Posts Tagged ‘Indonesien’

1. Preis für Video „Borneos Torfmoorwald verbrennt“

27. Juli 2017
The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest”, Copyright: Denise and Marc Dragiewicz

The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest”, Copyright: Denise and Marc Dragiewicz

Die Yale Universität hat den ersten Platz des diesjährigen Yale Environment 360 Video Contest der Dokumentarfilmerin und dem Biologen Denise und Marc Dragiewicz für den Film „The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest“ verliehen. Der Film handelt vom Leben der Primaten im Sabangau National Park, von der zunehmenden Bedrohung durch Feuer, verursacht durch das Drainieren und Trockenlegen der Torfmoorwälder für Palmölplantagen und anderen landwirtschaftliche Projekte. Verschlimmert wird die Situation durch die Veränderung des Klimas und von El Niño.

Mitte der 1990er Jahre hatten Wissenschaftler aus Grossbritannien und Indonesien in den Wäldern von Sabangau die grösste Orang-Utan-Population der Welt mit 7’000 Individuen entdeckt. Bald sahen sie wie Bäume gefällt wurden, auch illegal. Dank der Arbeit von Wissenschaftlern und Umweltschutzgruppen wurde die Zerstörung gestoppt und 2004 der Nationalpark geschaffen.

Der Film von Denise und Marc Dragiewicz wirft die Frage auf, ob die Primaten den steigenden Umweltdruck des 21. Jahrhunderts überstehen werden.

Heidis Artikel zu Palmöl

Informationen von PanEco über Palmöl

27.7.17 HOME

UN-Menschenrecht auf sauberes Wasser: Theorie?

8. März 2017
Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt.

Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt. Copyright Astrid.

Dieser Artikel ist die Auflösung des Rätsel-Artikels Was ist das? Heidis Mist vom 7.3.17.

Jetzt ist Regenzeit in Indonesien. Das Flusswasser ist braun. Trinkwasser aus dem Unterlauf von Flüssen holen nur noch Notleidende; sie gehen dabei ein beträchtliches Gesundheitsrisiko ein. Meistens können die Flussanlieger das Wasser nicht einmal mehr zum Duschen brauchen, denn sie riskieren Hautausschläge! Viele Dörfer haben daher im Wald eigene Wasserversorgungen gebaut.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das Wasser in der Schale stammt aus einer alten Wasserfassung mit Filter. Viele Jahre hat sie sauberes Wasser geliefert. So viel Dreck im Wasser, wie jetzt vorhanden ist, kann der Filter aber nicht zurückhalten! Schuld daran ist Erosion: Bearbeiten der Böden, Terrassierung, Anbau von Ölpalmen auf den steilen Hängen, Bau von Strassen. Über Pflanzenschutzmittel im Wasser gibt es kaum Daten.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Unser Hunger nach Palmöl hinterlässt in Indonesien drastische Spuren. Die Umweltzerstörung hält an. Die Plantagen „dringen“ in die Wälder vor und „kriechen“ die Berge hoch. Palmöl ist das zweitwichtigste Exportgut Indonesiens. Die traditionelle Agroforstwirtschaft war umweltverträglich.

Für den WWF ist Palmöl das kleinere Übel, denn Raps und Soja brauchen für die gleiche Erntemenge mehr Ackerfläche. Diese Argumentation ist nichts wert, sie bedeutet: Den Teufel mit dem Beelzebuben austreiben! Zu hinterfragen gilt es das Wachstums- und Mengenproblem! Braucht es all die vielen Produkte mit Palmöl überhaupt? Oder sind sie einfach billig? Und bringen Profit? Ist dies alles, was zählt?

Gefiltertes Trinkwasser nur in grösseren Städten

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Was macht Astrid? Sie lässt das Wasser eine Zeitlang in einem Eimer stehen, damit die Schwebeteilchen sich setzen, schöpft dann sorgfältig das optisch saubere Wasser ab. Was ist sonst noch alles im Wasser drin? Das will Astrid lieber nicht wissen, wahrscheinlich Herbizide. Die reicheren Leute kaufen Flaschenwasser. So wird neben den Lebensmitteln auch immer mehr Trinkwasser importiert. Palmöl gegen Alpenwasser – ein Deal?

Filter gibt es nur in den grösseren Städten, die eine “Wasserversorgung” haben. Aber auch diese sind mit so viel Schmutz überfordert. Ende Januar beklagten sich Einwohner einer indonesischen Stadt über das Dreckwasser, das aus dem Wasserhahn floss. Die städtische Wasserversorgung hatte sie nicht informiert. Das Hahnenwasser sieht ähnlich aus wie jenes von Astrid.

Hohe Niederschläge – schlechte Wasserbewirtschaftung

Trotz hoher Niederschlagsmengen (Erosion!) mangelt es an einer sicheren Wasserversorgung und an Infrastrukturen. Nur die Hälfte der Bevölkerung ist einigermassen gut mit Wasser versorgt. Während auf dem Lande der Zugang zu Wasser besser wird, ist die Trinkwasserversorgung in Stadtgebieten ein immer grösser werdendes Problem.

Zahlreiche IndonesierInnen müssen selbst für ihr Wasser sorgen. In der Stadt heisst dies für viele, das Wasser zu überhöhten Preisen kaufen zu müssen. Wer das nicht kann, trinkt verschmutztes Wasser aus schlechten Quellen oder aus dem Fluss, wo auch Abwasser entsorgt wird, z.B. auch Quecksilber aus Goldminen: 1’000 Tonnen pro Jahr, entsprechend hoch ist auch die Quecksilber-Belastung der Fische, die der Bevölkerung als Nahrung dienen. Das Trinkwasser eines Drittels der Haushalte ist von schlechter Qualität.

