Posts Tagged ‘Motion Dominique de Buman’

„Biologisch abbaubare“ Kunststoffe verschmutzen Gewässer

22. November 2015
Aus dem Bericht der UNEP: Biodegradable Plastics & Marine Litter, Misconceptions, Concerns and Impacts on Marine Environments, United Nations Environment Programme (UNEP), 2015.

Aus dem Bericht der UNEP: Biodegradable Plastics & Marine Litter, Misconceptions, Concerns and Impacts on Marine Environments, United Nations Environment Programme (UNEP), 2015.

In einem soeben erschienenen Bericht der Vereinigten Nationen ist zu lesen, dass als „biologisch abbaubar“ bezeichneter Biokunststoff selten im Meer abgebaut wird, weil es industrielle Kompostieranlagen und hohe Temperaturen während längerer Zeit braucht, um ihn zu zersetzen.

„Forget recycling“ heisst es zudem im Bericht von BBC Biodegradable plastics not breaking down in ocean, UN report says, 19.11.15. Es sei kaum möglich, Kunststoff und Biokunststoff sauber zu trennen. Dies verursache Probleme bei der Wiederverwertung, denn Biokunststoff kann die Eigenschaften des Kunststoffes verändern. Es bestehe die Gefahr, dass als „biologisch abbaubar“ bezeichneter Biokunststoff das Littering fördere, heisst es weiter, denn die Leute glaubten, dass das, was sie wegwerfen, kein Abfall sei, sich von selbst zersetze. Biodegradable Plastics & Marine Litter, Misconceptions, Concerns and Impacts on Marine Environments, United Nations Environment Programme (UNEP), 2015.

Auch die Schweiz trägt zum Plastikmüll im Meer bei, siehe Erste Bestandesaufnahme von Mikroplastik in Schweizer Gewässern, Medieninformation Bundesamt für Umwelt (BAFU) vom 11.12.14.

Bald ein Verbot von Wegwerf-Plastiksäcken?

National- und Ständerat haben 2012 die Motion Stopp der Verschmutzung durch Wegwerf-Plastiksäcke von Dominique de Buman (1.10.10) angenommen. Darin steht: „Es geht nicht darum, diese Plastiksäcke ausschliesslich durch biologisch abbaubare Plastiksäcke und Papiersäcke zu ersetzen, sondern vor allem durch wiederverwendbare Säcke, die teilweise auch aus rezykliertem PET hergestellt werden.“ Doch der Bundesrat tut sich schwer mit einem Verbot. Natürlich sind die Plastiksack-Produzenten, die Kehrichtverbrenner und der Detailhandel dagegen, d.h. wie immer kämpft Geld gegen Natur. Anfang 2016 sollte das Verbot, wenn es zustande kommt, in Kraft treten.

Die Migros Waadt ging mit gutem Beispiel voraus und führte eine Gebühr von 5 Rappen pro Sack (Biokunststoff) ein. Der Verbrauch ging um 94% zurück, siehe Ökologischer Nutzen durch Plastiksäckli-Verbot?, Judith Schärer, Der Öko(b)log vom 24.10.15.

Noch immer lautet die Standardfrage beim Einkaufen im Warenhaus des „ökologischsten Grossverteilers der Welt“ Coop: „Möchten Sie einen Sack?“, auch wenn Heidi nur ein (kleines) Produkt gekauft hat. Die gleiche Frage hört sie regelmässig in Bäckereien, Apotheken …

Aller Anfang ist leicht!

Eine Bäckersfrau erzählte Heidi eine schöne Geschichte: „Ein älterer Herr kauft regelmässig bei mir ein. Er zieht jeweils aus der kleinen Tasche des dunklen Anzugs, in welcher üblicherweise ein Pochettli (Einstecktuch) steckt, eine Plastiktüte. Mit der Zeit geht diese aber kaputt. Etwa einmal im Monat gebe ich ihm eine neue.“

Runder Tisch Kunststoffrecycling, Kunststoffe, BAFU

Unser Boden wird immer häufiger mit Kunststoff bedeckt, auch "biologisch abbaubarem". Es heisst, die kompostierbaren Folien könnten einfach untergepflügt werden. Ist das gut?<br /> Meist wird bei uns PE-Kunststoff eingesetzt, in China jedoch PVC. Eine Studie dokumentiert die massive Verschmutzung von Landwirtschaftsböden mit Phthalsäureester in China anhand eines Modells: Empirical estimation of pollution load and contamination levels of phthalate esters in agricultural soils from plastic film mulching in China, Environ Earth Sci (2013) 70:239–247, http://www.researchgate.net/publication/257794301_Empirical_estimation_of_pollution_load_and_contamination_levels_of_phthalate_esters_in_agricultural_soils_from_plastic_film_mulching_in_China

Unser Boden wird immer häufiger mit Kunststoff bedeckt, auch „biologisch abbaubarem“. Es heisst, die kompostierbaren Folien könnten einfach untergepflügt werden. Ist das gut?
Meist wird bei uns PE-Kunststoff eingesetzt, in China jedoch PVC. Eine Studie dokumentiert die massive Verschmutzung von Landwirtschaftsböden mit Phthalsäureester in China anhand eines Modells: Empirical estimation of pollution load and contamination levels of phthalate esters in agricultural soils from plastic film mulching in China, Environ Earth Sci (2013) 70:239–247.

Empirical estimation of pollution load and contamination levels of phthalate esters in agricultural soils from plastic film mulching in China, Environ Earth Sci (2013) 70:239–247

22.11.15 HOME

Rummelplatz Berg: Wie weiter?

