Posts Tagged ‘Indonesien’

Tag der Tropenwälder: Abholzen, abbrennen, abschlachten

14. September 2020
Tagtäglich werden grosse Urwaldflächen abgebrannt.

Tagtäglich werden grosse Urwaldflächen abgebrannt.

Danke, liebe Leserin, dass du mich auf den heutigen „Tag der Tropenwälder“ (14.9.20) aufmerksam gemacht hast, ein trauriges Thema ohne Ende.

tagesschau.de berichtet darüber, Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur:

Der heutige Tag der Tropenwälder soll auf die gefährdete grüne Lunge der Erde aufmerksam machen. Deren Vernichtung wird durch die Corona-Pandemie verstärkt – so auch in Indonesien.

Die Waldbrandsaison in Indonesien ist im vollen Gange, auf dem indonesischen Teil Borneos herrscht seit Juli Alarmzustand – Trockenzeit und Brandrodung sind eine grosse Gefahr für die tropischen Wälder Indonesiens.

Das Land hat weltweit die drittgrösste Waldfläche und es ist typisch für die bewaldeten Länder der Welt: Die haben rund um den Globus einen grossen Anteil an armen Einwohnern. Und deshalb sind die Wälder zum Beispiel in Indonesien in diesem Jahr besonders gefährdet: Corona trifft die Menschen hart, die Einbussen in Wirtschaft und Tourismus lassen viele leiden.

Lesen Sie weiter: Tag der Tropenwälder: Abholzen, abbrennen, abschlachten.  tagesschau.de vom 14.9.20.

Hier die Zwischentitel des Beitrags von Lena Bodewein. Weitere Beiträge von tagesschau.de sind verlinkt, siehe unten.

Reiche Wälder, arme Bevölkerung

Palmölplantagen bedrohen Orang-Utans

Entwaldung steigt um 50 Prozent

Urwald in Brasilien: Zerstörung im Schatten der Corona-Krise. Von Matthias Ebert, ARD-Studio Rio de Janeiro, tagesschau.de vom 23.5.20

Brasilianischer Regenwald: Illegale Abholzung steigt um 34 Prozent. tagesschau.de vom 7.8.20

„Tag des Amazonas“: Kein Ende der Brandrodungen im Regenwald. tagesschau.de vom 5.9.20

Heidis 36 Artikel über das Palmöl-Problem

14.9.20 HOME

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Landnutzungswandel führt zu stärkeren Überschwemmungen in Indonesien

29. August 2020
Ein Kleinbauer betrachtet sein überflutetes Feld. Copyright: Jennifer Merten

Ein Kleinbauer betrachtet sein überflutetes Feld. Copyright: Jennifer Merten

Medienmitteilung der Universität Göttingen vom 27.8.20.

Während hohe Treibhausgasemissionen und Biodiversitätsverlust häufig mit dem rapiden Landnutzungswandel in Indonesien in Verbindung gebracht werden, blieben Auswirkungen auf lokale Wasserkreisläufe bisher weitgehend unbeachtet. Dazu veröffentlichten ForscherInnen der Universität Göttingen sowie der IPB University in Bogor und des BMKG in Jakarta nun eine Studie. Sie zeigen, dass die Ausweitung von Monokulturen wie Ölpalm- und Kautschukplantagen zu häufigeren und stärkeren Überschwemmungen führt. Diese erklären das fachübergreifende Autorenteam mit einem komplexen Zusammenspiel aus ökohydrologischen und sozialen Prozessen, zu denen Bodendegradation in Monokulturen, die Ausweitung von Ölpalmplantagen in Feuchtgebiete, aber auch der Bau von Hochwasserschutzdämmen zählen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Ecology & Society erschienen.

Die WissenschaftlerInnen des deutsch-indonesischen Sonderforschungsbereichs „Ökologische und sozioökonomische Funktionen tropischer Tieflandregenwald-Transformationssysteme“ zeigen in ihrer Studie, dass die aktuelle Ausweitung von Ölpalm- und Kautschukplantagen in erheblichem Masse die lokalen Wasserkreisläufe beeinflusst. „Der grossflächige Landnutzungswandel führt zu einer Verdichtung des Bodens, sodass der Regen vom Boden langsamer aufgenommen wird und das Wasser rasch an der Oberfläche abfliesst“, erklärt der Göttinger Ko-Autor Christian Stiegler. „Insbesondere die voranschreitende Zerstörung von Flussauen spielt dabei eine wichtige Rolle.“

Aus Perspektive der Dorfbevölkerung trägt zusätzlich der Bau von Hochwasserdämmen und Entwässerungsgräben zu einem veränderten Überflutungsgeschehen am Ort bei. Da besonders Ölpalmplantagen immer stärker in Feuchtgebieten wie Flussauen oder Mooren angebaut werden, versuchen grössere Plantagenbesitzer, Überschwemmungen auf ihren Flächen durch solche Bauten zu kontrollieren. „Solche Dämme führen aber häufig dazu, dass sich Überschwemmungen auf benachbarten kleinbäuerlichen Plantagen verstärken“, berichtet Jennifer Merten von ihren Erfahrungen am Ort. Dadurch führt die beobachtete Zunahme von Überschwemmungen auch zu neuen sozialen Spannungen und Konflikten.

Weiterlesen …

Flooding and land use change in Jambi Province, Sumatra: integrating local knowledge and scientific inquiry. Ecology & Society (2020)

Weitere 36 Artikel von Heidi über Palmöl

Nachtrag vom 29.8.20

Auf einer industriellen Ölpalmenplantage befindet sich ein kürzlich errichteter Hochwasserschutzdamm. Copyright: Jennifer Merten. Gemäss einem Leser ist es ein Entwässe

Auf einer industriellen Ölpalmenplantage befindet sich ein kürzlich errichteter Hochwasserschutzdamm. Copyright: Jennifer Merten. Gemäss einem Leser ist es ein Entwässerungsgraben.

