Posts Tagged ‘Gülle’

Gülle auf Wasserschacht und Strasse

26. Mai 2021
Ein Bauer hat Gülle auf der Lettenstrasse in Bütschwil ausgebracht (Fehlmanipulation?), auch in einen Wasserschacht ist Bschütti geflossen.

Ein Bauer hat Gülle auf der Plattenstrasse in Bütschwil ausgebracht (Fehlmanipulation?), auch in einen Wasserschacht ist Bschütti geflossen.

Diese Gülle auf der Plattenstrasse in Bütschwil ist kein schöner Anblick. Viel braucht man zu den Fotos nicht zu sagen. Vermutlich ist nicht viel Gülle über den Wasserschacht in ein Gewässer gelangt. Trotzdem! Die Leute vom Stassenunterhalt werden keine Freude an den Nährstoffen auf dem Asphalt haben, denn Asphalt ist ein gutes Substrat für Pflanzenwachstum. Die Wurzeln zerstören den Asphalt.

Kein schöner Anblick!

Kein schöner Anblick!

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Fakten zur Trinkwasserinitiative – erfrischende Zusammenfassung von Michael Elsener, Politikwissenschaftler und Satiriker

17. Mai 2021

 

Michael Elsener hat viele Informationen zu Trinkwasser, hohem Tierbestand und Abstimmungskampagne Pestizidinitiativen studiert und diese geschickt in ein Video gepackt.

Michael Elsener hat viele Informationen zu Trinkwasser, hohem Tierbestand und Abstimmungskampagne Pestizidinitiativen studiert und diese geschickt in ein Video gepackt.

Fast alles wurde schon gesagt und geschrieben, was relevant für die Abstimmung über die Pestizidinitiativen ist. Der studierte Politikwissenschaftler, Satiriker, Kabarettist, Parodist und Stand-up-Comedian präsentiert Informationen gemixt mit Ausschnitten aus Filmen und Fernsehsendungen so unterhaltsam, dass selbst der Alpöhi bis am Schluss vor dem Bildschirm sitzen blieb, obwohl ihm die Auswüchse der Abstimmungskampagne langsam total zuwider sind. Auch Heidi hat sich amüsiert.

Hier ein paar Ausschnitte aus dem super Video. Die Texte sind auf den Bildern etwas klein, daher vergrössern Sie das Bild mit einem Klick darauf.

💧❤️ Schweizer Trinkwasser retten, Michael Elsener

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Start mit WordPress: Heidis Mist seit 11 Jahren

14. Mai 2021
Am Tag danach, am 15.5.21 hat Heidi ihren ersten Beitrag veröffentlicht. Seither hat sich einiges geändert, verbessert … langsam, langsam …

Miststöcke im Heidiland. Heidis Mist vom 15.5.10

Misthaufen im Feld 2009 – 2020

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Leserbrief zu „Mythos Milch“

19. April 2021
Heidis Gugelhopf ist nicht vegan, aber eine Veganerin hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass es im Internet Rezepte für vegane Gugelhöpfe gibt. Heidi wird das ausprobieren, dem Alpöhi nichts sagen und seine Reaktion abwarten!

Heidis Gugelhopf ist nicht vegan, aber eine Veganerin hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass es im Internet Rezepte für vegane Gugelhöpfe gibt. Heidi wird das ausprobieren, dem Alpöhi nichts sagen und seine Reaktion abwarten!

Liebe Heidi

Ich habe den Radiobericht „Mythos Milch“ angehört, finde ihn treffend. Unsere Tochter war krank. Nach eingehenden Untersuchungen empfahl die Ärztin, dass sie sich vegan ernähren sollte. Damit es nicht zu kompliziert wird, hat die ganze Familie auf vegan umgestellt. Anita hat sich erholt und auch uns geht es ausgezeichnet. Es gibt ja so viele Bücher, welche diesen Schritt einfach machen.

Ich habe auf Twitter an mehreren Orten den Link auf einen Bericht im Tagi bzw. Bund gesehen. Leider kann ich ihn mangels Abo nicht lesen, aber es scheint mir, dass mein Eindruck richtig ist:

Retweet der Trinkwasserinitiative

Retweet der Trinkwasserinitiative

Ich habe das lokale Oltner Tagblatt abonniert, welches weniger kritische Meldungen veröffentlicht. Es gab mal einen Bericht über die Verschmutzung unseres Trinkwassers. Es ist auch nicht verwunderlich, wenn mit Segen des Amtes für Umwelt Solothurn in der Quellschutzzone gegüllt werden darf. Auch gewisse Pestizide sind erlaubt. Ich sage nur soviel, die Bauernlobby und das Amt für Umwelt Solothurn (Abt.Wasser) tun einander nicht weh. Die Annahme der Trinkwasserinitiative könnte vieles ändern.

