Posts Tagged ‘Gülle’

Alle Jahre wieder… gut sichtbarer Gesetzesverstoss!

8. Dezember 2019
Alle Jahre wieder ... Foto 1.12.19. Copyright: Manuel

Alle Jahre wieder … Foto 1.12.19. Copyright: Manuel

Mal hier, mal dort ein Häufchen oder ein grosser Haufen auf einer Wiese oder einem abgeernteten Maisfeld. Manchmal mehr oder weniger dilettantisch gedeckt, von Verantwortlichen mit geschlossenen Augen betrachtet, von Heidi oder Heidis LeserInnen gesichtet, manchmal gar fotografiert: Mist – so ein Mist!

Alle Jahre wieder ... Foto 1.12.19. Copyright: Manuel

Alle Jahre wieder … Foto 1.12.19. Copyright: Manuel

Am 1. Dezember 2019 lagen diese Fotos in Heidis Postfach, nun endlich sind sie für alle sichtbar auf Heidis Mist. „Alle Jahre wieder …“, schrieb Manuel.

Alle Jahre wieder ... Foto 1.12.19. Copyright: Manuel

Alle Jahre wieder … Foto 1.12.19. Copyright: Manuel

Allerlei Meldungen aus verschiedenen Kantonen

Was gibt es sonst noch zu berichten? Wie üblich Siloballen auf Pufferstreifen am Waldrand oder an Hecken. Etwas ausgefallener ist der Lagerplatz von Siloballen im Seeztal. Über das Bächlein „Kleines Seezli“, das in den Walensee fliesst, führt eine kleine Brücke, welche an der Bahnlinie endet. Darauf – man staune – lagern Jahr für Jahr ein paar Siloballen. Gut sichtbar auf Google Earth; möglicherweise gibt es einen Randabschluss, der das Abfliessen von Silosaft in den Bach verhindert. In einem Auffangbecken für Hochwasser bei Klosters werden Siloballen gelagert – düngbare Fläche? Wo dürfen Siloballen gelagert werden? Auf der düngbaren Fläche, da Säfte austreten können! Weiter gesichtet wurden Tierunterkünfte auf einem Pufferstreifen am Waldrand und am anderen Ende der Schweiz grossflächiger Herbizideinsatz gegen Brombeeren unter Bäumen und auf einem Pufferstreifen am Waldrand.

Schutzzonen an Gewässern: Chaos von neuer und alter Regelung besteht weiter

Am Malanser Mühlbach in Maienfeld fehlt jedes Jahr der Pufferstreifen. Das zuständige Amt für Landwirtschaft und Geoinformation (ALG) weiss dies. Im Allgemeinen ist es zur Zeit in den meisten Fällen nicht möglich zu beurteilen, ob der Pufferstreifen an Gewässern eingehalten wird oder nicht, denn viele Kantone sind noch längst nicht fertig mit dem Ausscheiden der Gewässerräume, obwohl sie diese Aufgabe bis Ende 2018 hätten erledigen müssen. Es herrscht in der Schweiz ein Chaos von neuer und alter Regelung nebeneinander. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird anfangs 2020 erneut bei den Kantonen nachfragen wie weit sie sind. Die letzte Umfrage Anfang 2019 war ernüchternd.

Und wie steht es mit der vor Jahren versprochenen gesamtschweizerischen Übersichtskarte über die Gewässerräume? In weiter Ferne! Es fehlen Geld und Personal. Also wird es wohl noch viele, viele Jahre dauern bis man die Einhaltung der Gewässerschutzvorgaben an Bächen und Flüssen beurteilen kann. Und das korrekte Bewirtschaften dieser Flächen wird für die Bauern schwieriger sein, die Rechtsunsicherheit gross, denn die Überlagerung von Gewässerraum und Pufferstreifen ist kompliziert.

Und im Moment wird viel gegüllt. Eigentlich überstehen die Pflanzen den Winter gesünder, wenn sie nicht vor der Vegetationsruhe noch zu Wachstum angetrieben werden. Aber irgendwie muss die viele Gülle ja weg!

