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Endokrine Disruptoren verursachen Kosten und Leid

6. März 2015
Endokrine Disruptoren verursachen hohe Gesundheitskosten und volkswirtschaftliche Verluste. Auch die Tierwelt leidet.

Endokrine Disruptoren verursachen hohe Gesundheitskosten und volkswirtschaftliche Verluste. Auch die Tierwelt leidet.

Die Auswirkungen von Stoffen, welche wie Hormone wirken (Endokrine Disruptoren/EAS), auf die menschliche Gesundheit sind beträchtlich. Basierend auf mehr als drei Jahrzehnten Forschung schätzen WissenschaftlerInnen die Kosten für Behandlung, Arbeitsausfall, Invalidität usw. allein in der EU auf über 150 Milliarden Euro pro Jahr, d.h. 1,2% des Bruttoinlandproduktes. Ein von der New York University (NYU) geleitetes Team stellte diese Daten gestern an der Jahreskonferenz der Endokrinologischen Gesellschaft, ENDO 2015 in San Diego (Kalifornien) vor; 18’000 WissenschaftlerInnen aus 100 Ländern gehören der Endocrine Society an.

Pestizide verursachen die grössten Gesundheitschäden.

EAS gelangen aus den verschiedensten Quellen in die Umwelt: Pestizide, Haushalt, Industrie… Analysen von Körperflüssigkeiten und -geweben zeigen, dass beinahe 100% der untersuchten Menschen mit nachweisbaren Mengen von EAS belastet sind. Welche Gesundheitsschäden entstehen? Störung der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit, frühzeitiger Tod (inkl. Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Übergewicht, Diabetes, neurologische Schäden (inkl. geringere Intelligenz).

Hoffnung: Geld überzeugt Politik

Wenn die Belastung durch die häufigsten und schädlichsten EAS limitiert würde, dann wäre dies ein bedeutender ökonomischer Gewinn. Die Forschenden hoffen, dass sie mit den Resultaten ihrer neuesten Forschung die Aufmerksamkeit der Politiker wecken können, da diese entscheiden wie toxische Chemikalien reguliert werden.

Das hofft auch Heidi. Sie gibt aber zu bedenken, dass Gesundheitsschäden das Wachstum der Gesundheits- und Altersindustrie fördern und somit das Bruttosozialprodukt erhöhen. Besonders, da die Privatisierung von Spitälern usw. in der Schweiz im Trend liegt.

Estimated Costs of Endocrine-Disrupting Chemical Exposure Exceed €150 Billion Annually in EU Medieninformation Endocrine Society vom 5.3.15

Hormone-disrupting chemicals ‘cost billions’, BBC 6.3.15

Privatisierungspläne von Spitälern reissen ideologische Gräben auf, Tages Anzeiger vom 24.11.14

6.3.15 HOME

Wann werden wir endlich lernen? (2)

3. Dezember 2014
Quelle BAFU. Nicht nur der Wert der verkauften Chemikalien steigt, sondern auch die Vielfalt.

Quelle BAFU. Nicht nur der Wert der verkauften Chemikalien steigt, sondern auch die Vielfalt.

Immer mehr Chemikalien aller Art gelangen in die Umwelt. Während die Wirkung einzelner Pestizide relativ gut untersucht ist, weiss man von den meisten Stoffen nicht, ob sie harmlos oder schädlich sind. Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA (United States Environmental Protection Agency) will dem Abhilfe schaffen mit dem Projekt Tox21. Mit Roboter-Technik sollen Tausende von Chemikalien auf ihre potentielle Toxizität untersucht werden. Das EPA will eine kostengünstige Methode entwickeln, die es erlaubt, jene Chemikalien zu eruieren, welche auf Giftigkeit untersucht werden müssen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jährlich fünf Millionen Menschen an den Folgen der Aufnahme von Chemikalien, denen sie ausgesetzt sind, sterben (New Scientist 2997 vom 29.11.14).

Endokrine Disruptoren

Besonders bedenklich sind die hormonell wirksamen Stoffe (Endokrine Disruptoren), welche aus den verschiedensten Quellen in die Umwelt gelangen (Haushalt, Pestizide, Industrie…). Die Kosten der Untätigkeit ist der Titel einer Studie der nordischen EU-Regierungen über die Gesundheitskosten, welche Endokrine Disruptoren verursachen, indem sie die männliche Fortpflanzungsorgane schädigen: Krebs, Unfruchtbarkeit oder Hodendystopie.

Je nach Annahme, wie hoch der Anteil der Schäden an den Gesamtkosten dieser Rubrik ist (2, 20 oder 40%), entstehen hochgerechnet auf die EU Kosten von jährlich 60 bis 1’184 Millionen Euro. In diesen Zahlen sind längst nicht alle durch Endokrine Disruptoren verursachte Krankheiten enthalten, hinzu kommen weitere Beeinträchtigungen wie die Schädigung von Wasserlebewesen, Wild- und Nutztieren. Quelle: The Cost of Inaction, Zusammenfassung und Herunterladen der ausführlichen Studie.

Gemäss der WHO und dem Umweltprogramm der Vereinigten Nationen UNEP kennt man bis zu 800 Stoffe, deren endokrine Wirkung nachgewiesen ist oder vermutet wird, nur wenige wurden bisher untersucht (Wikipedia). Der Handlungsbedarf ist gross.

Globaler Megatrend Zunehmende Schadstoffbelastung

Auf der Suche nach Informationen zum Thema ist Heidi auf folgende Seite des Bundesamts für Umwelt gestossen Globaler Megatrend Zunehmende Schadstoffbelastung. Eine Animation zeigt, wie sich ausgewählte Faktoren, die zum Megatrend beitragen, seit 1900 verändert haben. Lange geschieht kaum etwas, dann plötzlich nehmen die Messwerte rasant zu und erreichen in den meisten Fällen 2013 einen Höchststand (Ende der Animation). Die Animation verdeutlicht, dass es ganz unterschiedliche Phänomene sind, die sich verstärken und zusammen einen globalen Megatrend ausmachen.

Stickstoffüberschüsse

Aus der Liste der vielen detaillierten Daten zu den globalen Megatrends hat Heidi die Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft ausgewählt. Stickstoff in unterschiedlicher Form kann gesundheitsschädigend sei; diese Kosten hat wohl noch niemand berechnet. Auch die Schweiz muss sich gewaltig anstrengen, damit die Verluste abnehmen, siehe auch Stickstoff in Landwirtschaft und Umwelt: Eine Herausforderung, Medieninformation Bundesamt für Landwirtschaft vom 11.1.11.

Wann werden wir endlich lernen? Heidis Mist vom 25.6.13

Segen und Fluch des Düngers, Heidis Mist vom 24.5.13

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