Posts Tagged ‘Herbizid’

So wird aus einer mageren Alpweide eine Unkrautweide

17. August 2017
Schöne Aussicht ... und ... Bauern laden Heu um. Wer findet sie auf diesem Bild?

Schöne Aussicht … und … Bauern laden Heu um. Wer findet sie auf diesem Bild?

Heidi meint: „Das einzig Positive an den Helikopter-Pestizidsprühflügen ist, dass die Sesemanns jetzt ihre Ferien häufiger in Graubünden verbringen und nicht mehr ins Wallis fahren.“ Im Moment logieren sie in Maienfeld. Heidi und Peter haben die Feriengäste für einen Alpausflug abgeholt.

Heidi konnte ihnen (wie 2016) auch dieses Jahr beim Vorbeifahren mit der SBB den seit eh und je fehlenden Pufferstreifen am Malanser Mühlbach zeigen und den etwas grösser gewordenen, aber immer noch viel zu kleinen, am Kleinen Seezli.

Überraschung im Ausflugsrestaurant

Rechtzeitig für eine Verschnaufpause mit Kaffee und Gipfeli erreichten sie das Ausflugsrestaurant. Klara war begeistert von der Aussicht, machte ein paar Fotos und zeigte sie Peter.

Peter: „Interessant! Hier unten siehst du Bauern beim Umladen von Heu für die Alp, denn mit dem schweren Gefährt können sie nicht hinauffahren.“

Umladen von Heu vom grossen auf die kleinen Transporter.

Umladen von Heu vom grossen auf die kleinen Transporter.

Klara: „Heu?“

Peter: „Ja! Die Alpbesitzer sind reich und Alpkäse ist beliebt, daher haben sie eine Käserei gebaut. Doch die Qualität des Weidefutters ist schlecht, nur für Rinder knapp genügend. Daher braucht es auch gutes Futter aus dem Tal oder zugekauftes.“

Und los gehts!

Und los gehts!

Am Bergrestaurant vorbei ... Touristen fotografieren ... unzählige Samenständer von Blacken auf den Weiden ...

Am Bergrestaurant vorbei … Touristen fotografieren … unzählige Samenständer von Blacken auf den Weiden …

... Abgeladen wird bei schönstem Wetter und flatternder Fahne.

… Abgeladen wird bei schönstem Wetter und flatternder Fahne.

Fräulein Rottenmeier: „Das ist doch ein ökologischer Blödsinn! Die sollen ihren Käse unten herstellen. Nur schon die Energie, die es für den Transport braucht! Und was macht der lärmige Helikopter, der dauernd zur Bergspitze fliegt?“

Heidi: “Die Bergsteiger von heute sind anspruchsvoll, wollen essen und trinken wie im Restaurant. Diese Hütte wird zweimal jährlich versorgt. Wir haben Pech!“

Herr Sesemann: „Und was geschieht mit den zusätzlichen Nährstoffen? Werden Gülle und Mist ins Tal transportiert?“

Peter: „Nein, die Dünger bleiben oben, werden auf die kargen Flächen bzw. steinigen Stellen ausgebracht. Sehen Sie dort die Blacken! Sie sind ein Zeichen für Überdüngung; auch können mit dem Heu Unkrautsamen auf die Weiden gelangen und dort keimen. Wir werden noch mehr verunkrautete Weiden sehen.

In dieser Gegend versickert das Wasser leicht; ob die Gülle Quellen verschmutzt, das weiss ich nicht.“

Blacken wachsen auf der kargen steinigen Weide.

Blacken wachsen auf der kargen steinigen Weide.

"Unsauberes" Spritzen ganzer Flächen mit Herbizid, noch gibt es Streifen mit Brennnesseln. Dort wo Brennnesseln waren, wachsen jetzt v.a. Blacken.

„Unsauberes“ Spritzen ganzer Flächen mit Herbizid, noch gibt es Streifen mit Brennnesseln. Dort wo Brennnesseln waren, wachsen jetzt v.a. Blacken.

