Posts Tagged ‘Herbizide’

Pestizidfreie Alp Faller Mulegns

22. Juni 2021
Das Val Faller ist ein rund vier Kilometer langes linkes Seitental des Oberhalbstein im Schweizer Kanton Graubünden.

Das Val Faller ist ein rund vier Kilometer langes linkes Seitental des Oberhalbstein im Schweizer Kanton Graubünden. Copyright: Susanne.

Liebe Heidi

Wir waren auf der Alp Faller im Park Ela. Diese Älpler arbeiten pestizidfrei!

Herzliche Grüsse

Susanne und Walter

Heidis Artikel über Herbizide auf Alpen

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Passt das Herbizid Asulam zur heilen Alpenwelt?

2. Juni 2021
olgendem Copyright-Hinweis: © Werner Nydegger. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Dieser Cartoon darf gratis weiterverbreitet werden mit folgendem Copyright-Hinweis: © Werner Nydegger. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Zitat aus der Broschüre «Trittst im Alpengift daher»: „Jetzt reden die Älpler. Vor einer Alphütte sitzend, das zackige Mythenpanorama vor sich und ein Stück Brot mit Bergkäse aus der Gegend in der Hand, denkt sich der Wanderer: Älpler müssten doch ein vitales Interesse daran haben, ihren Boden giftfrei zu halten und auf Herbizide verzichten. Also schickt er später zu Hause einschlägige Fragen an zwei Alpbetriebe …“

Lesen Sie weiter in Trittst im Alpengift daher, Seite 18.

Heidis Artikel über Herbizide auf Alpen

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Herbizide auf Alpen sind eine Gefahr für Wildtiere

25. Mai 2021
© Mattiello. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Sie dürfen diesen Cartoon gratis veröffentlichen, wenn Sie nachfolgenden Copyright-Hinweis anbrigen, so wie Heidi das jetzt gerade macht! © Mattiello. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Zitat aus «Trittst im Alpengift daher»:

Giftige Pflanzen liegen offen herum

Dass niedergespritzte Giftpflanzen oft einfach liegen gelassen werden, sei verantwortungslos, sagen Kritiker. Selbst Herbizidhersteller warnen davor.

Heidi meint: „Für Nutztiere ist nach einer Herbizidbehandlung eine Wartefrist von zwei Wochen vorgeschrieben bzw. für Tiere, welche Milch geben, drei Wochen. Aber Wildtiere? Die fressen die mit Herbizid bespritzten Pflanzen einfach. Und das Perfide ist, die Tiere (auch Nutztiere) erkenne Giftpflanzen nicht mehr als solche und fressen sie.“

Lesen Sie weiter in der Broschüre «Trittst im Alpengift daher», Seiten 25 bis 27.

Heidis Artikel über Herbizide auf Alpen

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Pestizide auf Sportplätzen gefährden die Gesundheit

17. Mai 2021

Golfplatz Nuolen SZ

Schlussfolgerungen einer wissenschaftlichen Studie in Maryland: Der Einsatz von Pestiziden auf Sportplätzen birgt viele mögliche Gesundheitsgefahren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass für Kinder, die Sport treiben, ein signifikantes Risiko der Pestizidexposition besteht. Sportrasen werden häufig mit Herbiziden und Fungiziden behandelt. Dass es aber auch anders geht beweisen ökologisch gepflegte Sportplätze in einigen Bundesstaaten in den USA, wo der Einsatz von chemischsynthetischen Pestiziden auf Sportplätzen seit fast 20 Jahren streng verboten ist. In Frankreich sind seit Anfang 2017 in öffentlichen Anlagen, auch Sportplätzen keine Pestizide mehr erlaubt.

Die standardmässig eingesetzten Mineraldünger und Pestizide sind problematisch für Mensch und Umwelt und sie schädigen offenbar auch die Rasengräser. „Natur im Garten“ hat zusammen mit GARTENleben und dem Land Niederösterreich 2018 ein Pilotprojekt gestartet, um eine naturgemässe Sportplatzpflege zu testen und zu bewerten. Begleitet durch die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien und die Donau-Universität Krems wurden über zwei Jahre Sportplätze mit Regelaufbau, aber auch ältere Standardplätze, ökologisch gepflegt.

