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Kommentar zur Petition „Keine halben Sachen im Schweizer Nationalpark! Saniert endlich den Spöl!“

12. Oktober 2022

Urs Bütikofer hat einen Kommentar verfasst zur Petition „Keine halben Sachen im Schweizer Nationalpark! Saniert endlich den Spöl! Dieser war den UnterzeichnerInnen per Mail zugestellt worden. Nun hat der Initiant der Petition, Marcel Meier, die Erlaubnis erhalten, den Kommentar öffentlich zu machen. Le voilà!

Hallo Marcel

Zuerst mal, besten Dank für euer Engagement betreffend des verschmutzten Spöl!

Dass die Petition nicht mehr Leute erreichte, wundert mich nicht gross. Wenn in Graubünden die Umweltverbände nicht bereit sind dahinter zu stehen, wird es schwierig. Und gerade wenn Ämter wie das ANU und das AJF sich gegen die Elektrizitätswirtschaft stellen sollten, wirds noch schwieriger.

Selber habe ich ähnliche Erfahrungen machen können, betreffend illegaler Abschüsse von Graureihern im Kanton, ausgeführt vom AJF (Amt für Jagd und Fischerei). Es dauerte jahrelang, um das Amt bei diesem Vorgehen stoppen zu können, obwohl ein bindendes Bundesgerichtsurteil vorlag, das solche Eingriffe verbot. Und ich selber sogar im Vorstand von BirdLife Graubünden tätig bin. So wurde ich mehrmals sogar innerhalb des Vogelschutzes unter Druck gesetzt, wie wenn der Überbringer der schlechten Nachrichten auch der Täter gewesen wäre….

Der Grund war und ist einfach: Die Leute hier im Kanton sind einfach zu fest untereinander verfilzt, um eine nützliche Beisshemmung abzulegen, sobald es um das Austragen von Konflikten geht. Gerade bei den Umweltverbänden beobachte ich viele personelle Überschneidungen mit den zwei Ämtern ANU und AJF. Und bei diesen Ämtern dann wieder Überschneidungen mit der Elektrizitätswirtschaft. So entsteht leider keine Konfliktkultur. Sobald Probleme auftauchen, versucht man den Ball flach zu halten, was zu keinen Problemlösungen führen kann. Meistens zu faulen Kompromissen oder im schlechteren Fall zu gar keinen nötigen Veränderungen.

Die besten Erfahrungen habe ich noch damit gemacht, die Medien so zu füttern, dass es schweizweit Wellen schlägt und der Kanton so unter Druck gerät, dass einfach etwas gemacht werden muss. Leider ist das nicht immer möglich. Es fehlt eindeutig die soziale Kontrolle einer politischen Partei und auch der Wille der Umweltverbände in Graubünden, um solche Themen offensiv an die Öffentlichkeit zu tragen. Die Dialogbereitschaft (die ich grundsätzlich nötig finde), wird hier aber so bis zur Selbstverleugnung getrieben. Die Ergebnisse sind dann dementsprechend keine, oder so verwässert wie in der Spölgeschichte.

Herzliche Grüsse

Urs Bütikofer

Petition Keine halben Sachen im Schweizer Nationalpark! Saniert endlich den Spöl!

Heidis Artikel über die Petition „Keine halben Sachen im Schweizer Nationalpark! Saniert endlich den Spöl! 

Petition „Keine halben Sachen im Schweizer Nationalpark! Saniert endlich den Spöl!“ (4)

5. Oktober 2022
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Marcel Meier hat Heidi die Antwort von Simonetta Sommaruga auf die von ihm lancierte Petition geschickt und geschrieben:

Das wäre der Schlusspunkt. Wir werden über die Medien erfahren, ob, wie und wann der Fluss Spöl gereinigt wird. Die Sanierung des 5,7 km langen Druckstollens, welcher das Gift in Form des Korrosionsschutzanstriches enthält, wurde unter den Teppich gekehrt und scheint kein Thema mehr zu sein.
Danke an alle die sich eingesetzt haben.
Marcel Meier

Hier finden Sie alle Beiträge von Heidi mit dem Stichwort „Spöl“.

Nationalrat Jon Pult über das PCB-Problem im Allgemeinen und speziell im Fluss Spöl

29. April 2022

Nationalrat Jon Pult findet es skandalös, dass die Engadiner Kraftwerke nicht bereit sind, den Spöl vollständig zu sanieren und dass der Kanton keine Verfügung für eine Gesamtsanierung erlassen hat. Ebenfalls skandalös wäre es, wenn am Schluss die Steuerzahlenden auf den Kosten sitzen blieben. Es sei doch völlig klar, dass die Kraftwerksgesellschaft die Verantwortung für den Schaden trage.

PCB-Altlasten: Schweiz im Verzug

Am 17.3.21 schrieb Nationalrat Jon Pult eine Kolumne in der Südostschweiz über das PCB-Problem. Er weist auf die Giftigkeit und die Verbreitung hin. Das Gift sei überall. Die Schweiz tue sich schwer mit der Bereinigung dieser Altlast. Gemäss «Stockholm-Konvention» müsste das PCB bis 2028 «eliminiert» sein. Davon seien wir noch weit entfernt. Exemplarisch dafür sei der Streit um die Sanierung des Spöl im Schweizerischen Nationalpark.

Die Bevölkerung erwartet, dass das PCB-Problem gelöst statt verschlampt werde. Am Spöl aber auch sonst überall – in allen betroffenen Flüssen, in allen betroffenen Siedlungen und in allen betroffenen Landwirtschaftsbetrieben. Darum brauche es einen Plan und mehr Engagement des Bundes – sowie nötigenfalls neue gesetzliche Vorgaben.

Lesen Sie die ganze Kolumne in der Südostschweiz vom 17.3.21.

Haben Sie die Petition an Bundesrätin Simonetta Sommaruga noch nicht unterschrieben? Hier geht’s zum Online-Formular, Name und E-Mail genügt!

Petition Keine halben Sachen im Schweizer Nationalpark! Saniert endlich den Spöl!

29.4.22 HOME

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