Heidi: „Ja und die Unkräuter werden zum Teil grossflächig mit Herbiziden besprüht, auch Brennnesseln. Besonders von drainierten Flächen ist Abschwemmung möglich. Ob Herbizide mit dem Wasser in Quellen gelangen? Weil Tiere gerne welke Pflanzen fressen, sind diese oft bald weg. Auch Giftpflanzen werden so eher gefressen. Das kann für Tiere tödlich sein!“

Fräulein Rottenmeier: „Und die Gemsen? Fressen diese die Herbizid-Pflanzen auch?“

Peter: „Das interessiert die Älpler nicht, höchstens die Jäger und Wildhüter, aber diese merken das doch nicht!“

Was sagt das Gesetz?

Direktzahlungsverordnung

Art. 26 Grundsatz

Die Sömmerungs- und Gemeinschaftsweidebetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden.

 Art. 31 Zufuhr von Futter

1 Zur Überbrückung witterungsbedingter Ausnahmesituationen dürfen höchstens 50 kg Dürrfutter oder 140 kg Silage pro Normalstoss (NST) und Sömmerungsperiode zugeführt werden.

2 Für gemolkene Kühe, Milchziegen und Milchschafe ist zusätzlich die Zufuhr von 100 kg Dürrfutter und 100 kg Kraftfutter pro NST und Sömmerungsperiode zulässig.

3 Schweinen darf Kraftfutter nur als Ergänzung der alpeigenen Milchnebenprodukte verfüttert werden.

4 Für jede Futterzufuhr sind der Zeitpunkt der Zufuhr sowie die Art, Menge und Herkunft des Futters in einem Journal festzuhalten.

Heidi meint: „Die Bewirtschaftung ist weder sachgerecht noch umweltschonend. Für die Futterzufuhr muss zwar ein Formular ausgefüllt werden, das ist in der Regel jedoch nicht kontrollierbar.“

Höhere Alpungsbeiträge schaden der Biodiversität, Heidis Mist 15.7.16

Herbizide auf Alpen, alle Artikel zum Thema

17.8.17 HOME

Herbizid gegen Farne auf der Alp Novai: zweifelhafte Wirkung!

4. Juli 2017

 

Alp Novai: Farne wurden auch direkt am Bach mit Herbizid bespritzt, was gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung klar verboten ist. Herbizid-Wirkung: Foto vom 11. Juni 2017.

Alp Novai: Farne wurden auch direkt am Bach mit Herbizid bespritzt, was gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung klar verboten ist. Herbizid-Wirkung: Foto vom 11. Juni 2017.

Die gleichen Farne direkt am Bach: Dreizehn Tagen später sind sie schon wieder grün, wachsen üppig weiter! Der Herbizid-Einsatz ist nicht nachhaltig, "nur" eine Umweltverschmutzung.

Die gleichen Farne direkt am Bach: Dreizehn Tagen später sind sie schon wieder grün, wachsen üppig weiter! Der Herbizid-Einsatz ist nicht nachhaltig, „nur“ eine Umweltverschmutzung.

4.7.17 HOME

Herbizid-Trail auch zur Bündner Alp Spärra

25. Juni 2017
Herbizid bis an den Verstanclabach auf der Alp Spärra 1586 m ü.M.

Herbizid bis an den Verstanclabach auf der Alp Spärra 1586 m ü.M.

Doch nicht so schnell! Steigen wir von der Alp Garfiun auf zur Alp Spärra ...

Doch nicht so schnell! Steigen wir von der Alp Garfiun auf zur Alp Spärra …

... entlang der Verstancla ...

… entlang der Verstancla …

... dem Herbizid-Trail folgend ...

… dem Herbizid-Trail folgend …

... in die Höhe ...

… in die Höhe …

... der Weg wird breiter, auch ohne Wegmarke eindeutig signalisiert ...

… der Weg wird breiter, auch ohne Wegmarke eindeutig signalisiert …

... klar, Blacken müssen auch weg!

… klar, Blacken müssen auch weg!

... viele helle Flecken, auch im Hintergrund ...

… viele helle Flecken, auch im Hintergrund …

... helle Flecken ...

… helle Flecken …

... abgestorbene Pflanzen auch neben dem breiten Weg ...

… abgestorbene Pflanzen auch neben dem breiten Weg …

... abrupter Wechsel von gelb zu dunkelgrün und wieder zu gelb ...

