Posts Tagged ‘Nachhaltigkeit’

Wolf Schneider: Ein ökologisches Manifest

23. September 2019

Wolf Schneider: Denkt endlich an die Enkel!

Eine letzte Warnung, bevor alles zu spät ist

„Warum tut denn keiner was? Irgendwann stirbt jede Art – sind nun wir dran? Wir sind zu viele. Wir verpesten, vermüllen, verschandeln, wir vergeuden. Nachhaltigkeit lügen wir uns vor, das Auto bleibt unser Götze, Wachstum bleibt unser Fetisch.“ Haben wir noch eine Chance? Oder ist für das Leben unserer Enkel schon alles zu spät? Die Frage nach dem Schicksal und der Menschheit hat Wolf Schneider nie losgelassen. Schon 1966 hat er in der Süddeutschen Zeitung das Ende des Verbrennungsmotors gefordert. In dieser Streitschrift warnt er mit all seiner Erfahrung aus einem langen Leben die Nachgeboren mit einem persönlichen ökologischen Manifest – direkt, aufrüttelnd, unbarmherzig in der Analyse.

Denkt endlich an die Enkel, Wolf Schneider, Rowohlt Verlag

94-Jähriger: «Eine letzte Warnung, bevor alles zu spät ist.», Urs P. Gasche, Infosperber vom 22.9.19

Sprachlese, Kolumne NZZ Folio, 1991 bis 2005 (für NZZ-Abonnenten, nur Bild und Lead allgemein einsehbar)

Deutsch für Profis, Wolf Schneider (Bemerkung: Unterhaltsamer Sprachunterricht, eigentlich nicht nur für Profis!!!)

Wolf Schneider, Wikipedia

Embarrassment of Riches, George Monbiot (The Guardian)

22.9.19 HOME

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Fridays for Future – kühlen wir endlich unsere aufgeheizte Landschaft.

26. Mai 2019

Ob auf der Alp, im Tiefland, ob im Norden oder Süden: Es wird geredet, geschrieben, geforscht, aber die Politik handelt nicht. Wieviel Druck braucht es noch? Unterstützen wir die Jungen! Sehen wir uns das Video von Rezo an, denn das gilt übertragen auch für die Schweiz:

Die Zerstörung der CDU

Heidi empfiehlt ihren LeserInnen auch den nachfolgenden Blog-Beitrag von Osmerus, Lebendige Bäche und Flüsse:

Osmerus' Blog

Rekordbeteiligung bei „Fridays for Future“„- gut so!

Handeln ist lange angesagt – Reden dominiert leider weiter das Geschehen.

Lange ist bekannt, wo das Problem steckt, nicht nur in nicht mehr angebrachten Techniken, sondern auch im Fehlverhalten in unserer täglichen Umgebung, in der Landschaft.

Sehen kann man das quasi beim Spazierengehen. Hier ein Beispiel von der Moorbek, Einzugsgebiet Pinnau, Elbe-Einzugsgebiet.

Irgendwie komisch, im Zeichen des Klimawandels werden gerade streckenweise und massenhaft Bach-begleitende Baumsäume in einem Maß runtergeschnitten, als stünde ein Pellet-Hersteller dahinter. (Oder ist das womöglich wirklich so?)

Auf den Stock gesetzte Schwarz-Erle. Immerhin ist ein Stamm stehen geblieben.

Das ganze ist EIN Baum – wie alt der wohl insgesamt inzwischen geworden ist ? !

Halbschatten-Flora am anderen Ufer. Möge sie dem nun erzeugten, übermäßigen Belichtungsdruck gewachsen sein!

So führt tagtägliches Handeln die Themen Nachhaltigkeit, Biodiversität, Klimaschutz „ad absurdum“.

Dabei hat das waldärmste Bundesland Schleswig-Holstein diverse, fachlich…

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Heidis Wort zum Sonntag: Wir wollen den Schwarzen Peter nicht!

4. Februar 2018
Wir KonsumentInnen können den Schwarzen Peter oft gezielt weitergeben ... Augen und Ohren auf!

Wir KonsumentInnen können den Schwarzen Peter oft gezielt weitergeben … Augen und Ohren auf!

Wenn es um Nachhaltigkeit, RSPO, Konsum, Ökologie, Tierschutz, BTS, Pflanzenschutz, Welthandel usw. geht, dann schiebt man uns gerne den Schwarzen Peter zu: „Die Konsumenten wollen das!“ In Wirklichkeit manipuliert man die Konsumenten so gut es eben geht und lässt die Kasse klingeln.

„Die Konsumenten sind mündig!“, heisst es etwa, wenn Krankheitsprävention gefördert werden sollte: Tabak, Zucker, Fett, Alkohol, Mobilität usw. Oder wenn es um Wachstum geht: „Davon profitieren auch die Armen, besonders in den Drittweltländern.“ Allgemein herrscht die Meinung: „Die Konsumenten sind gut informiert.“ Wirklich?

  • Die Kartoffellager sind wegen der guten Ernte 2017 reichlich gefüllt. Doch die Konsumenten verlangen Frühkartoffeln (Milchhändler importiert Kartoffeln), Bauernzeitung vom 26.1.18). Import kommt z.B. aus Israel, wo das Grundwasser stetig sinkt. Frühkartoffeln bringen dem Handel eine gute Marge.
  • Schauen wir uns ein paar „mündige“ Konsumenten an! 30% Rabatt auf Nutella:
    VIDEOS – Scènes d’émeute pour du Nutella en promotion dans des supermarchés. In einem Video hört man eine Frau schreien: « Ma grand-mère est en train de se faire écraser pour du Nutella ! » Man wird uns sagen: Bei uns wäre das nicht möglich.
  • „Die Konsumenten wollen immer mehr Fleisch essen“, heisst es. Wir zahlen Steuern für die Fleischwerbung von Proviande. Aktionen – so scheint es wenigstens Heidi – gibt es besonders häufig bei Fleisch: 30%, 40%, 50% … Die billigsten Fleisch- und Wurstwaren von Migros, Coop, Spar, Aldi … findet man bei Aktionis.ch. Was billig angeboten wird, das wird auch gekauft. Von einem Einkaufszentrum ins andere fährt der gut informierte Konsument. Das Auto steht bereit! Oder der Bus fährt alle 15 Minuten.
  • Grosse Flächen Urwald sind schon abgeholzt, also wird es bald nur noch „nachhaltige“ Soya und „nachhaltiges“ Palmöl geben bzw. weitere „nachhaltige“ Produkte wie Quinoa … aus fernen Ländern. Also kein Grund zur Änderung unseres Konsumverhaltens!
  • Die Containerschiffe aus China brauchen für den Rückweg Ballast. Daher ist es „umweltschonend“, wenn wir Güter nach China schicken. Der Holztransport von Zürich nach Basel ist teurer als jener von Basel nach China. Zwar sind Christbaum-Kerzenhalter von COOP aus China unbrauchbar, da sie kein Gelenk haben für die vertikale Ausrichtung der Kerzen. Aber es ist vermutlich möglich, Christbäume in China für den Import in die Schweiz zu züchten, welche exakt horizontale Äste haben. Analoges gilt auch für z.B. den Lufttransport von Erdbeeren aus Kalifornien.

