Posts Tagged ‘Mais’

Pestizide Grundwasserschutzzone S2: Vorschlag Graubünden

11. Mai 2015
In der Gewässerschutz-Verordnung verankerte Ziele für das Grundwasser: Theorie und Praxis  klaffen auseinander. Wer kümmert sich um den Vollzug? Jedenfalls nicht jene Bundesämter, die wir eigentlich dafür bezahlen, dass sie uns schützen.

In der Gewässerschutz-Verordnung verankerte Ziele für das Grundwasser: Theorie und Praxis klaffen auseinander. Wer kümmert sich um den Vollzug? Jedenfalls nicht jene Bundesämter, die wir eigentlich dafür bezahlen, dass sie uns schützen.

Heidi schreibt häufig über Missstände in der Bündner Landwirtschaft. Vielleicht ist es wieder einmal an der Zeit, Positives aus Graubünden zu berichten. Ein Leser schrieb letzte Woche: „Offenbar gibt es neben Dir noch ein paar weitere Vernünftige in GR.“ Gemeint ist damit das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT). Hier der vollständige Text auf der Internetseite des ALT, Rubrik Lebensmittelsicherheit > Produktkontrollen:

Atrazin in Grundwasser

09.07.2014

Im Mai 2014 liess das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit wiederholt Grundwässer auf Verunreinigungen durch Spritzmittel (Pflanzenschutzmittel) im Interkantonalen Labor Schaffhausen untersuchen. Im Durchschnitt weisen bis zu 80% der Messstellen in von Ackerbau und Siedlungen dominierten Einzugsgebieten Pflanzenschutzmittel auf.

In Graubünden wurden 22 Grundwasserpumpwerke beprobt. An elf Messstellen (50%) konnten bis zu drei Substanzen, und zwar Spuren von Triazinherbiziden, Metolachlor und 2,6-Dichlorbenzamid, dem Abbauprodukt von Dichlobenil, nachgewiesen werden. Die Konzentrationen erreichten hingegen nicht mehr als ein Zehntel des gesetzlich festgelegten Toleranzwertes für organische Pestizide und deren relevante Metabolite, Abbau- und Reaktionsprodukte.

Die Proben widerspiegeln die Ergebnisse der letzten Jahre einer insgesamt geringfügigen Belastung unserer Grundwässer. Allerdings spricht der Nachweis des Herbizids Atrazin und dessen Abbauprodukts Desethylatrazin in zehn von elf Messstellen für die unerwünschte Persistenz dieser Stoffe in der Umwelt und deren langsame aber stete Infiltration ins Grundwasser. In der Schweiz ist Atrazin deshalb seit dem Jahr 2008 nicht mehr zugelassen. Bis Ende 2011 durfte Atrazin allerdings noch eingesetzt werden. Der Wirkstoff wurde vorwiegend im Maisanbau verwendet.

Zusätzlich zu einem Verbot von Atrazin sind weitere Massnahmen zum Schutz der Grundwässer vor Pflanzenschutzmitteln erforderlich. Zu diesen Massnahmen gehört beispielsweise ein Verbot für deren Ausbringung in Risikozonen wie den Grundwasserschutzzonen S2.

Atrazin in Grundwasser, Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit, Kanton Graubünden

Dichlobenil: Einmal mehr zeigt sich, dass in der Schweiz Pestizide zugelassen sind, welche im nachbarlichen Ausland verboten sind. Wikipedia: „In Deutschland und Österreich ist kein Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff erhältlich, in der Schweiz sind dagegen zahlreiche Dichlobenil-Präparate für die Verwendung beim Anbau von Ziergehölzen und in forstlichen Pflanzgärten zugelassen.“

Atrazin ist noch immer jenes Pflanzenschutzmittel, das die Kasse der Syngenta in vielen Ländern heftig klingeln lässt. Syngenta will die kranke Cashcow weitermelken, Adi’s Agro-Blog, Mai 2012. „Die Anwendung von Atrazin ist in Deutschland und Österreich seit dem Jahr 2001 verboten. Atrazin wird jedoch in der Schweiz – vor allem im Maisanbau – weiterhin eingeschränkt verwendet.“ heisst es in einem Papier der Bodenseekonferenz (ohne Datum). Diese Meldung ist zwar überholt, aber bis vor gut drei Jahren durfte Atrazin in der Schweiz verwendet werden, d.h. drei Jahre nach dem (späten) Verkaufsverbot.

Metolachlor ist für Wasserorganismen sehr giftig (Wikipedia).

Die Schweizer Pestizid-Gesetzgebung als Vorbild? Wohl kaum!

