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Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind Futterpflanzen für viele Insekten – Wieso also bekämpfen?

29. Juni 2022
Insekten lieben das Jakobskreuzkraut. Für sie ist es nicht giftig.

Insekten lieben das Jakobskreuzkraut. Für sie ist es nicht giftig.

Walti hat Heidi darauf aufmerksam gemacht, dass die Insekten auf ihren Ringelblumen (siehe Die Ringelblume hat viele Liebhaber) keine Käfer ist, sondern Grüne Distelwanzen. Bei dieser Gelegenheit hat er Heidi ein Foto von einem Jakobskreuzkraut mit Biene und Schmetterling geschickt sowie von einer Weide mit vielen Kreuzkräutern und dem Hinweis: „Alle Jahre wieder, müsste bekämpft werden, die Samen werden mit dem Wind überall hin vertragen!!“

Diese Jakobskreuzkräuter müssten bekämpft werden.

Das Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind in ungepflegten Wiesen und Weiden ein Problem, denn sie sind für die Nutztiere giftig. Zwar meiden die Tiere die Pflanzen weil sie bitter sind, aber im Heu und Silo sind sie immer noch giftig und die Tiere können an Leberkrebs erkranken.

Wenn Bienen fleissig giftige Kreuzkräuter besuchen, gelangen Pyrrolizidinalkaloiden in den Honig. Der Übergang von Pyrrolizidinalkaloiden in den Nektar und mit diesem in Honig wurde nachgewiesen. Untersuchungen ergaben eine geringere Belastung bei deutschen Honigen. In 50% der untersuchten Fälle lag die Belastung jedoch bei 250 µg/kg Honig. Noch kritischer ist dies bei Honigen aus Übersee. Nicht alles Natürliche ist also gesund!

So bekämpfen Sie die Kreuzkräuter nachhaltig

PaturaALPINA ist ein Verbundprojekt zum Thema „Problempflanzen auf Alpen“ zwischen Agridea, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Agroscope und dem Büro Alpe. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) wird das praktische und theoretische Wissen im Umgang mit Problempflanzen im Sömmerungsgebiet aufgearbeitet und digitalisiert. Die Inhalte werden auf der Website, in Kurzfilmen auf youtube und dem Agridea-App verbreitet und aktualisiert.

Was sagt PaturaALPINA über das Alpenkreuzkraut?

Das Alpenkreuzkraut kommt häufig auf nährstoffreichen Viehlägerplätzen oder an feuchten Standorten auf Alpweiden vor. Dort gilt es vor allem wegen seiner „Giftigkeit“ als Problempflanze. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Alpenkreuzkraut auf Alpweiden zu regulieren. Im Video wird anschaulich erklärt wie man das macht.

Video zur Regulierung des Alpenkreuzkrauts

Das sagt Fritz Fässler, Bewirtschafter Alp Hessisbohl Oberloch im Hoch-Ybrig SZ.

Das sagt Fritz Fässler, Bewirtschafter der Alp Hessisbohl Oberloch im Hoch-Ybrig SZ. Bild aus dem Video.

Jakobskreuzkraut, Wikipedia

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpen

Jakobskreuzkraut oder Arnika?

Die Blüten des Jakobskreuzkrautes und der Arnika sind ähnlich, so dass man sie verwechseln könnte. Hingegen sind die Blätter der beiden Pflanzen sehr verschieden und der Wuchs auch. Der drüsenhaarige Stängel der Arnika ist einfach oder höchstens wenigästig verzweigt und besitzt meist ein bis zwei, selten drei gegenständige Paare Laubblätter. Beim Jakobskreuzkraut entwickelt sich im zweiten Jahr eine oft dunkelrot überlaufene, aufrechte Sprossachse (Stängel) mit Blütenständen. Bei den leierförmig fiederteiligen Laubblättern sind die unregelmässigen und stumpf gezähnten Abschnitte zum Ende hin verbreitert; an ihrer Basis weisen sie Öhrchen auf.

Das erste Foto in diesem Beitrag stammt von der gleichen Pflanze wie das folgende Foto von der ganzen Pflanze. Hier sieht man klar, dass es keine Arnika ist. Auf beiden Fotos ist das Jakobskreuzkraut zu sehen.

Alpenkreuzkraut.

Alpenkreuzkraut.

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Pufferstreifen neben Hecken: Ausnahmen

16. Oktober 2012
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Buntbrachen sind heikle Kulturen. Wenn in der Nähe invasive Problempflanzen – wie die Kanadische Goldrute – wachsen, dann besteht die Gefahr, dass diese einwandern.

Wer Direktzahlungen bezieht darf entlang von Hecken, Feld- und Ufergehölzen keinen Acker anlegen.  Die Kantone haben es in der Hand, diese Regelung für Spezialfälle zu lockern z.B. entlang von Autobahnen, National- und Kantonsstrassen, Eisenbahnlinien, Bauzonen sowie für parallel verlaufende Hecken, die weniger als 40 Meter voneinander entfernt sind. Auf dem Pufferstreifen sind aber nur die folgenden Kulturen gemäss Direktzahlungsverordnung erlaubt: Ackerschonstreifen, Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Ackersäume. Das Verbot für Dünger und Pflanzenschutzmittel gilt auch hier (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung). Besonders zu beachten ist diese Regelung, wenn eine Brache mit Glyphosat totgespritzt wird. Wo Neophyten in der Nähe vorkommen, können diese in Bunt- und Rotationsbrachen ein Problem werden. Die Kanadische Goldrute sowie das giftige Jakobskreuzkraut waren früher in Samenmischungen für die Begrünung von Autobahnen enthalten, weshalb sie heute noch an zahlreichen Böschungen und extensiven Randstreifen dominiert.

Weitere Informationen in Anlage, Pflege und Aufheben von Bunt- und Rotationsbrachen: Tipps und Lösungen zu häufig gestellten Fragen, 7.10.08, BeraterInnengruppe für den ökologischen Ausgleich, Arbeitsgruppe Ackerbau, sowie Pufferstreifen – richtig messen und bewirtschaften, Agridea.

Nachtrag: Ein Leser möchte Einblick haben in die von den Kantonen bewilligten Spezialfälle. Wie bei vielen kantonalen Regelungen ist ein Überblick schwierig. Heidi vermutet, dass die meisten Kantone gar keine Bewilligungen erteilen, sondern die Bauern einfach gewähren lassen.

16.10.12 HOME


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