Die Liste lässt sich beliebig verlängern … der Schwarze Peter bleibt bei uns. Wollen wir ihn? Wir können Einfluss nehmen: Auf die modischen Nutella-Berliner verzichten, unsere Einkaufsgewohnheiten langsam aber sicher ändern. Es muss ja nicht so karg sein wie früher, als auch bei uns die Wenigverdienenden sich sehr wenig leisten konnten.

Vieles, was man uns als nachhaltig anpreist, ist es nicht. Je häufiger die Profiteure ihre Slogans wiederholen und dabei an Marge und Gewinn denken, desto mehr glauben sie selber daran. Schicken wir den Schwarzen Peter zurück an Verantwortliche, Marketing-Psychologen, Politiker, den Bundesrat …

Verkaufspsychologie kann nützlich sein

Das Design von Läden ist nicht neutral. Die Detailhändler wissen wie sie die Kunden dazu bringen, bestimmte Produkte zu kaufen und v.a. viel zu kaufen. Sie nutzen die Schwächen der Kunden hemmungslos aus.

Läden könnten die Kunden aber auch so manipulieren, dass es zu deren Vorteil ist, z.B. dass sie gesündere Lebensmittel kaufen und die Umwelt geschont wird. Psychologen, Marketing-Experten und einige Läden haben diese Idee getestet, siehe Video How your supermarket could manipulate you for your own good, BBC vom 26.1.18 sowie folgenden Beitrag zum Thema Healthy eating: The mind games of supermarket, BBC vom 9.9.14.

1950er Jahre: Die Freude von Kindern an Süssigkeiten

Heidi hat kürzlich von Martina ein paar Aufsatzhefte aus den 1950er Jahren erhalten. Hier ein Zitat:

Am Montag durften wir von 8-10 Uhr Baden gehen. Margrit, Vreni und ich mussten laufen. Als wir bei Schmids ankamen, fragte uns Frau Schmid, ob sie uns eine Bestellung für Beck Arnold mitgeben könne. Wir sagten: „Wir gehen schon dort hin.“ Da gab sie uns die Bestellung und einen Bonbon. Den Bonbon schleckten wir gerne in der Hitze. Als wir bei Arnolds die Bestellung abgaben, bekamen wir wieder einen Bonbon. Den ersparten wir auf den Heimweg …

Süssigkeiten waren damals selten. Dafür war jeweils die Freude gross, wenn die Kinder etwas Besonderes erhielten, eine Tafel Schokolade zum Geburtstag oder Lebkuchen vom Samichlaus. Heute will man gar den Chinesen das Schoggi-Essen schmackhaft machen, meist mit Palmöl drin.

Konventionelle Milchbäuerin sagt: Wir haben es satt!

"Wenn ich mit Natur-, Tier- und Umweltschützern rede, dann merk' ich sehr schnell, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen, denn wir alle leiden unheimlich unter einem System, das da heisst: immer billiger und immer mehr" Kirsten Wosnitza. Copyright: Wir haben es Satt!

„Wenn ich mit Natur-, Tier- und Umweltschützern rede, dann merk‘ ich sehr schnell, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen, denn wir alle leiden unheimlich unter einem System, das da heisst: immer billiger und immer mehr“ Kirsten Wosnitza. Copyright: Wir haben es Satt!

Klare Worte spricht Kirsten Wosnitza an der Veranstaltung Wir haben es satt in Berlin. Sie ist konventionelle Milchbäuerin und Sprecherin des Landesteams Schleswig-Holstein des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). Applaus ist ihr sicher. Hören Sie, was diese engagierte Frau Ihnen zu sagen hat: Wir haben es Satt 2018 – Kirsten Wosnitza.

Wo hört der Fortschritt auf, wo beginnt der Rückschritt – global gesehen?

FOKUS: Der Tod ist Teil des Geschäfts. Marcel Niedermann und Rachel Honegger, SRF 10 vor 10 vom 2.2.18

Strafanzeige wegen Tierquälerei: „…Oder anders formuliert: Die Tierrechtler wollen ein System kippen, von dem selbst Landwirte sagen, dass sie sich zuerst daran gewöhnen mussten.“ Bauernzeitung vom 3.2.18

Beschwerde gegen Palmöl-Label von Migros und Coop, Tagesanzeiger vom 28.1.18

Oil Palm and Coconut Under Threat, Authorities Say. EMTV vom 25.1.18

Heidis Artikel zu Palmöl

Schweizer Rohstoff-Export – Asiaten wollen mehr Schweizer Holz. Matthias Heim, Tagesanzeiger vom 6.5.17

God’s giant miracle carrots, BBC vom 27.1.18

Werbepsychologie, Wikipedia

4.2.18 HOME

Deutschland: Kritischer Agrarbericht 2018 „Globalisierung gestalten“

22. Januar 2018
Copyright: Fabian Melber „Wir haben es satt“.

Copyright: Fabian Melber „Wir haben es satt“.

Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin präsentierte das AgrarBündnis (Dachverband von 25 Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie Entwicklungsarbeit) am 18.1.18 den Kritischen Agrarbericht 2018.  Schwerpunkt dieses umfassenden Jahrbuches ist „Globalisierung gestalten“. Vieles passt auch für die Schweiz, meint Heidi.

Handel sei gut und wichtig, wenn er zu einer besseren Versorgung mit Lebensmitteln beitrage, aber um Ernährungssicherung gehe es auf den Agrarmärkten immer weniger, so Frieder Thomas, Geschäftsführer des AgrarBündnis. Der globale Konkurrenzkampf um Wettbewerbsfähigkeit und die starke Konzentration von Marktmacht in den Händen von Wenigen sei ein Geschäftsmodell, das Mensch, Tier und Natur schädigt – und auch Qualitätsstandards von Lebensmitteln senkt. „Die Exportstrategie hat den deutschen Bauern wenig gebracht.

Die sogenannte Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten bedeutet ruinöse Preise für die meisten heimischen Bäuerinnen und Bauern. Gleichzeitig geraten die stetig steigenden Exporte in Konflikt mit unseren Nachhaltigkeitszielen, sie schädigen die Märkte im globalen Süden und tragen so zur Flucht und Migration massgeblich bei“, so Thomas weiter

Initiativen zugunsten eines fairen Handels seien erfreuliche Entwicklungen; noch aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Notwendig sei eine grundsätzliche Umkehr in der Agrarhandelspolitik, eine Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und eine Qualitätsstrategie mit Produkten, die umwelt-, tier- und klimafreundlich erzeugt werden. Das biete auch wirtschaftliche Chancen für Bäuerinnen und Bauern – bei uns wie in den Ländern des Südens.

Bäuerliche Leistungen gezielt honorieren, Märkte klug gestalten

Die Organisationen des AgrarBündnisses sprechen sich für eine grundlegende Reform der Europäischen Agrarpolitik aus, die derzeit in Brüssel vorbereitet wird. Bernd Voss von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) erläuterte: „Die bisherige pauschale Förderung der EU je Hektar Fläche berücksichtigt nicht, was die einzelnen Betriebe auf ihrer Fläche und in ihren Ställen konkret leisten. In Zukunft müssen alle EU-Zahlungen diese Unterschiede berücksichtigen und einen Anreiz geben für besondere Leistungen für Umwelt-, Natur- und Tierschutz. Hier ist die EU-Kommission weiter als das Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD. Daher ist es wichtig, dass die heute stattfindende Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern eine klare Reformbotschaft nach Brüssel sendet“, so Voss.

