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Probleme verschieben statt lösen … nicht nur beim Palmöl

2. Februar 2019
Kuchenteig mit Schweizer Butter, Bio-Haselnüsse von Gebana, Kirschen aus dem Garten.

Kuchenteig mit Schweizer Butter, Bio-Haselnüsse von Gebana, Kirschen aus dem Garten.

Das Palmöl-Problem ist nur eines von vielen. Man schiebt es im eigenen Interesse im Kreis herum, eine Lösung ist in weiter Ferne. Heidi achtet beim einkaufen auf palmölfrei und verwendet für Gebäcke wie Zopf, Teig für Frucht- und Gemüsewähen sowie Guetzlis Schweizer Butter, dies obwohl sie weiss, dass Ölpalmen pro Fläche den höchsten Ertrag bringen. Eine gute Lösung? Eine schlechte Lösung?

Würde Heidi regelmässig solche Gebäcke essen, dann wäre auch Butter schlecht, denn das Problem für Gesundheit und Umwelt ist die Menge. Es sind die ungeheuren Mengen an Süssigkeiten und verarbeiteten Lebensmittel, die heute konsumiert werden! Wenn COOP in Zukunft Butter statt Palmöl für die Herstellung von Guetzlis verwendet, dann ist dies gut für die Bauern, denn sie produzieren zu viel Milch und subventionierte Butter wird zu Schleuderpreisen exportiert. Aber für die Umwelt sind die vielen Tiere schlecht.

Problem Stickstoffüberschüsse

Zitat aus dem Umweltbericht 2018 des Bundesrates, Seite 45: „Viele Umweltprobleme sind auf Stickstoffverbindungen zurückzuführen. Stickstoffüberschüsse belasten Böden, Gewässer, Meere und das Klima. Dies hat negative Folgen für die Biodiversität und die menschliche Gesundheit. Rund zwei Drittel des über die Luft eingetragenen Stickstoffs haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft … Rund 70% der landwirtschaftsbedingten Ammoniakemissionen gehen auf die Rindviehhaltung zurück…“ Berichte schreiben allein genügt nicht, zum Handeln fehlt der Wille allenthalben. Und Deutschland hat diesbezüglich eine Klage der EU hängig.

Probleme ins Ausland verlagern

Anbaufläche für Ölpalmen in Indonesien zwischen 1961 und 2016: Die Grafik zeigt die Anbaufläche (in Quadratkilometern) für Ölpalmen in Indonesien von 1961 bis 2016. Die Auswertung erfolgte am 27.04.2018 mit Hilfe der Datenbank der FAO (FAOSTAT). Quelle: Faszination Regenwald.

Anbaufläche für Ölpalmen in Indonesien zwischen 1961 und 2016: Die Grafik zeigt die Anbaufläche (in Quadratkilometern) für Ölpalmen in Indonesien von 1961 bis 2016. Die Auswertung erfolgte am 27.04.2018 mit Hilfe der Datenbank der FAO (FAOSTAT). Quelle: Faszination Regenwald.

Also doch lieber Palmöl importieren und die Umwelt anderswo verschmutzen? Der Anbau von Palmöl in Indonesien und Malaysia usw. ist nur deshalb schon schwierig, weil die meisten Böden extrem flachgründig sind und daher grosse Düngermengen nötig sind. Gerne wird als Herbizid Paraquat eingesetzt. Das Mittel ist effizienter als Glyphosat, aber auch wesentlich toxischer; es darf bei uns und in vielen anderen Ländern schon lange nicht mehr eingesetzt werden. Quellen und Flüsse (Trinkwasser) werden verschmutzt, auch durch Abwasser der Palmölfabriken und Erosion, denn Urwald auf Hügeln wird abgeholzt, Strassen werden gebaut, Erosion ist vorprogrammiert.

Torfböden nutzen? Hier bestehen nicht nur dieselben Problem wie bei uns im Gemüseparadies Seeland, hinzu kommt die Luftverschmutzung durch das Abbrennen von Torf-Urwäldern, besonders wenn die Feuer ausser Kontrolle geraten, denn Torf ist auch ein Brennstoff. Torf wurde daher in der Schweiz früher abgebaut, davon zeugen noch viele Torfschober. Zudem reissen sich Konzerne das Land für den Anbau von Ölpalmen mit zweifelhaften Methoden unter den Nagel, nicht nur in Indonesien! Die Kleinbauern verschwinden nach und nach.

Also, „wo nötig“ Bio-Palmöl, wie das COOP für die Zukunft vorsieht? Aus Flächen, die vor 1994 gerodet wurden, damals als der Boom so richtig Schwung bekam. Und „wo immer möglich Bevorzugung von Kleinbauern-Kooperativen“, wie es im Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) heisst. Zurzeit gibt es weltweit insgesamt drei von Bio Suisse zertifizierte Palmölproduzenten. Diese bauen in Brasilien, Kolumbien und Madagaskar an, in Ländern also, welche noch keinen so schlechten Palmöl-Ruf haben wie Indonesien & Co., aber deswegen keinesfalls die bessere Wahl sind.

Die „COOP-Alternative“ löst aber weder das Mengen- noch das Wachstumsproblem. Diese Lösung dient in erster Linie dem Ruf des Grossverteilers bzw. dem Absatz von (billigeren) palmölhaltigen Produkten. Und wer „weiss“ schon, in welchen Produkten Palmöl „nötig“ ist.

Die Abholzung von Urwald geht aber unvermindert weiter, allen Beteuerungen zum Trotz.

  • Kolumbien: „Never mind cocain – big farming is far worse.“ sagt Liliana M. Dávalos, Assistenzprofessorin an der Stony Brook University in New York in einem Interview im New Scientist vom 8.8.15.
  • Brasiliens Amazonas: 7900 Quadratkilometer Regenwald binnen eines Jahres abgeholzt. Abholzung in einer Größenordnung, die jede Vorstellung sprengt: Regenwald auf einer Fläche von mehr als einer Million Fußballfelder wurde binnen eines Jahres im Amazonas vernichtet. Ein Grund: expandierende Landwirtschaft. Spiegel Online 24.11.18
  • Madagaskar: grösster Verlust an intakter Waldlandschaft: 18,5% von 2000 bis 2013, siehe Tabelle.
  • Gier nach Soja, Holz und Palmöl: In Brasilien, Madagaskar und Indonesien bringen vor allem der Verlust und die zunehmende Zerteilung ihrer Lebensräume die Primaten in Bedrängnis, so der Befund eines internationalen Forscherteams. Der südkoreanische Konzern Daewoo Logistics pachtet 1,3 Millionen Hektar anbaufähiges Land auf Madagaskar für einen Zeitraum von 99 Jahren, um dort Mais und Palmöl anzubauen und die Ernte nach Südkorea zu verschiffen.
  • Die Zahl der getöteten UmweltaktivistInnen war noch nie so hoch wie letztes Jahr. Stark steigt die Zahl jener, die brutal angegriffen werden, weil sie ihr Land gegen zerstörerische Landwirtschaft für den Palmölanbau verteidigen.

