Posts Tagged ‘Knoblauch’

Heidi zum 1. August: Der Koffer steht bereit

31. Juli 2014
Gemüse ist gesund. Das Ernten im eigenen Pflanzblätz macht Spass.

Gemüse ist gesund. Das Ernten im eigenen Pflanzblätz macht Spass.

Heidi stand vor einem zwei Meter hohen Gitterzaun. Ihre Aufmerksamkeit galt dem Schulgarten dahinter. Hier Kopfsalat, dort Minze und – unübersehbar – roter Mohn. Plötzlich ertönte eine Stimme: „Die bauen ja Drogen an! Kein Wunder, dass die Jugendlichen abends herum hängen mit Drogen und Alkohol. Und alles lassen sie liegen: Flaschen, Pizza-Verpackung …“ Heidi: „Das ist doch kein Schlafmohn! Das ist …“ Doch dann merkte sie, dass der Mann, welcher perfekt Hochdeutsch sprach, Bescheid wusste; der Mohn war nur ein Vorwand, der Anfang einer langen Diskussion.

Artischocken schmecken ausgezeichnet und fördern die Verdauung.

Artischocken schmecken ausgezeichnet und fördern die Verdauung.

Irgendwann lenkte Heidi das Thema auf die modernen Sklaven, die fern von Familie und Heimat Geld verdienen, etwa im Gemüse- und Obstbau. Da aber konterte der Mann in Trainerhose: „Ich finde das gut, denn ich habe in drei Saisons das Geld für mein Haus gespart, studiere jetzt gerade den Schulgarten, suche Ideen für meinen Garten.“ Schon lange arbeitet er im Schweizer Gastgewerbe, wechselt häufig die Adresse, nennt Top-Arbeitgeber in Top-Ferienorten. Ein besonders nettes Hotelbesitzer-Ehepaar wollte er später einmal besuchen, doch das von alten Bäumen umgebene Hotel war weg; drei Häuser mit Eigentumswohnungen standen dort, verlassen, mit geschlossenen Läden: „Schrecklich, diese toten Häuser …“, sagte der Mann.

Vielseitig nutzbarer Wirz oder Wirsing: frisch als knackiger Salat, gekocht als Beilage, gefüllt oder im Eintopf.

Vielseitig nutzbarer Wirz oder Wirsing: frisch als knackiger Salat, gekocht als Beilage, gefüllt oder im Eintopf.

Der Mann aus Kroatien weiss, dass er privilegiert ist, und sieht nicht nur die politische Misere in seinem Heimatland und die schönen Seiten der Schweiz, sondern auch die negativen Aspekte der Globalisierung und des Wachstums. Seine Freizeit nutzt er zum Lesen: vorwiegend englische Fachbücher über Gesellschaft und Politik. Ein Mann, zufällig getroffen vor einem Schulgarten. Sein Koffer steht immer bereit, alle seine „Schweizer“ Habseligkeiten haben darin Platz.

Fast in allen Diskussionspunkten waren sich Heidi und der Mann einig, nur in einem nicht:
Kinder allein zu Hause, Heidis Mist 17.2.13
SUISSE GARANTIE ohne Ausländer? Heidis Mist 17.7.11

Jeder eine Gärtnerin!
Ja, der Traum vom frischen Gemüse, den Früchten aus dem eigenen Garten! Schon ein kleiner Balkon bietet Platz für ein paar Töpfe mit Gewürzen oder Cherry-Tomaten. Noch mehr Platz gibt’s im Vorgarten, Hinterhof oder Schrebergarten oder auf einem Blätz Land beim Bauern.

Markt als Ergänzung
Als Alternative oder Ergänzung empfiehlt Heidi den Besuch von Märkten oder innovativen Bauern.

Bio Knoblauch aus dem Bernbiet
Nicht vergessen: Knoblauch frisch, getrocknet, in Essig, in Öl vom Farngut, Familie Katja und Markus Bucher, Grossaffoltern. Weitere Produkte: Blumenkohl, Pastinaken, Butternusskürbis, Karotten, Pantelleria Kapern, Borlottibohnen, Goldmelisse, Lavendel, Petersilie. Unter Süsskartoffeln heisst es „Wir sind am üben …“. Die Zusammenarbeit mit dem Bio-Betrieb von Christoph Hauert und Eva Ulm „ermöglicht uns ein effizientes Arbeiten, zeitgemässe Betriebsstrukturen, gegenseitige fachliche Unterstützung und vieles mehr …“
Hier geht’s zum Farngut
Was ist ein Biomat? Besuchen Sie Christoph Hauert und Eva Ulm.