Zudem fordert Voss EU-Instrumente zur Vermeidung schwerer Marktkrisen wie im Milchmarkt: „Die EU muss sich trauen, mit branchenfinanzierten Anreizen für eine befristete Begrenzung der Erzeugung zu reagieren, wenn preisdrückende Überschüsse anwachsen. Hätten Milchindustrie und Bundesregierung das bisher nicht verhindert, würden jetzt nicht knapp 400’000 Tonnen Magermilchpulver in EU-Lägern liegen und den Preis mit nach unten ziehen.“

Umbau im Ackerbau ist notwendig

Einen Umbau im Ackerbau forderte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Die intensive Landwirtschaft in Deutschland verzeichne einen seit 2006 stetig steigenden Pestizideinsatz. „Allein in Deutschland werden zurzeit Jahr für Jahr fast 50’000 Tonnen Pestizidwirkstoffe in der Landwirtschaft eingesetzt und landen dann in Böden und Gewässern. Das hat dramatische Konsequenzen, unter anderem für die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. So hat sich die Biomasse der Fluginsekten um 75 Prozent verringert und die Zahl der Vögel geht zurück, da die Nahrung knapp wird.

Um das Insektensterben zu stoppen und die Artenvielfalt nicht noch weiter zu gefährden, muss die nächste Bundesregierung ein Komplettverbot von Glyphosat und den besonders gefährlichen Neonikotinoiden auf den Weg bringen. Nach dem skandalösen Glyphosat-Alleingang von CSU-Agrarminister Schmidt ist ein nationaler Ausstiegsplan aus der Anwendung des Totalherbizids das Mindeste, was die nächste Bundesregierung liefern muss. Ausserdem muss sich die künftige Regierung endlich zu einem ambitionierten Programm zur generellen Reduzierung des Pestizideinsatzes durchringen“, sagte Weiger.

Tierschutz: Bundesministerium bleibt hinter den Versprechen zurück

„Auch zur Internationalen Grünen Woche 2018 müssen wir feststellen, dass der Tierschutz als eine Abteilung im „Tiernutzerministerium“, dem Bundeslandwirtschaftsminister keine durchgreifende Rolle spielt“, beklagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist mit seinem Aufschlag zum staatlichen Tierwohllabel vor fast einem Jahr gescheitert. Wir können nur dringend dazu raten, den gesamten Prozess und die – wenigen – Ergebnisse neu zu durchdenken.“

Aber auch in anderen Bereichen bleibe das Bundesministerium hinter den Versprechen zurück, so Schröder: Der millionenfache Kükenmord gehe unverändert weiter, es gäbe immer noch keine verbindlichen Vorschriften zur Haltung von Puten und Rindern. Und das Tierschutzgesetz sei weit davon entfernt, als staatszielkonform bezeichnet zu werden. „Wir brauchen ein wirkliches Mehr an Tierschutz in den Ställen. Dazu bedarf es einer nationalen Nutztierstrategie, deren Grundlage die Orientierung am Tierschutz ist und die nicht durch wirtschaftliche Interessen verwässert wird.“ Teile dieser Strategie können und sollten eine sinnvolle Tierschutzkennzeichnung begleiten.

Jungen Landwirten den Einstieg ermöglichen

Clemens Gabriel, Demeter-Junglandwirt und Co-Leiter eines Projektes zur „Existenzgründung und Unternehmensentwicklung“ im Ökologischen Landbau thematisierte die inner- und ausserfamiliäre Hofübergabe. Der Ökologische Landbau stehe wie die Landwirtschaft insgesamt beim Generationenwechsel vor grossen Herausforderungen: „Der Aufbau einer Existenz oder der Quereinstieg in den Öko-Landbau fordern Engagement, Wissen, Willen und eine gute Vorbereitung“, so Gabriel. „Insbesondere ökologisch wirtschaftende Höfe setzen seit vielen Jahrzehnten zukunftsweisende Entwicklungsimpulse in der Pflanzenzüchtung, der Tierhaltung, der Bodenentwicklung sowie in solidarischen Wirtschafts- und Lebensformen.

Wenn wir die innovative Weiterentwicklung des Ökolandbaus nicht gefährden wollen, braucht es für die zukünftige Generation neue Formen der Aus- und Erwachsenenbildung“ sagte Gabriel. Hierbei seien Politik, Bildungseinrichtungen und Verbände gleichermassen gefordert. Es reiche nicht aus, Junglandwirten etwas höhere Fördersätze zu gewähren. Junge und potentielle Betriebsleiter, z.B. auch Quereinsteiger, müssten beim Prozess der Unternehmensgründung besser unterstützt werden.

Bürgerprotest für eine bäuerliche Landwirtschaft

Um einer bäuerlichen Landwirtschaft zum Durchbruch zu verhelfen, sei es gut, die besseren Argumente zu haben; die könne man im Kritischen Agrarbericht finden, so AgrarBündnis-Geschäftsführer Frieder Thomas. Man müsse jedoch nicht nur gut argumentieren, sondern auch in der öffentlichen Diskussion hartnäckig bleiben und zeigen, wie stark der Wunsch nach einer Veränderung in der Gesellschaft verbreitet sei. Deshalb rief das AgrarBündnis auf, sich am 20. Januar 2018 in Berlin an der von über 50 Organisationen der Zivilgesellschaft getragenen Demonstration „Wir haben es satt“ zu beteiligen.

Veith Ulrich, Mag. (FH)Grosses entsteht immer im Kleinen

Ulrich Veith, Bürgermeister der pestizidfreien Gemeinde Mals aus Südtirol, sagte anlässlich von „Wir haben es satt“: „Das Beispiel der Gemeinde Mals zeigt: Es zahlt sich aus, für eine bessere Welt einzustehen. Heute ist Mals frei von chemischen Pestiziden, in einigen Jahren wird es ganz Südtirol sein. Vielleicht zieht Europa mit. Grosses entsteht immer im Kleinen. Jeder einzelne kann, ja muss seinen Beitrag leisten. Weitsicht, Mut und Ausdauer, mehr braucht es nicht.“

Mehr Informationen

Den Kritischen Agrarbericht 2018 – u.a. mit Artikeln des BUND zur europäischen Agrarpolitik, zur Kennzeichnungspflicht tierischer Produkte, zu Glyphosat, zur Agro-Gentechnik und zum Thema Wald wie auch zu Entwicklungen und Trends im Naturschutz – finden Sie unter: www.kritischer-agrarbericht.de

Quelle: Kritischer Agrarbericht 2018: Globalisierung gestalten, Slow Food Deutschland, 22.1.18

22.1.18 HOME

Alle blicken nach Davos – Heidi hat die Elbe im Visier

20. Januar 2017
Der Containerriese "Indian Ocean" lief Anfang Februar 2016 in der Elbe auf Grund. Copyright: Dr. Ludwig Tent, Wedel D, Osmerus' Blog, Lebendige Bäche und Flüsse.

Der Containerriese „Indian Ocean“ lief Anfang Februar 2016 in der Elbe auf Grund. Copyright: Dr. Ludwig Tent, Wedel D, Osmerus‘ Blog, Lebendige Bäche und Flüsse.

