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Heidis Frühlingsspaziergang mit Klara

30. April 2018
Beim Schloss Marschlins suhlen sich Schweine in der nassen Erdgrube, andere fressen frisches Gras.

Beim Schloss Marschlins suhlen sich Schweine in der nassen Erdgrube, andere fressen frisches Gras.

Klara sehnte sich nach den Bergen. Sie wollte die blühenden Bäume und Wiesen sehen und natürlich die Geissen. Jetzt, wo noch Schnee auf den Gipfeln liegt, ist es besonders schön im Heidiland. Kurzerhand packte sie den Koffer. Fräulein Rottenmeier, noch immer von der Grippe geschwächt, musste zuhause bleiben. Sie legte aber persönlich eine Tüte mit frischen weissen Brötchen für die Grossmutter in Klaras Koffer. Und schon ging’s los. Sebastian brachte Klara zum Bahnhof Frankfurt.

Am ersten Tag nach der Ankunft fuhren Heidi und Klara mit dem Postauto nach Malans, wanderten zum Schloss Marschins und von dort über den Fürstenwald nach Chur. Hoch oben auf der Fürstenalp forschten einst Pioniere der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz. Reorganisationen, die immer kopfloser wurden, haben die Institution geschwächt. Jetzt droht dem renommierten Forschungplatz das Ende: Abbau und Umzug in die Forschungswüste Posieux, weitab von den Zürcher Partnern.

In den Gärten blühte bereits der Flieder. Der Wind nahm Pollen von dunklen Tannen weg und trug sie in die Höhe, wo sie kurze Zeit wie Nebelschwaden vor dem Wald dahinzogen.

In einem Feld lagen Plastikteile, doch wächst bereits Gras drüber. Heidi schrieb am 18.3.18 ausführlich über das Problem: <a href="https://heidismist.wordpress.com/2018/03/18/plastik-im-salat-in-den-erdbeeren/" target="_blank" rel="noopener">Plastik im Salat, in den Erdbeeren ...?</a> Die NZZ stellte am 27.4.18 eine Studie der Universität Bern vor: <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/alarmierender-befund-schweizer-naturschutzgebiete-sind-voll-mikroplastik-ld.1381444" target="_blank" rel="noopener">«Alarmierender Befund»: Schweizer Naturschutzböden sind voll Mikroplastik.</a>

In einem Feld lagen Plastikteile, doch wächst bereits Gras drüber. Heidi schrieb am 18.3.18 ausführlich über das Problem: Plastik im Salat, in den Erdbeeren …? Die NZZ stellte am 27.4.18 eine Studie der Universität Bern vor: «Alarmierender Befund»: Schweizer Naturschutzböden sind voll Mikroplastik.

Nicht weit entfernt vom Acker mit den Plastikteilchen liegt ein grosser Misthaufen.

Nicht weit entfernt vom Acker mit den Plastikteilchen liegt unübersehbar ein langer Misthaufen.

Er sieht ziemlich ausgewaschen aus. Klara: "Da wächst ja schon Gras auf dem Mist."

Er sieht ziemlich ausgewaschen aus. Klara: „Da wächst ja schon Gras auf dem Mist.

Üppig wachsen die Pflanzen rundherum.

Üppig wachsen die Pflanzen rundherum.

Der Hahnenfuss liebt nähr- und stickstoffreiche Böden, die feucht sind. Frisch ist er giftig für das Vieh, als Heu ist er es jedoch nicht. Und in Siloballen?

Der Hahnenfuss liebt nähr- und stickstoffreiche Böden, die feucht sind. Frisch ist er giftig für das Vieh, als Heu ist er es jedoch nicht. Und in Siloballen?

Selten sehen Klara und Heidi blühenden Wiesenkerbel, einen "Güllezeiger" ...

Selten sehen Klara und Heidi blühenden Wiesenkerbel, einen „Güllezeiger“ …

... auch der Löwenzahn mag ein reiches Angebot an Nährstoffen. Er hat die Wiesen bis in hohe Lagen erobert und so viele andere Blütenpflanzen und Gräser verdrängt.

… auch der Löwenzahn mag ein reiches Angebot an Nährstoffen. Er hat die Wiesen bis in hohe Lagen erobert und so viele andere Blütenpflanzen und Gräser verdrängt.