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Misthaufen-Blick auf Schloss Marschlins

12. März 2015
Misthaufen auf Wiese, im Hintergrund Schloss Marchlins GR. Gelten Vorschriften auch für Bündner Bauern?

Misthaufen auf Wiese, im Hintergrund Schloss Marchlins GR. Gelten Vorschriften auch für Bündner Bauern?

Auf dem Gutsbetrieb des Schloss Marchlins (marcidus = sumpfiger Boden) bei Landquart GR wurden 1717 erstmals im Kanton Graubünden Kartoffeln und Mais angepflanzt, später auch Tabak und Maulbeerbäume (Seide). Von März 1799 bis Ende 1800 logierten 10’000 Soldaten und 3’000 Pferde auf dem Gut. Gebaut wurde die Anlage Mitte des 13. Jahrhunderts als Wasserschloss im Auftrag des Bischofs von Chur, erstmals erwähnt 1324. Das Schloss ist in Privatbesitz. Schloss Marchlins, Gemeinde Landquart.

Langer Misthaufen mit Abdeckvlies daneben. Stallbau ohne Mistplatte. "Über" dem alten Mistlager im Dorf steht jetzt ein Mehrfamilienhaus. Im Hintergrund Schloss Marchlins links, rechts Kiesgrube.

Langer Misthaufen mit Abdeckvlies daneben. Stallbau ohne Mistplatte. „Über“ dem alten Mistlager im Dorf steht jetzt ein Mehrfamilienhaus. Im Hintergrund Schloss Marchlins links, rechts Kiesgrube.

12.3.15 HOME

Ein Gedicht über Stickstoff

17. Januar 2015
Die Erde eines Maisackers ist meist ein halbes Jahr lang unbedeckt der Witterung ausgeliefert. Bodenverdichtung, -verschlämmung, Nährstoffauswaschung, Erosion ...

Die Erde eines Maisackers ist meist ein halbes Jahr lang unbedeckt der Witterung ausgeliefert. Bodenverdichtung, -verschlämmung, Nährstoffauswaschung, Erosion …

Es gibt Zeitgenossen, die Aktuelles in Gedichtform präsentieren. Selten sind jene, welche naturwissenschaftlich gebildet sind wie Gerhard Laukötter. Unermüdlich schreibt er seine Verse. Das neueste Gedicht trägt schlicht den Titel „Stickstoff“ und bezieht sich auf die soeben veröffentlichten deutschen Lösungsstrategien für das Stickstoffproblem. Für eilige LeserInnen hat Heidi ein paar Verse herausgepickt.

Stickstoff

Doch häufig geht auch etwas schief.
Der Regen allzu lange lief,
so dass der Dünger aufgelöst
ins Grundwasser nach unten stößt.

Der Staat fühlt endlich sich berufen,
die Überdüngung rückzustufen.
Doch meistens bleibt es bei Appellen,
die an der Landwirtschaft zerschellen.

Das kranke Wasser unter uns –
das interessiert kaum Hinz und Kunz.

Zahlreiche weitere Gedichte unter Gerhard Laukötter’s Blog

17.1.15 HOME

Weihnachten: Poulet, Truthahn oder Polenta?

17. Dezember 2014
Polenta: Eine Wiederentdeckung... eine Geschenkidee und viele Rezepte für ein schmackhaftes Weihnachtsessen!

Polenta: Eine Wiederentdeckung… eine Geschenkidee und viele Rezepte für ein schmackhaftes Weihnachtsessen!

Wer interessiert sich im Moment schon für Gülle, Mist oder gar den komplizierten Gewässerraum? Weihnachtsessen und Geschenke haben Priorität. Die Nachfrage nach Truthahn- und Pouletfleisch steigt jedes Jahr ab Anfang Oktober. Das merkt Heidi an der Statistik für ihren Artikel Nur Schweizer Poulet und Truthahn kaufen! Die Seitenanfragen pro Tag steigen kontinuierlich. Kürzlich hat Heidi folgende Mail von einem Kunden des Gutshof Oeschberg erhalten:

Hallo Heidi

Habe leider erst jetzt Ihre Webseite entdeckt… Falls das Thema Trutenfleisch noch aktuell ist… Echt top Trutenfleisch bekommt man in 3425 Koppigen (BE) bei Hans und Priska Aregger, Gutshof Oeschberg, Bern-Zürich-Strasse 6, 3425 Koppigen, Tel. 034 413 45 67 …mail:  aregger@hapri.ch

Die züchten die Tiere selber, achten darauf dass es den Tieren gut geht. Geschlachtet werden sie im Ort von einem professionellen Metzger… und man kann fast ganzjährig kaufen. Zeitweise auch frisch geschlachtetes.