… abrupter Wechsel von gelb zu dunkelgrün und wieder zu gelb …

Da schickt man den Hund wohl besser neben den Weg, wo möglich, oder in die Weide. Heidi nimmt an, dass auch hier die Gemeinde Klosters den Weg mit Glyphosat behandelt hat, wie sie das auf den Wegen zur Bio-Knospe-Alp Pardenn und zu den Alpen Garfiun und Novai getan hat.

Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail, Heidis Mist 11.6.17.

25.6.17 HOME

Herbizid-News: Alp zum Schmetterlingstod, Alp zum Blumentod und Alp Pardenn

16. Juni 2017

Alp zum Schmetterlingstod

Diesen Raupen werden sich bald zu Schmetterlingen wandeln, sofern ihnen das Futter nicht durch einen Herbizid-Einsatz entzogen wird. Auf der Alp zum Schmetterlingstod hat Ruedi eine kleine Restfläche mit Brennesseln gefunden, voller Raupen. Wird sie der Älpler noch entdecken und mit der Spritze kommen? Copyright Ruedi K.

Diesen Raupen werden sich bald zu Schmetterlingen wandeln, sofern ihnen das Futter nicht durch einen Herbizid-Einsatz entzogen wird. Auf der Alp zum Schmetterlingstod hat Ruedi eine kleine Restfläche mit Brennesseln gefunden, voller Raupen. Wird sie der Älpler noch entdecken und mit der Spritze kommen? Copyright Ruedi K.

So sehen die übrigen Brennesseln aus. Die Raupen sind heruntergefallen. Copyright: Ruedi K.

So sehen die übrigen Brennesseln im Moment aus. Die Raupen sind heruntergefallen. Copyright: Ruedi K.

Alp Pardenn

Kühe auf dem Weg zur Alp Pardenn. Ein kleiner Ausschnitt aus einem grossen Bild, daher unscharf.

Kühe auf dem Weg zur Alp Pardenn. Ein kleiner Ausschnitt aus einem grossen Bild, daher unscharf.

Heidi hat die Fotos des Herbizid-Einsatzes der Gemeinde Klosters auf den Alpwegen nochmals gesichtet und auf einem Bild die Kühe gefunden, welche auf dem mit Herbizid behandelten Weg standen. Gespritzt wurde ein paar Tage zuvor. Ob die Tiere auch während des Spritzens in dieser Weide waren? Die vorgeschriebene Wartefrist für Kühe, die Milch geben, beträgt 3 Wochen, für die übrigen 2 Wochen. Vorschriften werden gerne ignoriert, denn Kontrollen sind nicht zu befürchten.

Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail, Heidis Mist 11.6.17

Alp zum Blumentod

Mit Herbizid behandelter Weg auf der Alp zum Blumentod ... mit Herbizid-Einsatz auf Blacke. Copyright: Sophie T.

Mit Herbizid behandelter Weg auf der Alp zum Blumentod … mit Herbizid-Einsatz auf Blacke. Copyright: Sophie T.

Sophie hat Heidis Artikel Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail gelesen. „Blöd,“ dachte sie „ich habe den Weg nicht fotografiert!“ Sie war nochmals auf der Alp zum Blumentod und hat das nachgeholt. Sophie ging auch dorthin, wo das Rind Herbizid-behandelte Brennnesseln frass: Die Stelle ist radibutz kahlgefressen. Die Tiere fressen eben gerne angewelkte oder getrocknete Brennnesseln.

Aufregung auf der Alp zum Blumentod, Heidis Mist 5.6.17.

Die mit Herbizid behandelten Brennesseln hat das Rind gefressen. Copyright: Sophie T.

Die mit Herbizid behandelten Brennesseln hat das Rind gefressen. Copyright: Sophie T.

Tote Brennesseln auf der Alp zum Blumentod. Copyright: Sophie T.

Tote Brennesseln auf der Alp zum Blumentod. Copyright: Sophie T.

 16.6.17 HOME

Herbizid-Einsatz am Bach auf der Alp Garfiun

14. Juni 2017
Nur ein bisschen Herbizid am Wasser vor dem Restaurant Alp Garfiun ... macht doch nichts! Es ist aber klar verboten gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung.