Nachtrag 17.3.17: Astrid schreibt: „Das Wasser ist jetzt optisch etwas sauberer, dafür stinkt es faulig. Logisch mit dem organischen Material, das auch ins Wasserfassungsgebiet hinunter gespült wurde! Bei der Tropenhitze die hier herrscht, ist der Abbau viel schneller und intensiver als in weniger heissen Gebieten wie bei euch!“

Warga Sanggau Ngeluh Air PDAM Keruh, deliknews 27.1.17.

World’s most toxic places revealed: Indonesian gold mines and old Russian chemical manufacturing regions are among the most dangerous areas on earth, MailOnline, 15.11.13.

Hungry Neighbours? Indonesia’s Food Strategy and Water Security Future, Future Directions International, 11.11.13

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl, Heidis Mist 22.1.17.

Oil palm plantations threaten water quality, Stanford scientists say. : „Indonesia pays a price for a lucrative crop used in many household products. Palm plantations damage freshwater streams that supply drinking water to millions of people.“ By Stanford Woods Institute for the Environment.

Water impact ignored in palm oil production: study, Eco-Buisiness, 16.7.14.

Expanding Oil Palm Cultivation in Indonesia: Changing Local Water Cycles Raises Risks of Droughts and Floods, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Briefing Paper 1/2017.

8.3.17 HOME

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl

22. Januar 2017
Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Alpöhi: „Heidi! Wo bist du? Der Pöstler hat einen Brief aus Indonesien gebracht.“

Heidi: „Hier in der Küche!“

Heidi reisst den Umschlag auf und liest dem Alpöhi vor, was Astrid geschrieben hat:

Den Boden haben sie uns einfach weggenommen, denn wir haben keine verbrieften Landrechte. Nur die Nutz-Bäume, welche wir gepflanzt hatten, wurden mit umgerechnet fünf Franken pro Baum entschädigt. Das Land gehört jetzt offiziell dem Staat. Dieser erteilt „Bewirtschaftungsbewilligungen“. Schon wurden Ölpalmen angepflanzt. Ich schicke dir ein Foto mit Lintang und den neuen Plantagen.

In anderen Gebieten sind die ebenen Flächen bereits mit Ölpalmen bepflanzt. Weil der Anbau auf Torfböden nicht besonders wirtschaftlich ist und man dort v.a. die Bäume herausnehmen wollte, werden jetzt die Hügel mit Bulldozern terrassiert.

Die meisten Nachbarn sind froh, dass sie bald wieder Arbeit und Bargeld haben werden, denn die Preise für Kautschuk und andere Produkte, welche wir früher in Agro-Forstwirtschaft angebaut hatten, waren Jahr für Jahr gesunken.“

Der Alpöhi und Heidi schauen sich wortlos an. Heidi legt den Brief beiseite und knetet energisch den Zopfteig, der auf dem Küchentisch liegt. Mehl und Butter hat der Alpöhi am frühen Morgen im Dorfladen gekauft.

WEF: Schneider-Ammann bespricht Freihandelsabkommen

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kapok" target="_blank">Kapok</a>, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jackfruchtbaum" target="_blank">Jackfruchtbaums</a>, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.<br /> Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit Kapok, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen Jackfruchtbaums, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.
Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Schneider-Ammann nutzte das World Economic Forum (WEF) für Gespräche mit Handelspartner in der Hoffnung auf den Abschluss von Freihandelsabkommen. Er traf sich am Mittwoch mit seinem malaysischen Kollegen. Die NZZ schrieb am 19.1.17: „Der heikelste Punkt bleibt auch nach sieben Verhandlungsrunden das Palmöl – aus ökologischen Gründen, aber auch weil die Schweizer Rapsproduzenten die Konkurrenz fürchten.“ Heidi meint: „Nicht nur aus ökologischen Gründen!“

Seit 1950: le Parfait – Original

Aus der Werbung: "Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?..."

Aus der Werbung: „Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?…“

Heidi hat im Nestlé Shop nachgeschaut. Die Zutaten sind vorbildlich aufgeführt; le Parfait Original enthält auch Palmkernfett (aus zertifiziertem Anbau). War Palmkernfett 1950 schon drin? Oder ist das „Original“ nicht ganz „original“? Heidi hat am 4.1.17 den Nestlé-Mediendienst angefragt, aber bis heute noch keine Antwort erhalten. Geduld!

Nestlé kauft Palm- und Palmkernöl und verkauft den Leuten dort, wo das Wasser durch Anbau und Produktion verschmutzt wird, sauberes Trinkwasser.

Palmöl ist nur ein Beispiel

Palmöl kommt stärker unter Druck, foodaktuell.ch, 16.1.17.

Heidis Artikel über Palmöl

Soap maker finds cleaner way to fight Southeast Asia wildfires, NIKKEI Asan Review, 2.1.17

Wie Palmöl Naturvölker auslöscht, Rezension dieses Thrillers von St. Moonlight/Gedankenteiler: Das Verschwinden der Luft, Christian Kahl, Verlag Divan. Geschichte in Anlehnung an Bruno Manser, bruno manser fonds.

 22.1.17 HOME

Jahresschlusspunkt: Pater Agatho Elsener, Gründervater des Biolandbaus in Indonesien

27. Dezember 2016
Pater Agatho Elsener am Schreibtisch. Copyright BSB-Agatho.com.

Pater Agatho Elsener am Schreibtisch. Copyright BSB-Agatho.com.

In der ganzen Welt bekannt ist das Swiss Army Knife der Firma Victorinox, welche 1884 von der Familie Elsener als Messerschmiedwerkstatt gegründet worden war und heute in der 4. Generation geführt wird. Aber wer kennt Adolf Elsener? Geboren wurde er am 13.7.1932 in Ibach SZ.

