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Pokédéchets GO – ein Spiel mit grosser Umweltwirkung

18. September 2016
Das Schweizer Spiel Pokédéchets GO hat rasch viele AnhängerInnen in der französischsprachigen Schweiz und im Ausland gefunden. ICKO, eine Firma für Bedarfsartikel Bienenhaltung in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur macht Werbung für die Bewegung. Copyright: <a href="http://www.croixdunord.com/pokedechets-go-kezako_9278/" target="_blank">Croix du nord</a>.

Das Schweizer Spiel Pokédéchets GO hat rasch viele AnhängerInnen in der französischsprachigen Schweiz und im Ausland gefunden. ICKO, eine Firma für Bedarfsartikel Bienenhaltung in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur macht Werbung für die Bewegung. Copyright: Croix du nord.

Littering belastet die Gewässer, den Boden, tötet Meeres- und Nutztiere gleichermassen und schadet auch den Menschen, nicht nur über die hohen Entsorgungskosten. «Hallo, mein Name ist Lara. Mein Mami Agnes ist heute gestorben, weil jemand seinen Abfall nicht entsorgt hat.» Dieser Facebook-Post über die verstorbenen Kuh Agnes fand grosse Beachtung, siehe Schweizer Bauer vom 28.4.16.

Alles begann mit einem Bild: Eine weggeworfene Dose. Der Neuenburger Hausarzt und Grüne Grossrat Laurent Kaufmann stellte es am 23.7.16 auf Facebook mit dem Aufruf an die LeserInnen, Abfälle einzusammeln. Das Echo war gross. Vier junge Leute der Region Chablais haben diese Idee aufgenommen und ein Spiel daraus gemacht: Pokédéchets GO. Es ist ganz einfach. Man sammelt Abfall ein, fotografiert ihn und veröffentlicht das Bild auf einem sozialen Medium mit dem Hashtag ‪#‎PokédéchetsGO oder schickt Pokédéchets GO das Bild per Mail zum Veröffentlichen. Den Abfall entsorgt man sachgerecht. Jeden Monat verleiht das Team dem besten Abfalljäger oder der besten -jägerin einen Preis. Quelle: Le Matin Dimanche 7.8.16.

Es war einfach eine Idee, nicht allzu seriös. Doch der Erfolg ist gross. Innerhalb eines Monats trafen 272 Fotos ein, und die Internetseite wurde 180’000 Mal aufgerufen. Fotos kamen aus der Schweiz, Frankreich, Belgien, Griechenland, Burkina Faso … Inzwischen werden auch Abfall-Aufräumaktionen organisiert.

Es wäre schön, wenn auch „in anderen Sprachen“ gesammelt würde. Es braucht eine Übertragung in den deutschsprachigen Raum, siehe Carte des événements, wo doch unser Parlament nicht einmal Bussen für Littering einführen will!

Règles du jeu Pokédéchets GO

Pokédéchets GO auf Facebook

Zwei Kinder sammeln am Strand Abfall bevor sie ins Wasser springen: Go Pokédéchets Go – Zéro Déchet/Waste – Vlog #, youtube, 30.8.16. Weitere videos von Ginie – My Other One Me.

Übrigens wurde das Spiel bereits namenlos in der Deutschschweiz gespielt, und zwar von Christoph Meier und seinen zwei Söhnen. Heidi durfte das Abfallsammelergebnis veröffentlichen:

Bündner Bach-Idylle mit Abfällen, Heidis Mist 17.2.15

18.9.16 HOME

„Biologisch abbaubare“ Kunststoffe verschmutzen Gewässer

22. November 2015
Aus dem Bericht der UNEP: Biodegradable Plastics & Marine Litter, Misconceptions, Concerns and Impacts on Marine Environments, United Nations Environment Programme (UNEP), 2015.

Aus dem Bericht der UNEP: Biodegradable Plastics & Marine Litter, Misconceptions, Concerns and Impacts on Marine Environments, United Nations Environment Programme (UNEP), 2015.

In einem soeben erschienenen Bericht der Vereinigten Nationen ist zu lesen, dass als „biologisch abbaubar“ bezeichneter Biokunststoff selten im Meer abgebaut wird, weil es industrielle Kompostieranlagen und hohe Temperaturen während längerer Zeit braucht, um ihn zu zersetzen.