Ich danke dir für deine aufklärenden, interessanten Berichte zu Gunsten einer gerechten und sauberen Umwelt.

Beste Grüsse aus dem Solothurnischen

Heini

 

Lieber Heini

Leider habe ich auch keinen Zugriff auf diesen Artikel. Vielleicht schickt mir jemand ein PDF?! Das kann ich dir dann weiterleiten.

Ich wünsche dir viele Frühlingswanderungen in deiner schönen Umgebung.

Herzliche Grüsse

Heidi

Nachtrag vom 19.4.21, kurz nach Veröffentlichung: Vielen Dank! Heidi hat schon 2 PDFs erhalten.

Mythos Milch. Heidis Mist vom 18.4.21

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Sempachersee: Wie viele Tiere erträgt die Umwelt?

14. April 2021
Heidis Empfehlung: 2x JA zu den Volkswohlinitiativen.

Heidis Empfehlung: 2x JA zu den Volkswohlinitiativen.

Im Club des Schweizer Fernsehens SRF sagte Meinrad Pfister, Zentralpräsident von Suisseporcs und Schweinefleischproduzent am Sempachersee gestern abend (13.4.21): Nach dem Fischsterben von 1974 hätte man gehandelt, das Gülleproblem sei gelöst und der See sei gesund.

Erst vor einem Monat schrieb Heidi: „Im Rahmen der „Gewässerschutzprojekte“ nach Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes zahlten wir von 1999 bis 2019 über die Bundessteuern an die „Sanierung“ der drei Luzerner Seen Sempachersee, Hallwilersee und Baldeggersee Ökologische Direktzahlungen (!!!) von total 52’830’427 Franken.“ Gemäss Agrarbericht 2020 waren es im Jahre 2019 allein 1’986’216 Franken. Das weiss Herr Pfister auch, sagt es aber nicht.

Weil die Tierbestände immer noch viel zu hoch sind, sind es auch die Ammoniak-Emissionen, welche unsere Gesundheit, den Wald, die Moore, extensive Flächen usw. schädigen. Was nützen die Ökoflächen, wenn sie überdüngt werden?

Wir müssen also genau hinschauen, sonst werden wir mit solchen Halbwahrheiten in die Irre geführt.

Die Delegierten der Bio Suisse haben heute die Trinkwasserinitiative mit 73 zu 20 Stimmen (bei 5 Enthaltungen) abgelehnt. Das erstaunt Heidi nicht, denn viele haben ein Nährstoff-Transport-Problem, v.a. Schweine- und Hühnerhalter. Es macht, so meint Heidi, z.B. keinen Sinn, Kraftfutter ins Berggebiet zu karren, um dort Eier oder Poulets zu produzieren und nachher den Kot zurück ins Tal zu führen.

Nachdem die Politik kläglich versagt hat, sollen wir KonsumentInnen in Eigenverantwortung und Selbstdisziplin (auch fürs Klima) den Fleischkonsum senken und Fleischimporte verhindern, wo man doch mit unseren Steuern sehr viele Jahre für Fleisch geworben hat und immer noch tut, statt eine gesunde mediterrane Ernährung zu fördern. „Alles andere ist Beilage“, so soll uns die Werbung zu einem hohen ungesunden Fleischkonsum verleiten. Auch in der Landwirtschaft hat man feststellen können, das Freiwilligkeit und Eigenverantwortung nicht funktionieren … sogar die Gesetze, besonders die Umweltgesetze, werden nicht eingehalten.

Club, Bauern unter Druck. SRF vom 13.4.21, via Internet abrufbar.

Luzern verweigert dringende Schritte für die Umwelt. Heidis Mist vom 13.3.21

Aufsichtsbeschwerde der Umweltorganisationen gegen den Kanton Luzern. Heidis Mist 31.8.20

30 Jahre Sempachersee-Sanierung. Heidis Mist 28.12.13

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (3) Phosphorprojekte Sempachersee & Co., Heidis Mist 30.7.15

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Willkommen im Land der JauCHe!