Allfällige gesellschaftliche Probleme von ausländischer Hilfe werden gerne ausgeklammert oder übersehen. So haben Europäer in Afrika Bauern gezeigt wie man Reis besser anbaut. Der höher Ertrag liess nicht auf sich warten und ermöglichte es einem Bauern, sich eine zweite Frau zu nehmen; die erste hatte ihm schon 13 Kinder geschenkt. Das hat Heidi kürzlich in der NZZ gelesen. Problem gelöst?

EAT-Lancet und das Pestizide-Problem

Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft.

Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft.

37 Experten der EAT-Lancet Commission haben drei Jahre an einer Lösung für die beste Ernährung für Gesundheit und Umwelt gearbeitet, denn „food is currently threatening both people and planet. Ähnliche Empfehlungen wurden längst schon von Greenpeace, Ernährungswissenschaftlern, Agroscope, FiBL usw. gemacht: Mehr Früchte, Gemüse, Körner, Nüsse, Knollen und sehr viel weniger Fleisch, Milchprodukte und Zucker.

Dadurch würde das Klimaproblem, das unsere ungesunde Ernährungsweise verursacht, teilweise entschärft. Was bedeuten z.B. mehr Früchte und Gemüse für die Verschmutzung der Umwelt mit Pestiziden? Mehr, mehr mehr …! Ausser wir ändern radikal die Art und Weise wie wir sie anbauen, denn beim Anbau von Früchten und Gemüsen werden heute besonders viele Pestizide eingesetzt und der Boden ist zeitweise unbewachsen, d.h. die Auswaschungs- und Abschwemmgefahr ist gross. Es genügt nicht „den Pestizideinsatz ein bisschen zu senken“ und finanzielle Anreize für die Bauern zu schaffen, wie das der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes vorsieht. Der Lancet-Eat-Wandel erfordert eine grundsätzliche Abkehr von der bisherigen nicht nachhaltigen Produktionsweise, wenn wir nicht zusätzliche Probleme schaffen wollen.

Auch die Gefahr der Grundwasserverschmutzung steigt wesentlich, wenn mehr Acker statt Grünland über dem Trinkwasser liegt. Ansätze für eine bessere Lebensmittelproduktion gibt es etwa im Biolandbau, der Regionalen Vertragslandwirtschaft, der Agrarforstwirtschaft, Permakultur … Echte Innovationen sind gefragt und die zwei Pestizid-Initiativen sind wichtige Treiber für Lösungen des bereits heute existierenden Verschmutzungsproblems.

Wie bringen wir das den Leuten bei?

Die täglichen Versuchungen am Eingang eines COOP-Ladens: Fleisch, "hausgemacht" verarbeitet, in viel Wegwerfplastik verpackt ...

Die täglichen Versuchungen am Eingang eines COOP-Ladens: Fleisch, „hausgemacht“ verarbeitet, in viel Wegwerfplastik verpackt …

Im EAT-Bericht heisst es, dass wir die KonsumentInnen davon überzeugen müssten, dass sie anders einkaufen und kochen, während die Bauern und Läden gesündere, nachhaltigere Lebensmittel produzieren und fördern müssten. Dass ein so radikaler Wechsel nicht von selbst kommt, wissen die Autoren des Berichts. Umwelt- und Gesundheitskosten müssten bei der Preisfestlegung berücksichtigt werden, indem man Steuern erhebe, was zu höheren Preisen führen könnte.

Schon bei Diskussionen um die Einführung einer Zucker-Steuer leuchten bei unseren PolitikerInnen und BundesrätInnen die Alarmglocken. CO2-Steuer? Ess-Steuer? Da sieht Heidi schon Wilhelm Tell ins Bundeshaus stürmen, die Armbrust geschultert, im Anhang eine Schar freiheitlicher Berater und in einigen Redaktionsstuben wären die Köpfe rot, während die Finger energisch auf die Tasten hauen, um solches zu verhindern.

In der Schweiz setzt man in solchen Fällen auf die mündigen und informierten KonsumentInnen, auch wenn dies illusorisch ist. Gerne schieben die Interessensvertreter diese Argumentation vor, obwohl sie sich in der Vergangenheit als nicht zielführend erwiesen hat. Also einzige Hoffnung: Die Vernünftigen handeln?

„Wir wissen wie wir 10 Milliarden Menschen ernähren“

World Scientists' Warning to Humanity: A Second Notice. BioScience 2017;67(12:1026-1028. Copyrigh The Author(s). Published by Oxford University Press on behalf of the American Institute of biological Sciences.

World Scientists‘ Warning to Humanity: A Second Notice. BioScience 2017;67(12:1026-1028. Copyrigh The Author(s). Published by Oxford University Press on behalf of the American Institute of biological Sciences.

Ernst Bromeis, der Wasserbotschafter, verliess 2015 nachdenklich die Expo Mailand und sagte zu seiner Familie: „Wir wissen wie wir in Zukunft 10 Milliarden Menschen ernähren werden. Wieso können wir heute nicht 7 Milliarden ernähren?“

Bevölkerungszuwachs

Heidi hat die aktuelle Weltbevölkerung am 2.2.19 um 14 Uhr nachgeschaut:
7 677 456 698 Menschen
Zuwachs 2018: 91 812 002 Menschen oder 1,22 Prozent. Gemäss Prognosen von Bevölkerungswissenschaftlern werden 2050 10 Milliarden Menschen leben, essen und sauberes Wasser trinken wollen. Der Iran ist nur ein Land, dem das Wasser ausgeht. Aber auch das weiss man schon lange!

Aktuelle Bevölkerung der Schweiz: 8 654 303 Menschen
Zuwachs Schweizer Bevölkerung 2018: 99 218 oder 1,16 %.
Prognose für 2050: 9 879 894 Menschen

Die Bevölkerung der Schweiz wuchs 2018 gleich schnell wie die Weltbevölkerung.

Heidis Fragen

Wie ernähren wir 11, 12 und mehr Milliarden Menschen? Wie wird dann unsere Erde aussehen? Wie sauber wird das Wasser sein? Werden wir noch genügend haben? Die Entscheidungsträger schlittern lieber von Krise zu Krise statt die sich abzeichnende Katastrophe zu mindern oder gar zu verhindern. Unabhängige PolitikerInnen braucht die Welt! Der Blick auf Wirtschaftswachstum und Börsenkurse reicht nicht für die Lösung der dringenden Probleme, der Verweis auf Lösungen in der Zukunft durch Innovation und Forschung auch nicht und die Hoffnung auf Künstliche Intelligenz, wo die eigene Intelligenz nicht mehr ausreicht, ist wenig realistisch. An Wunder glauben? Oder das heute Mögliche in Angriff nehmen?

