Posts Tagged ‘Kürzungen’

Alpschweine erobern den Grillplatz

8. Juni 2020
<a href="https://www.alternatives-wandern.ch/grill_photos/schwyz/alpthal.htm" target="_blank" rel="noopener">Fotos zu den Grillstellen im Alpthal SZ</a>. Copyright: Alternatives Wandern Schweiz.

Fotos zu den Grillstellen im Alpthal SZ. Copyright: Alternatives Wandern Schweiz.

Die Familie Muggli zog es in die Berge. Auf der Plattform Alternatives Wandern Schweiz fanden sie eine am vorgesehenen Weg liegende Grillstelle. Für das Proviant war Sohn Armin verantwortlich. Er wollte etwas Einfaches: Servelats. Zum Glück! Denn als sie sich dem Grillplatz nähern wollten, da war der Weg versperrt. Schweine hatten den Grillplatz erobert und zerstört. Die Mugglis mussten an einem Waldrand eine eigene Feuerstelle einrichten und zum Essen stehen, da der Boden noch nass war.

Die Schweine fühlen sich sauwohl. Es leiden: Artenvielfalt, Boden, Wald, Nährstoffhaushalt, und möglicherweise wird Quell- oder Bachwasser verschmutzt ... und die Familien-Grillstelle ist zerstört. Copyright: Vater Muggli.

Die Schweine fühlen sich sauwohl. Es leiden: Artenvielfalt, Boden, Wald, Nährstoffhaushalt, und möglicherweise wird Quell- oder Bachwasser verschmutzt … und die Familien-Grillstelle ist zerstört. Copyright: Vater Muggli.

Als die Mugglis später mit einem einheimischen Ehepaar ins Gespräch kamen, erfuhren sie, dass die Grillstelle, weil sie gross war und daher beliebt bei Familien. Etwa 150 m entfernt weiter unten sei neu eine Feuerstelle eingerichtet worden. Diese sei aber nicht praktisch, nur provisorisch und für eine Familie mit Kinder nicht geeignet, da sie in der Kuhweide sei und sehr klein.

Waldrand von weitem aufgenommen. Copyright: Vater Muggli.

Waldrand von weitem aufgenommen. Copyright: Vater Muggli.

Die Wanderer waren sich einig, dass die Alpschweinehaltung auf der Alp Gummen SZ eine grosse Schweinerei ist. Vater Muggli: „Ist das überhaupt erlaubt?“ Die Einheimische: „Ich weiss auch nicht, aber ich habe gehört, dass letzten Sommer bei der Besitzerin, der Genossame Schwyz, reklamiert wurde. Jetzt ist eine grössere Fläche eingezäunt, zum Teil dem Waldrand entlang, aber auch in den Wald hinein wie letztes Jahr.“ Vater Muggli begreift das nicht: „Wir haben doch ein Waldgesetz!“ Die Einheimische weiss weiter: „Eine Appenzeller Metzgerei hat sogar mit dem Käse ein «Mythen Cordon bleu» kreiiert.“

… und die Gesetze?

Heidi meint: „Das ist nicht nur eine Widerhandlung gegen das Waldgesetz, sondern auch gegen die Direktzahlungsverordnung und müsste gebüsst werden … obwohl die Bussen für Umweltvergehen lächerlich klein sind, wären sie mindestens ein Zeichen. Was tun die vielgelobten Kontrollen? Worauf warten die Vollzugsbehörden?“

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ Heidis Mist vom 28.4.20

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ (2) Heidis Mist vom 31.5.20

8.6.20 HOME

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Gewässerschutz besser in der Direktzahlungsverordnung verankert

16. November 2014
Klare Gesetze und konsequenter Vollzug sind die Grundlage für eine gute Wasserqualität.

Klare Gesetze und konsequenter Vollzug sind die Grundlage für eine gute Wasserqualität.

Ein Wunder ist geschehen! Ab 1.1.15 ist für Kürzungen der Direktzahlungen bei Widerhandlungen gegen das Gewässerschutzgesetz nicht mehr zwingend ein rechtskräftiger Entscheid nötig, eine Verfügung der zuständigen Vollzugsbehörde genügt. Wenn diese also gewillt ist, die Gewässer und das Grundwasser vor Verschmutzungen aus der Landwirtschaft zu schützen, dann dürften sich die Zukunftsaussichten für die Wasserlebewesen verbessern.

Der Bundesrat hat am 29.10.14 die neue Direktzahlungsverordnung genehmigt. Im Anhang 8 Kürzungen der Direktzahlungen ist neu zu lesen:

2.11.1 Bei Verstössen gegen die Vorschriften der Gewässer-, Umwelt-, Natur- und Heimatschutzgesetzgebung werden Beiträge gekürzt, wenn der Verstoss im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung des Betriebs steht. Verstösse müssen mit einem rechtskräftigen Entscheid, mindestens mit einer Verfügung der zuständigen Vollzugsbehörde festgestellt worden sein.