Aus dem Leitfaden: “ Die Ergebnisse stimmen sehr positiv, denn in allen Fällen konnte die ökologische Pflege mit der bisher üblichen Pflege nicht nur mithalten, oft trat eine Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit und der Scherfestigkeit ein, gepaart mit einer griffig-weicheren Rasen-Tragschicht. Den befragten Spielern fiel dieser Aspekt besonders positiv auf.

Der Trick ist, dem Rasen die Bedingungen zu geben, die er in der Natur gerne hat: humose, durchlässige, nährstoffreiche Böden und „Freunde“ in Form von Mikroorganismen. Gräser sind durchaus konkurrenzfähig, werden aber durch fehlendes Bodenleben, wenig Humus und selektive Unkrautvernichter geschwächt. Geschwächte Gräser machen den unerwünschten Kräutern Platz und werden auch leichter krank.“

Heidi meint: „Das wäre auch in der Schweiz eine super Lösung, wo gewisse Bundesräte und Politiker doch dauernd verkünden, dass die Schweiz die strengsten Regeln hätte.“

Potential health effects related to pesticide use on athletic fields. Public Health Nurs May-Jun 2012;29(3):198-207. doi: 10.1111/j.1525-1446.2012.01016.x. Epub 2012 Mar 9.

PESTICIDES AND PLAYING FIELDS. Are we unintentionally harming our children? Beyond Pesticides.

Grünraumservice – ökologische Sportplatzpflege

Golf, Pesticides, and Organic Practices. Beyond Pesticides

Fussballer und Golfer zittern wegen Pestizid-Initiative. Blick vom 17.5.21

18.5.21 HOME

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Herbizideinsatz am Spinatfeldrand: Wozu?

30. April 2021

Raststaette_Rheintal_G

Copyright: Trudi C.

Copyright: Trudi C.

Copyright: Trudi C.

Copyright: Trudi C.

Copyright: Trudi C.

Liebe Heidi

Neben der Rheintaler Autobahnraststätte hat es ein riesiges Spinatfeld. Der Rand wurde mit Herbizid gespritzt. Kannst du mir erklären, ob das nötig ist. Wir verwendet auch ab und zu ein Herbizid für Einzelstockbekämpfung in den Wiesen, aber hier – wozu?

Dank und Gruss

Trudi

Liebe Trudi

Da bin ich auch ratlos. Vermutlich ist das Feld für die verarbeitende Industrie. Bei Spinat gilt Unkraut-Nulltoleranz. Aber hier am Feldrand … einfach bequeme „Randsäuberung“? Wahrscheinlich haben sie kein passendes Gerät, um den Rand mechanisch zu bearbeiten.

Herzliche Grüsse

Heidi

Gras_AG

Copyright: Trudi C.

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Copyright: Trudi C.

Copyright: Trudi C.

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Boden: Glyphosat beeinflusst Regenwürmer und Wasserhaushalt

28. April 2021

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Die Autoren einer am 20.4.21 in Environmental Sciences Europe veröffentlichten Studie kommen zu folgenden Schlussfolgerungen: „Wir fanden heraus, dass sowohl kommerzielle Formulierungen als auch reine Wirkstoffe Regenwürmer mit Folgen für wichtige Bodenfunktionen beeinflussen können. Glyphosat-Produkte zeigten verstärkte, reduzierte oder ähnliche Auswirkungen als reines Glyphosat auf bestimmte Bodenfunktionen; Bodeneigenschaften können dies erheblich verändern. Insbesondere bei niedriger Gehalt an organischer Substanz im Boden könnten starke Regenfälle zu einer stärkeren Auswaschung von Glyphosat in Gewässer führen. Eine vollständige Offenlegung der Beistoffe wäre notwendig, um ihre spezifischen Beiträge zu diesen widersprüchlichen Wirkungen weiter zu entschlüsseln.

Effects of glyphosate-based herbicides and their active ingredients on earthworms, water infltration and glyphosate leaching are infuenced by soil properties. Johann G. Zaller1* , Maureen Weber1, Michael Maderthaner1, Edith Gruber1, Eszter Takács2, Mária Mörtl2, Szandra Klátyik2, János Győri3, Jörg Römbke4, Friedrich Leisch5, Bernhard Spangl5 and András Székács2. Zaller et al. Environ Sci Eur (2021) 33:51 

Aufschlussreiche Informationen finden Sie, liebe LeserInnen, regelmässig auf der Twitter-Seite von Johann G. Zaller.

