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Wie schadet Stickstoff unserem Planeten?

27. Juni 2021
Stickstoffverschmutzung kann die Ozonschicht zerstören. NASA/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Stickstoffverschmutzung kann die Ozonschicht zerstören. NASA/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Aus dem Englischen übersetzt mit Hilfe von DeepL

„Wenn wir uns nicht um Stickstoff kümmern, wird der Umgang mit allen anderen Umweltproblemen sehr viel schwieriger“ sagt Mark Sutton, UK Centre for Ecology and Hydrology. Er untersucht Verschmutzungen durch Stickstoff seit Jahrzehnten.

Der Wissenschaftsjournalist Andrew Zaleski berichtete im New Scientist vom 15.5.21 über das Thema, Titel: Der Stickstoff-Notstand: Wie wir unsere vergessene Umweltkrise beheben. Die Stickstoffverschmutzung vergiftet unser Wasser und setzt unserer Luft zu – und sie verschlimmert andere Umweltprobleme. Aber wenn wir uns jetzt organisieren, können wir zurückschlagen, bevor es zu spät ist.

The godfather of pollution

Andrew Zalenski beginnt seinen Beitrag über Stickstoff „The godfather of pollution“ wie folgt: „Es gibt ein unsichtbares Gas in der Erdatmosphäre, das eine Umweltkrise nährt. Die Schäden werden jedes Jahr schlimmer. Wenn die Dinge unkontrolliert bleiben, steuern wir auf eine globale Katastrophe zu. Und hier ist das Beunruhigendste an diesem Gas: Es ist nicht Kohlendioxid.

Stickstoff gilt normalerweise als harmloses Zeug, schliesslich macht dieser farblose Stoff 78 Prozent der Erdatmosphäre aus. Wenn Sie eine erfrischende Brise auf Ihren Wangen spüren, sind es meist Stickstoffmoleküle, die vorbeirauschen. In unseren Ökosystemen findet ein natürlicher Kreislauf von Stickstoff aus der Luft in und aus unseren Böden statt, wo er einen wichtigen Nährstoff für Pflanzen bildet. Das Problem ist, dass dieser Kreislauf durch die Aktivitäten des Menschen gefährlich aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das Ergebnis ist, dass Stickstoff in schädlichen Formen die weitere Umwelt überschwemmt.

Einige der Auswirkungen dieser Krise sind schon seit langem bekannt. Wir wissen zum Beispiel seit langem, dass die Verschmutzung durch stickstoffhaltige Verbindungen zu Algenblüten führt, welche die Wasserwege verstopfen. Aber auch andere Auswirkungen rücken jetzt ins Blickfeld, wie zum Beispiel die Art und Weise, wie die Stickstoffverschmutzung Torfmoore abtötet. Stickstoffhaltige Verbindungen schädigen auch das empfindliche Gleichgewicht der Atmosphäre.“

Schweiz: forschen, forschen …

In der Schweiz wurden viele Studien zu Problemen mit Stickstoff und parlamentarische Vorstösse gemacht. Etwa die Anfrage vom 13.9.12 im Nationalrat 12.1077 „Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft. Forschungslücken schliessen“ von Kathy Riklin: „Stickstoff ist der wichtigste Treiber in der landwirtschaftlichen Produktion und relevant in verschiedenen Umweltbereichen …“ Aus der Antwort des Bundesrates: „… Es sind bereits heute solide Grundlagen zur Thematik vorhanden, welche durch die verschiedenen landwirtschaftlichen Akteure umgesetzt werden können … Der Bundesrat wird eine Eingabe für ein NFP (Nationales Forschungsprojekt) zum Thema Stickstoff wie alle NFP-Eingaben im Rahmen einer Gesamtschau über den aktuellen schweizerischen Forschungsbedarf beurteilen.“

Das Problem Stickstoff ist seit Jahrzehnten in der Schweizer Politik und Forschung präsent, doch ist in dieser Zeit keine wesentliche Besserung eingetreten: zweithöchste Ammoniak-Emissionen in Europa, hohe Nitratgehalte im Grundwasser der Ackerbaugebiete, überdüngte Böden, Artenvielfalt im Sinkflug.

So schadet Stickstoff unserem Planeten

1. Tote Zonen im Meer

Regen kann Nitrate in Wasserläufe und Ozeane spülen. Diese Verschmutzung durch Stickstoff führt zu Algenblüten, die bei ihrer Zersetzung Sauerstoff verbrauchen und das Leben im Wasser ersticken. Das Ergebnis ist eine wässrige „tote Zone“, von denen es mehr als 400 in den Weltmeeren gibt, darunter eine riesige im Golf von Mexiko.

2. Luftverschmutzung

Autos und Kraftwerke stossen Stickoxide aus, die zu den wichtigsten Vorläufern der Luftverschmutzung gehören, die als Feinstaub bezeichnet wird. Diese winzigen Partikel können in unsere Lungen eingeatmet werden, wo sie Gewebeschäden verursachen, welche mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen einhergehen.

3. Versauerung des Bodens

Das gleiche Nitrat, das sich in die Wasserwege einschleichen kann, kann auch wichtige Nährstoffe aus dem Boden ziehen, einschliesslich Magnesium und Kalzium. Dadurch kann der Boden zu sauer werden, so dass die Pflanzen die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen können.

4. Ozonabbau

Durch die steigende Ammoniakbelastung nimmt der Säuregehalt der Luft ab. Bestimmte Lebensräume, wie z. B. Torfmoore, sind darauf angewiesen, dass die Luft leicht sauer ist. In Nordirland führt dieses Problem zum Abbau von Sphagnum-Torfmoosen, einem wichtigen Speicher für Kohlendioxid.

5. Alkalische Luft

Überschüssiges Nitrat kann von Bakterien in Distickstoffoxidgas umgewandelt werden. In grossen Höhen reagiert dieses mit ultraviolettem Licht und zerfrisst die Ozonschicht, die uns vor UV-Strahlen schützt. Der Schaden ist schwer rückgängig zu machen, denn Lachgas hat eine Lebensdauer von 120 Jahren.

Probleme und Lösungen sind längst bekannt, aber die Politik will das Problem nicht angehen!