Iss fein, iss frisch, iss nah, iss grün, iss mit
Frisches fastfood vom schnägg in Zürich. Im August 2014 eröffnet schnägg vier weitere Filialen in der Stadt Zürich: Stadelhofen, Enge, City und Giesshübel. Ab Herbst werden es noch mehr sein, und nicht nur in Zürich, verspricht dass schnägg-Team.
schnägg fastfood

Entwicklung der weltweiten Umweltauswirkungen der Schweiz
Grafik aus dieser neuen Publikation des Bundesamts für Umwelt (BAFU), Umweltbelastung von Konsum und Produktion von 1996 bis 2011

Was essen? Die Wahl ist aufgrund der Grafik und der mediterranen Ernährungspyramide einfach: viele Früchte, Gemüse, Getreide, Kartoffeln und Nüsse ... vielleicht ab und zu Fleisch aus tierfreundlicher Haltung. Grafik aus "Entwicklung der weltweiten Umweltauswirkungen der Schweiz", BAFU 2014

Was essen? Die Wahl ist aufgrund der Grafik und der mediterranen Ernährungspyramide einfach: viele Früchte, Gemüse, Getreide, Kartoffeln und Nüsse … vielleicht ab und zu Fleisch aus tierfreundlicher Haltung. Grafik aus „Entwicklung der weltweiten Umweltauswirkungen der Schweiz“, BAFU 2014

1.8.14 HOME

Zum 1. August: Heidis Vegi-Capuns

31. Juli 2013
Vegi-Capuns mit Mais und Cherry-Tomaten

Vegi-Capuns mit Mais und Cherry-Tomaten

Die Grossverteiler und die Fleischindustrie hämmern uns ein, dass man (Männer an den Grill!) im Sommer möglichst oft Fleisch auf den Grill legen soll. Das Wetter verwöhnt uns mit Wärme. Möchte man da nicht lieber etwas leichtes, bekömmliches essen und die laue Abendluft geniessen, die in der Stadt meist ohnehin etwa stickig ist?

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass häufiger Fleischkonsum schädlich ist. Jetzt hat die Eidgenössische Ernährungskommission (EEK) diese Erkenntnis thematisiert, und zwar an der 26. Ernährungsplattform vom 24.5.13. Sie empfiehlt, den Fleischkonsum zu senken und schlägt die Überarbeitung der Ernährungspyramide vor, Informationen aus der EEK von Ulrich Keller. Wegweisend soll die Mediterrane Ernährung sein, die von der UNESCO 2010 als „Weltnaturerbe“ ausgezeichnet wurde. Wann wird das Bundesamt für Gesundheit die Ernährungspyramide überarbeiten? In welchem Jahrhundert wird die Schweizer Agrarpolitik entsprechend angepasst?

Als Alternative zu Grillfleisch schlägt Heidi Vegi-Capuns mit Schweizer Mais vor. Mais-Capuns? Klar, Heidi hat sie heute erfunden. Das ist ganz einfach: Weizenmehl durch Maismehl ersetzen! Oder 1 Teil Weizenmehl, 2 Teile Ribelmais vom Verein Rheintaler Ribelmais in Salez SG.  Rezepte gibt es auf dem Internet in Hülle und Fülle. Und Vegi? Statt Fleisch z.B. gekochte rote Linsen zum Teig geben sowie gehackte Walnüsse, Käse, kleine Gemüsewürfel, Peperocini, Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze nach Belieben. Heidi kocht die Capuns nicht schwimmend in Salz- oder Milchwasser; sie legt sie in eine Bratpfanne, gibt wenig Bouillon dazu, Deckel drauf und beidseitig 10 bis 15 Minuten leicht köcheln lassen. Eventuell am Schluss mit etwas geriebenem Emmentaler bestreuen.