8. März 2021

Ein Leser schrieb Heidi aufgrund ihres Artikels Es geschah am Mittwoch: stechiger Güllegestank wie noch nie!

„Auch wir leiden ungefähr einen Monat im Frühling jedes Jahr unter Güllegestank. Meine Fragen:

  • Gibt es kein Menschenrecht auf REINE Atemluft?
  • Gibt es Grenzwerte für Ammoniak in der Atemluft?
  • Könnte ich mit den propagierten Ammoniakmessstreifen eine Klage einreichen und diese als Beweismittel einsetzen?“

Saubere Luft als Menschenrecht wird häufig zitiert, denn v.a. in Grossstädten ist die Luft meist schlecht. Im Immisonsschutzbericht von Sachsen-Anhalt steht: „Saubere Luft ist ein Menschenrecht. Dort, wo die Luft mit Schadstoffen belastet ist, soll sie sauberer werden und wo sie eine hohe Qualität aufweist, soll keine Verschlechterung eintreten.“

Agrarbericht 2020 über Ammoniakemissionen

Der grösste Anteil des Ammoniaks aus der Landwirtschaft entweicht im Stall/Laufhof und bei der Gülleausbringung (je zwischen 32 und 35%). Die Entwicklung des Tierbestandes hat einen grossen Einfluss auf die Ammoniakemissionen. Dieser ist aber seit 25 Jahren konstant hoch, demzufolge auch die Ammoniakemissionen!

Der Bundesrat hat Massnahmen beschlossen

Das Umweltziel „Ammoniakemissionen“ ist längst nicht erreicht. Der Bundesrat hat u.a das Folgende beschlossen: Nachdem Verfahren zur emissionsarmen Ausbringung von Hofdüngern während über zehn Jahren vom Bund finanziell gefördert worden sind, gilt es heute als Stand der Technik. Der Bundesrat hat beschlossen, solche Verfahren – zusammen mit der dauerhaften Abdeckung von Güllelagern – ab dem 1. Januar 2022 in der Luftreinhalte-Verordnung und in der Direktzahlungsverordnung zur Pflicht zu machen (vgl. Website BLW).

In der EU gelten seit 1.1.16 strengere Richtlinien für das Ausbringen von Gülle (Gülle ausbringen: Diese Techniken sind weiter erlaubt.) und wenn Hofdünger auf Äcker ausgebracht werden, dann müssen sie innert vier Stunden eingearbeitet werden. So hinkt die Schweiz mit Umweltmassnahmen in der Landwirtschaft oft viele Jahre hinter der EU her.

Statt Grenzwert „Critical Level/Load“

Die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) legt keinen Immissionsgrenzwert für Ammoniak fest, jedoch wird der Critical Level der United Nations Economic Commission for Europe (UN/ECE) in der Praxis einem Immissionsgrenzwert gleichgesetzt. Er definiert die kritische Konzentration bzw. Dosis eines Schadstoffes in der Atmosphäre. Überschreitet er den Grenzwert, können bei Pflanzen, Tieren oder Menschen nachteilige Effekte auftreten. Die entsprechenden Werte für Wälder, Moore usw vielerorts überschritten, dies aufgrund des hohen Tierbestandes siehe Es geschah am Mittwoch: stechiger Güllegestank wie noch nie!

Zwei Beispiele für „Critical Level“ Ammoniak:

1 μg NH3/m3 für empfindliche Moose und Flechten
3 μg NH3/m3 für höhere Pflanzen

Für Menschen habe ich keinen Critical Level bzw. Load gefunden, obwohl in entsprechenden Publikationen die Gefahr für die menschliche Gesundheit fast immer erwähnt ist. Die SUVA nennt aber einen MAK-Wert für Ammoniak am Arbeitsplatz: MAK 1 = 20 ppm, MAK 2 = 14 mg/m3.

Es dürfte schwierig sein, Bauern mit einer eigenen Messung einzuklagen, obwohl saubere Luft ein Menschenrecht ist. Was du machen kannst, das ist mithilfe deiner Messungresultate Massnahmen zur Emissionssenkung zu verlangen. Die Beratung sollte hier aktiv werden. Viele Faktoren spielen eine Rolle, etwa auch Temperatur. Hilfreiche Informationen gibt es hier von Agrofutura: Wissenstransfer Ammoniak.