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier: The nitrogen emergency: How to fix our forgotten environmental crisis. Andrew Zaleski, New Scientist vom 15.5.21. Falls Sie keinen Zugang zum Artikel haben, schreiben Sie Heidi, sie kann Ihnen ein PDF schicken.

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Bundesrätin Viola Amherd und die Trinkwasserinitiative: von logischem Denken und Ehrlichkeit

6. Juni 2021

Bundesrätin Viola Amherd, Tagesschau SRF vom 20.5.21.

Bundesrätin Viola Amherd, Tagesschau SRF vom 30.5.21.

Diese Geschichte fängt mit einer Kaffeetasse an. Eine Leserin schrieb Heidi am 31.5.21: „Kannst du Ansprachen wie gestern die von Viola Amherd in der Tagesschau über die Initiativen noch hören? Hast du nicht so eine Wut, dass du die Kaffeetasse gegen den TV wirfst??“ Heidi antwortete, dass sie das gar nicht tun könne, denn sie hat keinen TV. Der Compi ist ihr zu schade dafür, die Tasse auch. Heidi trinkt selten Kaffee, wenn dann aus einer Mokkatasse, welche sie als Fünfjährige mit Blumen bemalt hatte; das Geld war mühsam von der Mutter zusammengespart worden.

Damit schien die Sache erledigt.

Pestizide: kein Schaden für Mensch und Umwelt

Heute (6.6.21) aber berichtete Urs P. Gasche im Infosperber über eben diese Ansprache. Also startete Heidi diesen Teil der Tagesschau vom 30.5.21 und hörte einleitend von Viola Amherd schöne beruhigende Worte. Zuviel wurde es ihr dann als Amherd sagte: „… Ich kann Ihnen versichern, unser Wasser kann bedenkenlos getrunken werden. Der Bund sorgt bereits heute mit strengen Vorschriften dafür, dass in der Landwirtschaft nur so viel Pflanzenchutzmittel eingesetzt werden dürfen, dass weder Mensch noch Umwelt zu Schaden kommen. Diese Vorschriften werden laufend verschärft.“

Die Verteidigungsministerin verteidigt also LandwirtInnen und PolitikerInnen mit schönfärbenden Worten. Was nützen strenge Vorschriften, wenn sie nicht kontrolliert und eingehalten werden? Woher nimmt die Verteidigungsministerin das Wissen, dass weder Mensch noch Umwelt zu Schaden kommen, wo doch wissenschaftlich erwiesen ist, dass für einen namhaften Teil des Biodiversitätsverlusts die Pestizide verantwortlich sind. Das Sterben findet statt, denn Pestizide wurden entwickelt zum Töten, zum Töten von Insekten, Pilzen und Pflanzen, aber es trifft auch Nützlinge und Unbeteiligte und kann unserer Gesundheit schaden. Das ist heute Allgemeinwissen. Wer das in der Funktion eines Bundesrates bestreitet, ist nicht unwissend, sondern lügt. Auch den Vögeln geht es schlecht.

Zudem hat der Bund keine seriöse Statistik über die Pflanzenschutzmittelverkäufe, ist auf die Angaben der Chemischen Industrie angewiesen. Wie ehrlich diese sind, weiss niemand. Und wer, wie Heidi, regelmässig das Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft konsultiert, weiss welche Gefahren mit dem Einsatz vieler Pestizde verbunden sind. Es sind zahlreiche Mittel zugelassen, welche das Kind im Mutterleib, die Fruchtbarkeit oder die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen können. Zudem sind sehr, sehr viel Pestizide sehr schädlich für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Kein Schaden, aber laufend Verschärfung der Vorschriften?!

Amherd sagt also, dass nur so viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen, dass weder Mensch noch Umwelt zu Schaden kommen … und fährt fort: „Diese Vorschriften werden laufend verschärft.“ Das ist eine äusserst erstaunliche Aussage und zudem sehr unökonomisch oder eher unlogisch. Vorschriften sind unbeliebt, da sie einschränken und meistens kosten. Wie kommt der Bundesrat auf die Idee, Vorschriften laufend zu verschärfen, wenn die heutigen Vorschriften schon genügen, weder Mensch noch Umwelt schädigen? Oder sind etwa die Vorschriften gut, aber die LandwirtInnen die Bösen? Tatsache ist, dass wir ein grosses Umweltproblem haben, und zwar seit Jahrzehnten. Etwa beim Nitrat im Grundwasser seit drei Jahrzehnten kein Fortschritt, bei den Ammoniakemissionen sind wir an dritter Stelle in Europa usw. Dazu gibt es viele Berichte, Berichte, Berichte, Bundesratsberichte, Agrarberichte, Umweltberichte … aber genützt haben sie bisher wenig.

Prophylaktischer Antibiotika-Einsatz ist immer noch erlaubt

Das Halbieren eines Verbrauchswertes wie beim Verkauf von Antibiotika ist nicht aussagekräftig, wenn der Ausgangswert hoch war. Amherd: „Das Kernanliegen der Initiative wurde also bereits umgesetzt.“ Das ist eine klar Lüge, denn die Trinkwasserinitiative will den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika verbieten. Entgegen den Behauptungen von Markus Ritter, Präsident Schweizerischer Bauernverband (SBV) & Co., ist dieser nach wie vor erlaubt und Tierärzte verdienen gut daran, verschreiben auch Reserve-Antibiotika, die für die Menschen wichtig wären. Wussten Sie, liebe LeserInnen, dass noch vor wenigen Jahren die Bauern Antibiotika auf Vorrat einfach im Medikamentenschrank hatten? Prophylaktischer Einsatz ist ein Zeichen für schlechte Haltungssysteme und muss daher grundsätzlich angegangen werden. Der Antibiotiaeinsatz ist noch immer ein Problem. Wieso gibt es das zweite Nationale Forschungsprogramm zum Problem? NFP72: „Gülle und Mist, die in der Landwirtschaft als organische Dünger verwendet werden, sind mit vielen Antibiotikaresistenzen belastet. Wir untersuchen, mit welchen Behandlungen die Anzahl und Vielfalt der Antibiotikaresistenzen reduziert werden kann.“

Bundesrat ignoriert Klimaerwärmung und Empfehlungen WHO

Einmal mehr wird das Märchen vom Mehrimport erzählt. Wenn der Bundesrat das Klimaproblem und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation ernst nehmen würde, dann müsste man auch in der Schweiz den Fleischkonsum drastisch senken, und zwar auf einen Drittel des heutigen Konsums. Viel Ackerland würde dann frei für den Anbau von pflanzlicher Nahrung, so dass der Selbstversorgungsgrad markant steigen und der Import sinken würde. Auch könnten wir weniger tierische Produkte wie Käse exportieren. Das muss man in den nächsten zehn Jahren sowieso angehen, aber vermutlich ist der Wille nicht da! Die Trinkwasserinitiative kann hier einen Beitrag leisten, indem sie den Import von Futtermitteln unterbinden will, was den Tierbestand senken würde, ein Ziel das in AP 22+ vorgesehen war, aber vom Parlament auf Wunsch von Markus Ritter im trüben Wasser versenkt wurde.