Links

Coop will weniger Palmöl verwenden – und Migros? Coop will wieder Butter in seine Guetsli rühren. Und wo nötig, nur Bio-Palmöl nehmen. Migros setzt dagegen auf ein anderes Label. Isabel Strassheim, 20 minuten vom 5.7.18

Faktenblatt Kleinbauern Palmöl als Sackgasse für Kleinbauern in Malaysia und Indonesien, erarbeitet von Bruno Manser Fonds & Brot für alle im August 2018, unterstützt von zahlreichen Organisationen

Fokus auf Knospe-Palmöl im Regal und in der Forschung, FiBL, Nachricht vom 6.6.18

Borneo Road-Building Spree Among ‘World’s Scariest’ Environmental Threats, ALERT, Alliance of Leading Environmental Researchers & Thinkers, 28.1.19

Wenn der Torfwald brennt, DW vom 6.2.12

Von Cocain, Palmöl und Raps, Heidis Mist vom 23.9.15

Brasiliens Amazonas 7900 Quadratkilometer Regenwald binnen eines Jahres abgeholzt, Spiegel Online vom 24.11.18

Primates in peril: the significance of Brazil, Madagascar, Indonesia and the Democratic Republic of the Congo for global primate conservation, PeerJ – Life & Environment, 15.6.18

Halb Madagaskar zum Nulltarif! Die Presse vom 28.11.8

Deadliest year on record for land and environmental defenders, as agribusiness is shown to be the industry most linked to killings, Global Witness vom 24.7.18

Heidis Artikel über Palmöl

Umweltbericht 2018 des Bundesrates

Nitrateinträge durch Landwirtschaft weiterhin großes Problem, gemeinsame Presseinformation Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Aktion Agrar, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace, GRÜNE LIGA, NABU – Naturschutzbund Deutschland und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di., 31.1.19

EAT-Lancet Commission Summary Report. This report was prepared by EAT and is an adapted summary of the Commission Food in The Anthropocene: the EAT-Lancet Commission on Healthy Diets From Sustainable Food Systems.

World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice, ioScience, Volume 67, Issue 12, 1 December 2017, Pages 1026–1028

Wasserknappheit im Iran Den Ajatollahs geht das Wasser aus, SRF 10vor10 vom 1.2.19

Die hausgemachte Katastrophe. Iran geht einer Umweltkatastrophe entgegen, die das Land irreversibel verändern wird. JOURNAL21 vom 11.9.15

Weltbevölkerungsuhr

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Der Kapuziner und die Ölpalmen … und …

19. November 2018
Grossbritannien verbietet eine Werbung über palmölfreie Produkte als "zu politisch". Schauen Sie den kurzen Werbespot von Iceland Foods an! 1Minute und 32 Sekunden.

Grossbritannien verbietet eine Werbung über palmölfreie Produkte als „zu politisch“. Schauen Sie den kurzen Werbespot von Iceland Foods an! 1Minute und 32 Sekunden.

Der Kapuziner und die Ölpalmen

Seit 40 Jahren ist Jakob Willi Missionar in Indonesien. In einem Brief an die Schweizer Kapuziner schreibt er über seien Arbeit und wie die Ölpalmen-Plantagen seine Pfarrei grundlegend verändert haben. Auszug aus dem Brief:

„… Ngabang ist „Kantonshauptort“ am Landakfluss gelegen, Schul- und Handelsmetropole. Das bunt gemischte Landschaftsbild aus Wäldern, Reisfeldern und Gummiplantagen, welche noch vor 20 Jahren die Strasse ins Landesinnere bestimmte, ist eintönig geworden. Mit dem Grossaufmarsch der Ölpalmenplantagen haben die “Landschaftsgärtner” ihre Fantasie dem Profit geopfert. Für billiges Geld wechselten die Ländereien der Dorfbewohner in die Hände der Plantagenbosse. Im Gegenzug erhielten die Dörfer einen Anschluss an das Strassennetz der Ölpalmplatagen, das sich wie ein bizzarres Strickmuster über die Landschaft breitet. Die Wälder wurden grossflächig gerodet, Hügel eingeebnet und kleine Wasserläufe aufgeschüttet. Die grossflächigen Erdarbeiten erhöhten die Erderosion, was zu einer enormen – schon Jahre andauernden – Verschmutzung der Flüsse geführt hat, sodass das Flusswasser fast nicht mehr zu gebrauchen ist. Geblendet durch grosse Versprechen vom Goldsegen der Ölpalmen, steckten viele Dorfbewohner selbst Reisfelder und Gummibaumplantagen – ihre gesamte traditionelle Existenzgrundlage – bereitwillig in den Rachen der Ölpalmplantagen und hängen nun vollends am “Rockzipfel” der Ölpalmplantagen.

Das grosse Geld allerdings hält sich bis anhin in Grenzen. Oft reicht es gerade mal für’s Existenzminimum der Familie. Mancherorts hat sich bereits Ernüchterung eingestellt.

Nicht nur das Landschaftsbild hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Auch das Sozialgefüge der Dörfer änderte sich. Die geschlossenen Dorfgemeinschaften öffneten sich, freie Bauern wurden zu Plantagen-Lohnarbeiter umfunktioniert und mit Projektgeldern wurden Schulen und Kapellen gebaut…“

Vollständiger Brief: Der Kapuziner und die Ölpalmen, Schweizer Kapuziner.

Asimetris – eine Dokumentation über Palmöl in Indonesien

Felder und Häuser sind abgebrannt. Copyright: Asimetris.

Felder und Häuser sind abgebrannt. Copyright: Asimetris.

Zum Bild:

Frage an die Frau: „Wer war das?“

Frau: „Sie können oder wollen die Brandstifter nicht finden, aber alles hier ist abgebrannt, sogar die Felder und die Häuser.“

Frage an die Frau: „Warum verkaufen Sie ihr Land nicht?“

Frau: „Es ist das Kostbarste, was ich habe. Wenn wir mit der Palmölfirma arbeiten, müssen wir uns verschulden. Ich habe vier Söhne und für sie werde ich das Land verteidigen.“

Der indonesische Journalist Dandhy Laksono reiste durch die abgebrannten Wälder Borneos und Sumatras und stiess auf Rodungen für Palmöl-Plantagen, Landkonflikte und Korruption. Seine Recherchen ergeben, dass in erster Linie grosse Firmen vom Palmöl-Boom profitieren, der auch von der EU-Politik befeuert wird. Doch der Film macht auch Hoffnung: In Papua, Kalimantan und in Jambi auf Sumatra gibt es Menschen, welche ein Ausbreiten der Palmöl-Monokulturen aufzuhalten.

Asimetris, Film von Dandhy Laksono, 32 Minuten

Klima und Tropenwald

Zählt man Erd- und Wasserlebewesen zusammen, so steht Indonesien als artenreichstes aller Länder an der Weltspitze. Eine von drei Arten in Indonesien ist endemisch, das heißt diese Art gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. In kaum einem anderen Land gibt es so viele dieser Arten. Quelle: NABU. Copyright: bruno manser fonds.

Zählt man Erd- und Wasserlebewesen zusammen, so steht Indonesien als artenreichstes aller Länder an der Weltspitze. Eine von drei Arten in Indonesien ist endemisch, das heißt diese Art gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. In kaum einem anderen Land gibt es so viele dieser Arten. Quelle: NABU. Copyright: bruno manser fonds.

Soeben eingetroffen ist die Broschüre des bruno manser fonds „tong tana – Klima und Tropenwald“. Zitat aus einem Interview mit Peter Brang, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL): „Es ist ein Problem, wenn die Wälder der lokalen Bevölkerung entzogen werden und dann eine industrielle Nutzung stattfindet, die zwar gewisse Arbeitsmöglichkeiten bietet, aber die Möglichkeit, direkt vom Land zu leben, einschränkt. Natürlich geht Waldverlust auch mit Verlusten an Biodiversität einher.“

tong tang – Klima und Tropenwald, bruno manser fonds, Dezember 2018, im Moment noch nicht zum Download verfügbar.