Siehe hier… www.fleisch-vom-buurehof.ch

Weitere Hinweise auf Bezugsquellen finden Sie im Artikel Nur Schweizer Poulet und Truthahn kaufen! Die Migros will bis 2020 erreichen, dass auch ihre importierten Produkte unter Einhaltung des Schweizerischen Tierschutzstandards hergestellt werden, denn Tierwohl stoppe nicht an der Grenze, heisst es zu Recht. Wie gross wird die Konkurrenz für einheimisches Geflügel sein?

Doch muss es unbedingt Fleisch sein?

Natürlich nicht! Denn ein fleischloses Mal kann genauso festlich sein und passt erst noch gut zu Weihnachten, dem Fest der Liebe. Heidi macht daher ein bisschen Werbung für ein neues Buch von Erica Bänziger, das im FONA-Verlag erschienen ist: Polenta – Eine Wiederentdeckung. Es eignet sich auch ausgezeichnet als Geschenk. Hier der Werbespot des Verlags …

Polenta überrascht durch ihre vielfältigen Möglichkeiten

Wer sagt denn, dass die Polenta immer goldgelb sein muss? Erica Bänziger richtet mit phantasievoller Kelle das Traditionsgericht neu an.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an den Mais, der lange Zeit im Schatten der «edleren» Getreidesorten stand. Das Interesse am glutenfreien Korn nimmt seit Jahren wieder zu. Die köstlichen regionalen Spezialitäten mit rotem, weissem, violettem und sogar schwarzem Mais, dem Ribel- und dem wiederentdeckten Linthmais erobern sich ihren Platz in der Küche. Das von Slow Food geförderte Farina bonà, ein geröstetes Maismehl aus dem Tessin, setzt neue kulinarische Akzente.

… und ein paar Hinweise:
Linthmais
Rheintaler Ribelmais
Paolo Bassetti, Tessiner Mais, Pro Specia Rara
Farina Bòna, Ilario Garbani

Häppchen zum Aperitif und Vorspeisen wie Linthmais-Sushi? Nicht nur Polenta als Hauptgerichte, sondern auch Pizza oder Moussaka? Desserts aller Art von der Farina-bòna-Glace bis zu den Himbeermuffins? Viele neue Rezepte mit Mais! Heidi wünscht all ihren LeserInnen eine schöne Weihnachtszeit und en Guete.

17.12.14 HOME

Höchste Zeit zum Leeren der Güllegrube

14. Oktober 2013
Am Heidiweg zwischen Heidibrunnen und -dörfli grasen jetzt viele Schafe. Die warme Herbstsonne hat am Sonntag Spaziergänger in grosser Zahl auf den Weg gelockt.

Am Heidiweg zwischen Heidibrunnen und -dörfli grasen jetzt viele Schafe. Die warme Herbstsonne hat am Sonntag Spaziergänger in grosser Zahl auf den Weg gelockt.

Der Winter hat sich letzte Woche angekündigt; viel nasser Schnee ist bis in die Niederungen gefallen, hat Maispflanzen geknickt, Wiesenpflanzen zu Boden gedrückt, Äste gebrochen … Immer spärlicher werden die Tage, an welchen Gülle umweltschonend ausgebracht werden kann. Wichtig ist, dass diese dazu genutzt werden, die Güllegrube vor Wintereinbruch zu leeren, denn niemand weiss, wann der Winter beginnt.

Vorbeugen: ohne Gülle-Notfall durch den Winter, Heidis Mist, 10.9.10

Heidibrunnen oberhalb Maienfeld

Heidibrunnen oberhalb Maienfeld

Heidihaus: traditionelle Hausabwasseranlage

Heidihaus: traditionelle Hausabwasseranlage

14.10.13 HOME

Zum 1. August: Heidis Vegi-Capuns

31. Juli 2013
Vegi-Capuns mit Mais und Cherry-Tomaten

Vegi-Capuns mit Mais und Cherry-Tomaten

Die Grossverteiler und die Fleischindustrie hämmern uns ein, dass man (Männer an den Grill!) im Sommer möglichst oft Fleisch auf den Grill legen soll. Das Wetter verwöhnt uns mit Wärme. Möchte man da nicht lieber etwas leichtes, bekömmliches essen und die laue Abendluft geniessen, die in der Stadt meist ohnehin etwa stickig ist?

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass häufiger Fleischkonsum schädlich ist. Jetzt hat die Eidgenössische Ernährungskommission (EEK) diese Erkenntnis thematisiert, und zwar an der 26. Ernährungsplattform vom 24.5.13. Sie empfiehlt, den Fleischkonsum zu senken und schlägt die Überarbeitung der Ernährungspyramide vor, Informationen aus der EEK von Ulrich Keller. Wegweisend soll die Mediterrane Ernährung sein, die von der UNESCO 2010 als „Weltnaturerbe“ ausgezeichnet wurde. Wann wird das Bundesamt für Gesundheit die Ernährungspyramide überarbeiten? In welchem Jahrhundert wird die Schweizer Agrarpolitik entsprechend angepasst?

Als Alternative zu Grillfleisch schlägt Heidi Vegi-Capuns mit Schweizer Mais vor. Mais-Capuns? Klar, Heidi hat sie heute erfunden. Das ist ganz einfach: Weizenmehl durch Maismehl ersetzen! Oder 1 Teil Weizenmehl, 2 Teile Ribelmais vom Verein Rheintaler Ribelmais in Salez SG.  Rezepte gibt es auf dem Internet in Hülle und Fülle. Und Vegi? Statt Fleisch z.B. gekochte rote Linsen zum Teig geben sowie gehackte Walnüsse, Käse, kleine Gemüsewürfel, Peperocini, Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze nach Belieben. Heidi kocht die Capuns nicht schwimmend in Salz- oder Milchwasser; sie legt sie in eine Bratpfanne, gibt wenig Bouillon dazu, Deckel drauf und beidseitig 10 bis 15 Minuten leicht köcheln lassen. Eventuell am Schluss mit etwas geriebenem Emmentaler bestreuen.

Mediterranean diet, viele Informationen zur Mediterranen Küche, Ernährungsplan für jeden Woche des Jahres, Hinweis auf saisonale Produkte, Newsletter, wissenschaftliche Publikationen, Blogs, Veranstaltungen… Im wissenschaftlichen Kommittee sind Fachleute aus vielen Ländern vertreten, auch USA; es wird präsidiert von Lluís Serra-Majem, Professor of Preventive Medicine at the University of Las Palmas de Gran Canaria. Texte in Englisch und Spanisch.

Heidi zum 1. August 2012

Heidi zum 1. August 2011

Mediterrane Ernährung, neue Pyramide 2010, Bach-Faig A, Berry EM, Lairon D, Reguant J, Trichopoulou A, Dernini S, Medina FX, Battino M, Belahsen R, Miranda G, Serra-Majem L. Mediterranean diet pyramid today. Science and cultural updates. Public Health Nutr 2011 Dez;14(12A):2274–2284

Mediterrane Ernährung, neue Pyramide 2010, Bach-Faig A, Berry EM, Lairon D, Reguant J, Trichopoulou A, Dernini S, Medina FX, Battino M, Belahsen R, Miranda G, Serra-Majem L. Mediterranean diet pyramid today. Science and cultural updates. Public Health Nutr 2011 Dez;14(12A):2274–2284

1.8.13 HOME

Gülle auf Mais-Stoppeln

29. November 2012
Gülle auf Mais-Stoppeln in der Schweiz. Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung schreibt vor: Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Maisstoppeln können die Gülle nicht aufnehmen!.

Gülle auf Mais-Stoppeln in der Schweiz. Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung schreibt vor: Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Maisstoppeln können die Gülle nicht aufnehmen!.

Zum Schutze des Grundwassers und der Gewässer ist es in verschiedenen deutschen Bundesländern explizit verboten, Gülle, Gärreste und Mist auf die abgeernteten Maisfelder auszubringen, so etwa in Schleswig-Holstein. Intensive Kontrollen trugen dazu bei, dass das Verbot besser beachtet wurde, das meldete proplanta am 23.11.12 unter dem Titel Erste Erfolge im Kampf gegen unerlaubte Mistausbringung.

Heidis Diaschau Nach der Maisernte Gülle für die Stoppeln

„Am Donnerstag (15.11.12) wurde bereits der Cordastbach bei Gurmels verschmutzt. Auf einem abgeernteten Maisfeld wurde Gülle ausgebracht. Dabei geriet ein Teil auf die Strasse und anschliessend in die Kanalisation. Von dort floss die Gülle in den Bach. Ob Fauna und Flora beeinträchtigt worden sind, sei zurzeit noch unbekannt, schreibt die Kantonspolizei“, Schweizer Bauer vom 20.11.12, Freiburg: Zwei Gewässer durch Gülle verschmutzt.

29.11.12 HOME

Nach der Maisernte Gülle für die Stoppeln!

28. Oktober 2012

Mais ist beliebt bei den Bauern. Immer mehr Wiesen werden umgegraben, verschwinden zugunsten von Maisäckern, siehe auch Mais, das Bundesblümchen. Gülle fällt trotzdem an. Wohin damit? Auf die abgeernteten Maisfelder natürlich. Dort wachsen einsam ein paar Unkräuter, weit und breit keine Kulturpflanzen, welche die Nährstoffe aufnehmen und über den Winter speichern könnten. Ob mit oder ohne Schleppschlauch ausgebracht, ändert nichts an der Tatsache, dass die Gülle-Felder ein halbes Jahr lang brach liegen bis zur nächsten Maissaat im Frühsommer. Erst wenn die wärmeliebenden Pflänzchen richtig zu wachsen beginnen nehmen sie grössere Mengen Dünger auf, bis dann sind viele Nährstoffe ins Grundwasser ausgewaschen. Aktuelle Fotos aus dem Prättigau.

Nachtrag 13.11.12: Heidi hat heute im Agridea-Merkblatt Hofdünger – gezielt eingesetzt! nachgeschaut wie Gülle nach Mais von der Beratung beurteilt wird: „Umweltgefährdung! (Nitrat-Auswaschung) Keine Gülle einsetzen!“ Mit der grössten Selbstverständlichkeit transportieren Bündner Bauern Rindviehmist auf abgeernteten Maisfeldern, wo die Haufen monatelang ungedeckt liegen bleiben. An Nährstoffen mangelt es hierzulande nicht. Wie sagte doch ein Düngerverkäufter einst zu Heidi: „Ins Bündnerland gehe ich nur zum Kaffeetrinken, dort könnte man Phosphat abbauen.

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28.10.12 HOME

Mais, das Bundesblümchen

25. Juli 2012
DSC03989MaisK

Unsere Irrweg-Agrarpolitik fördert den Maisanbau, Milch- und Fleischüberschüsse, den Klimawandel, das Vogelsterben …

Immer wieder schreibt Heidi, dass in Bern mit unseren Steuergeldern grösstenteils die Milch- und Fleischproduktion unterstützt wird. Wer den Agrarbericht des Bundesamts für Landwirtschaft liest, der/die weiss, dass wegen der verfehlten Politik immer mehr Viehfutter auf den Fruchtfolgeflächen angebaut wird. Mais braucht viel Dünger und Unkrautvertilgungsmittel, gefährdet Boden und Gewässer. Die Viehwirtschaft fördert den Klimawandel; und viel Fleisch und viele Milchprodukte auf dem Speisezettel ist ungesund. Viel wird darüber geschrieben, nützen tut’s wenig. Am Montag titelte die NZZ Vom Wert des Strohs. Nun also haben wir noch den Strohmangel für die tierfreundliche Tierhaltung! Wird Nationalrat und Bergbauer Erich von Siebenthal demnächst Strohsubventionen für die Bergbauern fordern und/oder Lockerung des Tierschutzes? Eingekauft wird vorwiegend in Deutschland und Frankreich, wo Vorernte-Spritzungen mit Glyphosat zur Abreifebeschleunigung und Unkrautbekämpfung eingesetzt wird. Ein paar Links zum Thema, eingeflüstert z.T. von Osmerus und Grünwolf:

Glyphosat: Spritzen schmerzt Bäcker; Experten warnen vor einem Pflanzenschutzmittel, das in Mehlen auftaucht; Allgemeine BäckerZeitung online

Monsanto: Studien widerlegen Unbedenklichkeit von Roundup, Video, Kontraste

Monsanto in deutschen Behörden, Bayerisches Fernsehen. Auch in der Schweiz ist die Gentech-Industrie-Lobby stark.

Monsanto – Mit Giften und Genen, Image & Compagnie – Arte France

Gesundheitliche Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernähung, Expertenbericht der Eidg. Ernährungskommission für das Bundesamt für Gesundheit vom 31.5.7; Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus

Die Zahl der Feldvögel hat sich halbiert, Spiegel online Wissenschaft

Soja und Mais knistern in der Hitze, Zeit online Umwelt

Reform der Agrarpolitik: Das Lobbying des Bauernverbandes bringt die Bauern um Einkommen und Wertschöpfung, Vision Landwirtschaft

Bio-Fachhandel in Deutschland wächst seit Jahren: 2011 erstmals ein Jahresvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro, organic news community

25.7.12 HOME


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