Sie reden von Handel, Nachhaltigkeit, Wachstum, Gerechtigkeit, Wohlstand, Globalisierung … 800 Medienleute sind am World Economic Forum (WEF) in Davos, um Ideen und Händel der Mächtigen in die Welt hinaus zu tragen, CUMINAIVEL Nr 5 vom 17.1.17. Derweil befasst sich Heidi mit der Elbe, der es dreckig geht, nicht nur weil ein Frachter diese Woche wieder einmal den Durchgang zum Hamburger Hafen versperrt hatte.

Elbvertiefung für Containerschiffe – tote Elbe

Am Grund der Elbe gibt es im Sommer kaum noch Sauerstoff für das Wasserleben, somit ist auch der Fischaufstieg unterbunden. Schuld daran ist, dass die Fahrrinne immer stärker vertieft wird für die immer grösser werdenden Containerschiffe, welche Waren aus aller Welt anliefern bzw. abtransportieren. Regelmässig wird Sediment ausgebaggert und mitsamt dem Dreck (Mineralöl, Altlasten) verklappt, ein Viertel vor Helgoland in der Nordsee. Schleswig-Holstein hat dafür aber nur eine befristete Bewilligung erteilt. Den grössten Teil des Hafenschlicks verklappt die Hafenverwaltung direkt vor den Toren Hamburgs nahe der Insel Neßsand. Das Problem dabei: Häufig wird dieser Schlick aufgrund der Tide wieder zurück in den Hafen gespült und muss dann erneut ausgebaggert werden, siehe Hamburgs bizarrer Kampf gegen den Hafenschlick, NDR 8.12.15.

Mit der Elbvertiefung wollen die Behörden den Hamburger Hafen wettbewerbsfähig erhalten. Bereits heute müssen jährlich 15 Millionen Kubikmeter Schlamm ausgebaggert werden, nach der Vertiefung von heute 13,50 m Tiefe auf bis zu 15,30 m sollen es sogar 18 Millionen sein. Elbvertiefung, Bund.

Auch das Naturschutzgebiet Allwördener Aussendeich (Wikipedia) ist von der Vertiefung betroffen. Ein Eilantrag des BUND Niedersachsen gegen die vorgezogenen Baumassnahmen an der Unterelbe war nicht erfolgreich: Das Oberverwaltungsgericht Schleswig lehnte den Antrag des BUND ab: Unter anderem seien in diesem Fall die Belange des Naturschutzes gegenüber wirtschaftlichen Erwägungen völlig untergeordnet.

Elvertiefung bringt nicht, was sie verspricht

Kleine Sturmflut am 25.12.2016; zur Zeit ganz schnell bei recht geringem Abfluss und Ostwind Unterschreitungen des Tideniedrigwassers. <a href="http://www.pegelonline.wsv.de/webservices/zeitreihe/visualisierung?parameter=WASSERSTAND%20ROHDATEN&amp;pegelnummer=5950090&amp;ansicht=einzeln" target="_blank">Pegel Online</a>.

Kleine Sturmflut am 25.12.2016; zur Zeit ganz schnell bei recht geringem Abfluss und Ostwind Unterschreitungen des Tideniedrigwassers. Pegel Online.

Die Elbvertiefungen haben erhebliches Absinken des Tidenierigwassers bewirkt, also nicht die Vertiefung als vollen Gewinn gebracht. Statt wie vor einem Jahrhundert bei 1,50 m Differenz zwischen Tideniedrig- und -hochwasser, sind es jetzt um die 3,60 m. Das heisst, das Wasser muss in gegebener Zeit 2 m mehr hochpumpen und 2 m mehr als früher ablaufen; dies entspricht einer Verschärfung der Strömungsgeschwindigkeit.
Aktueller hydrometeorologischer Zustand im Elbegebiet.

Der Wirtschaft legt man keine Zwänge an!

Wenn eine Würstchenbude oder sonst Bewegliches am Ufer der Elbe ein Stück weit durch die Gegend gespült wird, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass vermutlich ein Schiff mit übersetzter Geschwindigkeit vorbei gefahren ist und hohe Wellen geworfen hat. Selten haben Politiker es gewagt, die Frage nach Überwachung zu stellen. Solch „unverschämtes“ Nachfragen wird ganz schnell zum Verstummen gebracht. Die grosse Wirtschaft geht vor. Auch ohne Raserei leidet das Ufer der Elbe unter Erosion durch den Wellenschlag der grossen Schiffe, auch der Kreuzfahrtriesen.

Baggern ohne Ende – Kosten ohne Ende. Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung.

Baggern ohne Ende – Kosten ohne Ende. Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung.

Da kann auch die Elbharmonie keine Harmonie zwischen Wirtschaft und Natur herstellen.
Elbphilharmonie 2017: Das Eröffnungskonzert (Teil 1) | NDR, 11.1.17.
Elbphilharmonie 2017: Das Eröffnungskonzert (Teil 2) | NDR, 11.1.17.

Die Elbe ist „nur“ ein Beispiel. Mit unserem Konsum- und Abstimmungsverhalten können wir etwas verändern.

Hamburg baggert immer mehr Schlick aus dem Hafen, NDR, 23.1.17.

Wedel – Hamburg schmeisst uns den Schlick vor die Füsse, Osmerus‘ Blog, 23.1.17.

Wahr-Schau zur geplanten Elbvertiefung: Dokumentation von Wissenschaftlern und Zeitzeugen – Ein Diskussionsbeitrag –, Kersin Hintz, Taschenbuch, 25.4.14.

Wir brauchen keine Elbvertiefung, Zusammenschluss von betroffenen Bürgern.

Elbe kaputt – drüber Schwerölbrand in der Luft, drauf Traumschiffe, drin kein Sauerstoff. Osmerus‘ Blog, 15.u.14.

Januar 2017 – Sonnenstrand Wittenbergen, Elbe. Osmerus‘ Blog, 7.1.17.

Forum Tideelbe: so werden die Ergebnisse des „Forum Strombau- und Sedimentmanagement Tideelbe“ auf die lange Bank geschoben! Förderkreis Medienmitteilung »Rettet die Elbe« eV vom 6.12.16.

Elbvertiefung – Bagger schaffen Fakten, Bund.

Schlick-Problem: Hoffnung für Hamburg, NDR 9.2.16.

Havarierter Frachter in Hamburg angekommen, NDR vom 18.1.17.

20.1.17 HOME

Hans Rudolf Herren: Genügend und gesunde Nahrung für alle

21. Dezember 2016
Biovision hat ein vielfältiges Bauern-Informationsprogramm entwickelt, mit dem die LandwirtInnen mit lokal relevantem Wissen versorgt werden. Sie erhalten konkrete und praxisnahe Anleitungen zur Verbesserung der Erträge mit nachhaltigen Methoden. Im Bild The Organic Farmer Radio-Reporter John Cheburet, Kenia. Copyright: Peter Lüthi, Biovision

Biovision hat ein vielfältiges Bauern-Informationsprogramm entwickelt, mit dem die LandwirtInnen mit lokal relevantem Wissen versorgt werden. Sie erhalten konkrete und praxisnahe Anleitungen zur Verbesserung der Erträge mit nachhaltigen Methoden. Im Bild The Organic Farmer Radio-Reporter John Cheburet, Kenia. Copyright: Peter Lüthi, Biovision

Heidi: Wenn Sie jetzt keine Zeit haben, diesen langen Artikel zu lesen, dann beachten Sie bitte mindestens den letzten Absatz „Heidis Geschenk“. Vielen Dank!