Dann gibt es eine „nichterneuerbare“ Bewilligung für’s Güllen in einer Grundwasserschutzzone, die erneuert wurde; in diesem schwierigen Fall scheint es viel „Gemeindesumpf“ zu geben. Zahlreiche Geschichten, auch eine schöne gibt es noch zu erzählen.

Wo ist der Pufferstreifen am Bach? Heidis Mist 28.9.14

Gewässerschutzverordnung 1. Abschnitt:4  Gewässerraum und Revitalisierung der Gewässer

Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV), Anhang 2.6 Dünger 3.3.1 Verbote

Der Acker rückt näher an den Bach. Heidis Mist 29.5.13

Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse! Heidis Mist 11.6.13

Gewässerverschmutzung: Was tun?

26. Juli 2019

Am 11.6.19 sah jemand Schaum im Dorfbach von Bütschwil SG. Zuvor war gegüllt worden. „Ist Gülle in den Dorfbach geflossen?“, fragte sich die Beobachterin. Ein kleines Wehr staut den Bach. Das Seelein war mit Schaum bedeckt. Unterhalb der Staumauer schäumte es ebenfalls. Der Dorfbach soll schon öfters verschmutzt gewesen sein und es heisst, dass der für das Wehr zuständige Mann in einem solchen Falle das Wasser schnell ablaufen lässt, damit man nichts sieht. Heidi hat das nicht recherchiert, möchte aber die Fotos von der Verschmutzung zeigen und erklären, wie man Anzeige erstattet. Personen, die solche Vorfälle melden, werden oft nicht ernst genommen; man muss dann insistieren.

Fotos vom 11. Juni 2019

Schaum im Seelein ob der Staumauer des Bütschwiler Dorfbachs. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum im Seelein ob der Staumauer des Bütschwiler Dorfbachs. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Die Beobachterin erkundigte sich beim Schweizer Bauernverband (SBV), schickte obige Fotos. Die Antwort: „Die bräunliche Verfärbung ist die Folge der heftigen Niederschläge, die wir gestern und in der Nacht hatten. Dann wird jeweils Erde vom Flussufer ab- und mitgeschwemmt, welche das Wasser trüb werden lässt. Dieses Phänomen sehen sie bei jedem Fliessgewässer nach heftigen Gewittern. Auch die Schaumbildung kann verschiedene Ursachen haben. Ausser abgeschwemmter Gülle können auch Tenside (aus Waschmitteln oder anderen Reinigungssubstanzen) aus Haushalt oder Industrie die Ursache sein. Diese können bei Starkregen fast von überall her abgeschwemmt werden. Um es genau zu wissen, müsste man eine Probe nehmen und einem Labor einschicken. Bei einer Gefährdung der Umwelt kann das kantonale Umweltamt benachrichtigt werden.“

Heidi ist erstaunt, dass der SBV lediglich aufgrund der Fotos die Ursache der bräunlichen Verfärbung sicher beurteilen kann, denn die Farbe könnte genauso gut von Gülle stammen, die abgeschwemmt wurde oder durch Drainageröhren in den Bach gelangte, meint Heidi, und Erde wird auch zusammen mit Dünger und allenfalls Pestiziden, aus Ackerland abgeschwemmt, besonders dort, wo auf abgeerntete Äcker gegüllt wird, wie Heidi immer wieder beobachtet, auch dieses Jahr. Natürlich gibt es noch weitere Quellen für bräunliches Wasser, etwa Abfluss aus einem Moorgebiet.

Schleierhaft ist für Heidi auch die Aussage, dass Tenside aus Haushalt oder Industrie bei Starkregen „fast von überall her abgeschwemmt werden können“?! Es ist typisch für den SBV, dass bei Problemen systematisch auf alternative Quellen abgelenkt wird, statt dass die Ursachen der landwirtschaftsinternen Probleme angegangen werden. Es gibt tatsächlich noch mehr Ursachen von Schaumbildung, die vom SBV unerwähnt bleiben, etwa durch natürliche Saponine von Pflanzen, z.B. Flutender Hahnenfuss (siehe Der Rheinfall hat sich verändert, Heidis Mist vom 25.6.11), weitere natürliche Schaumbildner (siehe Schaumbildung in Gewässern, Landesagentur für Umwelt- und Klimaschutz, Bozen, Südtirol).

Was tun bei einer Gewässerverschmutzung

Wenn Sie eine massive Gewässerverschmutzung sehen, dann rufen Sie die Polizei. Folgende Informationen sind wichtig:

  • Wann ist es geschehen (Datum, Uhrzeit)?
  • Wo ist es geschehen (Gemeinde, Ortsbeschreibung)?
  • Wie ist das Wetter (Temperatur, Regen, Schnee)?
  • Allenfalls: Wie ist der Boden (gefroren, nass, schneebedeckt)?
  • Wenn möglich fotografieren.
  • Wenn möglich eine Probe nehmen.

Sie können auch direkt ein Amt für Umwelt beiziehen. Die Gemeindebehörden sind oft zu wenig kompetent und, je nach Ort oder Kanton, schubladisieren sie gerne solche unangenehmen Geschäfte. Sparen Sie sich Kosten für das Analysierenlassen von Wasserproben wie es der SBV erwähnt („Um es genau zu wissen, müsste man eine Probe nehmen und einem Labor einschicken“). Dies ist nämlich die Aufgabe von Behörden, die wir mit Steuern finanzieren. Zudem besteht das Risiko, dass diese Analyse vom Urheber der Verschmutzung nicht anerkannt wird.

Fotos vom 13. Juni 2019

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Foto vom 16. Juni 2019

Am Morgen des 16.6.19 war das Wehrbecken komplett leer; die Beobachterin hatte kein Handy dabei. Später füllte es sich wieder. Copyright: anonyme Beobachterin.

Am Morgen des 16.6.19 war das Wehrbecken komplett leer; die Beobachterin hatte kein Handy dabei. Später füllte es sich wieder. Copyright: anonyme Beobachterin.

Fotos vom 21. Juni 2019

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Kurz vor dem grossen Gewitter wurde wieder Gülle ausgebracht und der Dorfbach war wieder veschmutzt, obwohl das Wehr schon seit Tagen offen war und das Wasser nonstop abläuft.

Heidis Empfehlung

Heidi empfiehlt der Beobachterin, bei einer weiteren Gewässerverschmutzung sofort die Polizei zu rufen, damit die Ursache(n) dieser Verschmutzungen einwandfrei gefunden werden können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Gemeinde Informationen zu den Vorfällen beisteuern kann, da sie die Örtlichkeiten kennt. Im Nachhinein ist es schwierig, der Verschmutzung auf den Grund zu gehen.

Für das Güllen gibt es keine einheitliche Empfehlung, da die Gefahr von Verschmutzungen (Luft, Wasser) je nach Wetter und Situation unterschiedlich ist, siehe Güllen wenn’s regnet, Heidis Mist vom 28.7.11.

Nachtrag: 28.7.19

Trotz der Niederschläge war der Dorfbach in Bütschwil am Morgen des 28.7.19 optisch sauber.

24.7.19 HOME

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Alpabzug, trockenheitsgeschädigte Wellen-Maisfelder und Gülle

15. September 2018
Der letzte Teil des Alpabzugs führt entlang einer Nationalstrasse ...

Der letzte Teil des Alpabzugs führt entlang einer Nationalstrasse …

... und der Bahnlinie. Alpabzug 15.9.18.

… und der Bahnlinie. Alpabzug 15.9.18.

Der Ackerboden ist flach, doch der Untergrund verschieden beschaffen. Im trockenen Sommer 2018 haben die Maispflanzen unterschiedlich viel Wasser erhalten, weshalb die Höhe der Pflanzen stark variiert. Der Acker präsentiert sich daher als kurioses wellenförmiges Gebilde.

Der Ackerboden ist flach, doch der Untergrund verschieden beschaffen. Im trockenen Sommer 2018 haben die Maispflanzen unterschiedlich viel Wasser erhalten, weshalb die Höhe der Pflanzen stark variiert. Der Acker präsentiert sich daher als kurioses wellenförmiges Gebilde.

Unterschiedlich hohe Maispflanzen wegen Wassermangel.