Es weihnachtet!

"Ewiger Weihnachtsbaum", zusammensteckbar und demontierbar! Mit vielen selber gegessenen, geklebten und goldig bemalten Nussschalen, geerbten Kugeln ...

„Ewiger Weihnachtsbaum“, zusammensteckbar und demontierbar! Mit vielen selber gegessenen, geklebten und goldig bemalten Nussschalen, geerbten Kugeln …

Schon seit Mitte Oktober sind die Läden voll von Weihnachtsartikeln, Schokoladeaufhänger für den Weihnachtsbaum … Verzichten Sie zugunsten Ihrer Gesundheit auf einen Grossteil dieser Versuchungen! Und freuen Sie sich auf die wenigen, die Sie kaufen. Diese sind natürlich palmölfrei und der allfällige Weihnachtsbaum? Ohne Pestizide in der Nachbarschaft gewachsen? Oder in Ihrem Vorgarten statt der modischen Steinwüste? Oder basteln Sie sich einen „ewigen Weihnachtsbaum“!

At the root of the problem: the best books about deforestation. Novelist Richard Powers, Nobel winner Wangari Maathai and Amazonian shaman Davi Kopenawa: five books about one of the most profound environmental changes of our time. „Iceland’s Christmas advert about palm oil’s links with deforestation was banned last week, because it was said that the short Greenpeace-made animation was “political”… But how else to convey the devastation caused by the conversion of rainforest to plantations to provide cheap vegetable oil? The Guardian, 17.11.18

Weitere 23 Artikel von Heidi über Palmöl

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Asia’s Environmental ‘Eden’ in Crisis

15. Juni 2018
Copyright: ALERT.

Copyright: ALERT.

Kaum ein Tag vergeht ohne Meldung über Umweltzerstörungen in grossem Ausmass. Heute der Brief von Bill (James Cook University, Australien) mit der Bitte: „Please forward this message to others who’d be interested.“ Der Notruf gilt dem Leuser Nationalpark im Norden Sumatras. Er ist der letzte Ort auf der Erde, wo Orangutans, Tiger, Elefanten und Rhinozeros immer noch zusammen leben.

Gemäss einer Studie, die soeben in ScienceDirect veröffentlicht wurde, ist dieses Ökosystem von globaler Bedeutung für Biodiversität und Ökosystemleistungen immer stärker durch Infrastrukturprojekte bedroht.  „Der einzige Weg, Leuser zu retten, ist, die dröhnenden Bulldozer zum Schweigen zu bringen,“ sagt William (Bill) F. Laurance, Prof. emeritus, Australian Laureate & Price Bernhard Chair in International Nature Conservation und Direktor Centre for Tropical Environmental and Sustainability Science, James Cook University, Australien.

Copyright: Matt Gibson.

Copyright: Matt Gibson.

Infrastructure development and contested forest governance threaten the Leuser Ecosystem, Indonesia, ScienceDirect, Elsevier, Volume 77, September 2018, Pages 298-309.

Asia’s Environmental ‘Eden’ in Crisis, Bill Laurance, ALERT vom 14.6.18.

15.6.18 HOME

Umweltschutz: Wo ist der Rechtsstaat?

14. Juni 2018
Justitia sieht Umweltdelikte selten. Darunter leiden unzählige Menschen und die Umwelt, besonders Flora und Fauna.

Justitia sieht Umweltdelikte selten. Darunter leiden unzählige Menschen und die Umwelt, besonders Flora und Fauna.

Die taz schrieb am 12.6.18 unter dem Titel Pestizidabdrift in der Landwirtschaft – Die Gefahr von nebenan: „Immer wieder werden Pestizide in Gewässer, Gärten oder auf Nachbarfelder geweht. 10 Fragen und Antworten zu dem unsichtbaren Gift.

Zwei Kommentare zeigen, dass nicht nur Heidi vergeblich Justitia anruft … es ist auch anderswo nicht besser. Wir müssen trotzdem immer wieder den Rechtsstaat einfordern, denn wozu gibt es Gesetze?

Kommentar von KHALED CHAABOUTÉ

„… Bei uns richte ich mich immer an die Untere Landschaftsbehörde, aber das sind hier auf dem Lande die selben CDU-Typen, die mit dem Bauern im Schützenverein und Kirchenchor sind, da passiert nicht viel bzw. ist in Sachen Eingreifen bei Umweltkriminalität noch nie etwas passiert, auch wenn über den NABU gemeldet wird.

Kommentar von Opa-Krempel

„… Im Übrigen stimme ich dem Kommentar von KHALED CHAABOUTÉ zu, was die Aussichtslosigkeit von Beschwerden angeht. Z.B. der hiesige Bürgermeister geht meinem Eindruck nach mit den Bauern der Umgebung geradezu ins Bett. Meine mehrfachen Beschwerden bei der Gemeinde führten zu NICHTS, außer daß ich nun dort als Querulant gelte.“

Kommentar von Heidi

Genauso ist es bei uns! Und keine Besserung in Sicht.

Über 1000 Orangutans durch illegale Abholzung in Indonesien bedrohnt

International Animal Rescue (IAR) rettet einen Orangutan in West Kalimantan. Copyright: Greenpeace.

International Animal Rescue (IAR) rettet einen Orangutan in West Kalimantan. Copyright: Greenpeace.

Gesetze, Verträge, Labels (z.B. RSPO) usw. sind oft nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Gemäss Untersuchungen von Greenpeace gibt es in Sungai Putri, einem 57’000 Hektaren grossen Torfmoor-Primärwald, sechs illegale Abholzungsstellen. Das Gebiet ist eines der letzten Refugien der Orangutans.

Over 1000 orangutans threatened by illegal operations in Indonesia, Greenpeace International, 5.6.18.

Kanton Bern: Palmöl bei Freihandel ausklammern. Der Grosse Rat des Kantons Bern hat eine Standesinitiative beschlossen, wonach Palmöl aus einem möglichen Freihandelsabkommen mit Malaysia ausgeklammert werden soll. LID 7.6.18.

13.6.18 HOME

Wieso Greenpeace & Co. so wichtig sind …

29. März 2018
Frau eines Mannes, der in Senyerang erschossen wurde. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Frau eines Mannes, der in Senyerang erschossen wurde. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Ein Blick zurück ins Jahr 2011 auf Sumatra und Präsentation eines soeben erschienenen Buchs des ZEIT-Journalisten Thomas Fischermann über die Zerstörung der „Heimat Amazonas“.

„Die Weissen machen Fehler, sobald sie die Natur betreten.“
Madarejúwa Tenharim

Regenwaldzerstörung auf Sumatra

Obwohl es in Indonesien verboten ist, Urwald auf Torfboden (hier 3 m mächtig) zu roden, wir dies beobachtet. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Obwohl es in Indonesien verboten ist, Urwald auf Torfboden (hier 3 m mächtig) zu roden, wir dies beobachtet. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Heidi hat Fotos aus einem Video von Greenpeace Indonesia entnommen. Es handelt von der Zerstörung des Regenwalds auf Sumatra und dem Leiden der dortigen Bevölkerung. Der Sinar Mas Group wurde vorgeworfen, durch den Bau und Betrieb von Papiermühlen durch ihre Tochtergesellschaft Asia Pulp and Paper Company Ltd. (APP) den Regenwald in Indonesien zu zerstören.

