Posts Tagged ‘Naturschutzgebiet’

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! (2) Neues Wappen Oberuzwil

1. Oktober 2019
Die Gemeinde Oberuzwil schützt "seinen Brändle". Das Naturschutzgebiet Chegelwis in Bichwil ist bereits grösstenteils zerstört. Das kümmert die Gemeindebehörden offenbar nicht. Die Alpakas von Adrian Brändle trampeln weiterhin dort herum, wo der geschützte Lebensraum von Amphibien ist, aber diese kaum eine Überlebenschance haben.

Die Gemeinde Oberuzwil schützt „seinen Brändle“. Das Naturschutzgebiet Chegelwis in Bichwil ist bereits grösstenteils zerstört. Das kümmert die Gemeindebehörden offenbar nicht. Die Alpakas von Adrian Brändle trampeln weiterhin dort herum, wo der geschützte Lebensraum von Amphibien ist, aber diese kaum eine Überlebenschance haben.

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! Heidis Mist vom 26.9.19

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Der Fall Bichwil: Ein Skandal!

28. September 2019

 

Naturschutzgebiet wird "unter den Augen der Behörden" zerstört. Foto 22.4.19. Die Situation hat sich seither nicht verbessert!

Naturschutzgebiet wird „unter den Augen der Behörden“ zerstört. Foto 22.4.19. Die Situation hat sich seither nicht verbessert!

Die Chegelwi(e)s in Bichwil ist ein Amphibienschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Trotzdem weiden dort seit Jahren Alpakas. Der Alpakazüchter Adrian Brändle lagert zudem im ebenen Teil allerlei Unrat und Holz. Ein Grossteil des Bodens ist jetzt unbewachsen.

Die zuständige Gemeinde Oberuzwil hat noch gar nichts unternommen, um die Zerstörung zu stoppen und das Naturschutzgebiet wiederherzustellen. Dies obwohl sie seit Jahren informiert ist, und zwar von verschiedenen Seiten. Solches Behördenverhalten ist nicht unüblich!

Auch die Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs Chegelwis ist katastophal. Ein in einem Nachbardorf ansässiger Fachmann hat das Heidi bestätigt. Aber es geht so weiter!

Heidi hat ihren LeserInnen versprochen, das Naturschutzgebiet und die Chegelwis im Auge zu behalten, denn wo einflussreiche Leute tun und lassen was ihnen gefällt, auch Gesetzeswidriges, und die Behörden wegschauen, da braucht es Öffentlichkeit.

Das einzig Positive, was es im Fall Bichwil zu vermerken gibt, das ist: Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat Adrian Brändle von der Liste der Organisationen für die Ausbildung von Lama- und Alpaka-Halter/innen endlich gestrichen. Trotzdem ist auf der Homepage von Brändle zur Zeit ein Kurs vom 14.9.19 ausgeschrieben: „Wir bieten einen Einsteigerkurs mit Sachkundenachweis an. Der Kurs ist vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) anerkannt.“

Hoffnung besteht: Eine Rechtsverweigerungsbeschwerde des WWF läuft.

Wieso eigentlich wurden die klaren Übertretungen von Vorschriften bisher nicht bei der Polizei angezeigt?

Zufahrt Alpakabetrieb von Adrian Brändle in Bichwil. Foto 22.4.19.

Zufahrt Alpakabetrieb von Adrian Brändle in Bichwil. Foto 22.4.19.

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet, Heidis Mist vom 3.5.19

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben! Heidis Mist vom 5.5.19

Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern, Heidis Mist vom 15.5.19

Der Fall Bichwil: WWF reicht Rechtsverweigerungsbeschwerde ein, Heidis Mist vom 1.7.19

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Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern

15. Mai 2019

Alpakazucht Bichwil

Dass auf dem Alpakazuchtbetrieb in Bichwil SG vieles nicht ordentlich läuft, sehen wohl alle, die einen kritischen Blick über den Zaun werfen. Was die Tierhaltung anbetrifft, hat die kantonale Behörde viel Aufwand betrieben, Verbesserungen verlangt, die Einhaltung von Gesetzen gefordert und auch geklagt. Doch der Tierhalter war nicht einsichtig, rekurierte. Die Richter des Kreisgerichts Wil in Flawil sprachen Adrian Brändle am 3.4.12 frei. Der Unschuldige darf auch weiterhin Alpakahalter ausbilden. Die kantonale Vollzugsbehörde investierte viel Zeit in diesen Betrieb, erfolglos. Sie hat resigniert. Alles ist rechtens, so das Kreisgericht. Oder etwa nicht?