Unterschiedlich hohe Maispflanzen wegen Wassermangel.

Im nahen Bach fliesst noch immer kein Wasser.

Im nahen Bach fliesst noch immer kein Wasser.

Auf einem abgeernteten Maisfeld hat ein Bauer bereits Gülle ausgebracht. Die Krähen freuen sich über allerlei Fressbares (wie Regenwürmer), das an die Oberfläche geflüchtet ist. In der Regel liegen die begüllten Felder bis im Frühling ungepflügt brach, was eine Widerhandlung gegen die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung ist, denn stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Hier gibt es nicht einmal Unkräuter!

Auf einem abgeernteten Maisfeld hat ein Bauer bereits Gülle ausgebracht. Die Krähen freuen sich über allerlei Fressbares (wie Regenwürmer), das an die Oberfläche geflüchtet ist. In der Regel liegen die begüllten Felder bis im Frühling ungepflügt brach, was eine Widerhandlung gegen die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung ist, denn stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Hier gibt es nicht einmal Unkräuter!

Wenn Gülle auf nackte Erde ausgebracht wird, sind die Ammoniak-Emissionen hoch und die Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser ist beträchtlich.

Wenn Gülle auf nackte Erde ausgebracht wird, sind die Ammoniak-Emissionen hoch und die Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser ist beträchtlich.

 

15.9.18 HOME

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Lesestoff für heisse Tage: Wasser, Sauerstoff und Gülle

3. August 2018
Die Idylle trügt: In vielen Schweizer Seen mangelt es an Sauerstoff. Rund um den Sempachersee z.B. werden mehr Tiere gehalten als vor Beginn der Sanierung vor 35 Jahren.

Die Idylle trügt: In vielen Schweizer Seen mangelt es an Sauerstoff. Rund um den Sempachersee z.B. werden mehr Tiere gehalten als vor Beginn der Sanierung vor 35 Jahren.

Zur Zeit beklagen sich Leute bei Heidi über Ammoniak-Emissionen durch Gülleaustrag oder monieren, dass jetzt gegüllt statt bewässert wird. Man schliesst die Fenster und – wer kann – flüchtet z.B. an einen See.

Badefreudige geniessen das warme Wasser, doch in vielen Seen leiden die Fische unter dem tiefen Sauerstoffgehalt des Wassers. Das Problem ist alt. Der Wille zum Handeln fehlt. Man belüftet lieber auf Kosten der Steuerzahlenden Seen und lässt Gülle abtransportieren statt das Problem der hohen Tierbestände anzugehen.

In den 1960er Jahren wurden Abwasserreinigungsanlagen gebaut, in den 1980er Phosphor in Waschmitteln verboten … Wissenschaftler forderten damals schon, dass nun die Landwirtschaft dran sei. Viel ist seither nicht geschehen. Der Bauernverband lenkt vom Problem ab, also geschieht nichts Nennenswertes. Soll dies ewig so bleiben? Die Fraktionschefin der Grünliberalen, Tiana Moser will das Problem an den Wurzeln packen: Der hohe Tierbestand in der Schweiz. Wie Heidi immer wieder schreibt, ist dieser auch für die zweithöchsten Ammoniak-Emmissionen in Europa verantwortlich.

Lesen Sie den vollständigen Artikel von Roger Braun im St. Galler Tagblatt vom 29.7.18: Umweltschützer nehmen Gülle ins Visier: „In vielen Schweizer Seen finden die Fische nur noch mit Mühe genügend Sauerstoff zum Leben. Schuld daran sind die Bauern, die zu viel düngen, sagt der Bund. Der hohe Viehbestand der Landwirte kommt zunehmend unter Beschuss.“

30 Jahre Sempachersee-Sanierung, Heidis Mist vom 28.12.13

Konstant hohe Ammoniak-Emissionen: Lieber Asche auf den sauren Waldboden statt Taten, Heidis Mist vom 19.2.17

3.8.18 HOME

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Bergzone III: Güllen Ende November!

30. November 2017
Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Was sagen die Fachleute dazu?

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Wenn zuviel Dünger im Betrieb ist, d.h. hoher Einsatz von Kraftfutter, dann legt der Bauer keinen Wert auf gezielten Einsatz der Nährstoffe. Die Umweltgefährdung interessiert ihn nicht, doch die tiefwurzelnden Unkräuter wie Blacke und Bärenklau freuen sich. Die Biodiversität leidet, Hanggrundwasser auch sowie weiter unten liegende Quellen.

Schnee liegt jetzt über der Gülle.

In der Schweiz gibt es keine Sperrfrist für Düngeraustrag im Winter, dies im Gegensatz zur EU. Die Schweizer Behörden basieren ihre Regelungen gerne auf Eigenverantwortung, was häufig nicht funktioniert. Das weiss man auch in der Bundeshauptstadt. Betroffen ist nicht in erster Linie der Bauer, sondern die Bevölkerung und die Umwelt sind es.

Nachtrag 30.11.17: Kaum veröffentlicht, melden weitere Leute Gülle-Austrag in den Bergen, sogar auf 1’800 m ü.M. ein Fass nach dem andern. An anderen Orten eine dicke Gülle-Schicht. Güllen ist ein Dauerbrenner. Frage über Frage liegt in Heidis Postfach: „Was ist denn nur los, haben die Flächenbeiträge und die Beiträge für Öko-Flachen nicht gewirkt? Muss man immer mehr Vieh halten? Wird von Bio Suisse wirklich kontrolliert? Der Markt spricht ja eigentlich voll dagegen …“

30.11.17 HOME

Symptom-Bekämpfung bringt Geld für die „Grüne“ Wirtschaft

12. Juli 2017
Klicken Sie auf das Bild: Drohnenflug über das Schloss Wyher in Ettiswil. Das Video zeigt das Ausmass der Algenplage im Schlossweiher. Luzerner Zeitung 10.7.17.

Klicken Sie auf das Bild: Drohnenflug über das Schloss Wyher in Ettiswil. Das Video zeigt das Ausmass der Algenplage im Schlossweiher. Luzerner Zeitung 10.7.17.

Wir wissen es: Rund um den Sempachersee gibt es mehr Tiere als zu Beginn der Seesanierung vor mehr als drei Jahrzehnten. Die „Lösung“ ist Abtransport von Gülle mit Steuergeldern. Wen wundert’s, dass der in der Nähe gelegene See rund um das Schloss Wyher in Ettiswil auch diesen Sommer wieder von einer Algenplage heimgesucht wird, weil der Nährstoffgehalt des Wassers zu hoch ist. Die Fische leiden an Sauerstoffmangel.

Das Willisauer Jungunternehmen Phoster darf nun den Weiher mit zwanzig schwimmenden Pflanzeninseln „retten“. Kostenpunkt 8’600 Franken. Die Entwicklung des Produkts wird aus dem Topf der Neuen Regionalpolitik mit 50’000 Franken unterstützt, und die Alternative Bank Schweiz gewährt aus dem Innovationsfonds ein eben so hohes Darlehen für die Marktbearbeitung. Das Ziel der Firma: Bis in zehn Jahren soll es in jedem fünften Teich in der Schweiz bepflanzte Schwimminseln geben.

„Mit unserer Arbeit sorgen wir dafür, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht nur buchstabiert, sondern gelebt wird.“ heisst es auf der Homepage von Phoster?! Und wann müssen die „nachhaltigen“ Schwimminseln ersetzt werden? Wann klingelt die Kasse wieder? Denn die Nährstoffe müssten „entfernt“ werden, und zwar nachhaltig!

Diese Symptom- statt Ursachenbekämpfung ist keine Ausnahme. Davon profitieren einige wenige. Und wer zahlt? Viele! Es wäre an der Zeit, dass das Übel an der Wurzel gepackt wird, d.h. in diesem Fall Reduktion der Tierzahlen.

Flosse sollen Schlossweiher retten, Luzerner Zeitung vom 11.7.17.

Konstant hohe Ammoniak-Emissionen: Lieber Asche auf den sauren Waldboden statt Taten, Heidis Mist 19.2.17

30 Jahre Sempachersee-Sanierung, Heidis Mist 28.12.13.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (4) TOTAL Bundesbeiträge bis Ende 2014, Heidis Mist 6.8.15.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (3) Phosphorprojekte Sempachersee & Co., Heidis Mist 30.7.15.