PT Arara Abadi wird durch Sinar Mas Forestry betrieben; diese Firma ist exklusiver Rohstofflieferant der Asia Pulp and Paper Company (APP). Copyright: Greenpeace Indonesia.

PT Arara Abadi wird durch Sinar Mas Forestry betrieben; diese Firma ist exklusiver Rohstofflieferant der Asia Pulp and Paper Company (APP). Copyright: Greenpeace Indonesia.

Bevor PT Arara Abadi kam, war der Wald in guten Zustand und keine Tiger drangen in das Dorf ein. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Bevor PT Arara Abadi kam, war der Wald in guten Zustand und keine Tiger drangen in das Dorf ein. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Die Tiger greifen Leute an, weil ihr Lebensraum gestört ist. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Die Tiger greifen Leute an, weil ihr Lebensraum gestört ist. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Das ist der Grund, weshalb Tiger in dieser Gegend Menschen angreifen und fressen. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Das ist der Grund, weshalb Tiger in dieser Gegend Menschen angreifen und fressen. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Die Jagd auf den Sumatra-Tiger ist nach indonesischem Recht verboten, denn er ist vom Aussterben bedroht.

Ein vom Aussterben bedrohter Sumatra-Tiger starb in einer Falle im Konzessionsland der APP Sinar Mas. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Ein vom Aussterben bedrohter Sumatra-Tiger starb in einer Falle im Konzessionsland der APP Sinar Mas. Copyright: Greenpeace Indonesia.

Die Aktionen von Greenpeace führten dazu, dass das Unternehmen ankündigte, die Regenwälder Indonesiens nicht mehr roden zu wollen.

"Wenn wir unser Land bearbeiten, dann werden wir dauernd von den grossen Gesellschaften eingeschüchtert." Copyright: Greenpeace Indonesia.

„Wenn wir unser Land bearbeiten, dann werden wir dauernd von den grossen Gesellschaften eingeschüchtert.“ Copyright: Greenpeace Indonesia.

Nachdem Greenpeace der Firma Smart Tbk (Unternehmen aus der Palmölbranche, Sinar Mas Group) die Verletzung internationaler Standards und indonesischen Rechts, die Beteiligung an Landkonflikten und die Rodung von Regenwäldern vorgeworfen hatte, kündigten die Unternehmen Unilever und Kraft Foods und im März 2010 der Lebensmittelkonzern Nestlé die Zusammenarbeit auf.

Holz, Holz, Holz ... Copyright: Greenpeace Indonesia.

Holz, Holz, Holz … Copyright: Greenpeace Indonesia.

Greenpeace informierte die Firmen Montblanc und Tchibo über grossflächige Regenwaldrodungen, danach wiesen diese ihre Lieferanten an, die Zusammenarbeit mit APP zu beenden. Auch die Unternehmen Adidas, Carrefour, Metro, Tesco und Mattel wandten sich von dem Unternehmen ab. (Quelle: Sinar Mas Group, Wikipedia).

Doch die Abholzung geht – nicht nur in Indonesien – weiter.

Der letzte Herr des Waldes

Ein Indianerkrieger aus dem Amazonas erzählt von der Zerstörung seiner Heimat und den Geistern des Urwalds.

Der junge Krieger Madarejúwa Tenharim ist einer der letzten Herren des Amazonaswaldes. Sein traditionsreiches Volk umfasste einmal mehr als 10000 Menschen, ist aber auf knapp 1000 geschrumpft. 2013 ist ihm der ZEIT-Journalist Thomas Fischermann zum ersten Mal auf einer Expedition begegnet. Seither ist Fischermann mehrfach pro Jahr in die Gegend gereist, wurde als erster Weisser zu heiligen Stätten des Volkes geführt, hat am Leben der Tenharim teilgenommen und hunderte Stunden Interviews geführt und aufgezeichnet … 

Osterhasen mit Palmöl?

Wenn Heidi von „nachhaltigem Palmöl und Holz“ hört, dann läuten bei ihr die Alarmglocken! Jetzt, vor Ostern, wird wieder besonders viel Palmöl gekauft in Form von Osterhasen und -eiern. Lesen Sie die Etikette vor dem Kauf!

Der letzte Herr des Waldes, C.H. Beck, ISBN-Nr.: 978-3-406-72153-3

Video von Greenpeace Indonesia mit englischen Untertiteln: Percaya APP Sinar Mas?

Heidis Artikel über Palmöl

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Indonesien: Regenwald-Zerstörung geht unvermindert weiter trotz Moratorium

26. März 2018
Abholzung (Flächen in Pink) in Indonesien von 2001 bis 2016. Copyright: <a href="http://www.globalforestwatch.org/" target="_blank" rel="noopener">Global Forest Watch</a>. Karte vergrössern durch Klick auf Bild.

Abholzung (Flächen in Pink) in Indonesien von 2001 bis 2016. Copyright: Global Forest Watch. Karte vergrössern durch Klick auf Bild.

Trotz der Versprechungen der Regierung geht die Zerstörung der indonesischen Wälder weiter. Sieben Jahre nachdem indonesische Beamte ein Moratorium für die Abholzung von Urwäldern ausgerufen hatten, sind die Holz- und Palmöl-Interessenten in unvermindertem Tempo daran, tropischen Regenwald zu fällen. Die Auswirkungen auf Biodiversität und Treibhausgasemissionen sind gross.
  • Seit dem Moratorium sind mindestens 25’000 km² an Primärwald und Torfmoor zerstört worden. Das entspricht 60% der Fläche der Schweiz.
  • 2015 wurden 1’750 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Indonesien gehört zu den Top 5 bezüglich Treibhausgasemissionen.
  • Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass in Borneo von 1999 bis 2015 die Orang-Utan-Population um fast 150’000 abnahm, hauptsächlich aufgrund des Verlustes von Lebensräumen.
  • Die Biodiversität ist stark gefährdet. Das ist umsomehr erschreckend, als Indonesien weltweit führend ist, was endemische Vögel und Säugetiere betrifft: 1,3% der Landfläche der Welt – 17% der Wildtiere. Die Population des stark gefährdeten Sumatra-Nashorns wird auf 100 Exemplare geschätzt.
  • Im indonesischen Papua, einer der wenigen Regionen des Landes, in denen noch keine massive Entwaldung stattgefunden hat, sind 1,2 Millionen Hektaren Zucker- und Ölpalmplantagen geplant.

Einer Meldung des Ministeriums für Forstwirtschaft zufolge war die Entwaldung in den letzten zwei Jahren rückgängig. Ein Blick in die Daten zeigt aber, dass auch Faserholz-Plantagen als „Wälder“ gezählt wurden. Schönfärberei ist überall! Oder soll man das eher „Lüge“ nennen?

Ein Kernproblem ist das Fehlen von Anreizen für Entwicklungsländer, ihre Wälder zu schützen, wollen sie doch auch am „Fortschritt“ teilhaben.