Adolf war ein schweigsamer Mensch. Beim Eintritt in den Kapuzinerorden nahm er den Namen Agatho an. Nach der Legende trug Agatho, ein sizilianischer Mönch, drei Jahre lang einen Stein im Mund, um schweigen zu lernen; von 678 bis 681 war er Papst.

Borneo: Landwirtschaft mit wenig Hilfsmittel

Nach dem Theologiestudium und der Priesterweihe wurde Agatho 1960 als Missionar nach Borneo entsandt. In der indonesischen Provinz West Kalimantan leitete er Yayasan (Stiftung) Sehat (gesund) in Sanggau Kapuas und baute einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Beratungsdienst auf. Sein Prinzip: Möglichst wenig Hilfsmittel einsetzen, keine chemischen Dünger und Pestizide. Auch galt für ihn Alle müssen helfen, also auch die Internatsschüler; diese arbeiteten nach der Schule auf dem Landwirtschaftsbetrieb und bezahlten so einen Teil der Kost und Logis. Agathos Mitbrüder und die Obrigkeit kritisierten diese Erziehungsmethode.

Das Land, das er kaufte, war für die landwirtschaftliche Nutzung wertlos. Der Boden war sauer und sandig. Darauf wuchsen nur wenige Pflanzen wie Farne und Stauden. Agatho liess die Grenzen mit Feuerschneisen sichern, damit die Buschfeuer in der Trockenzeit nicht auf das Land der Stiftung übergriffen. Mit Gras und Viehhaltung wurde die Bodenfruchtbarkeit verbessert.

Obwohl Agatho schweigsam war, konnte er seinen Leuten sehr gut und ausführlich erklären wie man z.B. eine Terrasse an einem Hang anlegt, damit sie auch bei starkem Regen nicht weg geschwemmt wird. Die Terrassen wurden mit Kompost und Mist gedüngt, sodass dort Reis, Gemüse, Pfeffer und Ananas gediehen.

Versuche der Stiftung Yayasan Sehat in Sanggau Kapuas mit lokalen Reissorten. Diese Sorten wurden aber damals von der Regierung nicht unterstützt. Die Bauern erhielten nur für Hochertragssorten Kredite. Auf den sauren Böden wuchsen jedoch die vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) gezüchteten Sorten nicht oder nur mit hohem Dünger- und Pestizid-Einsatz. Copyright: Astrid.

Versuche der Stiftung Yayasan Sehat in Sanggau Kapuas mit lokalen Reissorten. Diese Sorten wurden aber damals von der Regierung nicht unterstützt. Die Bauern erhielten nur für Hochertragssorten Kredite. Auf den sauren Böden wuchsen jedoch die vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) gezüchteten Sorten nicht oder nur mit hohem Dünger- und Pestizid-Einsatz. Copyright: Astrid.

Auf nachhaltige Landwirtschaft folgt Palmöl-Boom

Nachhaltige Landwirtschaft für die Selbstversorgung und für den Markt (Kautschuk) gab es schon früher. Diese Bemühungen wurden durch Agatho und seine Leute sowie Regierungsstellen unterstützt. Mit zwei bis drei Hektaren Land könnte eine Familie gut leben. Die Verbesserungen werden heute nicht nur in Kalimantan, sondern auch in ganz Borneo und Sumatra durch den Palmöl-Boom zunichte gemacht.

Eine Stärkung der eigenständigen Bauern in einer so extremen Oligarchie wie Indonesien wäre besonders wichtig. Ein paar wenige Oligarchen beherrschen Medien und Parteien (Pathways to a people’s president, Jeffrey A. Winters, Inside Indonesia, 22.1.12).

 Projekt Agroforstwirtschaft mit italienischem Entwicklungshelfer. Copyright: Astrid.

Projekt Agroforstwirtschaft mit italienischem Entwicklungshelfer. Copyright: Astrid.

Agatho führt Biolandbau in Indonesien ein

Nach 20 Jahren in Kalamantan übernahm Agatho 1982 ein Projekt in Cisarua, Bogor, auf Java, nur zwei Stunden von der Hauptstadt Indonesiens Jakarta entfernt. Welch ein Wechsel! Fast alles wächst auf den fruchtbaren Vulkanböden, und das Klima ist kühler.

Die in Indonesien von Suharto in den 1960er Jahren eingeführte Grüne Revolution brachte zwar Selbstversorgung mit Reis, aber auch Bodenzerstörung, Gewässerverschmutzung durch Pflanzenschutzmittel und Dünger, Erosion, Gesundheitsproblemen und Abhängigkeit der Bauern von Agrochemikalien.

Pater Agatho erkannte die Probleme und suchte nach Lösungen. Er fand sie im Biolandbau, den er in Indonesien einführte. 1984 gründete er die Organisation Bina Sarana Bakti (BSB) –  The organic Way … All in Harmony. Sie bietet Schulung im Biolandbau für Organisationen und Bauern und betreibt Forschung.

Als Hobby-Botaniker machte er ausgezeichnete Pflanzenfotos und lieferte Herbar-Examplare z.B. an das National Herbarium Netherland.

Das Agatho-Label. Copyright: Ist.

Das Agatho-Label. Copyright: Ist.

Bioland Indonesien?

„Agatho“ wurde zu einem bekannten Label für biologische Landwirtschaft in Indonesien und im asiatischen Raum bis nach Australien.

Indonesien möchte weltweit ein Hauptproduzent von Bio-Produkten werden. Dieses Ziel liegt zwar noch in weiter Ferne, wird aber von der Politik unterstützt. Das Departement für Landwirtschaft lancierte 2001 das ”Go Organic 2010” Programm und richtete ein Kompetenzzentrum für Biolandbau ein.

Aus gesundheitlichen Gründen kehrte Pater Agatho 2011 in die Schweiz zurück. Am 26.8.16 starb er im Kapuzinerkloster Schwyz.

