytoPRE für die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel entwickelt und inzwischen laufend verfeinert. Heute gibt es auch Varianten für IP und Bio.

Seit Beginn der Aufzeichnungen von PhytoPRE brach die Pilz-Epidemie regelmässig in Frühkartoffelfeldern aus. Wenn die Folien weggenommen werden, dann nimmt der Wind die Sporen des Pilzes mit. Frühkartoffeln anbauen, vertreiben bzw. kaufen und essen ist höchst unökologisch und unfair gegenüber all den ProduzentInnen, die danach Pestizide spritzen müssen, wenn die Bedingungen (Feuchte, Temperatur) für die Entwicklung von Phytophthora infestans günstig sind, unfair auch uns KonsumentInnen gegenüber, welche die gespritzten Kartoffeln essen und von den höheren Spritzmittelkosten betroffen sind. Die Frühkartoffelanbauer hingegen kassieren einen höheren Preis, daher ist der Anbau beliebt!

2018 neu bewilligt: hoch anfällige Sorte Osira

Wie der Schweizer Bauer berichtet, ist auch dieses Jahr die Epidemie in einem Frühkartoffelfeld ausgebrochen, auf der Sorte Osira in Dorf ZH. Die Sorte Osira ist hoch anfällig für die Krautfäule und mittel anfällig für die Knollenfäule sowie anfällig für Krebs und hoch schlagempfindlich, also Gefahr für Food Waste. Sie wurde als „Verarbeitungssorte“ 2018 in die Sortenliste aufgenommen. Osira eignet sich für die Chipsherstellung. Hier finden Sie alle Eigenschaften von Osira.

Schweizer Bauer vom 22.5.21: „Die Produzenten sollten so schnell wie möglich eine Fungizidbehandlung durchführen, wenn der Krautfäulebefall im Umkreis von 5 km liegt.

Ab dem Abdecken müssen grundsätzlich alle Folienkartoffeln überwacht und mit einem teilsystemischen Fungizid geschützt werden, und auch die übrigen Kartoffeln sollten kontrolliert werden.

Infektionen müssen der kantonalen Fachstelle für Pflanzenschutz gemeldet werden oder an PhytoPre, Telefon 058 468 72 39 oder www.phytopre.ch.“

Heidi meint: „Die Abschaffung des Anbaus von Folienkartoffeln ist nicht im Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmittel des Bundes enthalten. Also müssen wir KonsumentInnen vernünftigerweise auf Frühkartoffeln verzichten, selbst wenn sie als Aktion billig angeboten werden! Chips? Das ist ein extrem hoher Kartoffelpreis pro kg mit viel Verpackung (Abfall), also nur für seltene Anlässe sinnvoll! Wer eine Friteuse hat, kann sie auch selber frisch herstellen.

Und wieso wird eine so anfällige Sorte in den Sortenkatalog aufgenommen? Weil es die Industrie so will?“

Erste Krautfäule entdeckt. Schweizer Bauer vom 22.5.21

IG Zukunft Pflanzenschutz wirbt mit „falschen Fakten“. Heidis Mist vom 13.8.20

Folienkartoffeln verursachen höheren Pestizid-Einsatz im regulären Kartoffelbau. Heidis Mist vom 11.3.18

29.5.21 HOME

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Chlorothalonil tötet Pilze … und schädigt Bienen und Hummel

19. Mai 2021
Copyright: Wanyi Zhu et al. 2014

Copyright: Wanyi Zhu et al. 2014

Bienen und Hummel erbringen lebenswichtige Bestäubungsleistungen für die Mehrzahl der blühenden Pflanzen sowohl in natürlichen als auch in landwirtschaftlichen Systemen. Pestizide sind eine Ursache der Schädigung von Insekten. Selbst Fungizide, die im Allgemeinen als sicher für Bienen gelten, können nachweislich die Entwicklung von Honigbienen stören und das Verhalten von Hummeln beeinträchtigen.