Agrarpaket Herbst 2014, Verordnungen des Bundesrates

Das Gesetz ohne Zähne – so nennt Heidi das Gewässerschutzgesetz – hat also ein paar Zähne erhalten, siehe Gewässerschutz: Gesetz ohne Zähne? Heidis Mist 28.10.10

Nachtrag 31.12.15: Leider war dies eine Illusion. Wieso? Das wird Heidi 2016 in einem Artikel erläutern.

16.11.14/31.12.15 HOME

 

Es gibt sie noch, die Direktzahlungskürzungen für Pufferstreifen-Verletzungen!

3. November 2014
Als Entschuldigung für die Falschmeldung: ein schöner Pufferstreifen am Weg.

Als Entschuldigung für die Falschmeldung: ein schöner Pufferstreifen am Weg.

Zwar gibt es in der Direktzahlungsverordnung (DZV) 2014 nur noch einen Hinweis auf die Kürzungen der Direktzahlungen aufgrund von Verletzungen der Pufferstreifen gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz, doch werden die Direktzahlungen weiterhin gekürzt bei Verletzungen der übrigen Pufferstreifen an Waldrändern, Hecken, Gewässern usw. Weil ein Leser Heidis schlechte Nachricht nicht glauben wollte, hat sie beim Bundesamt für Landwirtschaft angefragt und postwendend folgende Antwort erhalten:

„Die Kürzungen bei Pufferstreifen sind neu im Anhang 8 der DZV. Die Kürzungsvorgaben wurden letzte Woche vom Bundesrat gutgeheissen und treten ab 1.1.2015 in Kraft. http://www.blw.admin.ch/themen/00005/01860/index.html?lang=de Unter diesem Link finden Sie im Anhang 8 Ziff. 2.2.5 ff die Kürzungen zu den Pufferstreifen.“

Heidi entschuldigt sich bei Ihren LeserInnen für diese Fehlinformation. Es ist immer wieder ein Abwägen, ob man die viel beschäftigten Bundesbeamten anfragen soll oder die Nachricht selber verantworten will. In diesem Falle wäre eine Rückfrage klar besser gewesen. So ist denn zu hoffen, dass die Bauern in Eigenverantwortung die Pufferstreifen respektieren. Beim gestrigen Sonntagsspaziergang hat Heidi mehrere fehlende oder zu kleine Pufferstreifen gesehen.

3.11.14 HOME

Direktzahlungs-Zahlen zum Jahresanfang

2. Januar 2011
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Bündner Bauern leben zu einem grossen Teil von Direktzahlungen des Bundes

Die Rechenzentren laufen auf Hochtouren, Bilanzen und Erfolgsrechnungen werden erstellt. Wie war das Jahr? Heidi hat auch gerechnet, mit Direktzahlungs-Zahlen aus dem Agrarbericht 2010 des Bundesamts für Landwirtschaft. Die Bündner Bauern erhalten im Durchschnitt für 21,6 Hektaren pro Betrieb Direktzahlungen und für 20 Raufutter verzehrende Nutztiere (Grossvieheinheiten), was etwa dem schweizerischen  Durchschnitt entspricht. 188,5 Millionen Franken Direktzahlungen fliessen in den Kanton Graubünden. Die Direktzahlungen pro Betrieb betragen im CH-Schnitt 51’992 Franken, im Kanton Graubünden 78’545, sie sind also 50% höher, vor allem bedingt durch die Tierhaltung unter erschwerenden Bedingungen. 44% der Schweizer Betriebe wurden 2009 kontrolliert, in Graubünden 72%. Ein Drittel der Direktzahlungs-Kürzungen betreffen den ökologischen Leistungsausweis (ÖLN), nur diese Zahlen wurden im Agrarbericht nach Kantonen aufgeschlüsselt. Diese Kürzungen in Prozent der Direktzahlungen betragen in Graubünden 0,033, im schweizerischen Durchschnitt 0,091, d.h. dreimal mehr. Die Kürzung pro fehlbarem Betrieb beträgt in GR 685 Franken, im CH-Schnitt 810.

Bei den Ausgaben des Bundes für die Grundlagenverbesserung, d.h. Wegebauten, Ökonomiegebäude für Raufutter verzehrende Tiere, Landumlegungen, Wasserversorgung usw. liegt Graubünden mit 17 Millionen Franken oder 20,5% der Gesamtausgaben (2009 18,5%) an der Spitze. Hinzu kommen die Investitionskredite des Kantons Graubünden von 24 Millionen.

Die grosse Unterstützung durch die Steuerzahlenden ist an Verpflichtungen geknüpft, deren Einhalten durch Kontrollen sichergestellt werden sollte. Über Kontrollen mehr in einem separaten Artikel.

2.1.11    HOME


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