Posts Tagged ‘Konsum’

Hanspeter Guggenbühl ist tot – wirken sollen weiterhin seine Texte!

1. August 2021
Heidis Velo-Ferien.

Heidis Velo-Ferien.

Die Texte von Hanspeter Guggenbühl, welche Heidi im INFOsperber las, waren allesamt realistisch, fundiert, lesenswert und hätten Anstoss geben können für politisches Handeln. Doch Warten auf die Politik ist „Warten auf Godot“. Den heutigen 1. August widmet Heidi Hanspeter Guggenbühl. Brief vom 15.8.19 an Heidi:

Liebe Heidi

Die Zeit ist auch für mich ein zentrales Thema. Das begann 1978, als die Eidgenössische Kommission für die schweizerische Gesamtverkehrskonzeption (GVK) Ihren Schlussbericht und x Begleitstudien veröffentlichte, inklusive Begleitstudien, etwa über die Zeit, die wir im Verkehr verbringen. Ich war der einzige, der sich zur Freude des GVK-Stabes für diese Zeitbudget-Studien interessiert, und ich habe diese Erkenntniss in den folgenden Jahren auch fleissig gemolken. Etwa: Rund eine Stunde pro Tag verbringt ein Automobilist im Auto und rund eine Stunde pro Tag muss er arbeiten, um das Geld zu verdienen, das ein Durchschnittsauto pro Jahr kostet, nämlich 10’000 Franken bei durchschnittlich 15’000 Kilometer Jahreskilometer-Konsum. Rechne: 2 Stunden pro Tag mal 365 Tag ergibt 730 Stunden. Dividiert man nun die 15’000 Kilometer durch 730 Stunden kommt man auf ein Durchschnittstempo von rund 20 km/h. Und darauf meine Erkenntnis und mein Standard-Satz: „Da kann ein rüstiger Velofahrer noch locker mithalten.“.

Aus solchen Zeitberechnungen leitete ich dann meinen Spott über die Unproduktivität des Automobilverkehrs ab und sagte künftig auf die Frage, ob ich Auto fahre: Würde ich gerne, aber solange ich nicht arbeitslos bin, habe ich dafür leider keine Zeit.

Später rechnete ich aus, wie viele Zeit ich spare, weil ich kein Auto (2 Stunden pro Tag) und kein Handy (mittlere Nutzungszeit mindestens zwei Stunden pro Tag habe). Und dabei frage ich mich heute, warum ich trotz vier Stunden „gewonnener“ Zeit pro Tag immer noch in Zeitnot gerate respektive wo ich die „gesparte“ Zeit verplempere.

Und das Fazit aus dieser Schreibe: Zeit ist ein unfassbares Thema.

Leicht selbstironisch grüsst

Hanspeter Guggenbühl ¨¨

P.S: Nutzen Sie trotzdem Ihre Zeit, um weiterhin Heidis Mist zu produzieren. Denn Sie erzeugen damit ein wichtiges (Landwirtschafts-)Produkt.

«Der Wachstumszwang» und seine absurden Folgen. INFOsperber vom 11.8.19

in memoriam hpg. Mit dieser Serie leisten mehrere Schweizer Autor:innen einen Beitrag zum Andenken an den Journalisten Hanspeter Guggenbühl (2. Februar 1949 – 26. Mai 2021). INFOsperber

Alle Artikel von Hanspeter Guggenbühl auf INFOsperber

Hanspeter Guggenbühl, Wikipedia

Honig und Nüsse. Heidis Mist vom 24.12.12

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Wasser und Weltbevölkerung

6. Februar 2021

Wasser ist ein kostbares Gut. Es ist unser Lebensmittel Nr. 1. Wir brauchen es zum Kochen, Waschen, für die Produktion von Nahrungsmitteln und vieles mehr. Doch Wasser wird fast überall auf der Erde knapp. Damit aber nicht genug, Flüsse, Seen, Meere und das Grundwasser sind zunehmend verschmutzt, auch bei uns.

Verschmutztes Wasser

Bevölkerungsentwicklung in Asien von 1951 bis 2019. Quelle: countrymeter

Bevölkerungsentwicklung in Asien von 1951 bis 2019. Quelle: countrymeters

35 Millionen Menschen sind auf den angeblich schmutzigsten Fluss der Welt, den Citarum-Fluss auf der Insel Java in Indonesien, angewiesen. Seyi Rhodes hat im April 2014 für Unreported World darüber berichtet. Der Fluss ist bedeckt mit Abfällen und durch giftige Abwässer verschmutzt. Es fehlt an Kehrichtverbrennungs- und Abwasserreinigungsanlagen. Alles landet einfach im Fluss.

Mangelnder Zugang zu Wasser

Bevölkerungsentwicklung in Afrika von 1951 bis 2019. Quelle: countrymeter

Bevölkerungsentwicklung in Afrika von 1951 bis 2019. Quelle: countrymeters

Quelle Scinexx: Laut Weltwasserbericht 2019 lebt die Hälfte der Menschen weltweit mit unzureichendem Zugang zu sicherem Trinkwasser auf dem afrikanischen Kontinent. Nur 24 Prozent der Bevölkerung Subsahara-Afrikas haben Zugang zu Trinkwasser. Der Bericht zeigt jedoch auch auf, dass Wasserversorgung nicht nur ein Problem des globalen Südens ist: Auch in Europa und Nordamerika verfügen 57 Millionen Menschen in ihren Häusern nicht über Wasserleitungen. Nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb betroffener Länder stellt der UN-Bericht grosse regionale Unterschiede fest; vor allem betroffen sind dabei diskriminierte Gruppen.

