Posts Tagged ‘Lärm’

Kann der Mensch sich beliebig anpassen?

13. April 2014
Wir baggern weiter und passen uns an! Weniger Schnee - mehr Schneekanonen - grösseres Wirtschaftswachstum.

Wir baggern weiter und passen uns an! Weniger Schnee – mehr Schneekanonen – grösseres Wirtschaftswachstum.

Heidi hat schon manchen Weltuntergang überlebt. Früher waren es religiöse Gruppierungen, welche solche Ereignisse prophezeiten. Nach Ablauf des Datums war jeweils alles beim Alten, und niemand sprach mehr darüber.

Doch dann kamen seriöse WissenschaftlerInnen und warnten vor schlechten Zeiten für die Menschheit. Die Welt würde zwar nicht untergehen, nur eben vielleicht der Mensch von der Erde verschwinden. Früh gewarnt haben Paul Ehrlich, Professor an der US-Universität Stanford, und seine Frau Anne. Beide halten den Kollaps der menschlichen Zivilisation aufgrund der sich zuspitzenden Klimaveränderungen, der Überbevölkerung und der Erschöpfung und Vergiftung der Meere für wahrscheinlich, Kann unsere Zivilisation kollabieren?, Frankenfelds Welt, Hamburger Abendblatt vom 27.2.14.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern am Institut für Zukunftsforschung über die Menschheit, Universität Oxford, untersucht die grössten Gefahren für die Menschen. In einer Publikation machen die Forschenden darauf aufmerksam, dass die Politiker den realen Risiken, welche die Species Mensch auslöschen könnten, grosse Aufmerksamkeit schenken müssten. Der Institutsdirektor, Nick Bostrom, meint, dass es das letzte Jahrhundert der Menschheit sein könnte, wenn wir nicht richtig handelten. Der Technologie-Fortschritt übertreffe unsere Fähigkeit, die möglichen Konsequenzen lenken zu können, How are humans going to become extinct?, BBC 24.4.13. Existential Risk Prevention as Global Priority, Nick Bostrom, Wiley Online Library. Existential Risk as a Global Priority, Nick Bostrom, Global Policy Volume 4 . Issue 1 . February 2013.

On the bank at the end
Of what was there before us
Gazing over to the other side
On what we can become
Veiled in the mist of naïve speculation
We are busy here preparing
Rafts to carry us across
Before the light goes out leaving us
In the eternal night of could-have-been

Nick Bostrom

Werden sich unsere PolitikerInnen mit einer Anpassungsstrategie Klimawandel begnügen? Das grüne Wirtschaftswachstum fördern? Forschungsgelder für Anpassungen sprechen? Oder werden sie auch Grundsatzfragen aufwerfen und zum Wohl der Bevölkerung danach handeln? Bundesrat verabschiedet Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel, Medieninformation Bundesamt für Umwelt, Abteilung Klima, 9.4.14.

Es scheint so, dass der Mensch sich nicht beliebig anpassen kann, und das nicht nur bezüglich Klimawandel. Leserstimmen zu Heidis Artikel Der Mensch passt sich an und an und an!

„Ja, ich kenne die Untergangshinweise. So etwas kann man ja immer gut als Panikmache abtun – vor allem in solch oberflächlicher Welt, in der wir gerade leben.“

„Lockerung des nächtlichen Lärmschutzes. Grund: Die Gesellschaft will doch die Fussballweltmeisterschaft nicht nur in Gewerbegebieten auf Grossleinwänden, sondern auch in der Nachbarschaftskneipe auf dem Fussweg mit Fernseher geniessen. – Wohngebiet drumrum oder nicht – alles egal. – Fachleute nennen Lärm DIE Geissel des heutigen (Stadt)Menschen – auch egal. Was kümmern uns gesundheitliche und naturwissenschaftliche Erkenntnisse – Hauptsache wir haben die Lufthoheit über den Stammtischen erobert – und halten sie!“

Und zum Schluss noch eine Geschichte, die zeigt wie PolitikerInnen ihr Volk (in diesem Fall Deutschland/Bayern) „hintergehen“, beispielhaft aufbereitet vom Bayerischen Fernsehen; es könnte gerade so gut ein anderes Thema oder Land sein. Prost Mahlzeit: Die Mär vom bayrischen Genmais-Verbot, BR 3.4.14. Es fängt so an: „Wenn Werte gegen Werte antreten, dann gewinnt in unseren Tagen offenbar häufig der Wert des Geldes…“ Quelle: Grünwolf.

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Der Mensch passt sich an und an und an!

3. April 2014
Zivilisation: Möchten Sie im Hotel am Ende der Strasse die Bergferien geniessen?

Zivilisation: Möchten Sie im Hotel am Ende der Strasse die Bergferien geniessen?

Die Welt ist voller Gegensätze, Menschen pflegen aus allem einen Nutzen zu ziehen, Schritte vorwärts werden durch Rückschritte zunichte gemacht, kritische Leute werden diskreditiert, die eine Hand wäscht die andere und die eine politische Hand weiss sehr wohl was die andere tut, z.B. Alkohol:

Millionen vom Staat für Schweizer Schnaps, Berner Oberländer, 1.4.12
Subventionen für Schnaps-Industrie, SRF, 10 vor 10

Selbstverständlich wird in der Schweiz auch der Anbau von Tabak subventioniert, der übermässige Fleisch- und Milchkonsum gefördert, welcher Gesundheit und Klima schädigt, während es an einheimischem Gemüse und Schweizer Früchten mangelt … Zum 1. August: Heidis Vegi-Capuns, Heidis Mist, 1.8.13. Am 2. und 3.4.14 findet der X. Intern. Kongress über Mediterrane Ernährung in Barcelona statt, mit Wissenschaftlern aus Spanien, Frankreich, Griechenland, Kalifornien; höchste Zeit, dass das Bundesamt für Gesundheit seine Ernährungspyramide den wissenschaftlichen Erkenntnissen anpasst statt auf die Lobbyisten zu hören.

George Monbiot wie er sich auf dem Blog präsentiert.

George Monbiot wie er sich auf dem Blog präsentiert.

Wir sollen gefälligst alles bezahlen und uns an alles anpassen! An Lärm, Gestank, verschmutztes Trinkwasser, Zerstörung der Umwelt, an den Klimawandel… Einer, welcher die „Leerwortigkeit“ unserer Zeit mit klaren Worten auf den Bildschirm bringt ist George Monbiot; er schreibt eine Kolumne für den Guardian. Sein Beitrag vom 1.1.14 ist der „Anpassung an die Klimaerwärmung“, Loss Adjustment, gewidmet und beginnt mit der Frage: „When people say we should adapt to climate change, do they have any idea what that means?“ Und er schliesst mit: „As the scale of the loss to which we must adjust becomes clearer, grief and anger are sometimes overwhelming. You find yourself, as I have done in this column, lashing out at the entire town.“

Ein grosser Werbespot für George Monbiot, der sagt: „I love not man the less, but Nature more.“ George Monbiot

Besonders lesenswert sind die Artikel, welche George über die Landwirtschaft schreibt, etwa die EU-Agrarpolitik; sie sind meist durchaus auf die Schweiz übertragbar.

About George

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Rummelplatz Berg: Wie weiter?

15. Juli 2013
Gebaut wird überall, auf dem Berg, am See ... Hauptsache, es wird gebaut und die Leute kommen.

Gebaut wird überall, auf dem Berg, am See … Hauptsache, es wird gebaut und die Leute kommen.

Zwei Artikel in der NZZ vom 12.7.13 sind Heidi aufgefallen. Die tägliche Weltschöpfung von Roman Bucheli über Baustellen und Lärm: „… Denn die täglich neu gebaute Welt wird nicht schöner, sie wird immer nur lärmiger (und sie wird es umso mehr, je wohlhabender ein Gemeinwesen ist) …“ Die Schweizer Gemeinwesen (und ausländischen Investoren) besitzen Geld! Der Bund hat ein nationales Schneesportzentrum ausgeschrieben, der Schweizer Tourismus-Verband (STV) fordert gar deren drei. Damit aber nicht genug. Eine Schulferienwoche soll zur obligatorischen Schneesportwoche für die 5. bis 9. Klasse erklärt werden. Der Verband der Schweizer Seilbahnbranche (SBS) will den Anteil SchneesportlerInnen in der Bevölkerung steigern.

Noch mehr Steuergelder für den Tourismus

Und wer zahlt? Der Bund soll jedem teilnehmenden Kind 200 Franken zahlen sowie die Kosten für die Benützung der Bergbahnen, für Skischulen und Mietmaterial übernehmen. Andere Branchen müssen den Gürtel enger schnallen, wenn Profit und Kosten im Ungleichgewicht sind. Die Strategie der hohlen Tourismus-Hand scheint immer wieder zu funktionieren, denn – so wird argumentiert – vom Tourismus profitieren ALLE. Stimmt das? Mindestens die Natur ist meist Verliererin Nummer EINS. STV-Präsident und CVP-Nationalrat Dominique de Buman ergänzte die Schneesportoffensive des STV mit einer Motion: Lancierung und Umsetzung einer Schneesportinitiative. Ausführlich darüber berichtete Michael Schoenenberger in seinem NZZ-Artikel Angst vor leeren Pisten.

Der Bergtourismus und die Frösche

Raubfische, wie die amerikanische Seeforelle, fressen Kaulquappen und dezimieren somit die Frösche ...

Raubfische, wie die amerikanische Seeforelle, fressen Kaulquappen und dezimieren somit die Frösche …

Die Bergbahnen brauchen im Winter die SchneesportlerInnen, im Sommer Events und z.B. die Fischer. Die negativen Seiten des Wintertourismus sind einigermassen bekannt. Der Druck auf die Natur nimmt auch im Sommer zu. Zum Beispiel wurde in den letzten zwei Jahrzehnten die Kanadische Seeforelle in Bergseen angesiedelt.

Seeforellen lieben Kaulquappen und attackieren gar Frösche: Forellen-Attacke auf Frosch, YouTube. „Das Fischen von Forellen und Saiblingen auf 2000 Meter über Meer – das erleben Sie nur auf Melchsee-Frutt…“ Der Tourismusverein zieht Fischer an, die neue Bergbahn ist in Betrieb, das neue chinesische Frutt Lodge und Spa auch, und es wird weiter gebaut. Wer kümmert sich um die Frösche?

Den Fröschen gehe es schlecht hier oben, meint ein profunder Kenner der Flora und Fauna von Melchsee-Frutt. In den USA sind die meisten Gebirgsseen mit einem Bestand von seltenen Fröschen unter Schutz, Forellen auf Frosch-Fang, Fisch & Fang. Von den 20 einheimischen Amphibienarten stehen 14 auf der Roten Liste, das schreibt Pro Natura, Tier des Jahres 2013 – Die Geburtshelferkröte. „Die Angelei ist vielerorts attraktiv geworden und dies mancherorts, ohne allzu viele Schäden anzurichten. Aber zu viele Gewässer sind durch Besatz von irgendwas weltweit kaputtbewirtschaftet worden, sei es aus wissenschaftlichem Interesse, anglerischem Interesse oder reinem Profitdenken…“, das schrieb ein Fischer und aktiver Gewässerschützer Heidi „… und es gibt viel zu tun.“

Und was meint karch, die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz? „… Beispiel Bergseen: In vielen Fällen sind respektive waren Bergseen natürlicherweise fischfrei. Schon seit längerer Zeit, in den letzten Jahren aber vermehrt, werden solche Gewässer bestockt. Vor allem für Angler interessante Fischarten wie Saibling und Forelle werden eingesetzt, d.h. Arten, welche einen grossen Druck auf Amphibien auswirken. Zusätzlich werden die Bestandsdichten relativ hoch gehalten, damit die AnglerInnen Erfolgschancen haben. Die Gewässer sind oft strukturarm mit wenig Versteckmöglichkeiten für Amphibien. Durch die geringe Wassertemperatur, sind sie nicht sehr produktiv, es herrscht Nahrungsknappheit. Die Auswirkungen auf die Amphibienbestände müssen dadurch als sehr gross eingestuft werden. Konkrete Untersuchungen aus den USA und Italien belegen diese Aussage…“, Amphibien und Fische, karch.

Heidis Vorschlag

Lassen wir der Jugend die wohlverdienten Ferien! Eine stressige Zukunft wartet auf sie.

Beratungsstelle für Unfallverhütung: Die bfu setzt sich im öffentlichen Auftrag für die Sicherheit ein.

Beratungsstelle für Unfallverhütung: Die bfu setzt sich im öffentlichen Auftrag für die Sicherheit ein.

Bild ohne Worte

Bild ohne Worte

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