Posts Tagged ‘Little Things Matter’

Planetary health: Gesundheit auf einem sich rasch ändernden Planeten

28. Dezember 2017
Sam Myers, Direktor von Planetary Health Alliance, Prof. Harvard University. Copyright: Academy of Medical Sciences.

Sam Myers, Direktor von Planetary Health Alliance, Prof. Harvard University. Copyright: Academy of Medical Sciences.

Heidis Leseempfehlungen für kalte Tage

Die Welt ist kompliziert geworden. Die Forschung kann vieles bis ins kleinste Detail analysieren, jedoch fehlt oft die Gesamtschau. Zusammenhänge werden ignoriert, was zu Fehlentscheiden und Schäden führt.

Planetary Health

The Planetary Health Alliance: „We have been mortgaging the health of future generations in order to realize economic and development gains in the present.“ Direktor Sam Myers informierte in einem Vortrag an der Academy of Medical Sciences und in einem Artikel in The Lancet über Probleme und Lösungsansätze. Umweltschutz und Gesundheit müssen zusammenrücken und neu gestaltet werden.

Planetary health: protecting human health on a rapidly changing planet, Dr. Samuel S. Myers, The Lancet 13.11.17

The Academy of Medical Sciences & The Lancet International Health Lecture 2017 explores how environmental damage impacts not just upon the planet, but also has significant consequences for human health.
Planetary health: protecting global health on a rapidly changing planet

Planetary health, Wikipedia

How toxic is your car exhaust?

„It’s not easy to find out. I own an old banger. My dad has a 2009 diesel. Should either of us scrap our cars for the sake of clean air? I had them tested to find out which was worse. Along the way, I discovered just how dirty some new cars are.“ Ein Artikel auch über sektorielles Denken und unzulängliche Massnahmen verknüpft mit Lobbying und Geld.

How toxic is your car exhaust? Tom de Castella, BBC, 17.10.17

Krebs erregende Rußpartikel waren bislang bei Dieseln gefürchtet. Fahren Benziner also umweltfreundlich? Nein, sagt eine neue Untersuchung unter der Leitung von Empa-Forschern: Benzin-Direkteinspritzer stoßen gleich viele Rußpartikel aus wie ungefilterte Diesel vor 15 Jahren. Und an den Partikeln hängen verschiedene Krebs erregende Substanzen. Partikelfilter könnten Abhilfe verschaffen.
Benziner stoßen genauso viele Rußpartikel aus wie ungefilterte Diesel vor 15 Jahren, Laborpraxis 24.5.17

Little Things Matter

Umweltgifte: Little Things Matter. Zusammenfassung von 30 Forschungsjahren. Anschauliche Präsentation über den Einfluss von Umweltgiften auf das sich entwickelnde Gehirn von Menschen (Heidi: und wohl auch von Tieren).

Little Things Matter. The Impact of Toxins on the Developing Brain, youtube

Heidis Artikel zum Thema vom 15.3.15: Umweltgifte: Little Things Matter.

Das Bild zeigt zwei Aussagen: Das Medikament Ritalin wirkt in der symbolisch aufgezeigten geringen Konzentration. Umweltgifte (hier Blei) sollen aber in genau gleich kleinen Konzentrationen nicht wirken, behaupten Hersteller und die sie unterstützenden Behörden. Quelle Bruce P. Lanphear.

Das Bild zeigt zwei Aussagen: Das Medikament Ritalin wirkt in der symbolisch aufgezeigten geringen Konzentration. Umweltgifte (hier Blei) sollen aber in genau gleich kleinen Konzentrationen nicht wirken, behaupten Hersteller und die sie unterstützenden Behörden. Quelle Bruce P. Lanphear.

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Pestizide: Wissenschaftler warnen, Behörden verharmlosen!

16. Oktober 2015
Besonders in den Monaten Juni und Juli ist die Konzentration von Pflanzenschutzmitteln in viele kleinen Gewässer hoch.

Besonders in den Monaten Juni und Juli ist die Konzentration von Pflanzenschutzmitteln in viele kleinen Gewässer hoch.

Es läuft immer nach dem gleichen Schema: Wissenschaftler warnen vor schädlichen Substanzen, die Behörden verharmlosen im Stil: „Gift? Ich merk‘ nix!“ Ein bisschen Grenzwertüberschreitung, aber sonst ist die Welt in Ordnung. Systematisch schützen sie die Hersteller statt die Umwelt. Ist doch gut, sichert Arbeitsplätze, fördert das Wirtschaftswachstum! Cocktails? Aber bitte keine Pestizid-Cocktails!

Wird die zweite Stellungnahme der Endokrinen Gesellschaft vom 28.9.15 ernst genommen oder mit fadenscheinigen Argumenten beiseite geschoben? Jedenfalls sind die wissenschaftlichen Fakten für Gesundheitsschäden durch endokrine Disruptoren stark: Übergewicht und Diabetes, Beeinträchtigung der Fortpflanzung, Hormon-empfindliche Krebsarten bei Frauen, Prostatakrebs, Schilddrüse, Störungen der Hirnentwicklung und des neuroendokrinen Systems. Besonders gefährdet sind Fötus und Kleinkind.

Pflanzenschutzmittel mit endokrinen Disruptoren als Wirkstoff (hormonähnlichen Substanzen) sind Hauptverursacher für die durch Endokrine Disruptoren verursachten Gesundheitskosten in der EU von über 150 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Endokrine Gesellschaft ist keine Stammtischrunde, sondern eine Organisation, welcher 18’000 WissenschaftlerInnen aus 100 Ländern angehören.