Hans Rudolf Herren: „In einer Zeit, die geprägt ist von aggressivem Nationalismus, Profitgier, Intoleranz, wirtschaftlicher Unsicherheit und der Schwächung internationaler Institutionen mag eine Vision, deren Realisierung Weitsicht, weltweite Kooperation und die Bereitschaft zur Suffizienz erfordert, utopisch erscheinen. Doch wenn man an eine Sache glaubt, kann man Berge versetzen.“

Vision – Biovision

Die Vision: Eine Welt mit genügend und gesunder Nahrung für alle, produziert von gesunden Menschen in einer gesunden Umwelt.

Die Akteure: „… dafür braucht es uns alle. Helfen Sie mit! Danke.“

Die Institution: Mit dem Preisgeld des Welternährungspreises, den Herren 1995 als erster Schweizer erhielt, gründete er die Stiftung Biovision. Sie ist weltweit aktiv. Als einzige Schweizer Nichtregierungsorganisation (NGO) hat Biovision beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) einen generellen konsultativen Status.

In der Schweiz leistet Biovision z.B. mit der Wander-Ausstellung CLEVER seit Jahren Aufklärungsarbeit für nachhaltigen Konsum.

Vom Bauernsohn zum international gefragten Agrarexperten

Hans Rudolf Herren, Co-Präsident Weltlandwirtschaftsrat. Copyright: Peter Lüthi, Biovision.

Hans Rudolf Herren, Co-Präsident Weltlandwirtschaftsrat. Copyright: Peter Lüthi, Biovision.

Hans Rudolf Herren ist ein Bauernsohn. Sein Vater verwaltete die Domaine des Barges der Tabakdynastie Burger Söhne im Unterwallis. Mit hochgiftigen Insektizide und Fungiziden ist er aufgewachsen. Nachdem er die Walliser Landwirtschaftsschule Châteauneuf besucht und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETHZ) Agraringenieur studiert hatte, schlug er mit seiner Dissertation beim Pionier der biologischen Schädlingsbekämpfung, Prof. Vittorio Delucchi, einen anderen Weg ein: Einsatz von natürlichen Feinden gegen schädliche Insekten statt Insektizide.

Herren und sein Team verhinderten eine grosse Hungersnot, indem sie mit ihrer Forschung zeigten, wie die in ganz Afrika grassierende Maniok-Schmierlaus mit Wespen und Marienkäfern erfolgreich bekämpft werden kann, ohne Chemie und für den Bauern kostenlos. Das war der Anfang einer Erfolgsgeschichte.

Von 1979 an wirkte Herren u.a. am Institute for Insect Physiology and Ecology (ICIPE) in Nairobi, dem er bis 2005 als Direktor vorstand. Seit 2005 ist er Präsident und CEO des Millennium Institutes in Arlington, Virginia (USA), das Politiker in über 40 Nationen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen berät.

Mehr über seine Arbeit und die Preise, die er erhalten hat, auf Wikipedia.

Das Ernährungssystem der Erde ändern!

Die Erfahrung und das erworbene Wissen brachten Herren zur Einsicht, dass die Landwirtschaft, ja, das ganze Ernährungssystem der Erde grundlegend gewandelt werden muss. Sein hochgestecktes Ziel lautet:

Eine Welt ohne Hunger und Elend, in der alle Menschen gleiche Rechte geniessen, in Frieden miteinander und im Einklang mit der Natur leben. Die Grenzen, die unser Planet setzt, werden respektiert, Gewalt und Krieg geächtet. Die Bedürfnisse der kommenden Generationen stehen zuoberst auf der politischen Agenda, die natürlichen Lebensgrundlagen werden für sie regeneriert und bewahrt. Die Energieversorgung basiert zu 100% auf erneuerbaren Energieträgern.

So ernähren wir die Welt

In seinem Buch So ernähren wir die Welt beschreibt und analysiert Herren die Probleme, nennt Zahlen und zeigt Lösungen auf. Er versteht es, einfach und verständlich zu schreiben. Seine Vorschläge sind klar.

1. Hunger im Überfluss

Der Titel des ersten Kapitels deutet Probleme an: „Insgesamt isst heute etwa jeder zweite Mensch zu wenig, zu viel oder das Falsche … Ein Nahrungssystem, das einerseits zu viel und andererseits zu wenig gesunde und zugängliche Nahrung auf den Tisch bringt, kann kein Modell für die Zukunft sein…“ Ein paar Stichwörter: Verschwendung, zu viel Fleisch, zu arm für eine ausreichende Ernährung und das scheinbare Paradox: Nahrung ist zu billig.

2. Bedrohte Ressourcen

Unter den folgenden Untertiteln geht Herren auf die bedrohten Ressourcen ein und nennt Zahlen: Agrarland degradiert, Land Grabbing, Wassermangel, schwindende Biodiversität, Pestizide in der Umwelt und
Treibhausgase aus der Landwirtschaft.

Zum Beispiel 20% der Ackerflächen der Welt werden heute bewässert und 70% des globalen Süsswasserverbrauchs gehen auf das Konto der Landwirtschaft. Wasser wird zunehmend eine knappe Ressource der Nahrungsmittelproduktion.

3. Risiken des Klimawandels

Den Klimawandel und seine Folgen spricht Herren kurz an und schildert dann die fatalen Auswirkungen für Afrika. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der auf Risikoanalysen spezialisierten britischen Firma Maplecroft zeigt, dass Afrika die grösste Last trägt, obschon dieser Kontinent kaum an den Ursachen des Klimawandels beteiligt ist. Für 32 Länder wird ein extrem hohes Risiko für massive Schäden infolge des Klimawandels genannt. So gut wie alle befinden sich in Afrika und Südasien, siehe Climate Change and Environmental Risk Atlas 2015.

4. Die Vision

Diversität statt Uniformität ist Herrens Ansatz für eine ökologische Landwirtschaft. Darunter versteht er nicht nur die Arten- und Sortenvielfalt auf Betriebsebene, sondern auch die Diversität der Anbausysteme. Agrarökologie umfasst eine Vielfalt von landwirtschaftlichen Methoden, die an die jeweiligen lokalen Bedingungen angepasst sind und lokal weiterentwickelt werden. Gemeinsam ist diesen Systemen der Grundsatz der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit. Herren beschreibt Punkt für Punkt welche Landwirtschaft ihm vorschwebt.

5. Wie erreichen wir unser Ziel?

Es brauche einen fundamentalen Kurswechsel in der Landwirtschaftspolitik und eine Neuorientierung der Agrarforschung zur Verwirklichung seiner Vision. Die Gelder, welche wir für die Transformation des Ernährungssystems einsetzten, verhinderten aber viel höhere Kosten für die kommenden Generationen: Es sind Investitionen in die Zukunft.

Der Kurswechsel bedinge eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarforschung und -technik. Herren formuliert für die Forschung wichtige neue Fragen. „Dazu benötigen wir rund um den Erdball Tausende von Institutionen wie das Schweizer Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL). Es gibt nicht die moderne Landwirtschaft auf der Welt, sondern viele verschiedene.“

Herren schlägt auch einen besseren Informationsaustausch vor: „Wissen ist die einzige Ressource, die wächst, wenn man sie mit anderen teilt. Und sie muss wachsen … “ Der Wissenstransfer dürfe keine Einbahnstrasse sein: „Es gilt zu gewährleisten, dass das traditionelle und lokale Wissen, das ebenfalls für Innovationen genutzt werden kann, in die Agrarforschung einfliesst. Neue Partnerschaften zwischen Bauern, Forschern und Agrartechnikern können dies zum Vorteil aller gewährleisten.“

Im Folgenden sind die von Herren besprochenen Themen aufgeführt; die Titel allein schon deuten die Richtung an:

Auf Kleinbetriebe setzen
Faire Produzentenpreise
Ländliche Infrastruktur ausbauen
Position der Bäuerinnen stärken
Ökologischer Landbau
Landwirtschaftsböden schützen und regenerieren
Auf Pestizide verzichten
Wasser sparen
Biodiversität fördern
Landwirtschaftlicher Klimaschutz
Multifunktionalität
Verschwendung bekämpfen
Fairer Welthandel
Ernährungssouveränität
Neuausrichtung von Forschung und Technik
Wissen generieren und tauschen
Gentechnik bringt es nicht
Green Economy Report.

6. Neuer Lebensstil

Ein global nachhaltiges, Ressourcen schonendes und gesunde Nahrung anbietendes Ernährungssystem sei nicht nur die Aufgabe der BäuerInnen. Politik und Wirtschaft, besonders aber die KonsumentInnen seien gefordert, ihren Lebensstil zu ändern. Sie müssten etwa den Appetit auf Fleisch zügeln. Die chinesische Führung z.B. hat sich zum Ziel gesetzt, den Fleischkonsum im Land zu halbieren, d.h. auf 27 kg pro Jahr zu senken (Schweiz 51 kg).

Alles andere als nachhaltig sei auch unser Mobilitätsverhalten, welches sich unmittelbar auf die Welternährung auswirke, wenn auf Ackerböden Pflanzen für den Tank angebaut werden. Und wir sollten am Boden bleiben: „Jet-Set ist von gestern, wer seiner Zeit voraus sein will, bleibt am Boden …“

7. Weltagrarbericht und die Folgen

Die Weltbank und die Vereinten Nationen initiierten den Weltagrarbericht 2008, welcher den Titel Landwirtschaft am Scheideweg trägt. 400 Wissenschaftler aus der ganzen Welt arbeiteten über vier Jahren lang daran, Herren war Ko-Vorsitzender des Berichts. Darin wurde klar ein neues Paradigma gefordert: Wir können die Welt nur nachhaltig ernähren, wenn wir uns auf agrarökologische Methoden besinnen und mit der Natur und nicht gegen sie arbeiten. 58 Nationen unterzeichneten den Bericht, darunter auch die Schweiz, aber die Umsetzung der Vorschläge hat noch nirgends stattgefunden. (Kapitel 2. Bedrohte Ressourcen).

Nicht alle waren ob dem Bericht und dessen Botschaften erbaut, denn eine ökologische Landwirtschaft ist kein guter Kunde für Agrarkonzerne, die ihr Geld mit dem Verkauf von Saatgut für Hochertragssorten, Dünger und Pestiziden verdienen. Doch in vielen Ländern wird der Weltagrarbericht sehr ernst genommen. So lancierte etwa die Afrikanische Union eine Initiative zur Einführung der biologischen Landwirtschaft; sie wird bisher in acht Ländern umgesetzt.

Die UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) hat den Weltagrarbericht von Anfang an unterstützt. Wirkung entfaltet hat der Bericht auch bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der UNO-Generalversammlung im September 2015 sowie der Weltbank und dem Internationalen Institut für Ernährungspolitik (IFPRI).

Herrens Vision in der Praxis

Im zweiten Teil des Buches bespricht Herren verschiedene Projekte. Dieser Teil ist reich an Schwarzweiss-Fotos. Die Titel weisen auf den Erfolg der angewandten Methoden hin und regen zum Lesen an, z.B. Die Mango weint nicht mehr, Der heilige Berg grünt wieder, Ziel: 100% Bio (Bhutan) …

Weiter wie bisher ist keine Option.

Dieser Satz steht irgendwo im Buch. In Anbetracht der heutigen Beeinträchtigung der Lebensgrundlagen durch die Landbewirtschaftung ist eine Agrarwende zwingend. Das Buch gibt viele Anregungen und zeigt Lösungen auf für eine Landwirtschaft, welche nicht nur als „nachhaltig“ bezeichnet wird, sondern es auch wirklich ist.

So ernähren wir die Welt, Hans Rudolf Herren, Verlag rüffer & rub, Reihe „rüffer & rub visionär“

Vom Funken zum Feuer

Anne Rüffer, Verlegerin: „Den Funken einer Idee, einer Hoffnung, einer Vision weiterzutragen und damit ein Feuer des persönlichen Engagements zu entzünden, das ist die Absicht, die wir mit unserer neuen Reihe – wir nennen sie »rüffer & rub visionär« – verfolgen.“
Verlag rüffer & rub

Heidis Geschenk

Möchten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, das ganze Buch lesen? Dann schreiben Sie Heidi an nachfolgende Adresse. Sie wird Ihnen ein Exemplar gratis zustellen; mit Obergrenze bei sehr sehr vielen Anfragen, dann würde das Los entscheiden. E-Mail: heidismist at bluewin.ch

Zu viel oder zu wenig Wasser: Damit haben die Kleinbauern in Subsahara-Afrika je länger, je mehr zu kämpfen. Regenmangel und Trockenzeiten können mit Wassertanks besser überstanden werden. Copyright: Peter Lüthi, Biovision.

Zu viel oder zu wenig Wasser: Damit haben die Kleinbauern in Subsahara-Afrika je länger, je mehr zu kämpfen. Regenmangel und Trockenzeiten können mit Wassertanks besser überstanden werden. Copyright: Peter Lüthi, Biovision.

21.12.16 HOME

 

Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität…

10. Juli 2016
Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Die Natur war zentral im Leben von Paul Klee. Monument im Fruchtland heisst ein Aquarell, das er 1929 malte und so heisst auch die Umgebung des Zentrums Paul Klee (ZPK). Sie ist kein Park, sondern u.a. 2,5 Hektaren Ackerfläche. ZPK: „Wie die Künste, so trägt auch die Landwirtschaft eine Verantwortung. Als Eigentümer von fruchtbarem Boden wollen wir uns der Verantwortung stellen, diesen Boden nach nachhaltig-ökologischen Prinzipien zu bewirtschaften. Und v.a. wollen wir darüber sprechen, wie dies geschehen kann und mit welchen Problemen dies verbunden ist.“

FRUCHTLAND verbindet Kultur mit aktuellen Zeitfragen bis hin zu Lösungen zur Überwindung von Hunger und Umweltbedrohungen. ZPK: „Viele Beispiele und Studien zeigen, dass eine nachhaltige und damit auch ökologische Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren kann … Der grosse Kurswechsel hat jedoch noch nicht stattgefunden. Ein Umdenken ist notwendig, aber es muss auch entsprechend gehandelt werden, in Landwirtschaft und Gesellschaft. Der Schwerpunkt FRUCHTLAND bietet die Gelegenheit, solch wichtige Themen aufzugreifen.“

Ein Weg führt durch die beschilderte Anlage, welche unentgeltlich auch ausserhalb der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden kann. Aufgrund der feuchten Wetterbedingungen ist nicht alles nach Plan gewachsen, aber es ist einiges zu sehen.