12.7.17 HOME

 

Gülle im Bach – meistens keine Schlagzeile wert (2)

22. Juni 2016
Schneeschmelze?

Schneeschmelze?

Nein, Gülle!

Nein, Gülle!

Verdünnt durch Starkregen!

Verdünnt durch Starkregen!

Der Moment war günstig: 70 mm/h Regen fielen, viel Wasser floss im Bächlein. Wer bemerkt also am frühen Morgen des 17.6.16, wenn Gülle drin ist? Verdünnt! Um diese Zeit (und bei diesem Wetter) sind auch keine Fischer unterwegs. Zufällig hat Heidi den Schaum gesehen, mindestens 1 1/2 Stunden lang sah sie braunes Waser. Am darauffolgenden Tag brachte der Bauer Gülle aus.

Art. 6 des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) verbietet ein solches Tun klar: „Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.“

Und was sagen die Juristen zur Sorgfaltspflicht gemäss Art. 3 des GSchG, der da lautet: „Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.“?

Kommentar GSchG/WBG, Seite 62:
„… Die Pflicht, alles Zumutbare vorzukehren, um Verunreinigungen zu vermeiden bzw. möglichst gering zu halten, besteht – entsprechend dem Gedanken der Vorsorge – auch dann, wenn das betroffene Gewässer die Qualitätsanforderungen gemäss Anh. 2 der GSchV erfüllt und wenn keine Gefahr besteht, dass aufgrund der fraglichen Tätigkeit ein Erfüllungsdefizit resultieren könnte…“

Alles klar? Doch niemanden kümmert’s, ausser Heidi natürlich!

Ewig schmutziges Bächlein

Bündner Schaumbad für Vögel

22.6.16 HOME

Rache eines Gewässerverschmutzers

1. Juni 2016
Heute war Gülletag. Es stank entsetzlich. Nach der letzten Ladung lag auch auf Heidis Weg Gülle.

Heute war Gülletag. Es stank entsetzlich. Nach der letzten Ladung lag auch auf Heidis Weg Gülle.

Bis fast zur Kantonsstrasse war der Weg mit Gülle bespritzt. Kein Unfall, keine Nachlässigkeit ...

Bis fast zur Kantonsstrasse war der Weg mit Gülle bespritzt. Kein Unfall, keine Nachlässigkeit …

Als Heidi am Fotografieren war, fuhr der Bauer zu einer anderen Wiese. Er rief ihr beim Vorbeifahren zu: "Was hast du im Sinn, du Sau-Luder?"

Als Heidi am Fotografieren war, fuhr der Bauer zu einer anderen Wiese. Er rief ihr beim Vorbeifahren zu: „Was hast du im Sinn, du Sau-Luder?“

Petrus sah dem Treiben zu und schickte Heidi einen Platzregen. Im Nu war die Gülle weg ...

Petrus sah dem Treiben zu und schickte Heidi einen Platzregen. Im Nu war die Gülle weg …

... floss über die Kantonsstrasse aus den Augen aus dem Sinn. Danke Petrus!

… floss über die Kantonsstrasse aus den Augen aus dem Sinn. Danke Petrus! Der Gewässerverschmutzer mag es nicht, wenn man ihn anzeigt.

Am Abend schenkte Petrus Heidi einen Regenbogen.

Am Abend schenkte Petrus Heidi einen Regenbogen.

1.6.16 HOME

Sperrfristen Güllen im Winter: Schweiz NEIN, EU JA

26. November 2015
Sommergülle-Wirbel

Sommergülle-Wirbel

Eigentlich wollte Heidi dieses Jahr zum ersten Mal nichts schreiben über gute landwirtschaftliche Praxis beim Güllen im Herbst bzw. genügend grosse Güllegruben, denn ihre folgenden Artikel werden laufend gelesen

… doch im Postfach liegt seit dem 9.11.15 ein Brief aus Deutschland mit dem Gedicht von Gerhard Laukötter Sperrfristen. Und immer noch sieht Heidi Güllefässer unterwegs. Auch in den Bergen wurde, wie jedes Jahr, Gülle „unter den Schnee gelegt“, wo doch die wertvollen Futterpflanzen Ruhe bräuchten, um den Winter gesund zu überstehen. Laukötter beschreibt so schön das, was im Boden mit der unsachgemäss ausgebrachten Gülle geschieht, dass Heidi ein paar Verse für Sie, liebe Leserinnen und Leser, herausgepickt hat.