Welche Gründe führten die Richter für den Freispruch an? Ihre Argumentation möchte Heidi kennen. Im Sinne des Öffentlichkeitsprinzips müsste man eigentlich Einsicht in das Gerichtsurteil erhalten.

Unrat, Kot und Alpaka im Naturschutzgebiet

Unrat, Kot und Alpaka im Naturschutzgebiet

Und wer kümmert sich um das Naturschutzgebiet? Sofortmassnahmen gibt es offensichtlich keine. Lässt man das Gebiet solange zerstören bis es wertlos ist?

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet, Heidis Mist vom 3.5.19

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben! Heidis Mist vom 5.5.19

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Güllen im Winter: Deutschland verlängert Sperrfrist

30. Januar 2018
Zwei Tage nachdem der Bauer ganz in der Nähe Gülle auf durchnässten Boden ausgetragen hatte, fotografierte Stefan Wasserpfützen mit Wasservögeln. Die Linthebene ist grösstenteils entwässert, daher muss Gülleaustrag besonders sorgfältig geplant werden. Copyright: Stefan.

Zwei Tage nachdem der Bauer ganz in der Nähe Gülle auf durchnässten Boden ausgetragen hatte, fotografierte Stefan Wasserpfützen mit Wasservögeln. Die Linthebene ist grösstenteils entwässert, daher muss Gülleaustrag besonders sorgfältig geplant werden. Copyright: Stefan.

Heidis Artikel über Gülle und Mist bewirken regelmässig Rückmeldungen von Leuten, welche mit offenen Augen durch die Welt gehen und lesen.

Zuerst reagierte Peter. Er schickte Heidi einen Link zur Bauernzeitung: „Letzten Samstagabend war in Ermenswil SG Gülle ins Naturschutzgebiet gelangt und hatte den Lattenbach verschmutzt, so dass die Feuerwehr dort Wasser abpumpen musste.“ Naturschutzgebiet und Trinkwasser durch Gülle verschmutzt, Bauernzeitung vom 29.1.18. Gemäss Meldung der Kantonspolizei musste eine Trinkwasserfassung durch den Brunnenmeister abgeschaltet werden. Der Bauer hatte aus der vollen Güllegrube Gülle auf einer Wiese versickern lassen.

Dann traf die Meldung eines Fischers aus dem Kanton Luzern ein. Dank Reklamationen der Fischer, dem Newsletter der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) sowie Aufklärungsaktionen des Luzerner Bauernverbands sind Gülleunfälle seit 1990 stark zurückgegangen. Mitverantwortlich für weniger Gülleunfälle seien aber auch Kontrollen von Anlagen. Diese hätten dazu geführt, dass rund 350 Bodenleitungen ersetzt worden seien. Gülle-Unfälle sind erstmals seit Jahren rückläufig, Luzerner Zeitung vom 15.1.18.

Markus kann es einfach nicht verstehen, dass man bei Bauern nicht den gleichen Massstab anlegt wie bei den Gewerbetreibenden. Letztere würden unangemeldet kontrolliert und bei Mängeln oder Gewässerverschmutzungen ohne Verwarnung verzeigt. Immer wieder sieht er Bauern kurz vor intensivem Regen Gülle ausbringen.

Deutschland: Gülle-Sperrfrist verlängert

Zwei Tage nachdem der Bauer ganz in der Nähe Gülle auf durchnässten Boden ausgetragen hatte, fotografierte Stefan Wasserpfützen mit Wasservögeln. Die Linthebene ist grösstenteils entwässert, daher muss Gülleaustrag besonders sorgfältig geplant werden. Copyright: Stefan.