Nur ein bisschen Herbizid am Wasser vor dem Restaurant Alp Garfiun … macht doch nichts! Es ist aber klar verboten gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung.

Und noch ein bisschen Herbizid ...

Und noch ein bisschen Herbizid …

... und noch ein kleiner Fleck tot gespritzt.

… und noch ein kleiner Fleck tot gespritzt.

Die Natur als reines Produktionsmittel. Respektlos! Dafür Alpspektakel …

Heidis Empfehlung

Pestizide im Wasser: Behörden nehmen hohes Risiko in Kauf, SRF, Kassensturz 13.6.17.

14.6.17 HOME

 

Überlebenskampf der Farne auf der Alp Novai

13. Juni 2017
Dürre Farne direkt am Wasser. Was bedeutet das?

Dürre Farne direkt am Wasser. Was bedeutet das?

Links und rechts des Wander-/Bikewegs zur Alp Novai braune Farnpflanzen. Bekämpfung mit Herbizid. Damit die neuen begehrten Alpungsbeiträge nicht gekürzt werden, müssen die "Unkräuter" bekämpft werden.

Links und rechts des Wander-/Bikewegs zur Alp Novai braune Farnpflanzen. Bekämpfung mit Herbizid. Damit die neuen begehrten Alpungsbeiträge nicht gekürzt werden, müssen die „Unkräuter“ bekämpft werden.

 

... am Wasser. Ist ja nur ein bisschen, wird grad verdünnt! Trotzdem gilt: Das ist gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung klar verboten.

… am Wasser. Ist ja nur ein bisschen, wird grad verdünnt! Trotzdem gilt: Das ist gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung klar verboten.

Die unteren Farnteile sind grün. Bei diesen Pflanzen ist die Wirkung besonders schlecht. Die aktuelle Bekämpfung kann das Wachstum nur verlangsamen, nicht aber die Pflanzen eliminieren!

Die unteren Farnteile sind grün. Bei diesen Pflanzen ist die Wirkung besonders schlecht. Die aktuelle Bekämpfung kann das Wachstum nur verlangsamen, nicht aber die Pflanzen eliminieren!

Blick von der Alp Garfiun: mit Herbizid behandelte Farne und unbehandelte. Hier oben wurde schon lange keine Weidepflege mehr gemacht.

Blick von der Alp Garfiun: mit Herbizid behandelte Farne und unbehandelte. Hier oben wurde schon lange keine Weidepflege mehr gemacht.

13.6.17 HOME

Aufregung auf der Alp zum Blumentod

5. Juni 2017
Ein Rind frisst Brennnesseln, die erst kürzlich mit Herbizid bespritzt worden waren. Copyright: Sophie T.

Ein Rind frisst Brennnesseln, die erst kürzlich mit Herbizid bespritzt worden waren. Copyright: Sophie T.

Heidis Telefon klingelte. Kaum hatte sie den Hörer in der Hand, legte Sophie am anderen Ende los, offensichtlich wütend:

Sophie: „Heidi, ich bin auf der Alp zum Blumentod. Soeben habe ich dir ein Foto geschickt. Schau dir das einmal an! Ein Rind frisst Brennnesseln, welche noch vor wenigen Tagen grün waren. Sie wurden inzwischen mit Herbizid bespritzt, auch blühende Pflanzen sind unter den Opfern. Darf man das? Brennnesseln sind doch gesund, und man sieht ja, dass die Tiere sie gern fressen, sogar mit Herbizid drauf!“

Heidi: „Auf der Alp zum Blumentod hat der Täter die Wartefrist nicht eingehalten. Sie beträgt für Tiere, welche keine Milch geben, zwei Wochen, für Milchkühe drei Wochen. Wenn das Herbizid den Wirkstoff Asulam enthält, dann darf es zudem nicht auf blühende Pflanzen ausgebracht werden.

Der Alpöhi sammelt Brennnesseln separat und lagert sie gut zugänglich auf dem Heustock damit er sie rasch zur Hand hat, wenn ein Tier kränkelt.