Pater Agatho betrachtet mit kritischem Blick die Gemüsepflanzung. Copyright: Ist.

Pater Agatho betrachtet mit kritischem Blick die Gemüsepflanzung. Copyright: Ist.

Diese Geschichte zeigt exemplarisch, was ein einzelner engagierter Mensch bewirken kann, wenn er Lösungen erarbeitet und präsentiert und die Mitmenschen von seinen Ideen überzeugen kann.

Die liebenswürdige Art von Pater Agatho hat zum Erfolg beigetragen. Entsprechend gewürdigt wird auch sein Leben anlässlich seines Todes. Ein Zeichen dafür, dass sein Werk weiterlebt.

In Memoriam Pater Agatho Elsener OFMCap: Yang Benar Pertanian Organis, bukan Organik (1), Romo Amandus Ambot OFMCap, Sesawi.net, 31.8.16.

In Memoriam: Pater Agatho Elsener OFMCap, Fransiskan Kapusin Provinsi Pontianak (2), Mathias Hariyadi, Sesawi.net, 31.8.16.

Indonesia Organic, Linking the People who will Change Indonesia

Lessons learned from Organic Farming in West Java and North Sumatra, Siti JAHROH, Department of Agribusiness (Dept of Agb), Faculty of Economics and Management (FEM), Bogor Agricultural University (BAU), Indonesia, ISDA 2010, Montpellier, June 28-30, 2010.

Yayasan Bina Sarana Bakti, Film über die Arbeit von BSB: Unterricht, Mischkulturen usw., auf Indonesisch, aber die Bilder sprechen für sich, youtube

The Easy Sell of Organics – Jakarta Globe, Indonesia Organic, 7.7.10

28.12.16 HOME

 

Billiges Palmöl für Reiche bedeutet Armut für die Dorfbevölkerung auf Borneo

4. Juli 2016

Der Alpöhi hat Heidi gebeten, den soeben eingetroffenen Brief von Astrid Walz (Name von der Redaktion geändert) aus Indonesien zu veröffentlichen, denn, so seine Meinung: „Die Orang-Utans haben eine Stimme, den armen Leuten im Dorf kannst Du auf Heidis Mist auch eine Stimme geben! Wenn ich nur schon das Kürzel RSPO lese, werde ich wütend.“

Liebe Heidi

Vielen Dank für den Hinweis auf die Sendung des Schweizer Fernsehens Nach der Flucht vor den Flammen: Orang-Utans wieder in Freiheit, SRF 1.7.16. Das mit den Orang-Utan ist gut gemeint, so wie es aber jetzt abläuft, haben diese keine Überlebenschance.

Ich habe heute einen 17-jährigen Burschen aus meinem Dorf mit dem Boot ins Spital gebracht. Er hat Typhus und wäre wahrscheinlich daran gestorben. Seine Familie hat kein Geld und niemand hat geholfen. Als erstes musste ich 1 Mio Rupiah (etwa 100 Franken) bezahlen, damit er überhaupt behandelt wird.

Früher war das besser. Der Dorfchef hatte einen Laden und war Aufkäufer für Rohkautschuk. Er half solchen Familien jeweils. Diese konnten die Schulden mit Kautschuk zurückzahlen. Wegen des Zusammenbruchs des Kautschukhandels kämpfen die Leute ums nackte Überleben, und das gelingt immer schlechter. Alles ist auf Palmöl ausgerichtet. Wir sind dieser Entwicklung hilflos ausgeliefert. Bei uns sterben auch junge Leute wegen der Armut. Um die Alten kümmert man sich sowieso nicht mehr!

Ich verstehe nicht, dass man bei euch das Palmöl als nachhaltig verkauft. Unser Reichtum, die Wälder, die Vielfalt, alles wird zerstört. Wenn ich darüber nachdenke, kommen mir die Tränen.

Viele Grüsse

Astrid

4.7.16 HOME

 

Warnung: Nichts Neues!

21. Januar 2016
Abwasser aus der Palmölproduktion fliesst in die Trinkwasser-Bäche. Bild aus dem Film "Die Nachhaltigkeitslüge" von Inge Altemeier

Abwasser aus der Palmölproduktion fliesst in die Trinkwasser-Bäche. Bild aus dem Film „Die Nachhaltigkeitslüge“ von Inge Altemeier

Eigentlich wollte Heidi arbeiten. Doch da lag ein Buch im Briefkasten, und Mails in der Box lenkten sie ab. Weil es so aktuell wie traurig ist, zuerst nochmals Palmöl. Die Arbeit wartet immer!

Das Leiden der einheimischen Bevölkerung in Indonesien

Brief von Astrid aus Indonesien: „… Der Verlust an Pflanzen und Tieren ist riesig, und die Nahrungsgrundlage der Einheimischen wird zerstört. Das Schlimmste ist die Umwelt- und Wasserverschmutzung. Reiche kaufen Flaschenwasser, die meisten trinken verseuchtes Wasser aus dem Bach. Leber- und Nierenschäden sind die Folge … So geht es uns:

Die Nachhaltigkeitslüge: Wie die Palmölindustrie die Welt betrügt, Inge Altemeier, 2010, youtube.“

Vom Baufieber zum Bodentod

„… Um den Bodenschutz ist es nun wieder ganz einsam und still.
Jede Baubehörde macht genau das, was sie grad will.
Es wird ja nur geholfen in größter Wohnungsnot.
Für den bebauten Boden bedeutet das den sicheren Tod …

Hier das vollständige Gedicht von Gerhard Laukötter, Deutschland:

Vom Baufieber zum Bodentod

Copyright rowohlt, 6. Auflage 2008

Copyright rowohlt, 6. Auflage 2008

Der Hüter des Misthaufens

Ein zufälliger Leser riet Heidi, bei Amazon das Stichwort „Misthaufen“ einzugeben. Sie hat das getan und ist u.a. auf das Buch von Peter Rühmkorf der Hüter des Misthaufens, aufgeklärte Märchen, gestossen, Erstausgabe 1983.