Vom Hauptbahnhof Bern ist das ZPK bequem mit Bus 12 erreichbar oder zu Fuss via Altstadt und Bärengraben. Produkte der Agrikultur werden im Museums-Shop und im Restaurant Schöngrün verkauft: Honig, Sonnenblumenöl, Vieille Prune, Apfelschnaps, Gerstenflocken und Linsen.

Beta-Gerste speziell für die menschliche Ernährung

Blütenreiche Wiesenstreifen, vielfältige Trockenwiesen und 32 verschiedene einheimische Straucharten umgeben den grosse Acker hinter dem wellenförmigen Museumsgebäuden des Architekten Renzo Piano.

Blütenreiche Wiesenstreifen, vielfältige Trockenwiesen und 32 verschiedene einheimische Straucharten umgeben den grosse Acker hinter dem wellenförmigen Museumsgebäuden des Architekten Renzo Piano.

Auf dem Acker wächst dieses Jahr Beta-Gerste. Die Dieckmann Seeds in Deutschland hat diese Gerstensorte speziell für die menschliche Ernährung gezüchtet. Die Körner enthalten viel Beta-Glucan. Weil diese löslichen Nahrungsfasern das „schlechte“ Cholesterin (LDL) abfangen und es aus dem Körper transportieren, sinkt das Risiko für koronale Herzerkrankungen.

Die E. Zwicky AG schält die Beta-Gerste und stellt Flocken her, z.B. für Vitaglucan-Müesli. Aus dem Mehl bäckt die Firma Hiestand Cuorgusto-Gerstenbrot.

Demo-Feld mit der in Afrika erfolgreichen Push-Pull-Methode

Eine kleine Parzelle zeigt die Funktionsweise von Push-Pull. Diese raffinierte Anbaumethode war Gegenstand zahlreicher Berichte in den Medien. Im ZPK kann man sie live besichtigen. Entwickelt wurde sie am Internationalen Insektenforschungsinstitut icipe in Nairobi, Biovision hat sie mitfinanziert. Die Erträge steigen (bis zu 300%), denn mit dieser Methode wird die Kultur vor Schädlingen und Trockenheit geschützt und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessert. Projekte laufen in Kenia, Tansanien, Uganda und Äthiopien. Über 100’000 Bäuerinnen und Bauern wenden Push-Pull an, bis Ende 2017 sollen es 180’000 sein.

Demo-Feld zum UNO-Jahr der Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte sind weltweit eine wichtige Nahrungsquelle für pflanzliches Eiweiss, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und zudem in Lateinamerika, Afrika und Asien ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Auch bei uns wächst ihre Bedeutung mit steigender Nachfrage nach vegetarischer Nahrung.

Die UNO hat 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Sie betont dadurch die wichtige Rolle von Bohnen, Soja, Linsen, Kichererbsen … für die Ernährungssicherheit und gesunde Ernährung. Aus diesem Grunde baut das ZPK verschiedene Hülsenfrüchte an, allein und in Mischung mit anderen Kulturen.

Demo-Feld Getreide und Pseudogetreide

Ein weiteres Feld zeigt alte Getreidesorten wie Urdinkel und Khorasanweizen sowie alte Spezialitäten aus der Schweiz, z.B. Obersaxen-Zwergweizen. Auch Pseudogetreide ist zu sehen: Quinoa, Amaranth, Chia und Buchweizen. Sie enthalten wie Getreide viel Stärke, aber keine Gluten, weshalb sie zum Backen von Brot ungeeignet sind, aber für Menschen mit Intoleranz gegen Gluten (Zöliakie) sehr bekömmlich. Diese alte Kulturpflanzen enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsfasern und teilweise viel Eiweiss.

Hohe Nachhaltigkeitsziele

Informationstafel beim Eingang zum ZPK. Eine Broschüre gibt ausführlich Auskunft über FRUCHTLAND. Das ZPK bietet auch Führungen an und organisiert Agri-Kultur-Tage, etwa am 25.7.16 Honigschleudern.

Informationstafel beim Eingang zum ZPK. Eine Broschüre gibt ausführlich Auskunft über FRUCHTLAND. Das ZPK bietet auch Führungen an und organisiert Agri-Kultur-Tage, etwa am 25.7.16 Honigschleudern.

Nachhaltigkeit ist ein abgegriffenes Wort, aber in diesem Fall angebracht. Dafür sprechen allein schon die Projektpartner: Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), Stiftung Biovision, IP-Suisse. Der Präsident der Stiftung Biovision, Hans Rudolf Herren, erhielt 1995 als erster Schweizer den Welternährungspreis. Soeben, d.h. am 7.7.16, verlieh ihm der deutsche Bio-Getränkehersteller Lammsbräu den Ehrenpreis für Nachhaltigkeit: „Sein unermüdlicher Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung weltweit überzeugte die Jury“. Agrarökologischer Berater des ZPK ist Fritz Häni, ehemals Professor für Pflanzenschutz und Agrarökologie an der HAFL.

Als Vorbild für FRUCHTLAND dienen Biolandbau, bestimmte Methoden der integrierten Produktion und andere nachhaltige Systeme. Gerne probieren die Verantwortlichen etwas Neues aus. Besonders wichtig ist eine gesunde Fruchtfolge. Mit der Vielfalt der Arten rund um die Ackerfläche sowie mit Ast- und Steinhaufen fördert das ZPK die Nützlinge. Die elf einheimischen Wildrosenarten sind attraktiv für Insekten. Wenn die Rosen im Frühjahr voller Blattläuse sind, dann ist dies kein Grund zur Panik, sondern ein Zeichen dafür, dass Nützlinge Nahrung finden und sich so schnell vermehren können, z.B. die Marienkäfer.

FRUCHTLAND verbindet NATUR, KULTUR und AGRIKULTUR. Ein Rundgang bietet Gelegenheit zum Nachdenken über unsere Landwirtschaft und darüber, wie unsere Nahrungsmittel in Zukunft umweltschonend produziert werden könnten.

10.7.16 HOME

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (2)

24. Juli 2015
Ist das Nitratpilotprojekt Gäu SO ein Leuchtturmprojekt? Wird die Qualität des Grundwassers in ferner Zukunft STEUERGELD-frei nachhaltig gut sein?

Ist das Nitratpilotprojekt Gäu SO ein Leuchtturmprojekt? Wird die Qualität des Grundwassers in ferner Zukunft STEUERGELD-frei nachhaltig gut sein?

Geduld, Geduld, Geduld braucht es im Pilotprojekt Gäu im Kanton Solothurn. Fazit nach 15 Jahren: Die Ziele der zweiten Projektphase wurden nicht erreicht, und die bisherigen Bemühungen in der Landwirtschaft genügen nicht, um sie zu erreichen. Mit 1’508 Hektaren ist das Projekt Gäu flächenmässig das grösste Nitratprojekt gemäss Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes. Bis 2014 wurden 5,5 Millionen Franken Bundesgelder in Form von „Ökologischen Direktzahlungen“, ausbezahlt.