Heidi: "Schau Klara! Seit Jahren liegt das grüne Ding hier im Wald." Klara: "Ob das als Unterkunft für Wildschweine gedacht ist?"

Heidi: „Schau Klara! Seit Jahren liegt das grüne Ding hier im Wald.“ Klara: „Ob das als Unterkunft für Wildschweine gedacht ist?“

Auch im Rebberg: Wie gesät Löwenzahn.

Auch im Rebberg: Wie gesät wächst der Löwenzahn.

Heidi: "Die Unkräuter in den meisten Rebanlagen werden mit Herbiziden bekämpft." Klara: "Bei uns gibt es immer mehr Biobetriebe." Heidi: "Bei uns auch, aber der Bund fördert sie zuwenig, nicht einmal im Aktionsplan Pflanzenschutzmittel-Risikoreduktion! Das ist eine flaue Angelegenheit. Zum Glück gibt es zwei Volksinitiativen gegen Pestizide, die Druck machen. Gegen den Willen der meisten Bauern erarbeitet das Bundesamt für Landwirtschaft jetzt einen Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative. Ich bin gespannt!"

Heidi: „Die Unkräuter in den meisten Rebanlagen werden mit Herbiziden bekämpft.“ Klara: „Bei uns gibt es immer mehr Biobetriebe.“ Heidi: „Bei uns auch, aber der Bund fördert sie zuwenig, nicht einmal im Aktionsplan Pflanzenschutzmittel-Risikoreduktion! Das ist eine flaue Angelegenheit. Zum Glück gibt es zwei Volksinitiativen gegen Pestizide, die Druck machen. Gegen den Willen der meisten Bauern erarbeitet das Bundesamt für Landwirtschaft jetzt einen Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative. Ich bin gespannt!“

Klara: "Wie lange liegt der Mist schon auf der Erde?" Heidi: "Keine Ahnung! Im Hintergrund, hinter den Löwenzahnwiesen, siehst du das Windrad von Haldenstein."

Klara: „Wie lange liegt der Mist schon auf der Erde?“ Heidi: „Keine Ahnung! Im Hintergrund, hinter den Löwenzahnwiesen, siehst du das Windrad von Haldenstein.“

Ein kurzer Weg führt vom gelbumrahmten Bauernhof zum Misthaufen.

Ein kurzer Weg führt vom gelbumrahmten Bauernhof zum Misthaufen.

Nicht weit vom Misthaufen entfernt wird gebaut. Im Hintergrund der Steinbruch der <a href="https://www.holcim.ch/de" target="_blank" rel="noopener">Holcim</a> in Untervaz. Klara: "Wenn das so weitergeht, dann gibt es bald keinen Platz mehr für Mist." Heidi: "Schon möglich!"

Nicht weit vom Misthaufen entfernt wird gebaut. Im Hintergrund der Steinbruch der Holcim in Untervaz. Zement, Kies und Beton sind das Kerngeschäft. Klara: „Wenn das so weitergeht, dann gibt es bald keinen Platz mehr für Mist.“ Heidi: „Schon möglich!“

Ein schöner Weg führt ins nächste Dorf. Auch hier dominiert der Löwenzahn.

Ein schöner Weg führt ins nächste Dorf. Auch hier dominiert der Löwenzahn.

Neben dem Dorfbach ein Abfallkübel mit der Aufschrift: "für eine saubere Gemeinde Trimmis". Klara: <em>"Da müssten sie aber bei den Bauern genauer hinschauen!"</em> Heidi: <em>"Ja, die Gemeinden nehmen die Neubauten ab, mit geschlossenen Augen. Es gibt welche, die merken nicht einmal, wenn die Mistplatte fehlt oder Abwasser in einen Bach fliesst. Subventionen werden deswegen kaum gekürzt, wenigstens im Kanton Graubünden nicht."</em>

Neben dem Dorfbach ein Abfallkübel mit der Aufschrift: „für eine saubere Gemeinde Trimmis“. Klara: „Da müssten sie aber bei den Bauern genauer hinschauen!“ Heidi: „Ja, die Gemeinden nehmen die Neubauten ab, mit geschlossenen Augen. Es gibt welche, die merken nicht einmal, wenn die Mistplatte fehlt oder Abwasser in einen Bach fliesst. Subventionen werden deswegen kaum gekürzt, wenigstens im Kanton Graubünden nicht.“

An schönster Aussichtslage mit Blick auf Chur lagen Geissen im Gras und blickten neugierig auf, als Klara und Heidi am Zaun stehen blieben.