Geringer Nutzen des Ökologischen Leistungsnachweises

Mit dem Ausstieg aus dem Ökologische Leistungsnachweis (ÖLN) wird regelmässig Angst gemacht, weil das Volk die Realität nicht kennt. Er ist in wesentlichen Punkten nicht einmal das Gesetz, hat seit dessen Existenz wenig zur Verbesserung der Umweltsituation gebracht, also bringt der Ausstieg aus dem ÖLN den Bauern, die sich an die Gesetze halten, wenig, wie das ehrlicherweise ein grosser Gemüseproduzent im Seeland Heidi gegenüber zugegeben hatte. Auch er wirtschaftet am Limit und könnte gar nicht weiter intensivieren.

Viel BlaBla in 2:57

Amherd: „Bundesrat und Parlament schützen unser Wasser, unsere Gesundheit und unsere Natur bereits heute. Aus all diesen Gründen empfehlen Ihnen Bundesrat und Parlament, die Volksinitiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung abzulehnen.“

Unglaublich, wieviele Lügen, Halbwahrheiten und Schönrederei in zwei Minuten und 57 Sekunden Platz haben!

Wir und die Umwelt brauchen 2x JA

Heidi empfiehlt Ihnen, beide Initiativen anzunehmen: 2x JA. Umweltanliegen werden regelmässig in der Umsetzung stark verwässert. Es ist also klar, dass weder die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide noch die Trinkwasserinitiative gemäss den Wünschen der InitiantInnen umgesetzt werden. Die Initiative der Fischer war ein trauriger Beweis für die Mentalität unseres Parlaments in Umweltfragen. Selbst die damalige Bundesrätin Doris Leuthard hatte das Parlament diesbezüglich energisch gerügt – ohne Erfolg!

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Urs P. Gasche, Infosperber vom 6.6.21:

Doch, Viola Amherd, unser Trinkwasser ist gefährdet

In Landwirtschaftszonen enthält Hahnenwasser Rückstände von durchschnittlich 5 Pestiziden. Das ergab eine Stichprobe des K-Tipp.

In ihrer Abstimmungsbotschaft am Fernsehen meinte Bundesrätin Viola Amherd treuherzig:
«Ich kann Ihnen versichern, unser Wasser kann bedenkenlos getrunken werden
Kaum damit einverstanden sind die 2500 Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Höri im Zürcher Unterland: Ihr Trinkwasser enthält Rückstände von 16 verschiedenen Pestiziden. Es war der höchste Wert einer Stichprobe, die der K-Tipp in zwanzig Haushalten in der Nähe von Landwirtschaftszonen in der Deutsch- und Westschweiz erhoben hat. Im Durchschnitt fand der Kassensturz Rückstände von vier verschiedenen Pestiziden.

Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas. Unsere gesamte Gewässerverschmutzung ist hausgemacht. Noch sind wir stolz darauf, dass man in der Schweiz – im Gegensatz zu vielen anderen Länder – das Trinkwasser auch ohne grossen Chlorzusatz bedenkenlos trinken kann. Doch dieses Privileg riskieren wir zu verlieren.

… Werden an bestimmten Standorten zu hohe Werte an Pestizidrückständen gemessen, kommt die Taktik verdünnen zum Einsatz. Das Wasser wird mit dem Wasser saubererer Quellen vermischt, so dass die Grenzwerte der einzelnen Pestizid-Rückstände eingehalten werden. Solange diese Verwässerungspolitik möglich ist, kann die Bunderätin weiterhin verkünden:

«Bedenkenlos trinken».

Lesen Sie hier weiter: Doch, Viola Amherd, unser Trinkwasser ist gefährdet, Urs P. Gasche, Infosperber vom 6.6.21

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Gipfelkonferenz der Tiere zur Preis-Anstiegs-Angstmacherei der Bauern

5. Juni 2021

Diese Tiere haben an der Preis-Gipfel-Konferenz teilgenommen.

Diese Tiere haben an der Preis-Gipfel-Konferenz teilgenommen.

Die Grundwasserschnecke Paladilhiopsis tschapecki hat auf Anregung des Vertreters der Bachflohkrebse, Walter der Kühne, eine Gipfelkonferenz einberufen, denn Walter findet das Gerede rund um angeblich drastisch steigende Preise im Falle der Annahme der beiden Volkswohlinitiativen (Pestizidinitiative und Trinkwasserinitiative) als reine Angstmacherei. Er kann das nicht nachvollziehen.

Am 4.6.21 eröffnete die Grundwasserschnecke Pala die Grosse die Gipfelkonferenz mit ein paar Entschuldigungen:

