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Auch die Landi kauft gerne ennet der Grenze ein!

23. Juni 2017
Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Bauern beklagen sich über KonsumentInnen, welche Fleisch, Milchprodukte … ennet der Grenze billig einkaufen und auch über das Wachstum der Waldfläche (an dem sie massgeblich beteiligt sind). Doch ihre Organisation, die Landi, kauft z.B. billige Holzwolle in Deutschland ein. Weil Heidi dringend Unterlagsmaterial für die Erdbeeren benötigte, kaufte sie das Produkt trotzdem. Die negative Überraschung war aber gross.

Die Holzwolle hat keinen „Griff“, das war der erste Eindruck. Eine Internet-Recherche ergab, dass die altbewährte Wolle, welche früher in der Landi erhältlich war, von Jumbo und weiteren Geschäften angeboten wird. Heidi kaufte bei Jumbo ein Paket Schweizer Holzwolle der Firma Lindner Suisse in Wattwil und verglich sie mit der Landi-Holzwolle der deutschen Firma Heumüller in Geiselwind.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Miserable Qualität der Importware

Beim Unterlegen von Erdbeeren, Zucchetti usw. ist es wichtig, dass die Früchte gut gestützt werden, Abstand vom Boden haben und schnell abtrocknen nach einem Regen, damit sie gesund bleiben. Volumen, Fadenlänge und Stabilität der Holzwolle sind daher wichtige Qualitätskriterien.

  • Auf den ersten Blick abschreckend: Preis der Schweizer Holzwolle pro Kilogramm 2,5-mal so hoch wie jener der Import-Ware;
  • aber das Volumen der Holzwolle aus dem Toggenburg ist pro Kilogramm doppelt so gross, d.h. sie ist eigentlich nur unwesentlich teurer.
  • Die Heumüller-Holzwolle besteht zu 80 Prozent aus kurzen bis sehr kurzen Fäden, während der Anteil an kurzen Fäden bei der Lindner-Holzwolle nur knapp 10 Prozent beträgt, zudem sind die langen Fäden wesentlich länger.
  • Die Schweizer Holzwolle leistet Widerstand gegen Druck (hat Griff), die ausländische fühlt sich lumpig bzw. weich an.
  • Heidi sah mehrmals Schnecken über die Heumüller-Holzwolle kriechen, nicht aber über jene von Lindner, wobei die Stichprobe zu klein ist für eine sichere Aussage.
  • Die Transportdistanz der importierten Holzwolle (Luftlinie) beträgt das Sechsfache jener der Schweizer Ware, entsprechend grösser ist auch die Umweltbelastung.

Heidis Fazit: Die billige von der Landi importierte Ware schützt die Früchte nicht ausreichend. Es lohnt sich auf jeden Fall, die – bezogen auf das Volumen – nur leicht teurere Schweizer Holzwolle zu kaufen.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

Wie wird die Lindner-Holzwolle hergestellt?

Die Firma Lindner Suisse stellt die Holzwolle aus verschiedenen ausgewählten Holzarten her. Das Holz ist zu 100 Prozent gesundes Schweizer Durchforstungsholz. Eine spezielle Messerstellung an der Schnittmaschine sorgt dafür, dass die Holzwolle scharfe Kanten hat, denn das mögen die Schnecken nicht. Die Rezeptur ist seit Jahrzehnten dieselbe. Die Kunden – auch Heidi – sind zufrieden.

Holzwolle – ein vielseitiger und natürlicher Holzwerkstoff: „Lose, ungebundene Holzwolle ist ein vielseitig einsetzbarer, hochwertiger Holzwerkstoff. Lange vernachlässigt, findet er heute wieder auf den Markt zurück. Ein Schweizer Unternehmen produziert rund 180 verschiedene Sorten und entwickelt neue Anwendungen – auch für Buchenholz interessant.“, Waldwissen 19.6.14, in Zusammenarbeit mit Wald und Holz.

Holzwolle aus der Manufaktur: „Im Plastic-Zeitalter sind viele Anwendungen von Holzwolle vergessen gegangen. Beim letzten Produzenten der gekräuselten Holzspäne werden sie wiederentdeckt: für den Stall, den Steilhang, den Weinberg. Mit viel Handarbeit entsteht im Toggenburg ein Qualitätsprodukt, das immer noch Zukunft hat.“ SRF, Einstein, 14.11.13.

 

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

23.6.17 HOME

So funktioniert Strassenunterhalt (fast) ohne Herbizide (2) Alternativen und Herbizide

7. Februar 2016
Gemeindeangestellte haben an dieser entwässerten Strasse illegal Herbizid eingesetzt, und zwar nicht nur gegen Problemunkräuter, sondern gegen alles. Dies ist umso verwerflicher, als die Gemeinde für den Vollzug verantwortlich ist bzw. wäre!