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Kanton Solothurn: Limpacher Mysterienspiele

26. April 2021

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Zitat aus der Solothurner Zeitung vom 14.7.16: „Wasserqualität. Der Limpach – Prototyp für ein schlechtes Gewässer – Das Bundesamt für Umwelt zeigt am Beispiel des Limpachs, wo die Probleme liegen … Der Limpach ist auf weiten Strecken künstlich begradigt und sein Wasser weist grosse Mikroverunreinigungen auf. Kein guter Lebensraum für Kleintiere, Fische und Pflanzen. Sprich: Ein Negativbeispiel für viele Schweizer Gewässer.“

Das Bundesamt für Umwelt veröffentlichte am 13.7.16 den ersten Bericht über den Zustand der Schweizer Fliessgewässer. 111 Flüsse und Bäche wurden in der Untersuchung berücksichtigt. Viele Schweizer Gewässer leiden unter Mikroverunreinigungen, nicht alle, aber die meisten stammen aus der Landwirtschaft.

38 Herbizide, 22 Fungizide, 9 Insektizide …

Die Untersuchungsresultate des Limpach-Wassers: 38 Unkrautvernichtungsmittel, 22 Pilzbekämpfungsmittel und 9 verschiedene Insektenbekämpfungsstoffe. Die hohe Pestizidmenge überrasche nicht, denn 34 Prozent der Flächen neben dem Limpach werden intensiv bewirtschaftet.

Mikroverunreinigungen beeinträchtigen die Fortpflanzung von Fischen und gefährden die Artenvielfalt in den Schweizer Gewässer. «Fische reagieren empfindlich auf die Veränderung der Wasserqualität», sagte Stephan Müller, Leiter der Abteilung Wasser des Bundesamts für Umwelt (BAFU). «Nur in einem Drittel der untersuchten Gewässer ist die Wasserqualität für Fische ‹gut› oder ‹sehr gut›.»

15 Pestizide über dem Höchstwert

Fünf Jahre danach steht in der Sonntagszeitung (17.4.21): „Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn richtet sich in einer ungewöhnlichen Form an die Bauern der Region Limpachtal. «Wir bitten Sie, in dieser Saison beim Einsatz dieser Stoffe besondere Vorsicht walten zu lassen», fleht das Amt in einem Brief. Beigelegt ist eine Tabelle mit 15 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln. Erhalten haben das freundliche Schreiben die Bauern aus acht Gemeinden in der Region Limpachtal.“

Das Amt für Umwelt untersucht seit einem Jahr laufend das Wasser im Limpach (auf Kosten der Steuerzahlenden!). Die Messungen 2020 zeigten im Bach einen regelrechten Pestizidcocktail. Die Konzentrationen von 15 verschiedenen Spritzmitteln lagen über dem gesetzlichen Höchstwert, im Jahr zuvor waren es 10. Acht davon werden ausschliesslich in der Landwirtschaft verwendet. Nichts deute darauf hin, dass die Bauern gegen die Pestizidvorschriften verstossen hätten. Warum der Limpach so stark belastet ist, sei ein Rätsel, heisst es.

Wer trägt die Schuld? Sie wird im Kreise herumgeboten! Die Lösung? Die Pestizide verbieten!



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Daily Poison – ein Buch von Johann G. Zaller

2. Februar 2021

Johann G. Zaller, der Autor des Buches Unser täglich Gift (2018) hat ein weiteres Buch veröffentlicht: Daily Poison. Pesticides – an Underestimated Danger. Es ist sowohl gedruckt wie elektronisch erhältlich. Das Buch ist in englischer Sprache verfasst, aber verständlich formuliert, so dass auch Laien den Text verstehen können. Für Leute, welche Probleme mit dem Englischen haben, empfiehlt Heidi den DeepL-Übersetzer. Die nachfolgenden Zitate sind im Buch in englischer Sprache.

Daily Poison basiert auf dem deutschen populärwissenschaftlichen Buch „Unser täglich Gift“. Obwohl das deutsche Buch bereits internationale Themen anspricht, hat Zaller den Umfang der englischen Version erweitert und die Referenzen mit relevanten Studien aktualisiert. Alle Aussagen im Text sind durch wissenschaftliche Studien belegt.