Wasser wird knapp

Bevölkerungswachstum in Europa von 1951 bis 2019. Coutrymeter

Bevölkerungswachstum in Europa von 1951 bis 2019. Coutrymeters

Qualitativ und quantitativ sind die Wasservorkommen vor allem im Nahen Osten und Nordafrika, Zentralasien und in Teilen Australiens bereits heute an einem kritischen Punkt. In Spanien entsteht die erste Wüste Europas, viele Seen – darunter der Aralsee – und Flüsse trocknen aus. Eine massive Zunahme der Wasserprobleme erwarten Experten in Zukunft außerdem im südlichen Afrika, in Pakistan sowie in China und Indien.

Ursachen

Bevölkerungswachstum in der Schweiz 1951 bis 2019. Quelle: Countrymeters

Bevölkerungswachstum in der Schweiz 1951 bis 2019. Quelle: Countrymeters

Mehrere Faktoren sind für die Wasserknappheit verantwortlich: Übernutzung der Wasserressourcen, Bevölkerungswachstum, Globale Erwärmung, Wasserverschmutzung …

Auswirkungen sind: Krankheit, Hunger, Konflikte …

Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser ist dringend nötig!

Wachsende Weltbevölkerung

Entwicklung der Weltbevölkerung 1951 bis 2019. Quelle: countrymeter

Entwicklung der Weltbevölkerung 1951 bis 2019. Quelle: countrymeters

Soeben hat Heidi auf die laufende Anzeige des countrymeters der Weltbevölkerung geblickt. Neben Heidi, dem Geissenpeter und dem Alpöhi leben weitere 7’860’944’549 Menschen auf unserer Erde und bis Sie diesen Artikel lesen werden es noch mehr sein. Und die Menschen vermehren sich laufend, so dass wir je nach Vorhersage voraussichtlich 2022 oder 2023 acht Milliarden Menschen auf dieser gleichen Erde sein werden und in weniger als 20 Jahren neun Milliarden.

Wie lösen wir dieses und weitere Probleme wie Klimawandel, Gewässerverschmutzung, Wasserknappheit, Nahrungsmittelproduktion, weitere Pandemien …? Und Finanzhaie wollen das Wasser an die Börse bringen!

Derweil befasst sich die Politik damit, ob Skilifte laufen dürfen oder eher nicht und Menschen protestieren u.a. dagegen, dass sie im ÖV Masken tragen müssen. Fast würde man meinen, dass das die einzigen Lebensinhalte sind: Konsumieren, Fun, Reisen, Freiheit ohne Grenzen, allenfalls auf Kosten anderer.

Mangelware Wasser. Reset Juni 2019 aktualisiert

World Water Development Report 2018, UN Water 19.3.18

17 Länder stehen kurz vor dem „Day Zero“. Wasserrisiko-Atlas zeigt Hotspots des Wassermangels. Scinexx 12.8.19

Wasser – Im Visier der Finanzhaie. Arte, verfügbar bis 29.3.21

The World’s Dirtiest River, Java. Seyi Rhodes, Unreported World

Population of the world and countries. Countrymeters

Tag der Weltbevölkerung Die Menschheit wächst nach wie vor. Michaela Waldow, ZDF 11.7.20

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Heidis Wort zum Sonntag: Wir wollen den Schwarzen Peter nicht!

4. Februar 2018
Wir KonsumentInnen können den Schwarzen Peter oft gezielt weitergeben ... Augen und Ohren auf!

Wir KonsumentInnen können den Schwarzen Peter oft gezielt weitergeben … Augen und Ohren auf!

Wenn es um Nachhaltigkeit, RSPO, Konsum, Ökologie, Tierschutz, BTS, Pflanzenschutz, Welthandel usw. geht, dann schiebt man uns gerne den Schwarzen Peter zu: „Die Konsumenten wollen das!“ In Wirklichkeit manipuliert man die Konsumenten so gut es eben geht und lässt die Kasse klingeln.

„Die Konsumenten sind mündig!“, heisst es etwa, wenn Krankheitsprävention gefördert werden sollte: Tabak, Zucker, Fett, Alkohol, Mobilität usw. Oder wenn es um Wachstum geht: „Davon profitieren auch die Armen, besonders in den Drittweltländern.“ Allgemein herrscht die Meinung: „Die Konsumenten sind gut informiert.“ Wirklich?