Quelle: Despite Government Pledges, Ravaging of Indonesia’s Forests Continues. YaleEnvironment360 vom 22.3.18


Ein hoher Politiker in Malaysia steht unter Verdacht, aus der Abholzung des Regenwaldes Millionen veruntreut zu haben. Eine Geschichte über Korruption, Macht, einen toten Staatsanwalt, Geldwäscherei – und die Rolle der UBS…

… Es dauert eine Weile, bis die Ohren und Augen realisieren, dass etwas nicht in Ordnung ist. In den Palmenhainen herrscht absolute Stille. Keine Insektengeräusche, kein Vogelgezwitscher, kein Lärm, wie er in tropischen Regenwäldern üblich ist. Ein einzelner, dicker, schwarzer Käfer liegt rücklings auf dem roten Boden und strampelt mit den Beinen.

Die Plantage ist ökologisch tot. Der Dschungel ist nicht mehr. Er existiert bald nur noch in der Welt der Politiker und Banker.

Die UBS im Dschungel, Mark Dittli, Republik vom 23.3.18


 Scientists considered climate change and indiscriminate use of fire to calculate that deforestation rates ranging from 20% to 25% could turn Amazon’s hydrological cycle unable to support its ecosystem.
Amazon deforestation is close to tipping point. EurekAlert vom 19.3.18


The Environmental Status of Borneo, WWF Report 2016, WWF-Indonesia, WWF-Malaysia, 2017, ISBN 978-602-19901-0-0

26.3.18 HOME

1. Preis für Video „Borneos Torfmoorwald verbrennt“

27. Juli 2017
The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest”, Copyright: Denise and Marc Dragiewicz

The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest”, Copyright: Denise and Marc Dragiewicz

Die Yale Universität hat den ersten Platz des diesjährigen Yale Environment 360 Video Contest der Dokumentarfilmerin und dem Biologen Denise und Marc Dragiewicz für den Film „The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest“ verliehen. Der Film handelt vom Leben der Primaten im Sabangau National Park, von der zunehmenden Bedrohung durch Feuer, verursacht durch das Drainieren und Trockenlegen der Torfmoorwälder für Palmölplantagen und anderen landwirtschaftliche Projekte. Verschlimmert wird die Situation durch die Veränderung des Klimas und von El Niño.

Mitte der 1990er Jahre hatten Wissenschaftler aus Grossbritannien und Indonesien in den Wäldern von Sabangau die grösste Orang-Utan-Population der Welt mit 7’000 Individuen entdeckt. Bald sahen sie wie Bäume gefällt wurden, auch illegal. Dank der Arbeit von Wissenschaftlern und Umweltschutzgruppen wurde die Zerstörung gestoppt und 2004 der Nationalpark geschaffen.

Der Film von Denise und Marc Dragiewicz wirft die Frage auf, ob die Primaten den steigenden Umweltdruck des 21. Jahrhunderts überstehen werden.

Heidis Artikel zu Palmöl

Informationen von PanEco über Palmöl

27.7.17 HOME

UN-Menschenrecht auf sauberes Wasser: Theorie?

8. März 2017
Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt.

Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt. Copyright Astrid.

Dieser Artikel ist die Auflösung des Rätsel-Artikels Was ist das? Heidis Mist vom 7.3.17.

Jetzt ist Regenzeit in Indonesien. Das Flusswasser ist braun. Trinkwasser aus dem Unterlauf von Flüssen holen nur noch Notleidende; sie gehen dabei ein beträchtliches Gesundheitsrisiko ein. Meistens können die Flussanlieger das Wasser nicht einmal mehr zum Duschen brauchen, denn sie riskieren Hautausschläge! Viele Dörfer haben daher im Wald eigene Wasserversorgungen gebaut.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das Wasser in der Schale stammt aus einer alten Wasserfassung mit Filter. Viele Jahre hat sie sauberes Wasser geliefert. So viel Dreck im Wasser, wie jetzt vorhanden ist, kann der Filter aber nicht zurückhalten! Schuld daran ist Erosion: Bearbeiten der Böden, Terrassierung, Anbau von Ölpalmen auf den steilen Hängen, Bau von Strassen. Über Pflanzenschutzmittel im Wasser gibt es kaum Daten.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Unser Hunger nach Palmöl hinterlässt in Indonesien drastische Spuren. Die Umweltzerstörung hält an. Die Plantagen „dringen“ in die Wälder vor und „kriechen“ die Berge hoch. Palmöl ist das zweitwichtigste Exportgut Indonesiens. Die traditionelle Agroforstwirtschaft war umweltverträglich.

Für den WWF ist Palmöl das kleinere Übel, denn Raps und Soja brauchen für die gleiche Erntemenge mehr Ackerfläche. Diese Argumentation ist nichts wert, sie bedeutet: Den Teufel mit dem Beelzebuben austreiben! Zu hinterfragen gilt es das Wachstums- und Mengenproblem! Braucht es all die vielen Produkte mit Palmöl überhaupt? Oder sind sie einfach billig? Und bringen Profit? Ist dies alles, was zählt?

Gefiltertes Trinkwasser nur in grösseren Städten

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Was macht Astrid? Sie lässt das Wasser eine Zeitlang in einem Eimer stehen, damit die Schwebeteilchen sich setzen, schöpft dann sorgfältig das optisch saubere Wasser ab. Was ist sonst noch alles im Wasser drin? Das will Astrid lieber nicht wissen, wahrscheinlich Herbizide. Die reicheren Leute kaufen Flaschenwasser. So wird neben den Lebensmitteln auch immer mehr Trinkwasser importiert. Palmöl gegen Alpenwasser – ein Deal?

Filter gibt es nur in den grösseren Städten, die eine “Wasserversorgung” haben. Aber auch diese sind mit so viel Schmutz überfordert. Ende Januar beklagten sich Einwohner einer indonesischen Stadt über das Dreckwasser, das aus dem Wasserhahn floss. Die städtische Wasserversorgung hatte sie nicht informiert. Das Hahnenwasser sieht ähnlich aus wie jenes von Astrid.

Hohe Niederschläge – schlechte Wasserbewirtschaftung

Trotz hoher Niederschlagsmengen (Erosion!) mangelt es an einer sicheren Wasserversorgung und an Infrastrukturen. Nur die Hälfte der Bevölkerung ist einigermassen gut mit Wasser versorgt. Während auf dem Lande der Zugang zu Wasser besser wird, ist die Trinkwasserversorgung in Stadtgebieten ein immer grösser werdendes Problem.

Zahlreiche IndonesierInnen müssen selbst für ihr Wasser sorgen. In der Stadt heisst dies für viele, das Wasser zu überhöhten Preisen kaufen zu müssen. Wer das nicht kann, trinkt verschmutztes Wasser aus schlechten Quellen oder aus dem Fluss, wo auch Abwasser entsorgt wird, z.B. auch Quecksilber aus Goldminen: 1’000 Tonnen pro Jahr, entsprechend hoch ist auch die Quecksilber-Belastung der Fische, die der Bevölkerung als Nahrung dienen. Das Trinkwasser eines Drittels der Haushalte ist von schlechter Qualität.

Nachtrag 17.3.17: Astrid schreibt: „Das Wasser ist jetzt optisch etwas sauberer, dafür stinkt es faulig. Logisch mit dem organischen Material, das auch ins Wasserfassungsgebiet hinunter gespült wurde! Bei der Tropenhitze die hier herrscht, ist der Abbau viel schneller und intensiver als in weniger heissen Gebieten wie bei euch!“

Warga Sanggau Ngeluh Air PDAM Keruh, deliknews 27.1.17.