Am 25.1.18 wurde ganz in der Nähe gegüllt, zwei Tage danach liegt immer noch Wasser allenthalben. Copyright: Stefan.

In Deutschland wurde die Winter-Sperrfrist für das Ausbringen von Gülle auf Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau um zwei Wochen verlängert. Zwischen dem 15. November und dem 14. Februar darf keine Gülle ausgebracht werden. An einzelnen Orten wurde die Frist verschoben und dauert vom 29. November bis 28. Februar.

Doch auch hier scheint es mit der vorgeschriebenen Lagerkapazität von sechs Monaten nicht überall zu klappen. Wegen der langen Nässeperiode erwirkten Bauern Ausnahmegenehmigungen. Doch das Wasser in Bächen steht mancherorts auf Feldhöhe. Über Drainagen und Gräben läuft Gülle ab und gelangt in Bäche, Flüsse und die Nordsee.

Gülle-Sperrfrist kein Thema in der Schweiz

Viele Wasservögel auch nach zwei Tagen noch auf den nassen Wiesen. Für Vergrösserung auf Bild klicken. Copyright: Stefan.

Viele Wasservögel auch nach zwei Tagen noch auf den nassen Wiesen. Für Vergrösserung auf Bild klicken. Copyright: Stefan.

Während die Sperrfrist für das Ausbringen von Gülle in Deutschland verlängert wurde, gibt es in der Schweiz noch immer keine. Es ist nicht einfach, Bauern zu bestrafen, welche im Winter Gülle ausbringen wenn der Boden gefroren oder wassergesättigt ist oder Vegetationsruhe herrscht, da der Ermessensspielraum gross ist bzw. die Ämter oft den Mut nicht haben, Sünder zu überführen, denn Bauern ziehen eine Sanktion gerne an die obere Instanz weiter. Das ist extrem arbeitsintensiv und kann das Amt auch viel kosten, falls der „Beweis“ den auf diesem Gebiet unwissenden Juristen nicht genügt. Die Folge davon: Es wird häufig gegüllt auch wenn die Gefahr für Gewässerverschmutzungen gross ist. Ein Nachweis im Grundwasser ist sowieso nicht möglich.

Also sollen wir nichts unternehmen? Doch! Immer wieder Missstände zeigen in der Hoffnung auf Besserung bzw. Einführung einer Sperrfrist. Eine höhere Lagerkapazität für Gülle verlangen. Heute je nach Kanton unterschiedlich, gemäss Gesetz mindestens drei Monate. Das ist zuwenig. Aber auch hier: Es mangelt an Kontrolle!

Güllen: Grüsse aus dem Kanton Schwyz, Heidis Mist vom 27.1.18

Güllekrise: Volle Tanks und nasse Felder, NDR vom 1.2.18

Wasser und Boden – Gülle, 2018. Osmerus‘ Blog vom 1.2.18

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Abfälle gefährden Grundwasser, Flüsse und Seen

18. April 2015

Altlastenkarte_d

„Nach mehrjährigen aufwendigen Abklärungen haben alle Kantone und drei Bundesstellen ihre Kataster der belasteten Standorte abgeschlossen. Wie eine landesweite Auswertung des BAFU zeigt, belegen die rund 38‘000 erfassten Areale eine Gesamtfläche von etwa 230 Quadratkilometern (Heidi: entspricht der Fläche des Kantons Zug). Bei den meisten belasteten Grundstücken handelt es sich um Betriebsstandorte und ehemalige Deponien im Mittelland, die nicht selten in der Nähe von Grundwasservorkommen oder Oberflächengewässern liegen …

In Klosters und Schiers GR wurde beim Unwetter 2005 die alte Abfalldeponie weggeschwemmt. Nach Jahren sah Heidi noch Spuren von Plastik, Blech, Glas usw.

In Klosters und Schiers GR wurde beim Unwetter 2005 die alte Abfalldeponie weggeschwemmt. Nach Jahren sah Heidi noch Spuren von Plastik, Blech, Glas usw.