Zumutbare Wahrheit

Einleitend zitiert Zaller Ingeborg Bachmann: „Die Wahrheit ist für Menschen zumutbar.“

Vorwort von Zaller: „Warum ein Buch über Pestizide schreiben? Nach Ansicht der Befürworter einer pestizidbasierten Landwirtschaft gehören Pestizide zu den am besten untersuchten Substanzen der Welt, die gezielt gegen Unkräuter, Schädlinge oder Krankheiten wirken und nach Erfüllung ihrer Aufgabe in unschädliche Stoffe abgebaut werden. Sollten dennoch Spuren von Pestiziden in Lebensmitteln, in der Umwelt oder im menschlichen Körper nachgewiesen werden, so liegt dies in erster Linie an den verbesserten Analysemethoden. Normalerweise werden wir Verbraucher damit beruhigt, dass die Rückstände von Pestiziden in Lebensmitteln immer unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Ausserdem kennt jeder den jahrhundertealten Grundsatz, wonach nur die Dosis das Gift macht, und man kann sogar an übermässigem Wasserkonsum sterben! Folglich gilt jeder, der sich gegen den Einsatz von Pestiziden ausspricht, als verträumter Umweltschützer, der die Realität der modernen Lebensmittelproduktion verleugnet und damit den Hungertod von Millionen von Menschen riskiert.

Soweit die grobe Skizze der öffentlichen Darstellung zum Thema Pestizide. Mit diesem Buch möchte ich diese und andere Aussagen über Pestizide beleuchten und den Wahrheitsgehalt der oben genannten Aussagen hinterfragen. Dies scheint wichtiger denn je, besonders in unserer Zeit der allgegenwärtigen Beeinflussung der Politik durch diverse Interessengruppen, Fake News und alternative Fakten.“

Weshalb dieses Buch?

Zaller: „Folgende Aspekte haben mich veranlasst, dieses Buch zu schreiben:

  • Die Kontamination selbst von Neugeborenen mit Spuren von Pestiziden in ihrem Körper.
  • Die Parkinson-Krankheit ist eine anerkannte Berufskrankheit für Winzer in Frankreich.
  • Die stetige Erhöhung der gesetzlichen Grenzwerte für Pestizidbelastungen und -rückstände in den letzten Jahren.
  • Die Untauglichkeit des viel gebrauchten Paracelsus-Zitats „Die Dosis macht das Gift“ für viele moderne synthetische Pestizide.
  • Die vielen Pestizidfälschungen mit unbekannten Inhaltsstoffen, die in einigen Ländern bis zu 25% ausmachen (UNEP 2018).
  • Agrochemieunternehmen zahlen mehrere Millionen Euro an Entschädigung an italienische Winzer, weil die Behandlung mit einem empfohlenen Pestizid-Produkt zu kompletten Ernteausfällen führte.
  • Giftmülldeponien der agrochemischen Industrie sind tickende Zeitbomben, besonders im Falle von Naturkatastrophen.
  • Wissenschaftler, die sich kritisch mit Pestiziden auseinandersetzen, werden schnell in Internetforen denunziert mit dem Ziel, ihre Integrität zu untergraben?

Niemand kann ernsthaft sagen wie sich die weit über 100’000 Chemikalien auf unsere Gesundheit und die Natur auswirken, da ihre Nebenwirkungen nur unzureichend erforscht sind.“

Aufklärung in drei Kapiteln

Das Buch umfasst gut 300 Seiten in drei Kapiteln. Jedes ist mit zahlreichen Literaturlisten versehen. Es sind 22 Seiten für das erste Kapitel, 20 für das zweite und 11 für das dritte. Ein Index am Schluss erleichtert das Auffinden von bestimmten Daten.

Zaller: „Der erste Teil von Daily Poison beginnt mit einer Darstellung der Problematik des Pestizideinsatzes, den eingesetzten Mengen und Einsatzorte der Pestizide.