Erkläre bitte dem Bauern, dass seine Herbizid-Behandlung gegen die Vorschriften verstösst und du so etwas in Zukunft anzeigen wirst.“

Wo niemand hinschaut …

Video auf youtube: Rind frisst Brennnesseln, die mit Herbizid behandelt wurden.

Asulam, Pflanzenschutzmittelverzeichnis Bundesamt für Landwirtschaft.
Asulamrückstände in Löwenzahnblüten, AGRARForschung 12 (6): 248-253, 2005.

Höhere Alpungsbeiträge schaden der Biodiversität, Heidis Mist 15.7.16

HERBI Käse von der Alp „Zum Blumentod“, Heidis Mist 20.10.16

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? Heidis Mist 19.7.15

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (2) Heidis Mist 21.7.15

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (Leserbriefe) Heidis Mist 15.8.15

5.6.17 HOME

Schadstoffe: Verhalten im Wasser und Boden anders als im Labor

17. Januar 2017
Verschiedene Schadstoffe in Gewässertypen, Böden und Untergründe: Im multidisziplinären Sonderforschungsbereich CAMPOS werden Ausbreitung und Abbau von Schadstoffen in vielseitigen Landschaften samt wechselwirkenden Prozessen untersucht. Copyright: Uni Tübingen.

Verschiedene Schadstoffe in Gewässertypen, Böden und Untergründe: Im multidisziplinären Sonderforschungsbereich CAMPOS werden Ausbreitung und Abbau von Schadstoffen in vielseitigen Landschaften samt wechselwirkenden Prozessen untersucht. Copyright: Uni Tübingen.

Während Schadstoffe wie organische Verbindungen, z.B. Pflanzenschutzmittel, unter Laborbedingungen relativ schnell abgebaut werden, ist die Situation in der Natur ganz anders. Hier bleiben die Schadstoffe oft unerwartet lange erhalten. Grund dafür sind hochkomplexe Wechselwirkungen zwischen Schadstoffen, Gewässern, Böden, Pflanzen und Gestein.

Nitrate, Herbizide, organische Verbindungen oder Mikroschadstoffe aus Arzneimitteln und Kosmetika gelangen in Fliessgewässer, Grundwasser und in den Boden. Wie derartige Schadstoffe unsere Landschaften tatsächlich langfristig belasten und verändern werden, untersuchen jetzt Wissenschaftler im neuen multidisziplinären Forschungsverbund im Rahmen des Sonderforschungsbereiches CAMPOS.

Beteiligt sind die Universitäten Tübingen, Hohenheim und Stuttgart sowie zwei Helmholtz-Zentren: Das Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt in München und das Umweltforschungszentrum in Leipzig. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Sonderforschungsbereich für vier Jahre mit 9,5 Mio. Euro.

Schadstoffe in Wasser & Boden: Uni Hohenheim beteiligt sich an neuem Sonderforschungsbereich, Medieninformation Universität Tübingen vom 11.1.17

Informationens zum Projekt CAMPOS

17.1.17 HOME

HERBI Käse von der Alp „Zum Blumentod“

20. Oktober 2016
Cartoonist Vecker zum Herbizideinsatz auf Alpen. Copyright Vecker.

Cartoonist Vecker zum Herbizideinsatz auf Alpen. Copyright Vecker.

Heidi hat heute diesen Cartoon mit der Bewilligung zur Veröffentlichung im Briefkasten gefunden. Danke Vecker! Weil sie zudem weiss, dass selbst Fachleuten wenig über den zunehmenden Herbizideinsatz auf Alpen wissen, weist sie nochmals auf das Problem hin.

Die Pflege der Weiden wurde auf vielen Alpen vernachlässigt, weshalb Unkräuter sich ausbreiten konnten. Nicht standortgerechte Nutzung verschärft das Problem. Neu gibt es Alpungsbeiträge. Die Kontrolleure kürzen aber diese, wenn sie zu viel Unkraut sehen. Deshalb werden die unerwünschten Pflanzen häufig mit Herbiziden tot gespritzt, zum Teil grossflächig mit Bewilligung des zuständigen Amts, sodass nur noch Gras übrig bleibt. Gespritzt wird meist, wenn man Zeit hat, nicht dann, wenn es der ideale Zeitpunkt zur Vernichtung des Unkrauts wäre. Auch fehlt es nicht selten an Sachkenntnis.