… Hinsichtlich der Umweltrisiken stellen die belasteten Standorte vor allem eine Gefahr für die Gewässerqualität dar. So befinden sich gut 60% aller im KbS erfassten Flächen in einem Gewässerschutzbereich mit nutzbarem oder genutztem Grundwasser. Den hohen Druck auf die Wasserressourcen im Mittelland dokumentiert auch die Nähe der belasteten Standorte zu Oberflächengewässern, liegt doch ein Viertel weniger als 50 m von einem Fluss-, Bach- oder Seeufer entfernt. In den nächsten Jahren gilt es deshalb, die weitere Untersuchung dieser Standorte vorrangig zu behandeln und bei Bedarf Sanierungs- oder Überwachungsmassnahmen zu treffen, um das unliebsame Erbe aus der Vergangenheit zu entschärfen.“ Altlasten: Aufräumen mit den Umweltsünden, BAFU, 21.5.14.“

Neue Publikation: Überwachung von belasteten Standorten, Vollzugshilfe zur Altlasten-Verordnung, BAFU 2.4.15.

Stand der Altlastenbearbeitung in der Schweiz, BAFU

Beispiel Altlastensanierung altes Gaswerk Chur, Botschaft des Stadtrates an den Gemeinderat, Stadt Chur, voraussichtliche Kosten: 3’551’000 Franken. „… Da aufgrund der toxischen und teilweise mobilen (viskosen) Teerschlacken eine konkrete Gefährdung des Grundwassers besteht, wird eine Sanierung im Winter 2014/2015 empfohlen…“ Rund 8’300 Kubikmeter Erde sollen bis zu den Sommerferien ausgehoben und korrekt entsorgt werden, Schrebergärten Chur: Statt Kartoffeln ist flüssiger Teer im Boden, SRF 16.4.15.

Werden die Behörden überall so rasch handeln wie in Chur oder lieber abwarten und Champagner trinken mit Investoren? Noch nie waren wir so reich, doch Steuergelder fliessen bevorzugt in lukrative Branchen, für die Umwelt bleibt wenig übrig. Besonders die Gemeinden sind am „schnellen“ Geld (Bautätigkeit) interessiert. Wer will schon für die Umweltsünden der Grosseltern zahlen? Doch gerade dies wäre dringend nötig.

Und es geht weiter so: Wachstum muss sein! Kate Amiguet hat einen informativen und eindrücklichen Film über unseren Umgang mit Abfällen gedreht: Trailer für eilige LeserInnen, 4 Minuten; Ganzer Film Déchets, 57 Minuten. Der Film ist nicht nur online verfügbar, sondern auch erhältlich bei Kate Amiguet : DVD ou Blu-Ray disponible sur commande : kate@mart.ch. Und wer mit dem Französischen Mühe hat? Die Bilder allein sprechen Bände.

Der Film gibt auf viele Fragen eine Antwort.

  • Wussten Sie, dass eine Gruppe von initiativen Leuten die Abfälle in den Naturschutzgebieten des Kantons Waadt sammelt, ohne Entgelt? Im ersten Jahr glaubten sie, das sei eine mehr oder weniger einmalige Angelegenheit, doch jedes Jahr werden neue Abfälle angeschwemmt, tonnenweise sammeln sie Müll.
  • War Ihnen bewusst, dass Kehrichtverbrenner (KVA) an möglichst viel Kehricht interessiert sind? Sie verkaufen Energie!
  • Wer zahlt am meisten? Firmen können „ihre“ KVA wählen. Die Konkurrenz spielt, drückt den Preis. Die Privatkunden zahlen mehr, was zwar von den KVAs bestritten wird.
  • Wussten Sie, dass es für die Endlagerung pro 1000 kg Kehricht-Asche 250 kg Zement braucht? Die Asche wird mit Zement und Wasser gemischt … und abgelagert. Die Lager wachsen, beanspruchen Platz.
  • ….
Männer, Frauen und Kinder sammeln in den Naturschutzgebieten des Kantons Waadt Abfall. Weitere Leute zu finden ist schwierig, denn am Samstag ist Shopping-Tag, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Männer, Frauen und Kinder sammeln in den Naturschutzgebieten des Kantons Waadt Abfall. Weitere Leute zu finden ist schwierig, denn am Samstag ist Shopping-Tag, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Deponie für Rückstände aus der Kehrichtverbrennungsanlage, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Deponie für Rückstände aus der Kehrichtverbrennungsanlage, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Bild ohne Worte aus dem Film Déchets, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Bild ohne Worte aus dem Film Déchets, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Post Plastic Lux: Eine Ausstellung in Genf (5. bis 15.3.15) widmete sich den Plastikabfällen: künstlerisch, wissenschaftlich, pädagogisch. Auch wenn sie schon wieder geschlossen ist, auf Facebook geht’s weiter: Facebook Post Plastic Lux. Dahinter stecken mehrere Frauen aus der Westschweiz, aus Hamburg, Paris und Kanada sowie ein Mann aus Genf.