Der zweite Teil gibt einen Einblick in die alltägliche wissenschaftliche Erforschung von Pestizidwirkungen und deren Ergebnisse. Ausserdem wird erörtert, wie wissenschaftliche Ergebnisse verbreitet und in der Öffentlichkeit aufgenommen werden. Wenn Sie sich nun fragen, wie wir die Weltbevölkerung ohne moderne pestizidintensive Landwirtschaft ernähren können, dann sind Sie offenbar auf die Marketingmaschinerie der Agrarlobbyisten hereingefallen!

Der dritte Teil zeigt, dass die pestizidintensive Landwirtschaft tatsächlich ein nicht nachhaltiges Geschäftsmodell ist, das enorme Kosten für unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften verursacht. Die vermeintlichen Vorteile bei den Ernteerträgen überwiegen dies keineswegs. Glücklicherweise gibt es viele praktikable Alternativkonzepte, die ohne synthetische Pestizide auskommen, und selbst Vertreter der konventionellen Landwirtschaft geben zu, dass es möglich wäre, die Hälfte der Pestizide einzusparen, ohne Ertragseinbussen zu verursachen.“

Daily Poison endet mit einem Ausblick. Zaller fasst zusammen, was für eine Transformation der pestizidintensiven Landwirtschaft dringend notwendig ist und was die Politik dazu beitragen muss.

Wer ist Johann G. Zaller?

Johann G. Zaller ist Ökologe an der Universität für Bodenkultur in Wien, Sein Team erforschen seit vielen Jahren Chemikalien und deren Auswirkungen auf die Umwelt.

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Schutz vor Pestiziden bis zur Unkenntlichkeit verwässert: Jetzt braucht es ein Ja zur Trinkwasserinitiative

15. Oktober 2020
Grünliberale sagen JA zur Trinkwasserinitiative.

Grünliberale sagen JA zur Trinkwasserinitiative.

Medienmitteilung grünliberale vom 14.10.20:

Das Schweizer Trink- und Grundwasser ist stark mit Pestiziden belastet. Viele Gewässer und Böden sind zudem überdüngt. Die Folgen sind irreversible Schäden am Ökosystem wie Artenstreben und eine Vergiftung unseres Trinkwassers. Zum Schutz von Biodiversität und Gesundheit braucht es dringend Gegensteuer. Bundesrat und Parlament betreiben seit Jahren ein Trauerspiel. Das neuste Kapitel: Die Wirtschaftskommission des Nationalrats hat der Gesetzesrevision zum Gewässerschutz die letzten Zähne gezogen. Ein Ja zur liberal formulierten Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» im kommenden Jahr wird somit zwingend.

Seit Jahren wird die zu hohe Belastung unseres Grund- und Trinkwassers mit Pestiziden und Stickstoffüberschüssen immer wieder belegt. Beispielsweise mit der im April 2017 erschienenen Studie der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag). Schweizer Kleingewässer weisen eine Vielzahl von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden in zu hohen Konzentrationen auf.

Trotz diesem eindeutigen Handlungsbedarf hat die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) die Massnahmen dagegen (19.475 Pa.Iv. WAK-SR) nicht verbessert, sondern im Gegenteil weiter verwässert. Weder sollen konkrete Ziele gegen die Überdüngung im Gesetz verankert werden noch die Branche die Pflicht genommen werden. Auch bei den Pestiziden wurde eine entscheidende Schwächung beschlossen, welche ähnliche Schadensfälle wie jüngst mit Chlorothalonil weiter zulässt. Dem Gesetzesprojekt wurden dadurch noch die letzten Zähne gezogen, ein Ja zur Trinkwasserinitiative ist somit zwingend.

Medienmitteilung der Umweltorganisationen 14.10.20

Sauberes Trinkwasser hat für die Kommission des Nationalrats keine Priorität

Aller alarmierenden Befunde aus der Wissenschaft zum Trotz: Eine Mehrheit der Wirtschaftskommission des Nationalrats will das Trinkwasser nicht wirksamer vor Pestiziden und Nährstoffen schützen.

Trinkwasserinitiative (TWI)

Hier geht’s zur Homepage!

15.10.20 HOME

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In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella (2)

9. Oktober 2020

Im Jahre 2001: Die Bio-Milchkühe Luna und Viola auf einer konventionellen Alp.

Im Jahre 2001: Die Bio-Milchkühe Luna und Viola auf einer konventionellen Alp.