  • Walter der Kühne ist leider verhindert teilzunehmen, da der Termin mit einem Massenbegräbnis zusammenfällt.
  • Biene Maja die Fleissige muss bei der Pflege ihrer kranken StockbewohnerInnen helfen, lässt aber Folgendes ausrichten: Sie findet ein 2x NEIN zu den Agrarinitiativen gar nicht so schlecht, dann würde langfristig der Homus sapiens aussterben, wo doch jetzt schon die Spermienqualität schlecht ist und Krankheiten wie Parkinson ein pandemisches Ausmass erreicht haben. Die Wildbienen würden überleben und dann auch das jetzt industriell bewirtschaftete Landwirtschaftsland wieder besiedeln. Wieso eigentlich solle sie, die Biene Maja, Zuchtprodukt der Menschen, derart schuften? Den Honig stehlen dann die Menschen und setzen ihr Zuckerwasser vor. Auch die Zuckerrübenproduktion mit ihrem höchst tödlichen Pestizid Movento SC, das in „Notzulassung vorübergehend“ bewilligt wurde, hätte dann ein Ende. Allgemein könnte sich die Natur rasch vom Menschen erholen.
  • Storch Adebar kommt aus Rücksicht auf den Froschkönig nicht, denn dieser hat Angst, gefressen zu werden, wenn ihm Adebar zu nahe kommt.
  • Regenwurm Guy Bodenlüfter ist, wie ihr alle wisst, gerade in Bern am Demonstrieren. Er hat seinem Namensvetter gesagt, dass es allen Bodenlebewesen total verschissen geht. Einige Arten, die seine Forschungsanstalt noch nicht einmal kennt, sind ausgestorben. Das Bodenleben ist eben komplexer als sich das ein Mensch, besonders ein Politiker, vorstellen kann.
  • Der Distelfink zum Birnbaum ist stark beansprucht mit der Futtersuche für seine Jungen, wurden doch die Wiesen erst gerade grossflächig für Siloballen gemäht und sein Futter luftdicht verpackt und somit unter dem Plastik nicht für ihn zugänglich.“

Pala die Grosse kann immerhin acht Teilnehmende begrüssen: „Herzlich willkommen an der ersten Gipfel-Konferenz. Ich finde es wichtig, dass ihr alle zu dieser Teil-Kampagnen-Lügerei Stellung nehmen könnt. Nun, was meint ihr zum Thema Preis-Anstiegs-Angstmacherei?

Als erste meldete sich die Vertreterin der Spinnen, Agathe Silberfaden, zu Wort: „Ich verstehe nicht, dass dauernd von einem drohenden Preisanstieg geredet wird. Die Schweiz nimmt weltweit den 2. Platz beim Bruttoinlandprodukt ein, kaufkraftbereinigt den 6. Platz. Da ist doch genug Geld vorhanden, selbst wenn sich die Preise verdoppeln würden – wie das die Bauern behaupten!“

„Ja, und die SchweizerInnen müssen nur knapp 7 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, verdienen aber das 1,3-fache der Deutschen, die mit 11 Prozent Lebensmittelkosten rechnen müssen. In der Schweiz sind nicht die Lebensmittelpreise ein Problem,“ fügte der Vertreter der Amphibien, Udo Grünzaun, hinzu.

Schwebfliege Aschi Gelb-Fan: „Ich habe vor einigen Jahren einen französischen Forscher des Nationalen Forschungsinstituts INRA getroffen, der sich fragte, ob uns Pestizide mehr kosten als sie nützen.

Erst kürzlich habe ich von einem Wissenschaftler der Uni Augsburg gelesen, dass die externen Kosten für Bio-Produkte viel kleiner sind als jene für konventionelle und dass die externen Kosten für tierische Produkte besonders hoch sind, wobei die Pestizide, die uns Fröschen so schaden, nicht berücksichtigt sind,“ sagte der Froschkönig, „wenn man alles berücksichtigen würde, wären Bio-Produkte sogar wesentlich billiger.“

Grundwasserschnecke Pala die Grosse:Dass die Konsumentenpreise bei Trinkwasserinitiative-gerechter Produktion zumindest nicht steigen dürften, zeigt Grossbäcker Fredy Hiestand, bekannt als Gipfelikönig der Schweiz. Er verwendet für seine Backwaren seit 2019 ausschliesslich pestizidfreies Getreide.“

Die Schlange Ada Ringel:Generell hängen die Lebensmittelpreise nur in beschränktem Mass von den Produzentenpreisen ab. So klagt die Bauernschaft immer wieder, selbst wenn sie ihre Produkte gratis abgeben würden, würden die KonsumentInnen davon gar nicht profitieren. Also ich verstehe das Geschrei der Bauern und Bäuerinnen nicht. Zudem klagen sie selber ja dauernd über die zu tiefen Preise. Erst kürzlich habe ich gelesen, dass die Grossverteiler hohe Margen auf Label-Produkten wie Bio rechnen und damit Billigware quersubventionieren. Das finde ich bedenklich. Und wie sie die KonsumentInnen beim Tierwohl hintergehen, hat erst gerade der Kassensturz SRF für Poulet aufgedeckt. Die KonsumentInnen zahlen Steuern für Besonders tierfreundliche Ställe (BTS), aber die Mastviecher können sich kaum mehr bewegen wegen der schweren Brust, Einzelne verdursten sogar, da sie nicht einmal den Weg zur Tränke zurücklegen können. Und – wer ist schuld? die KonsumentInnen, die angeblich solches Qualfleisch wollen!“

„Ich meine,“ meldet sich Kurt Schön-Flimmer, der Vertreter der Schmetterlinge, zu Wort „die Preise werden sogar sinken, wenn konsequent biologische Produkte gefördert und auch Forschung, Bildung und Beratung auf Bio-Landbau oder ähnliche Produktionsformen ausgerichtet werden.“

Fritz Frisch, der Fischvertreter: „Selbst wenn die Preise etwas steigen würden, dann könnten sich fast alle in der Schweiz Lebenden diese Nahrungsmittel leisten. Die Armen unterstützen wir sowieso mit Sozialhilfe. Teuer sind v.a. die Mieten und Versicherungen, auch das Autofahren … Ich habe gelesen, dass Arme oft gesünder essen, da sie sich keine verarbeiteten Nahrungsmittel leisten können.“

Grundwasserschnecke Pala die Grosse:Lavendelsaugerin Emmy Flatter, du hast noch nichts gesagt. Was meinst du, werden die Preise im Laufe der Umsetzung der Agrarinitiativen in den nächsten acht bis zehn Jahren steigen?“

Emmy Flatter: „Ich sehe viele Tote, Kranke, Verkrüppelte. Ich finde es echt beschämend, dass die Menschen über Leichen gehen. Die Bauern und die Industrie wollen das Gift nicht lassen und sie werden von der Politik erst noch unterstützt. Es fehlt an Weitsicht und Einsicht, dass sie, die Menschen, ohne lebendige Umwelt auch einmal jämmerlich krepieren werden.“