  • Die Kartoffellager sind wegen der guten Ernte 2017 reichlich gefüllt. Doch die Konsumenten verlangen Frühkartoffeln (Milchhändler importiert Kartoffeln), Bauernzeitung vom 26.1.18). Import kommt z.B. aus Israel, wo das Grundwasser stetig sinkt. Frühkartoffeln bringen dem Handel eine gute Marge.
  • Schauen wir uns ein paar „mündige“ Konsumenten an! 30% Rabatt auf Nutella:
    VIDEOS – Scènes d’émeute pour du Nutella en promotion dans des supermarchés. In einem Video hört man eine Frau schreien: « Ma grand-mère est en train de se faire écraser pour du Nutella ! » Man wird uns sagen: Bei uns wäre das nicht möglich.
  • „Die Konsumenten wollen immer mehr Fleisch essen“, heisst es. Wir zahlen Steuern für die Fleischwerbung von Proviande. Aktionen – so scheint es wenigstens Heidi – gibt es besonders häufig bei Fleisch: 30%, 40%, 50% … Die billigsten Fleisch- und Wurstwaren von Migros, Coop, Spar, Aldi … findet man bei Aktionis.ch. Was billig angeboten wird, das wird auch gekauft. Von einem Einkaufszentrum ins andere fährt der gut informierte Konsument. Das Auto steht bereit! Oder der Bus fährt alle 15 Minuten.
  • Grosse Flächen Urwald sind schon abgeholzt, also wird es bald nur noch „nachhaltige“ Soya und „nachhaltiges“ Palmöl geben bzw. weitere „nachhaltige“ Produkte wie Quinoa … aus fernen Ländern. Also kein Grund zur Änderung unseres Konsumverhaltens!
  • Die Containerschiffe aus China brauchen für den Rückweg Ballast. Daher ist es „umweltschonend“, wenn wir Güter nach China schicken. Der Holztransport von Zürich nach Basel ist teurer als jener von Basel nach China. Zwar sind Christbaum-Kerzenhalter von COOP aus China unbrauchbar, da sie kein Gelenk haben für die vertikale Ausrichtung der Kerzen. Aber es ist vermutlich möglich, Christbäume in China für den Import in die Schweiz zu züchten, welche exakt horizontale Äste haben. Analoges gilt auch für z.B. den Lufttransport von Erdbeeren aus Kalifornien.

Die Liste lässt sich beliebig verlängern … der Schwarze Peter bleibt bei uns. Wollen wir ihn? Wir können Einfluss nehmen: Auf die modischen Nutella-Berliner verzichten, unsere Einkaufsgewohnheiten langsam aber sicher ändern. Es muss ja nicht so karg sein wie früher, als auch bei uns die Wenigverdienenden sich sehr wenig leisten konnten.

Vieles, was man uns als nachhaltig anpreist, ist es nicht. Je häufiger die Profiteure ihre Slogans wiederholen und dabei an Marge und Gewinn denken, desto mehr glauben sie selber daran. Schicken wir den Schwarzen Peter zurück an Verantwortliche, Marketing-Psychologen, Politiker, den Bundesrat …

Verkaufspsychologie kann nützlich sein

Das Design von Läden ist nicht neutral. Die Detailhändler wissen wie sie die Kunden dazu bringen, bestimmte Produkte zu kaufen und v.a. viel zu kaufen. Sie nutzen die Schwächen der Kunden hemmungslos aus.

Läden könnten die Kunden aber auch so manipulieren, dass es zu deren Vorteil ist, z.B. dass sie gesündere Lebensmittel kaufen und die Umwelt geschont wird. Psychologen, Marketing-Experten und einige Läden haben diese Idee getestet, siehe Video How your supermarket could manipulate you for your own good, BBC vom 26.1.18 sowie folgenden Beitrag zum Thema Healthy eating: The mind games of supermarket, BBC vom 9.9.14.

1950er Jahre: Die Freude von Kindern an Süssigkeiten

Heidi hat kürzlich von Martina ein paar Aufsatzhefte aus den 1950er Jahren erhalten. Hier ein Zitat:

Am Montag durften wir von 8-10 Uhr Baden gehen. Margrit, Vreni und ich mussten laufen. Als wir bei Schmids ankamen, fragte uns Frau Schmid, ob sie uns eine Bestellung für Beck Arnold mitgeben könne. Wir sagten: „Wir gehen schon dort hin.“ Da gab sie uns die Bestellung und einen Bonbon. Den Bonbon schleckten wir gerne in der Hitze. Als wir bei Arnolds die Bestellung abgaben, bekamen wir wieder einen Bonbon. Den ersparten wir auf den Heimweg …

Süssigkeiten waren damals selten. Dafür war jeweils die Freude gross, wenn die Kinder etwas Besonderes erhielten, eine Tafel Schokolade zum Geburtstag oder Lebkuchen vom Samichlaus. Heute will man gar den Chinesen das Schoggi-Essen schmackhaft machen, meist mit Palmöl drin.

Konventionelle Milchbäuerin sagt: Wir haben es satt!

"Wenn ich mit Natur-, Tier- und Umweltschützern rede, dann merk' ich sehr schnell, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen, denn wir alle leiden unheimlich unter einem System, das da heisst: immer billiger und immer mehr" Kirsten Wosnitza. Copyright: Wir haben es Satt!

„Wenn ich mit Natur-, Tier- und Umweltschützern rede, dann merk‘ ich sehr schnell, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen, denn wir alle leiden unheimlich unter einem System, das da heisst: immer billiger und immer mehr“ Kirsten Wosnitza. Copyright: Wir haben es Satt!

Klare Worte spricht Kirsten Wosnitza an der Veranstaltung Wir haben es satt in Berlin. Sie ist konventionelle Milchbäuerin und Sprecherin des Landesteams Schleswig-Holstein des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). Applaus ist ihr sicher. Hören Sie, was diese engagierte Frau Ihnen zu sagen hat: Wir haben es Satt 2018 – Kirsten Wosnitza.

Wo hört der Fortschritt auf, wo beginnt der Rückschritt – global gesehen?

FOKUS: Der Tod ist Teil des Geschäfts. Marcel Niedermann und Rachel Honegger, SRF 10 vor 10 vom 2.2.18

Strafanzeige wegen Tierquälerei: „…Oder anders formuliert: Die Tierrechtler wollen ein System kippen, von dem selbst Landwirte sagen, dass sie sich zuerst daran gewöhnen mussten.“ Bauernzeitung vom 3.2.18

Beschwerde gegen Palmöl-Label von Migros und Coop, Tagesanzeiger vom 28.1.18

Oil Palm and Coconut Under Threat, Authorities Say. EMTV vom 25.1.18

Heidis Artikel zu Palmöl

Schweizer Rohstoff-Export – Asiaten wollen mehr Schweizer Holz. Matthias Heim, Tagesanzeiger vom 6.5.17

God’s giant miracle carrots, BBC vom 27.1.18

Werbepsychologie, Wikipedia

4.2.18 HOME

Papst Franziskus engagiert sich für die Umwelt: Wasser

1. Oktober 2017
Schwemmgut in Zürich.

Schwemmgut in Zürich.

Viele machen sich Sorgen um die Zukunft. Die Plünderung der Erde, Umweltzerstörung und -verschmutzung und gedankenloser Konsum haben eine besorgniserregende Dimension erreicht. Und es geht weiter so! Nehmen wir uns daher ein paar Minuten Zeit und lesen wir, was Papst Franziskus zur Wasserfrage sagt.

Enzyklika LAUDATO SI‘ von Papst Franziskus

Über die Sorge für das gemeinsame Haus

II. DIE WASSERFRAGE

27. Andere Anzeichen der aktuellen Situation stehen im Zusammenhang mit der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen. Wir wissen sehr wohl, dass es unmöglich ist, das gegenwärtige Konsumniveau der am meisten entwickelten Länder und der reichsten Gesellschaftsschichten aufrechtzuerhalten, wo die Gewohnheit, zu verbrauchen und wegzuwerfen, eine nie dagewesene Stufe erreicht hat. Es sind bereits gewisse Höchstgrenzen der Ausbeutung des Planeten überschritten worden, ohne dass wir das Problem der Armut gelöst haben.

28. Sauberes Trinkwasser ist eine Frage von vorrangiger Bedeutung, denn es ist unentbehrlich für das menschliche Leben und zur Erhaltung der Ökosysteme von Erde und Wasser. Die Süsswasserquellen versorgen die Bereiche von Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Industrie. Über lange Zeit blieb der Wasservorrat relativ konstant, jetzt aber übersteigt an vielen Orten die Nachfrage das nachhaltige Angebot, mit schweren kurz- und langfristigen Folgen. Grosse Städte, die von einem bedeutenden Volumen der Wasserspeicherung abhängig sind, erleiden zeitweise einen Ressourcenrückgang, der in kritischen Momenten nicht immer mit einer angemessenen Steuerung und mit Unparteilichkeit verwaltet wird. Die Knappheit an Gemeinschaftswasser besteht besonders in Afrika, wo grosse Teile der Bevölkerung keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben oder unter Dürreperioden leiden, die die Produktion von Nahrungsmitteln erschweren. In einigen Ländern gibt es wasserreiche Regionen und zugleich andere, die unter schwerem Wassermangel leiden.

29.  Ein besonders ernstes Problem, das täglich viele Todesopfer fordert, ist die Qualität des Wassers, das den Armen zur Verfügung steht. Unter den Armen sind Krankheiten im Zusammenhang mit dem Wasser häufig, einschliesslich derer, die durch Mikroorganismen und chemische Substanzen verursacht werden. Diarrhoe und Cholera, die mit unangemessenen hygienischen Einrichtungen und mit einem ungeeigneten Wasservorrat zusammenhängen, sind ein bedeutender Faktor für das Leiden von Kindern und für die Kindersterblichkeit. Das Grundwasser ist an vielen Orten durch die Verschmutzung bedroht, die von einigen Formen der Rohstoffgewinnung, von landwirtschaftlichen und von industriellen Betrieben  verursacht wird, vor allem in Ländern, in denen es keine Regelung und keine ausreichenden Kontrollen gibt. Denken wir nicht nur an die Abfälle der Fabriken. Die Waschmittel und die chemischen Produkte, welche die Bevölkerung vielerorts in der Welt verwendet, sickern fortlaufend in Flüsse, Seen und Meere.

30. Während die Qualität des verfügbaren Wassers ständig schlechter wird, nimmt an einigen Orten die Tendenz zu, diese knappe Ressource zu privatisieren; so wird sie in Ware verwandelt und den Gesetzen des Marktes unterworfen. In Wirklichkeit ist der Zugang zu sicherem Trinkwasser ein grundlegendes, fundamentales und allgemeines Menschenrecht, weil es für das Überleben der Menschen ausschlaggebend und daher die Bedingung für die Ausübung der anderen Menschenrechte ist. Diese Welt lädt eine schwere soziale Schuld gegenüber den Armen auf sich, die keinen Zugang zum Trinkwasser haben, denn das bedeutet, ihnen das Recht auf Leben zu verweigern, das in ihrer unveräusserlichen Würde verankert ist. Diese Schuld wird zum Teil beglichen durch mehr wirtschaftliche Beiträge zur Versorgung der ärmsten Bevölkerung mit klarem Wasser und Hygiene. Es ist jedoch eine Wasserverschwendung nicht nur in den Industrieländern zu beobachten, sondern auch in den weniger entwickelten Ländern, die grosse Wasserreserven besitzen. Das zeigt, dass das Wasserproblem zum Teil eine Frage der Erziehung und ein kulturelles Problem ist, denn es fehlt das Bewusstsein der Schwere dieses Verhaltens in einem Kontext grosser Ungleichheit.