Wegen des mangelnden Erfolgs hat das Amt für Umwelt SO die Universitäten Neuenburg und Bern beauftragt, das Alter sowie die Herkunft des Grundwassers in der Region Gäu-Olten zu untersuchen.“Die Ergebnisse sind überraschend. Das in den Pumpwerken geförderte Wasser ist wesentlich älter als bisher angenommen. Zudem wird das landwirtschaftlich geprägte Grundwasser nur wenig durch nitratarme Zuflüsse aus der Dünnern oder den seitlichen Talflanken verdünnt.“, siehe Nitratprojekt Gäu-Olten, Kanton Solothurn. „… Denn – je länger Wasser unterwegs ist, bis es gefördert wird, desto länger dauert es, bis sich die Umstellung der Bewirtschaftung in den Nitratgehalten bemerkbar macht …“

Die Nitrat-Kommission Gäu-Olten hat kürzlich ihr 20-Jahr-Jubiläum gefeiert, siehe Bei der Nitratreduktion ist Ausdauer gefragt, Solothurner Zeitung vom 6.5.15. Das Bundesprojekt dauert seit 2000 und wurde soeben um sechs Jahre, d.h. bis 2020, verlängert, siehe Nitratprojekt im Gäu finanziell gesichert, SRF 6.5.15. Pro Jahr werden 910’000 Franken verteilt, 80% zahlen wir mit Bundessteuern, 20% werden von den Wasserversorgern Städtische Betriebe Olten übernommen.

Franziska Schwarz, Vizedirektorin des Bundesamtes für Umwelt, nannte das Vorhaben gegenüber der Solothurner Zeitung «ein Leuchtturmprojekt», dem grosse Bedeutung hinsichtlich einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Praxis zukomme. Heidis Frage: Wenn in ferner Zukunft das Grundwasser Gäu wieder akzeptables Trinkwasser liefert und die Zahlungen aufhören, was geschieht dann? Wird die Bewirtschaftung beibehalten und somit Art. 3 des Gewässerschutzgesetzes eingehalten, der da lautet „Sorgfaltspflicht: Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden“? Aufgrund der Gepflogenheiten in der Landwirtschaft zweifelt Heidi an der Signalwirkung des Leuchtturms für Nachhaltigkeit OHNE Steuergelder.

Nationale Nitrat-Strategie oder „unendliche Ökologische Direktzahlungen“ für verschmutzte Gewässer?

24.7.15 HOME

Wasserdegustation mit Wasserbotschafter Ernst Bromeis

22. September 2014
Trinkwasserbrunnen fördern, statt umweltbelastendes Flaschenwasser trinken

Trinkwasserbrunnen fördern, statt umweltbelastendes Flaschenwasser trinken

Wasser in der Lebensmittelherstellung heisst die Fachtagung des Schweizerischer Verbands der Ingenieur-Agronomen und der Lebensmittel-Ingenieure (SVIAL) vom 25./26. September 2014 in Solothurn. Das Programm ist vielversprechend. Viele Wasserthemen kommen zur Sprache: globale Sicht, Betriebswasser-Kreisläufe schliessen, Wassersparen bei der Reinigung, Wasser selber fördern usw. Und alles was Rang und Namen hat ist dabei: Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA), Emmi, Tetra Pak, NestléCoca-Cola, Swiss Food Research, Feldschlösschen, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) usw.  Den ersten Tag schliesst eine Wasserdegustation mit dem Wasserbotschafter Ernst Bromeis ab, Das blaue Wunder. Heidi ist gespannt auf das Ergebnis.

Der Spiegel berichtet in seiner neuesten Ausgabe über den Testsieger aus dem Hahn: „Die Deutschen trinken vermehrt teure Mineralwässer – dabei ist Leitungswasser genau so gut und umweltfreundlicher…“ Siegfried Gendries von Lebensraum Wasser hat immer die neuesten Informationen zum Thema, auch diesmal Der Spiegel: Öko-Irrsinn Mineralwasser.

In der Schweiz setzt sich DRINK & DONATE für Hahnenwasser ein: „… Im Restaurant bestellen schätzungsweise nur 5% der Gäste Hahnenwasser. Dabei ist unser Hahnenwasser das meist geprüfte Lebensmittel in der Schweiz und laut Labor- sowie Konsumententests von hervorragender Qualität…“ Hier finden Sie die Partnerbetriebe des gemeinnützigen ZH2O züriwasser und CH2O schwiizerwasser: Gastronomie und Hotelerie. Zum Beispiel die Öpfelchammer im Herzen der Zürcher Altstadt hat Wasser und Wein auf der Karte. Es ist die älteste, unverändert erhaltene Weinstube Zürichs; dort kehrten viele Berühmtheiten ein wie der Dichter Gottfried Keller.

Gedankenlos wird Flaschenwasser auf Sitzungs- und Konferenztische gestellt, auch an Umwelt- und Nachhaltigkeits-Veranstaltungen. Umdenken im Kleinen bringt das Veränderungsrad in Schwung!

22.9.14 HOME

Heidis Geschenk-Idee

9. Dezember 2013
Nachhaltigkeit: Fischzuchten sind keine Lösung

Nachhaltigkeit: Fischzuchten sind keine Lösung

Aus dem Schülerheft Fischstäbchen von Fair Fisch: „Nachhaltigkeit: Fischzuchten sind keine Lösung. Du denkst jetzt vielleicht, dass die Zucht von Fischen diese Probleme lösen kann, so wie wir Kühe züchten und im Stall halten können. Leider ist dies nicht so einfach: Die meisten Zuchtfische für den Markt in Europa und Nordamerika sind Raubfische und müssen daher mit Fischmehl gefüttert werden. Denn Raubfisch frisst Fisch. Und woher kommt das Fischmehl? Richtig, aus dem Meer.

Rechnen wir mal: Um 1 kg Zuchtfisch zu produzieren, müssen je nach Raubfischart etwa 3-5 kg wilde Fische zu Fischmehl verarbeitet werden. Kann diese Rechnung mit der Zeit aufgehen?

Ausserdem belasten Fischzuchten oft die Umwelt, da die Fische auf so engem Raum gerne krank werden und der Fischzüchter dann Medikamente einsetzen muss, welche auch in die Umwelt gelangen. Das kann also nicht die Lösung sein.

Weil das Fischstäbchen nicht auf den Bäumen wächst, müssen immer neue Fische gefangen werden. Aber es werden schon viel zuviele Fische gefangen auf der Welt. Wenn das so weiter geht, gibt es bald keine Fische mehr. Dann ist auch mit Fischstäbchen Schluss…“ Achtung also beim Kauf von Fischen und Fischprodukten!

Heidis Fair-Fish-Geschenkideen:

„Klarheit beim Fischkauf!“ oder „Wohlsein für Fische in Zuchtanlagen“ oder „Tasche mit Infos“ oder „Einen Baum schenken: Obstgärten in Senegal“, hier geht’s zum Fair-Fish-Bestellformular.
Projekte von Fair-Fish mittragen
Es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu tun: 9x Wissen verbreiten, Fair-Fish

oder ein Buch

Callum Roberts ist Meeresbiologe und Professor für Meeresschutz an der University of York in England. © aus "Der Mensch und das Meer", DVA

Callum Roberts ist Meeresbiologe und Professor für Meeresschutz an der University of York in England. © aus „Der Mensch und das Meer“, DVA

Der Mensch und das Meer von Callum Roberts, Geo vom 4.7.13, erschienen im DVA Verlag

“Overfishing is the world’s biggest solvable environmental problem. We know what to do and if we were to act decisively, it would take only 15 years to fix most of what has gone wrong.”

– Callum Roberts

The Ocean of Life, The Fate of Man and the Sea, Callum Roberts, SeaWeb

9.12.13 HOME


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