Fritz Frisch: „Sie reden immer nur vom Preis. Viele Kosten fallen nur wegen der Pestizide und der hohen Tierbestände an: All die Untersuchungen, die Forschung, die Zulassung, die BeamtInnen usw. Und niemand redet vom prophylaktischen Antibiotikaeinsatz bei Tieren. Die resistenten Keime kommen mit Gülle und Mist auf die Wiesen und Felder sowie ins Wasser und schädigen das Boden- und Wasserleben. Dass diese Keime auch Menschen töten können, das ist mir eigentlich Wurst, denn sie sind ja an diesem Drama schuld. Überhaupt, wegen dieser vielen Scheisse sind schon viele Fische gestorben.“

Grundwasserschnecke Pala die Grosse: „Auch bei uns im Grundwasser sieht es nicht gut aus. Tierchen aller Art sterben. Dass die Menschen Trinkwasser mit Nitrat und Pestiziden drin saufen müssen, das ist mir eigentlich auch egal, aber dass viele von uns sterben, das berührt mich.

Ihr könnt mir auch später noch wichtige Infos melden und, je nach Entwicklung der Lage, werde ich eine 2. Konferenz einberufen.

Ich wünsche euch eine gute Heimreise, meidet bitte Obstgärten, Weinberge und Äcker – so gut es halt geht! Auf Widersehn, liebe Leidensgenossinnen und -genossen.“

Chlorothalonil: Leserbrief von Paladilhiopsis tschapecki. Heidis Mist vom 5.11.19

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Studie zu Landwirtschaft und Umwelt in den Kantonen

23. Mai 2021

.Es wird gemunkelt …

Taktik!

Taktik

Vision Landwirtschaft hat am 16.5.21 eine Publikation Landwirtschaft und Umwelt in den Kantonen veröffentlicht. Hier ein kleiner Auszug aus der 24-seitigen Studie:

Gut ein Drittel der Schweizer Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Ohne das  Sömmerungsgebiet (Alpweiden) entspricht die Fläche ziemlich genau ein Viertel der Landesfläche – 1 Million Hektaren. Wie diese Flächen genutzt werden, hat grosse Auswirkungen auf die Umwelt – die Luft, die Oberflächengewässer, das Grundwasser, die Landschaft und die Biodiversität – auch weit über die Landwirtschaftsflächen hinaus.

Dadurch bestimmt die Landwirtschaft die Umwelt von uns allen. Wir können im Laden zwar zwischen Bio- oder anderen Produkt-Segmenten wählen, aber die von der Landwirtschaft geprägte Umwelt konsumieren wir gemeinsam. Niemand kann sich ihr entziehen, und sie ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden wichtig.

Bestehende Publikationen des Bundes befassen sich vor allem mit Umweltauswirkungen der Landwirtschaft auf nationaler Ebene. Wie aber sehen die Auswirkungen auf regionaler Ebene aus? – Der vorliegende Bericht wirft einen Blick auf den Zustand der durch die Landwirtschaft geprägten Umwelt in den Kantonen.

Wie die Kantone bei den Umweltkennzahlen abschneiden, liegt aber nicht nur an Produktionsweisen, sondern auch an den natürlichen Voraussetzungen, welche die Ausrichtung der Landwirtschaft auf Ackerbau, Milchwirtschaft, Rebbau, usw. bestimmen. Zudem entscheiden nicht – oder nicht hauptsächlich – die Kantone, welche Produktionsweisen wie unterstützt werden, sondern der Bund. Der Spielraum der Kantone ist begrenzt. Dies ist bei der Interpretation der Zahlen zu berücksichtigen.

Diese Zusammenstellung von Umweltdaten hat nicht die Absicht, den Ursachen der Umweltauswirkungen nachzugehen. Für weitere Informationen dazu verweisen wir auf bereichsspezifische Studien. Einige sind im Kapitel „Erläuterungen zu den Daten“ aufgeführt.

Der vorliegende Bericht gibt einen Überblick über die Landwirtschaft in den Kantonen und es werden Kennzahlen zu den Umweltauswirkungen der Landwirtschaft – von den Umweltbelastungen durch Nährstoffe und Pestizide in Gewässern, naturnahen Flächen und im Grundwasser bis hin zu Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Landschaft aufgezeigt.

5 Stickstoffeintrag aus der Luft

Der übermässige Eintrag von Stickstoffverbindungen (Nitrit, Nitrat, Ammoniak, Ammonium) führt zur Eutrophierung (Überdüngung) von sensitiven Ökosystemen, trägt zur Bodenversauerung bei und kann zu einer erhöhten Nitratauswaschung und einer damit einhergehenden Auswaschung von Nährstoffen im Boden führen. Zusätzlich wird in den Böden die Produktion von Lachgas (Klimagas) erhöht.

Rund 70 Prozent der stickstoffhaltigen Luftschadstoffe stammen aus der Landwirtschaft (BAFU & BLW 2016). Zwei Drittel der stickstoffhaltigen Luftschadstoffe sind Ammoniakemissionen, zu denen die Landwirtschaft über 90 Prozent beiträgt. Davon wiederum werden 78 Prozent von Rindvieh, 15 Prozent von Schweinen und 4 Prozent von Geflügel verursacht. Die Ammoniak-Emissionen entstehen vorwiegend beim Ausbringen von Gülle und Mist (43%), in Stall und Laufhof (37%) und beim Lagern von Dünger (17%). Die weit über den Grenzwerten liegenden Immissionen (Stickstoff-Eintrag) sind zu einem grossen Teil auf die importierten Futtermittel zurückzuführen (s. Anhang B).

5.2 Naturnahe Lebensräume mit zu hohen Stickstoffeinträgen

Anteil der naturnahen Lebensräume (wie Moore, Wälder, Trockenwiesen), in denen die Grenzwerte (Critical Loads of
Nitrogen) überschritten werden (in Prozent).
In den meisten Kantonen ist der Stickstoffeintrag aus der Luft fast flächendeckend zu hoch.