Nationalrat: «Schweiz ist Misthaufen Europas»

In Bundesbern befasst man sich im Moment gerade mit Nährstoffen. Der Schweizer Bauer schrieb am 5.3.21: „Der Nationalrat will eine Offenlegungspflicht für Dünger und für an Landwirtschaftsbetriebe gelieferte Futtermittel. Er hat dies am Donnerstag mit 105 zu 89 Stimmen bestätigt. Wer die Lieferungen deklarieren muss, entscheidet gemäss dem Vorschlag des Nationalrates der Bundesrat.“ Der Ständerat hingegen sieht vor, dass Düngerlieferungen deklariert werden müssen, nicht aber die Futterlieferungen, was der Überdüngung keinen Riegel schiebt! Dieser Mist dürfte also noch nicht geführt sein!

Wenn niemand reklamiert, dann geschieht meist nichts! Dass sich die Politik überhaupt mit diesem Problem befasst, haben wir v.a. der Trinkwasserinitiative zu verdanken. Merci Franziska!

Viele Informationen zu Ammoniak auf Wikipedia

Immissionsschutzbericht 2019: Gute Luftqualität im Land. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, 29.10.20

Ammoniakemissionen. Agrarbericht 2020

Nationalrat: «Schweiz ist Misthaufen Europas». Schweizer Bauer vom 5.3.21

Gülle ausbringen: Diese Techniken sind weiter erlaubt. Agrarheute
14.1.21

Es geschah am Mittwoch: stechiger Güllegestank wie noch nie! Heidis Mist vom 5.3.21

Tierhaltung: Ziemlich beschissen!

11. Dezember 2020

Mag sein, dass das Thema „Ammoniak, Feinstaub …“ regelmässige LeserInnen von Heidis Mist fast etwas langweilt, aber es ist so wichtig, dass man nicht genug darüber berichten kann. Bereits zwei Monate nach Blog-Start am 24.7.10 titelte Heidi Ammoniak-Emissionen reduzieren. Und was ist heute? Keine Besserung in Sicht! NaNa hat Heidi mit einem Cartoon und Links einen Stups gegeben … also hier gibt es neue Informationen.

In der Schweiz gelangt nach wie vor zu viel Stickstoff und Phosphor in die Umwelt. Kritische Belastungsgrenzen für Stickstoffeinträge in die Umwelt sind vielerorts deutlich überschritten. Vor allem die Stickstoff- und Phosphorüberschüsse der Landwirtschaft und die Stickstoffemissionen des Verkehrs belasten die Umwelt und beeinträchtigen die Biodiversität, die Luft, die Gewässer- und Trinkwasserqualität sowie die Waldfunktionen stark. Zudem verstärken sie den Klimawandel und beeinträchtigen die menschliche Gesundheit.

Ursachen wie auch Auswirkungen der übermässigen Einträge sind wissenschaftlich seit Jahrzehnten gut dokumentiert. Allerdings ist kaum eines der diesbezüglichen vom Bundesrat verabschiedeten Reduktionsziele erreicht. Sollen die negativen Effekte auf die Biodiversität und Ökosystemleistungen verringert werden, sind die Ursachen für die übermässigen Einträge dringend anzugehen. Dieses Faktenblatt zeigt hierzu Handlungsansätze auf.

Seit Jahrzehnten scheitert unsere Landwirtschaft daran, ihre Stickstoffüberschüsse zu senken.

… Was Pflanzen und Böden nicht aufnehmen können, landet in der Umwelt. Als Ammoniak in der Luft zum Beispiel, wo er Feinstoff bildet, der Menschen krank machen kann.

Der Wind bläst den Stickstoff in natürliche Ökosysteme und sogar Naturschutzgebiete: 90 Prozent der Waldflächen, fast alle Hochmoore sowie ein Drittel aller Trockenwiesen sind mit Stickstoff überdüngt.

Ammoniak – Alptraum ohne Ende, SRF ECO vom 7.12.20

Die Schweizer Landwirtschaft produziert zu viel Ammoniak. Erlaubt wären 25’000 Tonnen pro Jahr, tatsächlich sind es über 40’000. Ammoniak schädigt die Umwelt massiv und kostet die Allgemeinheit jedes Jahr hunderte Millionen von Franken. Die neue Agrarpolitik «AP22+», will den Missstand abschaffen. Doch das Parlament klemmt.