Ein Leser schrieb Heidi: „Vielleicht hast du gemerkt, dass auf einem Bild kein Damm abgebildet ist sondern ein Entwässerungsgraben und der Aushub so aufgeschüttet ist, dass es für Laien aussieht wie ein Damm.“ Tatsächlich hat Heidi das zweite Bild der Medieninformation nicht genau angeschaut! Weiter heisst es: „Es zeigt immer wieder dass „Laien“ über etwas schreiben, das sie vor Ort falsch angeschaut haben. Das sind typische Entwässerungsgräben, die überall auf den Palmölpflanzungen ausgehoben werden. Das ist der Hauptgrund, weshalb das Wasser schnell abfliesst und in den tiefer gelegenen Parzellen zu Überschwemmungen führt. Jetzt den grossen Plantagen die alleinige Schuld zu geben, ist falsch. Wenn es ein Damm wäre, dann würden die Einheimischen diesen innert kurzer Zeit mit Hacken öffnen damit das Wasser abfliessen kann.“

Bilder über Drainagen in Palmölplantagen

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69’011’965 m2 Urwald in Indonesien zur Abholzung freigegeben

14. August 2020
Urwald wird gerodet in Indonesien, Malaysia, Südamerika, Afrika usw. Hauptsage: Wir haben billige Rohstoffe!

Urwald wird gerodet in Indonesien, Malaysia, Südamerika, Afrika usw. Hauptsage: Wir haben billige Rohstoffe!

Das Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft (LHK) erliess offiziell ein Dekret über die Freigabe von 6’901 Hektar Waldschutzgebiet oder 69.011.965 Quadratmeter im Distrikt Sekadau in der Provinz West Kalimantan.

Die Freigabe von Waldschutzgebieten erfolgt durch die Änderung der Waldgebietsgrenzen für Landressourcen im Rahmen des Agrarreformprojekts zur Unterstützung der ländlichen Bevölkerungsgruppen in Menawai Tekam Village, Merbang Village, Semadu Village, Mengaret Village, Sebetung Village, Sungai Antu Hulu Village, Sungai Tapah Village, Terduk Dampak Village, Cenayan Village, Karang Betung Village, Landau Apin Village, Lembah Beringin Village, Sebabas Village, Teluk Kebau Village, Tembaga Village, Tembesu Village, Lubuk Tajau Village, Meragun Village, Nanga Engkulun Village, Pantok, Senanga Village, Tapang Tingang Village, Seberang Kapuas Village, Semabi Village, Seraras Village, in Belitang Hilir Sub-district, Belitang Hulu Sub-district, Nanga Mahap Sub-district, Nanga Taman Sub-district, and Sekadau Hilir Sud-district, in Sekadau District.

In naher Zukunft werden die Dorfvorsteher in Pontianak zur symbolischen Übergabe des Landes von Präsident Joko Widodo per Videokonferenz eingeladen. Sekadau sei der einzige Distrikt West-Kalimantans, der Land erhalte, das ursprünglich Teil des Waldschutzgebietes war, heisst es.

Der Distriktleiter ist optimistisch, dass die Gemeinde von der Entscheidung des LHK-Ministers, das Waldschutzgebiet in ein ungeschütztes Gebiet umzuwandeln, profitieren würde. „Es wird erwartet, dass die Gemeinde davon profitieren wird, sei es für Siedlungen, Plantagen oder Landwirtschaft“, bemerkte er.

Der Distriktleiter von Sekadau sprach von seinem Plan, sich bald mit der Nationalen Landbehörde zu koordinieren, um die Ausstellung kostenloser Zertifikate für das neu umgewandelte Land zu priorisieren.

Quelle: Ministry releases West Kalimantan’s 6,901 ha of protected forest area. Antaranews vom 30.7.20.

Wildschweinhorden lassen Palmöl noch schädlicher werden

Eine Studie zeigt, dass Palmölplantagen den Regenwald sogar noch mehr schädigen als durch die Rodung allein – durch sie steigt die Zahl der Wildschweine sprunghaft an

… In einer Studie, die bei Nature Communication veröffentlicht wurde, lieferten Luskin und seine Kollegen eine andere Erklärung: Palmöl.

Palmöl ist ein unverzichtbarer Bestandteil in zahlreichen Supermarktprodukten, von Keksen bis Kosmetik und damit ein boomendes Geschäft – und eine Katastrophe für die Umwelt. Rodung um Platz für die Palmölplantagen zu schaffen, ist ein direkter Grund für den massiven Verlust von Regenwald in ganz Indonesien und Malaysia.

Luskins Team hat herausgefunden, dass diese Plantagen ausserdem den scheinbar gesunden Wald um sie herum schädigen können. Der Grund für die unkontrollierte Vermehrung der Wildschweine, die die Unterschicht im Pasoh Forest zerstören, ist nicht der Mangel an Tigern. Es ist der Überfluss an Palmen direkt vor ihrer Haustür.

Quelle: Wildschweinhorden lassen Palmöl noch schädlicher werden, National Geographic vom 27.12.17.

Heidis weitere 35 Artikel zu Palmöl

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Indonesien: Feuer und Wasser!

7. Juli 2020
Jahr für Jahr brennen in der Trockenzeit unzählige urwaldzerstörende Feuer, deren Rauch für die Bevökerung weit herum gesundheitsschädigend sind.

Jahr für Jahr brennen in der Trockenzeit unzählige urwaldzerstörende Feuer, deren Rauch für die Bevökerung weit herum gesundheitsschädigend sind.

Die Papageien wissen es: Die Schweiz bezieht nur NACHHALTIGES Palmöl aus Indonesien. Heidis LeserInnen kennen „andere Fakten“, etwa Klimaveränderung durch Abholzung von Urwald und Anbau von Ölpalmen, gestörter Wasserhaushalt, verschmutztes Wasser, Überschwemmungen, Korruption, Landraub, Kinderarbeit, Erosion usw.

Überschwemmungen nehmen zu

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen unterstützte eine von Borneo Futures durchgeführte Studie mit dem Titel Forests, Floods, People and Wildlife on Borneo. Diese Studie zeigte, dass die durch Überschwemmungen in Kalimantan verursachten Probleme viel grösser sind als bisher erkannt, dass die Überschwemmungsrisiken durch die Änderung der Landnutzung und die Verstädterung (klimarelevant) verschärft wurden und dass dringende und vorausschauende Massnahmen erforderlich sind, um diese Probleme anzugehen.