„Ein König war in Tellurien, der hatte drei Söhne, die wollte er auszahlen, als es zum Sterben ging …“ Der erste Sohn erhielt alles was niet- und nagelfest ist, also auch das Schloss, die Äcker und Weiden. Alles Bewegliche erhielt der zweite Sohn. Den dritten Sohn zog er liebreich an die Brust und sprach: «Vor den Toren der Stadt, ganz nah an der Grenze des Reiches liegt mein königlicher Misthaufen … den nimm von mir als dein Erbe und hüte ihn wie ein Schatz.» Der König ernannte ihn sodann zum Hüter des Misthaufens…“

Rümkorfs 13 aufgeklärte Märchen beziehen sich auf die 1980er Jahre, sie sind politische Aufklärung. Literatur.ch schreibt: „… Nun gebe ich jedem zu, dass sich die Mechanismen der Marktwirtschaft in den 30 Jahren, die seit der Publikation von Der Hüter des Misthaufens vergangen sind, nicht geändert haben. Aber wir haben eine neue Rücksichtslosigkeit der diese Mechanismen Durchsetzenden erlebt, die Rühmkorfs theoretische und verspielte Utopie als Träume eines Gymnasiasten erscheinen lassen …“

Träumen ist bisweilen schön, und lesenswert ist das Buch tatsächlich. Heidi hat zwei Exemplare gekauft. Wer möchte eins? Bitte melden unter heidismist at bluewin.ch.

21.1.16 HOME

Palmöl: Bundesrat argumentiert mit fragwürdigem RSPO-Label

5. November 2015
In Indonesien brennen die Wälder! Wo Torfwälder brennen, da verbrennt auch der Boden. Unsere Vorfahren haben Torf als Brennstoff verwendet. Copyright PanEco.

In Indonesien brennen die Wälder! Wo Torfwälder brennen, da verbrennt auch der Boden. Unsere Vorfahren haben Torf als Brennstoff verwendet. Copyright PanEco.

„Die neuste Label-Bewertung der Stiftung Pusch, des WWF und weiterer Organisationen bringt zumindest im Bereich Fisch mehr Fragen als Nutzen für die Konsument/innen“, schreibt fair-fish in der Medieninformation vom 5.11.15: Zur neusten Bewertung von Fisch-Labels. Noch wesentlich schlimmer dürfte es mit dem RSPO-Label für Palmöl stehen. RSPO will den Markt so verändern, dass weltweit nur noch „nachhaltiges Palmöl“ angebaut wird. Wer die stattliche Liste der Mitglieder sieht, neigt dazu zu glauben, dass RSPO auf dem richtigen Weg ist: 20% zertifiziertes Palmöl, 2475 Mitglieder. Und am 16. bis 19.11.15 findet der 13. Runde Tisch zu nachhaltigem Palmöl in Kuala Lumpur statt.

Gibt es nachhaltiges Palmöl?

Doch was ist „nachhaltige Produktion“ von Palmöl? Der WWF hatte den Runden Tisch initiiert, doch zufrieden ist er mit dem Resultat keineswegs, siehe Runder Tisch für Palmöl. Weil aber bisher nur die Hälfte des zertifizierten Palmöls Abnehmer findet, war es nicht möglich, die Mehrheit der Produzenten von strengeren Kriterien zu überzeugen, etwa Verbot des höchst gefährlichen Herbizids Paraquat, Umwandlung von Torfböden in Plantagen. Paraquat in den Böden und im Wasser – auch im Trinkwasser – weit weg, das schadet UNS doch nicht!

In den RSPO-Richtlinien ist ein Rodungsverbot von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Lebensräumen für Plantagen enthalten. Es gibt nur wenige absolut unberührte Primärwaldflächen in Indonesien. Der Mensch hat da und dort einen Baum gefällt … und schon ist der Urwald kein „Primärwald“ mehr im Sinne des RSPO-Labels und darf gerodet werden. Landrechte sind bisher kaum verbürgt, also gibt es Konzerne, welche den einheimischen Kleinbauern das Land wegnehmen. Die Arbeitsbedingungen sind oft prekär. Ein niederschmetternder Film von ZDF Zoom Schokolade, Shampoo, Sonnencrème – wie Alltagsprodukte den Regenwald zerstören, 2012. Seither dürfte sich die Lage nicht wesentlich geändert bzw. sogar verschlechtert haben.

Indonesien brennt!

Dass Indonesien brennt, das haben mittlerweile viele bemerkt, aber erst seit der Rauch anderswo stört. Umweltorganisationen waren bisher zurückhaltend mit Wortmeldungen. Vielleicht aus Rücksicht auf Geldgeber? In der Schweiz ansässige IndonesierInnen erhalten schon lange Meldungen über kranke oder gar gestorbene Menschen. Doch das soll BITTE nicht die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen der Schweiz mit Malaysia und Indonesien stören! Heidi verlinkt einmal mehr die Interpellation von Maya Graf vom 19.6.15. Darin verweist der Bundesrat auf das RSPO-Label. Also Ende GUT? Kaum!

Am nächsten Dienstag, 10. November 2015, findet an der ETH ein Symposium zu Palmöl statt: Debunking myths about Palmoil, eine öffentliche Debatte mit internationalen Experten. Man darf gespannt sein, ob das Problem an den Wurzeln gepackt wird. Oder ob Geld die Marschroute weiterhin bestimmt, d.h. greenwashing.

Medien schweigen … Beamte brüten über Klimawandel

Heidi verweist auf den Bericht von Georges Monbiot in the Guardian Nothing to See Here vom 30.10.15. Er beklagt, dass die Medien schweigen. Sie berichten lieber über das Kleid der Duchess of Cambridge, den neuesten Bond-Film … usw. als über die Urwaldbrände in Indonesien: „In the greatest environmental disaster of the 21st Century (so far), Indonesia has been blotted out by smoke.“

Das ist in der Schweiz nicht anders, auch in den Amtsstuben. Während unsere Beamten sich in Klimafragen schlau machen, sind die durch Urwald- und Torfboden-Brände verursachten Emissionen höher als jene der gesamten Wirtschaft der Vereinigten Staaten, siehe Indonesia’s Fire Outbreaks Producing More Daily Emissions than Entire US Economy, World Resources Institute, 16.10.15.

Was sollen wir jetzt kaufen? Vegane Margarine mit angeblich nachhaltigem Palmöl oder Schweizer Butter? Schweizer Rapsöl oder …?

Positiver Schlusspunkt: HISTORISCHER GERICHTSENTSCHEID: KAMPF GEGEN PALMÖL-KONZERN GEWONNEN, PanEco vom 15.9.15

Links

Umwelt-Frevel für neue Palmöl-Plantagen, Peter G. Achten, Infosperber, 2.10.15. „Giftiger Qualm vernebelt derzeit weite Teile Südostasiens. Die Ursache des Übels: verbotene Brandrodungen in Indonesien.“

Torfböden sind in Indonesien unter einem Moratorium seit 2011 theoretisch geschützt. Doch die Regierung genehmigte trotzdem eine Plantage auf einem der letzten Torfdome Westindonesiens. Dieser ist als Kohlenstoff- und Wasserspeicher wichtig sowie für die Biodiversität und die Existenz der lokalen Bevölkerung. Feuer in Indonesien: Kein Palmöl auf Torf! Keine Plantage für PEAK!, Rettet den Regenwald, Petition

Von Cocain, Palmöl und Raps, Heidis Mist, 23.9.15

Borneo: Palmöl und Kautschuk statt Lebensmittel, Heidis Mist, 8.7.15

bruno manser fonds, fairness im tropenwald

5.11.15 HOME

Von Cocain, Palmöl und Raps

23. September 2015
„1.000 Hektar Torfregenwald wurden hier verbrannt“, so Umwelt-Aktivist Feri Irawan im TV-Interview. „Doch noch können wir den größten Teil des Waldes retten.“ Kalimantan/Indonesien, Foto: Rettet den Regenwald e.V.

„1.000 Hektar Torfregenwald wurden hier verbrannt“, so Umwelt-Aktivist Feri Irawan im TV-Interview. „Doch noch können wir den grössten Teil des Waldes retten.“ Kalimantan/Indonesien, Foto: Rettet den Regenwald e.V.

Kolumbien: Abholzung für das „Recht auf billige Seife“

„Never mind cocain – big farming is far worse.“ sagt Liliana M. Dávalos, Assistenzprofessorin an der Stony Brook University in New York in einem Interview im New Scientist vom 8.8.15. Sie ist in den Llanos in Kolumbien aufgewachsen, einem von Wäldern durchsetzten natürlichen Weidegebiet. „Die Llanos werden mit Lichtgeschwindigkeit in eine riesige Plantage verwandelt für – ich weiss nicht – unser Recht auf billige Seife.“ Die Abholzung für den illegalen Anbau von Coca sei um Grössenordnungen kleiner als die Zerstörung durch die boomende legale industrielle Landwirtschaft. Die Wälder in den Llianos seien grösstenteils verschwunden zugunsten des Weltmarkts: Palmöl, Soja, Zuckerrohr usw. Die Produkte liegen auch in unseren Läden.

Revision Umweltschutzgesetz: Resultat ernüchternd

Die Grünen, allen voran Maya Graf, setzten sich im Rahmen der Revision des Umweltschutzgesetzes (Gegenvorschlag zur Grünen Wirtschaft) dafür ein, dass nur Palmöl importiert werden darf, welches nach ökologischen und sozialen Mindeststandards produziert wurde. Sie versuchten bäuerliche Parlamentarier für diese Gesetzesänderung zu gewinnen. Das Resultat ist ernüchternd. Der Bauernverbandspräsident, Markus Ritter, stimmte zwar zu, doch bei der Gesamtabstimmung zur Änderung des Umweltschutzgesetzes fehlten am 14.9.15 drei Stimmen, drei bäuerliche Stimmen! Viele Bauernvertreter haben sich enthalten (BDP, CVP) oder dagegen gestimmt (alle SVP), siehe Abstimmungsliste Nationalrat. Hier das Faktenblatt Palmöl.

Maya Graf reichte am 6.5.15 ein Postulat ein für Mehr Engagement der Schweiz für den Tropenwald und am 19.6.15 eine Interpellation Palmöl. Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien. Und das sind die Forderungen der Grünen zur Umweltschutzgesetz-Revision.

Indonesien: So schlimm wie noch nie!

In Borneo ist die Lage schlimmer als man denkt, die Grundnahrungsmittel werden knapp! Auf den abgebrannten Feldern könnten Trockenreis und andere Lebensmittel angebaut werden, wenn Saatgut vorhanden wäre. Bei traditioneller Pflege der Felder würde wieder ein Sekundärwald entstehen. Der ehemals grösste zusammenhängende Regenwald wird bald gänzlich verschwunden sein. Im Gegensatz zu Sumatras Vulkan- und Schwemmböden sind die Böden auf der Insel Borneo extrem unfruchtbar. Der Dünger- und Herbizideinsatz ist gewaltig und schädigt auch die Bevölkerung, die über die Gefahren der zum Teil bei uns verbotenen Herbizide kaum Bescheid weiss. Siehe auch Borneo: Palmöl und Kautschuk statt Lebensmittel, Heidis Mist, 8.7.15.