Sperrfristen

… Bis Mitte November darf auf Grünlandflächen
die deftige Sprache der Düngung noch sprechen.
Die Güllebunker müssen für den Winter geleert.
Das widrige Wetter eine späte Ausfuhr versperrt.

… Die Gülle ist ratlos – keiner kann sie jetzt brauchen.
Da muss sie ganz tief ins Grundwasser abtauchen.

… Der Stickstoff wird heimatlos, irrt hin und her
und macht es dem Umweltschutz ziemlich schwer.

… Einem schlafenden Gast ein üppiges Mahl zu bereiten,
gehört in dieser Branche zu den Üblichkeiten.
In einer Woche ist das Gülleaufbringen verboten.
Wollt ihr noch mehr von solchen Anekdoten?

Ja, natürlich, lieber Dichter! Hier der Link zum vollständigen Gedicht
Sperrfristen. Die Lektüre lohnt sich.

26.11.15 HOME

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (3) Phosphorprojekte Sempachersee & Co.

30. Juli 2015
Sauberer Sempachersee dank grosszügig fliessender Steuergeld-Quelle.

Sauberer Sempachersee dank grosszügig fliessender Steuergeld-Quelle.

Selbst gut informierte Naturschützer glauben, dass der Sempachersee saniert sei. Weit gefehlt! Rund um den See fallen heute mehr Gülle und Mist an als vor der Sanierung, der See wird immer noch belüftet, und die Felchen können sich weiterhin nicht natürlich vermehren, siehe Sempachersee, LU, Umwelt und Energie. Woher also der gute Ruf? SteuerzahlerInnen sei Dank! Wir zahlen gutmütig für den Abtransport von Gülle … Selbst dem Bundesamt für Landwirtschaft missfällt es, dass die Bauern bisher kaum etwas an ihrem Betriebskonzept geändert haben. Heidi schrieb ausführlich darüber:
30 Jahre Sempachersee-Sanierung, Heidis Mist, 28.12.13.

Das Gewässerschutzprojekt Sempachersee (Beginn 1999) wurde kürzlich mit den zwei weiteren Luzerner Phosphor-Projekten Baldeggersee (2000) und Hallwilersee (2001) zusammengelegt. Bis Ende 2014 kostete die „Sanierung“ dieser drei Seen fast 45 Millionen Franken allein an Bundessteuern, hinzu kommen kantonale Beiträge und lokale Kosten.

Heidi verweist einmal mehr auf Art. 3 des Gewässerschutzgesetzes, die Sorgfaltspflicht, und meint, dass auch diese Gewässerschutzprojekte nicht nachhaltig sind, denn ohne Ökologische (!) Direktzahlungen wird dereinst das ursprüngliche Nährstoffproblem an die Oberfläche schwimmen.

So kämpfen die Sempacher Bauern unerschrocken für Geld und intensive Landwirtschaft. Mit gleichem Erfolg wie am 9. Juli 1386 ihre Vorfahren mithilfe von Winkelried in der Schlacht bei Sempach gegen die Habsburger? Zum 1. August hier der Anfang des Sempacherlieds, das Heidis Schulklasse jeweils mit Inbrunst sang, während der Lehrer kräftig in die Tasten griff:

Sempacherlied

Laßt hören aus alter Zeit
Von kühner Ahnen Heldenstreit,
Von Speerwucht und wildem Schwertkampf,
Von Schlachtstaub und heißem Blutdampf!
Wir singen heut‘ ein heilig Lied;
Es gilt dem Helden Winkelried.

Vorschau: Was haben wir bis Ende 2014 TOTAL für so genannte Gewässerschutzprojekte bezahlt?

30.7.15 HOME


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