Die Studien zeigten, dass die Überschwemmungen in weiten Teilen Borneos sowohl an Häufigkeit als auch an Schwere zunahmen, da die Wälder in den Wassereinzugsgebieten und Flussläufen nicht geschützt wurden. Zwischen 2010 und 2013 waren in Kalimantan bis zu 1,5 Millionen Menschen und 360’000 Häuser von Überschwemmungen betroffen, das sind mehr als 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Zunahme der Überschwemmungshäufigkeit konzentrierte sich vor allem auf Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte und zunehmender landwirtschaftlicher Entwicklung, was darauf hindeutet, dass die künftigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Überschwemmungen noch grösser sein könnten. Das stimmt mit den Aufzeichnungen der malaysischen Regierung überein, die schätzt, dass jährlich 4,82 Millionen Menschen (22 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes) von Überschwemmungen betroffen sind, die jedes Jahr Schäden in Höhe von 250 Millionen Dollar verursachen.

Die Daten weisen nachdrücklich darauf hin, dass die Zunahme der Überschwemmungen höchstwahrscheinlich in Gebieten stattfanden, in denen eine umfangreichere Entwaldung für den Anbau von Ölpalmen oder eine schwere Degradierung durch Abholzung und Brände stattgefunden hatte.

Borneo Futures – Science for Change: Überschwemmungen

Forests, Floods, People and Wildlife on Borneo, United Nations Environment Program, Nairobi, Kenya

700 Waldbrände: Ausnahmezustand in der drittgrössten Provinz

Reuters berichtete am 1.7.20: Angesichts von mehr als 700 anhaltenden Waldbränden verhängt die drittgrösste Provinz Indonesiens den Ausnahmezustand. Gleichzeitig wird der Waldschutz zurückgefahren.

Die drittgrösste Provinz Indonesiens rief am Mittwoch den Notstand aus, nachdem sie mehr als 700 Brände identifiziert hatte. Die südostasiatische Nation bereitet sich auf ihre jährliche Feuersaison vor.

Die Erklärung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Indonesien den Schutz für einige der wichtigsten Tropenwälder der Welt zurückschraubt. Das Team, das Brände identifiziert und bei deren Löschung hilft, hat aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus eine Halbierung seines Budgets erlebt, teilte ein Beamter des Umweltministeriums im vergangenen Monat gegenüber Reuters mit.

Die Provinz Zentralkalimantan teilte mit, dass der Ausnahmezustand bis zum 28.9.20 andauern wird. Der Ausnahmezustand befindet sich in der ersten „Alarmstufe“, was verstärkte Patrouillen und frühzeitige Löschmassnahmen erfordert. „Die Bemühungen zur Eindämmung der Waldbrände sind im Gange, da in fast allen Regionen in Zentralkalimantan im Juli die Trockenzeit begonnen hat“, sagte Alpius Patanan, ein Beamter der Katastrophenschutzbehörde der Provinz.

Kiki Taufik, Leiterin der Greenpeace-Waldkampagne in Indonesien, sagte, die Haushaltskürzungen könnten zu gefährlicheren Bränden führen, die die Gemeinden allein bekämpfen müssten. „Die Brandherde könnten potenziell grösser sein und sich auf entlegene Torfgebiete ausbreiten, insbesondere in den Gebieten, welche ab 2019 abbrannten und noch nicht wiederhergestellt sind“, sagte Taufik. „Und der Dunst könnte potenziell dicker oder ähnlich wie im letzten Jahr sein“, so Taufik.

Indonesien ist der weltweit grösste Produzent von Palmöl, und jedes Jahr werden Brände mit Brandrodungen in Verbindung gebracht, mit denen Flächen für den Palmölanbau gerodet werden. Die Brände des letzten Jahres waren besonders verheerend: 1,6 Millionen Hektar Wald und Torf brannten ab. Ein Grossteil des Palmöls wird im waldreichen Kalimantan, auch bekannt als das indonesische Borneo, sowie auf der Insel Sumatra angebaut.

Umweltschützer sagen, dass die indonesische Palmölindustrie einer der Hauptverantwortlichen für die Entwaldung ist, die auch die Lebensräume gefährdeter Arten wie der Sumatra-Tiger und der Borneo-Orang-Utan schädigt.

Quelle: Indonesian province declares state of emergency over forest fires, Bericht von Stanley Widianto und Kate Lamb; Bearbeitung von Edwina Gibbs, Reuters vom 1.7.20.

Heidis 35 Artikel über Palmöl

7.7.20 HOME

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Schnecken sind Feinschmeckerinnen + Dies und Das + Palmöl

2. Juli 2020
Auf der Jagd nach Schnecken sieht Heidi oft Schönes, wie diese Raupe des Königskerzen-Mönchs (Cucullia verbasci). Erst noch war sie an einem Blatt am Fressen. Zuvor und danach klebte sie regungslos am Stängel. Zum Tarnen?

Auf der Jagd nach Schnecken sieht Heidi oft Schönes, wie diese Raupe des Königskerzen-Mönchs (Cucullia verbasci), einem Nachtfalter. Erst noch war sie an einem Blatt am Fressen. Zuvor und danach klebte sie regungslos am Stängel. Zum Tarnen?

Morgens und abends auf Schneckentour, das ist immer interessant, manchmal etwas nass, wie heute. Im Moment sind etwa die Knollen der Kohlrabi intakt und die ersten bald erntereif. Etwas Eigenbau von Gemüse, Früchten und Kräutern ist auf jedem Balkon möglich und lohnt sich. Zwar sind die Lebensmittel im Laden günstig zu haben, da die Umweltkosten nicht gerechnet werden und für vieles billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Diese Schnecke ist kein Grund zur Aufregung. Und es ist nicht die einzige, welche jetzt die sich entwickelnden zarten Brennnessel-Samen fressen.

