Posts Tagged ‘IP Suisse’

Glyphosat: Behörden zaudern – Bürger und IP-Suisse handeln

12. Oktober 2017
Glyphosat siehe Brief des Künstlers! Copyright: Xavier Schmidt, Jussy GE. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum in der Bevölkerung, dass alle Ablaufschächte in eine Abwasserreinigungsanlage (ARA) münden. Entsprechend sorglos wird mancherorts Schmutzwasser in den nächstbesten Schacht entsorgt. Aktion des www.vsa.ch.

Glyphosat siehe Brief des Künstlers! Copyright: Xavier Schmidt, Jussy GE. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum in der Bevölkerung, dass alle Ablaufschächte in eine Abwasserreinigungsanlage (ARA) münden. Entsprechend sorglos wird mancherorts Schmutzwasser in den nächstbesten Schacht entsorgt. Aktion des http://www.vsa.ch.

IP-Suisse verbietet Glyphosat im Label-Getreidebau

Der Druck steige und es seien Alternativen zu Glyphosat verfügbar. Das Verbot tritt auf die Aussaat 2018 in Kraft. Quelle: Bauernzeitung vom 12.10.17. Heidi meint: „Die alternativen Spritzmittel sind teurer und, ob sie harmloser sind, das wissen die Götter!“

Deutscher Umweltminister Wenzel: Bundesregierung muss bei Glyphosat handeln

Osnabrück (dpa) – Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel
(Grüne) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich auf EU-Ebene gegen
eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels
Glyphosat einzusetzen.

Namhafte Wissenschaftler hatten am Mittwoch im Europäischen Parlament
auf die Krebsgefahr des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat
hingewiesen. Während der Anhörung zu dem umstrittenen
Unkrautvernichtungsmittel bezweifelten auch etliche Redner die
offizielle Einschätzung der EU-Behörden für Lebensmittelsicherheit
(EFSA) und für Chemikalien (ECHA), wonach Glyphosat nicht
krebserregend sei.

EU-Info Deutschland 12.1.17

Nachtrag vom 19.10.17: Schmutzwasser in Schacht geschüttet

Gestern wartete Heidi auf einem Bündner Dorfplatz auf das Postauto. Kaum ein Ort, wo nicht gebaut oder umgebaut wird! Aus einem Umbauhaus trat eine Frau mit einem vollen Kübel auf den Dorfplatz und schüttete das Schmutzwasser in einen Schacht, der dem Ableiten von Niederschlagswasser dient. Sie ging zurück ins Haus und kam wieder mit einem vollen Kübel.

Wer betreibt Aufklärung in dieser Angelegenheit? Manchmal hat Heidi das Gefühl, dass einige Gewässerverschmutzungen auf Unwissen beruhen. Niemand klärt auf! Vielleicht müsste der vsa nicht nur Plaquetten verteilen, sondern eine kurze Medieninformation verfassen und diese Aktion von Zeit zu Zeit wiederholen, wo doch offensichtlich von Beamtenseite nichts kommt.

12.10.17 HOME

Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität…

10. Juli 2016
Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Die Natur war zentral im Leben von Paul Klee. Monument im Fruchtland heisst ein Aquarell, das er 1929 malte und so heisst auch die Umgebung des Zentrums Paul Klee (ZPK). Sie ist kein Park, sondern u.a. 2,5 Hektaren Ackerfläche. ZPK: „Wie die Künste, so trägt auch die Landwirtschaft eine Verantwortung. Als Eigentümer von fruchtbarem Boden wollen wir uns der Verantwortung stellen, diesen Boden nach nachhaltig-ökologischen Prinzipien zu bewirtschaften. Und v.a. wollen wir darüber sprechen, wie dies geschehen kann und mit welchen Problemen dies verbunden ist.“

FRUCHTLAND verbindet Kultur mit aktuellen Zeitfragen bis hin zu Lösungen zur Überwindung von Hunger und Umweltbedrohungen. ZPK: „Viele Beispiele und Studien zeigen, dass eine nachhaltige und damit auch ökologische Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren kann … Der grosse Kurswechsel hat jedoch noch nicht stattgefunden. Ein Umdenken ist notwendig, aber es muss auch entsprechend gehandelt werden, in Landwirtschaft und Gesellschaft. Der Schwerpunkt FRUCHTLAND bietet die Gelegenheit, solch wichtige Themen aufzugreifen.“

Ein Weg führt durch die beschilderte Anlage, welche unentgeltlich auch ausserhalb der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden kann. Aufgrund der feuchten Wetterbedingungen ist nicht alles nach Plan gewachsen, aber es ist einiges zu sehen.

Vom Hauptbahnhof Bern ist das ZPK bequem mit Bus 12 erreichbar oder zu Fuss via Altstadt und Bärengraben. Produkte der Agrikultur werden im Museums-Shop und im Restaurant Schöngrün verkauft: Honig, Sonnenblumenöl, Vieille Prune, Apfelschnaps, Gerstenflocken und Linsen.

Beta-Gerste speziell für die menschliche Ernährung

Blütenreiche Wiesenstreifen, vielfältige Trockenwiesen und 32 verschiedene einheimische Straucharten umgeben den grosse Acker hinter dem wellenförmigen Museumsgebäuden des Architekten Renzo Piano.

Blütenreiche Wiesenstreifen, vielfältige Trockenwiesen und 32 verschiedene einheimische Straucharten umgeben den grosse Acker hinter dem wellenförmigen Museumsgebäuden des Architekten Renzo Piano.

Auf dem Acker wächst dieses Jahr Beta-Gerste. Die Dieckmann Seeds in Deutschland hat diese Gerstensorte speziell für die menschliche Ernährung gezüchtet. Die Körner enthalten viel Beta-Glucan. Weil diese löslichen Nahrungsfasern das „schlechte“ Cholesterin (LDL) abfangen und es aus dem Körper transportieren, sinkt das Risiko für koronale Herzerkrankungen.

Die E. Zwicky AG schält die Beta-Gerste und stellt Flocken her, z.B. für Vitaglucan-Müesli. Aus dem Mehl bäckt die Firma Hiestand Cuorgusto-Gerstenbrot.

Demo-Feld mit der in Afrika erfolgreichen Push-Pull-Methode

Eine kleine Parzelle zeigt die Funktionsweise von Push-Pull. Diese raffinierte Anbaumethode war Gegenstand zahlreicher Berichte in den Medien. Im ZPK kann man sie live besichtigen. Entwickelt wurde sie am Internationalen Insektenforschungsinstitut icipe in Nairobi, Biovision hat sie mitfinanziert. Die Erträge steigen (bis zu 300%), denn mit dieser Methode wird die Kultur vor Schädlingen und Trockenheit geschützt und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessert. Projekte laufen in Kenia, Tansanien, Uganda und Äthiopien. Über 100’000 Bäuerinnen und Bauern wenden Push-Pull an, bis Ende 2017 sollen es 180’000 sein.

Demo-Feld zum UNO-Jahr der Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte sind weltweit eine wichtige Nahrungsquelle für pflanzliches Eiweiss, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und zudem in Lateinamerika, Afrika und Asien ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Auch bei uns wächst ihre Bedeutung mit steigender Nachfrage nach vegetarischer Nahrung.

Die UNO hat 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Sie betont dadurch die wichtige Rolle von Bohnen, Soja, Linsen, Kichererbsen … für die Ernährungssicherheit und gesunde Ernährung. Aus diesem Grunde baut das ZPK verschiedene Hülsenfrüchte an, allein und in Mischung mit anderen Kulturen.

Demo-Feld Getreide und Pseudogetreide

Ein weiteres Feld zeigt alte Getreidesorten wie Urdinkel und Khorasanweizen sowie alte Spezialitäten aus der Schweiz, z.B. Obersaxen-Zwergweizen. Auch Pseudogetreide ist zu sehen: Quinoa, Amaranth, Chia und Buchweizen. Sie enthalten wie Getreide viel Stärke, aber keine Gluten, weshalb sie zum Backen von Brot ungeeignet sind, aber für Menschen mit Intoleranz gegen Gluten (Zöliakie) sehr bekömmlich. Diese alte Kulturpflanzen enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsfasern und teilweise viel Eiweiss.

Hohe Nachhaltigkeitsziele

Informationstafel beim Eingang zum ZPK. Eine Broschüre gibt ausführlich Auskunft über FRUCHTLAND. Das ZPK bietet auch Führungen an und organisiert Agri-Kultur-Tage, etwa am 25.7.16 Honigschleudern.

Informationstafel beim Eingang zum ZPK. Eine Broschüre gibt ausführlich Auskunft über FRUCHTLAND. Das ZPK bietet auch Führungen an und organisiert Agri-Kultur-Tage, etwa am 25.7.16 Honigschleudern.

Nachhaltigkeit ist ein abgegriffenes Wort, aber in diesem Fall angebracht. Dafür sprechen allein schon die Projektpartner: Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), Stiftung Biovision, IP-Suisse. Der Präsident der Stiftung Biovision, Hans Rudolf Herren, erhielt 1995 als erster Schweizer den Welternährungspreis. Soeben, d.h. am 7.7.16, verlieh ihm der deutsche Bio-Getränkehersteller Lammsbräu den Ehrenpreis für Nachhaltigkeit: „Sein unermüdlicher Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung weltweit überzeugte die Jury“. Agrarökologischer Berater des ZPK ist Fritz Häni, ehemals Professor für Pflanzenschutz und Agrarökologie an der HAFL.

Als Vorbild für FRUCHTLAND dienen Biolandbau, bestimmte Methoden der integrierten Produktion und andere nachhaltige Systeme. Gerne probieren die Verantwortlichen etwas Neues aus. Besonders wichtig ist eine gesunde Fruchtfolge. Mit der Vielfalt der Arten rund um die Ackerfläche sowie mit Ast- und Steinhaufen fördert das ZPK die Nützlinge. Die elf einheimischen Wildrosenarten sind attraktiv für Insekten. Wenn die Rosen im Frühjahr voller Blattläuse sind, dann ist dies kein Grund zur Panik, sondern ein Zeichen dafür, dass Nützlinge Nahrung finden und sich so schnell vermehren können, z.B. die Marienkäfer.

FRUCHTLAND verbindet NATUR, KULTUR und AGRIKULTUR. Ein Rundgang bietet Gelegenheit zum Nachdenken über unsere Landwirtschaft und darüber, wie unsere Nahrungsmittel in Zukunft umweltschonend produziert werden könnten.

10.7.16 HOME

Bauern kontrollieren Bauern

7. November 2012
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Bündner Rindviehstall mit traditioneller „Mistgrube“, wie es im Amtsjargon heisst; Heidi hat die „grube“ vergebens gesucht, Foto 7.11.12.

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Foto 13.11.12

Selbst im bauernhörigen Nationalrat hat man bemerkt, dass die Kontrolle der landwirtschaftlichen Betriebe mangelhaft ist, siehe Motion Daniel Jositsch Keine Alibi-Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben vom 14.9.11. Heidi hat schon viel über das Thema geschrieben, etwa Das BLW verteilt jedes Jahr fast 3 Milliarden Franken Steuergelder gutgläubig an die Bauern. Im Bundesamt für Landwirtschaft ist das Problem bekannt, aber auch der Druck des Schweizerischen Bauernverbands gross.