Gemeindeangestellte haben an dieser entwässerten Strasse illegal Herbizid eingesetzt, und zwar nicht nur gegen Problemunkräuter, sondern gegen alles. Dies ist umso verwerflicher, als die Gemeinde für den Vollzug verantwortlich ist bzw. wäre!

Ist der Einsatz von Hochdruck und heissem Wasser für die Unkrautbekämpfung an Strassen geeignet? Die Gemeinde Seewis testet diese Alternative. Auch ein Kollege von Werner H. Müller, Strassenkreisinspektor des Kreises Schmerikon SG, probiert die neue Methode aus. Müller zeigte Heidi im November 2015 Bilder vom Einsatz des dampfenden Gefährtes, das gross mit „ökologisch…“ angeschrieben ist.

Doch das „ökologische“ Verfahren ist nicht nur teuer, sondern verbraucht auch viel Wasser und Energie. Müller zweifelt daran, dass die Wirkung ausreichend ist: zu oberflächlich. Besser sind Geräte, welche zusätzlich Schaum erzeugen, da die Hitze länger auf der Bodenoberfläche wirken kann. Als Schaumbildner eingesetzt werden z.B. Ameisensäure und Zuckertenside aus pflanzlichen Rohstoffen. Ein schäumendes Gerät im Einsatz: siehe Reklame-Video auf youtube.

Nun hat das Strassenkreisinspektorat Schmerikon eine Maschine mit Schaumbildung angeschafft. Müller ist überzeugt, dass dieses Gerät die Erwartungen erfüllt. Seine Leute können es aber erst im Frühling einsetzen. Heidi wird über die Erfahrungen mit der neuen Methode berichten.

Gesetz und Vollzug

Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) verbietet den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) an und auf Strassen, Wegen, Plätzen usw. … mit Ausnahmen. Längst nicht alle Behörden, Hausbesitzer und Privatpersonen halten sich daran, sei es aus Unwissen oder mangelndem Wille. Für den Vollzug sind die Kantone verantwortlich, doch oft wird die Verantwortung den Gemeinden delegiert.

Wer verschmutzt die Gewässer?

In der Schweiz gibt es keine Statistik, welche Auskunft über den Einsatz von PSM gibt. So lässt sich der Schwarze Peter beliebig umher schieben, etwa bei der Verschmutzung der Bäche mit Glyphosat … und – solange es geht – bezeichnet die Zulassungsbehörde beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) Glyphosat als harmlos. Der vorgeschriebene Abstand für den Einsatz von PSM und Düngern zu Strassen beträgt lediglich 0,5 m. Der Verkauf an Privatpersonen floriert weiter bei der Landi und zahlreichen Hobby- und Gartenzentren. Wozu brauchen Private Herbizide?

Die Arbeitsgruppe Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln hatte gut 60 Organisationen zu einer Tagung eingeladen, von „… Agridea … Bauernverband … Pro Natura … bis ZHAW. Wäre es nicht sinnvoll gewesen, auch den Schweizerischen Gemeindeverband einzuladen? Heidi fragte den Organisator beim BLW: „Die Kantone sind verantwortlich!“, antwortete er, doch er werde sich dies vormerken. Hier sind übrigens die Präsentationen der Tagung vom 8.9.15 zu finden.

Auszug aus der ChemRRV

ChemRRV, Anhang 2.5, Art. 3 Pflanzenschutzmittel:

1.1: Verbote und Einschränkungen

2 Pflanzenschutzmittel, die dazu bestimmt sind, unerwünschte Pflanzen oder Pflanzenteile zu vernichten oder auf ein unerwünschtes Pflanzenwachstum Einfluss zu nehmen, dürfen zudem nicht verwendet werden:

a.  auf Dächern und Terrassen;
b.  auf Lagerplätzen;
c.  auf und an Strassen, Wegen und Plätzen;
d.  auf Böschungen und Grünstreifen entlang
      von Strassen und Gleisanlagen.

1.2 Ausnahmen

4 Vom Verbot nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe c ausgenommen sind Einzelstockbehandlungen von Problempflanzen bei National- und Kantonsstrassen, sofern diese mit anderen Massnahmen, wie regelmässiges Mähen, nicht erfolgreich bekämpft werden können.