Heidi meint: „Viel wurde schon über dieses Problem geschrieben, gesagt, gefilmt, doch die Politik hört nichts, sieht nichts Substantielles und will nichts am zerstörerischen System ändern. Wir müssen sie zwingen!“

11.12.20 HOME

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Viel Gülle am Dischmabach bei Davos

8. November 2020

Liebe Heidi

Ist das noch „normal“? Am Dischmabach. Mehr Gülle am Wasser geht kaum. Man könnte die ganze Gülle auch direkt im Bach „entsorgen“.

Grüsse aus Davos

Walter

Heidi hat die Frage vier Betroffenen weitergegeben, auf Anregung einer Leserin nehmen jetzt sechs Stellung.

Wiesenpflanzen: „Seit dem 4.11.20 schwankt die Temperatur in Davos zwischen 1 und 5°C, nur am Freitag und Samstag war sie sechs Stunden lang über 5°C. Bei uns im Dischmatal ist es kälter. Am Sonntag wird also in Davos offiziell die Vegetationsruhe beginnen. Schon im Oktober war die Durchschnittstemperatur einige Tage lang unter 5°C. Wir haben uns bereits auf den Winterschlaf eingestellt, brauchen keinen Dünger mehr.“

Wasser: „Wenn ich regnen lasse, Schnee schmilzt oder wo Grund- oder Bachwasser fliesst, nehme ich Stoffe mit, die lose herumliegen, also auch Bestandteile der Gülle wie Stickstoff, Antibiotika usw. Mag sein, dass ich auch von der Gülle am Dischmabach etwas bekomme; das weiss ich jetzt noch nicht. Leider sieht das niemand. Grundsätzlich ist mir ja egal, was ich mitschleppe. Nur die Gruppe Trinkwasser jammert dauernd über dessen Zustand. Eigentlich könnte es auch ihr gleichgültig sein, denn die Menschen verschmutzen Wasser, dann sollen sie das auch trinken!“

Wasserlebewesen: „Unsere Meinung ist gespalten. Es gibt etwa Algen, welche besonders gut gedeihen, wenn viele Nährstoffe im Wasser sind. Die meisten von uns jedoch lieben sauberes Wasser, sterben wenn sie mit Gülle geschwemmt werden. Einige unserer Bakterien werden von Antibiotika getötet, welche genau kann ich nicht sagen, das ist je nach Antibiotikum verschieden.“

Bauer: „Ich muss die Güllegrube vor dem Winter leeren, denn Heidi reklamiert, wenn ich auf Schnee gülle – das sei wegen der Gefahr der Gewässerverschmutzung verboten, schreibt sie jeweils.“

Zuständiger Beamte: „Ich habe viel zu viel zu tun, kann mich doch nicht um allfällige Gewässerprobleme kümmern!“

Umweltingenieurin: „Viele Bauern müssten eine grössere Güllegrube bauen. Vor längerer Zeit gab es einmal Subventionen für deren Bau, aber diese Gelegenheit hatten nur schlaue Bauern genutzt. In der Zwischenzeit wurden sowieso die Kühe grösser, die Zahl der Viecher auch und der Zukauf von Futter wirkt sich ebenfalls auf die Hofdüngermenge aus. Das Bundesamt für Landwirtschaft wollte (Trinkwasserinitiative im Nacken) mit der Agrarpolitik 22+ etwas Gegensteuer geben, aber die Bauern haben das abgeblockt!“

8.11.20 HOME

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Auf der Milchkuhalp Ladils ob Vättis ist Güllezeit

15. September 2020

Mit dem Güllefass können die Steilhänge nicht befahren werden, also wird alle Gülle von Wegen aus dort verspritzt, wo man hinkommt. Copyright: Emil Eigenmann

Mit dem Güllefass können die Steilhänge nicht befahren werden, also wird alle Gülle von Wegen aus dort verspritzt, wo man hinkommt. Copyright: Emil Eigenmann

Geschätztes Heidi

Am Sonntag wanderte ich über die Alp Ladils ob Vättis. Die Alp war nicht mehr bestossen und zu unserer Überraschung war ein Teil der Alp frisch gegüllt worden. So weit ich mich informiert habe, ist das wohl legal. Irgendwohin muss man ja mit der Gülle, wenn auf der Alp welche anfällt.

Wie die Gülle ausgebracht wurde hat mich aber etwas entsetzt. Die Weiden wurden regelrecht geflutet. Wohin gehen die Nährstoffe, welche die Pflanzen bis in den Frühling nicht benötigen?

