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Tränendrüsengeschichten oder Transparenz, Nachhaltigkeit und Dialog?

11. Januar 2020

NaNa: Der Schweizer Bauernverband (SBV) inszeniert Tränendrüsengeschichten gegen die Trinkwasserinitiative, z.B. Der bange Blick der Bauern auf das neue Jahr, Max Akermann, SRF 3.1.20:

Bauer Schwab macht sich Sorgen! Wenn die Trinkwasserinitiativen dieses Jahr angenommen werde, hätte das Konsequenzen für seinen Betrieb: «Wir müssten mehr als den halben Bestand unserer Zuchtsäue sowie einige Arbeitsplätze abbauen. Manche Gebäude würden leer stehen. Vor allem wäre unser ganzes Herzblut, das wir die letzten zwanzig Jahre in diese Zucht gesteckt haben, vernichtet.»

Aber hat Herr Schwab nicht eventuell

  • zu wenig Land (eigenes oder gepachtetes) für so einen Betrieb oder eben zu viele Tiere?
  • zu optimistisch investiert?
  • die einseitige Abhängigkeit* und die Zukunft des Fleischmarkts**
    nicht bedacht? oder
  • nicht auf Nachhaltigkeit überlegt? oder einfach
  • keine Lust, einen Plan B für sein Unternehmen zu machen?

Die hausgemachten Probleme sind da, mit oder ohne Trinkwasserinitiative (vor einigen Jahren war es der böse Ökologische Leistungsnachweis ÖLN).

Es stimmt:
*Nahrungsmittelindustrie: Der Preis der Entwicklung (
alles ist jederzeit sicher und preiswert zu haben) ist die ABHÄNGIGKEIT. Den über 50 000 Landwirten stehen in der Schweiz nämlich nur wenige, dafür marktmächtige und vertikal integrierte Unternehmen gegenüber. Dazu kommt die Abhängigkeit von den Bundesgeldern. Aber auch die KonsumentInnen sind abhängig.

**Gemäss einer Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft erhalten die Bauern im Vergleich zu 1990 heute 30 Prozent weniger für ihre Produkte. Die Konsumenten hingegen bezahlen höhere Preise. Die Wertschöpfung hat sich demnach vom Bauernhof in den Handel verschoben.

Und wir KonsumentInnen/StimmbürgerInnen/SteuerzahlerInnen? Sollen wir nun über diese Geschichten bittere Tränen vergiessen und bei der Trinkwasserinitiative reuig NEIN stimmen???

Wünschen wir uns nicht anstelle von Tränendrüsengeschichten

  • TRANSPARENZ (Kosten und Qualität) bei Produktion und Handel,
  • NACHHALTIGKEIT und einen
  • ECHTEN DIALOG mit den ProduzentInnen.

Weshalb Brot in der Schweiz doppelt so teuer ist wie in Deutschland, David Vonplon, NZZ 1.3.19

Darum ist die Wertschöpfung so gering, Mathias Binswanger, Schweizer Bauer 10.4.19

Wirtschaftswachstum: Abspecken zugunsten der Natur!

25. Oktober 2019

NaNa hat Heidi diese Informationen geliefert.

„Unterliegen wir einem Naturausbeutungszwang?

… Die Folgerung aus dieser langjährigen Entwicklung liegt damit nahe: Soll die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen sinken und der Klimawandel gestoppt werden, darf die Wirtschaft nicht mehr wachsen. Diese Erkenntnis kollidiert aber mit den Theorien der Ökonomen Hans Christoph und Mathias Binswanger, die Infosperber in früheren Berichten hier und hier vorstellte. Demnach unterliege unsere kapitalistische Wirtschaft einem Wachstumszwang.

Sollte diese Theorie zutreffen, und sollte es uns nicht gelingen, die Wirtschaft von diesem Wachstumszwang zu befreien, dann sind die Aussichten zur Erhaltung der Natur und zur Begrenzung des Klimawandels düster. Denn in diesem Fall gibt es neben dem Wachstumszwang der Wirtschaft auch einen Zwang zur Naturausbeutung.“

Quelle: Zwang zum Wirtschaftswachstum erzwingt Ausbeutung der Natur, Hanspeter Guggenbühl, Infosperber vom 18.819.


„Ist es denn eigentlich angesichts der Einsicht der Beschränktheit unserer Ressourcen, der mit dem Abbau und der Nutzung derselben verbundenen Umweltzerstörung und dem ungebremsten Produktions- und Konsumwahnsinn, der sich im Bedauern, dass weniger konsumiert als produziert würde, ausdrückt, nicht wünschenswert, dass der heiligen Kuh ‘Wirtschaftswachstum’ gleichsam ‘das Futter knapp wird’?

… Wirtschaftsgesundschrumpfung!

… In den Naturwissenschaften haben in der Vergangenheit Paradigmenwechsel jeweils den Aufbruch zu ganz neuen Ufern ermöglicht.Warum sollte dies nicht auch in den Sozialwissenschaften möglich sein?“

Quelle: Beiträge zu «Das Ende der Zinsillusion», Hansruedi Baetschmann, Republik vom 12.8.19; Das Ende der Zins­illusion, Simon Schmid, Republik vom 12.8.19

Wikipedia: Erdüberlastungstag oder Earth Overshoot Day
Das jeweilige Datum wird berechnet, indem der globale ökologische Fussabdruck (die menschliche Nachfrage an biologischen Ressourcen innerhalb des betreffenden Jahres) in ein Verhältnis zur gesamten globalen Biokapazität (die Menge der weltweiten Regeneration von biologischen Ressourcen innerhalb desselben Jahres) gesetzt wird; analog wird die jeweilige jährliche Ressourceninanspruchnahme auf eine entsprechende Anzahl Erden hochgerechnet.

Heidis Frage: Werden unsere PolitikerInnen weiterhin dem Wachstumszwang unterliegen oder vielmehr naturwissenschaftlichen Fakten den dringend notwendigen Platz einräumen?

25.10.19 HOME

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