Ein Hilferuf mit Bitte zum Unterschreiben und Weiterleiten der Petition an die indonesische Regierung von Rettet den Regenwald.

Liebe Leute

Es ist so schlimm wie noch nie…

Vor ein paar Tagen war die Luft in Medan, Nordsumatra, schlechter als in Peking!! Auch hier im Gayo-Hochland von Aceh können wir dem dichten Qualm, der das Sonnenlicht verdüstert, nicht entrinnen.

Die Waldbrände im Osten und Süden der Insel gefährden nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern verursachen auch einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Die Kaffeeernte hier im Hochland ist bereits verspätet, denn die Kaffeebeeren brauchen Sonnenlicht um zu reifen.

Der Präsident Indonesiens hat den Kampf gegen die Brandstifter aufgenommen. Schon über hundert Menschen sind im Gefängnis und mehrere Firmen stillgelegt. Er ist aber dringend auf ausländische Unterstützung angewiesen.

Bitte unterstützt diese Petition und verbreitet sie weiter!

Herzlichen Dank!

Heidi empfiehlt ihren LeserInnen, die Petition sofort zu unterschreiben, damit sie nicht vergessen geht!

Petition von Rettet den Regenwald an die indonesische Regierung.

Wenn Brandrodung Sport und Tourismus schädigt …

… dann ist die Umweltverschmutzung rasch einmal ein Medienthema: «Haze» bedroht Formel 1 in Singapur, NZZ vom 16.9.15. Doch, dass die lokale Bevölkerung in Indonesien extrem leidet, wird ignoriert; schliesslich dienen die Brände dem globalen Handel und somit auch uns.

Das folgende Video über die Torfbrände in Riau (Sumatra) ist zwar auf Indonesisch, die Bilder sprechen aber für sich:
Berita Terkini – Kebakaran Lahan Gambut Di Riau

Wer bei Google Kebakaran Lahan Gambut Di Riau eingibt, findet 227’000 Links und eindrückliche Bilder, z.B. Lahan yang terbakar ‚akan diambil alih‘ pemerintah, BBC 21.9.15.

Ein Leser schrieb Heidi: „Unglaublich traurig und deprimierend,  tausende von Hektaren Urwald  und Land gehen unwiederruflich verloren!!! Später in der Regenzeit dringt an diesen flachen Küsten das Wasser bei einer normalen Flut bis 100 und mehr Kilometer ins Landesinnere! Das Problem mit den gefälschten Abgastesten bei VW ist dagegen ein Klacks, nicht desto trotz auch unglaublich, was die gemacht haben.“

Rapsanbau: Die Höhen und Tiefen

„Palmöl droht Rapsöl zu verdrängen. Steigender Marktanteil, zunehmende Beliebtheit: Rapsöl ist eine Erfolgsgeschichte der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Freihandelsabkommen könnten nun den Import von billigerem Palmöl anheizen – und den hiesigen Rapsanbau unter Druck setzen.“ Bauernzeitung vom 14.7.15.

Der Raps war schon Anfang des 19. Jahrhunderts eine begehrte Kultur, denn sie lieferte den Brennstoff für Öllampen. Petroleum und importierte pflanzliche Öle verdrängten das einheimische Öl, so dass der Anbau bis 1870 auf bescheidene Flächen schrumpfte. Der Erste Weltkrieg brachte einen kurzen Aufschwung, der Zweite Weltkrieg einen grossen. Dank staatlicher Förderung wurde auch nach dem Krieg vermehrt Raps angebaut. (Quelle: Der landwirtschaftliche Pflanzenbau, Rudolf Koblet, 1965, Birkhäuser Verlag).

Die Züchtung von Sorten mit geringeren Anteilen an Erucasäure und Bitterstoffen ermöglichte ab den 1980er Jahren eine Ausdehnung der Rapsfläche. Heute werden acht Prozent der offenen Ackerfläche mit Raps bebaut, Bundesamt für Statistik/SBV.

Nachtrag 2.10.11: Hintergrundartikel von Peter Achten auf Infosperber: Umwelt-Frevel für neue Palmöl-Plantagen, Giftiger Qualm vernebelt derzeit weite Teile Südostasiens. Die Ursache des Übels: verbotene Brandrodungen in Indonesien. Peter Achten arbeitet seit Jahrzehnten als Journalist in China.

23.9.15 HOME

Borneo: Palmöl und Kautschuk statt Lebensmittel

8. Juli 2015
Herbizide sind in Kalimantan (Borneo) allgegenwärtig, auch rund ums Haus. Copyright Foto: Franz J. Steiner.

Herbizide sind in Kalimantan (Borneo) allgegenwärtig, auch rund ums Haus. Copyright Foto: Franz J. Steiner.

Ferienzeit – Reisezeit. Zeit zum Denken? Zeit zum Umdenken? Zum Beispiel Borneo, eine Trauminsel. Einsame Strände, bezaubernder Regenwald, Orang Utans, gastfreundliche Ureinwohner, Krokodile … locken Touristen in den Malaysichen Teil von Borneo. Wenige Touristen nur besuchen Kalimantan, den Indonesischen Teil. Dieser ist grösstenteils umgeben von Mangroven und Sumpfwäldern. Wo der Wald gerodet wurde, da entsteht kein Traumstrand, sondern meist lehmiger Sumpfboden. In Kalimantan leidet die Bevölkerung viel stärker unter Armut und mangelnden Infrastrukturen (Strassen, Strom- und Trinkwasserversorgung …) als im Malaysischen Norden.

