Posts Tagged ‘Menschenrecht auf sauberes Wasser’

Wenn das Mercedes-AMG-Petronas-Formel-1-Team unterwegs ist, dann fährt schmutziges Trinkwasser mit

9. März 2017
Stillgelegte Brunnen werden von den Bewohnern der Region mit Dornbuschästen gekennzeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen

Stillgelegte Brunnen werden von den Bewohnern der Region mit Dornbuschästen gekennzeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen

Eigentlich war dieser Artikel für Freitag geplant, aber zufällig hat Heidi gehört, dass heute der 87. Internationale Autosalon in Genf die Türen öffnet. Autos, Sport …, das sind seitenfüllende Themen für die Medien. Heidis Beitrag beleuchtet nicht die glänzende Seite!

Der Bürgerkrieg im Südsudan ist eine schwere Bürde für die Bevölkerung. Kaum die Rede ist vom verschmutzten Grundwasser durch den Öl-Konzern Petronas, Sponsor des Mercedes-AMG-Petronas-Formel-1-Teams.

Ab 1994 half die Hilfsorganisation Hoffnungszeichen der Bevölkerung mit Spitälern, Schulen und Nahrungsmitteln. 2007 machten Einheimische die Helfer auf verschmutztes Trinkwasser aufmerksam. Erste Tests bestätigten die Vermutung, dass die Verunreinigungen im Zusammenhang mit der Ölförderung stehen. In einer umfassenden Studie wurde diese Vermutung wissenschaftlich bestätigt.

Trinkwasser von über 180 000 Menschen verseucht

Zwei Grundwasserströme liegen unter dem Boden der betroffenen Gebiete. Hoffnungszeichen hat geholfen. Einzelne Brunnen sind gebaut, welche Trinkwasser aus dem tiefer gelegenen, noch sauberen Grundwasserstrom fördern.

Hoffnungszeichen schrieb der Verschmutzungen wegen an Petronas: Keine Antwort. Dann erste Kontakte mit Daimler. Sogar Michael Schumacher antwortete. Man hoffte auf Unterstützung, denn auf der „Flagge“ des Konzerns steht zum Beispiel: „Die Umwelt für die heutige und für die künftigen Generationen zu schützen und alle geltenden Regeln und Gesetze einzuhalten, ist ein Grundanliegen von Daimler und seinen Partnern.“ Das Menschenrecht auf sauberes Wasser ist zumindest werbemässig ein Anliegen von Daimler.

Öl – Macht – Petronas – Daimler

Die verlassene Bohrspülgrube von Koch wurde bei einem Aufklärungsflug entdeckt. Die in dieser Grube enthaltene Flüssigkeit ist derart mit Schadstoffen belastet, dass Hoffnungszeichen dieses Becken als "Giftgrube von Koch" bezeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen.

Die verlassene Bohrspülgrube von Koch wurde bei einem Aufklärungsflug entdeckt. Die in dieser Grube enthaltene Flüssigkeit ist derart mit Schadstoffen belastet, dass Hoffnungszeichen dieses Becken als „Giftgrube von Koch“ bezeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen.

Doch es vergingen Jahre: Hinhalten, vertrösten, es tut sich nichts, organisierte „wissenschaftliche“ Gegenstudie, Besprechungen. Am 10.11.15 fand auf Einladung von Daimler wieder ein Treffen in Stuttgart statt. Neben den Vertretern von Daimler, Sudd Petroleum Operating Company (SPOC, Betreiberin des Ölfelds) und Norconsult waren nun auch führende Mitarbeiter des südsudanesischen Ölministeriums dabei. SPOC wird von der malaysischen Petronas und der südsudanesischen Nilepet betrieben. Von 1997 bis 2005 engagierte sich Petronas als Motorensponsor des Schweizer Sauber Teams. Humoon Chol Deng vom Ölministerium des Südsudans leitet die Tagung.

Doch von einer Bewältigung der Umweltprobleme war kaum die Rede, sondern im Zentrum stand die Öffentlichkeitsarbeit von Hoffnungszeichen. Auszug aus dem Buch Das Öl, die Macht und Zeichen der Hoffnung:

„Eigentlich sind die Gespräche schon beendet, als Humoon Chol Deng gegen 16 Uhr auf die Leinwand weist. Dort können wir nun „Resolutions“ unseres Treffens lesen. Abgesprochen, wie es üblich wäre, sind sie nicht mit uns. Was uns dort als Ergebnisse der Gespräche vom heutigen Tag präsentiert wird, haut uns geradezu um. Vier Punkte sind aufgeführt. Der erste lautet sinngemäss: Hoffnungszeichen darf ohne vorherige Rücksprache mit dem südsudanesischen Erdölministerium nichts veröffentlichen, was Vorwürfe gegen im Südsudan tätige Ölkonsortien und deren Anteilseigner enthält. Zuwiderhandlung wird als Akt gegen die Regierung des Südsudans und als Gefährdung der Sicherheit des Landes gewertet. Die beiden nächsten Punkte sagen eigentlich Gleiches, nämlich im Klartext, dass wir keinen Schritt im Südsudan mehr ohne Genehmigung und Begleitung durch das Ministerium für Petroleum und Bergbau machen dürfen. Als vierter Punkt werden juristische Konsequenzen bei Zuwiderhandlung angedroht …

… Als das Essen schon aufgetragen ist, wendet sich Deng an den ihm gegenüber sitzenden Klaus Stieglitz. Vor nicht allzu langer Zeit sei ein regierungskritischer Journalist in Juba auf offener Strasse erschossen worden, erzählt er. Er beobachtet uns und sieht bestimmt unser Zusammenzucken. Als er weiterredet, erscheint ein süffisantes Lächeln auf seinen Lippen: „Der Präsident hat diesen Vorfall sehr bedauert“. Er will uns tatsächlich Angst einjagen! Der Daimler-Vertreter sitzt direkt neben ihm, hört alles mit und schweigt …

… Nach über zwanzig Jahren sind wir nun gezwungen, unsere Auslandsmitarbeiter aus dem Südsudan abzuziehen …“

NZZ vom 21.8.15: „Nur wenige Tage nach einer als Todesdrohung gegen Berichterstatter interpretierbaren Aussage von Präsident Salva Kiir ist im Südsudan ein Journalist ermordet worden.“

Daimler Hauptversammlung 29. März 2017:
Antrag auf Nichtentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat

Zuhanden der Hauptversammlung 2017 von Daimler AG hat der Aktionär Paul Russmann aus Stuttgart einen Gegenantrag zu den Punkte 3 und 4 der Tagesordnung eingereicht. Er schlägt vor, dass die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates nicht entlastet werden sollen. Seine Begründung:

„Laut Angaben des Geschäftsberichts 2016 der Daimler AG stellen „die zehn Prinzipien des UN Global Compact eine grundsätzliche Richtschnur für unsere Geschäftstätigkeit“ dar, „der wir als Gründungsteilnehmer und Teilnehmer der LEAD Gruppe besonders verbunden sind“. Mit den zehn Prinzipien verpflichten sich die unterzeichnenden Unternehmen, sich für eine soziale und ökologische Weltwirtschaftsordnung einzusetzen. So verpflichtet sich die Daimler AG zum Beispiel dazu, die Menschenrechte zu schützen und die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien zu beschleunigen.

Kein Wort dagegen verliert die Daimler AG in ihrem Geschäftsbericht 2016 über drei Schattenseiten des Sterns, die nach Ansicht der Kritischen Aktionäre www.kritischeaktionaere.de im Widerspruch zu den Prinzipien des Global Compact stehen:

  1. Die Lieferung von Militärfahrzeugen an menschenrechtsverletzende Staaten,
  2. die Vergiftung von Trinkwasser im Südsudan durch den Formel-1-Partner Petronas,
  3. Hinweise auf schwere gesundheitliche Folgen durch Dieselmotoren.

… Zu 2: Mit der Formel 1 auf Platz Eins? Dieser Traum erfüllte sich 2016 für das Daimler-Werksteam „Mercedes AMG Petronas“ mit dem Weltmeistertitel von Nico Rosberg erneut. Der Erdölkonzern Petronas hat im Südsudan das Trinkwasser von über 180.000 Menschen verseucht. Viele Menschen sind bereits mit Blei und Barium vergiftet und müssen weiterhin Giftwasser trinken oder auf Wasser aus Sümpfen ausweichen.

Aus Deutschland sieht die Daimler AG stillschweigend zu. Eine Lösung wäre einfach: Die Sponsoring-Summe eines einzigen Jahres würde reichen, um für die Betroffenen vor Ort Tiefbrunnen für sauberes Trinkwasser zu bohren (www.keingiftwasser.de).

Menschen warten im Schatten des Sterns seit Jahren sehnsüchtig auf die Erfüllung ihrer Träume: Sie träumen von sauberer Luft in Städten wie Stuttgart, von giftfreiem Trinkwasser im Südsudan oder von einem friedlichen Leben an zahlreichen Kriegsschauplätzen auf unserem Planeten. Als Gründungsmitglied des UN-Global Compact für verantwortungsbewusste Unternehmensführung sehen die Kritischen Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat der Daimler AG in der Pflicht, dazu beizutragen, dass diese Träume Wirklichkeit werden …“

Vollständiges Dokument: Daimler/Hauptversammlung 2017, Gegenanträge und Wahlvorschläge von Aktionären.

Die Schäden am Nervensystem und an den Nieren der Bevölkerung sind dauerhaft. Nicht nur wurde das Trinkwasser der Einheimischen verschmutzt, bereits 2003 wurde die lokale Bevölkerung aus Ölfördergebieten vertrieben.

Sudd: Feuchtgebiet von weltweiter Bedeutung

"Giftgrube von Koch". Copyright: Hoffnungszeichen.

„Giftgrube von Koch“. Copyright: Hoffnungszeichen.

Der Sudd ist das viertgrösste Sumpfgebiet der Erde. Am Weltumwelttag 2006 wurde er im Rahmen der Ramsar Convention auf die Liste der Feuchtgebiete von weltweiter Bedeutung aufgenommen. Und dann wurde gefeiert: UNEP ceremony for Sudd wetlands in Sudan, 31.10.6. Ein US-Forscher erzählte nach einer Bestandsaufnahme der südsudanesischen Tierwelt, er habe beim Anblick des Tierreichtums seinen Augen nicht getraut, In Sudan, an Animal Migration to Rival Serengeti, New York Times 12.6.7.

Das Petronas-Ölfeld liegt im Sudd. 2006 wurde erstmals industriell Öl gefördert. Naturschützer sahen in der Erschliessung der Ölvorkommen eine Bedrohung dieses einzigartigen Ökosystems. Die Strassen, die zu den Ölquellen gebaut wurden, durchschneiden traditionelle Wanderweg der Tiere. Was vor den Zerstörungen durch den Krieg wie durch ein Wunder gerettet wurde, drohe nun doch noch Opfer zu werden.

Einer der Gründe für den erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen Norden und Süden war die Absicht, den Sudd durch einen Kanal trockenzulegen, um die Wassermassen des Nil in die nördlichen Regionen fliessen zu lassen.

Abwässer und Abfälle aus jahrelanger Ölförderung von Petronas wurden unsachgemäss entsorgt. In Öl-Seen ohne Abdichtung versickern Abwässer. Boden und Grundwasser sind verseucht. Im Sudd verästelt sich der Nil und fliesst dann weiter Richtung Ägypten. Grössere Verschmutzungen könnten Millionen von Menschen betreffen.

Das Buch

Klaus Stieglitz von Hoffnungszeichen hat zusammen mit Sabine Pamperrien ein Buch über diese traurige Geschichte geschrieben. Eingeflochten wird immer wieder die Renn-Geschichte der Mercedes-Formel-1-Wagen. Dies sind neben den empörenden Tatsachen eigentlich „erholsame“ Einschübe. Heidi empfiehlt ihren LeserInnen, das Buch zu lesen, ein Wasserkrimi ohne Happy End. Mit Hoffnung?

Zitat aus dem Epilog:
„Wir haben das Gefühl, dass wir ständig an der Nase herumgeführt werden.“

Das Öl, die Macht und Zeichen der Hoffnung, Von Konzernen und dem Menschenrecht auf sauberes Wasser, Klaus Stieglitz mit Sabine Pamperrien, rüffer & rub.

Das Buch ist auch als e-Book erhältlich und in Englisch:
Oil, power and a Sign of Hope, Of corporations and the human right to clean water.

Links

Ölfeld: Block 5A, South Sudan, Environmental impact, Wikipedia.

Petronas‘ schmierige Geschäfte setzen Daimler unter Druck, 8.3.16 Süddeutsche Zeitung.

Daimler scheint angesichts der schweren Vorwürfe in einer Zwickmühle, 8.3.16, Süddeutsche Zeitung.

Der Bürgerkrieg macht die Lage für die Menschen noch schlimmer, 8.3.16, Süddeutsche Zeitung.

Silberpfeil-Sponsor Petronas: Daimler und die Umweltkatastrophe im Südsudan, Bayerischer Rundfunk 7.3.16.

Nachtrag 31.3.17: Dunkle Dieselwolken trüben den Sternenglanz: Daimler verkauft wieder mehr Autos als die Konkurrenten BMW und Audi. Doch viele Aktionäre bleiben trotzdem kritisch – ihnen verhageln Abgaswerte und Kartellstrafen die Laune. Auf der Hauptversammlung in Berlin wurden Vorstands und Aufsichtsrats trotzdem mit grosser Mehrheit entlastet. SWR 29.3.17.

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UN-Menschenrecht auf sauberes Wasser: Theorie?

8. März 2017
Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt.

Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt. Copyright Astrid.

Dieser Artikel ist die Auflösung des Rätsel-Artikels Was ist das? Heidis Mist vom 7.3.17.

Jetzt ist Regenzeit in Indonesien. Das Flusswasser ist braun. Trinkwasser aus dem Unterlauf von Flüssen holen nur noch Notleidende; sie gehen dabei ein beträchtliches Gesundheitsrisiko ein. Meistens können die Flussanlieger das Wasser nicht einmal mehr zum Duschen brauchen, denn sie riskieren Hautausschläge! Viele Dörfer haben daher im Wald eigene Wasserversorgungen gebaut.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das Wasser in der Schale stammt aus einer alten Wasserfassung mit Filter. Viele Jahre hat sie sauberes Wasser geliefert. So viel Dreck im Wasser, wie jetzt vorhanden ist, kann der Filter aber nicht zurückhalten! Schuld daran ist Erosion: Bearbeiten der Böden, Terrassierung, Anbau von Ölpalmen auf den steilen Hängen, Bau von Strassen. Über Pflanzenschutzmittel im Wasser gibt es kaum Daten.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Unser Hunger nach Palmöl hinterlässt in Indonesien drastische Spuren. Die Umweltzerstörung hält an. Die Plantagen „dringen“ in die Wälder vor und „kriechen“ die Berge hoch. Palmöl ist das zweitwichtigste Exportgut Indonesiens. Die traditionelle Agroforstwirtschaft war umweltverträglich.

Für den WWF ist Palmöl das kleinere Übel, denn Raps und Soja brauchen für die gleiche Erntemenge mehr Ackerfläche. Diese Argumentation ist nichts wert, sie bedeutet: Den Teufel mit dem Beelzebuben austreiben! Zu hinterfragen gilt es das Wachstums- und Mengenproblem! Braucht es all die vielen Produkte mit Palmöl überhaupt? Oder sind sie einfach billig? Und bringen Profit? Ist dies alles, was zählt?

Gefiltertes Trinkwasser nur in grösseren Städten

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Was macht Astrid? Sie lässt das Wasser eine Zeitlang in einem Eimer stehen, damit die Schwebeteilchen sich setzen, schöpft dann sorgfältig das optisch saubere Wasser ab. Was ist sonst noch alles im Wasser drin? Das will Astrid lieber nicht wissen, wahrscheinlich Herbizide. Die reicheren Leute kaufen Flaschenwasser. So wird neben den Lebensmitteln auch immer mehr Trinkwasser importiert. Palmöl gegen Alpenwasser – ein Deal?

Filter gibt es nur in den grösseren Städten, die eine “Wasserversorgung” haben. Aber auch diese sind mit so viel Schmutz überfordert. Ende Januar beklagten sich Einwohner einer indonesischen Stadt über das Dreckwasser, das aus dem Wasserhahn floss. Die städtische Wasserversorgung hatte sie nicht informiert. Das Hahnenwasser sieht ähnlich aus wie jenes von Astrid.

Hohe Niederschläge – schlechte Wasserbewirtschaftung

Trotz hoher Niederschlagsmengen (Erosion!) mangelt es an einer sicheren Wasserversorgung und an Infrastrukturen. Nur die Hälfte der Bevölkerung ist einigermassen gut mit Wasser versorgt. Während auf dem Lande der Zugang zu Wasser besser wird, ist die Trinkwasserversorgung in Stadtgebieten ein immer grösser werdendes Problem.

Zahlreiche IndonesierInnen müssen selbst für ihr Wasser sorgen. In der Stadt heisst dies für viele, das Wasser zu überhöhten Preisen kaufen zu müssen. Wer das nicht kann, trinkt verschmutztes Wasser aus schlechten Quellen oder aus dem Fluss, wo auch Abwasser entsorgt wird, z.B. auch Quecksilber aus Goldminen: 1’000 Tonnen pro Jahr, entsprechend hoch ist auch die Quecksilber-Belastung der Fische, die der Bevölkerung als Nahrung dienen. Das Trinkwasser eines Drittels der Haushalte ist von schlechter Qualität.

Nachtrag 17.3.17: Astrid schreibt: „Das Wasser ist jetzt optisch etwas sauberer, dafür stinkt es faulig. Logisch mit dem organischen Material, das auch ins Wasserfassungsgebiet hinunter gespült wurde! Bei der Tropenhitze die hier herrscht, ist der Abbau viel schneller und intensiver als in weniger heissen Gebieten wie bei euch!“

Warga Sanggau Ngeluh Air PDAM Keruh, deliknews 27.1.17.

World’s most toxic places revealed: Indonesian gold mines and old Russian chemical manufacturing regions are among the most dangerous areas on earth, MailOnline, 15.11.13.

Hungry Neighbours? Indonesia’s Food Strategy and Water Security Future, Future Directions International, 11.11.13

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl, Heidis Mist 22.1.17.

Oil palm plantations threaten water quality, Stanford scientists say. : „Indonesia pays a price for a lucrative crop used in many household products. Palm plantations damage freshwater streams that supply drinking water to millions of people.“ By Stanford Woods Institute for the Environment.

Water impact ignored in palm oil production: study, Eco-Buisiness, 16.7.14.

Expanding Oil Palm Cultivation in Indonesia: Changing Local Water Cycles Raises Risks of Droughts and Floods, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Briefing Paper 1/2017.

8.3.17 HOME

Sauberes Wasser – eine kostspielige Aufgabe

21. August 2014
Ernst Bromeis hat es geschafft: Er hat die Rheinmündung in Hoek van Holland erreicht. Copyright gartmann.biz

Ernst Bromeis hat es geschafft: Er hat die Rheinmündung in Hoek van Holland erreicht. Copyright gartmann.biz

Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis ist am Ziel angelangt, an der Mündung des Rheins ins Meer. Der nachhaltige Umgang mit Wasser und das noch immer für sehr viele Menschen unerreichte Menschenrecht auf sauberes Wasser sind seit Jahren das zentrale Anliegen von Ernst Bromeis. Um darauf aufmerksam zu machen ist er von der Quelle des Hinterrheins die ganze Länge des Rheins, 1247 km,  geschwommen, und dies bei schlechtem Wetter: Zuerst Kälte, dann Hochwasser und viel Regen und Wind. Detaillierte Informationen siehe Das blaue Wunder.

Gerne vergisst man, dass sauberes Wasser nicht nur ein Problem der Entwicklungsländer ist, auch bei uns in der Schweiz fliesst nicht überall einwandfreies Trinkwasser aus dem Hahn. Als früher das Abwasser der Häuser und Industrie noch direkt in Bäche geleitet wurde, da tranken die Leute im trockenen Wallis lieber sauberen Wein statt verschmutztes Wasser. In London soll es Bier gewesen sein, wie Siegfried Gendries in seinem Artikel Öffentliche Trinkbrunnen in London: “Bier statt Wasser” berichtete.

Gemäss Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind eine Milliarde Menschen, d.h. ein Siebtel der Weltbevölkerung, ohne sauberes Wasser und ein Drittel ohne sanitäre Einrichtungen. Aber auch in Europa und Amerika ist die Trinkwasserversorgung unter Druck: neue Stoffe im Wasser, veraltete Abwasserreinigungsanlagen, undichte Wasser- und Abwasserleitungen, Pestizide und Dünger aus der Landwirtschaft, Spitalabwässer usw. Kostspielige Infrastruktur-Investitionen sind nötig, um die Trinkwassersicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten.

Neue Lösungen?

Weltweit sind Forscherteams daran, neue Lösungen für ein uraltes Problem zu finden. Viele Ideen sind geboren, gute Einzellösungen vorhanden, doch für die Menschheit als Ganze gibt es bisher keine Patentlösung; dezentrale und zentrale Lösungen haben ihre Schwächen. Ist sich jeder Mensch bewusst, dass nicht alle Stoffe, die über WC, Dusche und Küchenablauf zur Abwasserreinigungsanlage gelangen, dort abgebaut oder entfernt werden können? Sie gelangen in Bäche und Flüsse, schaden den Lebewesen im Wasser und den Menschen, die ihr Trinkwasser aus dem Fluss beziehen. Detroit River Canadian Cleanup erklärt in einem Video wie das Abwassersystem vom Haus zum Fluss funktioniert und was nicht in den Ablauf gehört. Der Detroit River ist das Trinkwasser-Reservoir der Anlieger:
Wastewater: Where does it go?

21.8.14 HOME


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