Weitere Informationen zur Unkrautbekämpfung und zum Herbizideinsatz auf Alpen:

Höhere Alpungsbeiträge schaden der Biodiversität, Heidis Mist 15.7.16

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? Heidis Mist 19.7.15

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (2) Heidis Mist 21.7.15

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (Leserbriefe) Heidis Mist 15.8.15

20.10.16 HOME

Höhere Alpungsbeiträge schaden der Biodiversität

14. Juli 2016
Auf dieser Alpweide wurde ein selektives Herbizid gespritzt: Nur Gräser überleben. Copyright Ruedi A.

Auf dieser Alpweide wurde ein selektives Herbizid gespritzt: Nur Gräser überleben. Copyright Ruedi A.

Fräulein Rottenmeier und Klara Sesemann haben in Maienfeld ein Hotel bezogen, denn sie verbringen die Ferien zusammen mit Heidi. Heute rasselte der Wecker früh, denn Peter wird ihnen ein paar Schweizer Alpen zeigen. Mit Bahn und Postauto geht’s los zur ersten. Bei der Ausfahrt Maienfeld zeigt Heidi den Gästen den Acker mit dem fehlenden Pufferstreifen zum Malanser Mühlbach. Jahr für Jahr! Dieses Jahr ist’s ein Kartoffelacker. Dann verlassen sie den Kanton Graubünden.

Auf der Alp „Zum Blumentod“

Klara: „Wo sind die Glockenblumen? Heidi, das ist doch deine Lieblingsblume. Ich sehe nur Gras!“

Heidi: „Die sind längst verschwunden. Zu intensiv bewirtschaftet!“

Peter: „Ich zeig‘ dir dann schon noch Blumen. Dort drüben im Naturschutzgebiet. Du wirst staunen über die Farbenpracht. Hier wurde grossflächig ein selektives Herbizid gespritzt. Das tötet alle Pflanzen, ausser die Gräser.“

Fräulein Rottenmeier: „Das ist ja unglaublich! Werden DIE bestraft? Ich esse keinen Alpkäse mehr!“

Heidi: „Fräulein Rottenmeier, es ist nicht überall so schlimm. Peter zeigt uns später auch Weiden von vernünftigen Älplern.“

Peter: „Es ist eben so: Auf vielen Alpen wurden die Problempflanzen seit Jahrzehnten nicht mehr bekämpft. Deshalb breiteten sie sich aus, besonders dort, wo die Bewirtschaftung nicht den natürlichen Gegebenheiten angepasst ist. Es gibt regelrecht degenerierte Weiden.“

Klara: „Das ist aber schade! Früher waren die Alpweiden sooo schön.“

Heidi: „Ja, und jetzt gibt’s neu eben mehr Geld für’s Alpen. Doch wenn die Weiden verunkrautet sind, dann kürzen die Kontrolleure die Beiträge. Zusätzlich zu diesen Alpungsbeiträgen gibt es noch Sömmerungsbeiträge. Der Bund will wohl in erster Linie den Tourismus fördern, nicht die Biodiversität! Beim Downhill sieht man die Blumen sowieso nicht. Sie fördern eben v.a. die im Sommer schlecht ausgelasteten Bergbahnen.“

Peter: „Es gibt sehr strenge Alpkontrolleure!“

Klara: „Und dann darf jeder einfach Herbizid spritzen?“

Peter: „Einzelne Pflanzen totspritzen, das ist allgemein erlaubt, ausser auf Bio-Alpen. Für eine grossflächige Behandlung braucht es jedoch eine Bewilligung, aber diese werden grosszügig erteilt. Kein Problem!“

Heidi: „Das Hauptproblem ist, dass immer wieder Herbizide gespritzt werden müssen, wenn nicht gleichzeitig die Bewirtschaftung verbessert wird.“

Fräulein Rottenmeier: „Wer bildet diese Giftspritzer aus?“

Peter: „Jeder Löli darf spritzen. Es braucht keine Ausbildung. Die einen sind zurückhaltend, andere bespritzen alles, was ihnen nicht passt. Gespritzt wird meist, wenn man Zeit hat, nicht dann, wenn es der ideale Zeitpunkt wäre zur Vernichtung des Unkrauts.“

Im Postauto

Weisser Enzian auf einer Schweizer Alp. Copyright Ruedi A.