5 Vom Verbot nach Ziffer 1.1 Absatz 2 Buchstabe d ausgenommen sind Einzelstockbehandlungen von Problempflanzen, sofern diese mit anderen Massnahmen, wie regelmässiges Mähen, nicht erfolgreich bekämpft werden können.

So funktioniert Strassenunterhalt (fast) ohne Herbizide (1) Mechanische Unkrautbekämpfung, Heidis Mist, 12.11.15

Die Schweiz – ein Land der Einlaufschächte, Heidis Mist, 24.9.12

Wildkrautbeseitigung im öffentlichen Raum – ohne Herbizid zum Erfolg, sanu

Gewässeranschlusskarte, der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz bis zur Bergzone 2 im 2m-Raster (GAK2)

7.2.16 HOME

Bill Clinton ist Vegetarier

5. Dezember 2011
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Der Anblick von blutigem Fleisch wirkt auf fast Vegetarier eher abstossend. Selber gebackener Zopf mit Butter, Honig und Konfitüre war unser Weihnachtsessen.

Vegetarier zu sein ist in den USA plötzlich chic. Immer mehr Stars ernähren sich fleischlos oder vegan, das meldete die NZZ am 1. Dezember 2011. Bill Clinton ass, als er noch im Weissen Haus war, gerne Hamburger, jetzt ist er überzeugter Veganer. Ausgangspunkt für die Ernährungsumstellung war eine vierfache Bypass-Operation im Jahre 2004, siehe Video CNN. Er habe 11 kg abgenommen und fühle sich jünger und fiter. Wo sind die Schweizer Vegi-Stars?

Gemäss einer Studie der Nestlé sind 9% der Schweizer Bevölkerung fast Vegetarier und 3% ganz, siehe Europäische Vegetarier Union. Die Produktion von Fleisch und Milch wird überdurchschnittlich mit Steuergeldern gefördert. Der Selbstversorgungsgrad tierische Produktion betrug 2009 95%, während jener der pflanzlichen Produktion 48% beträgt, Agrarbericht 2011. Auch ein beträchtlicher Teil des Pflanzenertrags dient der Tierfütterung; immer mehr Ackerland wird für die Produktion von Wiederkäuerfutter verwendet (Kunstwiesen, Mais …), trotzdem erreichten 2010 die Importe von Heu mit 150’000 Tonnen eine Rekordmarke, und der Import von Kraftfutter stieg erneut markant. Die Milch- und Fleischpreise sinken, der Fleischkonsum steigt, die Umweltbelastung auch.

Wer am Fest der Liebe an die Milliarde Hungernden denkt, dem wird die Lust auf Fleisch vergehen. Besser wäre es sowieso, wenn die Schweizer Bevölkerung weniger Fleisch essen würde, auch für das Klima. Brasiliens Regenwald schrumpft: Neues Waldgesetz ist Todesurteil für den Regenwald, Rettet den Regenwald e.V., 26.11.11; Kahlschlag um jeden Preis, Zeit Online, 11.7.11. Da nützt auch Proforest nichts. Heidi ist von der „nachhaltig produzierten Soja“ nicht überzeugt, denn viel Ackerfläche wird dafür beansprucht, und der Regenwald wird trotzdem abgeholzt, nämlich für jene, denen es Wurst ist, ob „nachhaltig“ oder „irgendwie“ produziert, Hauptsache es gibt immer mehr Tierfutter bzw. Fleisch für diejenigen, die es bezahlen können. Die Werbung von fenaco-LANDI, WWF und COOP „Proforest: Für Ergänzungsfutter aus nachhaltig produzierter Soja“ ist trügerisch.

Die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus weist auf die ökologischen Folgen des Fleischkonsums hin und schreibt: „Ein Grund, weshalb die Fleischindustrie immer noch existiert, ist der, dass die Einnahmen aus dem Geschäft privatisiert werden, die Kosten jedoch auf die Allgemeinheit (und somit auf alle Steuerzahler) abgewälzt werden … Ganz zu schweigen von den Folgekosten im Gesundheitswesen…“

Heidi regt ihre LeserInnen zum überlegten Einkaufen an: Zuerst denken, dann einkaufen … sich nicht verführen lassen, Herkunft und Zusammensetzung prüfen, Vorsicht bei tiefen Preisen und Aktionen … ist jetzt Erdbeersaison? Zum Schluss noch ein Vegi-Unsinn-Beispiel: Knoblauch-Brot fix-fertig zum Einschieben in den Ofen, gut verpackt, in der Kühlvitrine, per Kühlkette transportiert. Heidi empfiehlt: Baguette in der Bäckerei einkaufen, Knoblauch auf dem Markt oder beim Farngut. En Guete!

5.12.11 HOME


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