Diese Schnecke ist kein Grund zur Aufregung. Und es ist nicht die einzige, welche jetzt die sich entwickelnden zarten Brennnessel-Samen fressen.

Güllen bei sommerlichen Temperaturen

Anfrage eines Lesers:

„Gibt es ein Gesetz, das das Ausbringen von Gülle bei Hitze regelt? Mein Nachbar hat in der Quellschutzzone S3 innerhalb einer Wochen zweimal Gülle bei sommerlichen Temperaturen ausgebracht. Vor dem zweiten Mal noch Kunstdünger oder Pestizide gestreut. Niemand kontrolliert, was er ausbringt und wieviel. Habe das Amt für Umwelt orientiert. Ich verspreche mir aber wie immer keine Reaktion resp. Massnahmen.

Trotz Schleppschlauch geht bei so hohen Temperaturen viel Ammoniak in die Luft, auch die Geruchsbelästigung ist hoch.“

Heidis Antwort ist kurz: Nein, es gibt kein Gesetz, welches dies verbieten würde, obwohl die Ammoniakemissionen bei diesen Bedingungen gross sind und sie gesundheitsschädigend sind. Die Bauernzeitung schrieb am 2.8.14 unter dem Titel Gülle nicht bei grösster Hitze ausbringen:

„Es zeigt auch, dass abends ausgebrachte Gülle einen weniger starken Emmissionsanstieg zur Folge hat. Der Grund liegt in den tieferen Temperaturen, der höheren Luftfeuchtigkeit und dem meist schwächerem Wind in der Nacht. Diese drei Faktoren beeinflussen die Verdunstung besonders stark.

Bis zum kommenden Morgen hat die Gülle Zeit, in den Boden zu versickern. Wenn sie erst einmal versickert ist, ist die Verlustgefahr gebannt. Morgendliches und mittägliches Güllen führen zu wesentlich höheren Verlusten. Am Mittag ausgebracht, steigen die Verluste sofort stark an, wie die Hitze bereits voll da ist.“

Alpnews: Es wird gemäht statt gespritzt

Emil freut sich, denn auf seinem beliebten Alpspaziergang hat sich etwas geändert: Er sieht nicht mehr durch Herbizid abgespritzte Unkräuter, nein, sie werden jetzt gemäht.

Indonesia: A US$22 million payment in Papua

Aus dem Video Selling Out West Papua.

Aus dem Video Selling Out West Papua.

Wie Land mehr oder weniger gestolen wird und Versprechungen nicht gehalten werden, das erfahren Sie im folgenden Beitrag mit Film.

A year-long investigation by The Gecko Project, Mongabay, the Korean Center for Investigative Journalism-Newstapa, and Al Jazeera traced a US$22 million payment to an unnamed ‘expert’ in Papua, Indonesia. The company involved was the Korindo Group, and the payment was part of the company’s expansion of its oil palm plantations in Papua.

Korindo now controls more land in Papua than any other corporation. The investigators estimate that the company has exported wood products worth US$320 million from Papua, using timber cleared to make way for plantations. Every year, palm oil worth tens of millions of dollars is exported from Papua, but Indigenous Papuans say that Korindo has failed to keep its promises of jobs and development.

Indonesia: A US$22 million payment in Papua, REDD vom 29.6.20

Selling Out West Papua

West Papua is home to Asia’s largest remaining rainforests, indigenous communities and unique species. But this exclusive 101 East investigation reveals how Korean-run companies are allegedly engaging in questionable deals as they buy up forests to develop palm oil plantations. Featuring rare access to a restive Indonesian province usually off-limits to journalists, we meet tribesmen who allege that Posco International and Korindo are plundering their land for a pittance. Both companies deny all allegations including fraud and human rights abuses. Selling Out West Papua was produced in collaboration with Mongabay, The Gecko Project and the Korea Centre for Investigative Journalism.

Selling Out West Papua, Video vom 25.6.20

2.7.20 HOME

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Ölpalmen: Herbizid-Tod nach 20 bis 25 Jahren

11. Juni 2020
Herbizide gehören in Indonesien auf dem Lande zum Alltag. Sie werden als harmlos eingestuft. Hier im Dorfladen stehen sie neben Lebensmitteln auf dem Gestell. In diesem Falle <em>Lindomin</em> und <em>Paratop</em>, beides Herbizide, die auf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paraquat" target="_blank" rel="noopener">Paraquat</a> basieren. Paraquat ist sehr schädlich und daher bei uns verboten. Es ist beliebter als Round up, weil es angeblich alles abtötet.

Herbizide gehören in Indonesien auf dem Lande zum Alltag. Sie werden als harmlos eingestuft. Hier im Dorfladen stehen sie neben Lebensmitteln auf dem Gestell. In diesem Falle Lindomin und Paratop, beides Herbizide, die auf Paraquat basieren. Paraquat ist sehr schädlich und daher bei uns verboten. Es ist beliebter als Round up, weil es angeblich alles abtötet.

Ein Urwald ist ewig, wenn ihn nicht Menschen zerstören oder das Klima sich zu seinen Ungunsten ändert. Ölpalmen hingegen sind nur während 20 bis 25 Jahre nutzbar, je nach Standort sogar weniger. Dann müssen sie Neupflanzungen weichen. Zudem gibt es in Indonesien gemäss Landwirtschaftsministerium mehrere 100’000 Hektaren Fake-Palmen, die von Fälschern aus Samen der Hybridpflanzen gezogen wurden und daher wenig Ertrag abwerfen. Dies ist ein lukratives Geschäft, genauso wie der Handel mit Fake-Pestiziden. All diese Palmen gilt es irgendwie zu entsorgen.

So wird der grösste Teil der Palmen beseitigt

Mit Herbiziden wird der Boden rund ums Haus bespritzt, Quellfassungen werden gesäubert, Spielplätze auch usw. <a href="https://www.visionlandwirtschaft.ch/de/themen/pestizide/unerlaubt_giftig_und_doch_in_unserem_essen/" target="_blank" rel="noopener">Vision Landwirtschaft 2.6.20:</a> "Die Schweizer Agrochemie produziert und exportiert zahlreiche Pestizide, die hochgiftig sind und die deshalb in der Schweiz nicht eingesetzt werden dürfen. Über importierte Nahrungsmittel gelangen diese Gifte jedoch wieder auf unseren Teller, wie eine neue Studie von Public Eye zeigt."

