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NaNa: „Nicht dein Thema, aber …“

26. Juli 2021
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Der Brief von NaNa, der gerade eingetroffen ist, könnte nicht wesentlich kürzer sein: „Nicht dein Thema, aber sonst aktuell …..😁“ Weil das Thema nicht nur aktuell ist, sondern auch viele Bereiche des Lebens streift und noch lange beeinflussen wird, hat Heidi das dem Brief beigelegte PDF für Sie, liebe LeserInnen, auf Heidis Mist gebracht:

NaNa. Der Begriff Projektion umfasst das Übertragen und Verlagern innerpsychischer Inhalte oder eines innerpsychischen Konfliktes durch die Abbildung eigener Emotionen, Wünsche, Impulse und Eigenschaften, die im Widerspruch zu eigenen und/oder gesellschaftlichen Normen stehen können, auf andere Personen, Menschengruppen, Lebewesen oder Objekte der Aussenwelt. Die „Abwehr“ besteht dabei darin, dass durch Projektion vermieden wird, sich mit Inhalten bei sich selbst auseinanderzusetzen, die man beim anderen sieht. Ein innerseelischer Konflikt wird in eine reale zwischenmenschliche und zuweilen soziale oder institutionelle Beziehung verlagert.

Michael Wetzel über Bram Dijkstra: idols of perversity 1989. In den Metaphern der Wissenschaftssprachen, die für ihn – etwas salopp ausgedrückt – „die Drecksarbeit der Ideologie“ erledigen, verdichten sich die komplexen Denkfiguren zu einfachen Schablonen und Klischees, die dann soziale Wahrnehmung regeln, d.h. Komplexitätsreduktion betreiben. Nicht nur dass komplizierteste soziale Kommunikationszusammenhänge im Rückgriff auf quasi unumstössliche Naturgesetze wie gordische Knoten durchhauen werden, auch lassen sich wildwüchsige Analogieschlüsse mit dem Anstrich materieller Evidenz umgeben.

Von der Hexenlehre zur Verschwörungstheorie

Die Hexenlehre gilt als eine frühe Form der Verschwörungstheorie. Verschwörungstheorien dienen dem überlasteten Menschen in überfordernden Situationen zur Komplexitätsreduktion und zur Aufrechterhaltung des Glaubens an die Durchschaubarkeit der Realität und die Selbstwirksamkeit des Subjekts.

Langeweile …

Menschen, die anfälliger für Langeweile und sozial konservativ sind, halten sich weniger an Hygienevorschriften wie das Tragen einer Maske oder das Einhalten des Mindestabstands. Das geht aus einer Studie der University of Waterloo hervor. Laut dem Forscher James Danckert seien viele dieser Vorschriften politisiert.

„Menschen, die diese Massnahmen als Bedrohung ihrer Identität wahrnehmen und sehr oft unter Langeweile leiden, empfinden das Brechen der Regeln als Unterstützung bei der Wiederherstellung eines Gefühls von Sinn und Identität“, zitiert ihn Globalnews. Das Bedürfnis, dem Leben einen Sinn zu geben, werde durch Langeweile bedroht – die Politik etwa könne das Identitätsgefühl und den Sinn ihm zufolge stärken.

„Viele der Restriktionen sind stark politisiert worden und ein Grossteil der Botschaften der Regierungen hat sich auf die persönliche Verantwortung konzentriert“, sagte Danckert. „Aber das kann zu Schuldzuweisungen kommen und die meisten von uns schrecken davor zurück. Was wir brauchen, ist die Förderung unserer gemeinsamen Werte – die Dinge, die wir alle gemeinsam haben und die positiven Dinge, die wir zurückbekommen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“

Klare Botschaften

Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit sowohl klarer Botschaften, die die Stärke der gemeinschaftlichen Identität und des gemeinschaftlichen Handelns betonen (z.B. „Wir stecken da alle gemeinsam drin“), als auch von Interventionen, die gemeinsame kollektive Werte in Kontexten betonen, die direkt an sozialkonservative Menschen appellieren.

Quellen:

Das Böse ist eine Frau. Deutschlandfunk vom 25.7.21

Hexenlehre. Wikipedia

Verschwörungstheorie. Wikipedia

Corona-Maskengegner brechen Regeln aus Langeweile. Futurezone vom 11.6.21

‘Bored’ social conservatives less likely to follow COVID-19 rules: UWaterloo study. Global News 10.6.21

Boredom proneness, political orientation and adherence to social-distancing in the pandemic. 10.5.21. Brosowsky, N.P., Van Tilburg, W., Scholer, A.A. et al. Boredom proneness, political orientation and adherence to social-distancing in the pandemic. Motiv Emot (2021). https://doi.org/10.1007/s11031-021-09888-0

26.7.21 HOME

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