An schönster Aussichtslage mit Blick auf Chur lagen Geissen im Gras und blickten neugierig auf, als Klara und Heidi am Zaun stehen blieben.

Die beiden Spaziergängerinnen hatten die Stadt Chur erreicht, als Heidi plötzlich rief: <em>"Schau, Klara, hier gibt's viele Wiesenblumen. Das Wiesenschaumkraut ist schon in voller Blüte. Peter weiss, wo es noch artenreiche Wiesen gibt, er wird dir welche zeigen. Sie werden immer seltener."</em>

Die beiden Spaziergängerinnen hatten die Stadt Chur erreicht, als Heidi plötzlich rief: „Schau, Klara, hier gibt’s viele Wiesenblumen. Das Wiesenschaumkraut ist schon in voller Blüte. Peter weiss, wo es noch artenreiche Wiesen gibt, er wird dir welche zeigen. Sie werden immer seltener.“

Marlene Dietrich – Sag mir, wo die Blumen sind

youtube

30.4.18 HOME

2 Jahre Heidis Mist

15. Mai 2012
DSC00862_Alp_Löwenzahn

Zuviel Gülle und Mist auf Alpweiden fördert zum Beispiel den Löwenzahn; die Artenvielfalt nimmt ab.

Heute vor zwei Jahren hat Heidi ihren Blog Heidis Mist gegründet. Damals lagen bei Maienfeld GR mehr als 20 riesige Misthaufen ungedeckt seit Monaten auf Wiesen und Äckern, es regnete wie aus Gelten. Unter dem Mist fliesst das Grundwasser, Trinkwasser für viele Leute, die weiter unten am Rhein wohnen: Miststöcke im Heidiland.

Dass das Lagern von Mist auf freiem Feld hierzulande Tradition hat, wusste sie damals noch nicht. Überhaupt war Heidi ziemlich naiv, traute oft ihren Augen nicht. In den letzten Jahren hat sie viel über Gülle- und Mistpraxis gelernt. Gesetze werden in Bern verfasst, vollzogen werden sie in den Kantonen … oder auch nicht!

Zum Jubiläum ein bisschen Statistik. Dies ist Heidis 138. Artikel. Hinzu kommen 13 Seiten unter Heidis Mist, Diaschau, Gesetze in Kürze… 25’347 Seitenanfragen sind es seit Beginn. Am beliebtesten war natürlich Heidi, gefolgt von Wozu? und der Diaschau Misthaufen im Feld 2010/11. Der meistgelesene Artikel ist Kloster Disentis setzt Zeichen für die Berglandwirtschaft. Obwohl ein Bekannter meinte, die Gesetze könne Heidi weglassen, das lese sowieso niemand, ist das Gewässerschutzgesetz: Hofdünger an 11. Stelle der aufgerufenen Artikel und Seiten. Auch die anderen Hinweise auf Gesetzte werden häufig gelesen. Wer kennt schon die Rechtshierarchie oder weiss, dass Verstösse gegen die Gewässerschutzgesetzgebung Offizialdelikte sind? Der Tag mit den meisten Seitenanfragen ist noch immer der 1. Dezember 2010 mit 333 Anfragen. Die Seitenanfragen hatten Mitte November 2010 nach der Veröffentlichung des Artikels Winteranfang in den Bergen rasant zugenommen, denn Heidi hatte die BündnerInnen dazu ermuntert, Verstösse gegen die Gewässerschutzgesetzgeung bei der Polizei anzuzeigen. Am 3. Dezember war dann im Bündner Bauern zu lesen, dass Güllen und Misten im Winter grundsätzlich verboten sei, siehe Wohin mit Gülle und Mist? Endlich!

Die Leserschaft setzt sich wie folgt zusammen: 68% Schweiz, 20% Deutschland, 7% Österreich und 5% Übrige. Heidis treue LeserInnen wissen, dass Heidi nicht nur „mistet“ und über’s Güllen schreibt, sondern auch Werbung für umweltbewusste und tierliebende Bauern macht. Wer genau hinschaut, entdeckt Unglaubliches. So könnte Heidi Tag und Nacht schreiben, der Stoff ginge ihr nie aus. Herzlichen Dank allen, die Heidi mit Rat und Tat geholfen haben, sowie den treuen AbonentInnen.