Mit Herbiziden wird der Boden rund ums Haus bespritzt, Quellfassungen werden gesäubert, Spielplätze auch usw. Vision Landwirtschaft 2.6.20: „Die Schweizer Agrochemie produziert und exportiert zahlreiche Pestizide, die hochgiftig sind und die deshalb in der Schweiz nicht eingesetzt werden dürfen. Über importierte Nahrungsmittel gelangen diese Gifte jedoch wieder auf unseren Teller, wie eine neue Studie von Public Eye zeigt.“

Die übliche Methode zur Beseitigung von Ölpalmen ist einfach: Ein Loch in den Stamm bohren und ein Herbizid (Round up oder Paraquat) oder Natriumarsenit hineinspritzen. Natriumarsenit ist wasserlöslich und äusserst giftig. Kleinbauern arbeiten oft ohne Handschuhe und Kinder sind dabei. Ein paar Videos:

Cara mematikan pohon sawit, youtube 7.7.19

Bunuh pokok sawit, youtube 18.1.19

SUNTIK POHON KELAPA SAWIT, youtube 12.11.15

Leere Pestizidflaschen werden oft achtlos weggeworfen, vorzugsweise - wie alle anderen Abfälle auch - in den Fluss; oder sie werden vom Regen in Bäche geschwemmt. Dass die Pestizide für Mensch und Umwelt gefährlich sind, das wissen viele nicht.

Leere Pestizidflaschen werden oft achtlos weggeworfen, vorzugsweise – wie alle anderen Abfälle auch – in den Fluss; oder sie werden vom Regen in Bäche geschwemmt. Dass die Pestizide für Mensch und Umwelt gefährlich sind, das wissen viele nicht.

Grössere Unternehmen zeigen ihrem Personal wie sie die Palmen mit Herbizid todspritzen sollen. Die Ausführenden tragen in der Regel Handschuhe, manchmal einfache Schutzkleidung und/oder Gesichtsmasken.

Cara Meracun Pokok Kelapa Sawit, 0,15 Liter Round up pro Palme, youtube 10.7.19

VLOG ABAH NOOR [ Memberi pupuk kedalam batang sawit tampa di bor, youtube 28.10.18

EDUCEASY – BOR POKOK KELAPA SAWIT, youtube 3.3.19

Beseitigung in einzelnen grösseren Plantagen auch mit Maschinen

Das Todspritzen mit Herbizid ist am billigsten. Wenn Maschinen vorhanden sind, dann werden die Palmen zum Teil zerstückelt. Dazu dienen einfache Bagger mit speziellen Schneideschaufeln oder vereinzelt auch Spezialmaschinen. Für letztere braucht es aber Infrastrukturen, Fachpersonal und Ausbildungsstätten, woran es heute schon massiv mangelt.

15-25 t/h oil palm wood chipper machine, youtube 28.5.17

Heavy machine – chipping old oil palm tree, youtube 4.7.15

oil palm chipping process, youtube 4.10.12

Unkrautbekämpfung: Instruktion in einer Plantage

Mit massivem Herbizideinsatz unkrautfrei.

Mit massivem Herbizideinsatz unkrautfrei.

Im folgenden Video sieht man wie den Arbeiterinnen einer Plantage die Unkrautbekämpfung mit Glyphosat beigebracht wird. Sie spritzen bis an ein Gewässer, denn es gibt keine Verbote. Der Boden ist bereits praktisch ohne Bewuchs. Behandelt werden junge Ölpalmensämlinge. Bei der Ernte gehen einzelne Beeren verloren und die Samen keimen. Diese Jungpflanzen sind aber unbrauchbar, da die Ölpalmen Hybriden sind und die Nachkommen von Samen genetisch sehr unterschiedlich und wenig ertragreich. Der Instruktor sagt, dass das Herbizid von den Pflänzchen tropfen müsse.

Perlakuan SEMPROT Anak Kelapa SAWIT LIAR – TUKULAN – KENTOSAN diJAMIN Mati Kering, youtube 2.8.19

Erträge kleiner als behauptet wird

Die Früchte müssen sofort nach der Ernte verarbeitet werden, denn sie verderben schnell. Wegen der oft prekären Strassenverhältnisse, verfault ein Teil der Ernte.

Die Früchte müssen sofort nach der Ernte verarbeitet werden, denn sie verderben schnell. Wegen der oft prekären Strassenverhältnisse, verfault ein Teil der Ernte.

Die Ölpalmen werden immer wieder als weitaus ertragsreichste Ölkulturpflanze gelobt. Die immer wieder zitierten gleichen Zahlen sind aber bei genauerem Hinschauen eher theoretischer Natur. Heidi hat kürzlich mit offiziellen Zahlen aus dem Internet für Indonesien den Durchschnittsertrag gerechnet und ihn mit jenem von Schweizer Raps verglichen. Dabei sind gewisse Verarbeitungsverluste noch nicht berücksichtigt. Heidis Berechnung zeigt, dass Ölpalmen einen 1,9-mal höheren Ertrag liefern als Raps. Bei Bio dürfte das Verhältnis noch enger sein. Vielleicht wird Heidi die detaillierte Berechnung mit Quellennachweisen einmal für Sie, lieber LeserInnen, aufarbeiten. Vorerst hier ein weiterer Hinweis darauf, dass die effektiven Durchschnittserträge wesentlich kleiner sind, als jeweils kommuniziert wird.

Geschönte Palmölstudie

SWR Wissen: „Für die Palmölproduktion wird viel Regenwald gerodet. Doch die Pflanze hat auch Fürsprecher: Keine andere Pflanze liefere auf der gleichen Fläche so viel Öl. Ist das wirklich so? Odysso hat nachgerechnet.

… Korrigiert man all diese Fehler in der Rechnung, liegt der Flächenertrag der Ölpalmen deutlich niedriger, nämlich bei nur etwa 2 Tonnen pro Hektar. Raps bringt es laut EU-Statistik auf 1,7 Tonnen – ist also nicht ganz so ertragreich wie die Ölpalme, aber fast.“

Falsche Fragestellung

Heidi meint: Die lösungsorientierte Frage ist nicht „Durch welches Öl ersetzen wir Palmöl?“ Nötig ist eine seriöse Bedarfsanalyse. Diese ist z.B. bei den Lebensmitteln nicht von der Industrie und den Grossverteilern zu erwarten. Wir KonsumentInnen können an den vielen verführerischen Regalen mit Süss- und Salzgebäcken, Schokolade in allen Varianten usw. einfach vorbeigehen und zum Vergnügen ausnahmsweise selber etwas backen mit ausgewählten Zutaten und Mengenverhältnissen (Zucker!!!). Das macht nicht nur Spass, sondern ist gesünder und schmeckt auch besser! Keinen Sinn macht es sicher, riesige Mengen „Regenwald“ in nachwachsenden Diesel zu verwandeln! So lässt sich das Energieproblem nicht lösen!

Umweltzerstörung kleingerechnet – Geschönte Palmölstudie

Illegale Pestizide: Hoher Profit, geringes Risiko. BR vom 3.6.20

Hamburger Hafen: Drehscheibe für gefälschte Pestizide. Heidis Mist vom 5.9.18

Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien: Stop Palmöl

Heidis 33 Artikel über Palmöl

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Referendum Stop Palmöl: Unterschriftensammlung gestoppt

21. März 2020

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Heidi empfiehlt: Referendum „Stop Palmöl“ unterschreiben!

16. Februar 2020

In der Regenzeit verwandeln sich Strassen in Indonesien immer wieder in Morast, sind nicht befahrbar. Deshalb kann ein Teil der Palmölernte nicht rechtzeitig in die Mühlen gebracht werden, er verfault. Videos, welche solche Bilder zeigen, sind zahlreich auf youtube.

In der Regenzeit verwandeln sich Strassen in Indonesien immer wieder in Morast, sind nicht befahrbar. Deshalb kann ein Teil der Palmölernte nicht rechtzeitig in die Mühlen gebracht werden, er verfault. Videos, welche solche Bilder zeigen, sind zahlreich auf youtube.

Im Freihandelsabkommen mit Indonesien ist grossartig die Rede von „Nachhaltigkeit“. Unzählige Publikationen zeigen jedoch, dass der Anbau von Palmöl in vielen Punkten zerstörerisch ist und die Rückverfolgbarkeit eine Illusion. Bisher gibt es keine Zeichen für Besserung in naher Zukunft. Weitere Gründe sprechen für eine Unterschrift auf dem Referendumsbogen „Stop Palmöl“, welcher hier erhältlich ist: Stop Palmöl. Und: Sammeln Sie auch Unterschriften bei Ihren Bekannten, an Veranstaltungen …

Nicht nachvollziehbare Lieferketten

Trase (Transparent supply chains for sustainable economies) hat in Zusammenarbeit mit der University of California, Santa Barbara, die Lieferketten untersucht und ist zum Schluss gekommen:

  • Fünf grosse Unternehmensgruppen kontrollieren zwei Drittel der Raffinerien und des Exports.
  • Hunderte von Unternehmen und Unternehmensgruppen besitzen Mühlen und Plantagen, Hundertausende von unabhängigen Kleinbauern tragen zur Produktion bei, die grossen Exporteure kontrollieren jedoch nur einen kleinen Teil der Mühlen und Plantagen.
  • Die Raffinerien müssen daher Palmöl von ausserhalb ihrer eigenen Gruppe beziehen. Palmölversorgungsketten sind aber wegen ihrer Vielfalt und mangelnden Transparenz nur schwer aufzuzeigen.
  • Die Kapazität der Mühlen ist heute mehr als doppelt so gross wie die Produktion. Dies deutet auf grosse Wachstumspläne hin. Dafür sind Neupflanzungen nötig, was ein hohes Risiko für die Wälder ist.

Solange Palmölhändler keine Transparenz gewährleisten können, ist es den Konsumgüterherstellern und -einzelhändlern nicht möglich zu garantieren, dass ihre Lieferungen aus längst abgeholztem Urwald stammen.

Plantagen verändern das Klima – Erträge sinken

In den abgeholzten Gebieten ist die Temperatur gemäss einer Studie um 1,7°C höher als im Urwald, hingegen haben die Niederschläge abgenommen.

Douglas Sheil, Professor an der Norwegian University of Life Sciences sagt: „Die Ölpalme  ist am produktivsten, wenn die Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über konstant ist. Die Bedingungen, die wir sehen, sind tendenziell trockener und weniger gleichmässig, was die Erträge verringert.“

Geringere Erträge könnte die Forderung nach einer weiteren Ausweitung der Ölpalmenplantagen anregen, was zu Lasten von mehr Wald gehen und das Problem verschärfen würde.

Lieferanten führender Unternehmen für Waldbrände verantwortlich

Eine am 4.11.19 veröffentlichte Studie von Greenpeace Malaysia zeigt, dass die führenden Konsumgüterunternehmen Unilever, Mondelez, Nestlé und Procter & Gamble (P & G) sowie führende Palmölhändler wie Wilmar Palmöl von Produzenten kaufen, welche im Zusammenhang mit zahlreichen Bränden in Indonesien stehen. Alle Unternehmen kaufen Palmöl von Plantagen, welche wegen der Brände 2019 untersucht werden und gegen welche wegen der Brände 2015 bis 2018 gerichtliche Schritte eingeleitet wurden.

Mehr als zwei Drittel der Erzeugergemeinschaften, die am häufigsten mit wiederkehrenden Bränden in Verbindung gebracht werden, sind Mitglieder des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Unilever, Mondelez, Nestlé und P & G werden von Palmölproduzenten beliefert, die zwischen 2015 und 2018 für 150’000 bis 190’000 Hektar verbranntes Land angeklagt sind. Wilmar, der weltweit grösste Palmölhändler, bezieht von Produzenten, welche verdächtigt sind, für 8’000 Brandherde im Jahr 2019 verantwortlich zu sein. Ähnlich hoch sind die Zahlen für die übrigen Grossen der Branche.