Anno 2001 lebte die Milchkuh Luna auf dem Betrieb des Bio-Bauern Meier. Sie ist die Ur-Ur-Grossmutter von Bella, dem Alp-Kuh-Wunder. Es herrschte damals grosse Aufregung in der Bio- und Alpszene, denn das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hatte die Bioverordnung in Anlehnung an das EU-Gesetz geändert. Was dann folgte, das erzählte Luna ihrer Tochter Viola. Weil die Geschichte für Violas Nachkommen von grosser Bedeutung ist, wurde sie von Generation zu Generation weitervermittelt.

  • Das damalige Problem: Der Bio-Status geht bei der Sömmerung auf konventionellen Alpen verloren.
  • Die vorübergehende Lösung: Der Bio-Status bleibt auf konventionellen Alpen erhalten.
  • Und die Versprechung des BLW: Das BLW wird sich dafür einzusetzen, dass es künftig nur noch Bio-Alpen gibt.

Luna zu Viola: „Die neue Regelung schreibt vor, dass unser Biostatus verloren geht, wenn wir länger als 30 Tage auf einem Nichtbiobetrieb sind. Nach der Alpabfahrt müssen wir also wieder auf Bio umgestellt werden.

Bio Suisse schlug vor, dass vertraglich mit den Alpmeistern zu vereinbaren sei, dass keine Dünger und Pflanzenbekämpfungsmittel eingesetzt werden, welche im Biolandbau verboten sind.

Das Herbizidverbot gegen Blacken wollten die Glarner Biobauern nicht akzeptieren und legten Rekurs gegen diese Weisung ein, denn sie befürchteten, dass die konventionellen Alpbewirtschafter nicht auf chemische Blackenbekämpfung verzichten wollten, und es dadurch an Alpplätzen für Bio-Tiere mangeln würde. Dadurch würde die Bestossungszahl kleiner, was ein Verlust für die Alpwirtschaft wäre. Und schliesslich würde dadurch der Konflikt zwischen Bio und Konventionell wieder geschürt.

Barbara Sulzer sagte, dass ein Abspritzen der Blacke ohne grundlegende Änderung der Bewirtschaftung gar nichts nützt, womit sie natürlich recht hat. Sie fand es auch schade, dass die Alpen dadurch in biokonforme und konventionelle unterteilt würden. Die Alp ist für sie ein Gebiet mit speziellem Naturcharakter. Sulzer vertrat die Meinung, man müsse bestrebt sein, die Alpen als „Naturreservat“ zu bewahren und sie konsequenterweise biologisch bewirtschaften. Das naturnahe Image der Schweizer Alpwirtschaft sei ausserdem sehr wichtig für die Vermarktung und den Tourismus.

Die Glarner Biobauern forderten vom BLW ein generelles Herbizidverbot auf Alpen in der Schweiz, verankert in der Sömmerungsbeitragsverordnung. Der Mehraufwand für mechanische Unkrautbekämpfung solle durch höhere Direktzahlungen abgegolten werden. Bis eine solche Änderung realisiert sei, sollten wir, die Tiere von Biobetrieben, uneingeschränkt auf konventionellen Alpen gesömmert werden können.

Weisst du Viola, die Bauern erreichen fast immer, was sie wollen. Das BLW stieg auf die Forderung der Glarner Biobauern ein, hob die geplanten Einschränkungen zur Sömmerung von Bio-Kühen auf konventionellen Alpen auf. Alles solle vorläufig beim alten bleiben.

Längerfristig will das BLW jedoch den Gedanken, Alpen ganz biologisch zu bewirtschaften, das heisst, auch auf Herbizide zu verzichten, zusammen mit dem Schweizer Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) weiterverfolgen.“ Der Tradition entsprechend, hat Fiona, die Enkelin von Viola, diese Geschichte ihrer Tochter Bella erzählt.

Bella, die Ur-Ur-Enkelin von Luna meint: „Offensichtlich hat das BLW das Versprechen „Bio-Alp“ vergessen. Wir müssen das laut nach Bern muhen!“

Quelle: zalp, Zeitung der Älplerinnen und Älpler, Nr. 12 Sommer 2001, Seite 26, Sind die Alpen Gift für die Biokuh? Barbara Sulzer.

Heidis 35 Artikel über Herbizide auf Alpen

9.10.20 HOME

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