15.5.12 HOME

15. Mai 2011: Ein Jahr Heidis Mist

15. Mai 2011
Mistgras_klein

So sehen die Misthaufen nach monatelanger Lagerung im Feld aus. Wieviel Nitrat ist ins Grundwasser versickert?

Heute vor einem Jahr hat Heidi den Blog gegründet: Miststöcke im Heidiland. Nach einer Trockenperiode hatte es intensiv zu regnen begonnen. Damals lagen all die Misthaufen immer noch im Feld, waren monatelang den Niederschlägen ausgesetzt gewesen und wurden ab Mitte Mai vom Dauerregen durchwaschen, waren also immer noch eine grosse Gefahr für das Grundwasser, das darunter fliesst. Dieses Jahr hat die Vegetation einen grossen Vorsprung, also sind die Misthaufen bereits verteilt und untergepflügt worden. Auch heute regnet es, und Heidi wird gefragt, ob man vor Regen güllen darf. Zuerst ein Blick auf den Wasserkreislauf; die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) hat ein schönes Schema für den Rhein gezeichnet. Das Niederschlagswasser, das nicht von den Pflanzen und vom Boden aufgenommen wird, versickert in den Untergrund und gelangt ins Grundwasser. Die Gefahr der Grundwasserverschmutzung ist bei Dauerregen gross. Wenn der Boden wassergesättigt ist, dann fliesst das Wasser zusammen mit Gülle in den Poren direkt ins Grundwasser. Ist der Boden ausgetrocknet, dann fliesst Gülle in Rissen und Poren in den Untergrund. Gülle kann aber auch mit Niederschlagswasser abgeschwemmt werden und so in Gewässer gelangen, z.B. über Entwässerungsschächte an Strassen; sehr hoch ist das Risiko bei Gewitterregen, Dauerregen und Schneeschmelze sowie wassergesättigtem, ausgetrocknetem und verdichtetem Boden, besonders am Hang, siehe Wenn Gülle fliesst… Deshalb dürfen gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV SR 814.81), Anhang 2.6, Art. 3.2.1, flüssige Dünger  nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen vor allem dann nicht ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren, schneebedeckt oder ausgetrocknet ist.

Im Einzelfall ist es nicht immer einfach, die Lage einzuschätzen. Ein bisschen Regen kann günstig sein, verdünnt die Gülle. Manchmal stimmt der Wetterbericht nicht. Heidi rät aber die Bauern zu Vorsicht: Im Zweifelsfall nie!

15.5.11 HOME

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit für’s WEF

18. Januar 2011
DSC01410_Malans1_130111_klein
Malanser

Nun prägen wieder Soldaten und Helikopter das Alltagsbild, denn bald beginnt das WEF. Noch ist das Reisen ohne Verspätungs- und Umsteige-Risiko möglich. Das milde Wetter verlockt zum Wandern, Güllen und Misten. Früh am Morgen ist der Boden noch gut tragfähig, da bis zur Oberfläche gefroren. Daher wurde da und dort gemistet oder gegüllt, z.B. mit Schleppschlauch in der Bündner Herrschaft oder ohne im St. Gallischen in der Ebene und in der Höhe. Mit Schleppschlauch sollten eigentlich Ammoniak-Emissionen reduziert werden, doch, wenn es nachher kalt wird, wie jetzt, sind die Ammoniakemissionen eventuell gar höher. Es ist Winter, trotz allem, die Gefahr der Gewässer- und Grundwasserverschmutzung ist gross. Frau Holle beschneit im Moment noch die Pisten, wird aber morgen die ganze Landschaft mit Schneeflocken decken, wird all die brauen Wiesen, die nackten Felder (Fehlentscheid bedroht Trinkwasser, Beobachter) und die vielen Misthaufen im Feld mit einer weissen Decke versehen.

Heidi hat ihren Leserinnen und Lesern schon eine grosse Vielfalt von Misthaufen im Feld vorgestellt. soll sie jetzt auch noch all jene, die zwischen Landquart und Chur – umrauscht von der Autobahn – liegen, fotografieren? Natürlich nicht, denn das würde definitiv langweilig. Es gäbe auch in der Bündner Herrschaft und bei Grüsch neue fotogene Haufen, z.B. auf Schnee.

Die Bündner Miststock-im-Feld-Bauern habe Verstärkung in den angrenzenden Kantonen erhalten. War Anfang 2010 der Haufen beim Möwenpick Heidiland noch ein Grenz-Miststock, könnte man das heute nicht mehr so sagen, denn da und dort liegt jetzt im Kanton St. Gallen einer im Feld. Auch der Walensee ist keine Grenze, denn die Glarner habe diese bequeme Art, Mist zu lagern, ebenfalls entdeckt, sind zögernd am Nachahmen. Im Kanton Schwyz – wen würde das überraschen – ist diese Bündner Spezialität sogleich in die Praxis eingegangen, mindestens in der Linthebene, einem sensiblen Gebiet bezüglich Grundwasser. Wenn bald jene WEF-Besuchende anreisen, welche die SBB und RhB dem Helikopter vorziehen, dann erleben sie – nachdem sie die graue Vorstadtwüste durchfahren haben – auf dem Weg nach Davos eine mit braunen Haufen und weissen oder grünen Bergen (Siloballen) angereicherte Landschaft.

18.1.11     HOME

Ein paar neue „Miststock-Fotos“

13. Januar 2011

 

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Diaschau neue Misthaufen im Feld: Heidi hat weitere Fotos aufgeschalten.

Diaschau neue Misthaufen im Feld

13.1.11    HOME

Verschwundene Miststöcke

2. Juni 2010

 

Mist_weg_Auenwald

Neben dem Auenwald beim Heidiland Möwenpick ist kein Mist mehr.

Nach Pfingsten sind zahlreiche Misthaufen verschwunden, die monatelang ungedeckt (mit dem Segen des Amts für Natur und Umwelt) im Gewässerschutzbereich der Rheinebene lagen; so jener am Auenwald beim Möwenpick Heidiland sowie verschiedene in Maienfeld und Malans. Am 30. Mai 2010 jedenfalls sahen die Wiesen ungewohnt leer aus. Der Mist war auf Wiesen oder Äcker ausgebracht worden.

 

Mist_weg_Maienfeld

... auch in Maienfeld beim Heidi-Hotel

Ein paar Misthaufen, die ich vor drei Monaten erstmals fotografiert hatte, waren aber noch immer da, etwa jener, auf welchem Kühe herumgetanzt waren. Zwei neue, noch kleine, sind hinzugekommen; beide liegen neben einer Hecke.

 

Mist_weg_Malans

Ein langer Misthaufen in Malans ist verschwunden.

Nachtrag: Am 3. Juni 2010 sind zwei weitere Miststöcke verschwunden: ein neuer neben einer Hecke und ein alter. Jetzt fällt wenig Mist an, denn die Kühe sind meistens auf der Weide.

2.6.10   HOME

Noch mehr „Miststöcke“ – 7.3.2010

17. Mai 2010

Ich habe am 7. März 2010 noch mehr der gut 20 „Miststöcke“ im Gewässerschutzbereich in der Rheinebene zwischen Landquart und Maienfeld fotografiert. Sie liegen zum Teil seit 2009 dort, Mitte Mai 2010 waren sie immer noch da. 17.5.10

 

Maienfeld östlich der SBB

Maienfeld östlich der SBB

Maienfeld_SBB_Ost3

Maienfeld_West48_40Meter

Maienfeld_West61

Maienfeld_West8

Maienfeld_West11

Malans_SBB_Ost122


Bleibt „trockener“ Mist im Regen trocken?

16. Mai 2010

Ich erwachte in der letzten Nacht und hörte Regentropfen. Tagelang hat es nun immer wieder geregnet. Unwillkürlich denke ich an all die ungedeckten Miststöcke im Gewässerschutz-Bereich des Rheintals auf Bünder Schotterböden. Der April war trocken, nach dem ersten Regen Anfang Mai habe ich dieses Foto gemacht.

Gemäss der Bündner Weisung über Gewässerschutz in der Landwirtschaft ist Zwischenlagerung auf dem Feld zulässig wenn, …

„Der Miststock vor Niederschlägen geschützt ist (Vlies).
Ausnahme: Wenn keine Mistsickersäfte abfliessen, muss der Mist nicht abgedeckt sein. Ist bei sehr trockenem Mist (Ziegen, Schafe, Pferde) evtl. auch ohne Abdeckung möglich (Eigenverantwortung Landwirt)…“.

Tatsächlich gibt es neben Kuhmist auch Pferdemist auf freiem Feld wie hier neben der Industriezone Maienfeld. Ich bin überzeugt, dass die „trockenen“ Miststöcke jetzt nach dieser Regenperiode auch nass sind und Sickersäfte unter dem Mist ungesehen ins Grundwasser tropfen. Aus den Augen aus dem Sinn.

Weisung über den Gewässerschutz in der Landwirtschaft, Kanton Graubünden, PDF

16.5.10   HOME

Grenz-Miststock beim Möwenpick Heidiland

16. Mai 2010


Wie eine Grenzmarkierung liegt ein 38 Meter langer Miststock unmittelbar neben dem Auenwald am Rhein, wenige Schritte von der Autobahnraststätte Heidiland entfernt. Die nahe Bahn- und Fussgängerbrücke führt ins St. Gallische Bad Ragaz. Wer den Kanton Graubünden verlässt, findet im Nachbar-Kanton St. Gallen keine wildlagernden Miststöcke mehr.

Der Bund hat den Vollzug des Gewässerschutz-Gesetzes und der entsprechenden Verordnungen an die Kantone delegiert. Die Auslegung der Gesetzte ist so vielfältig wie die Kantonslandschaft. Nicht überall sind die Behörden vollzugswillig. Die kantonale „Weisung über Gewässerschutz in der Landwirtschaft“ sieht unter Punkt 4.3 Zwischenlagerung auf dem Feld einen Mindestabstand zum Waldrand (ab Stamm) von 10 Meter vor. Dieses Langzeit-Mistlager ist schon teilweise „begrünt“ und hat einen Abstand von … urteilen Sie selbst!

Ich bin gespannt, ob die Behörden in Chur eine kreative Interpretation der eigenen Wegleitung finden, um zu beweisen, dass dieses Mistdepot gesetzeskonform ist. Andernfalls wird der gut gelagerte Mist dort wohl bald verschwinden.

Weisung über Gewässerschutz in der Landwirtschaft, Kanton Graubünden, PDF

16.5.10  HOME

Miststöcke im Heidiland

15. Mai 2010

120 m langer Miststock Ende Februar 2010Wer mit der Bahn von Landquart Richtung Bad Ragaz fährt sieht in der Ebene vor und nach Maienfeld viele Miststöcke auf  Felder und Wiesen, ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Die meisten liegen seit Monaten dort, sind oben ausgewaschen, da und dort wächst Gras oder es spriessen Pilze. Die Miststöcke liegen auf Schotterboden und über dem Grundwasserstrom der Rheinebene.

Wenn es regnet oder der Schnee schmilzt werden Stoffe ausgewaschen. Sie versickern im Boden und gelangen über die mächtige Schotterschicht rasch ins Grundwasser. Zum Beispiel Nitrat verunreinigt das Trinkwasser.

Mehr als 20 Miststöcke lagern auf einer Fläche von 2 km2 im Gewässerschutzbereich bei Maienfeld. Der längste misst 120 m und liegt in der Nähe einer Grundwasserfassung. Der zuständige Beamte vom Amt für Natur und Umwelt in Chur sieht keinen Handlungsbedarf.

Gemäss Wegleitung für den Gewässerschutz in der Landwirtschaft „muss Mist auf einer dichten, mit einem Randabschluss versehenen Betonplatte gelagert werden, von der das Mistwasser in die Vor- oder Güllengrube abfliessen kann. Mist darf nicht dauernd und ungeschützt ausserhalb des befestigten Mistplatzes, d.h. im freien Feld, gelagert werden. Für kurze Zeit kann ein Zwischenlager vor dem Verteilen des Mists auf der Verwertungsfläche angelegt werden, aber nur an einem Ort, wo keine Gefahr für die Gewässer besteht (Abschwemmen oder Versickern von Mistwasser.“

Gewässerschutzkarte Kanton Graubünden

Wegleitung für den Gewässerschutz in der Landwirtschaft

15.5.10  HOME


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