Seite 13. Copyright: Vision Landwirtschaft

Seite 13. Copyright: Vision Landwirtschaft

6 Pestizide

Pestizide oder Pflanzenschutzmittel, die auf Landwirtschaftsflächen ausgebracht werden, töten aber nicht nur Tiere und Pflanzen ab, die der Landwirtschaft schaden, sondern auch zahlreiche andere wildlebende Organismen. Betroffen sind ganze Nahrungsketten (Pflanzen > Pflanzenfresser und Bestäuber; Insekten > Vögel > Greifvögel; Wasserinsekten > Fische > Raubfische). Darüber hinaus belasten Pestizide Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird. Werden problematische Wirkstoffe aus dem Verkehr gezogen, so belasten die Stoffe und ihre Abbauprodukte das Grundwasser teilweise noch über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinaus.

Anzahl Applikationen, Wirkstoffmengen und Einzelstoff-Konzentrationen im Grundwasser sind nur begrenzt aussagekräftig. Bewertungen der Toxizität sind anhand der verfügbaren Daten nur sehr begrenzt möglich.

6.4 Pestizide im Grundwasser

Pestizid-Metaboliten: Anteil der Messstellen mit maximalen Einzelstoff-Konzentrationen > 0.1 Mikrogramm (µg) pro Liter (in Prozent)
Pestizid-Metabolen sind (organische) Abbauprodukte von Pestizid-Wirkstoffen.

Seite 15. Copyright: Vision Landwirtschaft

Seite 15. Copyright: Vision Landwirtschaft

Lesen Sie den ganzen Bericht, den Sie hier finden: Landwirtschaft und Umwelt in den Kantonen. Vision Landwirtschaft 2021

23.5.21 HOME

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Landwirtschaftliche Ausbildung – wohin?

5. Mai 2021
Empfehlenswerte Seite im strickhof-Angebot!

Empfehlenswerte Seite im strickhof-Angebot!

Heidi wird immer wieder gefragt, ob denn in der landwirtschaftlichen Ausbildung dem Umweltschutz gebührend Platz eingeräumt werde, denn auch LeserInnen sehen immer wieder Missstände. Das dürfte von Ausbildungszentrum zu Ausbildungszentrum unterschiedlich sein.

Über den Strickhof staunte im Januar 2012 selbst die Spitze des Zürcher Bauernverbands, denn rund um das kantonale Ausbildungszentrum für Landwirte lag grosszügig Mist auf den Feldern. In der Sonntagszeitung vom 12.2.12 stand: „… Oberster Chef ist der SVP-Regierungsrat Markus Kägi. Wie er seinen bodenständigen Parteikollegen das schlechte Vorbild erklärt hat, ist nicht überliefert.“

Nun meldet sich der Direktor des Strickhofs, Ueli Voegeli, zu folgendem Beitrag der Bio-Stiftung Schweiz auf Linkedin zu Wort.

Es geht auch ohne diese #Pestizide – Ruedi Vögele, #Bauer und #Gemeindepräsident von #Neunkirch.
Link zum Statement: https://lnkd.in/d9_vUQd
#diezukunftistpestizidfrei #lebenstattgift #gesundheit #biolandwirtschaft #dasgiftundwir

Vertiefende Informationen auf www.dasgiftundwir.ch oder www.pestizidmythen.ch

Dieses Video (0:26) ist auch auf youtube abrufbar:

Statement 12, Ruedi Vögele, Bauer, Gemeindepräsident Neunkirch

Ueli Voegeli, schrieb dazu folgenden Kommentar:

„Natürlich geht es auch ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz. Auf Ruedi Vögele’s Betrieb und auf vielen anderen tüchtigen und innovativen Bio- und IP-Betrieben. Aber trotzdem sind die aktuellen Agrarinitiativen – und mögen sie aus rein ökologischer Sicht noch so verheissungsvoll klingen – der falsche Weg, um die Herausforderungen unserer einheimischen Landwirtschaft für eine ressourcenschonende, marktorientierte und echt nachhaltige Nahrungsmittelproduktion in einer intakten Umwelt (auch in einem globalen Ernährungssicherungskontext) bewältigen zu können. Mit einseitigen Hauruckmassnahmen, disruptiven Radikallösungen, technophoben Grundhaltungen und ideologisierten, öko-sozialen Wunschvorstellungen kommen wir in unserer hochkomplexen Land- und Ernährungswirtschaft nicht weiter und erzielen auch keine Fortschritte bei der Biodiversität und dem Klimaschutz.“

Antwort der Bio-Stiftung:

„Sehr geehrter Herr Ueli Voegeli, Sie sagen, dass es auch tüchtige Bauern gibt, die es schaffen, ohne synthetische Pestizide zu bewirtschaften. Was ist denn mit den übrigen? Sind sie nicht tüchtig? Es sei nicht der richtige Weg, aber Sie zeigen keinen anderen auf. Bis heute haben Politik und SBV keinen ressourcenschonenden, marktorientierten und echt nachhaltigen Weg skizziert. Ein solcher ist ohne Schutz von Boden, Wasser, Luft und unserer Gesundheit nicht machbar! Hauruck ist es nicht, denn lange Übergangsfristen sind vorgesehen. Seit mehr als 30 Jahren ist das Grundwasser in den Ackerbaugebieten mit Nitrat belastet, hinzu kommen Pestizide. Es wird immer schwieriger und kostspieliger sauberes Trinkwasser zu finden. Sollen wir noch weitere 30 Jahre nicht handeln? Heute ist die Schweizer Landwirtschaft stark abhängig von importierten Produktionsmitteln wie Futter, Dünger, Maschinen usw. Glauben Sie, dass dies langfristig mit Blick auf die Weltlage funktioniert? Sie liefern zwar viele Schlagwörter, aber keine Lösungen.

Ein „hochkomplexes System“ ist eine Ausrede für „weiter wie bisher“. Dass mit den Initiativen keine Fortschritte in Biodiversität und Klimaschutz erzielt würden, entbehrt einer wissenschaftlichen Basis. So sind Pestizide da, um zu töten. Sie töten aber nicht nur die Zielorganismen, sondern viele andere auch; besonders Wasserorganismen in Bächen leiden stark, desgleichen Insekten und mit ihnen die Vögel. Und die europaweiten Spitzenwerte bei den Ammoniakemissionen schaden nicht nur Wäldern, Mooren und Naturschutzgebieten, sondern auch unserer Gesundheit. Wenn die Schweizer Landwirtschaft uns auch künftig ernähren soll, dann braucht es grosse Veränderungen hin zu Nachhaltigkeit. Der Wille scheint in der Politik nicht vorhanden zu sein, also müssen wir den Ball ins Rollen bringen.“

Heidi meint: „Eine Reform der landwirtschaftlichen Ausbildung ist dringend nötig.“

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Heidi, wie hoch ist der Grenzwert für Nitrat?