Mediterranean diet, viele Informationen zur Mediterranen Küche, Ernährungsplan für jeden Woche des Jahres, Hinweis auf saisonale Produkte, Newsletter, wissenschaftliche Publikationen, Blogs, Veranstaltungen… Im wissenschaftlichen Kommittee sind Fachleute aus vielen Ländern vertreten, auch USA; es wird präsidiert von Lluís Serra-Majem, Professor of Preventive Medicine at the University of Las Palmas de Gran Canaria. Texte in Englisch und Spanisch.

Heidi zum 1. August 2012

Heidi zum 1. August 2011

Mediterrane Ernährung, neue Pyramide 2010, Bach-Faig A, Berry EM, Lairon D, Reguant J, Trichopoulou A, Dernini S, Medina FX, Battino M, Belahsen R, Miranda G, Serra-Majem L. Mediterranean diet pyramid today. Science and cultural updates. Public Health Nutr 2011 Dez;14(12A):2274–2284

Mediterrane Ernährung, neue Pyramide 2010, Bach-Faig A, Berry EM, Lairon D, Reguant J, Trichopoulou A, Dernini S, Medina FX, Battino M, Belahsen R, Miranda G, Serra-Majem L. Mediterranean diet pyramid today. Science and cultural updates. Public Health Nutr 2011 Dez;14(12A):2274–2284

1.8.13 HOME

Schweizer Knoblauch vom Farngut

1. Juli 2013
Schweizer Knoblauch frisch oder getrocknet direkt vom Farngut, © Katja Bucher

Schweizer Knoblauch frisch oder getrocknet direkt vom Farngut, © Katja Bucher

Schweizer Knoblauch ist rar. 80% des Knoblauchs auf dem Weltmarkt stammen aus China. Wer möchte lieber einheimische Bio-Knollen? Ab sofort ist frischer Knoblauch beim Farngut erhältlich; die grünen Teile sind essbar, roh oder gekocht; 1 kg kostet 23 Franken. Ab August gibt es Knoblauch mit trockener Schale für 20 Franken pro kg. Porto jeweils inbegriffen, Mengenrabatt ab 2 kg.

Heidi hat bestellt. Am nächsten Tag schon brachte der Pöstler ein Paket mit tadellosen Knollen, schmeckt ausgezeichnet! Zum Verpacken von getrockneten Knoblauch (Chips) hat die Familie Bucher eine neue Maschine angeschafft.

Nachtrag 3.7.13: Eine Leserin schrieb: „… auch wir haben irgendwann einmal festgestellt, dass der Knoblauch in den Läden meist aus China kommt. Unglaublich. Wenn man dann noch weiss, wie die umgehen mit Gifteinsätzen… es ist gut zu wissen, dass es Leute gibt, welche ihr gutes Produkt anbieten und Du diese publik machst.“

… mehr zum Thema auf Heidis Mist:

Knoblauch aus China?

Bioknoblauch aus dem Bernbiet

Bioknoblauch aus dem Bernbiet (2)

1.7.13 HOME

Bioknoblauch aus dem Bernbiet (2)

16. August 2012
DSC04290KnoblauchK

Der Farngut-Bio-Knoblauch ist erstklassig. Foto: Heidis Knoblauch

Am 19.11.11 hat Heidi das Farngut entdeckt. Katja & Markus Bucher produzieren in Grossaffoltern Bio-Knoblauch und allerlei Gemüse, neu auch Chicorée (Bioknoblauch aus dem Bernbiet). Zu jener Zeit war das Knoblauch-Einkaufen schwierig, denn er kam vorwiegend aus China, Argentinien und Bio-Knoblauch z.B. aus Italien. Statt Überschussmilch und Fleisch mit viel zugekauftem Kraftfutter zu produzieren, suchten die Buchers nach Marktlücken und haben sie gefunden. Heidi freut sich, denn ein Mail genügt und die Buchers liefern den Knoblauch per Post ins Haus. Längst ist der 2012er geerntet und im Shop, bei Grossverteilern und Bioläden erhältlich. Das Kilogramm kostet inklusive Versandkosten 20 Franken. Wer etwas Spezielles will, bestellt auch Knoblauch Chips.

16.8.12 HOME

Bio-Knoblauch aus dem Bernbiet

16. November 2011
DSC02933_Knoblauch

Gut zu wissen, dass die Schweizer Knoblauch-Marktlücke geschlossen ist.