Weisser Enzian auf einer Schweizer Alp. Copyright Ruedi A.

Peter: „Liebe Klara, hier sieh! Ich habe letztes Jahr einen Weissen Enzian fotografiert. Enziane gibt’s in höheren Lagen noch viele.“

Mittagessen auf der Alp „Bio-Milch und -Kräuter“

Wenn Alpweiden standortgerecht genutzt und Problemunkräuter regelmässig mit der Sense gemäht werden, dann entsteht kein Unkrautproblem. Copyright Sandro L.

Wenn Alpweiden standortgerecht genutzt und Problemunkräuter regelmässig mit der Sense gemäht werden, dann entsteht kein Unkrautproblem. Copyright Sandro L.

Peter: „Diese Alp wird biologisch bewirtschaftet, das Unkraut mit der Sense gemäht.“

Fräulein Rottenmeier: „Kann man hier Käse kaufen?“

Heidi: „Natürlich! Und Alpbutter. Wir essen hier. Die Älpler sammeln auch Kräuter; das gibt einen wunderbaren Tee. Oder trinken Sie doch frische Milch, heiss mit Alp-Honig.“

Wanderung zur Alp „Pflanzenfreund“

Die Älpler mähen den Weissen Germer und sammeln das Pflanzenmaterial ein. Copyright Sandro L.

Die Älpler mähen den Weissen Germer und sammeln das Pflanzenmaterial ein. Copyright Sandro L.

Peter: „Wir wandern jetzt noch zur Milchkuhalp dort oben. Nicht Bio, aber sie schneiden z.B. den Germer und sammeln ihn ein. Es gibt sie noch, die Vernünftigen!“

Abstecher zur Alp „Herbizid auch gegen Brennesseln“

Mit Herbizid totgespritzte Brennesseln. "Als Frühjahrsgemüse werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (ca. 2x mehr Vitamin C als Orangen), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt. Die Brennnessel enthält in der Trockenmasse etwa 30 % Eiweißanteil." Wikipedia. Copyright Sandro L.

Mit Herbizid totgespritzte Brennesseln. „Als Frühjahrsgemüse werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (ca. 2x mehr Vitamin C als Orangen), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt. Die Brennnessel enthält in der Trockenmasse etwa 30 % Eiweißanteil.“ Wikipedia. Copyright Sandro L.

Peter: „Ich begreife das nicht. Hier haben sie sogar die Brennesseln mit Herbizid bespritzt.

Klara: „Das ist echt krass!“

Fräulein Rottenmeier: „Als Heidi in Frankfurt krank war, hat ihr der Doktor Brennesseltee verschrieben. Sebastian sammelte sogar selber welche und achtete darauf, dass Heidi den Tee auch trank! Nicht wahr, Heidi?“

Heidi: „Ja. Auch Grossvater sagt immer, das sei gesund und stärke. Ein wertvolles Futter! Er lagert getrocknete Brennesseln separat auf dem Heustock und verfüttert sie dann im Winter kranken Geissen. Die Tiere fressen sie auch angewelkt auf der Weide gerne, übrigens auch Distelarten. Weil der Grossvater die Brennesseln schneidet und sammelt, sind sie nie zum Unkraut geworden. Als ich noch klein war, zeigte er mir die Raupen und die Schmetterlinge, welche daraus entstehen.“

Peter: „Ich muss der Grossmutter jeweils zwei verschiedene Brennessel-Jauchen für den Garten ansetzen. Eine als Dünger, die andere zum Stärken der Pflanzen.

Es ist schon unverständlich, was gewisse Älpler mit den Herbiziden anrichten. einige wissen nicht einmal, dass man das Jakobskreuzkraut schneiden muss, damit diese giftige Pflanze nicht versamt.“

Fräulein Rottenmeier: „Was wird Herr Sesemann dazu sagen? Ich habe viele Fotos gemacht; die werde ich ihm gleich mailen.“

15.7.16 HOME


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