27. März 2021
Ist das Wasser sauber?

Liebe Heidi

Wie ist heute der Grenzwert für Nitrat. Wir haben 25 mg/l, was mir schon recht hoch scheint.

Besten Dank und Grüsse

Xaver

Lieber Xaver

Der Höchstwert für Trinkwasser beträgt 40 mg/l. 80% des Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser. Für das Grundwasser gilt ein Anforderungswert von 25 mg/l. Wenn dieser Wert erreicht oder überschritten ist, dann müssen die Behörden Massnahmen für die Verbesserung der Wasserqualität ergreifen. In der Praxis ist es meist so, dass das nicht gemacht wird. Der Nitratgehalt im Ackerbaugebiet ist an vielen Orten seit Jahrzehnten zu hoch, vermutlich auch bei dir.

Ich rate dir, von der Gemeinde zu verlangen, dass sie dem Problem nachgehen und die Verschmutzungsquellen ausschalten. Normalerweise betrifft dies die Landwritschaft. Von selber geschieht das in der Regel nicht, besonders in kleinen Gemeinden wie deiner. Frag doch auch die Werte der letzten zehn Jahre nach mit Datum der Probenahmen.

Viel Erfolg!

Herzliche Grüsse

Heidi

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Kampagne gegen die Volkswohl-Initiativen: Wenn sich Lüge mit Dummheit paart!

20. März 2021
Bauernplakat

Die Gegner der Volkswohl-Initiativen, von den Bauern „extreme Agrarinitiativen“ genannt, scheuen sich nicht, faustdick zu lügen. Halten sie uns wirklich für so dumb?

  • Im obigen Plakat fällt auf den ersten Blick auf, dass im Trinkwasser „Tonnen“ drin sind. Wie kommt das? Auf was bezieht sich das? Trinkwasserverschmutzung z.B. mit Abbaustoffen des Pestizids Chlorothalonil werden in Mikrogramm pro Liter gemessen und kommuniziert.
  • Es fällt Heidi weiter auf, dass die gleichen Tonnagen genannt werden wie im Lügen-Plakat über die Verschmutzung des Rheins. Im Bericht des Bundesrates vom 16.6.17, den die Bauern dort als Quelle angeben, sind etwa für Pestizide nur 2 von 300 zugelassenen Wirkstoffen als „Beispiele“ angefügt. Daraus machen die Bauern flugs ein „Total“ und integrieren darin auch noch aus Versehen ein „Insektenabwehrmittel“, welches nicht als „Pflanzenschutzmittel“ zugelassen ist. Im obigen Plakat wurden die „Beispiele“ Medikamente nicht grosszügig von 16,9 aufgerundet auf 20 Tonnen wie im Rhein-Plakätli (siehe Link am Schluss dieses Beitrags), sondern so belassen. Vielfalt der gleichen Falschzitate!
  • Hier also wurden Beispielswerte nicht nur zu Totalwerten gemacht, sondern aus den Angaben für den Rhein haben die Bauern Trinkwasserwerte fabriziert. Hokus pokus fidibus!
  • Die Bauern stellen aufgrund von haarsträubend falsch interpretierten Zahlen 1 Tonne Pestizide 101,5 Tonnen übrige Verschmutzungen gegenüber. Sie ziehen aus den Falschzitaten den Schluss, dass das Trinkwasser sauber sei, jedenfalls was die Pestizide anbetrifft, und wir sollen glauben, dass Pestizide kein Problem sind. Sie wollen uns weis machen, dass es winzig kleine Mengen sind im Vergleich zu den übrigen grossen Verschmutzern. Ähnlich wie bei der Schweizer Pestizid-Statistik werden zudem Tonnen mit Tonnen verglichen, in diesem Fall Tonnen Pestizide mit „künstlichen Süssstoffen“ usw. Sie tun so als ob die bäuerlichen Pestizide nicht zum Töten geschaffen worden sind, zum Töten von Insekten, Pflanzen, Pilzen … das ist plumpe Verharmlosung und krasse Fehlinformation.
  • Doch die grösste Lüge ist, dass wir höchstens kleine Mengen an Trinkwasser aus dem Rhein beziehen, denn 80 Prozent des Trinkwassers werden aus dem Grundwasser gepumpt und dort ist die Landwirtschaft die grösste Verschmutzerin, im Ackerbaugebiet sieht es seit Jahrzehnten gar nicht rosig aus. Das kann auch Markus Ritter nicht wegreden!
  • Die Trinkwasserqualität sei im weltweiten Vergleich hervorragend und lasse sich bedenkenlos trinken, sagen sie … und, hallo Bauern! Kann man Trinkwasserqualität trinken? Das ist aber nur ein kleiner Fehler, der grosse ist: Zahlreiche Trinkwasserversorger haben ein riesiges Problem mit Pestizidkonzentrationen im Trinkwasser über dem Höchstwert. Das verursacht uns, den Steuerzahlenden als Trinkwasserbezüger, hohe Kosten. So beziehen im Moment mehr als eine Million SchweizerInnen mit Abbauprodukten von Chlorothalonil verschmutztes Trinkwasser. Das sei nicht schädlich, heisst es. Aber das weiss niemand wirklich, man sagt es einfach. In den Ackerbaugebieten kommt zu anderen Schadstoffen aus der Landwirtschaft noch Nitrat hinzu, das erwiesenermassen die Gesundheit schädigt, insbesondere betroffen sind Säuglinge; und Nitrat schadet der Entwicklung von Kleinkindern.

Roman Wiget, Seeländische Wasserversorgung (SWG): „Die Bauernplakate sind irreführend, denn die Beispielszahlen beziehen sich auf grosse Oberflächengewässer, nicht aufs Grundwasser. Tatsache ist aber, dass 80 Prozent des Schweizer Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen werden. Relevant sind also die Verschmutzungen des Grundwassers und diese stammen nahezu ausschliesslich aus der Landwirtschaft: Pestizide, Düngemittel, Gülle, Nitrat.“

Heidi meint: „Die Schweizer StimmbürgerInnen tun gut daran, die Lügen Plakate der NEIN-Bauern zu ignorieren, denn die NEIN-Bauern wollen weitermachen wie bisher und dazu ist ihnen offensichtlich jede Lüge recht.