Fungizid beeinträchtigt Hummelkolonie

Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie Fungizide das Wachstum von Hummelvölkern beeinflussen können. WissenschaftlerInnen der Universität Wisconsin und des United States Department of Agriculture Madison untersuchten die Auswirkungen von feldrelevanten Mengen des Fungizids Chlorothalonil auf Kolonien einer einheimischen Hummelart (Bombus impatiens). Hummelvölker, die dem Fungizid ausgesetzt waren, produzierten weniger Arbeiterinnen, hatten eine geringere Gesamtbiomasse an Bienen und leichtere Königinnen als die Kontrollkolonien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fungizide, in diesem Fall Chlorothalonil, den Erfolg dieser Hummelkolonien negativ beeinflussen.

Toxizität von Pestiziden für Honigbienenlarven

Forschende an der Pennsylvania State University untersuchten die chronische orale Toxizität der vier am häufigsten in Pollen und Wachs nachgewiesenen Pestizide – Fluvalinat, Coumaphos, Chlorothalonil und Chlorpyrifos – für Honigbienenlarven. Alle Pestizide lösten einen signifikanten Anstieg der Larvensterblichkeit im Vergleich zu unbehandelten Larven um mehr als das Zweifache aus, mit einem starken Anstieg nach drei Tagen der Exposition.

Unter diesen vier Pestiziden waren die Honigbienenlarven im Vergleich zu den erwachsenen Tieren am empfindlichsten gegenüber Chlorothalonil. Die WissenschaftlerI testeten auch den üblichen „inerten“ Inhaltsstoff N-Methyl-2-Pyrrolidon in sieben Konzentrationen und dokumentierten seine hohe Toxizität für Bienenlarven. Sie zeigten, dass eine chronische Nahrungsexposition gegenüber einem Fungizid, Pestizidmischungen und einem Formulierungslösungsmittel das Potenzial hat, sich auf Honigbienenpopulationen auszuwirken, und dass dies weitere Untersuchungen nötig macht.

Diese Studien wurden bereits 2014 bzw. 2015 veröffentlicht und es gibt viele ähnliche Studien. Trotzdem werden die Bestäuber zu wenig geschützt.

Four Common Pesticides, Their Mixtures and a Formulation Solvent in the Hive Environment Have High Oral Toxicity to Honey Bee Larvae. Published: January 8, 2014, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0077547

Colonies of Bumble Bees (Bombus impatiens) Produce Fewer Workers, Less Bee Biomass, and Have Smaller Mother Queens Following Fungicide Exposure. Insects 2015, 6(2), 478-488; https://doi.org/10.3390/insects6020478

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Pflanzenschutzmittel: Kosten sie uns mehr als sie nützen (2)

2. Februar 2020

Das Fungizid Amarel-Folpet DF mit diesen Gefahrenkennzeichnungen darf gemäss Bundesamt für Landwirtschaft aus der Luft über Rebberge verspüht werden. Stand Pflanzenschutzmittelverzeichnis 2.2.20.

Das Fungizid Amarel-Folpet DF mit diesen Gefahrenkennzeichnungen darf gemäss Bundesamt für Landwirtschaft aus der Luft über Rebberge verspüht werden. Stand Pflanzenschutzmittelverzeichnis 2.2.20.

Wer soll das bezahlen? Diese Frage wird heute in Anbetracht der Verschmutzung des Trinkwassers mit Metaboliten von Chlorothalonil häufig gestellt. Wer soll die Reinigungs- und Sanierungskosten bezahlen? Renate Amstutz, Direktorin des Schweizerischen Städteverbands, verweist zu Recht auf das Gewässerschutzgesetz, denn dieses nennt klar das Verursacherprinzip. Also muss das Geld für die Sanierung bzw. Reinigung des Trinkwassers von jenen Bauern kommen, welche Pestizide einsetzen.

Externe Kosten der Pestizide

Heidi hat vor vier Jahren über eine Studie des Institut national de la recherche agronomique (INRA) informiert, welche den Titel trägt The Hidden and External Costs of Pesticide Use und gleichzeitig auf eine Schweizer Studie aus dem Jahre 2014 hingewiesen: Volkswirtschaftliche Kosten des Pestizideinsatzes in der Schweiz. Die französischen Forscher stellten die provokative Frage: „Pestizide – kosten sie uns mehr als sie uns nützen?“ Die vielfältigen Kosten, welche durch Pestizide verursacht werden, sind bis heute kaum untersucht, dürften aber hoch sein, meint Heidi.