Herbizide verschmutzen Wasser und Böden

In beiden Teilen Borneos zerstört Brandrodung Urwald für Weltmarkt-Plantagen. Der grosse Skandal ist: Unglaubliche Herbizid-Mengen verschmutzen Wasser und Böden. Ein ausführlicher Bericht über die Lage v.a. in Westkalimantan: Borneo, die grosse grüne Insel, importiert grosse Mengen von Lebensmitteln und exportiert dafür Palmöl und Kautschuk!, Pro Beef GmbH, April 2015. In den Dorfläden ist nur das Allerwichtigste erhältlich oder gegen Rohkautschuk tauschbar. 1 kg Kautschuk gegen 3 kg Reis ist gut, zurzeit gibt es weniger als 1 kg Reis. Wenn sich der Kautschukpreis nicht bald erholt, werden die Bäume durch Ölpalmen ersetzt. Wie Ölpalmen „gefällt“ werden zeigen die zwei folgenden Videos:

Ölpalmen vergiften – abtöten
Video 1: Löcher bohren in Ölpalmstamm
Video 2: Einspritzen von Herbizid, Kon480 SL, Glyphosat

Vermutlich wird in Kalimantan das Herbizid Glyphosat (von der WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft) am meisten angewendet. Doch häufig eingesetzt wird auch das hochgiftige Paraquat, das bei uns nicht zugelassen ist (meist unter dem Markennamen Gramoxone erhältlich). Lindomin 2,4 Dimethyl, ein Breitblattherbizid, wird z.B. im Reisanbau eingesetzt.

Als die Herbizide noch nicht überall erhältlich waren, wurde Fleisch (Vieh, Wasserbüffel) produziert. Man baute zwischen den Kautschukbäumen und Ölpalmen Viehfutter an (Gründünger) oder nutzte lokale Gräser. Wegen der Pestizide und des Kunstdüngers ist das nicht mehr möglich, was aber ganz im Sinne der grossen Palmölkonzerne ist. Kurzfristiger Gewinn ist das Ziel!

Herbizide sind harmlos …

Erschreckend ist vor allem, dass die Leute glauben, Herbizide seien harmlos und deshalb ungeschützt mit ihnen arbeiten!!! Herbizide sind überall erhältlich. Hemmungslos werden sie auch vor Schulen, Spitälern und allgemein im öffentlichen Bereich angewendet. Hinzu kommt der allgegenwärtige Gestank nach verbranntem Plastik. Zwar gibt es in den Städten so etwas ähnliches wie Müllabfuhr. Wenn die privaten „Müllentsorger“ wissen, dass es im Müll auch noch Verkaufbares hat, dann holen sie ihn beim Haus oder an der Sammelstelle ab. Mit dem Rauch versucht man auch die Mücken zu vertreiben – eher erfolglos.

Eindrücklich sind die Bilder von Franz J. Steiner: Herbizide überall, Herbizide rund um Wasserfassung, auf dem Waldweg, ums Haus, unter Bäumen … Leute, Häuser, „Strassen“, Dorfladen, Kautschuk- und Palmöl-Pflanzung, Erosion, Dorfschmid, Plastik im Fluss, Waldgemüse, Schwalbennest-Produktion …
Bilder aus Borneo, Kalimantan Indonesien, Franz J. Steiner, Einsiedeln

Paraquat und Menschenrechte

Die Palmöl-Produktion ist eine Goldgrube für die chemische Industrie. Häufig wird Paraquat eingesetzt, ein Herbizid, das in der EU seit 2007 verboten ist. In der Schweiz hat Syngenta in den 1980er Jahren versucht, Paraquat wieder auf den Markt zu bringen, doch erfolglos … eine interessante (Lügen-)Geschichte auf Wikipedia: Zulassung.

„Ein juristisches Gutachten,[23] welches im Auftrag des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und der Erklärung von Bern (EvB) erstellt wurde, kommt zum Schluss, dass Syngenta mit dem Verkauf seines Herbizids Paraquat in Entwicklungsländern elementare Menschenrechte missachtet. Grundlage für die brisante Beurteilung waren die UNO-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte, welche im Juni 2011 vom Menschenrechtsrat in Genf einstimmig verabschiedet wurden. Insbesondere in Ländern, in denen Bestimmungen zum Schutz der Herbizidanwender nicht durchgesetzt werden und in welchen der Zugang zu adäquater Schutzkleidung für die Mehrheit unrealistisch ist, nimmt Syngenta seine Pflicht, die Menschenrechte zu respektieren, nicht wahr.“ Wikipedia über Paraquat.

Palmöl – Treibstoff der Sklaverei

Indonesien (44%) und Malaysia (43%) produzieren 87% des Palmöls, das auf dem Weltmarkt verkauft wird. „Das billige Pflanzenöl steckt in jedem zweiten Supermarktartikel und fliesst als Biodiesel in unsere Autotanks. Für Ölpalmen fallen die letzten Tropenwaldbäume, Regenwaldbewohner werden gewaltsam vertrieben. Doch auch auf den Plantagen gelten Menschenrechte wenig. Konzerne halten dort Arbeiter wie Sklaven. Das berichten jetzt Reporter der US-Zeitschrift Bloomberg-Businessweek“, Palmöl – Treibstoff der Sklaverei, Rettet den Regenwald e.V. Indonesia’s Palm Oil Industry Rife With Human-Rights Abuses, Bloomberg Businessweek, 18.7.13.

Palmöl – Ein Boom mit verheerenden Folgen! Netzfrauen, 7.12.13

Brandrodung, Borneo Orangutan Survival Schweiz (BOS)

Wann werden wir endlich lernen? Heidis Mist, 25.6.13

Neue Palmölpflanzung neben Kautschukpflanzung. Copyright Franz J. Steiner.

Neue Palmölpflanzung neben Kautschukpflanzung. Copyright Franz J. Steiner.

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