„Forget recycling“ heisst es zudem im Bericht von BBC Biodegradable plastics not breaking down in ocean, UN report says, 19.11.15. Es sei kaum möglich, Kunststoff und Biokunststoff sauber zu trennen. Dies verursache Probleme bei der Wiederverwertung, denn Biokunststoff kann die Eigenschaften des Kunststoffes verändern. Es bestehe die Gefahr, dass als „biologisch abbaubar“ bezeichneter Biokunststoff das Littering fördere, heisst es weiter, denn die Leute glaubten, dass das, was sie wegwerfen, kein Abfall sei, sich von selbst zersetze. Biodegradable Plastics & Marine Litter, Misconceptions, Concerns and Impacts on Marine Environments, United Nations Environment Programme (UNEP), 2015.

Auch die Schweiz trägt zum Plastikmüll im Meer bei, siehe Erste Bestandesaufnahme von Mikroplastik in Schweizer Gewässern, Medieninformation Bundesamt für Umwelt (BAFU) vom 11.12.14.

Bald ein Verbot von Wegwerf-Plastiksäcken?

National- und Ständerat haben 2012 die Motion Stopp der Verschmutzung durch Wegwerf-Plastiksäcke von Dominique de Buman (1.10.10) angenommen. Darin steht: „Es geht nicht darum, diese Plastiksäcke ausschliesslich durch biologisch abbaubare Plastiksäcke und Papiersäcke zu ersetzen, sondern vor allem durch wiederverwendbare Säcke, die teilweise auch aus rezykliertem PET hergestellt werden.“ Doch der Bundesrat tut sich schwer mit einem Verbot. Natürlich sind die Plastiksack-Produzenten, die Kehrichtverbrenner und der Detailhandel dagegen, d.h. wie immer kämpft Geld gegen Natur. Anfang 2016 sollte das Verbot, wenn es zustande kommt, in Kraft treten.

Die Migros Waadt ging mit gutem Beispiel voraus und führte eine Gebühr von 5 Rappen pro Sack (Biokunststoff) ein. Der Verbrauch ging um 94% zurück, siehe Ökologischer Nutzen durch Plastiksäckli-Verbot?, Judith Schärer, Der Öko(b)log vom 24.10.15.

Noch immer lautet die Standardfrage beim Einkaufen im Warenhaus des „ökologischsten Grossverteilers der Welt“ Coop: „Möchten Sie einen Sack?“, auch wenn Heidi nur ein (kleines) Produkt gekauft hat. Die gleiche Frage hört sie regelmässig in Bäckereien, Apotheken …

Aller Anfang ist leicht!

Eine Bäckersfrau erzählte Heidi eine schöne Geschichte: „Ein älterer Herr kauft regelmässig bei mir ein. Er zieht jeweils aus der kleinen Tasche des dunklen Anzugs, in welcher üblicherweise ein Pochettli (Einstecktuch) steckt, eine Plastiktüte. Mit der Zeit geht diese aber kaputt. Etwa einmal im Monat gebe ich ihm eine neue.“

Runder Tisch Kunststoffrecycling, Kunststoffe, BAFU

Unser Boden wird immer häufiger mit Kunststoff bedeckt, auch "biologisch abbaubarem". Es heisst, die kompostierbaren Folien könnten einfach untergepflügt werden. Ist das gut?<br /> Meist wird bei uns PE-Kunststoff eingesetzt, in China jedoch PVC. Eine Studie dokumentiert die massive Verschmutzung von Landwirtschaftsböden mit Phthalsäureester in China anhand eines Modells: Empirical estimation of pollution load and contamination levels of phthalate esters in agricultural soils from plastic film mulching in China, Environ Earth Sci (2013) 70:239–247, http://www.researchgate.net/publication/257794301_Empirical_estimation_of_pollution_load_and_contamination_levels_of_phthalate_esters_in_agricultural_soils_from_plastic_film_mulching_in_China

Unser Boden wird immer häufiger mit Kunststoff bedeckt, auch „biologisch abbaubarem“. Es heisst, die kompostierbaren Folien könnten einfach untergepflügt werden. Ist das gut?
Meist wird bei uns PE-Kunststoff eingesetzt, in China jedoch PVC. Eine Studie dokumentiert die massive Verschmutzung von Landwirtschaftsböden mit Phthalsäureester in China anhand eines Modells: Empirical estimation of pollution load and contamination levels of phthalate esters in agricultural soils from plastic film mulching in China, Environ Earth Sci (2013) 70:239–247.

Empirical estimation of pollution load and contamination levels of phthalate esters in agricultural soils from plastic film mulching in China, Environ Earth Sci (2013) 70:239–247

22.11.15 HOME


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