31. Ein grösserer Wassermangel wird einen Anstieg der Nahrungsmittelpreise und  der Kosten bestimmter Produkte verursachen, die vom Wasserverbrauch abhängen. Einige Forscher haben vor der Möglichkeit eines akuten Wassermangels innerhalb weniger Jahrzehnte gewarnt, wenn nicht schnell gehandelt wird. Die Umweltbelastungen könnten Milliarden von Menschen schaden, doch es ist absehbar, dass sich die Kontrolle des Wassers durch grosse weltweite Unternehmen in eine der hauptsächlichen Konfliktquellen dieses Jahrhunderts verwandelt. Vgl. Grußwort an das Personal der FAO (20. November 2014): AAS 106 (2014), S. 985.

ENZYKLIKA, LAUDATO SI’ von Papst Franziskus

Papst-Geschenk an Doris Leuthard

Unsere „Umweltbundesrätin“, Doris Leuthard, hat die Enzyklika «Laudato si’» von Papst Franziskus am 6.5.17 in einer Privataudienz erhalten; dies anlässlich der Vereidigung der Päpstlichen Schweizergarde. Hat sie das Dokument gelesen? Herzlicher Empfang für Doris Leuthard, SRF Tagesschau 6.5.17

1.10.17 HOME

Alle blicken nach Davos – Heidi hat die Elbe im Visier

20. Januar 2017
Der Containerriese "Indian Ocean" lief Anfang Februar 2016 in der Elbe auf Grund. Copyright: Dr. Ludwig Tent, Wedel D, Osmerus' Blog, Lebendige Bäche und Flüsse.

Der Containerriese „Indian Ocean“ lief Anfang Februar 2016 in der Elbe auf Grund. Copyright: Dr. Ludwig Tent, Wedel D, Osmerus‘ Blog, Lebendige Bäche und Flüsse.

Sie reden von Handel, Nachhaltigkeit, Wachstum, Gerechtigkeit, Wohlstand, Globalisierung … 800 Medienleute sind am World Economic Forum (WEF) in Davos, um Ideen und Händel der Mächtigen in die Welt hinaus zu tragen, CUMINAIVEL Nr 5 vom 17.1.17. Derweil befasst sich Heidi mit der Elbe, der es dreckig geht, nicht nur weil ein Frachter diese Woche wieder einmal den Durchgang zum Hamburger Hafen versperrt hatte.

Elbvertiefung für Containerschiffe – tote Elbe

Am Grund der Elbe gibt es im Sommer kaum noch Sauerstoff für das Wasserleben, somit ist auch der Fischaufstieg unterbunden. Schuld daran ist, dass die Fahrrinne immer stärker vertieft wird für die immer grösser werdenden Containerschiffe, welche Waren aus aller Welt anliefern bzw. abtransportieren. Regelmässig wird Sediment ausgebaggert und mitsamt dem Dreck (Mineralöl, Altlasten) verklappt, ein Viertel vor Helgoland in der Nordsee. Schleswig-Holstein hat dafür aber nur eine befristete Bewilligung erteilt. Den grössten Teil des Hafenschlicks verklappt die Hafenverwaltung direkt vor den Toren Hamburgs nahe der Insel Neßsand. Das Problem dabei: Häufig wird dieser Schlick aufgrund der Tide wieder zurück in den Hafen gespült und muss dann erneut ausgebaggert werden, siehe Hamburgs bizarrer Kampf gegen den Hafenschlick, NDR 8.12.15.

Mit der Elbvertiefung wollen die Behörden den Hamburger Hafen wettbewerbsfähig erhalten. Bereits heute müssen jährlich 15 Millionen Kubikmeter Schlamm ausgebaggert werden, nach der Vertiefung von heute 13,50 m Tiefe auf bis zu 15,30 m sollen es sogar 18 Millionen sein. Elbvertiefung, Bund.

Auch das Naturschutzgebiet Allwördener Aussendeich (Wikipedia) ist von der Vertiefung betroffen. Ein Eilantrag des BUND Niedersachsen gegen die vorgezogenen Baumassnahmen an der Unterelbe war nicht erfolgreich: Das Oberverwaltungsgericht Schleswig lehnte den Antrag des BUND ab: Unter anderem seien in diesem Fall die Belange des Naturschutzes gegenüber wirtschaftlichen Erwägungen völlig untergeordnet.

Elvertiefung bringt nicht, was sie verspricht

Kleine Sturmflut am 25.12.2016; zur Zeit ganz schnell bei recht geringem Abfluss und Ostwind Unterschreitungen des Tideniedrigwassers. <a href="http://www.pegelonline.wsv.de/webservices/zeitreihe/visualisierung?parameter=WASSERSTAND%20ROHDATEN&amp;pegelnummer=5950090&amp;ansicht=einzeln" target="_blank">Pegel Online</a>.

Kleine Sturmflut am 25.12.2016; zur Zeit ganz schnell bei recht geringem Abfluss und Ostwind Unterschreitungen des Tideniedrigwassers. Pegel Online.