15. Juli 2013
Gebaut wird überall, auf dem Berg, am See ... Hauptsache, es wird gebaut und die Leute kommen.

Gebaut wird überall, auf dem Berg, am See … Hauptsache, es wird gebaut und die Leute kommen.

Zwei Artikel in der NZZ vom 12.7.13 sind Heidi aufgefallen. Die tägliche Weltschöpfung von Roman Bucheli über Baustellen und Lärm: „… Denn die täglich neu gebaute Welt wird nicht schöner, sie wird immer nur lärmiger (und sie wird es umso mehr, je wohlhabender ein Gemeinwesen ist) …“ Die Schweizer Gemeinwesen (und ausländischen Investoren) besitzen Geld! Der Bund hat ein nationales Schneesportzentrum ausgeschrieben, der Schweizer Tourismus-Verband (STV) fordert gar deren drei. Damit aber nicht genug. Eine Schulferienwoche soll zur obligatorischen Schneesportwoche für die 5. bis 9. Klasse erklärt werden. Der Verband der Schweizer Seilbahnbranche (SBS) will den Anteil SchneesportlerInnen in der Bevölkerung steigern.

Noch mehr Steuergelder für den Tourismus

Und wer zahlt? Der Bund soll jedem teilnehmenden Kind 200 Franken zahlen sowie die Kosten für die Benützung der Bergbahnen, für Skischulen und Mietmaterial übernehmen. Andere Branchen müssen den Gürtel enger schnallen, wenn Profit und Kosten im Ungleichgewicht sind. Die Strategie der hohlen Tourismus-Hand scheint immer wieder zu funktionieren, denn – so wird argumentiert – vom Tourismus profitieren ALLE. Stimmt das? Mindestens die Natur ist meist Verliererin Nummer EINS. STV-Präsident und CVP-Nationalrat Dominique de Buman ergänzte die Schneesportoffensive des STV mit einer Motion: Lancierung und Umsetzung einer Schneesportinitiative. Ausführlich darüber berichtete Michael Schoenenberger in seinem NZZ-Artikel Angst vor leeren Pisten.

Der Bergtourismus und die Frösche

Raubfische, wie die amerikanische Seeforelle, fressen Kaulquappen und dezimieren somit die Frösche ...

Raubfische, wie die amerikanische Seeforelle, fressen Kaulquappen und dezimieren somit die Frösche …

Die Bergbahnen brauchen im Winter die SchneesportlerInnen, im Sommer Events und z.B. die Fischer. Die negativen Seiten des Wintertourismus sind einigermassen bekannt. Der Druck auf die Natur nimmt auch im Sommer zu. Zum Beispiel wurde in den letzten zwei Jahrzehnten die Kanadische Seeforelle in Bergseen angesiedelt.

Seeforellen lieben Kaulquappen und attackieren gar Frösche: Forellen-Attacke auf Frosch, YouTube. „Das Fischen von Forellen und Saiblingen auf 2000 Meter über Meer – das erleben Sie nur auf Melchsee-Frutt…“ Der Tourismusverein zieht Fischer an, die neue Bergbahn ist in Betrieb, das neue chinesische Frutt Lodge und Spa auch, und es wird weiter gebaut. Wer kümmert sich um die Frösche?

Den Fröschen gehe es schlecht hier oben, meint ein profunder Kenner der Flora und Fauna von Melchsee-Frutt. In den USA sind die meisten Gebirgsseen mit einem Bestand von seltenen Fröschen unter Schutz, Forellen auf Frosch-Fang, Fisch & Fang. Von den 20 einheimischen Amphibienarten stehen 14 auf der Roten Liste, das schreibt Pro Natura, Tier des Jahres 2013 – Die Geburtshelferkröte. „Die Angelei ist vielerorts attraktiv geworden und dies mancherorts, ohne allzu viele Schäden anzurichten. Aber zu viele Gewässer sind durch Besatz von irgendwas weltweit kaputtbewirtschaftet worden, sei es aus wissenschaftlichem Interesse, anglerischem Interesse oder reinem Profitdenken…“, das schrieb ein Fischer und aktiver Gewässerschützer Heidi „… und es gibt viel zu tun.“

Und was meint karch, die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz? „… Beispiel Bergseen: In vielen Fällen sind respektive waren Bergseen natürlicherweise fischfrei. Schon seit längerer Zeit, in den letzten Jahren aber vermehrt, werden solche Gewässer bestockt. Vor allem für Angler interessante Fischarten wie Saibling und Forelle werden eingesetzt, d.h. Arten, welche einen grossen Druck auf Amphibien auswirken. Zusätzlich werden die Bestandsdichten relativ hoch gehalten, damit die AnglerInnen Erfolgschancen haben. Die Gewässer sind oft strukturarm mit wenig Versteckmöglichkeiten für Amphibien. Durch die geringe Wassertemperatur, sind sie nicht sehr produktiv, es herrscht Nahrungsknappheit. Die Auswirkungen auf die Amphibienbestände müssen dadurch als sehr gross eingestuft werden. Konkrete Untersuchungen aus den USA und Italien belegen diese Aussage…“, Amphibien und Fische, karch.

Heidis Vorschlag

Lassen wir der Jugend die wohlverdienten Ferien! Eine stressige Zukunft wartet auf sie.

Beratungsstelle für Unfallverhütung: Die bfu setzt sich im öffentlichen Auftrag für die Sicherheit ein.

Beratungsstelle für Unfallverhütung: Die bfu setzt sich im öffentlichen Auftrag für die Sicherheit ein.

Bild ohne Worte

Bild ohne Worte

15.7.13 HOME


%d Bloggern gefällt das: