Posts Tagged ‘Landschaft’

Wildbachschalen aus Metall: Herbststimmungsbild

18. November 2015
Berglandschaftsbild ohne Worte, 950 m ü.M., Gemeinde Schiers im Prättigau GR.

Berglandschaftsbild ohne Worte, 950 m ü.M., Gemeinde Schiers im Prättigau GR.

Neue Wildbachschalen aus Metall: vollkrass!, Heidis Mist, 7.10.15

Vom Wert der Natur

28. April 2014
Wieviel ist dieser Baum wert?

Wieviel ist dieser Baum wert?

Es ist Mode, allem einen Wert in Franken, $ … zuzuordnen. Auch die Natur bleibt davor nicht verschont. TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) ist eine Berichtsreihe, in welcher Fachleute den Wert der Natur angeben, d.h. Preise für unterschiedliche Ökosystem-Dienstleistungen nennen. Allerdings räumen die Autoren ein, dass ihre eigene Leistungsfähigkeit eine Grenze hat: „… Die Erfassung des Gesamtwertes der Natur und ihrer Dienstleistungen ist dabei allerdings nicht vorgesehen, denn das ist unmöglich: Ohne die Natur gäbe es kein Leben. Das bedeutet letztendlich, dass der Wert der Natur unendlich ist …“. Nicht fehlen darf in diesem „Unternehmen“ eine Bank, die Bank of Natural Capital mit „Stocks & Investments“.

Auch der Schweizer Bauernverband befasst sich mit dem Bewerten nicht-marktfähiger Güter und Leistungen, liess er doch die wichtigsten Studien, welche die Landwirtschaft betreffen, von Robert Huber, Flury-Giuliani GmbH (Agrar- und regionalökonomische Beratung), zusammentragen. Im Blog Agrarpolitik berichtet Huber Über den Wert der Schweizer Landwirtschaft, 15.4.14. Diese Studien seien methodisch sehr unterschiedlich, wiesen grosse Lücken auf und basierten auf vielen Annahmen, so dass kein umfassendes Bild der nicht-marktfähigen Güter und Leistungen der Landwirtschaft entstehe. Daher würden diese in der agrarpolitischen Diskussion nicht berücksichtigt. Huber meint: „… Mit Blick auf die kommende Abstimmung über die Initiative für Ernährungssicherheit, welche eine wichtige Weichenstellung für die Ausrichtung der zukünftigen Agrarpolitik darstellen dürfte, könnte eine wissenschaftlich abgestützte und in der Landwirtschaft verankerte Schätzung des Werts der nicht-marktfähigen Güter und Leistungen hingegen ein zentraler Orientierungspunkt sein.“

Die Bewertung der Natur hat aber ihre Tücken, wie George Monbiot (Heidis momentane Lieblingslektüre) in seinem Artikel vom 22.4.14 Reframing the Planet schrieb. Er beginnt wie folgt: „George Orwell warned that the logical end of mechanical progress is to reduce the human being to something resembling a brain in a bottle, Der Weg nach Wigan Pier, George Orwell, 1937. This is a story of how it happens.“

Was ist geschehen? Smithy Wood soll zerstört werden, ein alter Wald, der vor 800 Jahren den Mönchen der Kirkstead Abbey dazu gedient hatte, Holzkohle herzustellen. Was vor ein paar Monaten undenkbar gewesen wäre, das ist heute Realität. Bisher konnten Ökosysteme zerstört werden, wenn anderswo für „Ersatz“ gesorgt wurde, ausgenommen war einzig der Wald. Doch im Januar hat der Umweltminister, Owen Paterson, diese Einschränkung fallen gelassen, dies mit der Begründung, das ein entsprechender Fall sehr unwahrscheinlich sei. Doch schon ist eine Tankstelle in Smithy Wood geplant, 60’000 neue Bäume sollen anderswo die uralten Eichen … ersetzen. Solches Biodiversitäts-Business ist in England gang und gäbe, die entsprechende Verbandelung ist gross. Die Umwelt sei ein Teil der Wirtschaft und müsse in diese integriert werden damit keine Wachstum-Chancen verpasst würden, das sagt der Vorsitzende des Natural Capital Committee (NCC), Dieter Helm. Das NCC wurde als unabhängiges (?) Organ geschaffen, das die Regierung beim effizienten und nachhaltigen Bewirtschaften der Naturschätze beraten soll.

So wird der Wert von unersetzlichen Naturwundern mit dem Gewinnpotenzial von Menschenwerk verglichen. Dieser Trend ist in der Schweiz stark spürbar, z.B. Windkraft statt geschützte Landschaft, Wasserkraft statt Moorlandschaft von nationaler Bedeutung, Häuser statt Wiesen und Felder, Waldstadt statt Wald … Und vielleicht viel mehr Geld für die Landwirtschaft oder Maisfelder soweit das Auge reicht. Die menschliche Zerstörungswut ist ungebrochen.

So sähe die Landschaft im oberen Bild ohne Baum aus, retouchiert von Heidi

So sähe die Landschaft im oberen Bild ohne Baum aus, retouchiert von Heidi

28.4.14 HOME

Das wachsame Auge des Umweltanwalts

16. September 2013
Im Naturschutzgebiet Vilsalpsee wurde eine 3,5 m breite Strasse bewilligt: Die Tiroler Umweltanwaltschaft hat dagegen Einspruch erhoben.

Im Naturschutzgebiet Vilsalpsee wurde eine 3,5 m breite Strasse bewilligt: Die Tiroler Umweltanwaltschaft hat dagegen Einspruch erhoben.

Heidi hat den Verlust „ihres“ Froschtümpels im Artikel Biodiversität: Natur-Wunder und -Wunden beklagt. Nichts Weltbewegendes, nur ein kleiner persönlicher Schmerz. Ein grosses Umweltzerstörungsprojekt wurde kürzlich im Tirol bewilligt. Ein Felssturz am einen Ufer des Vilsalpsees diente als Anlass für ein Projekt zum Ausbau des traktorfähigen Wanderwegs auf der anderen Seite des Sees.

Das Vilsalpsee-Gebiet steht seit 1957 unter Naturschutz. Für Flora, Fauna und Vogelwelt wurden seit 1995 schrittweise neue Schutzziele formuliert, siehe Naturschutzgebiet Vilsalpsee, Wikipedia. Die geplante Strasse mit einer Fahrbahnbreite von 3,5 m würde das Landschaftsbild und den Erholungswert massiv und irreversibel beeinträchtigen, der See seinen Charakter und seinen Wert verlieren. Laichzonen und Lebensräume von Fischen sind erheblich betroffen. Strengstens geschützt sind zwar Erdkröte, Grasfrosch, Alpensalamander, -molch u.a., aber durch die Verbreiterung des Wegs und die Aufschüttung des Seeufers würden ihnen wichtige Laichplätze genommen. Während des Wegbaus ginge auf einer Länge von 630 m das gesamte „ökologische Inventar“ verloren – etwas „lebendiger“ ausgedrückt: grosses Sterben.

Die massiven Eingriffe in das Schutzgebiet sind in der Einsprache der Tiroler Umweltanwaltschaft detailliert beschrieben. Ein öffentliches Interesse besteht nicht: die Alp kann problemlos ohne Verbreiterung der Strasse bewirtschaftet werden. Eine bessere Erschliessung sei zwar nötig, aber mit mehr Rücksicht auf den geschützten Raum. Dass der Bauer die Milch mit dem Traktor hinunter fahren müsse, das sei eine Notlösung, argumentieren die Antragsteller, der Milchwagen müsse zur Alp hochfahren können. Ja, und Erholungssuchende beklagen den drohenden Verlust der „letzten begehbaren Ruhezone am Vilsalpsee“.

Tourismus, Land- und Forstwirtschaft fordern immer neue Erschliessungen auf Kosten von Natur und Schönheit. Gut gibt’s den Umweltanwalt! Der Ziegenpeter hatte Heidi auf diese Institution aufmerksam gemacht, als er in Österreich die Schweinereien vor seiner Haustür dank dem Umweltanwalt zum Verschwinden brachte, siehe Erfolgreicher Ziegenpeter. Die Schweiz hat keinen. Private Umweltorganisationen erledigen diese Arbeit – so gut’s geht und solange das (häufig attackierte) Verbandsbeschwerderecht besteht.

Wo bleibt das öffentliche Interesse, Rundschau, Oberländer Wochenzeitung, 4.9.13

Streit um Strassenprojekt am Tiroler Vilsalpsee, der Standard, 5.7.13

Initiative Wanderweg am Vilsalpsee auf facebook mit zahlreichen Fotos und Kommentaren, z.B.:

  • „Während das Eis der Gletscher mehr und mehr schmilzt, türmt sich der Eisberg der Gleichgültigkeit gegen die Naturzerstörung immer mehr auf.“
  • „Die meisten Kompromisse sind nicht die Lösung von Problemen, sondern deren Umgehung.“

17.9.13 HOME

Drei Misthaufen auf einen Streich

2. Februar 2011
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Der Kleine: dreimal fotografiert in 12 Monaten!

Weil die Diaschauen so beliebt sind, hat Heidi die alte von Winter 2009/Frühling 2010 auch wieder einmal angeschaut. Dabei entdeckte sie, dass sie am Silvester 2009 oberhalb von Maienfeld nicht nur den kleinen Misthaufen mit der frisch gemisteten Wiese fotografiert hatte, sondern in der Ebene beim Maienfelder Industriequartier zwei weitere Haufen sichtbar sind, die sie – wie sie meinte – erst am 3. März 2010 zum ersten Mal fotografierte hatte, siehe Diaschau Miststöcke im Schnee. Heidi hat jetzt mit dem 3-Misthaufen-Silvester-Bild und zwei Fotos vom 29. April 2010 eine Fotomontage mit drei Misthaufen im Feld gemacht. Die zwei grossen im Rheintal waren Ende Mai 2010 verteilt und untergepflügt worden, lagen also lange, sehr lange über dem Grundwasserstrom! Der kleine ist vermutlich heute noch dort oben am Wanderweg.

Bündner Misthaufen im Feld: eine neue Herausforderung für Landschafts-Fotografen?

2.2.11   HOME


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