Executive Summary to EDC-2: The Endocrine Society’s Second Scientific Statement on Endocrine-Disrupting Chemicals, 28.9.15, Quelle Newsletter October 2015, Food Packaging Forum

Estimated Costs of Endocrine-Disrupting Chemical Exposure Exceed €150 Billion Annually in EU, 5.3.15

Hormonaktive Stoffe: 150 Milliarden Folgekosten, Kurt Marti, Infosperber vom 15.3.15, mit Informationen aus der Schweiz. Interessant ist die abwiegelnde Stellungnahme des Bundesamts für Gesundheit.

„21 Spritzmittel hat die «Rundschau» in einem Bach im Kanton Thurgau gemessen. Drei Giftstoffe liegen ein Mehrfaches über dem Grenzwert der Gewässerschutz-Verordnung.“ Was sagt die stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Landwirtschaft, Eva Reinhard, dazu? «Von den gemessenen Konzentrationen geht sicher kein Risiko für Mensch und Umwelt aus.» Woher nimmt sie dieses sichere „Wissen“? Heidi meint: Dieses „Wissen“ gibt es nicht, das ist eine unhaltbare Behauptung. Pestizid-Cocktail im Bach, Rundschau vom 14.10.15, SRF.

Umweltgifte: Little Things Matter, Video von Bruce Lanphear, Professor, Faculty of Health Sciences, Simon Fraser University, Canada, Heidis Mist vom 15.3.15

Schon extrem kleine Giftmengen können die Entwicklung des Gehirns schädigen, dies mit dauerhaften Folgen.

16.10.15 HOME

Umweltgifte: Little Things Matter

15. März 2015
Schon extrem kleine Giftmengen können die Entwicklung des Gehirns schädigen, dies mit dauerhaften Folgen.

Schon extrem kleine Giftmengen können die Entwicklung des Gehirns schädigen, dies mit dauerhaften Folgen.

Wir können uns nicht auf jene Leute verlassen, die wir dafür bezahlen, dass sie uns schützen; wir müssen uns selber informieren und aktiv werden. Ein aktuelles Beispiel aus dem Bundesamt für Gesundheit (BAG). „Nota bene: Das ist nicht die Stellungnahme des Lobbyverbandes Scienceindustries, sondern der BAG-Sektion Risikobeurteilung.“ schreibt Kurt Marti am Schluss seines Artikels Hormonaktive Stoffe: 150 Milliarden Folgekosten im Infosperber vom 15.3.15. Scienceindustries ist der Schweizer Wirtschaftsverband Chemie Pharma Biotech.

Die Dosis macht das Gift (Paracelsus). Die Mischung macht das Gift (Heidi). Es sind nicht nur die hormonaktiven Stoffe, Pestizide usw., welche unsere Gesundheit bedrohen. Wir sind unzähligen schädlichen Substanzen ausgesetzt. Auch wenn die Dosis klein ist, heisst das noch lange nicht, dass die Stoffe uns keinen Schaden zufügen. Medikamente zirkulieren im Körper ebenfalls in sehr kleinen Mengen/Konzentrationen, doch sie wirken trotzdem.

Besonders empfindlich reagiert das sich entwickelnde Gehirn auf Toxine. Nach 30 Jahren Forschung kommt Bruce Lanphere, Professor an der Simon Fracer University in Kanada, zum Schluss, dass auch kleine Dinge zählen. Schon extrem kleine Giftmengen sind eine Gefahr für die Entwicklung des Gehirns, was sich auf das ganze Leben auswirkt.

Es gibt für Toxine keinen sicheren Grenzwert.

Es gibt für Toxine keinen sicheren Grenzwert.

Die Art und Weise wie Gifte reguliert würden – mit Grenzwerten – schütze Kinder nicht, sagt Langphere. Die Chemische Industrie argumentiere, dass der Einfluss von Giften auf Kinder gering sei, aber das sei irreführend. Schon kleine IQ-Veränderungen hätten einen grossen Einfluss auf die Anzahl der sehr begabten Kinder und jene der weniger begabten nehme entsprechend zu.

In Kanada und den USA werden Chemikalien in Konsumgütern verwendet und in die Umwelt freigesetzt bevor sie auf schädliche Wirkungen untersucht sind. Man müsse von der Industrie eine Unbedenklichkeitsprüfung verlangen, bevor die Produkte auf den Markt kommen, analog zur EU. Heidis LeserInnen wissen, dass dies auch in der EU (und der Schweiz) wegen des Industrie-Lobbyings nicht zufriedenstellend funktioniert.

Das Video Little Things Matter ist ein Musterbeispiel von Forschungskommunikation. Das allein ist es wert, den Film anzuschauen: Little Things Matter: The Impact of Toxins on the Developing Brain, Canadian Environmental Health Atlas. Ein zweites Video zeigt den Einfluss von Blei und Tabak.

Wissenschaftliche Publikation: The Impact of Toxins on the Developing Brain, Bruce P. Lanphear, Annu. Rev. Public Health 2015. 36:18.1–18.20. Version vom 12.1.15, definitive Online-Version am 18.3.15, Print 21.4.15.

Was ist zu tun? 90% unserer Pestizid-Belastung stammt aus den Lebensmitteln, also gibt es diesbezüglich nur eine Lösung: Bio-Produkte kaufen. Wann merken unsere Politiker, dass nur Bio-Bauern Subventionen erhalten sollten? Die landwirtschaftliche Forschung hätte, so meint Heidi, schon längst wirksame Kupfer-Ersatzmittel gefunden, wenn sie nur auf das Ziel Bioland Schweiz hinarbeiten würde. Hier noch Empfehlungen von Bruce Lanphere:

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