Freundlicher Gruss
Emil Meierhans

Es ist einfach, möglichst viel Gülle auf die ebenen Flächen zu spritzen. Copyright: Emil Meierhans

Es ist einfach, möglichst viel Gülle auf die ebenen Flächen zu spritzen. Copyright: Emil Meierhans

Lieber Herr Meierhans

Die 77 Hektaren der Alp Ladils werden mit 55 bis 60 Milchkühen bestossen. Es werden 4’000 bis 5’000 kg Alpkäse und 400 kg Alpbutter hergestellt.

Ich habe keine Ahnung wie diese Alp bewirtschaftet wird, ob die Bewirtschafter alpfremdes Futter und zugeführten Dünger einsetzt. Wie viel Nährstoffe die Pflanzen vor dem Winter noch aufnehmen können, ist schwierig abzuschätzen, jedenfalls werden die Weiden danach nur noch durch Wildtiere genutzt. Eigentlich braucht die Alpenflora keine Düngung. Aber eben: Die Gülle muss weg, auf die Gefahr hin, dass Unkräuter sich breitmachen oder Nährstoffe ausgewaschen werden.

Vorgaben Direktzahlungsverordnung

Es ist erlaubt, Futter, Kraftfutter und allenfalls Dünger zuzuführen, d.h. die Alpweiden werden in diesem Fall durch alpfremde Nährstoffe belastet. Eine intensive Bewirtschaftung schadet aber der Artenvielfalt.

 Art. 30 Düngung der Weideflächen

1 Die Düngung der Weideflächen muss auf eine ausgewogene und artenreiche Zusammensetzung der Pflanzenbestände und auf eine massvolle und abgestufte Nutzung ausgerichtet sein. Die Düngung hat mit alpeigenem Dünger zu erfolgen. Die zuständige kantonale Fachstelle kann die Zufuhr von alpfremden Düngern bewilligen.

2 Stickstoffhaltige Mineraldünger und alpfremde flüssige Dünger dürfen nicht ausgebracht werden.

 Art. 31 Zufuhr von Futter

1 Zur Überbrückung witterungsbedingter Ausnahmesituationen dürfen höchstens 50 kg Dürrfutter oder 140 kg Silage pro Normalstoss (NST) und Sömmerungsperiode zugeführt werden.

2 Für gemolkene Kühe, Milchziegen und Milchschafe ist zusätzlich die Zufuhr von 100 kg Dürrfutter und 100 kg Kraftfutter pro NST und Sömmerungsperiode zulässig.

Im Dunkel der Nacht verschwinden die Gülleflächen. Copyright: Emil Meierhans

Im Dunkel der Nacht verschwinden die Gülleflächen. Copyright: Emil Meierhans

3 Schweinen darf Kraftfutter nur als Ergänzung der alpeigenen Milchnebenprodukte verfüttert werden.

15.9.20 HOME

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Heute: Idealer Zeitpunkt zum Entsorgen von Gülle!

3. August 2020

MeteoSchweiz warnt am 3.8.20 vor hohen Niederschlägen.

MeteoSchweiz warnt am 3.8.20 vor hohen Niederschlägen.

Zu viele Bauern kaufen Futtermittel ein, welche dann den Nährstoffkreislauf ihres Betriebes belasten. Die Folge davon sind überdüngte Wiesen mit Nährstoffzeigerpflanzen wie Blacken, Löwenzahn usw. Was tun? Ein beliebtes Mittel, Gülle loszuwerden, ist das Güllen zur Unzeit, etwa vor oder während intensiven Regenfällen. Unter solchen Bedingungen wird ein Teil der Gülle abgeschwemmt oder in den Untergrund gewaschen und fliesst unterirdisch ab, besonders am Hang, belastet Quellen, Grundwasser und schliesslich auch unser Trinkwasser. Das Gewässerschutzgesetz und die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung verbieten das klar.

Am 3.8.20 hat ein Bauer Gülle am Hang und hier auf ebenem Boden ausgebracht in der Regen-Warnzone 3 von MeteoSchweiz. 50-90 mm Regen sind prognostiziert für die nächsten 24 Stunden. Lokal sind durch Gewitter höhere Mengen möglich.

Am 3.8.20 hat ein Bauer Gülle am Hang und hier auf ebenem Boden ausgebracht in der Regen-Warnzone 3 von MeteoSchweiz. 50-90 mm Regen sind prognostiziert für die nächsten 24 Stunden. Lokal sind durch Gewitter höhere Mengen möglich.

Zustand und Entwicklung Grundwasser Schweiz. Ergebnisse der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA. 2019

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