Das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation (ALG) Graubünden schrieb über einen Bauern und den abgebildeten Stall: „… Dieser Landwirt war es gewohnt, die Gülle erst im Herbst auszubringen; das Jungvieh hielt er in einem Nebenstall mit traditioneller Mistgrube ohne Güllekasten. Aus diesem Grund veranlasste das ALG kurz darauf, dass der Betrieb saniert wurde…“, „kurz darauf“ bezieht sich auf Heidis Gülle-Schock im November 2007. Ein neuer Rindviehstall mit Güllegrube wurde zügig gebaut, das bringt zusätzliche Direktzahlungen (BTS und RAUS). Diese Massnahme hat keinen logischen Zusammenhang mit der vollen Güllegrube Anfang Winter 2007, denn im Nebenstall versickerte die „Gülle“ von 20 Rindern einfach in den Untergrund. Der Grund für den Stallbau war bekannt: mangelnder Vollzug Tier- und Gewässerschutzgesetz. Bei der Sanierung „übersah“ man beim Hauptstall den direkten Ablauf des Mistsickersafts und des Milchzimmerabwassers in Heidis Bächlein (Im Land wo Milch und Cola fliesst) sowie das zu kleine Mistlager. Dem Abwasser des Rinderauslaufs verpasste man eine Weiche zum Umstellen „Güllegrube“ oder „Bächlein“. Praktisch! Nach fünf Jahren Arbeit hat Heidi jetzt erwirkt, dass (eventuell) wirklich saniert wird. Hartnäckig muss man sein; viele Leute haben Heidi gesagt: „Ich habe einen Missstand nach Chur gemeldet aber nie eine Antwort erhalten.“

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Schafmist vor Nebenstall am 15.1.11

Item, nach dem Umzug der Rinder vom Nebenstall in die neue Behausung belebte der Bauer den Nebenstall mit etwa gleich vielen Schafen. Anfang Dezember 2010, im zweiten „Schaf-Winter“, verschwanden die Schafe plötzlich spurlos. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bauern Heidis Mist entdeckt. Zufall oder nicht, danach stand der Stall zwei Winter lang leer. Vom Stall heisst es: „Dort darf er keine Tiere mehr halten.“ Und welche „Untiere“ produzieren jetzt wieder Mist und brauchen längere Betreuung morgens und abends? Siehe erstes Foto vom 7. November 2012: links neuer Mist, rechts liegt noch ein kleiner Rest des vielen Mists der Schafe, zusammengesunken und überwachsen.

Auf dem zweiten Foto sieht man unten den Schafmist des Winters 2009/10 (dunkler) und oben jenen bis Dezember 2010; beide lagen monatelang ungedeckt auf dem nackten Boden bzw. „in der traditionellen Mistgrube“, Regen und Schnee ausgesetzt. Wie das letzte Foto zeigt, ist das Mistlager zu klein, und der Schnee des Auslaufs wird zusammen mit dem darauf liegenden Mist in die Wiese ob Heidis Bächlein geschoben.

Und wie sagt doch Heidi jeweils: Tier- und Gewässerschutz fallen in gewissen Kantonen durch alle Kontroll-Maschen, auch bei Bio und IP. In diesem Fall ein neuer IP-Suisse-Bauer, seit Ende August 2012!

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Das Mistlager beim Hauptstall ob Heidis Bächlein ist zu klein, Foto 28.3.12.

... 12.3.13, randloses Mistlager für Schafmist

… 12.3.13, randloses MIstlager für Schafmist

7.11.12 HOME

Im Land wo Milch und Cola fliessen

19. August 2012
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Wasser aus einem Bergbächlein in Graubünden. Leider weder Pepsi noch Coca! Heidi widmet diesen Blumenstrauss einem unermüdlichen Gewässerschützer zum Hochzeitstag. Wir misten weiter!

Endlich Fenster putzen, dachte sich Heidi und öffnete das erste … doch was schäumt denn da im Bächlein? Ein Blick am Ort genügt … schon wieder, denkt sie! Eine Pumpe auf dem Bauernhof oben am Hang ist in Betrieb. Erst im Frühling hatte Heidi erreicht, dass sich die Gemeinde endlich um das Milchzimmer-Abwasser kümmert, das zweimal täglich einen pH-Schub von einer Einheit im Bächlein bewirkte. Fliesst es tatsächlich nicht mehr Richtung Nordsee? Der Hof war erst vor vier Jahren vom Landwirtschaftsamt (nicht freiwillig) total saniert worden, trotzdem war weiterhin Mistsickerwasser usw. und zweimal täglich Milchzimmer-Abwasser bachab geflossen; weil es halt so üblich ist!? Es brauchte mehrere Interventionen zur Verbesserung der Lage, das ist verflucht unangenehm. „Schwiichue“ tönte es gestern aus dem Auto der Bäuerin. Die Kuh zur Sau gemacht, ein Titel im neuesten NZZ Folio, kam Heidi in den Sinn und das viele Kraftfutter, das hinauf in die Berge geführt und dort verfüttert wird, auch in Alpställen; wer kontrolliert schon? Wenn dies wenigstens ein Einzelfall wäre, denkt Heidi. Übrigens, die Polizei und Beamten waren vier Stunden beim Bauern, Auslaufen der Silowasserpresse, volle Güllegrube, unbeaufsichtigtes Umpumpen in eine andere Grube und schon fliesst Gülle bergab ins Bächlein… Am Abend ertönte die Pumpe von Neuem … und das Wasser im Bächlein hatte welche Farbe? Heidi lässt ihre LeserInnen raten.

Nachtrag: Ein paar Tage später hing das IP-Signet mit dem Marienkäfer an der Scheune. Der Gewässerschutz fällt halt durch alle Kontroll-Maschen, auch bei Bio. Ist überall drin, was man erwartet, nämlich umweltschonende Produktion?

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Im Sommer ein kleines Bächlein nur, eine Vogeltränke … in den übrigen Jahreszeiten werden Verschmutzungen stärker verdünnt und weniger bemerkt.

Die Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, dass solche Vorkommnisse nicht von der Polizei oder kleinen BeamtInnen einfach schubladisiert werden, sondern Drahtzieher weiter oben am Werk sind. Im Kanton Graubünden wurde die Verantwortung für den Gewässerschutz in der Landwirtschaft auf Druck der Bauernschaft dem Landwirtschaftsamt übertragen, wo bis vor Kurzem keine Stellenprozente für diese Arbeit vorhanden waren. Ob die heutigen ausreichen und der Wille zur Tat vorhanden ist? Unter den Ansprechpersonen sucht man den Gewässerschutz auch heute noch vergeblich. „Mir sind die Hände gebunden“, sagte der frühere Leiter des Amts für Natur und Umwelt. Solange aus den Bergen viel Wasser zu Tale fliesst, verdünnt das reine Quellwasser Verschmutzungen aus Ställen, Alpkäsereien usw., sodass sie meist nicht beachtet werden und kein Fischsterben auslösen. Viel hat Heidi schon zum Thema geschrieben.

Übrigens: Heidi hat den Regierungsräten Hansjörg Trachsel und Martin Jäger zum Neuen Jahr 2012 ein paar Gute Vorsätze vorgeschlagen, z.B. Verschieben des Gewässerschutzes in der Landwirtschaft vom Landwirtschaftsamt ins Amt für Natur und Umwelt, wo er hingehört. Sie hat Hansjörg Trachsel auch den Vollzug Tierschutz nahegelegt, aber darum kümmert sich ja der VgT.

Diaschau: Ewig schmutziges Bächlein

Nachtrag: Eine Leserin möchte unbedingt die Links zu früheren Artikeln zum Thema; klar, unter den mittlerweile 163 Artikeln sind sie schwierig aufzufinden: Les voilâ!

Gülle-Schock im November 2007

Gülle-Schock im Februar 2008

Gülle-Schock im März 2010

Verschmutztes Hahnenwasser oder Quellwasser aus Grönland?

Andere Kantone, andere Sitten

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Für Heidi ein altbekanntes Bild.

19.8.12 HOME

Grüne Milch? Ja, schon seit 9 Jahren in den Schulzimmern

26. Mai 2011
Trifolium_pannonicum_Jacq

Zeichnung von Carl Schröter, der in St. Antönien GR seine Ferien verbrachte und die Flora studierte, Trifolium pannonicum Jacq. aus "Die besten Futterpflanzen"

Migros und IP Suisse, diese Namen sind jetzt in aller Munde, wenn es um „Grüne Milch“ geht, genauer gesagt um TerraSuisse-Wiesenmilch. Ein neues Produkt? Nein, ein Besinnen auf alte Werte und eine gradlinige Schweizer Futterbau-Forschung, welche  die artgerechte Fütterung des Viehs auch dann im Auge behalten hat, als das Verfüttern von immer mehr Kraftfutter Mode wurde. Im Herbst soll die Wiesenmilch in den Migros-Verkaufregalen stehen. Die „grasgrüne Milch“ gibt es schon seit neun Jahren in den Schulzimmern jener Lehrkräfte, welche sich für Landwirtschaft interessieren und die Unterrichtsunterlagen mit diesem Titel angeschafft haben; Fragen und Antworten über Milch, Milchprodukte, Wiesen, Kuh und Landschaft. Ein Heft mit Arbeitsblättern, welches zum Beobachten, Nachdenken oder Notieren anregt. Der Autor ist Christian Hofer, jetzt Vize-Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft.

Auf dem eigenen Betrieb aus Gräsern, Klee und Kräutern möglichst nährstoffreiches Raufutter für das Vieh zu produzieren, das war seit den Zeiten von Friedrich Gottlieb Stebler und Albert Volkart die Grundidee des schweizerischen Futterbaus. Generationen von Futterbauforschern der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten und der ETHZ sind ihr treu geblieben. Zum Beispiel Josef Lehmann, der Vater der meisten Schweizer Kleegras-Standardmischungen für Ansaatwiesen, war ein vehementer Verfechter der Raufutterkuh. Diese soll in erster Linie Wiesenfutter fressen, das der Mensch nicht verwerten kann, weil er keinen Wiederkäuermagen hat. Wenn das Vieh Getreide und Soja frisst, dann konkurrenziert es den Menschen, siehe Im Dienst der Raufutterkuh, 125 Jahre FAL, Agrarforschung 10 (6): 239, 2003.  Im grossen Stil Reklame für die Wiesenmilch machten die Futterbauforscher in den 1990er Jahren mit der Ausstellung „Die Schweiz – ein Grasland“ an OLMA, Züspa, LUGA und BEA. Erneut die Werbetrommel rührten sie an der Expo agricole  in Murten mit er „Grasgrünen Milch“, welche danach als Wanderausstellung viele Leute begeisterte. Zahlreich sind die Forscher, welche einen Beitrag zum Erfolg beigesteuert haben, ein paar weitere möchte Heidi hier vorstellen: Binding-Preisträger (1994) Walter Dietl, Willy Kessler (Mitglied der Geschäftsleitung Agroscope Reckenholz-Tänikon ART), Andreas Lüscher (Leiter der Gruppe Futterbau, Graslandsysteme der ART). Der TerraSuisse-Wiesenmilch zum Durchbruch verholfen hat Peter Thomet, Dozent an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen  (bis vor zwei Monaten Präsident der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus AGFF).

Heidi empfiehlt allen, die an einem ökologischen Wiesenbau interessiert sind, Werbung für die Wiesenmilch zu machen. Schenken Sie doch die Unterrichtsunterlagen einer Lehrerin oder einem Lehrer oder tauchen Sie selber in die spannende Welt der Wiesen und Kühe ein, etwa mit den Fragen Sprechen Wiesen auch Japanisch? Können Kühe zaubern?, denn dann wissen Sie Bescheid, was hinter der Wiesenmilch steckt, wenn sie im Herbst in der Migros erhältlich ist. Die Unterlagen sind den Preis wert, erhältlich bei der AGFF Grasgrüne Milch, als Heft für 10 Franken, als CD-Rom für 5 Franken oder beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst LID-Shop, Grasgrüne Milch. Viel Spass! Oder werden Sie Mitglied der AGFF für 30 Franken. Das war jetzt ein bisschen viel Werbung, aber für einen guten Zweck.

Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues (AGFF), Frühjahrstagung 7. April 2011

AGFF 75 Jahre Forschung und Beratung für den schweizerischen Futterbau – 1934-2009

7 Rappen mehr für Wiesenmilch. Schweizer Bauer, 10.5.11

26.5.11 HOME


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