World’s most toxic places revealed: Indonesian gold mines and old Russian chemical manufacturing regions are among the most dangerous areas on earth, MailOnline, 15.11.13.

Hungry Neighbours? Indonesia’s Food Strategy and Water Security Future, Future Directions International, 11.11.13

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl, Heidis Mist 22.1.17.

Oil palm plantations threaten water quality, Stanford scientists say. : „Indonesia pays a price for a lucrative crop used in many household products. Palm plantations damage freshwater streams that supply drinking water to millions of people.“ By Stanford Woods Institute for the Environment.

Water impact ignored in palm oil production: study, Eco-Buisiness, 16.7.14.

Expanding Oil Palm Cultivation in Indonesia: Changing Local Water Cycles Raises Risks of Droughts and Floods, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Briefing Paper 1/2017.

8.3.17 HOME

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl

22. Januar 2017
Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Alpöhi: „Heidi! Wo bist du? Der Pöstler hat einen Brief aus Indonesien gebracht.“

Heidi: „Hier in der Küche!“

Heidi reisst den Umschlag auf und liest dem Alpöhi vor, was Astrid geschrieben hat:

Den Boden haben sie uns einfach weggenommen, denn wir haben keine verbrieften Landrechte. Nur die Nutz-Bäume, welche wir gepflanzt hatten, wurden mit umgerechnet fünf Franken pro Baum entschädigt. Das Land gehört jetzt offiziell dem Staat. Dieser erteilt „Bewirtschaftungsbewilligungen“. Schon wurden Ölpalmen angepflanzt. Ich schicke dir ein Foto mit Lintang und den neuen Plantagen.

In anderen Gebieten sind die ebenen Flächen bereits mit Ölpalmen bepflanzt. Weil der Anbau auf Torfböden nicht besonders wirtschaftlich ist und man dort v.a. die Bäume herausnehmen wollte, werden jetzt die Hügel mit Bulldozern terrassiert.

Die meisten Nachbarn sind froh, dass sie bald wieder Arbeit und Bargeld haben werden, denn die Preise für Kautschuk und andere Produkte, welche wir früher in Agro-Forstwirtschaft angebaut hatten, waren Jahr für Jahr gesunken.“

Der Alpöhi und Heidi schauen sich wortlos an. Heidi legt den Brief beiseite und knetet energisch den Zopfteig, der auf dem Küchentisch liegt. Mehl und Butter hat der Alpöhi am frühen Morgen im Dorfladen gekauft.

WEF: Schneider-Ammann bespricht Freihandelsabkommen

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kapok" target="_blank">Kapok</a>, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jackfruchtbaum" target="_blank">Jackfruchtbaums</a>, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.<br /> Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit Kapok, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen Jackfruchtbaums, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.
Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Schneider-Ammann nutzte das World Economic Forum (WEF) für Gespräche mit Handelspartner in der Hoffnung auf den Abschluss von Freihandelsabkommen. Er traf sich am Mittwoch mit seinem malaysischen Kollegen. Die NZZ schrieb am 19.1.17: „Der heikelste Punkt bleibt auch nach sieben Verhandlungsrunden das Palmöl – aus ökologischen Gründen, aber auch weil die Schweizer Rapsproduzenten die Konkurrenz fürchten.“ Heidi meint: „Nicht nur aus ökologischen Gründen!“

Seit 1950: le Parfait – Original

Aus der Werbung: "Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?..."

Aus der Werbung: „Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?…“

Heidi hat im Nestlé Shop nachgeschaut. Die Zutaten sind vorbildlich aufgeführt; le Parfait Original enthält auch Palmkernfett (aus zertifiziertem Anbau). War Palmkernfett 1950 schon drin? Oder ist das „Original“ nicht ganz „original“? Heidi hat am 4.1.17 den Nestlé-Mediendienst angefragt, aber bis heute noch keine Antwort erhalten. Geduld!

Nestlé kauft Palm- und Palmkernöl und verkauft den Leuten dort, wo das Wasser durch Anbau und Produktion verschmutzt wird, sauberes Trinkwasser.

Palmöl ist nur ein Beispiel

Palmöl kommt stärker unter Druck, foodaktuell.ch, 16.1.17.

Heidis Artikel über Palmöl

Soap maker finds cleaner way to fight Southeast Asia wildfires, NIKKEI Asan Review, 2.1.17

Wie Palmöl Naturvölker auslöscht, Rezension dieses Thrillers von St. Moonlight/Gedankenteiler: Das Verschwinden der Luft, Christian Kahl, Verlag Divan. Geschichte in Anlehnung an Bruno Manser, bruno manser fonds.

 22.1.17 HOME

Jahresschlusspunkt: Pater Agatho Elsener, Gründervater des Biolandbaus in Indonesien

27. Dezember 2016
Pater Agatho Elsener am Schreibtisch. Copyright BSB-Agatho.com.

Pater Agatho Elsener am Schreibtisch. Copyright BSB-Agatho.com.

In der ganzen Welt bekannt ist das Swiss Army Knife der Firma Victorinox, welche 1884 von der Familie Elsener als Messerschmiedwerkstatt gegründet worden war und heute in der 4. Generation geführt wird. Aber wer kennt Adolf Elsener? Geboren wurde er am 13.7.1932 in Ibach SZ.

Adolf war ein schweigsamer Mensch. Beim Eintritt in den Kapuzinerorden nahm er den Namen Agatho an. Nach der Legende trug Agatho, ein sizilianischer Mönch, drei Jahre lang einen Stein im Mund, um schweigen zu lernen; von 678 bis 681 war er Papst.

Borneo: Landwirtschaft mit wenig Hilfsmittel

Nach dem Theologiestudium und der Priesterweihe wurde Agatho 1960 als Missionar nach Borneo entsandt. In der indonesischen Provinz West Kalimantan leitete er Yayasan (Stiftung) Sehat (gesund) in Sanggau Kapuas und baute einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Beratungsdienst auf. Sein Prinzip: Möglichst wenig Hilfsmittel einsetzen, keine chemischen Dünger und Pestizide. Auch galt für ihn Alle müssen helfen, also auch die Internatsschüler; diese arbeiteten nach der Schule auf dem Landwirtschaftsbetrieb und bezahlten so einen Teil der Kost und Logis. Agathos Mitbrüder und die Obrigkeit kritisierten diese Erziehungsmethode.

Das Land, das er kaufte, war für die landwirtschaftliche Nutzung wertlos. Der Boden war sauer und sandig. Darauf wuchsen nur wenige Pflanzen wie Farne und Stauden. Agatho liess die Grenzen mit Feuerschneisen sichern, damit die Buschfeuer in der Trockenzeit nicht auf das Land der Stiftung übergriffen. Mit Gras und Viehhaltung wurde die Bodenfruchtbarkeit verbessert.

Obwohl Agatho schweigsam war, konnte er seinen Leuten sehr gut und ausführlich erklären wie man z.B. eine Terrasse an einem Hang anlegt, damit sie auch bei starkem Regen nicht weg geschwemmt wird. Die Terrassen wurden mit Kompost und Mist gedüngt, sodass dort Reis, Gemüse, Pfeffer und Ananas gediehen.