Die Elbvertiefungen haben erhebliches Absinken des Tidenierigwassers bewirkt, also nicht die Vertiefung als vollen Gewinn gebracht. Statt wie vor einem Jahrhundert bei 1,50 m Differenz zwischen Tideniedrig- und -hochwasser, sind es jetzt um die 3,60 m. Das heisst, das Wasser muss in gegebener Zeit 2 m mehr hochpumpen und 2 m mehr als früher ablaufen; dies entspricht einer Verschärfung der Strömungsgeschwindigkeit.
Aktueller hydrometeorologischer Zustand im Elbegebiet.

Der Wirtschaft legt man keine Zwänge an!

Wenn eine Würstchenbude oder sonst Bewegliches am Ufer der Elbe ein Stück weit durch die Gegend gespült wird, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass vermutlich ein Schiff mit übersetzter Geschwindigkeit vorbei gefahren ist und hohe Wellen geworfen hat. Selten haben Politiker es gewagt, die Frage nach Überwachung zu stellen. Solch „unverschämtes“ Nachfragen wird ganz schnell zum Verstummen gebracht. Die grosse Wirtschaft geht vor. Auch ohne Raserei leidet das Ufer der Elbe unter Erosion durch den Wellenschlag der grossen Schiffe, auch der Kreuzfahrtriesen.

Baggern ohne Ende – Kosten ohne Ende. Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung.

Baggern ohne Ende – Kosten ohne Ende. Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung.

Da kann auch die Elbharmonie keine Harmonie zwischen Wirtschaft und Natur herstellen.
Elbphilharmonie 2017: Das Eröffnungskonzert (Teil 1) | NDR, 11.1.17.
Elbphilharmonie 2017: Das Eröffnungskonzert (Teil 2) | NDR, 11.1.17.

Die Elbe ist „nur“ ein Beispiel. Mit unserem Konsum- und Abstimmungsverhalten können wir etwas verändern.

Hamburg baggert immer mehr Schlick aus dem Hafen, NDR, 23.1.17.

Wedel – Hamburg schmeisst uns den Schlick vor die Füsse, Osmerus‘ Blog, 23.1.17.

Wahr-Schau zur geplanten Elbvertiefung: Dokumentation von Wissenschaftlern und Zeitzeugen – Ein Diskussionsbeitrag –, Kersin Hintz, Taschenbuch, 25.4.14.

Wir brauchen keine Elbvertiefung, Zusammenschluss von betroffenen Bürgern.

Elbe kaputt – drüber Schwerölbrand in der Luft, drauf Traumschiffe, drin kein Sauerstoff. Osmerus‘ Blog, 15.u.14.

Januar 2017 – Sonnenstrand Wittenbergen, Elbe. Osmerus‘ Blog, 7.1.17.

Forum Tideelbe: so werden die Ergebnisse des „Forum Strombau- und Sedimentmanagement Tideelbe“ auf die lange Bank geschoben! Förderkreis Medienmitteilung »Rettet die Elbe« eV vom 6.12.16.

Elbvertiefung – Bagger schaffen Fakten, Bund.

Schlick-Problem: Hoffnung für Hamburg, NDR 9.2.16.

Havarierter Frachter in Hamburg angekommen, NDR vom 18.1.17.

20.1.17 HOME

Bio-Traum-Äpfel am Boden – Pink Lady im Laden

15. November 2016

Wohin driftet unsere Ess-Welt? Zitate aus dem neuesten Gedicht von Gerhard Laukötter. Was er beobachtet, das sieht man immer wieder.

„Am Boden liegen fast wie gesät
herrliche Äpfel novemberspät.

Keine wollte sie ernten – sie fielen vom Baum
eine alte Apfelsorte – ein Bio-Traum.
Im Geschmack so viel besser, von Giften so frei
wuchsen die Früchte hier von Anfang Mai.

Im Laden man vergeblich nach solchen Äpfeln sucht.
Da werden die „Pink Lady“ und „Delicious“ gebucht.
…“

Das Bild und den vollständigen Text finden Sie hier:
Am Boden. Lesen Sie doch das ganze Gedicht!

Ein Bauersohn schrieb Heidi: "Ja oft ist es so, dass Früchte (und wahrscheinlich noch mehr Gemüse!) auf dem Feld verfaulen. Das trifft man aber auch in ärmeren Ländern an. Die Konsumenten sind zu weit entfernt, es fehlen Transportmöglichkeiten, sie haben kein Geld usw. Oder bei uns rentiert es nicht, diese zu ernten. Die Grossverteiler wollen nur einwandfreie Ware, keine Flecken usw. Mein Bruder, der einen Biobetrieb bewirtschaftet, versorgt jedes Jahr die ganze Verwandtschaft mit Bio Äpfel und Birnen, welche für den Markt zu wenig schön sind. Sie sind halt nicht mit Chemie behandelt! Weil der Mostobstpreis schlecht ist, verfüttert er den Rest den Rindern. Aber unser Keller ist halt auch nicht mehr so kalt wir früher!"

Ein Bauersohn schrieb Heidi: „Ja oft ist es so, dass Früchte (und wahrscheinlich noch mehr Gemüse!) auf dem Feld verfaulen. Das trifft man aber auch in ärmeren Ländern an. Die Konsumenten sind zu weit entfernt, es fehlen Transportmöglichkeiten, sie haben kein Geld usw. Oder bei uns rentiert es nicht, diese zu ernten. Die Grossverteiler wollen nur einwandfreie Ware, keine Flecken usw. Mein Bruder, der einen Biobetrieb bewirtschaftet, versorgt jedes Jahr die ganze Verwandtschaft mit Bio Äpfel und Birnen, welche für den Markt zu wenig schön sind. Sie sind halt nicht mit Chemie behandelt! Weil der Mostobstpreis schlecht ist, verfüttert er den Rest den Rindern. Aber unser Keller ist halt auch nicht mehr so kalt wir früher!“

15.11.16 HOME

Die natürliche Umwelt schätzen

22. April 2014

Heute ist der Tag der Erde, Wikipedia: „Der Tag der Erde wird alljährlich am 22. April in über 175 Ländern begangen und soll die Wertschätzung für die natürliche Umwelt stärken, aber auch dazu anregen, die Art des Konsumverhaltens zu überdenken…“ Heidi hätte den Tag der Erde verpasst, wenn nicht Karen im soeben veröffentlichten Artikel The Creek’s Edge darauf hingewiesen hätte. Thanks! Karen McRaes Fotos sind immer einen Klick wert!

Das Motto des Tags der Erde 2014 war: Lebensader Flüsse aktiv schützen, stärken, Vielfalt bewahren. Ausführliche Informationen dazu unter dem gleichlautenden Titel bei Lebensraum Wasser.

22.4.14 HOME

Pestizide: Aktionsplan dringend nötig

22. Januar 2014
Pestizide schaden den Lebewesen, u.a. den Kaulquappen und nicht zuletzt uns.

Pestizide schaden den Lebewesen, u.a. den Kaulquappen und nicht zuletzt uns.

Unübersehbar ist die Post, die Heidi zum Thema Pestizid-Schäden und -Verschmutzungen erhält. Hier wieder einmal ein paar Hinweise. Anlässlich der Internationalen Grünen Woche fordert ein Bündnis aus Imkern, Umweltverbänden und Wasserwirtschaft, dass die Deutsche Bundesregierung Defizite beim Pestizid-Aktionsplan zügig ausräumt, denn der Nationale Pestizid-Aktionsplan setze bislang nicht die richtigen Prioritäten, siehe Presseinformation Bündnis vom 21.1.14. Danke Grünwolf für den Hinweis.

Und wie sieht es in der Schweiz aus? Von einem Aktionsplan keine Spur. Greenpeace, Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und WWF fordern vom Bund eine drastische Pestizidreduktion. Und zwar jetzt! Siehe Forderungen für einen erfolgreichen Schweizer Pestizidreduktionsplan.

Seit einem Jahr gibt es PAN Swiss mit Sitz in Lausanne. Pan Swiss ist Teil eines Netzes von über 600 Nichtregierungsorganisationen, Institutionen und Einzelpersonen aus mehr als 90 Ländern, die dafür eintreten, dass gefährliche Pestizide durch unschädliche Alternativen ersetzt werden. Auch PAN Swiss ist besorgt über die zahlreichen schädlichen Wirkungen von synthetisch organischen Pestiziden: „… Jedes Jahr werden wir abhängiger von ihnen, und jedes Jahr wird der Schaden grösser … PESTIZIDE TÖTEN“

PAN Swiss arbeitet mit Nice Future zusammen, ebenfalls mit Sitz in Lausanne. Das Ziel von Nice Future ist es, leicht verständliche Informationen für ein umweltschonendes Leben verfügbar zu machen, denn umweltbewusste KonsumentInnen hätten es heute schwer, die Fakten zu finden, die bisweilen auch widersprüchlich und zu theoretisch seien. Es sei nicht erstaunlich, dass die meisten sich für den einfacheren Weg entschlössen. Nice Future bietet auf seiner Internetplattform Informationen zum (umweltschonenden) täglichen Leben an. Interessant ist z.B. die Bücherecke „Lectures“. Nice Future? Umweltschutz einfach und spielerisch!

Nachtrag 22.1.14, 21 Uhr. Ein Leser machte Heidi auf einen Beitrag des Schweizer Fernsehens aufmerksam: Weniger spritzen bei gleicher Ernte – geht das? SRF vom 22.1.14, 14.28 Uhr. Darin wird die Vizedirektorin Eva Reinhard vom Bundesamt für Landwirtschaft zitiert: „… Ohne Pflanzenschutzmittel hätten wir im Schnitt mindestens 30 Prozent weniger Ertrag.“ Es sei aber wichtig, dass die Bauern gleichviel Nahrungsmittel produzieren könnten wie bisher. Man müsse behutsam vorgehen … es gebe viele Ideen. Wie soll also die Rechnung aufgehen, frägt sich Heidi. Soll alles beim Alten bleiben? Markus Ritter, Präsident des Bauernverbandes und Bio-Bauer, ist skeptisch und stellt die gleichermassen beliebte wie unsinnige Forderung nach hieb- und stichfesten Beweisen betreffend Schädlichkeit der Pestizide bevor die Bauern deren Einsatz reduzieren müssten. Es gebe nur „Vermutungen“. Ritter möchte aber klar wissen, welches Mittel genau welche Schädigungen bei welchen Kleinlebewesen wie etwa den Bienen hervorrufen. Bei solchen Forderungen bleibt Heidi der Mund offen…

Übrigens mit dem Ausarbeiten eines Aktionsplans soll im April begonnen werden.