Post Plastic Lux: Installation Air de L'Océan von Antoine Onzgi, Künstler und Architekt Zürich/Paris. Copyright Foto Anouk van Asperen, Erwachsenenbildnerin und Fotografin, Genf. Air de L'Océan: http://onzgi.blogspot.ch/2015/02/invitation.html Video auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=mn0ogDFhQxM

Post Plastic Lux: Installation Air de L’Océan von Antoine Onzgi, Künstler und Architekt Zürich/Paris. Copyright Foto Anouk van Asperen, Erwachsenenbildnerin und Fotografin, Genf. Air de L’Océan: http://onzgi.blogspot.ch/2015/02/invitation.html Video auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=mn0ogDFhQxM

18.4.15 HOME

Das wachsame Auge des Umweltanwalts

16. September 2013
Im Naturschutzgebiet Vilsalpsee wurde eine 3,5 m breite Strasse bewilligt: Die Tiroler Umweltanwaltschaft hat dagegen Einspruch erhoben.

Im Naturschutzgebiet Vilsalpsee wurde eine 3,5 m breite Strasse bewilligt: Die Tiroler Umweltanwaltschaft hat dagegen Einspruch erhoben.

Heidi hat den Verlust „ihres“ Froschtümpels im Artikel Biodiversität: Natur-Wunder und -Wunden beklagt. Nichts Weltbewegendes, nur ein kleiner persönlicher Schmerz. Ein grosses Umweltzerstörungsprojekt wurde kürzlich im Tirol bewilligt. Ein Felssturz am einen Ufer des Vilsalpsees diente als Anlass für ein Projekt zum Ausbau des traktorfähigen Wanderwegs auf der anderen Seite des Sees.

Das Vilsalpsee-Gebiet steht seit 1957 unter Naturschutz. Für Flora, Fauna und Vogelwelt wurden seit 1995 schrittweise neue Schutzziele formuliert, siehe Naturschutzgebiet Vilsalpsee, Wikipedia. Die geplante Strasse mit einer Fahrbahnbreite von 3,5 m würde das Landschaftsbild und den Erholungswert massiv und irreversibel beeinträchtigen, der See seinen Charakter und seinen Wert verlieren. Laichzonen und Lebensräume von Fischen sind erheblich betroffen. Strengstens geschützt sind zwar Erdkröte, Grasfrosch, Alpensalamander, -molch u.a., aber durch die Verbreiterung des Wegs und die Aufschüttung des Seeufers würden ihnen wichtige Laichplätze genommen. Während des Wegbaus ginge auf einer Länge von 630 m das gesamte „ökologische Inventar“ verloren – etwas „lebendiger“ ausgedrückt: grosses Sterben.

Die massiven Eingriffe in das Schutzgebiet sind in der Einsprache der Tiroler Umweltanwaltschaft detailliert beschrieben. Ein öffentliches Interesse besteht nicht: die Alp kann problemlos ohne Verbreiterung der Strasse bewirtschaftet werden. Eine bessere Erschliessung sei zwar nötig, aber mit mehr Rücksicht auf den geschützten Raum. Dass der Bauer die Milch mit dem Traktor hinunter fahren müsse, das sei eine Notlösung, argumentieren die Antragsteller, der Milchwagen müsse zur Alp hochfahren können. Ja, und Erholungssuchende beklagen den drohenden Verlust der „letzten begehbaren Ruhezone am Vilsalpsee“.

Tourismus, Land- und Forstwirtschaft fordern immer neue Erschliessungen auf Kosten von Natur und Schönheit. Gut gibt’s den Umweltanwalt! Der Ziegenpeter hatte Heidi auf diese Institution aufmerksam gemacht, als er in Österreich die Schweinereien vor seiner Haustür dank dem Umweltanwalt zum Verschwinden brachte, siehe Erfolgreicher Ziegenpeter. Die Schweiz hat keinen. Private Umweltorganisationen erledigen diese Arbeit – so gut’s geht und solange das (häufig attackierte) Verbandsbeschwerderecht besteht.

Wo bleibt das öffentliche Interesse, Rundschau, Oberländer Wochenzeitung, 4.9.13

Streit um Strassenprojekt am Tiroler Vilsalpsee, der Standard, 5.7.13

Initiative Wanderweg am Vilsalpsee auf facebook mit zahlreichen Fotos und Kommentaren, z.B.:

  • „Während das Eis der Gletscher mehr und mehr schmilzt, türmt sich der Eisberg der Gleichgültigkeit gegen die Naturzerstörung immer mehr auf.“
  • „Die meisten Kompromisse sind nicht die Lösung von Problemen, sondern deren Umgehung.“

17.9.13 HOME

Pufferstreifen sind wichtig für Tiere, Pflanzen und das Wasser

10. August 2012
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Auch wenn die Vielfalt der Pflanzen in vielen Pufferstreifen nicht gross ist, sind diese ungedüngten Flächen ohne Pflanzenschutzmittel sehr wichtig für die Tiere und das Wasser.

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Marienkäfer und andere Nützlinge überwintern in der Streuschicht von Hecken und Waldrändern.

Pufferstreifen sind wichtig. Sie schützen Wasser, Wald, Hecken usw. vor Verschmutzungen und bieten vielen Tieren Unterschlupf; bei extensiver Bewirtschaftung wachsen dort auch selten gewordene Pflanzen. Deshalb gibt es Vorschriften für deren Bewirtschaftung. Grundsätzlich dürfen in einem Streifen von 3 m Breite entlang von Hecken, Feldgehölzen, oberirdischen Gewässern und Waldrändern keine Dünger und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden; als Ausnahme zugelassen ist das einzelstockweise Bekämpfen von Unkräutern, wenn dies mit anderen Massnahmen nicht möglich ist (ausser Biolandbau). Das Verbot gilt auch für den Wald, für Naturschutz- und Riedgebiete sowie Moore; für Grundwasserschutzzonen bestehen differenzierte Regelungen; Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung. Diese Verbote kennt jeder Bauern – wahrscheinlich.

Weil die Pufferstreifen so wichtig sind, hat der Bund sie in der Direktzahlungsverordnung detailliert geregelt. Fast alle Bauern (97% der Landwirtschaftsfläche) müssen sich an diese weitergehenden Vorschriften halten, die in einem Merkblatt von Agridea anschaulich dargestellt sind und deren Einhaltung integraler Bestandteil der Direktzahlungsverordnung ist: Pufferstreifen – richtig messen und bewirtschaften. Über das Problem der mangelnden Kommunikation der Behörden hat Heidi früher schon berichtet: Vielfalt der Gesetze und Weisungen. Wenn man in Bundesbern will, dass die Bauern die Vorschriften beachten, dann müssten diese einfach und gratis zugänglich sein, so wie das Anmeldeformulare für Direktzahlungen ja auch gratis ist. Weil dem nicht so ist, hat Heidi eine neue Artikel-Kategorie Pufferstreifen geschaffen und ist daran, die wichtigsten Informationen für ihre LeserInnen aufzubereiten. Zwei Artikel sind bereits erschienen: Fehlender Pufferstreifen am Auenwald, Fehlender Pufferstreifen neben Hecke.