81% der Plantagen verstossen gegen Vorschriften

Eine Untersuchung der indonesischen Regierung hat ergeben, dass die überwiegende Mehrheit der im Land betriebenen Ölpalmenplantagen gegen eine Reihe von Vorschriften verstösst. Dazu gehören fehlende Genehmigungen, Eingriffe in Schutzgebiete und die Nichteinhaltung nationaler Nachhaltigkeitsstandards.

Schweizer Palmöl-Netzwerk sucht Nachhaltigkeit

Viele Schweizer Lebensmittelhersteller möchten nicht auf Palmöl verzichten und suchen nachhaltiges Palmöl. Einige haben ein „Palmöl-Netzwerk“ gegründet: Barry Callebaut AG, Coop Genossenschaft, Florin AG, Migros-Genossenschafts-Bund, Nestlé Suisse SA, Nutriswiss AG und Pro Fair Trade AG. Sie wollen das WWF-Label RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) glaubwürdiger machen. Das vom Bundesrat als „nachhaltig“ bezeichnete RSPO soll also „super nachhaltig“ werden.

„Nachhaltiges“ Palmöl aus Kolumbien oder Brasilien?

Bio Suisse glaubt, „die Lösung“ schon gefunden zu haben, denn z.B. COOP setzt auf „nachhaltiges“ Bio-Palmöl. Herkunftsländer für Bio-Knospe-Palmöl sind Kolumbien und Brasilien sowie Madagaskar. Wie genau man bei diesen Herkünften hinschauen darf, wird die Zukunft weisen. Heidi verweist auf ihren Artikel Von Cocain, Palmöl und Raps vom 23.9.15. Die massive Urwaldabholzung in Brasilien muss hier nicht im Detail aufgezeigt werden, denn sie ist regelmässig in den Medien.

Kolumbien: Am 28. Januar 2016 verabschiedete der Präsident Juan Manuel Santos ein umstrittenes Gesetz, das die Bildung von Zonen für ländliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung (ZIDRES) ermöglichen soll.

Neu für die landwirtschaftliche Produktion erschlossene Naturgebiete sind besonders gut für den Biolandbau geeignet, denn es gibt dort keine Pestizid-Altlast, Bio kann von Anfang an betrieben werden. Daher werden für Bio gerne bisher unberührte Gebiete unter den Pflug genommen, was bereits in den USA zu Kritik führte, ist aber auch in Osteuropa gang und gäbe.

Kritiker wie der Anwalt der Comisión Colombiana de Juristas (CCJ), Jhenifer Mojica, sagte: „Die Zonen, in denen die ZIDRES geplant sind, sind Regionen mit biologischer Vielfalt in denen das Land durch kleinbäuerliche Landwirtschaft mehr oder weniger erhalten wurde. Der Ölpalmenanbau hingegen leitet den Grundwasserspiegel um, verändert die Bodenzusammensetzung und führt Agrochemikalien wie Glyphosat in empfindliche, abgelegene ökologisch wertvolle Gebiete ein.“

In Kolumbien wird sehr viel Regenwald für den Anbau von Ölpalmen vernichtet. Hinter Indonesien, Malaysia und Thailand steht Kolumbien bereits auf Rang vier der Palmöl-produzierenden Länder.

… oder Madagaskar?

Gerne wird auf Afrika ausgewichen, wo auch China grosse Flächen für landwirtschaftliche Produktion erwirbt. Die für Palmölplantagen geeigneten Gebiete weisen eine hohe Artenvielfalt auf, dazu gehören auch Affen. Naturschützer machen sich besonders Sorgen für Afrikas Primaten. In Afrika gibt es fast 200 Affenarten, von denen viele bereits gefährdet sind. In Madagaskar sind 87% der Affenarten vom Aussterben bedroht.

Die Zerstörung von Lebensräumen ist einer der Hauptgründe, weshalb alle Menschenaffen vom Aussterben bedroht sind. Die Einführung von Palmölplantagen in Afrika dürfte den Verlust ihres Lebensraums beschleunigen.

Es gäbe noch viel zu schreiben, aber Heidi macht hier einen Punkt und meint:

„Zu viele PolitikerInnen folgen dem Ruf des Geldes, eingeflüstert von InteressenvertreterInnen. Es wird eng auf der Erde. Wirklich „NACHHALTIGES“ Palmöl zu finden, das dürfte schwierig sein.“

Haben Sie das Referendum „Stop Palmöl“ schon unterschrieben?

Leserbrief vom 16.2.20: Ich fuhr vor etwa 20 Jahren durch Borneo, durch kilometerweite Aschenfelder. Alle ca. 200 Meter wurde ein knapp grüner Baum stehen gelassen, damit die Waldgeister und andere Geister noch einen unbehelligten Rückzug- und Schlafplatz haben … Das ist kein Witz, leider hatte ich auf dieser Reise keine Kamera dabei, aber ich sehe dieses erbärmliche Bild immer noch in meiner Erinnerung. 

Corporate ownership and dominance of Indonesia’s palm oil supply chains. Trase, Auriga, The University of California, Santa Barbara, Januar 2020.

Less rainforest, less rain: A cautionary tale from Borneo. Mongabay 23.4.19

81% of Indonesia’s oil palm plantations flouting regulations, audit finds. Mongabay 25.8.19

Burning down the House: How Unilever and other global brands continue to fuel Indonesia’s fires. Greenpeace Malaysia 4.11.19

Dossier: Palmöl und die Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien. August 2018

Palmöl-Nachhaltigkeit soll geölt werden. alimenta 11.2.20

Nachhaltiges Palmöl. COOP

How Colombia became Latin America’s palm oil powerhouse. Mongabay 31.5.18

Palmöl – das grüne Erdöl, Faszination Regenwald

Palm oil: A new threat to Africa’s monkeys and apes? BBC 14.8.18

Die Nachhaltigkeit im Handelsabkommen mit Indonesien mit besonderem Fokus auf die Regulierung des Palmöl‐Imports. Dr. iur. Elisabeth Bürgi Bonanomi, Rechtsanwältin Senior Research Scientist Dozentin Nachhaltigkeit & Recht Centre for Development and Environment CDE Universität Bern. 15.3.19

Der Palmöl-Boom in Indonesien: Zur PolitischenÖkonomie einer umkämpften Ressource. Alina Brad, transcript Edition Politik 2019, ISBN: 978-3-8394-4757-4

Dossier: Palmöl – ein Alltagsprodukt mit Schattenseiten. Brot für Alle, 3/2017

THE GREAT PALM OIL SCANDAL. LABOUR ABUSES BEHIND BIG BRAND NAMES. Amnesty International 2016

Heidis Artikel über Palmöl

16.2.20 HOME

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Verbot des billigen, aber „tödlichen“ Paraquats in Malaysia

22. Januar 2020
In Malaysia ist Paraquat seit 1.1.20 verboten, in Indonesien wird es weiterhin nicht nur in Palmölplantagen angewendet, sondern auch direkt rund um Häuser, Quellen, Spielplätzen gespritzt. Ein Grossteil der Bevölkerung sieht die rasche Wirkung, kennt aber nicht die Gefahren. So steht es etwa in Regalen von Dorfläden direkt neben Lebensmitteln.

In Malaysia ist Paraquat seit 1.1.20 verboten, in Indonesien wird es weiterhin nicht nur in Palmölplantagen angewendet, sondern auch direkt rund um Häuser, Quellen, Spielplätzen gespritzt. Ein Grossteil der Bevölkerung sieht die rasche Wirkung, kennt aber nicht die Gefahren. So steht es etwa in Regalen von Dorfläden direkt neben Lebensmitteln.

Schon einmal wurde Paraquat in Malaysia verboten; das war von 2004 bis 2006. Doch die Interessenvertreter erreichten die Wiederzulassung mit Restriktionen. Nun soll das Verbot definitiv und vollständig sein.

31 Ärztevereinigungen und das College of Physicians der Academy of Medicine of Malaysia (CPAMM) fordern mehr Informationen, trauen dem Verbot noch nicht, haben Angst davor, dass Lobbyisten es erneut aufheben werden.

Der Präsident der CPAMM sagte: „Befürworter der Verwendung von Paraquat argumentieren, dass die Auswirkungen auf den Menschen minimal waren. Wir Ärzte in Malaysia sind jedoch der Ansicht, dass Paraquat erhebliches Leiden und erhebliche Todesfälle zur Folge hat … Obwohl Paraquat billig und wirksam sein mag, ist seine Anwendung für den Menschen tödlich.“

Begrüsst wird das Verbot auch von den grossen Palmölproduzenten wie Malaysian Palm Oil Association (MPOA). Ihr Sekretär, Peter Benjamin: „Das Hauptanliegen sollte die Gesundheit der Arbeiter sein.“ Benjamin, Geschäftsführer der United Malacca Bhd, hat Paraquat bereits in allen Plantagen seiner Firma (108’000 Hektaren) in Malakka und Indonesien verboten.

Im Mai veröffentlichte das Journal of Forensic and Legal Medicine Zahlen über Paraquat-Vergiftungen; es sind 1’232  zwischen 2004 und 2015. Paraquat wurde in 57% der Fällen für Selbstmord verwendet. Gemäss Wikipedia gab es in Japan gar eine Paraquat-Mordserie. Paraquat wurde Getränken beigefügt und die Dosen auf Getränkeautomaten deponiert. In Fukuyama und Hiroshima starben auf diese Weise 25 Menschen.

Für einmal gehörte die Schweiz zu den ersten Ländern, welche Paraquat verboten haben, nämlich 1989. Die interessante Geschichte, wie es dazu kam und wie Syngenta gelogen hat, lesen Sie auf Wikipedia. Die EU verbot Paraquat erst 2007 und in 100 Ländern ist es immer noch erlaubt, z.B. USA, Indonesien, Kanada, Australien, Japan, Neuseeland.

Die Vorteile von Paraquat im Scheinwerferlicht von Syngenta auf der Homepage: The benefits of paraquat.

Copyright: The Star online.

Copyright: The Star online.

Verwendung von Paraquat in den USA, Wikipedia

Verwendung von Paraquat in den USA, Wikipedia.

Sale of paraquat illegal from January, The Star online 9.11.19

Group wants more details on paraquat ban, The Star online 2.11.19

Big players and smallholders differ on ban decision, The Star online 9.11.19

Paraquat poisoning calls to the Malaysia National Poison Centre following its ban and subsequent restriction of the herbicide from 2004 to 2015, Journal of Forensic and Legal Medicine, Mai 2019

Homicidal Paraquat Poisoning, Journal of Forensic Sciences Mai 2019

Too dangerous: Malaysia bans Syngenta Pesticide Paraquat. Medieninformation Public Eye 20.9.02

Vietnam bans glyphosate, European trade union institute 15.4.19

The benefits of paraquat, Paraquat Information Center, Syngeta

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Torfböden sind weltweit ein grosses Problem (2)

28. Dezember 2019
Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Ergänzung zum Artikel von gestern 27.12.19 Torfböden sind weltweit ein grosses Problem. Ein Leser hat Heidi den Link zur englischen Version des informativen und eindrücklichen Videos geschickt. Danke!

Hier ist er: Peat Destruction, Soil Subsidence and Flooding in South East Asia, Wetlands International, youtube

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Was geht das uns an?

Wir beziehen aus diesen Regionen Lebensmittel bzw. Rohstoffe wie Palmöl und auch Schweizer Torfböden werden nicht nachhaltig bewirtschaftet. Heidi verweist hiezu auf ihren Artikel vom Juli 2017:

Das Grosse Moos: Gemüsegarten, vierter internationaler Flughafen oder was? Heidis Mist 31.7.17

Heidis Artikel über Palmöl

28.12.19 HOME


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