Vier Kategorien versteckte Kosten

Die INRA-Studie listet vier Kategorien versteckter Kosten auf: Umwelt-, Gesundheits-, Regulierungs- und auch Vermeidungskosten. Die ersten quantifizieren die Schädigung der von der Natur angebotenen Ökosystemleistungen (Bestäubung usw.); Gesundheitskosten umfassen Gesundheitskosten, Verlust der Arbeitsproduktivität usw .; zu den Regulierungskosten zählen öffentliche Mittel zur Regulierung und Kontrolle dieser Stoffe oder zur Sanierung kontaminierter Gewässer und deren Umgebung. Was die Vermeidungskosten betrifft, so werden diese hauptsächlich durch die Mehrausgaben jener Haushalte verursacht, die sich für Bio-Lebensmittel entscheiden, um die Aufnahme von Pestiziden zu minimieren.

Nicht nur Heidi hat in letzter Zeit häufig an die INRA-Studie gedacht, auch die Leute der Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide haben die Studie ausgegraben und auf Twitter verlinkt bzw. einen Beitrag von Le temps vom 28.3.16 Les coûts cachés des pesticides.

Pflanzenschutzmittel: Kosten sie uns mehr als sie nützen? Heidis Mist 23.3.16

Pestizid-Rückstände im Trinkwasser, SRF 10vor10 vom 31.1.20

Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Leben statt Gift auf Twitter

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Von Guy Parmelin, Chlorothalonil und einer Tierbedarfshandlung

17. November 2019

Chlorothalonil: Blick ins Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft

Chlorothalonil: Blick ins Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft

Die Abbauprodukte von Chlorothalonil ist langlebig im Grundwasser, Trinkwasserfassungen mussten geschlossen werden, das Mittel wurde in der EU verboten, da Verdacht auf krebserregend und sogar erbgutverändernd. Uns SchweizerInnen hat Bundesrat Guy Parmelin ein Verbot per Oktober 2019 in Aussicht gestellt. Und was läuft? Die Beamten sind am Studium von neuen Akten der Chlorothalonil-verkaufswilligen Industrie. Ein Entscheid ist erst im 2020 zu erwarten! Orientieren Sie sich weiter beim Schweizer Fernsehen 10vor10 vom 15.11.19:

„Bundesrat Guy Parmelin versprach das Fungizid Chlorothalonil bis Oktober zu verbieten. Nun ist es November und es gibt noch immer kein Verbot. Die Wasserversorger schlagen Alarm.“

Verunreinigtes Trinkwasser Wird Chlorothalonil gar nicht verboten? SRF 10vor10 vom 15.11.19

Gefahrenkennzeichnung Chlorothalonil

  • H315 Verursacht Hautreizungen.
  • H317 Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
  • H318 Verursacht schwere Augenschäden.
  • H332 Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
  • H335 Kann die Atemwege reizen.
  • H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen.
  • H410 Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Heidis Frage: Ist das Bundesamt für Landwirtschaft als Zulassungsstelle für Pflanzenschutzmittel unabhängig und vertrauenswürdig?

NaNas Witzecke

Kommt jemand in die Tierbedarfshandlung:

„Guten Tag, ich möchte gern einen Maulkorb.“

„Tut mir leid! Alle ausverkauft! Herr Parmelin war da. Aber kommen sie übermorgen wieder, dann erhalten wir die Occasionsmodelle aus den USA.“

Von Forschungsfreiheit und Forschungszwängen, Heidis Mist 12.11.19

Petition: Keine Zensur der Eawag durch den Bundesrat, Heidis Mist 14.11.19

Wissenschaftler dürfen nicht sagen, wie giftig unser Trinkwasser wirklich ist. Parmelin verpasst ETH-Forschern Maulkorb. Lea Hartmann, Blick 11.11.19

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