Übrigens, das Agridea-Merkblatt kostet 5 Franken, Download und gedruckte Version (plus Versandkosten) nur mit Kreditkarte. Vielleicht wird das Merkblatt von den kantonalen Behörden verteilt – da oder dort – sonst dürfte es vor Allem bei Biodiversitäts-Freaks zu finden sein und in Amtsschubladen verstauben. Es gibt zwar die Kürzungsrichtlinien der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz (Direktzahlungs-Kürzungsrichtlinie), aber wegen mangelnder Kontrolle hilft auch das nichts. Auch darüber hat Heidi schon geschrieben: Das BLW verteilt jedes Jahr fast 3 Milliarden Franken Steuergelder gutgläubig an die Bauern. An dieser Stelle sei wieder einmal all jenen Bauern DANK ausgesprochen, die sich trotzdem an die Gesetze halten.

10.8.12 HOME

Mistlager am Auenwald (2)

26. Juni 2012
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Die Umweltorganisationen waren erfolgreich. Die von ihnen vorgeschlagene Linienführung der Schnellstrasse zwischen Landquart und Klosters mit Sunnibergbrücke wurde realisiert und rettete die Auenlandschaft an der Landqart.

Entschuldigung, liebe AbonnentInnen, dieser Artikel wurde durch eine „unglückliche“ Tastenkombination verschickt bevor er fertig war.

Der Suchbegriff „Auenwald Klosters“ in der Blogstatistik der letzten Tage hat Heidis Aufmerksamkeit geweckt. Google leitete sie auf eine Seite des WWFs Graubünden: Eine lebendige Flusslandschaft. Dort las sie von zivilisatorischer Zerstörungswut. Weil der Autoverkehr durch das Prättigau stets zunahm, planten die Behörden eine neue Strasse. Wo? Entlang der Landquart! Die Auenlandschaft wäre zerstört worden. Heidi hatte bereits früher von der Organisation Siddhartha gelesen, welche gegründet worden war, um diese Flusslandschaft zu retten. Siddhartha und die Umweltorganisationen schlugen eine neue Linienführung mit der Sunnibergbrücke als Kernstück vor. Der Kanton passte seine Pläne entsprechend an. Im gleichen Jahr (1991) lehnte das Volk ein Wasserkraftwerk der Repower ab, das die Landquart zwischen Küblis und Landquart zu einem Rinnsal hätte verkommen lassen. Ein naturverträglicheres Kraftwerk Chlus wird jetzt zusammen mit den Umweltorganisationen geplant.

Profitiert vom Widerstand hat nicht nur die Natur. Die Sunnibergbrücke, neues Wahrzeichen von Klosters, ist eine international beachtete Brücke von Christian Menn, auf welche die Bündner stolz sind. Den Touristen und Einheimischen ist der wunderbare Wanderweg entlang der Landquart erhalten geblieben. Siddhartha ist im Umfeld der Evangelischen Mittelschule Schiers entstanden, welche dieses Jahr 175 Jahre alt wird. Im Rahmen der Umweltbildung wurde der Flusslehrpfad Siddhartha geschaffen. Für dieses Projekt erhielt die Interessengemeinschaft Lebendige Landquart zusammen mit der Umweltgruppe Pro Prättigau in Schiers den Arge-Alp-Umweltpreis 1997 in Silber. Gemäss CIPRA wurde das Projekt mehrfach preisgekrönt: „Siddharta“ – Entdeckungsreise in der Flusslandschaft…

Im Vergleich zu all diesen überstandenen Gefahren ist natürlich der Mist, der heute am Auenwald liegt, eine kleine Gefahr, aber da ist noch die Pferdeweide im Auenwald, der Anfang einer Deponie, der Mist am Wanderweg  … alles relativ kleine, jedoch vermeidbare Beeinträchtigungen des Wassers und der Natur. Wo aber Verschmutzung toleriert wird, da werden die Dimensionen im Laufe der Zeit grösser.

26.6.12 HOME


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