Versuche der Stiftung Yayasan Sehat in Sanggau Kapuas mit lokalen Reissorten. Diese Sorten wurden aber damals von der Regierung nicht unterstützt. Die Bauern erhielten nur für Hochertragssorten Kredite. Auf den sauren Böden wuchsen jedoch die vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) gezüchteten Sorten nicht oder nur mit hohem Dünger- und Pestizid-Einsatz. Copyright: Astrid.

Versuche der Stiftung Yayasan Sehat in Sanggau Kapuas mit lokalen Reissorten. Diese Sorten wurden aber damals von der Regierung nicht unterstützt. Die Bauern erhielten nur für Hochertragssorten Kredite. Auf den sauren Böden wuchsen jedoch die vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) gezüchteten Sorten nicht oder nur mit hohem Dünger- und Pestizid-Einsatz. Copyright: Astrid.

Auf nachhaltige Landwirtschaft folgt Palmöl-Boom

Nachhaltige Landwirtschaft für die Selbstversorgung und für den Markt (Kautschuk) gab es schon früher. Diese Bemühungen wurden durch Agatho und seine Leute sowie Regierungsstellen unterstützt. Mit zwei bis drei Hektaren Land könnte eine Familie gut leben. Die Verbesserungen werden heute nicht nur in Kalimantan, sondern auch in ganz Borneo und Sumatra durch den Palmöl-Boom zunichte gemacht.

Eine Stärkung der eigenständigen Bauern in einer so extremen Oligarchie wie Indonesien wäre besonders wichtig. Ein paar wenige Oligarchen beherrschen Medien und Parteien (Pathways to a people’s president, Jeffrey A. Winters, Inside Indonesia, 22.1.12).

 Projekt Agroforstwirtschaft mit italienischem Entwicklungshelfer. Copyright: Astrid.

Projekt Agroforstwirtschaft mit italienischem Entwicklungshelfer. Copyright: Astrid.

Agatho führt Biolandbau in Indonesien ein

Nach 20 Jahren in Kalamantan übernahm Agatho 1982 ein Projekt in Cisarua, Bogor, auf Java, nur zwei Stunden von der Hauptstadt Indonesiens Jakarta entfernt. Welch ein Wechsel! Fast alles wächst auf den fruchtbaren Vulkanböden, und das Klima ist kühler.

Die in Indonesien von Suharto in den 1960er Jahren eingeführte Grüne Revolution brachte zwar Selbstversorgung mit Reis, aber auch Bodenzerstörung, Gewässerverschmutzung durch Pflanzenschutzmittel und Dünger, Erosion, Gesundheitsproblemen und Abhängigkeit der Bauern von Agrochemikalien.

Pater Agatho erkannte die Probleme und suchte nach Lösungen. Er fand sie im Biolandbau, den er in Indonesien einführte. 1984 gründete er die Organisation Bina Sarana Bakti (BSB) –  The organic Way … All in Harmony. Sie bietet Schulung im Biolandbau für Organisationen und Bauern und betreibt Forschung.

Als Hobby-Botaniker machte er ausgezeichnete Pflanzenfotos und lieferte Herbar-Examplare z.B. an das National Herbarium Netherland.

Das Agatho-Label. Copyright: Ist.

Das Agatho-Label. Copyright: Ist.

Bioland Indonesien?

„Agatho“ wurde zu einem bekannten Label für biologische Landwirtschaft in Indonesien und im asiatischen Raum bis nach Australien.

Indonesien möchte weltweit ein Hauptproduzent von Bio-Produkten werden. Dieses Ziel liegt zwar noch in weiter Ferne, wird aber von der Politik unterstützt. Das Departement für Landwirtschaft lancierte 2001 das ”Go Organic 2010” Programm und richtete ein Kompetenzzentrum für Biolandbau ein.

Aus gesundheitlichen Gründen kehrte Pater Agatho 2011 in die Schweiz zurück. Am 26.8.16 starb er im Kapuzinerkloster Schwyz.

Pater Agatho betrachtet mit kritischem Blick die Gemüsepflanzung. Copyright: Ist.

Pater Agatho betrachtet mit kritischem Blick die Gemüsepflanzung. Copyright: Ist.

Diese Geschichte zeigt exemplarisch, was ein einzelner engagierter Mensch bewirken kann, wenn er Lösungen erarbeitet und präsentiert und die Mitmenschen von seinen Ideen überzeugen kann.

Die liebenswürdige Art von Pater Agatho hat zum Erfolg beigetragen. Entsprechend gewürdigt wird auch sein Leben anlässlich seines Todes. Ein Zeichen dafür, dass sein Werk weiterlebt.

In Memoriam Pater Agatho Elsener OFMCap: Yang Benar Pertanian Organis, bukan Organik (1), Romo Amandus Ambot OFMCap, Sesawi.net, 31.8.16.

In Memoriam: Pater Agatho Elsener OFMCap, Fransiskan Kapusin Provinsi Pontianak (2), Mathias Hariyadi, Sesawi.net, 31.8.16.

Indonesia Organic, Linking the People who will Change Indonesia

Lessons learned from Organic Farming in West Java and North Sumatra, Siti JAHROH, Department of Agribusiness (Dept of Agb), Faculty of Economics and Management (FEM), Bogor Agricultural University (BAU), Indonesia, ISDA 2010, Montpellier, June 28-30, 2010.

Yayasan Bina Sarana Bakti, Film über die Arbeit von BSB: Unterricht, Mischkulturen usw., auf Indonesisch, aber die Bilder sprechen für sich, youtube

The Easy Sell of Organics – Jakarta Globe, Indonesia Organic, 7.7.10

28.12.16 HOME

Neuigkeiten von Anfang 2018

Projekt: Nassreis mit Be- und Entwässerung. Typisch für das neue Jahrhundert: Die Feldränder sind mit Herbiziden behandelt.

Projekt: Nassreis mit Be- und Entwässerung. Typisch für das neue Jahrhundert: Die Feldränder sind mit Herbiziden behandelt.

Die Bäume auf den Hügeln weichen langsam den Ölpalmen.

Die Bäume auf den Hügeln weichen langsam den Ölpalmen.

Hochertragssorten gedeihen wegen des sauren Bodens immer noch nicht.

Hochertragssorten gedeihen wegen des sauren Bodens immer noch nicht.

Frisch gepflanzte Ölpalmen

Frisch gepflanzte Ölpalmen

Der Aufwuchs wird mit Glyphosat und dem noch gefährlicheren Paraquat abgespritzt. Die Produktenamen wurden einfach geändert.

Der Aufwuchs wird mit Glyphosat und dem noch gefährlicheren Paraquat abgespritzt. Die Produktenamen wurden einfach geändert.

Langsam werden die Felder mit Palmen bepflanzt.

Langsam werden die Felder mit Palmen bepflanzt.

Ein indonesisches Sprichwort: Nur eine volle Ähre verbeugt sich.

Ein indonesisches Sprichwort: Nur eine volle Ähre verbeugt sich.

Anstelle von Kühen werden jetzt Legehennen gehalten.

Anstelle von Kühen werden jetzt Legehennen gehalten.

Die Hühner werden mit vorgemischtem importiertem Futter gefüttert.

Die Hühner werden mit vorgemischtem importiertem Futter gefüttert.

17.2.18  HOME

 


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