Bauerntaktik: Lügen und ablenken auf Nichtrelevantes … Heidis Mist vom 16.3.21

Bauerntaktik: Lügen und ablenken auf Nichtrelevantes … (2) Heidis Mist vom 17.3.21

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Palmöl-Frontgeschichten von Peter Jaeggi, Folge 13 und Schluss: RSPO-Label kann keine Nachhaltigkeit im Palmölsektor sicherstellen

26. Februar 2021

Der Journalist und Fotograf Peter Jaeggi war 2019 in Indonesien und Malaysia, wo er über den Anbau von Palmöl recherchierte. Am 12.2.21 veröffentlichte Peter Jaeggi die erste Kurzgeschichte von der Palmölfront: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Täglich folgten weitere Beiträge; dies ist der 13. und letzte.

Lesen Sie den Bericht und sehen Sie das schöne Orang-Utan-Foto hier:

Palmöl-Frontgeschichten: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Peter Jaeggi vom 12.2.21 bis 24.2.21.

  • Folge 13 und Schluss vom 24.2.21: RSPO-Label kann keine Nachhaltigkeit im Palmölsektor sicherstellen. „Auch nach 15-jährigem Bestehen ist es dem RSPO nicht gelungen, Biodiversität und Menschenrechte in den Anbaugebieten wirksam zu schützen … Aufgrund seiner inhaltlichen Schwächen und institutionellen Mängel ist das RSPO-Label weder glaubwürdig noch verhindert es die zerstörerischen und klar nicht-nachhaltigen Auswirkungen des Palmölanbaus.“
  • Folge 12 vom 23.2.21: Palmölplantagen 9 x so gross wie die Schweiz
  • Folge 11 vom 22.2.21: Wegen Palmölplantagen angeschossen und erblindet
  • Folge 10 vom 21.2.21: Palmöl versus Naturschutz – «ein grosser Fehler»
  • Folge 9 vom 20.2.21: Indonesien: Palmölkritiker leben gefährlich
  • Folge 8 vom 19.2.21: RSPO – ein Palmöl-Label, das nicht hält, was es verspricht
  • Folge 7 vom 18.2.21: Palmöl als Wald verkauft – Eine Art Nachhaltigkeitsbetrug
  • Folge 6 vom 17.2.21: Palmöl tötet (2)
  • Folge 5 vom 16.2.21: «Nachhaltiges» aus korrupten, armen Staaten
  • Folge 4 vom 15.2.21: Palmöl tötet (1)
  • Folge 3 vom 14.2.21: Landraub
  • Folge 2 vom 13.2.21: Kriminelle Palmölfirmen
  • Folge 1 vom 12.2.21: Indonesien: Palmölplantagen gefährden Nahrungsmittelsicherheit

Palmöl-Frontgeschichten: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Peter Jaeggi vom 12.2.21 bis 24.2.21

Referendum Stop Palmöl!

Heidis weitere 76 Artikel über Palmöl

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Palmöl-Frontgeschichten von Peter Jaeggi, Folge 12: Palmölplantagen 9 x so gross wie die Schweiz

24. Februar 2021
Zu jedem der bisher 12 Geschichten von Peter Jaeggi gibt es ein Foto. Besuchen Sie seine Homepage! Hier nochmals ein Beispiel aus seiner grossen Orang-Utan-Fotosammlung © Peter Jaeggi

Zu jedem der bisher 12 Geschichten von Peter Jaeggi gibt es ein Foto. Besuchen Sie seine Homepage! Hier nochmals ein Beispiel aus seiner grossen Orang-Utan-Fotosammlung © Peter Jaeggi

Der Journalist und Fotograf Peter Jaeggi war 2019 in Indonesien und Malaysia, wo er über den Anbau von Palmöl recherchierte. Am 12.2.21 veröffentlichte Peter Jaeggi die erste Kurzgeschichte von der Palmölfront: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Täglich folg(t)en weitere Beiträge.

Palmöl-Frontgeschichten: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Peter Jaeggi vom 12.2.21 bis …?

  • Folge 12 vom 23.2.21: Palmölplantagen 9 x so gross wie die Schweiz
  • Folge 11 vom 22.2.21: Wegen Palmölplantagen angeschossen und erblindet
  • Folge 10 vom 21.2.21: Palmöl versus Naturschutz – «ein grosser Fehler»
  • Folge 9 vom 20.2.21: Indonesien: Palmölkritiker leben gefährlich
  • Folge 8 vom 19.2.21: RSPO – ein Palmöl-Label, das nicht hält, was es verspricht
  • Folge 7 vom 18.2.21: Palmöl als Wald verkauft – Eine Art Nachhaltigkeitsbetrug
  • Folge 6 vom 17.2.21: Palmöl tötet (2)
  • Folge 5 vom 16.2.21: «Nachhaltiges» aus korrupten, armen Staaten
  • Folge 4 vom 15.2.21: Palmöl tötet (1)
  • Folge 3 vom 14.2.21: Landraub
  • Folge 2 vom 13.2.21: Kriminelle Palmölfirmen
  • Folge 1 vom 12.2.21: Indonesien: Palmölplantagen gefährden Nahrungsmittelsicherheit

Palmöl-Frontgeschichten: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Peter Jaeggi vom 12.2.21 bis …?

Referendum Stop Palmöl!

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FDP-Öko-Kurs: Haben wir so was nicht irgendwie erwartet?

24. November 2020

Schreiben ist nicht immer einfach. Heute schon! NaNa schickte einen Cartoon und den Link auf einen Artikel im SonntagsBlick mit der Bemerkung: „Haben wir so was nicht irgendwie erwartet?“

Die FDP vollzieht beim Umweltschutz eine Kehrtwende: Auf einmal lehnt sie es ab, das Trinkwasser besser vor Pestiziden zu schützen.
Lesen Sie weiter im SonntagsBlick:

Grün war gestern. Camilla Alabor, SonntagsBlick vom 22.11.20


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