22.1.14 HOME

Heidi zum Weltwassertag 2013

22. März 2013
Wir verlagern die Produktion von Lebensmitteln und Gütern in Länder mit weniger strikten Gesetzen und verschmutzen dort die Gewässer.

Wir verlagern die Produktion von Lebensmitteln und Gütern in Länder mit weniger strikten Gesetzen und verschmutzen dort die Gewässer. Leserfoto aus China.

Der Tag des Wassers, so meint Heidi, soll zum Nachdenken anregen. Wie verschmutzen wir das Wasser? Zum Beispiel Reinigungsmittel, Körperpflege, Auswahl der Nahrungsmittel? Wieviel Wasser importieren wir in Form von Gütern? Welche exportierten Abfälle verschmutzen wo das Wasser? Jedes Jahr gelangen weltweit mehr als 6 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Er gefährdet Seevögel, Fische und Meeressäuger: Ostsee-Fischer beklagen Müll im Meer, Proplanta 20.3.13 via Grünwolf. Welchen Einfluss auf unseren Lebensraum hat unser Energiehunger, etwa im Rahmen der gelockerten Umweltvorgaben für die Wasserkraftnutzung? Moorlandschaft darf überflutet werden, unter diesem Titel berichtete die NZZ über den Entscheid des Ständerats vom 19.3.13.

Karen McRae, eine kanadische Fotografin und Künstlerin, befasst sich in ihrem WordPress-Blog fast ausschliesslich mit Wasser. Sie hat zum Weltwassertag auf das Buch Ocean of Life von Callum Roberts, Professor an der University of York, aufmerksam gemacht. The New York Times schrieb darüber: „A Silent Spring for oceans, written by ‚the Rachel Carson of the fisch word‘.“, siehe World Water Day.

Der 22. März ist seit 1993 der Weltwassertag. Er wurde in der Agenda 21 der Vereinigten Nationen (UNO) vorgeschlagen. Die Generalversammlung der UNO hat das Jahr 2013 zum Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser erklärt.

Am 20. Juni 2008 wurde in der Schweiz der Verein Wasser-Agenda 21 gegründet, ein Netz der Schweizer Wasserwirtschaft. Fachleute aus verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichen Interessen diskutieren über wichtige Wasser-Themen, suchen Lösungen für Probleme und machen sich Gedanken über die Zukunft der Wasserwirtschaft. Zum Tag des Wassers 2013 hat die Wasser-Agenda 21 zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Bern eine Fachtagung organisiert: Wasser überwindet Grenzen – Beispiele und Chancen der Zusammenarbeit in der Schweiz. Vorgestellt werden gute Beispiele aus der Schweiz und aus der Entwicklungszusammenarbeit (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA).

Internationales Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser, Schweizer Internetauftritt

Die Schweiz engagiert sich im UNO-Jahr der Zusammenarbeit im Wasserbereich, Medieninformation BAFU

Blick in die Zukunft mit einem Hauch von Nostalgie: schöne Landschaften, sauberes Wasser.

Blick in die Zukunft mit einem Hauch von Nostalgie: schöne Landschaften, sauberes Wasser.

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Produzieren für die Müllhalde

18. September 2011
light bulb

Über Konsum, Wachstum und Elektroschrott in Ghana

In Davos findet vom 19. bis 21. September 2011 das zweite Weltressourcenforum statt, World Resources Forum (WRF). Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft diskutieren über die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Der Direktor des Bundesamts für UmweltBruno Oberle, redet zur Eröffnung über das Reduzieren des ökologischen Fussabdrucks und Grünes Wachstum. Am 21. September um 11 Uhr wird der Film „The lightbulb conspiracy“ gezeigt, die Geschichte des eingebauten Verfallsdatums oder „Kaufen für die Müllhalde“, ein Dokumentarfilm von Cosima Dannoritzer. Darin erfährt man wie die Lebensdauer von Produkten künstlich verkürzt wird. Nylonstrümpfe etwa: Die ersten waren für Dupond viel zu stark, weshalb die Ingenieure jene Fäden erfanden, welche zu den ärgerlichen Laufmaschen führen. Die Verschmutzung von Wasser und Luft durch Elektroschrott in Drittweltländern wie Ghana zeigt wie skrupellos gehandelt wird und wie wir mit jedem Kauf daran beteiligt sind. „Nur nichts kaufen ist billiger!“ titelte Bernie’s einst im Ausverkauf. Also kaufen wir doch lieber nichts, denn das ist billiger und reduziert unseren Fussabdruck. Serge Latouche kommt unter anderem zu Wort, ein Kritiker der Wachstumswirtschaft auf einem endlichen Planeten. Nur Verrückte oder Ökonomen könnten für Wachstum sein, meint er und ist mit seiner Meinung nicht ganz allein. Nachhaltigkeit sei nicht genug, es brauche echte Qualität, das sagt Michael Braungart. Er stellt sich die Fragen: „Wie kann der Mensch sich in das Leben auf der Erde wirklich integrieren? Wie kann er nicht nur weniger Schaden anrichten, sondern wie kann er nützlich sein?“ Mit dem so genannt Grünen Wachstum wird wohl auch die Nachfrage nach grüner Farbe steigen.

Heidi hat für ihre LeserInnen die deutsche Version des Films gesucht, hier ist er zu sehen: Kaufen für die Müllhalde

Medieninformation Bundesamt für Umwelt vom 14.9.11: World Resources Forum 2011: Internationale Plattform zum Thema natürliche Ressourcen

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