Der Zürcher Bauernverband macht Werbung für Schweizer Produkte und verurteilt den Einkaufstourismus. Manchmal ist es aber schwierig, einheimische Produkte zu finden, zum Beispiel auch Saison-Gemüse. Im Mai 2010 hat Heidi über ihre aufwändige Suche nach Schweizer Knoblauch berichtet. Eine innovative Bauerfamilie hat diese Marktlücke entdeckt und geschlossen: die Buchers aus Grossaffoltern. „Steht Schweiz drauf, ist Bucher drin“ titelte „Der Bund“ am 8.11.10. Knoblauch, Knoblauch-Chips und -Sauce kann man im Shop von Katja und Markus Bucher bestellen. Dieses Jahr haben die Buchers 10 Hektaren Knoblauch geerntet und nächstes Jahr werden es 9,5 sein. Warum nicht jetzt online bestellen? Eine gute Sache! findet Heidi und hofft, dass ihre LeserInnen diese Werbung beachten. „Wir freuen uns auf jeden neuen Kunden, ob privat oder Hofladen, Bioladen, Restaurant usw.“ schrieb Katja Bucher in ihrem Mail an Heidi. Verschiedene Migros- und Coopläden führen Knoblauch aus Grossaffoltern und viele Bioläden und Berner Marktfahrer. Übrigens, Heidi hat bei den Buchers Knoblauch bestellt; er ist tadellos und schmeckt ausgezeichnet. Weil der Artikel Knoblauch aus China? vom 20. Mai 2010 häufig gelesen wird, hat Heidi einen zweiten Nachtrag dazu geschrieben.

Noch ein Werbespot: Bio-Gemüse, -Früchte, -Teigwaren, -Flocken, -Mehle, -Gewürze  usw. sind online erhältlich bei bio-direct.ch. Aktuell: Kastanien-Produkte. Eine Degustierbox mit Früchten und Gemüsen lädt zum Probieren dieses Services ein.

19.11.11 HOME

Knoblauch aus China?

20. Mai 2010

Ich habe noch viele  Bilder im Archiv und Geschichten zum Erzählen über Hofdünger-Austrag zur Unzeit sowie Miststöcke im Feld, doch soll nicht der Eindruck entstehen, ich sei gegen die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz. Die LandwirtInnen haben es nicht einfach, können nicht allen Ansprüchen von Politik und Gesellschaft gerecht werden, obwohl sie durchaus einiges verbessern könnten; wer könnte das nicht?

Beim Einkaufen von Lebensmitteln achte ich immer auf die Herkunft. So war ich erstaunt, als im VOLG-Laden Knoblauch aus China angeboten wurde. Ich verzichtete darauf, kochte einige Zeit ohne Knoblauch und versuchte es dann bei COOP. Ich hatte zur Wahl Knoblauch aus Argentinien oder Bio-Knoblauch aus Italien. Enttäuscht kaufte ich zur Not italienischen Bio-Knoblauch.

Mit dieser Lösung war ich nicht zufrieden. Ich machte einen Spaziergang zum Hofladen der landwirtschaftlichen Schule Plantahof, da gab’s schöne grosse Bündner Exemplare. Neben einem guten Dutzend Stück Knoblauch, kaufte ich noch anderes Gemüse frisch vom Feld.  Zugegeben, der Aufwand ist ein bisschen gross, wenn man aber den Spaziergang dazurechnet, dann fällt er gar nicht ins Gewicht. Anderswo gibt es sicher weitere Möglichkeiten: Märkte und kleine Läden mit regionalen Produkten.

Nachtrag 5.11.10: Hoffnung auf Schweizer Knoblauch: Die Familie Bucher in Grossaffoltern BE hat den Innovationswettbewerb Agropreis 2010 der Emmental Versicherung gewonnen mit dem Projekt Schweizer Bio Knoblauch. Katja und Markus Bucher ernteten 2009 27 Tonnen!

Nachtrag 19.11.11: Die Buchers, ein Bio-Knospe-Betrieb, sind richtige Gemüsebauern. Nächstes Jahr wird die Knoblauch-Anbaufläche auf zehn Hektaren ausgedehnt. Warum nicht jetzt online bestellen? Verschiedene Migros- und Coopläden führen Knoblauch aus Grossaffoltern und viele Bioläden und Berner Marktfahrer.

landwirtschaftliche Schule Plantahof

20.5.10  HOME


%d Bloggern gefällt das: